Insurance Monday: Digitalisierung & Versicherung

Next Level Insurance: Mit KI und Venture Clienting schneller wachsen

Insurance Monday / Insurlab Germany e.V. Episode 165

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Willkommen zur neuen Folge von Insurance Monday! Heute wird es besonders spannend: Alexander Bernert lädt zu einem Deep Dive in die Zukunft der Versicherungswelt – gemeinsam mit zwei Top-Gästen direkt aus dem Insurlab Germany: Peter Stockhorst, Digitalvorstand der Zürich Gruppe und Vorsitzender des Insurlab Germany, sowie Dr. Philipp Nolte, Geschäftsführer und Antreiber der Digital- und KI-Offensive.

Gemeinsam nehmen sie euch mit an den Wendepunkt der Branche: Die Zeit der reinen KI-Experimente ist vorbei – KI muss skalieren und echten Mehrwert schaffen! Welche Rolle spielen Start-ups, wie gelingt Transformation wirklich, und warum ist „Venture Clienting“ kein Buzzword mehr, sondern echter Wettbewerbsvorteil? Speaker B, Speaker C und Speaker A werfen einen Blick hinter die Kulissen, liefern frische Insights und diskutieren über Leadership, Foresight und die nächsten Gamechanger, die Versicherer kennen müssen.

Freut euch auf exklusive Einblicke, ehrliche Praxisberichte und inspirierende Impulse für alle, die in einer sich rasant verändernden Finanzwelt vorne mitspielen wollen!

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Dominik Badarne [00:00:00]:
Hallo und herzlich willkommen zum Insurance Monday Podcast. Kleingedrucktes aus der Finanz und Versicherungswelt. Dein Podcast mit spannenden Insights und exklusiven Gästen aus der traditionellen und digitalen Finanzwelt.

Alexander Bernert [00:00:26]:
Hallo und herzlich willkommen aus dem Insurance Monday Podcast Studio. Die Versicherungsbranche steht aktuell an einem entscheidenden Wendepunkt. Die Phase der bloßen Experimente in KI ist vorbei. Der Markt fordert jetzt operative Exzellenz und echte Wertschöpfung. Wir analysieren heute, warum der Zeitpunkt für eine tiefgreifende Transformation gekommen ist und wie der Übergang von theoretischer Erprobung so tatsächlichen Skalierung von KI Anwendungen gelingt. Wir wollen darüber sprechen, warum die Integration von Start ups via Venture Clienting längst keine bloße Option mehr ist, sondern ein kritischer Wettbewerbsvorteil. Und wir blicken über den aktuellen KI Hype, wenn es denn ein Hype ist, hinaus, Welche weiteren technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen müssen Versicherer denn jetzt proaktiv adressieren und auch in Zukunft relevant zu sein und zu bleiben? Und dazu begrüße ich heute aus dem InsureLab Germany. Das ist die Brancheninitiative, die als Schnittstelle fungiert, um Orientierung zu geben, Kapazitäten zu befähigen und die Transformation der Versicherungswirtschaft messbar zu gestalten.

Alexander Bernert [00:01:33]:
Zwei Kollegen Willkommen Peter. Willkommen, Philipp. Und für alle, die euch noch nicht Stellt euch doch bitte kurz vor und eure Rolle im insurlab.

Peter Stockhorst [00:01:45]:
Ich bin der Digitale im Vorstand der Zürich Gruppe Deutschland und damit zugleich CEO der da direkt einem der führenden Direktversicherer in Deutschland. Und ich bin mittlerweile seit fast 20 Jahren im digitalen Versicherungsgeschäft unterwegs und seit knapp einem Jahr NUN Vorstandsvorsitzender des InsureLab Germany. Ein Ehrenamt, das ich sehr gerne übernommen habe.

Alexander Bernert [00:02:07]:
Cool, vielen Dank Peter.

Dominik Badarne [00:02:09]:
Und ich habe die große Freude, die Digital und KI Initiative BE Brancheninitiative, die Digitalisierung und KI Transformation vorantreibt, das InsureLab Germany nämlich zu leiten. Das heißt, ich bin Geschäftsführer des Insulab Germany und darf mit dem Team ganz maßgeblich dann wirken, dass wir in der deutschen Versicherungsbranche eben auch größere Schritte vorankommen.

Alexander Bernert [00:02:35]:
Sehr cool. Vielen Dank, Philipp. Jetzt wollen unsere Zuhörerinnen und Zuhörer euch natürlich noch etwas besser kennenlernen und deswegen haben wir unsere schnellen fünf Fragen. Peter heute etwas neue Fragen. Du hast das ja schon mal mitgemacht. Insofern ein bisschen neues Spielart und ich würde sagen, Peter antwortet immer als erster, Philipp als zweiter. And let's go Gen AI oder lieber alles selbst machen?

Peter Stockhorst [00:03:04]:
Es gehört beides zusammen. Also ich bin immer noch im Fahrersitz, aber Gen AI assistiert dann tagtäglich.

Alexander Bernert [00:03:13]:
Schließe ich mich an Star Trek oder Star Wars?

Peter Stockhorst [00:03:19]:
Ja, Star Trek und Vorläufer Raumschiff Enterprise habe ich irgendwie versäumt, denn das lief immer Samstagabends, die Älteren erinnern sich vielleicht. Und parallel lief die Sportschau und das war dann meine Wahl und daher Star Wars eindeutig.

Dominik Badarne [00:03:34]:
Peter, man müsste dazu sagen, dass du MSV Duisburg Fan bist.

Peter Stockhorst [00:03:41]:
Da kam das doch in der Sportschau tatsächlich auch heute gibt es noch Möglichkeiten, meinen Verein zu beobachten.

Dominik Badarne [00:03:49]:
Genau, also die größeren Zeiten beim MSV tatsächlich in der Sportschau. Ich leide auch ein bisschen, gerade mit Fortuna Düsseldorf, das ist auch nicht so ganz perfekt, aber tatsächlich Star Wars, Star

Alexander Bernert [00:04:03]:
Wars, okay, ich oute mich hier mal als Trekkie, damit wir ein Gegengewicht haben im Interview, aber das ist schon OK. Berge oder Meer? Beides.

Peter Stockhorst [00:04:13]:
Ich bin häufig auf Madeira und da kann ich beides miteinander verbinden. Also die Berge und das Meer kann

Dominik Badarne [00:04:22]:
ich nur jedem empfehlen, wenn ihr eine ganz klare Antwort braucht. Das ist echt auch bei mir schwer. Bisschen mehr die Berge als Meer.

Alexander Bernert [00:04:32]:
Opa oder Eckkneipe?

Peter Stockhorst [00:04:35]:
Ganz klar Eckkneipe. Bin im Ruhrgebiet groß geworden,

Alexander Bernert [00:04:40]:
wobei Duisburg ja auch eine ordentliche Oper hat und Wuppertal etliche andere Städte Essen.

Peter Stockhorst [00:04:46]:
Ja, aber du hast die Eckkneipen noch nicht gesehen.

Alexander Bernert [00:04:51]:
Doch auch.

Dr. Philipp Nolte [00:04:56]:
Ich schätze auch die Hochkultur, aber Kneipe hat natürlich auch einige an lokaler Rohkultur zu bieten.

Alexander Bernert [00:05:03]:
Und wie seht ihr jeder für sich, jedes Unternehmen für sich oder lieber kollaborativ an Lösungen arbeiten?

Peter Stockhorst [00:05:10]:
Na ganz klar, im Team. Erfolg ist Teamerfolg immer und dafür stehen

Dominik Badarne [00:05:15]:
wir als Insulab schön.

Alexander Bernert [00:05:17]:
Peter, freue mich, dass du hier bist. Du hast ja schon gesagt, du bist seit 2008 in unterschiedlichen Vorstandsfunktionen im digitalen Versicherungsgeschäft unterwegs und jetzt noch zusätzlich Vorstand bei Insolab Germany. Wenn du jetzt mal nur auf die letzten ein oder zwei Jahre blickst, was hat sich denn aus deiner Sicht in der Versicherungswirtschaft richtig spürbar verändert? Also nicht nur theoretisch auf Folien von Beratern, sondern so richtig konkret im Alltag von Vorständen und Organisationen.

Peter Stockhorst [00:05:46]:
Zunächst muss man sagen, der Druck in der Branche wächst gewaltig ob Digitalisierung, Regulierungsflut, veränderte Kundenerwartungen. Mit AI nimmt der Druck noch zu. Und ich sage, mittlerweile hat es auch der vorletzte verstanden, nachdem die Aktienkurse vor einigen Wochen durchgerüttelt wurden, also die Aktienkurse der Versicherer, aber vor allem auch der Versicherungsmakler, als es die ersten Versicherungsangebote auf Basis von LLMs gab. Also seitdem hat es eben auch der vorletzte verstanden. Vielleicht noch nicht der allerletzte, aber zumindest der vorletzte. Und deshalb ist es heute auch ein Vorstandsthema in der Breite. Das ist ganz anders als noch vor einem Jahr. Ich erlebe auch mehr und mehr Kolleginnen und Kollegen, die AI dann auch nutzen, ob persönlich oder in ihrem eigenen Bereich.

Peter Stockhorst [00:06:33]:
Und da ist vieles anders als noch vor einem Jahr. Meine persönliche AI ist natürlich ein absoluter Gamechanger. Die langfristige Wirkung ist noch gar nicht absehbar. Wichtig ist es jetzt nur Schritt für Schritt voranzugehen. Und da sehe ich eben in der Branche deutlich mehr Erkenntnis und Bereitschaft als noch vor einem Jahr.

Alexander Bernert [00:06:53]:
Spannend. Jetzt sind ja viele Themen bekannt. Wo hakt es denn heute dann am stärksten? Sind das klare Prioritäten? Ist es, dass Entscheidungen tatsächlich getroffen werden oder dass sie umgesetzt werden oder fehlt Wissen, wie du sagtest, wir wissen ja alle noch gar nicht so ganz genau, was mit AI passiert. Wir spüren nur, es ist viel los. Also vielleicht fehlt da auch das schon ein bisschen. Wie siehst du das?

Peter Stockhorst [00:07:20]:
Ja, ganz klar, es braucht mehr Mut und mehr Fokus in unserer Branche, denn Technologie allein reicht nicht. Also es mangelt sicherlich nicht an Ideen. Aber wir sprechen hier über Transformation. Das bedeutet Change Management, das bedeutet Führung, das bedeutet Vorangehen mit Tempo, auch wenn ich den genauen Weg noch nicht kenne, sondern ich gehe Schritt für Schritt voran. Dabei muss ich immer wieder Orientierung wahren, dranbleiben, einen neuen Weg dort finden. Deshalb ganz klar mehr Mut, mehr Fokus ist gefragt. Führung, Change. Ja, das ist das Thema.

Alexander Bernert [00:08:01]:
Erinnert mich an das Ende von unserem letzten Gespräch. Da knüpfen wir ja schon fast nahtlos an. Und liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, hört euch das ruhig an. Das ist eine gute Folge. Philipp, wenn ihr jetzt in Sure Lab unterschiedliche Unternehmen zusammenbringt, wo zeigt sich denn für dich bei einem Unternehmen am deutlichsten, dass vielleicht eine Einordnung fehlt oder Entscheidungen noch schwer fallen?

Dominik Badarne [00:08:28]:
Das merkt man dann, wenn man mit den Menschen in den Unternehmen spricht und die haben dann in den Unternehmen dann auch Situationen, wo Kollegen beispielsweise einfache Dinge, die man mit RPA beispielsweise automatisieren kann, dann kann man das nicht mit, kann man das nicht mit Agentic AI lösen oder wenn Dinge, die klassisches Machine Learning eigentlich schon immer geleistet haben, auf einmal mit generativer KI gelöst werden sollen. Das sind so Dinge, da ist vielen, glaube ich noch nicht so bekannt oder noch nicht klar, was ist denn für welchen Anwendungsfall überhaupt sinnvoll. Das heißt also erstmal irgendwo ein großes Bild. Die Dynamik ist nach wie vor sehr groß. Das heißt, es verschiebt sich ja auch ständig etwas noch in den Grenzen. Ich glaube, viele Leute sind auch einfach überfordert von dieser Informationsflut, die KI mit sich bringt. Und dann sehen wir natürlich in den Unternehmen sehr viele parallele Initiativen. Wir sehen parallele Initiativen, die letztendlich dann manchmal unklar machen, wo die Prioritäten liegen, wo dann die Zielbilder auch unterschiedlich verstanden werden, die Reifegrad nicht ganz klar sind, Begrifflichkeiten nicht klar sind.

Dominik Badarne [00:09:44]:
Wir sorgen schon mal allein dafür, dass im Grunde ein Austausch stattfindet, dass wir mehr über das letztendlich, was wirklich relevant ist, dann auch in den Austausch gehen, darüber sprechen und auch den Unternehmen helfen in dieser Unsicherheit, die durch diese Dynamik und durch diese ständige fluide Situation quasi aufgebaut wird, wirklich für sich auch eine gewisse Sicherheit zu finden. Denn Fehler kosten Zeit, Fehler kosten Geld und vor allem eben, wenn wir uns ablenken, mit den falschen Dingen beschäftigen, dann kommen wir eben auch nicht zielgerichtet voran. Dafür sorgt das Insular immer wieder dadurch, dass wir eben Dinge sortieren, dass wir Dinge strukturiert aufarbeiten und dann eben auch

Alexander Bernert [00:10:32]:
diese Diskurs, du hast ja davon gesprochen, das Thema Fehler und dass man sie vermeiden sollte, sie sind wahrscheinlich unvermeidlich. Wird dann sowas wie fail fast aus eurer Sicht noch wichtiger und vor allem die Entscheidung, etwas auch abzubrechen?

Dominik Badarne [00:10:48]:
Ja, definitiv. Also wir haben selber beim Intelab natürlich auch sehr, sehr früh angefangen, als Jen kamen, dann für uns erste Use Cases zu identifizieren und dann auch umzusetzen. Also wir haben dann in der Tat eine erste Umsetzung gemacht, wo wir uns Informationen wollten aufbereiten lassen und dabei die Erfahrung gemacht, dass die Evolution der KI Anbieter das, was wir im Plan hatten, völlig obsolet gemacht hat, wo wir nach einem halben Jahr ungefähr standen Da standen die dann auch. Insofern hat sich dann dieses Spezial Tool dann als nutzlos erwiesen. Also das merkt man schon. Also wir waren in dem Fall einfach zu schnell.

Alexander Bernert [00:11:38]:
Jetzt wird ja immer vom Wendepunkt geredet. Viele Versicherer haben jetzt erste Erfahrungen mit KI gesammelt. Wie Peter sagte, auch der vorletzte Versicherer ist dabei. Warum ist jetzt ein Punkt erreicht, an dem es nicht mehr einfach nur ums Lernen geht, sondern wirklich um Skalierung gehen muss,

Peter Stockhorst [00:11:56]:
einzelne Use Cases zu bauen. Das ist einfach. Doch entscheidend ist jetzt die Transformation der gesamten Organisation, denn AI wird die komplette Wertschöpfungskette verändern, egal über welchen Bereich wir dort sprechen. Und wenn mich heute eine Führungskraft fragt, ob AI für ihn relevant ist, dann sag ich schon Telefon. Also AI wird selbstverständlich werden in allen Bereichen und es ist eben kein reines IT Thema mehr. Es muss absolute Priorität für C Level haben. Ich sehe viele Parallelen zur Entwicklung von E Commerce seit Ende der ER nur mit dem großen Unterschied, dass heute alles deutlich schneller geht. Und wenn ich in meinen eigenen Verantwortungsbereich schaue, dann sehe ich viele Cases, die sich sofort rechnen.

Peter Stockhorst [00:12:42]:
Und hier skalieren wir, egal ob im Service oder auch im Vertrieb. Hier ist Skalierung angesagt. Denn klar, wer KI nicht skaliert, der verliert an Wettbewerbsfähigkeit.

Alexander Bernert [00:12:55]:
Was bremst denn Skalierung heute am stärksten und was braucht es aus deiner Perspektive, damit solche Bremsen gelöst werden können, sei es im Unternehmen, aber auch über einzelne Unternehmen hinaus.

Peter Stockhorst [00:13:05]:
Ich bin ja wieder auf der Vorstandsebene und sage, da ist eine klare Priorisierung notwendig, mehr Fokus heiß Ressourcen sind endlich und ich muss dann auch Dinge weglassen. Also nicht nur priorisieren, sondern auch depriorisieren und ich muss klare Zeichen geben. Also konkret bei der DA direkt ist es so, dass wir letztes Jahr AI first ausgerufen haben. Das heißt, das gilt für alle Projekte, alle Maßnahmen und die gesamte Organisation weiß dann eben auch, was Priorität hat. Und wenn ich mehr Mut Wichtig ist es Schritt für Schritt voranzugehen bei Unsicherheit. Ich muss dann aber als Vorstand auch priorisieren können und das erfordert nah dran zu sein. Auch hier Beispiel aus meinem Unternehmen aus der deadirekt. Wir schauen hier wöchentlich mit dem gesamten Vorstand auf die einzelnen Projekte, wissen daher was passiert und können daher auch jederzeit wieder korrigieren.

Peter Stockhorst [00:13:59]:
Und das ist eben entscheidend, wenn ich bei unsicherheit neue Wege gehe. Insgesamt muss ein Vorstand KI als ganzheitliches Changethema begreifen und deshalb haben wir auch im InsureLab Strategie entsprechend geschärft. Ich habe es erzählt, ich bin jetzt seit knapp einem Jahr dort und wir haben jetzt in den letzten Monaten die Strategie des insurelabs nochmal neu adjustiert und ganz klar, der Fokus muss auf AI liegen. Und hier bieten wir als InsureLab unterschiedliche Möglichkeiten. Das InsureLab ist ja gegründet worden als Brancheninitiative zur Unterstützung der digitalen Transformation und das gewinnt gerade mit AI nochmal an Bedeutung. Und hier haben wir eben ein breites Angebot. Es ist der Erfahrungsaustausch zwischen den etablierten Playern. Aber und das ist mir ein besonderes Anliegen, wir unterstützen eben auch die Zusammenarbeit mit Start und Scale Ups, um immer wieder neue Impulse zu generieren.

Alexander Bernert [00:14:58]:
Spannend, da komme ich gleich nochmal drauf zurück. Philipp, jetzt würde ich dich erstmal Wenn ihr im insurlab auf KI Initiativen schaut, woran seht ihr denn eigentlich, ob ein Ansatz strukturell skalierbar ist? Jetzt mal völlig unabhängig davon, ob ihn später das Unternehmen selbst umsetzt oder ein Startup Scale up, wie Peter gerade gesagt hat.

Dominik Badarne [00:15:21]:
Also das Wesentliche ist dann der Business Case. Also ist ein Business Case dahinter, gibt es einen messbaren Mehrwert, knüpft es an eine Steuerungslogik an der Strategie an und bringt es tatsächlich den Mehrwert, der auch ein Unternehmen entscheidend voranbringt. Es muss also wirklich auch ein Thema sein, was sich dann eben mit dieser Form von KI, die ich dann wähle, entsprechend auch nur mit dieser Form lösen lässt und nicht mit irgendeinem anderen Ansatz. Und dafür brauche ich ein paar Voraussetzungen. Ich brauche die entsprechenden Prozesse, ich brauche vor allem Daten. Wir sprechen eigentlich viel zu wenig über Daten. Da kommt jetzt auch noch mal eine ganz spannende Initiative mit der EUGI Wallet Thematik rein. Das heißt also, da ergibt sich an der Stelle auch nochmal neue Möglichkeiten.

Dominik Badarne [00:16:15]:
Dann brauche ich natürlich Governance, ich brauche ein Operating Model dafür. Also ich brauche letztendlich die Grundlagen. Vor allem sollte es nicht nur in einem isolierten, abgekapselten Bereich möglich sein, sondern idealerweise eben unternehmensweit. Und das ist, glaube ich, auch häufig die Herausforderung, dass es eben nicht nur in kleinen Teilen des Unternehmens funktioniert, sondern tatsächlich am liebsten auch gruppenweit international und zwischen verschiedenen Systemen in der Landschaft eines Versicherers. Wenn das dann gelingt, technisch gesehen, dann kommt natürlich das, was Peter gesagt hat. Also KI Transformation ist ein Führungsthema, KI Transformation ist ein Change Thema. Insofern ist das wirklich kein reines IT Thema, sondern IT ist nur ein Teil des Ganzen. Es ist wirklich ein Reifen der gesamten Organisation, der in allen Feldern entsprechend erforderlich dann auch gefüllt werden muss.

Dominik Badarne [00:17:18]:
Insofern ein Gesamtthema für die Organisation. AI first ist, glaube ich, dann auch eine sehr stringente und zielgerichtete Schlussfolgerung für die Organisation. Also wenn man KI Transformation wirklich möchte, dann sollte man das entsprechend auch so priorisiert auf die Fahnen schreiben.

Alexander Bernert [00:17:38]:
Peter du betonst ja häufig die Rolle von Start und Scale Ups eben auch wieder. Und ihr habt ja zum Beispiel mit Dentolo auch investiert etc. Warum sind denn solche Sind die denn aus deiner Sicht gerade bei sowas wie KI Skalierung so relevant?

Peter Stockhorst [00:17:53]:
Startups und Scale Ups geben wichtige Impulse und können damit ein Turbo sein für etablierte Player. Sie bringen neue Ideen und bringen eben auch eine neue Geschwindigkeit. Aber auch hier ist Change wichtig. Das heißt, ich muss als etablierte Organisation das Ganze auch nutzen können. Also auch hier ein Beispiel aus Zürich. Wir haben hier mit Getolo eigenes Start-up aufgebaut und ist mittlerweile eines der führenden Insuretechs in Deutschland. Doch es gibt viele weitere Kooperationen, die wir aufgesetzt haben, auch aus dem Netzwerk vom InsureLab und daher breite Zusammenarbeit an vielen, vielen Stellen mit diesen Start ups. Wichtig ist eben Kooperation ist kein Selbstzweck, sie muss unternehmerisch gedacht werden.

Alexander Bernert [00:18:37]:
Stichwort Unternehmerschaft. Es gibt ja inzwischen dieses Wort vom Venture Clienting. Philipp Das als struktureller Ansatz für eine Zusammenarbeit, gerade in Bezug auf Skalierung und Wirkung. Warum gewinnt das denn so an Bedeutung aus deiner Sicht und was ist das eigentlich aus meiner Perspektive?

Dominik Badarne [00:19:00]:
Also bei Magic Client geht es nicht darum, primär in Startups zu investieren, sondern man Ich möchte mit Startups zusammenarbeiten als Kunde. Und das ist das Spannende, weil man im Grunde dann als Versicherer einen ganz anderen Anflugwinkel hat. Man guckt ganz spezifisch nach den Startups, die einem einen Mehrwert bringen, die einen selber voranbringen und hat natürlich gerade bei den Startups die Erwartungen, dass sie auch wirklich neue Perspektive, sehr frische Ansätze reinbringen, dass sie eben auch schnell sind an den Stellen, wo Schnelligkeit eben auch erforderlich ist, wo sich regulatorisch etwas schnell ändert, wo sich technologisch etwas schnell ändert. Da sind Startups meist sehr viel schneller als etablierte Konzerne. Insofern bringt man da also den frischen wind aus der Startup-Welt in das Unternehmen und es soll sich eben auszahlen in Form sinnvoller Business Cases. Und da sind wir auch wieder bei Thema soll ja auch skalieren. Das heißt also Startup Identifikation bei uns im Insure Lab läuft natürlich nicht so, dass wir okay, wir gucken mal, wen es da gibt und dann stellen wir die da einfach auf die Rappe und schauen, was läuft, sondern wir haben den Ansatz, dass wir ganz gezielt suchen. Also wir lassen uns ganz gezielt von unseren Mitgliedern, unseren Versicherungsmitgliedern sagen, was sie denn benötigen, für welche Bedarf sie Startups brauchen, also welche Problem Statements es gibt, die es mit Startups zu lösen gilt.

Dominik Badarne [00:20:20]:
Dann schauen wir ganz gezielt und zwar insbesondere natürlich in der DACH Region, aber auch darüber hinaus, wenn es sinnvoll ist und führen diese Startups, die wir herausfiltern, also sind letztendlich wirklich auf Trüffelsuche nach den richtigen Start ups, die für die Versicherungsbranche passen, die bringen wir dann in die Branche rein. Mit unserem Collaborator Programm ist es ein sehr strukturierter Ansatz, wo wir insbesondere auf die Vernetzung abzielen, wo wir gucken, dass das entsprechend auch passt zwischen Versicherern und Startups. Und wenn die Eignung, wenn der Fit sehr groß ist, dann verstetigen wir das meist mit einer Mitgliedschaft bei uns im Interlab und begleiten die Startups dann auch über das reine Matchmaking, über den Erstkontakt oder die erste Arbeitserfahrung hinweg dann auch in die Skalierung. Und das ist letztendlich dann auch das, was Venture Clienting in der Ausbaustufe wirklich so spannend macht, dass wir nicht irgendwann Stopp sagen, sondern dass wir im Grunde weiter dranbleiben und gucken, dass das Ganze auch ein nachhaltiger, langfristiger Erfolg wird. Idealerweise bringen wir in so einem Ökosystem wie dem Intralab Germany und das Interlab Germany hat das reichhaltigste Ökosystem dafür dann auch die verschiedenen Expertisen der Mitglieder zusammen. Das heißt, wir sorgen für Dreieckskooperationen, bringen Technologieanbieter, bringen unsere Consulting Mitglieder, unsere Hochschulen noch mit in die Gleichung rein. Und so wird also wirklich daraus aus Versicherer, Startup Scale Up und weiteren Drittparteien wird da draußen gesamtheitlicher Ansatz, der überzeugt.

Alexander Bernert [00:21:53]:
OK, cool Peter, jetzt hast du ja eine Perspektive sowohl als Vorstand eines Versicherers als auch als Vorstand im insurlab. Und ich erinnere mich, die Zürich hat ja auch die Innovation Challenge, bei der es ja auch viel Kooperation mit Start ups gibt und nicht alle Kooperationen sind ja immer von Erfolg gekrönt. Was sind aus deiner Sicht diejenigen? Was unterscheidet diejenigen, die Wirkung entfalten von denen, wo das Ganze eher so im Sande verläuft?

Peter Stockhorst [00:22:24]:
Es braucht ein klares Ziel, an dem man gemeinsam arbeitet. Klingt trivial, ist es in der Realität aber nicht. Also klares Ziel bedeutet, ich muss von Anfang an Was will ich eigentlich erreichen? Meine KPIs definieren. Da bin ich halt bei Daten, Daten, Daten. Und da muss man gemeinsam eng daran arbeiten. Also das bedeutet dann auf Seiten des etablierten Players, ich brauche eben auch die Priorität bei den Entscheidungsträgern, um eben schnell reagieren zu können, wenn ich schrittweise vorangehe. Also ganz klar auf Seiten des etablierten Players brauche ich einfach eine andere Steuerungs und auch Entscheidungsfähigkeit. Da ist wieder Führung gefragt.

Peter Stockhorst [00:23:03]:
Da sind wir wieder beim Thema Führung.

Alexander Bernert [00:23:07]:
Dein Lieblingsthema eigentlich?

Peter Stockhorst [00:23:10]:
Ja seit vielen Jahren. Also ich spreche und arbeite daran an der digitalen Transformation und ja, das ist eben Change Management und vieles, was man vor Jahrzehnten auch mal gelernt hat, das kann man hier auch übertragen.

Alexander Bernert [00:23:31]:
Philipp, du hast ja gerade schon geschildert beim InsureLab, wie das mit dem Venture Clienting funktioniert. Jetzt versteht ihr das InsureLab ja nicht als Projektorganisation. Ihr macht ja nicht Projekte in dem Sinn, sondern ihr setzt in gewissem Sinne einen Rahmen und schaut, dass ihr, so wie ich das verstehe, Orientierung geben könnt, Leute befähigen könnt, schauen, dass mehr Wirkung entfaltet wird. Was ist das denn konkret? Was macht ihr denn konkret, wenn es so um ein komplexes Thema wie KI Skalierung geht? Das ist ja ein sehr weites Feld.

Dominik Badarne [00:24:06]:
Also erstmal drei Wir sorgen für Orientierung, wir schaffen Befähigung und wir erzielen mit unseren Mitgliedern Zusammenwirkung. Mal zur Orientierung dafür sind Formate wie beispielsweise unsere Topic Days geeignet. Topic Days sind quasi die Grad Sicht auf Themen. Am 9. Juli in Heidelberg, sehr schöne Stadt, haben wir ein Topic Day zum Thema Scaling AI von Pilot zu Performance. Da sind spannende Speaker auf der Agenda. Hanno Petersen beispielsweise von dabei, Sami Torrance ist dabei. Und diese spannenden Speaker geben so ein bisschen den Rahmen oder sorgen so ein bisschen für den Start der Veranstaltung, die dann aber auch darin besteht, dass wir in verschiedenen Tracks dann auf das Thema Scaling schauen.

Dominik Badarne [00:24:56]:
Das heißt, wir schauen auf die Use Cases, wir schauen auf Themen wie Strategie und Transformation, wir schauen auf Engineering und Data, wir schauen aber eben auch auf Governance Aspekte, Regulatory Governance, das heißt, wir schauen also wirklich alle Themen, die es eben auch zu lösen gilt, die schauen wir uns an. Das ist so eine Möglichkeit Orientierung zu geben. Orientierung gibt es auch auf der Insure Next beispielsweise im Mai. Das heißt also, es sind diese großen Formate, wo wir generell mal einen Blick auf das Thema geben, wo wir aber letztendlich auch wirklich nachsetzen, nachsetzen, dadurch, dass wir entsprechend immer wieder Zusammenhänge erklären, vermitteln, Vergleichbarkeit schaffen, bei der Priorisierung unterstützen. Das ist dann im Tagesgeschäft. Also wir arbeiten ja nicht nur in Veranstaltungen, sondern eben ganz viel auch im Dialog mit unseren Mitgliedern und helfen den Mitgliedern individuell dann eben auch für sich Einordnung zu schaffen. Und vieles von dem fließt eben in diese Veranstaltungsformate ein, aber auch in Publikationen, Studien und all das, was wir entsprechend anbieten. Befähigung.

Dominik Badarne [00:26:03]:
Dafür haben wir andere Formate. Dafür haben wir beispielsweise unsere AI Bootcamps. AI Bootcamps heißt also, ich bin beispielsweise Führungskraft einer Versicherung und möchte für mich wissen, was bedeutet denn KI oder skalierte KI in meinem Führungsalltag oder für mein Unternehmen, das ich als Führungskraft mitprägen soll. Insofern setzen wir also da nochmal einen anderen Fokus und bieten solche Formate an, die dann eher so ein Training auch gleichen. Befähigung schaffen wir auch in Masterclasses, wo wir wirklich in die Tiefe eines Themas eintauchen und da verschiedene Aspekte aus diesem Thema oder aus dem Thema KI rausgreifen, weil KI ist ja ein unglaublich breites Feld und da müssen wir uns natürlich nicht nur überblicksartig drauf mit beschäftigen, sondern eben auch in die einzelnen Aspekte reingehen. Und das haben wir letztes Jahr sehr stark mit Themen wie beispielsweise Voice Technology, VoiceBot Technology gemacht oder auch der Einordnung von Frameworks Und in diesem Jahr geht es genauso weiter. Und dann das Thema Wirkung. Wir gucken natürlich immer wieder, dass unsere Angebote nicht als Einzelimpulse dann irgendwo in Nirvana enden, sondern verfolgen das Ganze stringent weiter.

Dominik Badarne [00:27:17]:
Und das machen wir beispielsweise, indem wir dann auch genau wissen, aus den Dialogen, aus den Veranstaltungen und all den Touchpoints, die wir haben, welche Start ups und Scale ups beispielsweise bei der Transformation entsprechend unterstützen können. Idealerweise dann eben auch nochmal nicht nur einfach so rübergeworfen, sondern mit unserem Erfahrungswissen, was wir beispielsweise aus der Community haben, wo wir wissen, dass jemand sehr erfolgreich mit einem Startup weitergekommen ist an einer Thematik oder wo wir auch wissen, dass zum Beispiel in einer Kooperation von Startups oder Startups mit weiteren Mitgliedern aus unseren Ökosystemen sinnvolle Anwendungsfälle oder auch Skalierungsinitiativen entstanden sind.

Alexander Bernert [00:27:59]:
OK, Peter, jetzt arbeiten da ja Unternehmen zusammen, die auch Wettbewerber sind. Wie ist denn da deine Perspektive? Warum ist das sinnvoll, so strategische Fragestellungen, bei denen es ja auch wirklich um echte Wettbewerbsvorteile geht, nicht isoliert in den einen einzelnen Unternehmen zu bearbeiten, sozusagen geheim, sondern wirklich in so einem branchenweiten Austausch einzuordnen?

Peter Stockhorst [00:28:21]:
Wenn ich mal von ganz oben drauf schaue, dann muss ich zunächst mal Als Branche haben wir eine große gesellschaftliche Verantwortung. Ohne Versicherung ist wirtschaftliches Handeln kaum möglich. Und dann müssen wir uns natürlich im Wettbewerb mit anderen Branchen behaupten. Also wenn ich den Markt der Altersvorsorge sehe, dann ist es schon sehr, sehr traurig, wie sich unsere Lebensversicherung in den letzten Jahren, Jahrzehnten entwickelt hat. Und deshalb bei all dem internen Wettbewerb, also untereinander in der Branche, ist dieser Erfahrungsaustausch wichtig und mir eben ein besonderes Anliegen, auch zusätzlich Impulse zu geben in der Kollaboration mit den Start ups und den Scale Ups, wie ich es gerade schon mal angesprochen hatte. Also mir eben ein besonderes Anliegen, denn die digitale Transformation der Branche, die ist wichtiger denn jetzt mit der AI. Und lasst es mich mal so Wenn es das InsureLab noch nicht gäbe, dann müsste man das heute gründen.

Alexander Bernert [00:29:13]:
Ja, das ist ja ein starker Satz. Philipp. Wie ist das aus deiner Sicht? Wie trägt denn so ein Austausch aus deiner Sicht dazu bei, Entscheidungen tragfähiger zu machen?

Dominik Badarne [00:29:23]:
Also ich bin erstmal auch bei Peters Aussage wenn es den True Lab nicht gäbe, dann müsste man es wirklich heute gründen spätestens. Also wir nehmen niemanden die Entscheidung ab. Das ist, glaube ich, das Wichtige. Wir sind neutral, blicken sehr altparteilich vielleicht. Neutral klingt immer so, als würden wir uns raushalten. Ne, wir halten uns nicht raus, wir mischen uns ein, aber wir sind allparteilich, wollen keinem vorschreiben, was man als Unternehmen oder als Startup oder als sonstiger Player in der Versicherungsbranche tun sollte. Aber wir helfen, die Entscheidungsreife zu erhöhen. Wir sorgen für Einordnung, für Vergleichbarkeit, für Best Practice Cases.

Dominik Badarne [00:30:03]:
Wir bringen die Menschen genau an diesen Punkten, wo sie über Optionen nachdenken, entsprechend auch in den Kontakt, in den Austausch. Ich glaube sehr, dass es vielen dann auch hilft, entsprechend für sich auf einer solideren Grundlage zu entscheiden, besseres Bauchgefühl zu haben, besser vorbereitet zu sein und damit auch die eigenen Prioritäten zu schärfen, weil man doch viel auch feilt. Und jeder, der mal eine Strategie entworfen hat, der mal an der Strategie gefeilt hat, weiß, es ist ein langer Prozess, bis man wirklich bei dem rauskommt an der Essenz, was am Ende dann auch verabschiedet wird. Es hilft sehr auf dem Weg sehr, sehr unterschiedliche Positionen reflektiert zu haben, sehr unterschiedliche Menschen gesprochen zu haben haben und auch mal Dinge gehört zu haben, die vielleicht ganz neu waren, die über den Tellerrand vielleicht auch waren. Und das ist natürlich auch etwas, was wir im Intranet machen. Also wir bringen nicht nur die Versicherungsbranche in sich zusammen, sondern wir schaffen natürlich als Teil D Hub Initiative auch den Austausch über die Branchengrenzen hinaus. Das heißt, wir gucken ganz gezielt entsprechend auch, dass wir immer nach dem suchen, was in anderen Branchen gut funktioniert, was auch für uns als Wirtschaftsstandort in Deutschland eben gut funktioniert, was uns voranbringt. Und da gibt es natürlich auch mit Blick auf KI ganz spannende Aspekte.

Dominik Badarne [00:31:31]:
Also gerade das Thema digitale Souveränität beispielsweise ist natürlich nicht nur für die Versicherungsbranche relevant, sondern da sorgen wir natürlich auch, dass solche Themen immer wieder bei uns auch mitdiskutiert und mit betrachtet werden.

Alexander Bernert [00:31:43]:
Wenn wir jetzt diese größere Perspektive einnehmen, dann reden wir ja auch nicht nur über KI, sondern um eine ganze Reihe weiterer Zukunftsthemen. Was sind, Philipp, aus deiner Sicht die Themen, die jenseits von KI die Versicherer heute auch oder stärker noch mitdenken sollten?

Dominik Badarne [00:32:02]:
Das ist ganz spannend. Also generell, du hast natürlich recht, wir haben drei strategische Fokusthemen. Das ist Scaling AI, das ist Future of Insurance und das ist Venture Clienting. Und bei dem Thema Future Insurance ist es erstmal ganz interessant zu sehen, dass der Bedarf etwas mehr in die Zukunft zu denken und in eventuellen Strategieoptionen sich überhaupt Gedanken zu machen. Also Foresight im klassischen Sinne wirklich auch und das eben jenseits dieser Buzzword Trends, die wir immer wieder auf dem Megatrend Radar hören, zu beschäftigen. Der ist groß. So, wir haben einige Themen, die kommen sehr bald. Identity, Aldi Wallet steht vor der Tür.

Dominik Badarne [00:32:43]:
So Themen wie FIDA sind noch nicht final entschieden, aber stehen vor der Tür. Dann haben wir natürlich jetzt auch schon die Notwendigkeit, uns mal mit Quantum Computing auseinanderzusetzen, also gerade auch vielleicht jetzt mal schon mal vorzudenken, was heißt denn das, wenn Quantum Computer Computing kommt, was heißt denn das für das, was wir heute schon entscheiden, was wir heute tun? Das heißt also, wir gucken also ganz klar auf die Dinge, die schon sich abzeichnen und dann schauen wir aber auch auf alles, was im Grunde Geschäftsmodelle, Kundenbeziehungen und Organisation in der Zukunft verändern könnte. Das heißt, da ist noch vieles, vieles mehr, was wir jetzt vielleicht gar noch nicht wirklich so top of mind haben. Und das ist auch das Spannende, weil wir in unseren Formaten, gerade in unseren Zukunftsworkshops, wirklich auch mal alles erstmal ablegen, was wir ohnehin schon denken. Das heißt also, wir haben einen ganz klaren Debiasing Prozess, also entlasten uns erstmal dieser ganzen, erledigen uns all dieser Biases, die wir so als Annahmen mit uns tragen und sagen, ja, was könnte denn tatsächlich sich in den nächsten 5 bis 10 Jahren noch alles entwickeln? Und das ist spannend, weil die Risikolandschaft sich verändert, weil Ökosysteme sich immer weiterentwickeln und das gerade so in dieser aktuellen Zeit der Stapelkrisen, weiß man ja eigentlich auch nie genau, in welche Richtung es geht. Insofern es hilft sehr, in Szenarien zu denken und sich da ein paar Dinge auch parallel schon mal zurechtzulegen, dass falls etwas kommt, dass man dann entsprechend zumindest vorbereitet, zu einem gewissen Maße vorbereitet ist. Also vollständige Vorbereitung gibt es eh nie, sehen wir immer wieder, auch dann, wenn wir auf Strategien schauen, aber zumindest sich schon mal damit befasst zu haben, was könnte denn, was könnte denn kommen und was könnte dann eine mögliche strategische Antwort darauf sein? Das ist wichtiger und wird wichtiger denn je sein.

Alexander Bernert [00:34:55]:
Peter Als Vorstand hat man ja die Verantwortung für das Unternehmen im Hier und Jetzt, aber auch in die Zukunft hinein das zu führen und zu steuern. Wie kriegt man das denn hin im Jetzt auf der einen Seite Skalierung, Umsetzung sicherzustellen und auf der anderen Seite solche Zukunftsperspektiven immer noch gut im Blick zu behalten, sie zu beobachten, einzuordnen und sich rechtzeitig darauf vorzubereiten.

Peter Stockhorst [00:35:22]:
Beides ist wichtig und gerade auf Vorstandsebene muss ich beides beherrschen. Wenn ich mal bei dem Bild bleibe, wir gehen Schritt für Schritt voran, dann ist es so, ich muss mich natürlich auf den nächsten und auch den übernächsten Schritt immer wieder konzentrieren, Aber ich muss auch die Zielrichtung im Blick halten, den Horizont im Blick halten, wenn man so will. Immer wieder Rahmenbedingungen überprüfen und deshalb gehört beides zusammen. Ist kein Widerspruch, sondern beides gehört definitiv zusammen.

Alexander Bernert [00:35:49]:
Und wie ist aus deiner Sicht die, sage ich mal, Fristigkeit? Also wenn ich Leute Was passiert denn mit KI in den nächsten fünf oder zehn Jahren? Dann lachen zu Recht alle und sagen, das entwickelt sich so schnell, das kann man kaum vorhersehen. Was heißt das denn dann dafür, wie gut man sozusagen nach vorne schauen kann, kann und wie weit?

Peter Stockhorst [00:36:11]:
Nein, die Geschwindigkeit ist natürlich unglaublich. Keiner weiß, wie die Welt in fünf oder zehn Jahren aussieht. Gut, wir wissen, dass langfristig Wirkung von Technologie meist unterschätzt wird und deshalb muss man das Thema besonders ernst nehmen. Aber es bleibt eben Ich muss Schritt für Schritt vorangehen, mich vorantasten, gerade weil hier diese Entwicklung so dynamisch ist. Ich weiß noch nicht mal, wie die Welt in einem Jahr dort aussehen wird. Und deshalb ist es eben dieses Bild, dieses Vorangehen. Aber immer wieder auch mal den Blick noch mal nach oben richten. Also nicht nur auf die Füße schauen beim Vorangehen, ab und zu sollte man auch mal nach vorne gucken, sei denn, dass da ein Ast im Weg ist.

Peter Stockhorst [00:36:50]:
Ich spreche aus Erfahrung. Ich habe gerade von Madeira gesprochen. Da muss man bei vielen Wanderungen aufpassen, dass man nicht vor solch einen Ast rennt, die dann nämlich ziemlich tief hängen auf diesen Wanderwegen. Wenn man dort an der Levada entlang läuft, ist vielleicht kein schlechtes Bild. Fokus auf den nächsten Schritt und auch den übernächsten, aber immer wieder mal den Kopf hochnehmen.

Alexander Bernert [00:37:16]:
Ich finde das spannend, weil ganz viele Leute sagen auf der einen Seite, KI ist ein Gamechanger und auf der anderen Seite teile ich deine Einschätzung und Erfahrung, dass wir Menschen meistens die langfristigen Auswirkungen von Technologien unterschätzen. Also wenn wir jetzt AI schon als Game Changer sehen und das ist noch unterschätzt, dann ist ja wirklich die Was heißt das denn für die Gesellschaft und wie verändert das die Dinge? Das klingt ja wirklich nach fundamentalem Wandel.

Peter Stockhorst [00:37:45]:
Ja, absolut. Also gut, das wird natürlich jetzt zu weit führen, wenn wir noch über gesellschaftliche Veränderungen dort philosophieren. Aber wir sprechen jetzt über die Versicherungsbranche und das ist auch gut so. Aber wir werden natürlich in allen Teilen der Gesellschaft gewaltige Veränderungen sehen.

Alexander Bernert [00:38:02]:
Wir haben unsere Rubrik Famous Last Words und da würde ich jetzt überleiten, was möchtet ihr unseren Zuhörern noch kurz und knapp zum Schluss noch mitgeben? Ebenfalls plakativ Sätze, die ihr nicht mehr hören könnt, Sätze, die ihr öfter hören wollt. Ganz Was braucht die Versicherungswirtschaft heute, falls

Peter Stockhorst [00:38:25]:
du noch nicht rübergekommen bist? Also AI ist ein Gamechanger für unsere Branche und gehört da auf die Vorstandsagenda und zwar nach ganz oben. Denn wer jetzt nicht skaliert, verliert ja,

Dominik Badarne [00:38:37]:
macht mit bei Mention Lab Germany generell als Versicherung. Jetzt ist die Zeit, sich wirklich einer Initiative wie dementialab Germany anzuschließen, weil es wird nicht langsamer, sondern eher schneller und Orientierung und Austausch braucht man einfach. Und dann ganz konkret an alle, die das große Glück haben, jetzt schon im Interlab Germany dabei zu zu sein. Das Interlab Germany ist für alle da und von Vorstand über Führungskräfte, Referenten bis zum Trainee können alle mitmachen. Und das ist, glaube ich, die große Botschaft. Unsere Formate, es gibt auch Zielgruppenformate, aber viele unserer Formate sind einfach für ganz breite Kreise von Mitarbeitenden in Versicherungsunternehmen zugänglich. Und da kann man sich bei uns einfach informieren, auf der Webseite unter Events schauen, was es gibt. Da gibt es ganz viele spannende Themen rund um KI, wo man selber im Grunde für sich dann KI mit besserer Orientierung versehen kann, schauen kann, wie man Befähigung noch weiter ausbaut, wie man Wirkung in die Unternehmen reinträgt.

Dominik Badarne [00:39:43]:
Aber man kann sich natürlich auch links und rechts von den harten KI Themen auch mit Themen befassen, bei beispielsweise, wie sich denn Datenökonomie weiterentwickelt, was digitale Identitäten mit KI auch zu tun haben und vielen anderen Dingen rund um Zukunft beispielsweise. Ich glaube, es lohnt sich einfach das zu nutzen, was eh schon alle entsprechend nutzen dürfen, die beim InsureLab Germany oder wo die Unternehmen beim InsureLab Germany dabei sind. Insofern schaut einfach bei uns vorbei, schaut auf die Seite und meldet euch an. Ich freue mich sehr, viele von den Hörerinnen und Hörern dann eben auch bei unseren Formaten zu sehen und insbesondere das Highlight des Jahres natürlich in Heidelberg am 9.7. Dort der große Topic Day Scaling AI von Pilot to Performance. Ich glaube, sehr viel mehr schmackhafter kann ich das Intralab gar nicht machen An

Alexander Bernert [00:40:36]:
dieser Stelle herzlichen Dank, Philipp. Herzlichen Dank, Peter. Das war eine spannende Diskussion rund um KI als Gamechanger, Führung, Orientierung, Zusammenarbeit und das alles dann im Kontext des Intralab. Wo finden unsere Zuhörer innen euch, wenn sie sich mit euch zum Thema austauschen

Peter Stockhorst [00:40:57]:
wollen, Auf den üblichen Wegen gerne über LinkedIn. Man wird uns schon finden

Dominik Badarne [00:41:05]:
und klar, also natürlich über LinkedIn, aber noch viel lieber eben auch in Präsenz auf unseren vielfältigen Veranstaltungen bei unseren Formaten und natürlich so auf die große breite Hörerzahl von Insurance Monday bezogen bei der InShonext kommt zu InsureNext 20. 21. Mai. Ich glaube, es lohnt sich und ihr findet sicherlich irgendwo auch Kolleginnen und Kollegen, die euch über die Internet ein bisschen was erzählen können und euch vielleicht von den Vorjahrserfahrungen etwas erzählen. Ich denke, sie werden sagen, es lohnt sich und ich würde euch sagen, dieses Jahr lohnt sich erst recht. Dieses Jahr haben wir die beste Insurex aller Zeiten für euch an den Start gebracht.

Peter Stockhorst [00:41:46]:
Kann ich nur unterstreichen. Sehr, sehr spannendes Programm für die Insure Next und auch das InsureLab hat das ganze Jahr über eine Menge zu bieten.

Alexander Bernert [00:41:55]:
Peter Philipp ganz herzlichen Dank für die Insights, für die Einladung. Vielen Dank an euch. Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Seid gespannt auf die nächsten Folgen. Kommentiert, sagt Bescheid, wenn es euch nicht gefällt, teilt, wenn es euch gefällt, denn teilen macht Freude und macht's gut. Bis zum nächsten Mal.