Erbschaftsteuer einfach erklärt mit Uli Reitz WP/StB/CPA

Steuerliche Fallstricke in Erbengemeinschaften vermeiden: Tipps vom Experten (Teil 3)

Uli Reitz Steuerberater Season 2 Episode 3

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Erfahren Sie, wie Sie steuerliche Fallstricke in Erbengemeinschaften vermeiden können, und sichern Sie sich wertvolle Einblicke in die komplexe Welt der Erbschafts- und Einkommenssteuerpflichten. Steuerberater Uli Reitz, Fachberater für Unternehmensnachfolge, begleitet Sie durch die Herausforderungen, die auf Erbengemeinschaften zukommen können. Wir beleuchten die steuerlichen Verpflichtungen der Erben als Gesamtrechtsnachfolger, von der Einreichung der letzten Steuererklärung des Verstorbenen bis hin zur Auseinandersetzung der Gemeinschaft. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Ausnahmen der Gesamtrechtsnachfolge im Steuerrecht und den wichtigen Schritten, die Erben einleiten müssen, um den Überblick zu behalten.

Wir werfen außerdem einen genauen Blick auf die steuerlichen Implikationen beim Verkauf von Grundstücksanteilen innerhalb der Erbengemeinschaft. So klären wir, ob solche Verkäufe als private Veräußerungsgeschäfte einkommensteuerpflichtig sind und welche Konsequenzen daraus für die Erben entstehen können. Oft sind sich Erbengemeinschaften der steuerlichen Konsequenzen ihrer Entscheidungen nicht voll bewusst, was zu Problemen führen kann. Lassen Sie uns Ihnen helfen, informierte Entscheidungen zu treffen und den Überblick über steuerliche Verpflichtungen zu bewahren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Begleiten Sie uns auf dieser informativen Reise und profitieren Sie von praktischen Tipps direkt vom Experten.

Einkommensteuer in Erbengemeinschaft

Speaker 1

Dies ist das dritte Video aus der Reihe zur Erbengemeinschaft . In dieser Folge geht es um das Thema Einkommenssteuer . Die steuerlichen Verpflichtungen zur Einkommensbesteuerung einer Erbengemeinschaft teilen sich in zwei große Bereiche auf . Betrachtet man dies vereinfacht auf einem Zeitstrahl , gibt es einmal den Zeitraum bis zum Todesfall und den Zeitraum zwischen Todesfall und der vollständigen Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft . Für den Zeitraum bis zum Todesfall hat die Erbengemeinschaft regelmäßig für den Verstorbenen noch mindestens eine Einkommensteuererklärung einzureichen , und es können hier zusätzlich noch Berichtierungspflichten für alte Einkommensteuererklärung des Erblassers hinzukommen , alte Einkommensteuererklärung des Erblassers hinzukommen . Nach der Entstehung der Erbengemeinschaft beginnen eigene Deklarationspflichten der Erbengemeinschaft selbst für gemeinsame Einkünfte aus dem Nachlass , und diese Verpflichtungen enden erst mit der vollständigen Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft . Im Folgenden zeige ich Ihnen , welche einkommensteuerlichen Verpflichtungen Sie im Rahmen einer Erbengemeinschaft zu erfüllen haben . Hallo , mein Name ist Uli Reitz , und ich bin als Steuerberater im Norden von München tätig . Als Fachberater für Unternehmensnachfolge befasse ich mich intensiv mit Fragen der Erbschaft und Schenkungssteuer . Mit dem Tod einer Person geht dessen Vermögen , seine Rechte und Pflichten als Ganzes auf seine Erben über . Die Erben sind Gesamtrechtsnachfolger des Verstorbenen , und diese Gesamtrechtsnachfolge gilt nun insbesondere auch für das Steuerrecht . Die Erbengemeinschaft übernimmt damit auch die steuerlichen Rechte und Pflichten des Verstorbenen . Die Miterben haben für den Erblasser noch ausstehende Steuererklärungen , also zum Beispiel eine Einkommensteuererklärung oder , falls es sich um einen Unternehmer handelte , auch eine Gewerbe und Umsatzsteuererklärung beim Finanzamt einzureichen . Hierzu gehört auch die Einkommensteuererklärung des Erblassers für seine Einkünfte bis zum Todestag . Die Miterben treten ferner als Gesamtrechtsnachfolger in die verfahrensrechtliche Position des Verstorbenen ein . Sie dürfen Einspruch gegen noch nicht beschandtsräftige Bescheide erheben . Auch eine etwaige Klagebefugnis des Verstorbenen geht auf die Miterben über . Von der Gesamtrechtsnachfolge gibt es im Steuerrecht aber zwei Ausnahmen .

Speaker 1

Nach § 45 der Abgabenordnung gilt die Gesamtrechtsnachfolge nicht für Zwangsgelder , welche gegen den Verstorbenen festgesetzt wurden . Diese sind nicht von den Erben zu bestreiten . Die zweite Ausnahme zur Gesamtrechtsnachfolge ist , und das ist die bedeutsamste , dass der Bundesfinanzhof entschieden hat , dass im Todesfall die Gesamtrechtsnachfolge keinen Übergang von einkommenssteuerlichen Verlustverträgen auf die Erben vornimmt . Den Erben steht auch bei der Gewerbesteuer kein Verlustabzug zu . Verlustverträge eines Erblassers gehen damit mit seinem Tod verloren .

Speaker 1

All dies Gesagte bedeutet , dass ein erster , sehr wesentlicher Schritt der Miterben ist , sich unverzüglich nach dem Todesfall aus den Unterlagen des Verstorbenen beim Finanzamt oder mit Hilfe des Steuerberaters des Verstorbenen einen Überblick über die steuerliche Situation des Erblasses zu verschaffen , ob es zum Beispiel noch dringliche steuerliche Verpflichtungen gibt , welche mit einer Frist versehen sind , zahlungsverpflichtungen noch zu erfüllen sind oder ob es noch ungeprüfte Bescheide gibt , bei denen die Einspruchs Kommen wir nun zu den Einkommensteuererklärungen des Verstorbenen .

Speaker 1

Die Miterben haben für diesen alle noch ausstehenden Steuererklärungen also wie gesagt , das kann eine Einkommensteuererklärung sein , aber auch eine Gewerbe oder Umsatzsteuererklärung , falls der verstorbene Unternehmer war , beim Finanzamt einzureichen .

Speaker 1

Hierzu gehört insbesondere auch die Einkommensteuererklärung des Erblasses für seine Einkünfte bis zum Todestag . Den Erben stehen als Gesamtrechtsnachfolger Forderungen und Schulden aus dem Steuerschuldverhältnis des Verstorbenen zu . Sie haben damit Steuerschulden des Erblasses zu begleichen oder können Steuererstattungsansprüche des Verstorbenen für sich beanspruchen . Natürlich dürfen die Miterben die bis zum Todestag entstandenen Steuerschulden des Verstorbenen als Nachlassverbindlichkeit bei der Erbschaftssteuer abziehen . Gegen die Erben darf bei verspäteter Abgabe der Erklärung ein Verspätungszuschlag festgesetzt und die Einhaltung der Steuererklärungspflichten mit Zwangsmitteln vom Finanzamt durchgesetzt werden . Auch besteht die Gefahr , dass sich die Miterben , sofern sie die einkommenssteuerrechtlichen Erklärungspflichten nicht erfüllen , sich dem Vorwurf einer Steuerhinterziehung oder einer leichtfertigen Steuerverkürzung aussetzen .

Speaker 1

Neben der Verpflichtung , eine Steuererklärung für den Verstorbenen einzureichen , kommt die Verpflichtung hinzu , vom Erblasser gegebenenfalls fehlerhaft erstellte Steuererklärung zu berichtigen . Steuererklärungen , welche unrichtig oder unvollständig beim Finanzamt eingereicht wurden , sind zu berichtigen , wenn einem die Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit vor Ablauf der Festsetzungsfrist bekannt wird . Diese generelle Verpflichtung gilt auch für den Gesamtrechtsnachfolger des Erblassers , also die Miterben der Erbengemeinschaft . Dieser Verpflichtung kann sich der einzelne Miterbe nur durch Ausschlagung der Erbschaft oder durch Anfechtung der Annahme der Erbschaft entziehen , aber was kann nun unter diese Berichtigungspflicht fallen ? Ausschlagung der Erbschaft oder durch Anfechtung der Annahme der Erbschaft entziehen , aber was kann nun unter diese Berichtigungspflicht fallen ?

Speaker 1

Klassiker sind hier das Depot im Ausland , dessen Dividenden und Zinsen regelmäßig in Deutschland steuerpflichtig sind . Auch die Vermietung einer Immobilie im Ausland führt oftmals zu einer Steuerpflicht der ausländischen Mieteinnahmen in Deutschland , welche der Erblasser aus Unwissenheit oder Unwillen nicht im Inland verste Erbengemeinschaft selbst . Kommen wir nun zur ertragssteuerlichen Behandlung der Erbengemeinschaft selbst . Erzielt eine Erbengemeinschaft Einkünfte , hat sie diese während ihres Bestehens gegenüber dem Finanzamt selbst zu deklarieren . Im Nachlass befindet sich zum Beispiel eine vermietete Wohnung , oder der Erblasser hatte ein Depot , in dem Zinsen oder die Dividenden anfallen , oder der Vorstorbene war in Unternehmen beteiligt oder selbst Unternehmer .

Speaker 1

In all diesen Fällen ist von der Erbengemeinschaft eine eigene Steuererklärung für diese Einkünfte einzureichen , in Form einer sogenannten gesonderten und einheitlichen Feststellungserklärung . Jeder einzelne Miterbe ist dabei zur Einreichung dieser Erklärung verpflichtet . Reicht zumindest einer eine solche Erklärung beim Finanzamt ein , werden die anderen Miterben dadurch von der eigenen Verpflichtung befreit . Diese Einkünfte der Erbengemeinschaft werden dem Finanzamt damit gesondert von den eigenen persönlichen Einkünften eines jeden Miterben mitgeteilt , und dieses rechnet dann dem Miterben gemäß seiner Erbquote seine anteiligen Einkünfte zu und sendet diese Werte an das jeweilige Einkommensteuerfinanzamt des Miterben .

Speaker 1

Kommen wir zur Besteuerung der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft . Kommen wir zur Besteuerung der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft . Teilen die Miterben den Nachlass unter sich auf , ohne dass es zu Ausgleichszahlungen zwischen den Miterben kommt , löst dies keine besonderen steuerlichen Folgen aus . Da jeder erhält , was ihm wertmäßig zusteht , kommt es zu keinen Anschaffungs oder Veräußerungsvorgängen zwischen den Miterben , welche einkommenssteuerlich eine Bedeutung hätten . Kommt es allerdings bei der Teilung des Nachlasses zu Abfindungs oder Ausgleichszahlungen zwischen den Miterben , schaut dies steuerlich schon anders aus . Wird der Nachlass real geteilt und erhält ein Miterbe wertmäßig mehr , als ihm nach seiner Erbquote zusteht , und zahlt er für dieses mehr einen Ausgleich an seinem Miterben , liegt insoweit ein Anschaffungs und Veräußerungsgeschäft vor .

Speaker 1

Machen wir ein Beispiel hierzu . Der Nachlass einer Erbengemeinschaft von Tochter und Sohn besteht aus einem Grundstück im Wert von einer Million und Geldvermögen in Höhe von 500.000 Euro . Die Geschwister einigen sich darauf , dass der Sohn das Grundstück erhält , die Tochter das Bargeld , und der Sohn zahlt einen Ausgleich in Höhe von 250.000 Euro an seine Schwester . Der Sohn besitzt nun das Grundstück mit einem Wert von einer Million Euro , welches er zu drei Vierteln , also in Höhe von 750 Euro das war sein Erbteil geerbt hat , und zu einem Viertel hat er das Grundstück mit einem Preis von 250.000 Euro von seiner Schwester gekauft

Steuerliche Probleme in Erbengemeinschaft

Speaker 1

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Speaker 1

Die Schwester hat hier einen Anteil am Grundstück ein Viertel des Grundstücks für 250.000 Euro verkauft , und es ist zu prüfen , ob die Schwester diesen Anteil einkommensteuerfrei verkaufen konnte oder ob es hier gegebenenfalls anteilig um ein privates Veräußerungsgeschäft für die Schwester handelt und sie hier gegebenenfalls anteilig eine Einkommensteuer auf einen Veräußerungsgewinn zu entrichten hat . Wie man sieht , kann die Erbengemeinschaft steuerlich relativ unauffällig ablaufen , aber sie kann auch beachtliche Probleme , steuerliche Probleme aufwerfen . Insbesondere im Rahmen der Teilung der Erbengemeinschaft kommt es oft zu steuerlichen Konsequenzen , denen sich die Beteiligten bei Vornahme der Aufteilung nicht bewusst waren und die sie vielleicht anders geregelt hätten , wären ihnen die steuerlichen Konsequenzen bekannt gewesen . Wenn Ihnen dieses Video gefallen hat , würde es mich freuen , wenn Sie uns ein Like geben . Vergessen Sie nicht , den Kanal zu abonnieren und die Glocke anzuklicken , damit Sie informiert werden , wenn wir ein neues Video veröffentlichen . Bis zum nächsten Video .