Geldleere - Podcast für Geldanlage und Finanzbildung
Geldleere - Podcast für Geldanlage und Finanzbildung
90 - Fiserv Skandal, Cum Ex und der große Rückblick, das Geldleere Weihnachtsspezial
Glühwein in der Hand, Depot im Blick: Wir blicken auf ein Börsenjahr, das trotz unruhiger Weltlage erstaunlich standhaft blieb. Während KI und Tech Schlagzeilen holten, litten stille Schwergewichte aus Konsum, Gesundheit und Finanzdienstleistungen. Genau dort liegt der größte Aha-Moment: Indizes erzählen nur die halbe Wahrheit, gutes Rebalancing die ganze. Wir zeigen, wie eine saubere Mischung aus Regionen und Branchen das Depot ruhiger macht, warum Übergewicht in den USA neu gedacht werden sollte und wie Asien wieder Tritt fasst.
Ein Kapitel, das unter die Haut geht: die Fiserv-Story. Ein CEO, der Wachstumsziele deutlich korrigiert, ein Markt, der Vertrauen neu bepreist, und die Erkenntnis, dass Zukunftserwartungen stärker zählen als Vergangenheitszahlen. Wir ordnen ein, was „Qualität“ im Einzeltitel wirklich bedeutet und weshalb breit gestreute Fonds solche Schocks oft besser abfedern. Dazu teilen wir Praxisbeispiele aus Konsum und Health, in denen vermeintliche Dauerläufer kräftig gefallen sind – und was das für antizyklische Chancen und Zeithorizonte heißt.
Zum Ausklang schenken wir konkrete Ideen für Kopf und Herz: „Der Cum-Ex-Kronzeuge“ als Blick in die Maschinenräume von Geld, Macht und Gesetz, „Macht und Millionen“ für True-Crime-Finanzgeschichten, plus „John Q“ als Reminder, warum Systeme Menschen brauchen. Und weil gute Geldanlage zu Hause beginnt, plädieren wir für das einfache Haushaltsbuch ab dem 1. Januar – kleine Gewohnheit, großer Effekt auf Sparquote und Gelassenheit. Abonniert den Podcast, bewertet uns mit fünf Sternen und teilt eure größte Anleger-Lektion 2025. Welche Chance siehst du für 2026?
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Geld Level. Erfahr alles, was du wissen musst, damit dein Geld nicht leer ausgeht, auf Anlageklassen, Investmentstrategien oder aktuelle Wirtschaftssthemen. Wir bringen nicht ins dunkle Geldlehre.
SPEAKER_03:Hallo und herzlich willkommen zur 90. Folge Geldlehre. Mein Name ist Philipp Hönisch und mit mir dabei, wie all die Jahre wieder, mit einer Puddelmütze neben der Weihnachtsmütze auf dem Kopf, ist der wunderbare Nick Stieglitz. Besinnliche Grüße aus Schwerin MV nach Böhne NRW. Hallo und frohe Weihnachten, lieber Nick. Ja, hohoho, wünsche ich dir auch, Philipp. Ich weiß gar nicht genau, wann die Folge rauskommt. Deswegen sind die froh weihnachtlichen Grüße, sind natürlich vorweihnachtlich gemeint. Aber wir haben gedacht, auch dieses Jahr treffen wir uns hier einmal. Nick, du bist jetzt virtuell in meinem Wohnzimmer, du siehst im Hintergrund den Weihnachtsbaum schon leuchten. Wir sind auch dieses Jahr wieder in Weihnachtsstimmung und wollten euch noch. Ja, noch nicht. Aber müsste eigentlich. Aber wir wollten euch nochmal mitnehmen, traditionell zu unserer letzten Folge in diesem Jahr oder voraussichtlich letzten Folge. Mal gucken, vielleicht kommen wir nochmal zwischen den Tagen raus, das wissen wir noch nicht ganz genau. Und wollten mit euch nochmal unser großes Weihnachtsspezial feiern. Und ja, Nick, wie sieht es bei dir aus? Bist du in Weihnachtsstimmung? Sind alle beruflichen Aktivitäten des Jahres 2025 durch soweit?
SPEAKER_01:Ja, schon. Also das zeigt letztendlich auch, dass wir diese Folge jetzt gerade aufnehmen. Bei uns war es ja wild die letzten Wochen und Monate. Und jetzt, also wir haben jetzt schon seit, kann man ja sagen, es ist schon seit Wochen versucht, mir diese Folge zu machen. Oder überhaupt die nächste. Aber jetzt haben wir beide ein Zeitfenster gefunden und das ist ja eigentlich ein perfektes Zeichen dafür, dass jetzt mal endlich ein bisschen Ruhe reinkommt, dass wir so auch dieses Ganze drumherum auch genießen können. Es sind noch ein paar Tage hin bis Weihnachten, aber ja, also bei mir soweit alles gut. Ich bin in Stimmung, ich freue mich auf die Folge. Aber trotzdem finde ich, sollten wir noch so zumindest ein paar Sätze erwähnen, was so die Kapitalmärkte so angeht. Also, dass wir nicht komplett jetzt nur noch unter den Armen liegen, sondern auch nochmal gerade ein bisschen inhaltlichen Content bieten, weil die letzte Folge ist ja auch schon ein bisschen wieder her.
SPEAKER_03:Ja, lass uns das machen. Vielleicht zum Abriss ganz kurz. Wir gehen quasi jetzt auf den Weihnachtsmarkt und der erste Stand, den wir betreten, ist ein kleiner Rückblick, genau. Dass wir mal schauen, was war da eigentlich so los an den Märkten. Vielleicht auch ein bisschen bei uns. Der zweite Stand, den wir dann besuchen an unserem Weihnachtsmarkt, ist, dass wir auch so ein bisschen Rückblick in den Podcast geben, in unsere Gedankenwelt. Und dann haben wir ja auch immer so ein paar Themen gehabt. Aber Nick, da bist du, glaube ich, besser vorbereitet als ich. Du hast dir die Kategorien aus den letzten Jahren rausgesucht, an denen wir uns langhangeln wollen. So, und dann müssen wir mal gucken, ob wir nach dem dritten Blühweinstand dann noch weitere Themen haben. Aber das ist so ein bisschen der Abriss heute unserer Folge.
SPEAKER_01:Also wenn ich mir jetzt so die Leute vor Stand Nummer 1 angucke, also zum Rückblick, da ist die Stimmung ganz gut, oder?
SPEAKER_03:Absolut. Ja, die liegen sich jetzt schon singend in den Abend, morgens 10 Uhr in Norddeutschland und auch überall in der Welt. Ja, denn tatsächlich, die Märkte sind doch echt ordentlich gelaufen. Und das, obwohl sich das Anfang des Jahres gar nicht so unbedingt abzeichnete.
SPEAKER_01:Nee, genau. Und man muss ja auch sagen, so weltpolitisch hat sich jetzt ja gar nichts groß verbessert. So irgendwie, ich würde das sagen, fast im Gegenteil. Also ich kann mich noch wirklich daran erinnern, wie wir letztes Jahr gesprochen haben, was wir so für Themen benannt haben für dieses Jahr, wo wir auch sehr viel Hoffnung hatten, natürlich gerade mit Blick auf den Krieg Russland-Ukraine, dass sich das Thema dann, wenn wir uns das nächste Mal zu dem Thema sprechen, erledigt hat, was leider nicht so ist. Aber trotz alledem davon losgelöst, die Märkte sind relativ stabil.
SPEAKER_03:Weißt du, Nick, passend dazu, wer die einflussreichste Person Europas ist? Gibt es jedes Jahr so eine Umfrage, Abfrage unter den Journalisten, unter den europäischen Journalisten? Hast du eine Idee?
SPEAKER_01:Ja, gut, man büht ja normalerweise die altbekannten Macron oder vielleicht sogar mittlerweile ein Friedrich Merz oder Meloni, ich weiß gar nicht. Also sag mal.
SPEAKER_03:Das erste Mal in der Geschichte dieser Abfrage ist es, ein Nichteuropäer geworden, Mr. Donald Trump. Also die einflussreichste, ja, also die Frage ist schon grundsätzlich. Ich habe die Frage richtig gestellt. Und all die haben wir nicht mehr. Man wird es auch so beantwortet, wie du sie gesagt hast. Nämlich, da hat man dann an die Staatschefs, der größten Nationen oder an die Zentralbankchefs oder wen auch immer, gewotet. Und dieses Jahr ist es tatsächlich Mr. Trump geworden. Und da sagt auch so viel aus, wie ich finde, über die aktuelle Gemengelage. Und es vergeht ja kein Tag, das erzählen wir gefühlt auch in jedem Podcast, es geht ja kein Tag, an dem Mr. Trump nicht wieder irgendetwas völlig Überraschendes für uns vom Lederhaut.
SPEAKER_01:Also wir wollen jetzt ja nicht zu politisch werden. Ich persönlich habe schon das Gefühl, was Außenpolitik angeht, dass der Friedrich Merz da für Europa was Gutes macht. Also dass der versucht, Europa zusammenzuhalten, dass wir da, also es kann ja nicht sein, dass wir, dass jetzt da auch bei dieser Kategorie nach Herrn Ausländer sozusagen da diese Kategorie gewinnt. Dafür ist Europa aus meiner Sicht viel zu stark oder muss viel zu stark sein. Da sollten wir uns mal alle wieder drauf besinnen. Und da habe ich schon die Hoffnung, dass Deutschland da eine Vorreiterrolle weiterspielen kann. Bei all den Problemen, die auch bei uns die neue Regierung hat. Also da können wir jetzt ja drei Folgen drüber machen, ist ja auch gar nicht unser Thema. Aber ich bin da schon hoffnungsfroh. Und es ist ja auch gerade jetzt im Moment, sind ja wieder die Diskussionen, was jetzt Friedenspläne angeht, wo man auch wirklich merkt, da will sich Europa auch ein bisschen von Trump und USA abgrenzen und nicht alles mitmachen. Das finde ich gut. Und ja, da bin ich wirklich mal gespannt, wie das so weitergeht, weil ansonsten, wenn man mal guckt, was so drumherum um uns los ist, irgendwann sind wir sonst in Niemandsland und das darf halt nicht passieren.
SPEAKER_03:Naja, absolut. Also zurück zu den Märkten. Ich bin ein bisschen vom Thema abgeschwuft. Ja, wie schätzt du das ein? Also wenn man, sage ich mal, das Basisinvestment verfolgt, was wir ja seit Folge 1 predigen, wo wir sagen, bildet in eurem Kerninvestment einfach erstmal die ganze Welt ab. Macht da nicht zu verrückte Ideen, sondern bildet erstmal die ganze Welt ab über einen gut gemanagten Fonds, von mir aus auch über einen passiven ETF, der erstmal die Welt mit den entscheidenden und wichtigen Aktien abbildet. Wenn man nur darauf seinen Blick beschränkt, dann kann man doch auch dieses Jahr wieder als Erfolg verbuchen.
SPEAKER_01:Ja, es ist so lustig. Also man muss sagen, im Durchschnitt ist es gut und das trifft es wirklich sehr, sehr gut, weil gerade das Thema KI-Technologie ist weiterhin extrem gut. Auch wenn man jetzt zum Jahresende merkt, dass da ein bisschen Luft rausgelassen wird, was mich oder uns gar nicht wundert, was vielleicht auch im nächsten Jahr so weitergeht. Aber wenn ich mal gucke, obwohl die Indizes alle nahe Höchstkursen stehen, gerade im Bereich Konsumgüter, Gesundheit, Financial Services, da sind viele sehr, sehr gute Unternehmen unfassbar unter Wasser. Also stehen wirklich teilweise haben die sich halbiert, so die letzten, dieses Jahr teilweise auch. Also da kommt man jetzt nicht sofort drauf, wenn man auf die Indizes schaut. Aber am Ende ist das ja auch das Gute. Es muss sich ja niemand diese Gedanken machen, welche Branche jetzt gut oder schlecht läuft. Wenn man im Gesamten mit dabei ist, ist es immer so, es gibt immer Gewinner und Verlierer. Man sollte einfach nur gucken, dass man nicht zu sehr übergewichtet ist. Also ich sage es auch ganz ehrlich, wer jetzt irgendwie, und das ist bei einigen so, 80, 90 Prozent nur Technologie im Depot hat, der könnte über kurz oder lang da auch Probleme kriegen. Weil man einfach wieder irgendwann mal, also irgendwann mal wird auch Konsum und Gesundheit wieder laufen und dafür wird was anderes wieder weniger laufen.
SPEAKER_03:Ja, und wir haben ja am Anfang des Jahres auch so ein Stück weit in die Richtung gewarnt, will ich nicht sagen, das klingt so ein bisschen prophetenhaft, aber wir haben schon darauf hingewiesen, dass man dieses Gleichgewicht herstellen sollte im Depot. Und wenn man festgestellt hat, dass durch die Auswahl der ETFs oder Fonds es zu einem Ungleichgewicht gekommen ist, denn das haben wir gesehen, nehmen wir den MSR World, weil er wird ja häufig auch benannt, mit einem sehr großen Übergewicht letztlich Amerikas. Da haben wir auch schon gesagt, Leute, guckt, dass man da, dass ihr da ein Gleichgewicht reinkriegt, dass ihr das Thema Europa, mit all den Problemen, die wir auch nach wie vor haben, keine Frage, dass man das auch wieder ein Stück weit ausbalanciert. Dann haben wir das Thema Asien angesprochen. Ja. Oh ja. Auch da. We told you.
SPEAKER_01:Der Hang sengen 28 Prozent in diesem Jahr.
SPEAKER_03:Guckt mal an heute. Guckt mal an. Und was war das für ein Abgesang Chinas? Und da haben wir gesagt, guckt euch die Situation an. Man muss da nicht sein ganzes Depot immer auf links kehren. Und wir sind jetzt ja auch am Ende des Jahres angekommen und wir wollen nicht jetzt die Trommel dafür rühren, dass man das Depot einmal komplett auf den Kopf stellt. Aber wenn man die einfachen Dinge macht, und das sagen wir ja seit Folge 1, Fehler vermeiden ist am Ende viel Erfolgsversprechender als dem nächsten heißen Scheiß hinterher zu werden, dann ist das langfristig doch wirklich sehr, sehr besinnlich, um auch zu machen.
SPEAKER_01:Am Ende des Tages ist auch die Geldanlage ein Handwerk. Und wenn man sich einfach sich an handwerkliche Parameter hält, dann sieht es gut aus, also Handwerk heißt Länder, Branchenmischung, das ist ja schon so das Einmal eins, dass man nicht alles auf eine Karte setzt. Das sollte man im Blick behalten, aber bloß nicht anfangen, oh, das ist gut gelaufen. Das ist ja oft so der Impuls, da muss ich jetzt noch mehr investieren, nee. Oder andersrum, Sachen, die schlecht laufen, immer sofort alle abzustoßen. Am Ende des Tages hat Mr. Market immer recht und Mr. Market, das ist doch diese typische Geschichte mit dem Hund und dem Härchen, mal rennt der eine vor mal der andere, am Ende kommen sie alle zusammen zu Hause an, im Gleichschritt und ja, da sollte man sich nicht zu verrückt machen. Philipp, ein ganz interessanter Punkt auch noch, den man ja dann, bei der Gelingheit, erwähnen sollte. Ich habe ja gerade gesagt, gerade Konsumgüterunternehmen, Gesundheitsunternehmen. Und ich will mal so zwei, drei Beispiele nennen. Wer da Lust hat, kannst du sich es ja mal im Chart angucken. Guckt mal im Konsumgüterbereich auf Unternehmen wie General Mills ist ja bekannt, Diageo ist bekannt, Ne Clorox, meinetwegen der Heineken, Hormel Foods, das sind alles so Unternehmen oder eine Nestlé, kennt ihr auch, oder Pepsi, da fallen mir jetzt ganz viele ein. Wenn ihr euch da den Aktienchart anguckt, da kriegt ihr Schnappatmung. Also da kannst du ja wirklich Herzrasen bekommen. Das ist teilweise wirklich heftig gewesen. 50 Prozent, teilweise noch mehr sind die eingebrochen. Und gucke ich mir dann die Fonds an, die in genau diese Bereiche investieren, dann merke ich, Moment mal, die stehen alle ziemlich gut da. Und auch das wieder, und das ist auch ein ehrliches Feedback an sich selber oder was man sich selber auch mal so sich selber vor Augen halten muss. Am Ende gibt es Profis, die schaffen das alles deutlich besser, als man selber mit Stockpicking hinbekommt. Bin ich von überzeugt. Das heißt nicht, ich mach's selber und sollen andere auch gerne machen. Aber wenn man mal ganz ehrlich ist, hatte schon einen Grund, warum es Profis gibt, die sich um sowas kümmern. Meinetwegen auch ein Index. Das ist immer sehr, sehr interessant, das so ein bisschen als Fazit sich mal anzuschauen, wo stehen Einzelaktien und wo steht nachher vielleicht die ganze Branche oder ein guter Fond. Konsumgüter habe ich gerade angesprochen. Das Ganze kannst du auch im Gesundheitssektor genauso sehen. Und ich finde, das ist ein sehr, sehr cooles Learning, sich das mal anzuschauen. Eine Sache noch, bevor es jetzt ein Monolog wird, Financial Services genau das gleiche. Pfizer, PayPal, guckt euch mal diese Aktien an. Die wurden über Jahrzehnte hochgejubelt. Auf Pfizer komme ich gleich nochmal ein bisschen ausführlicher. Da denkst du wirklich, das ist ein kompletter Abgesang vom Fintech. Gucke ich mir die Fonds an. Also die, die wir auch so beim Alltag empfehlen, stehen die richtig gut da. Und das ist halt echt strange ein bisschen.
SPEAKER_03:Und auch die Gewichtung in vielen branchenübergreifenden Fonds, habe ich auch so den Eindruck, Mr. Stieglitz, dass die Finanzdienstleistungsthemen doch wieder mehr im Fokus sind, als sie noch vor einigen Jahren waren. Logischerweise, Thema Zinsen und so weiter, ist ja auch naheliegend. Aber ja, die Performance, da gibt es schon große Unterschiede.
SPEAKER_01:Lass mich da mal gerade, wenn wir bei dem Thema sind, mal eine Sache einstreuen, weil das hat mich dieses Jahr schon ein bisschen bewegt. Das ist jetzt auch noch gar nicht so lange her. Also das heißt bewegt, das fand ich einfach wahnsinnig aufschlussreich. Und das ist wirklich die, ich nenne das die Pfizer-Story. Ich hab zu dir auch schon erzählt.
SPEAKER_03:Genau, man muss einmal öffentlich bei dir entschuldigen, lieber Nick. Du wolltest ja tatsächlich genau an dem Tag, als the bomb gefühlt hoch ging, hast du gesagt, Philipp, Podcast, we müssen jetzt aufnehmen. We must erzählen. Das ist eine riesige Story. And then habe ich so gesagt, ja, also ich habe gerade keine Zeit anders die Story wirklich so groß. Und dann habe ich aber dich zu dem Agreement überreden können, dass wir die Thematik aufmachen, wenn es das nächste Mal passt.
SPEAKER_01:Ja, alles. Nein, nein, alles gut. Wir haben immer gesagt, das andere geht vor, unsere normale Arbeit geht natürlich vor. Trotzdem, ich wollte das, ich will jetzt auch nicht ausufern. Mach mal kurz. Doch, mach mal ruhig.
SPEAKER_03:Wir haben jetzt die Zeit, wir sind jetzt hier besinnlich, mach mal ruhig.
SPEAKER_01:Ich mach mal quick and dirty und wenn das wirklich auf Interesse stößt, dann kann ich das nochmal ein bisschen ausführlicher machen. Kurz zur Einordnung, Pfizerf, das ist so eins der bekanntesten globalen Fintech-Anbieter, also ein Amerikaner, die gibt es, ich habe jetzt nicht nachguckt, aber ich glaube seit den 80er Jahren, sind auch die letzten Jahrzehnte, kann man sagen, wie an der Schnur gezogen, an der Börse nach oben gerannt. Also ähnliche Kategorie, sag ich mal, wie eine PayPal zum Beispiel. Die Leute, die im Edeka einkaufen gehen, die haben mit Pizoff zum Beispiel zu tun, weil du mit der Karte bezahlst, dann, also zumindest bei uns im Ort der Edeka, die machen das über eine Tochter unter Gesellschaft von Pfizer und also diese Point-of-Sale-Systeme sind das unter anderem, aber auch die Abwicklung im Hintergrund, wenn man jetzt irgendwie mit Banken zu tun hat und so weiter. Also eigentlich ein cooles Geschäftsmodell und auch eine sehr gute Aktie in der Vergangenheit. Und was ich jetzt so krass fand an dieser Geschichte ist, weil ich kriege das ja mit, wenn man sich mit Einzelaktien beschäftigt, dann fällt dieser Name Pfizer sehr oft, wird sehr oft empfohlen, auch bei YouTube von Fachleuten. Und nochmal, der Track Record gibt das den ganzen Jahr total recht. Und jetzt haben die einen CEO-Wechsel gehabt. Ich glaube, das ist jetzt noch nicht mal ein Jahr her. Und der hat dann Q2 bei der Veröffentlichung der Ergebnisse hat er auch weiterhin gesagt, wir halten in unserem Ergebnissen fest. We have immer so ein Wachstum von 10, 12, teilweise bis 14, 15 Prozent pro Jahr, was natürlich eine super Wachstumsstory ist in einem super Markt, muss man ja auch sagen. Also alles super. Also ein neuer CEO kommt, krempelt das Unternehmen um, beziehungsweise guckt sich das alles an und sagt, yo, alles klar, Wachstumsstory ist intakt, geil, weiter so. Die Börse sagt, juhu, cool, ist immer so ein bisschen eine Sorge, wenn ein neues CEO kommt, dass der auf einmal irgendwie eine Leichenkeller entdeckt und dann sagt, äh, Moment mal, irgendwas passt hier nicht. Aber die Börse fand es super, der CEO hat gesagt, alles tiptop. Also ich muss dazu sagen, ich bin nicht in Pfizer investiert, war ich auch noch nie. So, und jetzt kam dann irgendwann mal Q3, also wieder trifft sich das ganze Management und stellt sich vor, seine Aktionäre, digital oder in Real, wie auch immer, und erzählt dann, wie es so weitergeht. Und alle sind natürlich mit ihren Fahnen da, haben da ganz groß draufstehen, 10, 12 Prozent, weiter geht's, weil das seit Jahrzehnten haben wir dieses Wachstum. Vor drei Monaten hast du ja gesagt, das Wachstum ist weiter stabil, es wird so weitergehen. Also gehen wir davon aus, es wird immer noch so weitergehen, ihr bestätigt jetzt einfach die Ziele. Und dann kam der große Hammer, und das war wirklich ein großer Hammer. Dann hat sich nämlich der CEO hingestellt, hat gesagt, Upsi-Dupsi, ich muss sagen, ich habe da noch mal ein bisschen genauer hingeguckt, hab mich vertan. Zehn bis zwölf Prozent, ach nee, doch nicht, sind eigentlich eher so drei, vier Prozent. Also erstmal wird es jetzt runtergehen im Wachstum und langfristig sind wir eher bei drei, vier, vielleicht mal fünf, sechs Prozent Wachstum. Und ich meine, hand aufs Herz, das ist die Hälfte oder vielleicht auch nur noch ein Drittel des Wachstums. Und man muss sagen, gerade bei diesen Technologieunternehmen basiert eine Aktienbewertung sehr, sehr, sehr häufig einfach auf der Wachstumsstory, auf den Wachstumsraten. Also da ist manchmal gar nicht so wichtig, wie viel.
SPEAKER_03:Also generell, Nick, das ist ja auch ein Signal oder eine Info an unsere Anleger, wenn die uns fragen, ist das gerade gut oder nicht gut bewertet, der Markt. Der Markt kauft immer die Zukunft. Der kauft nie die Gegenwart. Und bei FinTech-Unternehmen ist es noch einmal mehr, weil wir dort die zukünftigen Gewinne nochmal anders abgezinst dann auch abtragen gesehen haben am Chart.
SPEAKER_01:Also eine Coca-Cola oder eine Nestle, da ist das Wachstum, also da weiß man, die haben 2-3% Wachstum, alles gut. Also da rechnet keiner mit mehr, die haben schöne Dividenden, aber genau wie du es erzählt hast, Technologie, da ist, ob eine Firma 2, 3 Prozent mehr oder weniger Wachstum macht, das kann den kompletten Aktienkurs auf links drehen. Und wenn sich dann C hinstellt, drei Monate später und sagt so, Wachstum ist nur noch ein Drittel, oder dann ist das eine absolute Bombe. Und dann fragt man sich natürlich, Kollege, wie kommst du jetzt auf die Idee? Was hat sich geändert? Weil das makroökonomische Umfeld hat sich nicht geändert seitdem. Ja, Ende vom Lied ist, der hat dann eingestanden, also der ist dann, ich habe es jetzt nicht live gesehen, aber der wird wahrscheinlich auf die Knie gefallen sein, auf der Bühne und gesagt haben, es tut mir leid, ich habe festgestellt, irgendwie haben wir in den letzten Jahren unsere Ergebnisse so ein bisschen vielleicht ein bisschen zu schön dargestellt, als sie eigentlich waren. Ich sag mal so zwei der Beispiele. Die haben die letzten Jahre immer diese 10-12% Wachstum erreicht. Jetzt muss man sagen, dass die gar nicht so wenig Geschäft auch in Argentinien machen. Argentinien hatte eine wahnsinnige Hyperinflation. Und normalerweise ein seriöses Unternehmen wird das ganze Inflationsbereich nicht dann in die eigenen Zahlen mit reinpacken, weil wenn die da 300% Inflation haben, dann kannst du natürlich sagen, ja, ich will ein wahnsinniges Wachstum, aber unterm Strich bleibt halt nichts da über, weil das ist ja nichts wert, das Geld. Das hat Pfizer zum Beispiel nicht gemacht. Die haben aber dieses Riesenwachstum, anteilig halt für den Teil, den die da in Argentinien verkaufen, haben die komplett bei sich in den Umsatz mit reingeballert, ohne das irgendwie zu relativieren. Allein das hat dann, also ich müsste mir die Zahl nochmal im Detail angucken, aber das hat bestimmt 5-6 Prozent des Gesamtwachstums von Pfizer nachher ausgemacht. Und was natürlich total Hanebüchen ist. Und das hat der halt dann auch zugegeben, die haben so gewisse Sondereinnahmen gehabt, die hat er nicht weiter beschrieben, das ist auch immer so ein bisschen kurios, aber Sondereinnahmen verbucht und das ein bisschen so getan, als wenn das einfach regelmäßiges Einkommen wäre. Die haben sehr viele kurzfristige Initiativen gehabt, also unterm Strich, wenn man es jetzt nicht zu lange ausführen möchte. Die haben ganz viel gemacht, damit immer der jetzige Umsatz, das jetzige Ergebnis gut aussieht. Die haben Investitionen, die längst überfällig sind, haben sie einfach nicht ausgeführt oder nicht weiter investiert in das Unternehmen, nicht weiter in Forschung und Entwicklung investiert oder meinetwegen in Mitarbeiter, weil sie sagen, ha, das sind jetzt gerade Kosten, das schmälert unseren Gewinn, das wollen wir gerade nicht. Wir machen es einfach gar nicht. Jeder weiß dann im Unternehmen oder von den Verantwortlichen, irgendwann müssen wir es machen, weil sonst haben wir diesen Nokia-Effekt, dass wir einfach nicht mehr mitspielen bei der Musik. Aber die jetzigen Zahlen sehen natürlich besser aus, wenn ich diese Ausgaben nicht habe. Und da gibt es dann eine ganze Reihe von solchen Sachen, die die einfach nicht gemacht haben, die die hätten machen müssen, nur um die Zahlen zu schön, beziehungsweise die sie dann auch gar nicht communiziert haben. Und das ist, wenn du mich fragst, sogar an der Straße, also da kann man schon davon sprechen, ob das nicht kriminell ist. Also, ich weiß nicht, ob das da mal Klagen geben wird. Also, ich könnte es mir schon vorstellen. Man muss halt jetzt sagen, this is jetzt keine Wirecard. Das Unternehmen ist immer noch an der Kinder.
SPEAKER_03:Dass du das bestimmt. Ich habe die ganze Zeit, ich habe auch schon aufgetrieben, Wirecard. Also es ist, wir haben Bilanz frisieren, sehen wir. Wir sehen Verschleierung, Vertuschung. Wir sehen, die Braut wird hübscher aufgemotzt, als sie ist. Wir sehen Wachstumsgeschichten, die einseitig irgendwo herkommen. Auch das erinnere mich an Wirecard.
SPEAKER_01:Ich bin nicht so dicht dafür, aber. Die haben nichts gemacht, was per se, oder ich kann es natürlich jetzt nicht komplett beurteilen, aber augenscheinlich nichts, was jetzt an sich verboten ist. Es geht einfach nur um vernünftiges Geschäftsgebaren, auch seinen Anteilseignern gegenüber. Also du darfst ja, du musst ja nicht investieren, das fing dir ja keine. Die können ja auch das Unternehmen zugrunde gehen lassen. Das ist ja deren Entscheidung. Aber einfach das alles zu machen, nur um die Zeit schöner aussehen zu lassen, nochmal, ist nicht verboten, aber es ist Augenwischerei.
SPEAKER_03:Was ist mit der Aktie passiert dann in dem Zuge?
SPEAKER_01:Ja, genau. Das ist vielleicht auch mal ein guter Punkt. Also auch da empfehle ich Ihnen, sich das mal anzuschauen. Also die Aktie seit, ich sag mal, seit dem großen Crash 2008, also seit dem Marktcrash-Finanzkrise, sind die wie an der Schnur gezogen nach oben gelaufen, standen dann irgendwann mal im Höchstkurs bei 223 Euro. Das ist jetzt, ich muss jetzt mal gerade gucken. Also es war dieses Jahr, ne? Also die dieses Jahr stärken. Genau, dieses Jahr waren die bei 230 Euro um den Dreh. Dann sind sie eh schon so ein Schleich ein bisschen runtergekommen. Und dann, als dann die Bombe rausgekommen ist, als sie geplatzt ist, haben die sich auf mehr als halbiert. Die Aktie steht jetzt ungefähr bei 57 Euro. Die haben natürlich, wenn man sich die Kennzahlen anguckt, sehen die saugünstig. Ein KG-Kursgewinnverhältnis von unter 10. Das ist natürlich bei immer noch vorhandenem Wachstum unfassbar günstig. Aber die Börse und die Märkte haben halt komplett das Vertrauen aktuell verloren. Jetzt kann man natürlich auch positive Seiten sehen. Neues CEO, jetzt hat er einmal aufgeräumt, für das, was in der Vergangenheit war, kann der auch nichts. Also da gibt es natürlich auch genug Punkte, wo man sagt, okay, alles klar, könnte jetzt wieder alles okay sein, fair bewertet mittlerweile oder vielleicht auch sehr günstig bewertet. Also ich sage nicht, dass man da jetzt nicht investieren sollte. Mir geht es vielmehr, das beispielhaft zu nehmen dafür, dass wir uns doch als Einzelaktionäre, also jeder, der Einzelaktien kauft, wir überschätzen uns doch so maßlos. Also wie oft spreche ich mit Menschen, die sagen, ja, in das Unternehmen habe ich mich total vertieft und bin totaler Experte und kann das sehr gut einschätzen. Und am Ende müssen wir uns doch alle ehrlich machen und sagen, eigentlich haben wir sehr, sehr wenig Ahnung. We can actually prove and the mean cocken sich even the kennzahlen an. But this rich deep dive in an internecine rein can we as private person so good we got to make it a lot of people. They then at the end of the day contact, or that is teilwise a good phone, that's what I wanted to ask. They wrote it on and spread with them. Wahrscheinlich before we all went, also without it were all to the time viele namhafte Fonds not oder nur untergewichtet in der Aktie drin. Aber also das war für mich so einmal so ein Aha-Fact zu sehen, hey, man kann sehr, sehr viel sich einlesen, sehr, sehr viel selber sich so eine Scheinsicherheit beschaffen und sagen, das ist doch ein tolles Unternehmen und am Ende gibt es ganz viele Sachen, die wir einfach gar nicht beurteilen können. Und ja, das war, fand ich, ein wahnsinniges Beispiel, was das angeht. Und wer möchte jetzt auch beurteilen, ist es jetzt gerade eine gute Kaufchance oder nicht? Also ich traue es mir nicht zu. Aber ich fand es auf jeden Fall erschreckend.
SPEAKER_03:Ich verstehe jetzt auch noch mehr, wir haben das ja bereits telefonisch dann auch ausgewertet, das Thema, aber ich verstehe jetzt noch mehr, warum du unbedingt das zur Folge machen wolltest. Es ist auf jeden Fall themenfüllend und da ist so viel drin, was man da rausziehen kann, so viel Lehren, die du jetzt schon alle bereits zusammengefasst hast, brauche ich nicht mal wiederholen. Aber ja, das ist ja jetzt sehr spannend, sehr, sehr spannend, Nick.
SPEAKER_01:Vielen Dank für diesen Exkurs. Gerne. Und das werden wir auf jeden Fall spätestens in der nächsten Weihnachtsfolge werden wir mal Pfeisa auch nochmal kurz aufgreifen, weil ich es jetzt extrem, wo da jetzt die Reise hingeht. Und ja, das ist auf jeden Fall mal, also einfach mal zu gucken, so ein angeschlagener Boxer, schaffen die es wirklich jetzt komplett einmal klar schiff zu machen, die Zahlen alle runter zu dividieren, jetzt ehrlich zu sein und ganz, ganz anders mit den Aktionären zu kommunizieren. Wenn ja, sage ich, okay, Chapeau, dann habt ihr die Kurve gekriegt. Wenn nicht, dann könnte es denen auch noch viel, viel schlechter gehen.
SPEAKER_03:Da müsste man doch jetzt gehebelt long gehen mit Full Risiko.
SPEAKER_01:Ja, das Ding ist halt, also man weiß jetzt schon, die werden die nächsten zwei Jahre keine guten Zahlen liefern. Das ist jetzt schon klar. Jetzt ist immer die Frage, also macht es Sinn, da reinzugehen, wenn jetzt einfach immer nur schlechte Zahlen kommen? Ja, kann sein, wenn die dann nicht ganz so schlecht sind wie gedacht. Kann aber auch sein, dass das wirklich jetzt ein fallendes Messer ist und dass du erstmal, dass es erstmal gerade echt scheiße aussieht. Langfristig glaube ich schon, dass die sich ja holen werden. Das kann ich mir schon vorstellen. Aber nochmal, das sind immer die Punkte, will ich mich jetzt mit, will ich mir diesem Risiko aussetzen oder sage ich dann, ich habe es ja vorhin schon mal erwähnt, die ganzen Fintech-Fonds, die wir so haben bei uns in unserem Universum, die stehen alle richtig geil da, haben super Renditen gemacht. Also da brauche ich mir so ein Risiko jetzt nicht ans Bein binden.
SPEAKER_03:Ja, guck mal, kannst du hier mit einem Vierer oder Dreier, dreieinhalber Hebel, kannst du jetzt hier rein, ja, mit 10% nochmal Drawdown, bis er dann auslöst. Also ich grinst.
SPEAKER_01:Also Leute, das ist keine Anlageberatung.
SPEAKER_03:Nein, auf gar keinen Fall.
SPEAKER_01:Ah, großartig. Na gut, also das war es dann auch gewesen sein. Und am Ende, jetzt haben wir schon wieder über 20 Minuten über die Märkte gesprochen, aber das ist ja nun mal unsere Leidenschaft und unser Kern unseres Podcastes. Und trotzdem, Philipp, würde ich sagen, jetzt auch mit Blick auf die Uhr, lass uns doch mal gucken, was so vielleicht noch unter dem Weihnachtsbaum passt oder was der ein oder andere vielleicht noch als Idee mitnehmen kann.
SPEAKER_03:Ja, bevor wir dazu kommen, nochmal ganz kurz. Du hattest mir im Vorfeld zur Vorbereitung nur eine Sache rüber geschubst. Ich hab auch was gemacht, ich habe was beigetragen. Du hast gesagt, Philipp, guck mal kurz kurz, was die Top-Folge war 2025.
SPEAKER_01:Ah, ja, ja, ja, ja.
SPEAKER_03:Und das habe ich rausgearbeitet, und zwar tatsächlich war es die Folge Nummer 81. Trumps Trading Tsunami, wenn das Depot einem EKG gleicht. Also erstmal dieser geile Folgentitel, da muss ich mich nachträglich auch nochmal für feiern. Hat ich gut genug. Aber was ich total klasse finde, ist, dass ausgerechnet diese Folge in dem Jahr 2025 die meistgehörteste Folge war. Weil ja in dieser Folge haben wir zum einen mal geschaut, hey, was passiert denn da gerade? Ich erinnere mich noch, wie Mr. Trump da vor dem Weißen Haus steht mit diesem großen Plakat, wo er dann gesagt hat, so, jetzt verteilen wir, würfeln wir mal die Zölle aus. Und wie die Märkte dann.
SPEAKER_01:Ja, die Zölle, da denkt man gar nicht mehr dran, stimmt.
SPEAKER_03:Wie dann die Märkte so richtig auf Tabat gegangen sind und wirklich nicht nur deswegen auch wie ein EKG hochvolatil waren, es immer mal wieder Zwischenbewegungen nach oben gab, sondern tendenziell eher ganz schön stark Downside ging. Und wir aber, und ich habe mir die Folgendescription jetzt hier mal durchgelesen, weil wir, ich erinnere mich ja auch nicht mehr an alles, was wir so gesagt haben, aber Nick, ich lese mal vor, was die KI als Folgenbeschreibung daraus gemacht hat. In dieser spannungsreichen Zeit offenbaren sich die Stärken aktiv gemanagter Fonds gegenüber passiven ETFs. Philipp und Nick erklären, warum jetzt der perfekte Moment sein könnte, die typische Übergewichtigung amerikanischer Aktien zu überdenken und verstärkt auf europäische Werte zu setzen. Naja, so mit praktischen Tipps und tragischen Weisen investieren zur Anpassung der Sparpläne geben Sie konkrete Handlungsempfehlungen für jeden Anleger. Also, witzig. Und guckt man jetzt zurück, dann sag ich, ja, da hat das Orakel von Bünde und Schwerin wieder zugeschlagen. Genug selbst gefeiert.
SPEAKER_01:Ja, sehr gut. Ja, schön, schön. Also interessant zu wissen, das habe ich jetzt gar nicht drüber nachgedacht, was die beste Folge war, aber ja, gut. Gut, gut. Also, ab unter Weihnachtsbaum.
SPEAKER_03:Ja. Wir haben ja immer so ein paar Kategorien und die würde ich sagen, gehen wir jetzt einfach mal durch, damit ihr vielleicht auch noch die eine oder andere Idee als Geschenk unter den Weihnachtsbaum legen könnt. Nick, willst du einmal anfangen mit der ersten Kategorie Bücher?
SPEAKER_01:Ja, gerne. Also tatsächlich habe ich jetzt vor kurzem sogar ein Buch gelesen, was ich vorher mit der Kneifzange nicht angepackt hätte. Also, was heißt, also ich habe mich da nie mit beschäftigt. Das ist so ein. BGB. Du kannst dir nicht vorstellen, wie durchgearbeitet meine BGBs hier sind. Also das packe ich in meinem Leben auch nicht mehr an. Das habe ich in der Lange genug gemacht. Nee, also ein historischer Roman. Und ich sag dir ganz ehrlich, also Romane sind mir eigentlich immer ein bisschen zu langweilig. Ja, da gibt es ja so die klassischen Ken Forlitt und wie sie alle heißen und die immer so diese übelsticken Schinken. Da habe ich gesagt, nee. Und da wurde mir auch immer wieder Jeffrey Archer, ich hoffe, ich spreche ihn richtig aus, Archer, wie auch immer, vorgeschlagen, habe ich auch immer so weggeblättert. Und dann habe ich tatsächlich ganz stupide, weil ich irgendwann mal Bock hatte, wieder auf ein gutes Buch, mal geguckt, mal gesteckt, was sind denn die meistverkauften Bücher der Welt, ever. Und alle, die noch kommen. Und dann hat er mir relativ weit oben den Jeffrey Archer vorgeschlagen. Kein und Abel heißt das so. Und ich habe immer gedacht, so wenn ich das gesehen habe, dachte ich immer so, okay, ja, es sieht jetzt, ich finde es ein bisschen trashig aus, aber da hätte ich niemals gedacht, dass das so ein Bestseller ist. Und wahrscheinlich jeder, der sich ein bisschen sich mit Literatur auskennt, wird jetzt wahrscheinlich auslachen. Aber also, dass ich es halt nie so auf dem Schirm hatte. Aber ich habe es tatsächlich mir dann angeschaut und dachte, okay, ja, die Story ist cool. Historisch geht es so um die Zeit im Weltkrieg. Und da geht es, also die ist ganz kurz umrissen, die Story, dass das dann ein Pole ist, der in einem Gefangenenlager war, sich daraus befreit, dann es irgendwie schafft es, also auch wirklich gut geschrieben, nach Amerika rüber zu gehen und er fühlt sich da sein Lebenstraum oder baut sich da ein echtes Leben auf. Und es ist halt wirklich, wirklich sehr, sehr gut, sehr emotional, sehr packend geschrieben. Und natürlich auch erstmal historisch toll, weil das habe ich dann auch festgestellt, dass er sehr authentisch schreibt, also er hat schon die wahren Begebenheiten alle mit reinbezieht. Das ist jetzt nicht ein Fantasy-Roman. Und so eine typische Story dann vom Tellerwäscher zum Millionär-mäßig. Und trotzdem auch dramatisch, wo man nachher also auch so ein bisschen so learning-mäßig, so dass er irgendwann dann, dass sein eigener Stolz ihm so sehr im Weg steht, dass er dann eine sehr lange Zeit Kontakt zu seiner Tochter abbricht. Also wirklich, wirklich gut gemacht, handwerklich unfassbar gut geschrieben, finde ich. Und eine absolute Empfehlung, also jeder, der das Buch noch nicht gelesen hat, Kain und Abel von Jeffrey Archer, ja nochmal ist ein Weltbesser. Wer bin ich, dass ich jetzt hier erzähle, dass das ein guter Roman ist, aber es ist halt wirklich ein guter Roman. Und den habe ich, obwohl das, ich weiß gar nicht, über 700 Seiten war es auf jeden Fall, habe ich den echt schnell so weggelesen.
SPEAKER_03:Den kannst du mir das nächste Mal in die Hand drücken, wenn ich dich besuchen komme.
SPEAKER_01:Klingt auf jeden Fall sehr, sehr spannend. Ja. Ja, und dann frage ich dich mal zurück, was hast du denn ausgesucht?
SPEAKER_03:Ich hab's hier, ja, die Vorlesung des Tages quasi, die Buchempfehlung des Tages. Es ist der Cum-Ex-Kronzeuge, die wahre Geschichte des größten Finanzskandals aller Zeiten. Grüße gehen raus an Olaf Scholz. Ja, spannend. Geschrieben vom Protagonisten selbst, Kai Uwe Steck, das ist quasi die Nummer zwei seiner Zeit gewesen in dem großen Cum-Ex-Skandal, dem großen, großen Steuerskandal. Und dieses Buch ist so ein Stück weit dreigeteilt. Also zum einen geht es um die Geschichte, um die biografischen Begebenheiten des Protagonisten selbst, der als kleiner Junge aus Friesland wirklich plades Land, sehr, sehr einfache Gegend, sehr, sehr viele Schwierigkeiten in der Kindheit, zeitweise super, super schlecht in der Schule, sich dann hochgearbeitet hat, mehr oder weniger durch Zufall den Bereich Jura studiert hat und sich dann aber so reingebissen hat in das ganze Thema, dass er wirklich zu einem sogenannten weißen Hirsch, da muss ich vielleicht ganz kurz ausholen, seine erste Vorlesung war rappel, rappel, rappelvoll. Da waren ganz viele Studenten, weil er in einem Ort studiert hat, wo es keinen Numrusclausus gab, weil sein eigener Numrusklausus nicht ganz so stark war. Jedenfalls war dieser Hörsaal mega voll, weil, na ja, Nick, du hast ja gerade auch reingesprochen, man nimmt so ein bisschen was so für sich mit. Und auch in dem Buch gibt es so ein paar Sachen, wo man so auch Lehren draus zieht. Auf jeden Fall kommt der Professor rein und das erste, was er sagt, so passt mal auf, wir teilen jetzt hier diesen Hörsaal in zwei Hälften. Die linke Seite von euch wird das dritte Semester nicht überstehen. Da hat er sich gedacht, oh Gott sei Dank sitze ich rechts. Und von der anderen Hälfte wird noch, das teilen wir nochmal in zwei Hälften. Diese eine Hälfte wird niemals mit Jura Geld verdienen. Ihr endet als Taxifahrer oder Briefboten oder wie auch immer. Und von dem verbleibenden Viertel, die werden der allergrößte Teil, der wird so ganz okayes Gehalt verdienen als Anwalt, ihr werdet irgendwelche Staatsanwälte, Rechtsanwälte, ihr werdet vielleicht in der kleinen Kanzlei sitzen oder wie auch immer. Und drei bis fünf von euch, von diesen hundert Menschen, die hier sitzen, ihr werdet weiße Hirsche. Und zwar, ihr werdet die.
SPEAKER_01:Wie witzig, ich will dich nicht unterbrechen, aber wie witzig, weil exakt oder fast exakt, das hat man uns damals in der Uni auch gesagt, wo wir.
SPEAKER_02:Ja, ich glaube, das ist ein getrüngeltes Ding. Ja, ja, klar. Ich kannte das auch schon von anderen Dingen.
SPEAKER_03:Ich muss dann den Begriff Weiße Hirsch erklären. Er sagt, ihr werdet weiße Hirsche, ihr werdet euch eure Jobs aussuchen, ihr werdet Millionengehälter verdienen und ihr werdet keine Rechtsanwälte, sondern ihr werdet die Firmen beraten. Podcaster. Naja, jedenfalls hat er sich das als Ziel gesetzt. Er sagte, ich muss unbedingt dieser weiße Hirsch werden und hat dann alles quasi untergeordnet, hat dann auch wirklich einen Top-Top-Top-Abschluss gemacht, was ihm dann mehr oder wenig durch Zufall auch gewisse Türen öffnete, sodass er dann in einer Kanzlei dann arbeitete, die Unternehmen und sehr, sehr vermögende Leute beraten hat und dann gefühlt die Hauptaufgabe hatte, Steuerschlupflöcher zu finden. Und da gibt es ja das größte Steuerschlupfloch der vergangenen Jahre, wurde ja da ausgenutzt zulasten der Staatskasse. Und die grobe Steuer. Vielleicht machen wir daraus mal eine Folge, weil ich bin so on fire. Ich habe hier das alles im Prinzip durch das Buch erstmal so richtig verstanden, wie Cum-Ex überhaupt funktioniert. Im Kern ist es aber im Prinzip, dass sich Steuern zweierlei erstattet werden, obwohl sie nur einmal abgeführt werden. Und natürlich, da muss man kein Genie zu sein, um zu wissen, dass das durchaus Probleme für die Staatskasse bedeuten könnte. Und das Witzige dabei ist aber, den Schuldigen daran zu finden und den zu finden, wer jetzt hier wirklich betrogen hat, ist so schwer, weil die Gesetzeslage so konfus ist und das Allerwitzigste ist, dass als der Staat vor vielen Jahren festgestellt hat, Mist, hier ist irgendwas in unseren Gesetzen nicht so optimal. Da haben die überlegt, wie können wir das denn jetzt ändern? Und wen haben sie gefragt, lieber Nick? Die Finanzbranche. Also die Finanzbranche hat gesagt, wie können wir jetzt hier die Gesetze so schreiben, dass es besser ist? Und dann hat die Finanzbranche sich der Bock im eigenen Garten sozusagen. Der hat dann. Das ist so witzig. Und natürlich auch tragisch. Und das ist der erste Teil ist, wie gesagt, dieser biografische Teil, dann der ganze Teil um das Schenum Cum-Ex selbst. Und der dritte Teil ist auch so ein bisschen das Thema Kronzeuge, weil er irgendwann gesagt hat, ich koperiere mit euch, er hat mit all seinen Wegbegleitern gebrochen, natürlich um sich selbst zu schützen, um selbst der größten Strafe aus dem Weg zu gehen. Und er hat das ausgepackt und so geht es dementsprechend auch um das Ganze, die juristische Aufarbeitung und auch um den Umgang mit Kronzeugen. Und ich finde das mega spannend. Mich hat das sehr, sehr erfreut, dieses Buch. Ja, und deswegen ist es mein Tipp der Woche. Nee, und dein Weihnachtsbaum. Der Kronzeuge, der Cum-Ex-Kronzeuge von Kai Uwe Steck.
SPEAKER_01:Ja, gut, also sehr, sehr, sehr spannend. Du hast mir im Vorfeld schon mal so ein paar, also ein bisschen ausführlicher ist eben das erzählt. Hast ja auch erzählt, dass du noch nicht durch bist. Ich bin unfassbar gespannt, was du mir sagen wirst, wenn du mit dem Buch am Ende bist. Und da müssen wir uns echt mal überlegen, ob wir das nochmal auf die Tonspur bringen. Und ja, ich bin vor allem auch sehr gespannt, wie weit da wirklich dieses Olaf-Scholz-Thema da nochmal aufkommt. Cooler Buchtipp. Dankeschön.
SPEAKER_03:Kommen wir zur nächsten Kategorie. Serie, Film, Podcast. Nick, willst du den Anfang wieder machen?
SPEAKER_01:Ja, also habe ich ja, glaube ich, das ja schon erzählt. Filme tue ich mich sehr, sehr schwer. Ich finde irgendwie, packen mich so die neuen Filme nicht mehr. Mir ist wirklich nur einer eingefallen jetzt, als ich mich vorbereitet habe. Und das war auf dem Flug nach Kanada oder in die USA. Da habe ich einen Film gesehen, wo ich noch nie was von gehört habe. Ich habe nur gesehen, ist mit Danzel Washington, den finde ich ziemlich cool. Und der Film heißt John Q. Und wie gesagt, ich habe den noch nie irgendwo, weder bei Amazon mal oder irgendwo, keine Ahnung, oder bei Prime Learning so diesen Film mal gesehen, habe mir den angeschaut und der war echt ganz gut oder ziemlich gut. Schon ein bisschen ein älterer Film. Und da geht es im Grunde darum, dass der, also das ist ein normaler Fabrikarbeiter, der John Q und sein Sohn, der wird schwer krank. Und er selber kann sich die, also der braucht irgendwie eine Herztransplantation und er kann sich das nicht leisten und wie es dann nochmal so ist, gerade auch in Amerika, das Gesundheitssystem, die sagen halt, nee, wir machen hier gar nichts, bis du das nicht bezahlen kannst. Und da geht es halt um richtig Kohle. Und dann entschließt er sich, also der ein sehr, sehr ehrenhafter Bürger eigentlich ist, entschließt er sich dazu, da irgendwie den Arzt zu kitten oder sich da im Krankenhaus einzusperren und zu sagen, ey Leute, ich werde jetzt hier eine Geise nach der anderen umbringen, wenn mein Sohn nicht operiert wird. Das will der natürlich nicht und der baut ein sehr, sehr gutes Verhältnis zu den Geiseln quasi auf, sodass die sogar auf seiner Seite stehen, weil die alle wissen, wofür er das macht. Und ja, also ist wirklich ein Film mit Emotionen, der geht einem echt nah und irgendwo auch nachvollziehbar. Und der war echt cool und das war eigentlich so dieses Jahr der beste Film, den ich gesehen habe. John Q mit Denzel Washington.
SPEAKER_03:Sehr cool. Kenny tatsächlich auch noch nicht, muss ich mir mal anschauen. Ich tue mich ähnlich schwer, was die Filme angeht. Deswegen habe ich überlegt, ob es eine Serie wird, and habe mich am Ende für einen Podcast entschieden. Die bringen ja kaum noch was raus. Der Podcast, den ich hier unter den Baum lege, ist Macht und Millionen. Ein Podcast über echte Verbrechen im Bereich der Finanzindustrie beispielsweise auch. Es geht oft um das ganz große Geld, um die Reichen und Schönen. Und da geht es um Geschichten wie zum Beispiel über Jeffrey Epstein, wo ja nun auch die Epstein-Files jetzt auch vielleicht in Gänze veröffentlicht werden. Es geht um Wirecard, es geht um Cum-Ex natürlich. Auch da gibt es übrigens eine Podcast-Folge. Also wer sich das Buch nicht durchlesen will, der Kai Uwe Steck ist in einer der aktuellsten Folgen von Macht der Million. Sehr, sehr, sehr, sehr cool und spannend. Dann MEG mit Mehmet Goeker oder Lars Windhorst und weißt du, was so viele dieser Folgen eint. Es ist die Geschichte von einem Menschen oder von Menschen, die oftmals aus dem, also ohne großen finanziellen Background, also quasi aus dem Nixon, Nichts kam, irgendetwas richtig, richtig gut gemacht haben, irgendetwas viel besser als alle anderen gemacht haben, in meistens auch irgendwie einen Knall hatten in irgendeiner Art und Weise, anders waren als andere und die aber alle nie genug bekommen haben.
SPEAKER_01:Ich habe gesagt, und dann gierig geworden sind.
SPEAKER_03:Und die auch oder den Ausstieg nicht gefunden haben, teilweise aus ihren eigenen Verstrickungen nicht mehr rauskam und da ist so viel drin, ey, das ist, ich liebe das. Also Macht und Millionen auch sehr gut produziert, sehr spannend, lege ich eben ans Herz hier an der Stelle.
SPEAKER_01:Cool, sehr coole Idee, kannte ich auch noch nicht, kann ich auch mal reinhören.
SPEAKER_03:Was machen wir jetzt?
SPEAKER_01:Also wir haben tatsächlich noch als Kategorie sonstiges, jetzt wäre meine Frage, hast du noch irgendwas? Also jetzt haben wir mal so einen Film und ein Buch und hast du noch irgendwas anderes? Ja, jetzt immer.
SPEAKER_03:Ich habe es in der Podcast-Folge schon mal erwähnt, vor kurzem und deswegen können wir es kurz halten. Haushaltsbuch. Mein Tipp zum Ende des Jahres, Leute, führt mal ein Haushaltsbuch. Schreibt mal auf, wir haben jetzt den ersten Ersten vor der Tür. Da kann man ja theoretisch die Uhr auf Null stellen und einfach mal so ein bisschen Haushaltsbuch führen. Klingt langweilig, aber kann manchmal wirklich Augen öffnen.
SPEAKER_01:Cool, gute Idee.
SPEAKER_03:Hatte ich das letztes Jahr auch schon? Ich hoffe es.
SPEAKER_01:Also entweder hast du Weihnachten gesagt. Oder kann aber auch sein, dass du es mal so zwischendurch erwähnt hast. Du hast es mal erwähnt, aber es ist ja noch besser, das jetzt mal zu bestätigen. Also du machst es ja offensichtlich und dann hast jetzt auch deine Erfahrung gesammelt und kannst es ja noch mehr empfehlen. Also es ist ja auch ein guter praktischer Hinweis. Also manchmal die einfachen Dinge, nee, weißt du? Ja, ja. Na gut. Ja, also ehrlicherweise, mir ist es auch echt schwer gefallen, dies ja noch irgendwas aus den Fingern zu saugen. Aber ich habe noch eine spontane Frage an dich. Ich hoffe, ich überrumpel dich damit nicht. Aber was würdest du denn? Oder sag mir doch mal so drei bis fünf Aktien, die du jetzt unter Weihnachtsbaum legen würdest. Wenn du dich jetzt entscheiden müsstest, ohne groß recherchieren, einfach jetzt aus dem Bauch aus.
SPEAKER_03:Boah, hatten wir das alsten wir das als Kategorie mal? Nee.
SPEAKER_01:Ich glaube nicht. Ich weiß es nicht.
SPEAKER_03:Okay. Also, ich muss so ein bisschen darüber nachdenken, in welche Richtung ich die Antwort jetzt steuere. Weil es gibt natürlich immer mal wieder Unternehmen, die spannend sind, die man sich angucken kann, die ich auch für spannend halte, wo ich die Story total toll finde und spannend. Aber wenn ich mir mal so mein Verhalten in den letzten Monaten angucke und dann auch mal so überlege, welche Trades habe ich dann im Zweifelsfall auch gemacht, ja Nick, dann muss ich dir sagen, das ist ruhig geworden. Also ich bin eher dabei, dass ich in den letzten Monaten das arg verschlankt habe und mich von einzelnen Unternehmen zunehmend trenne. Also weil ich einfach zum einen die Zeit und Lust gar nicht mehr so richtig habe, mich permanent dort auf den auf aktuelle Kurse und Charts zu stürzen, permanent irgendwelche Geschäftsberichte zu lesen oder Tendenzen oder Einschätzungen von Experten, die am Ende auch falsch liegen. Und ich auch sagen muss, wenn man sich ganz ehrlich, ein ganz ehrliches Resümee zieht, wie groß ist die Überperformance meiner einzelnen Aktie, wenn man das Thema Glück abzieht? Natürlich gibt es immer mal einen Griff, wo man sagt, ey, day, da habe ich einen richtig guten Schnitt gemacht. Und wenn man dann mal wirklich fragt, war das dann so, dass du richtig geil analysiert hast? Oder hattest du, hat das Momentum Glück auch echt eine Rolle gespielt? Und wenn man dann ehrlich ist, dann sagt man oft, naja, ja gut, okay, vielleicht hatte ich dann einen guten Riecher, aber vielleicht war auch ein bisschen Glück im Spiel. Und wenn man das, ist natürlich super schwer zu verifizieren, aber wenn man diesen Faktor abzinsen würde, dann sage ich dir ganz ehrlich, dann ist mein Fonddepot in der Rendite viel stärker. Und auch im Übrigen beim Fonds, warte ganz kurz, im Übrigen beim Fonddepot Nick, auch da entschlanke ich ja inzwischen, dass ich gewisse Themenfonds rausnehme, die ich vor Jahren so super spannend fand, die ich unbedingt haben wollte, weil hier nochmal eine Idee und da nochmal, und ich wollte in dem Medizinsektor zum Beispiel, da wollte ich mir nicht die einzelnen Unternehmen, sondern nehme ich einen Top-Top-Top-Fond. Habe ich auch aufgehört mit. Also da weniger ist mehr, einfacher ist besser. Also das ist so das, was ich in den letzten Monaten für mich so immer mehr festgestellt habe oder auch, wo sich eine gewisse Entwicklung schon auch abzeichnet. Von daher, ich könnte dir jetzt ein paar Unternehmen nennen, die ich irgendwie cool finde und Aktionäre. Nö, mach ich nicht.
SPEAKER_01:Deine Antwort finde ich viel, viel besser. Also ich habe dich jetzt überrumpelt, sorry dafür, aber ich finde deine Antwort echt gut. Also sehr, sehr gut. Hast du jetzt auch nicht locken lassen von mir. Aber das, was du sagst, ist es ja.
SPEAKER_02:Ich habe trotzdem irgendwie so einen Reflex, dass ich dir trotzdem was nennen will. Allein uns zu beweisen. Ja, aber guck mal, nee, mach ich auch.
SPEAKER_01:Nee, it's good, machst du genau richtig. Aber das Ding ist, ich weiß genau, was du meinst, und es ist ja nicht nur dein Empfinden, das ist ja sogar, das kann man ja sogar statistisch belegen. Wir sagen es ja auch immer wieder. Also mit Einzelaktienauswahl, und du hast genau den richtigen Punkt getroffen, jetzt mal so Zufall-Effekte mal rausgenommen, schafft es eigentlich niemand oder ganz, ganz, ganz, ganz wenige, den Index oder einen guten Fonds zu schlagen. Eigentlich schafft es keiner. Und am Ende des Tages ist das deshalb auch irgendwo Liebhaberei. Und das wäre auch mein Gedanke dazu. Du sagst jetzt selber, du hast gerade nicht mehr so die Zeit und die Lust und wir wissen ja, oder ich weiß ja vor allem, was du gerade so an anderen Themen hast, beruflich, was echt enorm ist, was du da auch leistest. Und es ist völlig, es wundert mich gar nicht, dass du jetzt dann diese Antwort genannt hast. Weil ja, Einzelaktien, Liebhaberei, solange man da Bock drauf hat, Zeit für hat und einem das Spaß macht, alles gut. Und dann ist es gar nicht schlimm, wenn man vielleicht ein bisschen Unterperformance hat im Vergleich zum Index oder zum Fonds, dann hat man ja seinen Spaß damit. Das ist alles gut. Aber das ist eine Sache, man darf nie das Gefühl haben, dass man das machen muss, weil im Grunde ist Geld verdienen an der Börse, super einfach, gutes Depot, entweder Index-Fonds oder schöne Fonds da mit rein, gemanagte Dinger, die einfach sehr, sehr gut laufen und dann sich gar nicht drum kümmern. Und selbst das, was du gesagt hast, diese Haarspalterei auf tausend Unterthemen, selbst die braucht man nicht haben. Wenn du drei, vier, fünf geil breit globale Fonds hast, dann ist die Welt in Ordnung und dann machst du deinen Riss und alles ist gut.
SPEAKER_03:Und ich gucke mir ja natürlich auch meine Performance an und das ist so, in den letzten Wochen habe ich mich ein, zweimal erwischt, wo ich dann mir mein Depot aufgemacht habe, mein Fonddepot, und sage so, das ist ja geil. Also zack, Geld verdient. Das ist ja super. Weißt du, wie ich meine? Also das ist aber wie voll dieses Jahr und das ist so schön, genau, nichts dazu beigetragen, in Anführungsstrichen.
SPEAKER_01:Ja, ja, je weniger man sich da selber. Also es ist ja, natürlich lernen wir auch immer dazu, aber es ist vor allem einfach so der eigene, das Leben verändert sich. Und es wird immer wieder einen Punkt geben, da werdet ihr oder auch du, Philipp, dann vielleicht sagen, ich habe mal wieder Bock drauf und jetzt kommt da wieder Knaus Tabatia. Ach guck, ich habe ein neues Modell, die muss man wieder investieren. Ja, so bitte, dann macht das, ne? Aber nochmal, die Basis der Geldanlage hat damit nichts zu tun, die sollte man anders gestalten und dann sich auch einfach gar keine Gedanken drum machen. Und dann ist es auch egal, ob nächstes Jahr Konsum läuft oder Gesundheit oder Tech.
SPEAKER_03:Das ist alles interessant. Hast du denn drei Titel? Wenn du die Frage stellst, tipp ich mal, dass du vorbereitet bist.
SPEAKER_01:Ja, mich darfst du sowas ja nicht fragen. Cut off. Wie viel Zeit haben wir noch? Wir sind durch. Also tatsächlich wäre mein Fazit ähnlich. Also ich nenne gleich drei, vier Titel, aber auch die so ein bisschen beispielhaft, das kommt aber so ein bisschen in die Kategorie, was ich eingangs der Folge gesagt habe. Ich finde es im Moment sehr interessant, auch das wieder ein Learning, sich mal verschiedene Themen anzugucken. Zum Beispiel Gesundheitswesen, eine Koloplast, auch ein absoluter Dauerläufer, die haben sich halbiert. Die machen ja diese ganze Sturmversorgung und hier, wenn du mal einen künstlichen Darmausgang brauchst oder ein Katheter, das sind, was macht alles Koloplast, die sind auch überall Nummer eins, teilweise fast monopolartig. Und das ist ja nun mal ein Abo zum Geld verdienen. Also das wird ja nicht aufhören, dass wir das brauchen leider. Und also die nenne ich deshalb, weil es einfach so interessant ist, das mal zu sehen, dass ich auch so ein gutes Qualitätsunternehmen mal einfach so halbieren kann und dadurch ist es jetzt kein schlechtes Unternehmen. Und jeder, der sagt, ich setze nur auf Qualitätsaktien und dann habe ich meine Ruhe und da ist kenne ich große Ausschläge, ja forget it. Guckt ja dann eine Nestle oder eine General Mills an, genau das gleiche, die können sich auch alle fast halbieren. Genau, Nike gedrittelt. Also da muss man schon Bock drauf haben. Und da muss man so eine Reise mitgehen, wenn man überzeugt ist, oder einfach die Finger von lassen. Aber das sind natürlich jetzt antizyklisch, sind das natürlich jetzt Chancen, Gesundheitswesen, also Koloplast. Oder jetzt bei den Konsumgüterunternehmen, ich habe es gerade gesagt, eine General Mills oder eine Diageo, das können super Chancen sein. Will ich mich drauf einlassen, so ist die nächste Frage. Was ich auch spannend finde, selbst das, also das wundert mich total, das Hold Systems, die machen ja diese ganzen 3D-Modelle, Weltenbau in 3D, das ist also oder digital, das ist echt cool. Die können mittlerweile Organe bauen und sowas, also es ist sehr, sehr spannend. Riesenunternehmen, immer geil gelaufen, ist sogar gerade eigentlich, gehört das noch in den Bereich Tech, KI und alles toll, toll, toll. Und die selber haben sich auch halbiert. Also auch so ein Unternehmen, wo du denkst, das passt gerade total in die Welt, sind auch total runtergeprügelt worden. Also da gibt es sehr, sehr viele, da kann ich jetzt endlos weitermachen, würde ich die jetzt so unterm Baum legen, nee, auch da würde ich dann ähnlich wie du sagen, Leute, dann lieber irgendwie einen Fonds und Abfahrt.
SPEAKER_03:Du, aber ist auch witzig, ne? Also wenn du diese ganzen gefallenen Engel mal wirklich, schreib zehn runter, investierst in die zehn und mit dem nächsten Jahres gucken wir und sagen, ach guck mal, es ist ganz anders gelaufen, als wir noch am Ende des Jahres erzählt haben.
SPEAKER_01:Ja, aber genau das ist das, also genau das darf man eben nicht erwarten bei denen. Also das sind, also auch wenn ich dann so, da sind wirklich einige bei, wo man wirklich sagen kann, das wird auch in zwei, drei Jahren noch nicht gut aussehen. Wer die had in seinem Depot or sagt, I will investigate, der sollte wirklich einfach seine sieben bis zehn Jahre mal mindestens mitbringen. Dann glaube ich auch, dass die viel, viel besser stehen. Dann würden sich auch alle ärgerlich investiert zu sein oder dass man nicht investiert hat. But the Zeit, wie die dann da unten rundümpeln, verlierst du auf der anderen Seite auch die Rendite, die du mit anderen gemacht hättest. Also when I den Koloplast und Dia Gio vor zwei Jahren oder einem Jahr gekauft hätte, dann kann ich in zehn Jahren sein geiler Einstieg, aber in der Zeit sind die Märkte 20 Prozent weggelaufen. Also auch das muss man immer berücksichtigen. Wenn jemand Stockpicking macht, dann würde ich genau auf solche Unternehmen gerade gucken, weil das sind schon teilweise welche, die von einer Bewertung her unfassbar günstig sind. Aber ja, ob man das machen will, das Spielchen, wir haben es jetzt schon mehrfach gesagt, das muss jeder selber wissen.
SPEAKER_03:Schreibt uns doch mal eine Mail an kontakt.geldlehre.de, was ihr über das Thema denkt. Ich glaube, man kann bei Spotify hier auch hier direkt unter der Folge kommentieren, aber ich kann keine Ahnung, ob das aktiviert ist oder nicht bei uns, weiß ich gar nicht. Aber schreibt uns doch einfach eine Mail, wie ihr das seht. Ob ihr vielleicht auch irgendwo gerade Chancen seht, würde mich schon mal interessieren, wie die Tendenz da bei euch da draußen so ist. Wir können hier mal auf alles antworten, aber schickt das gerne mal zu. Vielleicht können wir dann doch die eine oder andere Sache mal im nächsten Jahr dann aufgreifen.
SPEAKER_01:Yes.
SPEAKER_03:Ja, damit würde ich auch tatsächlich, genau, damit würde ich auch tatsächlich so langsam zum Schluss kommen. Du hast mir vor Aufnahme des Podcasts eine Deadline gesetzt. Wir müssen bis dann und dann fertig sein. Ich gucke auf die Uhr ganz knallhart überrissen. Ich habe vielleicht Terminstress, ja. Ich weiß, ich weiß, ich weiß. Sind wir so weit durch? Oder habe ich irgendwas vergessen? Wir haben die letzte Bude jetzt besucht auf dem Weihnachtsmarkt.
SPEAKER_01:Genau, genau. Wir haben eigentlich noch eine Bude vergessen, die haben wir im letzten Jahr gemacht und die ist natürlich auch wichtig: ist der Ausblick. Aber das haben wir das Riesenrad.
SPEAKER_03:Ja, da hat man den besten Ausblick.
SPEAKER_01:Die machen wir separat. Das ist, glaube ich, eine eigene Folge auf jeden Fall wert. Und dann gucken wir, was dieses nochmal hat. Aber ich glaube, im Januar. Riesenrad wird eh überbewertet im Moment. Ich hasse Riesenrad.
SPEAKER_03:Ach, fantastisch. Ja, also dann in dem Sinne, mein lieber Nick, möchte ich mich auch bei dir bedanken, dass wir dieses Jahr auch wieder ganz gut gewurbt haben. Es war mir wie immer eine Freude und ein innerliches Keksebacken mit dir. Wir gucken mal, was die Zukunft bringt. Wir machen unsere Riesenradfolge doch, Nick, die machen wir. Wir machen noch nicht wann, aber die machen wir. Auf jeden Fall. Und an euch, liebe Hörer, auch danke, dass ihr uns begleitet habt in all dem Jahr. Danke für eure Geduld. Dieses Jahr war ja schon anders. Danke auch für den Zuspruch und die Unterstützung. Und ja, dann würde ich jetzt tatsächlich auch abbinden. Wir wünschen euch und euren Familien frohe Weihnachten. Bleibt bitte gesund, passt aufeinander auf. Seid nicht zu ernst, nicht zu streng. Manche Dinge da draußen sind nicht so richtig gut, aber sie könnten auch deutlich schlechter sein.
SPEAKER_01:Ja, genau. Und es gibt am Ende viel, viel, viel wichtigere Themen als Gelderlage und alles das, womit wir uns irgendwie gefühlt viel zu viel teilweise beschäftigen.
SPEAKER_03:Ganz genau. In dem Sinne, ihr Lieben, passt auf euch auf, passt auf euer Geld auf, damit das nicht leer ausgeht. Wir sind uns sicher, dass 2025 euer Geld nicht leer ausgegangen ist. Bleibt uns gewogen. Schickt uns als kleine Präsentkugelchen unter unseren Weihnachtsbaum gerne fünf Sterne bei Spotify und dem Hörspielanbieter eures Vertrauens. Wir schicken weihnachtliche Grüße aus dem Bündner Weihnachtsmarkt und dem Schwerina und sagen Tschüss, bis bald und ciao, ciao.
SPEAKER_00:Das war Geldlehre, der Podcast für deine finanzielle Bildung. Damit dein Geld nicht mehr ausgeht, abonniere den Kanal und schalte auch letztes Mal wieder ein. Geldlehre, das Original und Doppel-E.