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Guten Morgen Fussball
18.04.2018 - Warum die Mainzer und Kölner Fans angeblich jetzt Ihr Geld zurück bekommen könnten?!
April 18, 2018 Nico Pommerenke
FC Schalke 04 vs. Eintracht Frankfurt: Ungemütliche Zeiten für Nico Kovac - der Wechsel zu den Bayern, die Reaktionen aus dem Verein und von den Fans und dann noch die 1:4 Klatsche in Leverkusen. Manche Gazetten prognostizierten gar schon einen Rasuwurf, sollte Kovac heute nicht das DFB Pokalfinale erreichen. Auch das eigentlich schon sicher geglaubte internationale Geschäft in der Bundesliga ist in Gefahr. Da tut die zusätzliche UNruhe durch den Abgang des Trainers natürlich sein Übriges zu einer nicht gerade einfachen Situation für die Frankfurter Eintracht. Schalke kann hingegen nach dem Derbysieg am Sonntag einen weiteren Schritt in Richtung einer rundum gelungenen Saison tätigen. Poleposition im Kampf um die Vize-Meisterschaft, Champions League so gut wie sicher, da würde sich der Einzug ins Pokalfinale on top natürlich gut sehen lassen. Am letzten Bundesligaspieltag werden die beiden Clubs ebenfalls aufeinandertreffen. Schalke könnte also, vorausgesetzt einen Sieg heute und sollte Frankfurt dann noch um das internationale Geschäft kämpfen, in 2 Spielen eine komplette Saison verhageln. Unsere Tendenz: Der Trend spricht klar für königsblau. Die eigentlich überragende Saison der Frankfurter hingegen kann auf der Zielgeraden noch erhebliche Dellen bekommen. Somit sehen wir Schalke auf dem Weg ins Finale nach Berlin. Anwalt rät Fans nach Halbzeit-Elfmeter dazu, sich ihr Geld zurückzuholen: Wir erinnern uns an Montag Abend zurück. Viele fans waren bereits beim Gang Richtung Toilette oder Bierholen, denn es war ja Halbzeit. Ärgerlich nur, dass aus Köln die Ansage ""Elfmeter"" per Videoassistens kam. Einfach nur ärgerlich für die Fans? Oder sogar ein Grund, sein Geld zurückzuverlangen? Rechtsanwalt Arndt Kempgens sagt: Ja! „Die Zuschauer haben das Anrecht, das laufende Spiel ungestört und vollständig anzusehen“, erklärt Kempgens und verweist auf den Ticket-Vertrag. Das sei in Mainz nicht mehr gegeben gewesen, sagt der Jurist weiter, denn: „Mit einer spielentscheidenden Szene wie dem Elfmeter NACH dem Halbzeitpfiff konnten die Fans – die auf dem Weg zu den Klos, beim Rauchen oder Bier holen waren – nicht rechnen. Das Tor war für sie nicht zu sehen, der Veranstalter kam seinen Pflichten aus dem Ticket-Vertrag nicht nach.“ Somit besteht laut dem Anwalt Anspruch auf Rückerstattung der Ticketpreise. Ob das aber tatsächlich jemand tun wird, bleibt abzuwarten. Financial Fair Play wird entgültig zur Farce: Die Uefa lässt die Muskeln spielen..jedenfalls gegen die Kleinen Clubs. Und so wirft Sie Sion (Schweiz), Pawlodar (Kasachstan), Tirana (Albanien) und Vojvodina (Serbien) hochkant aus dem Europacup: Ausschluss wegen Verstoßes gegen das Financial Fairplay wegen zu spät gezahlter Ablösesummen und ähnlichen Vergehen. Diese Vergehen gehören bestraft, das ist klar. Vermissen wird die 4 Clubs sicher keiner, denn zur Qualität und Attraktivität des Wettbewerbs tragen die Fußball-Zwerge nicht gerade bei. Weil es deshalb auch keinen Aufschrei der Entrüstung von TV-Sendern und Uefa-Sponsoren geben wird, kommen die Klubs aus dem Niemandsland der Fußball-Europakarte der Uefa gerade recht, um ein Exempel zu statuieren: Wehe dem, der sich nicht an das Financial Fairplay hält! Aber: was wird im Vergleich mit den großen Clubs passieren, allen voran Paris Saint Germain? Dort wird die UEFA wohl nicht so konsequent sein. Was bei der Untersuchung von Paris Saint-Germain wegen der exorbitant teuren Transfers von Neymar und Mbappé herauskommen wird, ist jetzt schon absehbar: Eine hohe Geldstrafe, über die die katarischen Besitzer vor sich eher schlapp lachen werden. Vielleicht auch noch ein Transferverbot für eine Transferperiode. Aber ganz sicher kein Champions-League-Ausschluss. Die Angst ist zu groß, dass potente Sponsoren aus Katar für den Europacup und die EM verärgert abspringen könnten. Sollte es so kommen, hat das Financial Fairplay keinen Sinn und keine Zukunft. Aber man traut kaum jemandem zu, sich dieser Problematik ernsthaft anzunehmen.
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