Der AktienTalk

Ihr fragt, wir antworten! Allgemeine Fragerunde mit Karsten Busche von smallcapstockpicking

AktienTalk Season 2 Episode 4

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In dieser Episode widmen wir uns Euren Fragen, die Ihr uns in den letzten Wochen meist per Email gestellt habt.  Dies könnt Ihr auch gerne weiterhin tun, indem Ihr uns an aktientalkde@gmail.com eine Email mit Euren Fragen schickt. Wir freuen uns auf Euer Feedback!

Aktientalk

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe vom Aktien Talk. Heute mit einer völlig neuen Ausführung. Wir beantworten Fragen von euch, die wir in den letzten Wochen erhalten haben. Meist per E-Mail. Das könnt ihr übrigens auch in Zukunft machen, aber dazu kommen wir am Ende dieser Episode. Wir wollen gleich im Medias Re starten. Wir begrüßen Carsten Busche, überraschenderweise. Hallo Carsten. Hallo Markus. Und bevor wir wirklich anfangen, Carsten, wie geht's dir? Was hast du die letzten Wochen getrieben? Wir hatten ja ein kleines Sommerpreuschen.

SPEAKER_01

Jo, ich war mit der Familie etwas unterwegs gewesen, zuerst ein paar Tage in Singapur. Sehr schöne Stadt, schöne Wasser- und Litshows, die sie da haben. Also ist, sag mal, auf ein paar Tage kann man da schon mal hinfliegen. Und danach war ich drei Wochen auf den Philippinen auf der Insel Cebu.

Aktientalk

Also lass bitte ja bekanntlicherweise auch ganz gut sein. Wie ist deine Erfahrung? Wie kamst du mit der Hitze klar?

SPEAKER_01

Ja, sagen wir mal so, also ist ja eigentlich jetzt Regenzeit auf den Philippinen, aber das hat man eigentlich nicht so richtig gemerkt. Klar hat es aber noch ein bisschen geregnet, aber man war schon froh, wenn sich irgendwann mal eine Wolke vor die Sonne geschoben hat, weil so 34, 36 Grad waren dann doch schon etwas hart und man hat dann schon etwas geölt.

Aktientalk

Aber ich habe ja aus sicherer Quelle erfahren, dass du schon extreme Sehnsucht hattest nach einer neuen Episode, dass du es kaum erwarten konntest, wieder hier zu sein. Deswegen wollen wir doch gleich anfangen. Ja, fangen wir an. Heiko Pfeifenberger hat uns geschrieben, aus München. Danke übrigens, Heiko. Er möchte gerne wissen, ich zitiere, ich möchte auch gerne in diesem Bereich arbeiten. Wie stelle ich das am besten an? Und was für ein Ausbildungsschräg-Schrich-Studium ist dafür angebracht?

SPEAKER_01

Also ich glaube, eine Bankausbildung, die ich ja auch absolviert habe, ist eine ganz gute Basis, um in das Thema Wertpapiere-Aktie mal reinzuschnuppern. Und wenn man dann sieht, dass es was für einen ist, dann kann man durchaus den nächsten Schritt gehen und dann ein BWL-Studium zum Beispiel dranhängen. Das habe ich sein lassen und mich lieber auf die praktische Arbeit konzentriert. Ansonsten kann es schon Sinn machen, dass man sich zum Beispiel mal eine Aktie von Siemens oder von Daimler oder so ins Depot legt und dann auch die Hauptversammlung von den Firmen besucht, dass man einfach mal so ein Gefühl dafür bekommt, wie es da auf eine Hauptversammlung abgeht. Das hatte ich auch gemacht, aber bin dafür noch bezahlt worden, weil ich habe dann Berichte zu den jeweiligen Hauptversammlungen geschrieben. Also ein gewisses schreiberisches Talent ist schon von Vorteil. Also wenn man irgendwie mal in einer Jugend anfängt, mal ein Tagebuch zu schreiben. Oder irgendwie Berichte zum Beispiel vom Fußballspiel, das man besucht hat oder sowas in der Richtung, ist eine ganz gute Übung, um da mal reinzukommen und merkt man, okay, macht es einem Spaß, macht es einem keinen Spaß. Und ja, so kann man zum Beispiel anfangen.

Aktientalk

Ich denke, dass so eine gesunde Mischung aus dem theoretischen Wissen angebracht ist, aber auch, dass man wirklich keine Angst hat, auch vom Schreiben und dass man da auch einen gewissen Draht zu hat, um Dinge einfach auszudrücken. Ich habe das PWL-Studio gemacht und ich kann dir eins versichern, also richtig hat es mir nicht geholfen dafür. Weil die ganzen Begrifflichkeiten, die du im Studium erlernst, sind völlig andere als die Begrifflichkeiten in unserem Genre. Das ist einfach so. Aber trotz alledem gebe ich dir natürlich recht, eine Bankausbildung ist mit Sicherheit von Vorteil, die ich nicht habe und deswegen sitze ich auf der anderen Seite des Mikrofons. André Lützenkirchen aus Neuss, der möchte gerne wissen, wie funktioniert das bei den kanadischen Werten mit den Schorten? Und was genau ist ein Short-Squeeze? Das ist mit Sicherheit eine interessante Frage.

SPEAKER_01

Also zuerst braucht man mal ein Margin-Konto. Also es ist kein normales Depot-Konto, sondern ein Margin-Konto, wo man auch quasi ins Minus gehen kann. Und dann natürlich auch einen gewissen Gegenwert, was man als Sicherheit dahin stellen kann, weil kein Broker wird einem eine Shorten erlauben, wenn man nicht einen gewissen Gegenwert auf irgendein Konto oder respektive genug Aktien hat, die er als Sicherheit reinnehmen kann. Und dann leiht sich der Broker die Stücke, die man shorten will und dann shorten man die Aktien aus. Man kann zum Beispiel auch Aktien shorten, die man im Rahmen eines Private Placements bekommen hat. Da ist es recht beliebt, schon, sagen wir mal, vor Ende der vier Monatigen Sperrfrist reinzushorten, dass man sozusagen einen kleinen Zeitvorsprung hat vor den Leuten, die wirklich die vier Monate Sperrfrist abwarten. Ja, kann man alles machen, habe ich ehrlich gesagt noch nicht gemacht. Also ich habe zwar auch einen Margin-Account ja damals mal in Kanada aufsetzen lassen, aber ich habe es bisher selber noch nicht verwendet.

Aktientalk

Könnte man jetzt theoretisch auch zur Sparkasse hingehen und sagen, hier, lieber Sparkassenmitarbeiter, ich möchte gerne shorten. Macht mir das klar oder ist das jetzt bei einer Sparkasse nicht unbedingt umgebracht?

SPEAKER_01

Ja gut, wenn man kanadische Aktien shorten will, dann ist vielleicht die Sparkasse der falsche Ansprechpartner, da sollte man sie gern kanadisch und Broker besorgen. Aber ansonsten kann man sicher deutsche und europäische Aktien auch bei der Sparkasse shorten, wenn man dementsprechend vernünftig Depovolumen hat oder auch vernünftiger Size handeln will. Also da muss man nicht mit 500 Euro ankommen, da glaube ich jetzt dann eher 50.000, 100.000 Euro los. Aber shorten ist ja auch eine risikoreiche Sache. Man hat ein unlimitiertes Verlustpotenzial. Also wenn irgendeine Spekulation gegen einen läuft, dann kann man da richtig Geld verlieren. Also das sollte zumindest ein Anfänger nicht unbedingt probieren. Da sollte man schon ein bisschen Erfahrung gesammelt haben und dann erstmal klein anfangen und sich dann sukzessive reinarbeiten. Ansonsten Shortsquee passiert normalerweise, hatten wir ja auch bei einigen Spekulationen, die ich im Small Cap-Stock Bigging-Kanal vorgestellt hatte, auch schon gesehen, zum Beispiel bei der Firma Torchlight. Da waren halt sehr, sehr viele Shortseller unterwegs, haben auf sinkende Kurse spekuliert bei der Aktie und dann kam eine Fusion mit einer kanadischen Firma. Und dann hatten sie halt eine gewisse Frist gesetzt, wo man quasi die Aktien auch liefern musste. Und dann wurde so leichter Panik ausgelöst bei den Shortsellern und die mussten dann halt umbiegen und brechen. Die Aktien, die sie eigentlich gar nicht hatten und reingeschortet haben, mussten sie wieder zurückkaufen. Und da haben sich dann quasi überschlagen und die Aktie ist dann deutlich explodiert. War natürlich schön für uns, die bei dem Shortscrease mit dabei waren auf der anderen Seite, aber für die Shortseller ist das etwas schlecht aussehen.

Aktientalk

Okay. Aus meiner näheren Heimat Petra Lass aus Norderstedt möchte gerne wissen, warum machen einige Firmen eigentlich ein Aktiensplit bzw. ein Reverse-Split? Und was genau kann man sich darunter vorstellen?

SPEAKER_01

Also Aktiensplit oder beziehungsweise Reverse-Split ist ja die andere Form. Also Reverse-Split machen zum Beispiel einige Firmen, die an der Nasdaq notiert sind und unter die magische 1-Dollar-Marke fallen für eine gewisse Zeit. Und auch wenn sie keine Aussichten haben, aus eigener Kraft wieder drüber zu kommen, ist ja so die Minimum Geldseite, die man an der Nasdaq haben muss nach einer gewissen Zeit. Wenn man halt die nicht erreichen kann mit operativen Mitteln, dann müssen sie halt die Aktien zusammenlegen, was ja den Reverse-Split entspricht. Also zum Beispiel eine Firma, die 100 Millionen Aktien hat, macht dann einen 4 zu 1 Reverse-Split, hat danach nur noch 25 Millionen Aktien, aber der Kurs vervierfacht sich. Also rein theoretisch ist nichts passiert, aber Aktionäre mögen normalerweise so einen Reverse-Split nicht. In früheren Zeiten, sagen wir mal, vor 10, 15 Jahren war es noch Gang und gäbe, dass die Firmen auch mal ein Forward-Split gemacht haben. Sprich, die haben nochmal extra Aktien ausgegeben für die Aktionäre, um halt die Aktie optisch etwas günstiger zu machen. Also wenn eine Aktie 1000 Dollar schon gekostet hat, dann haben sie gesagt, okay, wir machen ein Forward-Split im Verhältnis 10 zu 1 Aktien, wo dann quasi eingedampft Richtung 100 Dollar und man hat halt zehnmal so viel Aktiendepot gehabt. Also viele Leute finden es ja toll, wenn sie viele Aktiendepot haben und das funktioniert bei Schwergewichten auch ganz gut.

Aktientalk

Richtig halt, die Marke Cap bleibt unverändert. Richtig. Sehr gut.

SPEAKER_01

Also rein theoretisch. Also ich dachte, die Aktionäre finden normalerweise ein Forward-Split besser als ein Reverse-Split. Das ist schon richtig.

Aktientalk

Hans-Peter Wafflinger aus der Nähe von Wien möchte wissen, welche Unterschiede gibt es zwischen kanadischen und deutschen Market Maker? Warum sind diese so wichtig?

SPEAKER_01

Also in Deutschland ist ja das System, dass man pro Aktie, also pro Scontro, einen Market Maker hat, so zum Beispiel wie MWB, Stäubing, Bader, die kümmern sich dann um die Aktie. Also da hat man dann halt jemanden, der vor seinem Computerterminal sitzt und die Orderverträge einfliegen sie, die Käufe, die Verkäufe. Und sein Job ist es dann zu matchen, also sprich Angebote, Nachfrage zusammenzubringen zu einem bestimmten Kurs. Aber da ist es so ein bisschen eine Black Box. Also keiner hat einen Blick in dieses Orderbuch, außer der Makler selbst. Das ist ein bisschen anders auf Cetra. Beim Computerhandel hat man zumindest Einblick auf die besten zehn Geld- und Briefseiten. Also es ist transparenter, wie ich finde. Und wie gesagt, da mischt wirklich nur einen Market Maker mit pro Wert. In Kanada ist es ein bisschen anders. Da gibt es eigentlich keinen richtigen Marketmaker pro Wert, sondern da kann quasi jeder Broker auf so einen Kennercord, PI, Raymond James, wie sie alle heißen, kann dann quasi die Kundenorders einstellen. Und dann sieht man quasi ein Orderbuch, wenn man ein bisschen Geld dafür in die Hand nimmt, jeden Monat, ein offenes Orderbuch. Das ist aber auch nicht 100% transparent, weil es noch viele diverse andere Marktplätze gibt, wie Alpha, Neo, GX. Wenn man ein bisschen mehr Geld in die Hand nimmt, kann man auch erstmal ein kumuliertes Orderbuch sich kaufen, was ich bisher noch nicht gemacht habe. Normalerweise reicht mir jetzt CSE oder TSX oder TSX Venture. Aber um halt einen kompletten Überblick zu haben, müsste man eigentlich von allen Börsenplätzen das Orderbuch einsehen. Aber einfach, das sorgt eigentlich auch dafür, dass bei vielen Werten jetzt so in der Sommerzeit die Unterschiede zwischen Geld und Brief, also der Spread, so groß ist, dass man da eine Lkw durchfahren kann. Also ist wirklich sehr breit. Und ich sage mal, wer halt unbedingt Geld braucht und die Aktien verkaufen muss, bekommt da keine fairen Preise für am Ende des Tages.

Aktientalk

Jetzt eine direkte Frage einmal an dich von einem Landsmann aus Berlin. Arslan Bosner aus Berlin möchte wissen, Carsten, wie gehst du genau vor, wenn du ein Unternehmen prüfst? Was sind für dich die entscheidenden Kriterien? Das ist eine Frage.

SPEAKER_01

Ja, das ist eine gute Frage. Also normalerweise bekomme ich ja eine Investorenpräsentation per E-Mail zugeschickt. Dann schaue ich mir die an, gucke, ob der Sektor interessant ist, ob der Marktpotenzial hat zu wachsen und mache im Grunde genommen die Equity-Story von ihm und Unternehmen. Wie ist das Management? Wie ist die Aktienstruktur? Aktienstruktur ist sehr wichtig. Also ich bevorzuge eigentlich Aktienstrukturen, die deutlich unter 100 Millionen Aktien liegen, weil alles andere wird dann ein bisschen schwierig zu bewegen am Ende des Tages. Und dann ist also beim zweiten Schritt, wenn ich sage, okay, die Firma interessiert mich, dann organisiere ich mir ein Call mit dem Management-Team und dann machen die nochmal ihren Pitch, einer Zoom-Präsentation, ich stelle halt Fragen und am Ende des Tages, wenn ich überzeugt bin, sage ich, okay, ja, jetzt stecke ich Geld ins Private Placement rein oder kaufe ein paar Stücke über den Markt. Ja, so ist es quasi quick and dirty, wie ich mir die Firma angucke.

Aktientalk

Gut, jetzt haben nicht alle unbedingt die Möglichkeiten oder auch den Mut, sich an das Management direkt zu wenden. Gibt es da irgendwelche Webseiten, die für dich Standard sind, wenn du Firmen untersuchst?

SPEAKER_01

Ja, also wenn ich mir Firmen angucke, dann schaue ich natürlich auch die Diskussionsforen mir an in Kanada, also CEO.ca, stockhouse.com. Wenn ich jetzt Kurse angucke und die Orderbücher, nämlich Stockwatch.com, ja, dann gibt es vielleicht noch ein paar kleinere Portale, wo man sich vielleicht sich mal ein Interview ansehen kann. Aber ja, das ist jetzt nicht Standard. Das ist unterschiedlich.

Aktientalk

Ist es für dich wichtig, einen persönlichen Eindruck vom Management zu bekommen oder vom CEO?

SPEAKER_01

Ja, das ist schon wichtig, wobei man kann sich in seiner Meinung auch schon ziemlich täuschen. Also ich hatte jetzt auch ein CEO hier in Berlin zu Besuch und bin dann relativ hoch in das Investment reingegangen, weil ich jetzt fast 20% von der Firma habe und jetzt sind sie halt vom Handel ausgesetzt und der CEO meldet sich nicht zurück. Also man kann sich schon ziemlich täuschen, selbst wenn man die Leute persönlich trifft.

Aktientalk

Welche Möglichkeiten hat man, wenn sowas passiert?

SPEAKER_01

Ja, gut, wenn ich jetzt Langeweile hätte und noch ein paar Ideen, wie ich die Firma voranbringe, weil ich hatte der Firma drei Ideen gegeben, womit sie jetzt relativ schnell guten Umsatz gemacht hätten und der CEO hat sich halt nicht zurückgemeldet. Jetzt haben die Ideen sich in Luft aufgelöst. Also ich habe jetzt keinen Bock, jetzt nach Calgary zu fliegen und quasi da vor Ort als Interimsmanager irgendwie die Sache wieder rumzuziehen. Ja, da muss man halt mal einen sauren Apfel beißen und die Sache abschreiben.

Aktientalk

Christian Zoller aus Luxemburg, Mensch, Luxemburg. Kannst du bitte erklären, Moment, jetzt bin ich in der Zeile verrutscht, kannst du uns bitte den Unterschied zwischen Warrants und Optionen erklären und warum sind diese für den Markt so wichtig und so verbreitet?

SPEAKER_01

Also Aktienoptionen werden ja normalerweise von einer Firma ausgegeben an Mitarbeiter und Berater, um die halt noch zusätzlich zu motivieren, einen guten Job zu machen. Also man hat ja seinen Grundgehalt und wenn die Aktien gut läuft, dann kann man halt mit den Optionen noch extra Geld verdienen. Also es ist ein gutes Mittel zur Mitarbeitergewinnung und Bindung. Worrends hängen normalerweise an Einheiten, an den Units dran bei Finanzierung in Kanada. Das ist halt nochmal so ein netter Anreiz, dass man halt noch einen kleinen Hebel hat, ohne extra Risiko zu nehmen. Also wenn zum Beispiel eine Firma eine Kapitale um bei 50 Cent macht, dann hängt er vielleicht ein halber oder ein ganzer Worrend dran zu 75. Und wenn die Aktie sich gut entwickelt, hat man normalerweise innerhalb von zwei Jahren die Möglichkeit, wie gesagt, die Worrens auszuüben in Aktien zu 75 Cent. Und wenn die zum Beispiel über einen 1,50 oder 2 Dollar steht, die Aktie, dann kann man dementsprechend den Gewinner vereinnen, indem man die Aktie verkauft. Also ist eine schöne Sache. Normalerweise warte ich bei solchen Worrends eigentlich bis zum Ende der Laufzeit. War jetzt ein kleiner Fehler bei einer Firma, da hätte ich halt vorher mal eine siebenstellige Summe realisieren sollen und nicht bis zum Ende warten, weil jetzt wären sie wertlos ausgebucht.

Aktientalk

Oh. Was soll ich dazu sagen? Shit happens. Ja, gehen wir lieber nach Magdeburg, die ja momentan extrem erfolgreich in der zweiten Liga zugange sind. Peter Sander aus Magdeburg möchte wissen, was ist der Unterschied zwischen, was ist der Unterschied der verschiedenen Handelsplätze in Deutschland und welcher ist deiner Meinung nach der beste? Ich denke, da spielt er jetzt auch auf Lang und Schwarz und Rate Gate und sowas an.

SPEAKER_01

Ja, was ist der beste Handelsplatz? Der Handelsplatz ist eigentlich der beste, der mir die beste Liquidität bietet. Also sprich, wo auch die meisten Aktien gehandelt werden, da TradeGate so ein kleines Modell hat, bei dem die Broker, die die Orders quasi reinruten, auch einen kleinen Kickback bekommen. Hat sich natürlich jetzt verbreitet, dass halt TradeGate der Marktführer ist, wenn es an Umsatz kommt. Zumindest bei den kleineren Werten. Bei größeren Werten ist es natürlich Zetra. Aber bei kleineren Werten ist TradeGate da schon eine gute Option. Lang und Schwarz bin ich jetzt nicht so begeistert, weil da muss man ja normalerweise, wenn man kaufen will, wirklich die Briefseite bezahlen. Und wenn man verkaufen will, bekommt man nur das, was auf der Geldseite angeschrieben wird. Also deswegen bin ich jetzt von Lang und Schwarz nicht so begeistert. Ja, anderen Frankfurt, Stuttgart, also es hängt immer, wie gesagt, wirklich vom jeweiligen Wert ab, welcher Makler das macht. Und wie gesagt, wie gerade die Tagungsform vom Makler ist, ob er dementsprechend zu seinen Stücken, die er auch zeigt, handelt oder zurückzieht. Also in Frankfurt habe ich schon das Öfteren erlebt, wenn irgendjemand 10.000 zum Verkauf gestellt hat und hat in die Order reingestellt, hat der Makler einfach die Quote geändert, ohne den Umsatz zu machen, was natürlich ein bisschen ärgerlich ist. Er ist nicht verpflichtet, den Umsatz zu machen. Aber ja, so kann man natürlich keine Position aufbauen. Und deswegen bevorzuge ich jetzt bei kanadischen 18 auch den Heimatmarkt, weil ich direkt da Stücke will, kriege ich auch die Stücke.

Aktientalk

Werden diese Handelsplätze automatisch angezeigt bei deiner Hausbank, über die du handelst? Oder ist das jetzt auch ein bisschen von deiner Hausbank abhängig, ob die manet wegen Trade Gate in ihre Services mit einbezieht?

SPEAKER_01

Nee, TradeGate müsste normalerweise überall sein, bei manchen heißt es Direkthandel, bei anderen heißt es wirklich Trade Gate. Also ob man jetzt bei FlatEx oder ING oder bei irgendeiner normalen Standardbank ist, das ist normalerweise kein Problem, den Dörsenplatz anzusteuern. Wenn man natürlich bei Trade Republic ist, dann hat man insofern die A-Karte gezogen, weil man halt wirklich nur über lang und schwarz und in Ausnahmefällen auch über TradeGate handeln kann. Aber ich mag das halt nicht. Also klar, man hat sehr geringe Ordergebühren, wobei deren die Geschäftsmodell, also das Geschäftsmodell von den Neobrokern durch gesetzliche Änderung demnächst sich wahrscheinlich auch erledigt hat, weil ich gesagt habe, weil sie dann keine Kickbacks und so weiter mehr zahlen können. Von der Seite müssen sie am Ende des Tages auch die Provisionen nach oben schreiben. Da wird es dann keine Möglichkeit mehr geben, 18 irgendwie für 1 Euro zu handeln. Da müssen sie halt die Provision nach oben schieben.

Aktientalk

Ein Euro hast du jetzt gesagt. Was sind so die durchschnittlichen Ordergebühren bei den verschiedenen Handelsplätzen? Nur so im Schnitt.

SPEAKER_01

Hat mit dem Handelsplatz eigentlich relativ wenig zu tun. Klar, wenn man jetzt in München oder Frankfurt handelt, hat man vielleicht noch eine Maklercottage dabei. Die hat man jetzt auf TradeCate und lang und schwarz nicht. Aber normalerweise gucken wir die Bühren nicht an, weil die Summen, die ich da handel, ist halt einfach vernachlässigenswert, weil ich da an die Bühnen bezahle.

Aktientalk

Gut. Fiona Stalle aus Zug in der Schweiz möchte wissen, was sind für dich die absoluten No-Gos, wenn du ein Unternehmen analysierst? Jetzt geht's los.

SPEAKER_01

Na gut, wenn halt ein Management-Team irgendwie Dreck am Stecken hat, wenn man da schon ein paar rote Flaggen sieht bei der Historie von den Managern, dass er halt an irgendwelchen nicht so guten Deals beteiligt sind. Wenn man sich die Bilanz anguckt und die Verbindlichkeiten schon so astronomisch hoch sind, wo man normalerweise in Deutschland sagen würde, die Firma ist überschuldet und müsste eigentlich Insolvenz anmelden. Also das mag ich auch nicht so sehr und halt Firmen, die so, was ich 500 Millionen oder eine Milliarde Aktien draußen haben. Das ist für Australien normal. Für Kanada ist es schon ungewöhnlich, mag ich aber nicht, weil, wie gesagt, wenn man in solche Firmen investiert, dann braucht es auch sehr, sehr viele Käufer am Ende, um die Aktien herumzubringen.

Aktientalk

Stichwort Australien haben wir auch eine Frage von Kevin Haas aus Jena, der fragt, warum eigentlich immer Kanada? Welche anderen Länder, Marktplätze sind für dich interessant? Was ist zum Beispiel mit Australien?

SPEAKER_01

Also früher habe ich natürlich mit Deutschland angefangen, habe mir ja nochmal die Schweiz angeguckt. Australien mag ich insofern nicht, weil ich da nicht wach bin, wenn da die Handelszeiten sind. Also ich besuche zumindest einen Handelsplatz, wo ich halt den Handel auch irgendwie live mitverfolge zu normalen Zeiten und ich jetzt mitten in der Nacht aufstehen müsste, um einen Handel da von den Aktien mitzukriegen. Also in Australien gibt es auch interessante Rohstoffeaktien, Biotech-Aktien, keine Frage. Aber wenn ich halt frühen Morgen aufwache und dann erstmal sehe, okay, kamen da irgendwelche News, wie hat die Aktie sich bewegt, aber ich kann halt nicht reagieren. Und das nervt mich so ein bisschen an Australien. Kanada ist natürlich entspannt, 15.30 Uhr geht der Handel los, geht bis 22 Uhr und dann kann man entspannt ins Bett gehen.

Aktientalk

Okay, abschließend, Jakob Giel, wieder aus Berlin. Sag mal, du hast eine Fanbase in Berlin, mein Lieber. Der möchte wissen, welche Internetseiten und anderen Quellen nutzt du, um dich zu informieren. Das ist jetzt interessant.

SPEAKER_01

Na gut, da hatte ich vorhin schon mal erwähnt. Also kanadische Portale, wo die Leute sich über die Aktien unterhalten, co.ca stockhouse.com, wobei Stockhouse.com mittlerweile nicht mehr viel los ist. Klar, Wall Street Online gucke ich ab und an noch rein, Wallstetonline.de Ja, selten, aber ab und an schaue ich da nochmal rein. Da finanztreff.de, wenn ich mir jetzt irgendwelche Kurse angucke, jetzt im deutschsprachigen Raum, ansonsten Stockwatch.com für die kanadischen Kurse. Klar, dann nehme ich Kontakt auf zu den Firmen selbst, telefoniere mit den Leuten, um halt, wie gesagt, da ein besseres Bild zu bekommen. Und ansonsten macht der Joe Brunner vom Smart Camp Investor auch ganz gute Interviews, die man auf YouTube sehen kann.

Aktientalk

Absolut, absolut. Gut, Carsten, das war es erstmal für heute. Wir bedanken uns bei dir, aber vor allen Dingen bei unseren Zuhörern für die Fragen. Und wenn ihr Fragen habt, dürft ihr uns gerne schreiben. Und zwar an aktientalk at gmail.com. Wir werden in nächster Zukunft wieder so eine Sendung machen, indem wir eure Fragen beantworten. Der Carsten freut sich da schon sehr drauf und wir hoffen und sehen dem ganz, ganz fröhlich entgegen. Und wir bleiben bis dahin. Genießen das gute Wetter draußen. Solltet ihr auch mal machen. Und wünschen euch einen schönen Tag, Carsten und dir vielen, vielen Dank.