Insurance Monday: Digitalisierung & Versicherung

Kann eine Lampe Leben retten? Die Zukunft von Smart Home, Prävention & Versicherung

Insurance Monday Episode 171

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 37:18

Was hat eine intelligente Lampe mit Versicherungen, Prävention und der Zukunft von Smart Home zu tun?

Mehr als man auf den ersten Blick vermuten würde. In dieser Episode spricht Sebastian Langrehr und Julius Kretz mit Olaf Schindler, Gründer von vreeda, über die spannende Schnittstelle zwischen IoT, Smart Home und Versicherungen. Gemeinsam diskutieren sie, warum Prävention oft an der Realität der Kunden vorbeigeht, weshalb Versicherer neue Wege in der Kundenbeziehung gehen müssen und wie intelligente Lichtsysteme dabei helfen könnten, Einbrüche zu verhindern, ältere Menschen länger selbstständig leben zu lassen oder gesündere Gewohnheiten im Alltag zu fördern.

Dabei geht es um Daten, Ökosysteme, Innovation, die Zukunft der Wohngebäudeversicherung und die Frage, warum die nächste große Disruption der Versicherungsbranche möglicherweise nicht aus der Versicherungswelt selbst kommt. Eine Episode voller ungewöhnlicher Ideen, neuer Perspektiven und konkreter Impulse für alle, die verstehen wollen, wie Versicherung, Technologie und Prävention künftig zusammenwachsen könnten. 

#InsuranceMonday #SmartHome #IoT #InsurTech #Versicherung #Prävention #ConnectedHome #Digitalisierung #Innovation #Datenökonomie #Ökosysteme #FutureOfInsurance

Schreibt uns gerne eine Nachricht!

Folge uns auf unserer LinkedIn Unternehmensseite für weitere spannende Updates.

Unsere Website: https://www.insurancemondaypodcast.de/

Du möchtest Gast beim Insurance Monday Podcast sein? Schreibe uns unter info@insurancemondaypodcast.de und wir melden uns umgehend bei Dir.

Dieser Podcast wird von dean productions produziert.

Vielen Dank, dass Du unseren Podcast hörst!

Speaker A [00:00:00]:
Hallo und herzlich willkommen zum Insurance Monday Podcast, kleingedrucktes aus der Finanz- und Versicherungswelt. Dein Podcast mit spannenden Insights und exklusiven Gästen aus der traditionellen und digitalen Finanzwelt.

Sebastian Langrehr [00:00:26]:
Und dann sagen wir herzlich willkommen zu 1 neuen Folge vom Insurance Monday Podcast. Ich bin Sebastian Langreher und heute wird uns allen ein Licht aufgehen. Denn wir sprechen über Licht, Smart Home, Prävention und neuartige Versicherungs-Use-Cases. Wenn Versicherer üblicherweise über die Zukunft sprechen, fallen ja regelmäßig Begriffe wie KI, Datenprävention oder eben Connected Home. Und wenn Olaf Schindler über die Zukunft spricht, spricht er leidenschaftlich über eine Lampe. Und genau deshalb wollten wir ihn heute einladen. Denn die spannende Frage lautet, kann aus etwas so Alltäglichem wie 1 Leuchte plötzlich eine Plattform werden. Eine Plattform, die erkennt, ob Menschen zu Hause sind, Einbrüche erschwert oder älteren Menschen hilft, länger selbstständig zu leben.

Sebastian Langrehr [00:01:13]:
Und vielleicht sogar eine Plattform, die Versicherung dabei hilft, Schäden zu verhindern, bevor sie entstehen. Olaf beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Smart Home, IoT und digitalen Geschäftsmodellen. Mit Frida baut er intelligente Lichtsysteme, die deutlich mehr sind als Beleuchtung. Und genau deshalb wird es heute spannend. Herzlich willkommen, Olaf. Olaf, bevor wir so richtig starten, einmal noch ein herzliches Willkommen auch an Julius aus dem Insurance Monday Podcast Team. Und dann gerne die herzliche Bitte an dich und die Frage, wer bist du, was machst du? Also stell dich und deinen Werdegang unseren Zuhörern und Zuhörern doch einmal kurz vor.

Olaf Schindler [00:01:56]:
Ja, erstmal ganz lieben Dank für die nette Einleitung Und die Einladung, lieber Sebastian, lieber Julius. Ja, ich bin Olaf, bin etwas unbekannter wahrscheinlich im Versicherungsumfeld, weil ich fast 20 Jahre aus dem Energiebereich Erfahrung gesammelt habe und bin aber seit mehreren Jahren, wie du in der Einleitung schon gesagt hast, mit dem Thema IoT, Daten, Datenplattformen und kollaborativen Ökosystemen unterwegs. Und mit Frida und mit der Lampe nähern wir uns auch dem Thema Versicherung und freue mich auf die mit Sicherheit sehr spannende Diskussion mit euch.

Sebastian Langrehr [00:02:28]:
Ja, wir freuen uns auch, dass wir da auch noch so eine Namensähnlichkeit haben mit Frida. Da kann Julius ja später auch noch ein Lied von singen. Wir haben ja auch eine Frida. Insofern kommen wir da bestimmt gleich noch mal längst. Bevor wir so richtig einsteigen. Du kennst vielleicht unser Format der schnellen 5. Das heißt, Wir stellen dir 5 schnelle Fragen und bitten entsprechend auch 5 schnelle Antworten. Bist du bereit?

Olaf Schindler [00:02:51]:
Ich bin bereit.

Sebastian Langrehr [00:02:52]:
Sehr gut. E-Auto oder V8?

Olaf Schindler [00:02:55]:
E-Auto, ganz klar.

Sebastian Langrehr [00:02:56]:
Okay. Urlaub in den Bergen oder am Meer?

Olaf Schindler [00:02:59]:
Meer.

Sebastian Langrehr [00:03:01]:
Deine Jedi-Machtfähigkeiten, ist es die Telekinese oder auch da das Lichtschwert?

Olaf Schindler [00:03:07]:
Ganz klar das Lichtschwert.

Sebastian Langrehr [00:03:09]:
Sehr gut. Mehr Datenaustausch für Prävention oder Datensilos und Datensparsamkeit?

Olaf Schindler [00:03:16]:
Ja, das wird ja den Podcast sprengen. Natürlich Austausch, keine Datensilos, bitte.

Sebastian Langrehr [00:03:21]:
Ja, es wär mal interessant gewesen, wenn wir so rum den Start gehabt hätten. Okay, letzte Frage, Smart Home. Echter Mehrwert? Oder eigentlich bislang noch die größte Spielwiese für Technik-Nerds zu Hause?

Olaf Schindler [00:03:33]:
Ich würde sagen beides, also mit uns ersteres, aber es gibt leider auch noch viele Ansätze, die eher das Nerdige bedienen.

Speaker A [00:03:40]:
Super, lieber Olaf, auch von mir herzlich willkommen, schön, dass du da bist. Mir fallen 2 Punkte auf zu Beginn. A, deine Stimme klingt, als würdest du regelmäßig Podcasts machen, aber das müssen unsere Zuhörerinnen und Zuhörer beurteilen. 2, du hast so schön in der Einleitung gesagt, dich kennt man im Versicherungsbereich wenig, Das werden wir heute ändern. Insofern, lass uns mal rein starten. Die provokante Frage direkt zum Start. Du kümmerst dich Lampen, wir irgendwie Versicherungen und jeder ist in so seiner Bubble unterwegs. Warum sitzt du denn heute hier im Versicherungs-Podcast mit uns zusammen?

Olaf Schindler [00:04:18]:
Erstmal, weil ihr mich eingeladen habt und weil ich glaube, ich eine Perspektive teile, die eben über Jahre das Thema Smart Home IoT in den Kontext bringt, dass es für Versicherungen, ja aus meiner Sicht fast existenziell notwendig ist, dort erste Schritte zu gehen und wir über die jahrelange Erfahrung, die wir eben in diesem Bereich gemacht haben, aus anderen Verticals, wie dem von mir eben genannten Energiebereich, eben sehen, wie schnell es dann doch etablierte Unternehmen überraschen kann, wenn Neo-Anbieter plötzlich über Gerätezugriff, über einen deutlich besseren digitalen Channel plötzlich ganze Branchen disruptieren und ein Stück weit auf den Kopf stellen. Und wir haben eben die Erfahrung gemacht, dass das Thema Versicherung über IoT möglicherweise der ideale Partner ist, eben in die Prävention, in das intelligente Haus auch einzusteigen.

Sebastian Langrehr [00:05:16]:
Ja, voll cool. Frieda, also mit VREEDA, das ist euer Unternehmen. Unter anderem, Du hast glaube ich noch ein paar mehr Unternehmungen und ein paar mehr Themen, die du vorantreibst. Ich war da auch schon mal auf deiner Seite. Da gibt es ja einen richtigen Shop, da würde man ja gerne mal was ausprobieren, aber vielleicht kommen wir da im Verlauf der Folge noch dazu. Und tatsächlich würde ich da auch gerne noch mal näher darauf eingehen. Lampen und Versicherungen, wie kommt das jetzt? Und ja, Versicherungen sprechen ja seit Jahren darüber, vom Schadenzahler zum Präventionspartner zu werden. Und ehrlicherweise gelingt das bisher nur sehr begrenzt.

Sebastian Langrehr [00:05:54]:
Oder so die Erfolgsbeispiele, die hört man meistens eher aus Asien, wo dann andere, oder Ökosysteme aus anderen Bereichen plötzlich dann tausendfach oder eben hunderttausendfach dann beiläufig auch Versicherungen mit verkaufen. Aber da ist auf einmal Prävention auch eben die Datennutzung eine ganz andere. Also das gelingt uns in Deutschland noch nicht so viel. Wenn du jetzt auf eure Technologie schaust, wo genau entsteht eigentlich Prävention? Hast du Beispiele, Beispiel-Use-Cases dabei?

Olaf Schindler [00:06:24]:
Ja, das ist eine sehr gute und relevante Frage. Also das, was ich auch im Eingang gesagt habe, warum wir Versicherungen eigentlich als prädestinierten Partner für den Einstieg und Endkunden in die Prävention rund intelligente Geräte sehen ist, wenn Versicherungen es nicht zwangsläufig aus dem Underwriting angehen. Was uns immer wieder begegnet ist, dass es eine sehr harte Kausalität erwartet wird. Also man muss im Prinzip schon wie über statistische Daten, die über Jahrzehnte gesammelt worden sind, auch im IoT eine klare Kausalität, am besten individuell über die Nutzung 1 smarten Lampe und der Anwesenheitssimulation zu verminderter Schadensprävention über Einbrüche der nächsten 12 Monate wissen. Und das entspricht natürlich nicht der Innovation. Und das, was wir sehen ist, wo häufig auch die Fehler gemacht werden in den Ansätzen, wenn Versicherungen in die Prävention wollen, ist, dass es eben über Underwriting und dann sehr häufig über Themen wie Rauch, Wasser, wenn wir jetzt über zu Hause reden oder Gesundheit geht und immer direkt im Vordergrund stehen muss, es muss ein positiver ROI drum herum kommen und dadurch gar nicht der Kunde mitgenommen wird. Also es wird im Prinzip das Problem des Versicherers auf den Kunden verlagert. Und das ist ein schlechter Ratgeber.

Olaf Schindler [00:07:36]:
Wenn man sich erfolgreiche Skalierer aus Asien und oder USA anschaut, dann ist das immer sehr kundenzentriert. Und das ist genau unser Ansatz, dass wir uns überlegt haben, naja, wenn wir alle gerne hätten als Versicherer, dass der Kunde sich präventiv vor Sachschäden und gesundheitlich ein bisschen was schützt, dann müssen wir ihm vielleicht nicht mit völlig überteuerten Wassersensoren, die keinerlei Engagement bedienen, sondern müssen erstmal schauen, wo steht der Kunde heute und was möchte der Kunde. Und so ist im Prinzip unser Ökosystem entstanden, dass wir keine Lampen verkaufen, sondern wir verkaufen eine Kundenaktivierungsgerät, so nennen wir das, indem wir mit 1 sehr skalierfähigen, günstigen Einheit mit sehr emotionalen Touchpoints rund die Sponsoring-Aktivierung, aber auch einfach sehr kundenorientierte Lichtszenarien, aber auch den Kontext und das ist das Wichtige, zum Versicherung dort setzen, wo der Kunde ist. Über Anwesenheitssimulation, indem die Lampe, wenn das Haus, die Wohnung derzeit nicht belegt ist, individuell simuliert, als wäre jemand da. Das ist was im IoT-Umfeld, wo man sagen würde, na das ist doch schon ein Case, der ist doch schon fast von vorgestern. Es nutzen aber noch über 4000000 Leute Zeitschaltuhren. Und damit ist der Case in der Masse nicht angekommen. Er ist nie richtig sauber kommuniziert worden.

Olaf Schindler [00:08:52]:
Und auch im Gesundheitsprävention bieten wir mit dieser Lampe Möglichkeiten, wie im Homeoffice alle 20 Minuten ein minimalinvasives blaues Aufleuchten, erinnert daran, mehr Wasser zu sich zu nehmen. Und ich glaube, das sind ganz line präventive Ansätze, Sebastian, rund die Lampe, die eben nicht mit der Tür ins Haus fallen, mit zu viel überbordernder deutschen Technologie, mit zu wenig Kundenverständnis, wo der Kunde steht und das, was der Kunde eigentlich bei sich im Haus haben möchte. Denn Versicherer waren jahrelang überhaupt nicht in der Kundenbeziehung und möchten es jetzt erzwingen, indem sich der Kunde irgendwelche überteuerten Geräte an sein Wasser rauschern. Und wir glauben, es braucht erstmal minimal invasive Touchpoints, überhaupt wieder eine Kundenbeziehung, auch emotional zwischen Versicherer und Kunden mal abseits der Claims aufzubauen.

Sebastian Langrehr [00:09:41]:
Ja, super cool. Kunde und Versicherungsökosystem, da geht bei Jurius gleich sicherlich ganz viel an. Du hast gesagt, blau beim Trinken. Geht das auch mit Bier und gelb?

Olaf Schindler [00:09:54]:
Ja, auch. Natürlich, ist alles möglich. Also das ist ja das Schöne an der Lampe. In dem Moment, wo man sich einmal kreativ dort reingenutscht fühlt, du wunderst dich, was wir alles über Cases gesprochen haben, die man über Lichtsignale machen kann und wo der ein oder andere vielleicht noch den Kopf schüttelt, wenn er aber mehr darüber nachdenkt, fällt ihm eigentlich auf, naja hätten wir jemals gedacht, dass wir ein Gerät wie ein Smartphone in der Hand haben, damit bezahlen, Türen öffnen und uns tausende Apps runterladen, die uns über irgendwas Signale geben, war uns auch nicht möglich. Es braucht jetzt die Leute, die eben über neue Touchpoints wie möglicherweise Licht dann auch die Use Cases mit aufspannen und gucken, welche funktionieren und welche auch nicht.

Sebastian Langrehr [00:10:29]:
Alle Lampen an, Wir sind ja ein reines Hörformat. Unsere Zuhörerinnen und Zuhörer haben nicht mitbekommen, dass wir, die wir uns in der Aufnahme parallel sehen, gerade geschmunzelt haben beim Thema Bier. Ich meinte natürlich Alkoholfreies. Aber jetzt erst mal zu Julius.

Speaker A [00:10:42]:
Du hast da schon ein bisschen zum Nachdenken angeregt. Wenn ich mal so draufblicke, die Cases rund IoT, dann denk ich natürlich irgendwie an Bewegungsdaten. Dann denk ich an Einbruchschutz. Dann denk ich weniger an Vielleicht wär's sinnvoll, mal ein Signal zu geben, was zu trinken. Und vielleicht da die Frage kombiniert, A, welche Cases siehst du noch minimalinvasiv und B, wie kommt ihr denn eigentlich da dran? Also ich habe verstanden, du bist jetzt kein irgendwie in der Versicherungsbranche groß gewordenes Kind, was sagt, das habe ich in meiner DNA. Sondern du kommst aus 1 anderen Sichtweise. Und wie generiert ihr diese Ideen dafür?

Olaf Schindler [00:11:28]:
Ja, sehr gute Fragen. Ich fange mal mit dem ersten Teil der Frage an, ob wir weitere dieser sehr minimalinvasiven Cases sehen. Ein der besten Cases, und dann erzähle ich dir euch auch, wie wir darauf gekommen sind, finde ich noch, ist der Elderly Care Case. Auch da ist ein Riesenthema, Demografie, viele alleinstehende ältere Menschen und auch eben auch Angehörige, die vielleicht gar nicht mehr in der Nähe wohnen und irgendwie trotzdem so ein bisschen Fürsorge halten wollen. Und wir haben lange darüber nachgedacht und mit 1 einfachen Glühbirne, heute LED, die smart ist, die im Badezimmer ist, können wir recht gut. Das haben wir in einem Forschungsvorhaben mit der TU Dortmund und vielen Beteiligten ein Stück weit abgeleitet. Daran erkennen wir, dass eigentlich im Badezimmer die Badezimmerlampe jeden Abend bei Alleinstehenden für 10 bis 17 Minuten zwecks Zähneputzens, Gesichtwaschens, was auch immer benutzt wird. Und das auch in sehr häufiger Regelmäßigkeit, nämlich immer, wenn nicht diese Person gerade außerhalb des Hauses ist.

Olaf Schindler [00:12:27]:
Und darauf abgeleitet haben wir einen dieser Cases gelegt, dass wir mit statistischen Modellen eben eine Vorhersage des Lichtanmachens prognostizieren und dann mit sehr hohen Schwellwerten, wenn das nicht passiert ist, 3 hinterlegte WhatsApp-Nummern zunächst mal. Und wir können dann erkennen, ob die 3 hinterlegten Nummern diese Nachricht auch gelesen haben. Und wenn das nicht passiert ist, können wir mit 1 weiteren halben Stunde das auch an einen 24-7-Dienst, beispielsweise 1 Versicherung weitergeben, die einfach mal nachhört. Und siehe da, das ist ein ein Case für wenige Cent. Es wird vielen vielleicht im Markt auch nicht gefallen, weil sie mit sehr stigmatisierten vermeintlich 100%-Lösungen, die dann unter der Dusche auch abgelegt wurden, gerne ihr Geld verdienen möchten. Wir haben da halt einen Case geholt, der eigentlich mehr oder weniger als Side-Effekt mitkommt und wahrscheinlich eine ähnlich hohe Rate hat, viele der Störze, wo einfach nur das Handgelenk vielleicht verletzt ist, gar nicht erst zu Krankenwagen fahren führen lässt. Und das ist wieder so ein minimalinvasiver, wie kommen wir da drauf? Wir sehen uns, Julius, Sebastian hat gesagt, du magst Ökosysteme. Wir verstehen uns als totales Ökosystem.

Olaf Schindler [00:13:34]:
Wir machen viele Hackathons mit Universitäten. Wir haben dieses Forschungsverhaben gemacht. Also wir würden liebend gerne auch weiter in den Austausch mit Versicherungen und über Versicherungen hinausgehen. Menschen kommen, die sich überlegen, was man mit Nichtsignalen noch alles machen kann. Also das passiert nicht immer alles in unserem eigenen Büro, das wollen wir auch gar nicht, sondern es soll ein kooperatives Modell auch in der Produktentwicklung sein.

Sebastian Langrehr [00:13:57]:
Das müssen wir heute schaffen. Wir müssen heute die Community so erreichen, hier in den Ohren, dass da welche zurückschreiben und sagen, let's go. Denn das ist ja schon richtig cool. Sag mal, Julius, die alte Leipziger Hallesche, war da nicht irgendwie 1 der ersten Pflegetarife mit Olga im Markt? Das wäre doch ein Use-Case.

Speaker A [00:14:20]:
Das wäre doch ein Use-Case. Aber mir kommt noch ein ganz anderer Gedanke. Tatsächlich hast du gerade bei mir 1 ausgelöst und der kommt spontan, als du das erzählt hast mit dem Licht im Badezimmer. Ich hörte mal, und jetzt kommen so die Datenwelten zusammen, ich hörte mal, ich kann es nicht belegen, dass Mundhygiene eine massive Auswirkung auf den Verlauf der Schwangerschaft hat. Und wenn ich jetzt mal die Ecke denke, also Mundhygiene, Klammer auf, was leite ich ab, wenn das Licht an ist und jetzt nehmen wir mal jemand, der vielleicht gerade in so 1 Lebenssituation steckt, da kann man ja auch eine Korrelation herstellen. Also bei mir hast du gerade die Kreativität schon angeregt, irgendwie die Ecke zu denken. Und ich glaube, das ist auch so ein bisschen, sollte so die Überschrift sein, lass uns mal die Ecke denken, wenn wir die Welten verbinden, also Versicherung und irgendwie Smart Home, dann, wie gesagt, sind die ersten Impulse, glaube ich, relativ klar und die kennt auch jeder, das ist nichts Neues. Aber das, was du eben erzählt hast, Ich würde wetten, dass über dieses Thema von unseren Zuhörern, Kleiner und Zuhörerin, noch keiner darüber nachgedacht hat.

Speaker A [00:15:37]:
Das ist meine These. Schreibt uns gerne, wenn ihr das anders seht und sagt, ja, haben wir alles schon. Macht auch irgendwie aus folgenden Gründen Sinn oder keinen Sinn. Aber das hast du gerade bei mir ausgelöst. Wenn wir das jetzt in die breite Masse mal tragen wollen, also lass mal überlegen, wie können wir diese Gedanken fortführen? Du hast von Hackathons gesprochen, Ich habe noch, auch das spontane Gedanke, noch nie von einem Podcast-Hon gehört, aber wäre das vielleicht der heutige Moment, diesen Begriff zu prägen und zu sagen, lass mal die Community aufrufen?

Olaf Schindler [00:16:13]:
Die lieben gerne, Also von mir, von uns, von Frida stehen wir da gewehrbeifuß, würden das auch inzentivieren wollen mit 2 Leuchten, vielleicht die Kreativität der Zuhörer, die mit Sicherheit da ist. Also hier sitzen jetzt 3. Ich glaube Zuhörer habt ihr mehr als genug und auch sehr kreative Zuhörer, die vielleicht auch den Kontext zum Versichern nochmal aus einem ganz anderen Blickwinkel beleuchten. Also lieben gerne, wenn dazu eine Zuhörerschaft Bereitschaft ist. Wir würden es inzentivieren und unterstützen. Sehr gerne.

Sebastian Langrehr [00:16:45]:
Voll cool. Lampen war ja jetzt schon plural. An was hast du denn so gedacht? Was können wir den Leuten in Aussicht stellen?

Olaf Schindler [00:16:54]:
Naja, wir können ja überlegen, ob wir dann die beste Idee wie auch immer prämieren, mit 1 schönen Kugelleuchte und dem zweiten Preis ein Leuchtmittel, eine Art alte Glühbirne, so wie ich sie auch immer noch genannt hatte. Aber beide für all die Cases, die ich eben schon genannt habe, einsetzbar.

Sebastian Langrehr [00:17:11]:
Aufruf zur Kreativität im Versicherungskontext, ausgelöst durch Lampen. Halt dich fest. Ja, okay, jetzt haben wir einen Teil der Antwort noch unterschlagen. Du wolltest noch ein bisschen erzählen, wie ihr auf solche Use Cases kommt. Also ist das sozusagen beim Duschen, beim Joggen, beim Hemdenbügeln oder wie seid ihr darauf gekommen, auf diesen Use Case?

Olaf Schindler [00:17:31]:
Ja, in der Tat. Also das ist, es klingt jetzt sehr abgedroschen, wenn ich sage, dass es beim Duschen passiert, aber es ist wirklich so, wenn du dich so lange mit dem Thema IoT beschäftigst und auch aus so viel Widerstände immer wieder gestoßen bist, aber versuchst, diese Widerstände auch zu erklären und klassische Start-up-Modelle, ja, und versucht wieder kleine Dinge etwas anders zu regeln und nicht einfach sagen, es funktioniert nicht. Also sehr häufig begegnen mir Teilnehmer nicht aus dem Versicherungswesen, zumindest nicht ausschließlich, die sagen Smart Home ist tot und dann halte ich den abgesetzte Geräte chinesischer Plattformen unter die Nase. Das ist das Gegenteil von tot. Es boomt sogar relativ. Aber die kommen natürlich nicht mit spektakulären Versicherungskooperationen, sondern sie sichern sich erstmal den Zugang in die Häuser. Und dann kommt es wahrscheinlich mit einem Knall. Ja, weil sie im Hintergrund schon starke datenbasierte Korrelationen gerade bilden, die sie uns mit Sicherheit nicht jetzt sagen würden, sondern erst zum späteren Zeitpunkt.

Olaf Schindler [00:18:25]:
Ich glaube, es ist ein bisschen, ja, kreativer Akt. Viele Leute, wie es ja hier auch der Fall ist, stimulieren einfach mal darüber nachzudenken. Das ist spannend. Ja, und Dann reflektieren auch Leute, dass Licht ja eigentlich ein wahnsinnig spannendes Element ist. Für ganz viele Dinge. Und dann glaube ich, und das ist das, was wir uns eben auch erhoffen von Kooperationen. Ich glaube auch nicht, dass die klügsten Menschen bei Apple von vornherein gedacht haben, dass man damit mal Türen öffnet, dass man damit bezahlt, sondern man muss anfangen, man muss etablieren, man muss mit seinen Kunden in den Kontext gehen, man muss gucken, funktioniert die Trinkerinnerung, wie? Vielleicht kommt man von der Trinkerinnerung auf jede anderthalb Stunden oder mit Microsoft Outlook Kalender gebunden, rote Lampe, die dich daran erinnert, mach den Call doch vielleicht mal im Spazierengehen. Es sieht so aus, als seist du da nicht der Einladende.

Olaf Schindler [00:19:12]:
Also ich glaube, man muss einfach anfangen und Man muss viel testen und dann kommen auch kreative Gedanken, die der Kunde dann auch akzeptiert und nicht vermeintlich im Elfenbeintower eine Idee haben, die müsste funktionieren, raus, wenn die nicht funktioniert, legt man das Thema für 4 Jahre wieder unterm Tisch. Das darf es nicht, dann kommen diese ganzen kreativen Gedanken auch gar nicht erst zum Tage.

Sebastian Langrehr [00:19:32]:
Richtig gut, richtig gut. Und ja, das verbunden mit dem Aufruf. Wir haben neulich mal gemessen, uns hören tatsächlich im Monat mehr als zweieinhalb 1000 Menschen, die mehrere Folgen dann eben downloaden und hören. Wenn da jetzt nicht Kreativitätspotenzial rauskommt, dann weiß ich es auch nicht. Aber lass da mal bleiben. Ich habe auch noch eine Idee aufgreifen wollen zu einem Use Case rund die Wohngebäudeversicherung. Wenn wir da mal etwas in die Zukunft springen. Und du stellst dir vor, dass eine Wohngebäudeversicherung in Zukunft eben nicht mehr nur noch über die Adresse und das Baujahr und die Wohnfläche kalkuliert wird, sondern zusätzlich berücksichtigt wird, ob im Haus intelligent überwacht wird und intelligent abgesichert ist.

Sebastian Langrehr [00:20:10]:
Du hast jetzt gesagt, du bist noch nicht so bekannt in der Versicherungswelt, das wollen wir ja gerade ändern, Aber ein bisschen rumgekommen bist du ja schon. Ist das, was wir gerade eben zusammengefasst haben, ist das noch Science Fiction oder sind wir in Wahrheit näher dran, als wir denken?

Olaf Schindler [00:20:24]:
Nein, ich glaube, wir sind viel näher dran, als wir denken. Ich glaube, das, was gerade passiert ist, was wir gerade schon diskutiert haben, dass das vielfach Projekte hier in Deutschland, aber auch in Europa, die mit Versicherung und IoT experimentiert haben, aus welchen Gründen auch immer, vielleicht nicht so erfolgsversprechend waren. Ich glaube, dort wurden Ansätze oder Fehler in den Ansätzen gemacht, die völlig normal sind bei Innovationen. Und dadurch wird vermeintlich das Thema nicht mehr so heiß diskutiert und man glaubt, das funktioniert im Markt auch gar nicht oder es passiert gar nicht. Im Hintergrund aber sind zahlreiche, ihr kennt mit Sicherheit die Werbung über die Volksbirne der Firma Ledvance auf Bild, die Millionen dieser Smartengeräte in unsere Haushalte spült. Ja und unsere Mitbürger, die wissen vielleicht gar nicht, auf welchen Plattformen die sich da gerade so richtig befinden, zumindest ist ihnen das gar nicht bewusst, Aber dort wird es Player geben, die sich gerade schon den Markt sichern, mit weniger spektakulären Präventionscases, weil da haben sie kein Interesse dran gerade. Aber die werden genau diese Korrelationen gerade bilden. Und aus diesem Sinn glaube ich, dass IoT massiv skaliert, nicht mehr in spektakulären Projekten, weil dort viel zu viel überteuerte Hardware eingesetzt wurde, viel zu viel postuliert wurde, ich als Versicherer kann einen zusätzlichen E-Commerce-Shop für smarte Geräte bauen.

Olaf Schindler [00:21:41]:
Das braucht natürlich keiner, wir haben zu viele E-Commerce-Shops, weil man vielleicht überlegt hat, ich kann in gewisse Sensoren meine Kunden pressen. Das ist auch für einen Versicherer, der vielleicht kaum Kundenkontakt hat, nicht ein idealer Auftakt, diesen wieder herzustellen, indem man dem Kunden sagt, du müsstest jetzt den und den Wassersensor gebrauchen, der dann im zweiten Fall auch gar keinen neuen Engagementkanal öffnet, weil auf dem Wassersensor oder Rauchmelder ist es schwer Engagementcases zu legen. Und ich glaube, das ist so ein bisschen der Tenor, warum es totgesagt wurde. Ich kenne das aus der Energiebranche mit Eigenerzeugung und Elektromobilität, Das sah gar nicht groß anders aus. Ich glaube aber im Hintergrund kocht es und wir werden relativ in 5 Jahren wird es kaum eine Versicherung noch geben, die die IoT Prävention in die Risikoprämie nicht einfließt. Die werden nicht mehr wettbewerbsfähig am Markt Angebote platzieren können.

Sebastian Langrehr [00:22:31]:
Interessant.

Speaker A [00:22:33]:
Super starke These. Lass uns mal so ein bisschen auf die Daten schauen. Jetzt hat Sebastian schon eingangs die Ähnlichkeit der Namen erwähnt, wenngleich sie anders geschrieben werden, aber Du weißt ja auch und hast da durchaus auch schon teilgenommen, dass wir so ein Stück weit dafür stehen, Daten im Versicherungskontext zugänglich zu machen, Innovationen zu fördern. Wenn wir das Ganze mal umdrehen und auf dich blicken und du das bewerten müsstest. Wie blickst du auf einen Data-Act, der ja irgendwie auch IoT-Hersteller so ein Stück weit von dem Datenmonopol entfernt? Wie blickst du auf das Thema Offenheit im Kontext von Daten? Und was glaubst du, wann sind Menschen bereit, Daten auch zu IoT-Geräten mit einem Versicherer oder mit einem Dritten zu teilen?

Olaf Schindler [00:23:25]:
Also eine Menge an Fragen. Erstmal finde ich die Initiative Frida fantastisch, nicht nur wegen der Namensgleichheit und ich trage auch sehr fleißig die Socken vom letzten Event, wenn mein Hund nicht gerade sich einen unter die Pfoten gerissen hat und damit spielt. Also das sind Datensouveränität, Datenoffenheit sind Themen, die mich wirklich nachweislich seit über 15 Jahren jetzt eigentlich beschäftigen. Das hat damals mit Gaia X auch schon angefangen. Ich glaube, das ist Datensouveränität verbunden mit Datenoffenheit und standardisierten Schnittstellen, ist im Prinzip die Grundlage der neuen digitalen vernetzten Welt in die wir gehen. Alles andere wird nicht möglich sein. Also wir sind hier in Europa nicht in der Lage, dass wir die klassischen – und ich bin auch froh, dass wir das nicht sind – Winner-takes-it-all-Geschäftsmodelle bauen, die einfach an den etablierten Versorgern, Banken, Versicherungen vorbei mit so viel Venture Capital einen Markt aufreißen, dass ein Amazon nie hätte in Karstadt, Aldi oder Lidl fragen müssen, ob sie mitspielen. Das wird es hier nicht geben und da bin ich auch froh darum.

Olaf Schindler [00:24:27]:
Wenn es das aber nicht gibt, braucht es eben den Zusammenschluss vieler, die vielleicht nur Win-Win-Situationen erzeugen. Das können Vereine sein, die von Versicherungen gesponsert werden und gleichzeitig die Awareness für Use Cases zum Einstieg in die Prävention zu Hause bringen können, indem es mal emotional und weniger rational aus dem Underwriting heraus argumentiert wird. Das kann aber auch im Rahmen von Hackathon die Kreativität vieler Studenten sein. Also ich glaube und deswegen unterstütze ich diese ganzen Offenheitsthemen im Hinblick von Daten, Interoperabilität und vereinfachtem Datenaustausch ungemein und halte sie sogar für notwendig, aus Europas Sicht, diese auch nutzbar zu machen. Das ist nämlich der zweite wichtige Satz. Machen wir die nicht nutzbar? Und neben der technischen institutionellen Voraussetzung, dass Datenschnittstellen da sind, dass sie interoperabel sind, brauche es natürlich jetzt auch Organisationen, die darauf basierend, du hast es eben schön gesagt, die Verschmelzung von Sektoren, die die Kreativität dieser Interoperabilität auch in greifbare Use Cases und Angebote für die Kunden bringen. Da fehlt es mir ehrlich gesagt fast noch mehr als an der Grundvoraussetzung der Dateninteroperabilität, dass wirklich jetzt auch mal out of the box gedacht wird und nicht gesagt schön, dass wir jetzt uns die Daten hin und her schieben können, aber ich mache nur das, was regulatorisch verpflichtend ist oder das, was ich schon immer in meiner sehr linearen Wertschöpfungskette gemacht habe. Und wenn man das macht, dann kommen, glaube ich, so Dinge wie Fußball, Sport mit Lampen, mit Bewegung, mit Prävention und dann wird der Kunde, Da bin ich mir ganz sicher, wenn man ihn von vornherein auf die Reise mitnimmt und Win-Win-Situationen strickt und sagt, naja, wenn du dann ins Stadion gehst und du schützt deine Bude mit Anwesenheit vor irgendwelchen Einbrüchen und dann kriegst du einen kleinen Goodie von meinem gesponsorten Verein im Fanshop, weil ich ja weiß, dass du Fan vom Verein X bist, dann wird der Kunde bereit sein, und das wissen wir ja nach 20 Jahren digitaler Souveränität amerikanischer Unternehmen, dann wird der Kunde auch fleißig seine Daten teilen.

Olaf Schindler [00:26:26]:
Aber er wird das nicht in einem sehr dominierenden, aufgezwungenen Hardware- und Datenvertrag, wird das nicht machen, sondern es ist ein Stück weit der Aufbau 1 zwischenmenschlichen Beziehung der zwischen deutschen Unternehmen und Endkunden in den letzten Jahrzehnten, ja ich sage mal im Argen war, wenn er überhaupt existent war. Und wenn ich diese Beziehung wiederbeleben möchte, dann würde ich das auch eher sanft kundenzentriert machen und nicht mit der Axt ins Haus fallen.

Speaker A [00:26:53]:
Du hast mehrfach Ökosystem erwähnt. Ich glaube auch ein Begriff, der die Industrie, Plattformen, digitale Ökosysteme schon viele Jahre prägt, der auch irgendwie mal auf dem Peak des Hypes war und irgendwie gefühlt gerade nicht so im täglichen Sprech enthalten ist. Aber vielleicht kannst du noch mal kurz sagen, wen braucht es denn für so ein Ökosystem, wenn ihr sagt, ihr seid ein Teil dessen? Wer müsste denn da eigentlich Teil von so einem Ökosystem sein?

Olaf Schindler [00:27:25]:
Ich glaube, das ist natürlich sehr, sehr use case spezifisch, aber Nehmen wir mal 2 Use Cases kurz raus. Wenn man das Sport Verbindung mit Anweisung hat, Simulationen, da haben wir versucht, eine sehr einfache, eingängliche Story zu stricken, die die folgende Probleme, die im Smart Home bis heute nicht gelöst wurden, damit Hypothese gelöst werden könnten. Das eine Thema ist, wenn immer ich mich über SmartHome unterhalten habe, hat es viele Leute einfach überhaupt nicht interessiert, weil es als technisches, ja braucht keiner, das ist langweiliger Kram und ich glaube das ist klar, dass das bei einem Pitch mit Rauchmeldern und Wassersensoren genau in diese Ecke gehen würde. Wieso sind wir auf die Sportdinge gekommen, auf Ereignisse, die emotional positiv sind? Weil wir einfach sehen, wie irrational der Mensch ist und was so eine WM, die ist ja in ihrer Irrationalität gar nicht mehr greifbar, was die aber Massen bewegt. Und es braucht bei Datensouveränität, bei 1 Etablierung von Prävention über Versicherung, braucht es auch Emotionalität und Awareness. Es braucht erstmal Massen, die bewegt werden. Und Massen werden über Emotionen bewegt. Also haben wir in dem Fall festgestellt, naja, es braucht einen Emotionalen, der vielleicht von asiatischen Anbietern, die einfach über günstige Preise der Lampen in die Häuser kommen, etwas Lokales, Emotionales, was die Masse bewegt.

Olaf Schindler [00:28:47]:
Sport. Also in dem Fall wäre es Sport, wären es Vereine mit 1, wie ich finde, klassischen Win-Win zwischen dem Sponsoren, dem Versicherer und dem Verein und dem Endkunden, dem Fan. Also ein Stück weit.

Speaker A [00:28:58]:
Tristan, du hast jetzt mehrfach schon Sport gesagt, vielleicht kannst du noch mal ganz klar sagen, was ist der Case? Also was macht die Lampe? Die

Olaf Schindler [00:29:07]:
Lampe kann, also wenn der Kunde sich dann entscheidet mal nicht sein Smartphone zu nutzen, ist zu Hause, ist Fan vom Verein X, dann kann er sich die Lampe nutzen, kann sagen er möchte jetzt über die Lampe informiert sein, wie es denn beim Verein gerade steht und dann wird für jeden Verein dessen Lizenz wir dann über den Versicherer beispielsweise hätten die Lampe extremst positiv in Clubfarben leuchten, wenn dieser trifft. Also da haben wir Lichtdesigner dran gelassen, die wirklich auch, das ist ein sehr Adrenalinausschüttendes Ereignis, weil es in meinem Fall sehr emotional rot-weiß leuchtet. Und wenn der Gegner trifft, dann haben wir eben Lichtdesigner dran gelassen, dass es sehr langsam pulsierend, so ganz traurig weiß leuchtet. Und das ist ein komplett neuer Touchpoint für Vereine in die Wohnungen, in die Häuser rein, aber eben auch für Versicherungen. Einfach zu kommunizieren als Sponsor dieses Vereins, dass sie das Erlebnis nach Hause bringen und wenn er dann doch ins Stadion geht oder anderswo guckt, dass die gleiche Lampe vor Einbrüchen schützt. Also das ist ein relativ einfacher Marketing, eingänglicher Marketing-Slogan, der sehr kundenzentriert ist, aber die Kunden dort abholt, wo sie gerade sind.

Speaker A [00:30:14]:
Das heißt, wir haben eigentlich schon ein Match gefunden, nämlich deine Leidenschaft zu Fußball, zu diesem Verein und zu den potenziell dahinter liegenden Sponsoren als Versicherer. Habe ich richtig verstanden, oder?

Olaf Schindler [00:30:25]:
Das wäre ein Eintritt, den ich gerne mit Versicherung im IOT-Bereich wirklich mal glaubhaft ausüben würde, weil wir 100 Prozent überzeugt sind und uns die Daten das auch sagen. Das kann ein skalierbarer Case sein, in die Häuser zu kommen. Dass wir von da, das ist klar, als Plattform, Rauchmelder, Wassersensoren, aber Hardware-agnostisch anpinnen und gucken, ob er die auch hat und diese auch berücksichtigen in Sach- und Gesundheitsprävention. Das ist klar, das ist gar keine Frage, aber bitte nicht damit anfangen.

Sebastian Langrehr [00:30:55]:
Ja, richtig gut. Also unsere Folgen werden übrigens auch in der Zukunft, also sozusagen immer weiter gehört ab Release, wenn wir zurückblicken, haben wir Folgen, die sind ein paar Jahre alt, deswegen einen kurzen Timestamp draufgeklebt. Wir sind jetzt hier im Juni 2026 Und das ist sozusagen damit verbunden mit dem Aufruf Richtung Versichererwert BOK hier mal ein Proof of Concept mitzuarbeiten. Und gleichzeitig auch im Juni 26, wo jetzt da demnächst auch die WM beginnt, hat Trade Republic es tatsächlich eben geschafft eine Trikotsponsoring-Kampagne zu starten, die es den breiten Vereinen, also dem breiten Sport, den kleineren Vereinen ermöglicht, gegen einen ganz schmalen Taler, ich glaube 200 Euro oder so für ein Trikotset, Trikotsets zu kaufen für die Vereine. Das heißt, der Fußballverein, in dem mein Sohn Fußball spielt, kann jetzt für eine Mannschaft für 200 Euro ein von Trade Republic gesponsertes Trikotset zu kaufen. Und die Vereine, die selten genügend Geld haben, rennen dahinter her. Also wir sehen jetzt mal wieder, wie eine super Aktion ist. Check24 hat es vor einigen Jahren auch gemacht.

Sebastian Langrehr [00:32:06]:
Warum nicht jetzt auch mal einen Versicherer, der das ausnutzt und hier sinnvolle Kombinationen zusammenbringt und die Leidenschaft von Fußball. Gut, Julius Verein, bei ihm wäre dann mehr das weiße Licht an, oder? Nein, auch nicht? Kein Verein, kein Fußball. Okay, kein Treffer von mir jetzt gerade. Aber das ist super. Und gleichzeitig, lieber Olaf, also eingangs sagte Julia schon, starke Stimme, starke Podcaststimme. Ich könnte dir noch Stunden weiter zuhören und wir könnten noch weiter mit dir plauschen. Wir kommen tatsächlich schon fast ganz an das Ende der heutigen Aufnahme. Ich hätte noch eine Frage und dann wollen wir gerne mit dir auch unsere Abschluss Rubrik nochmal vollziehen.

Sebastian Langrehr [00:32:54]:
Die letzte Frage wäre tatsächlich, also wenn wir uns sozusagen in 5 Jahren wieder treffen, Welche Rolle wird Smart Light oder andere smarte Dinge im Alltag spielen? Welche Rolle werden Versicherungen und Prävention dabei spielen? Du hattest es vorhin schon teilweise angeregt. Was haben wir eventuell durch den Podcast heute ausgelöst?

Olaf Schindler [00:33:14]:
Also Ich glaube, wenn wir 5 Jahre nach vorne schauen, dann wird es für einige überraschend, für andere auch nicht, dann wird es den Zusammenhang zwischen IoT-Geräten und Prävention und auch einem aktiven Verständnis 1 Versicherten, dass der Versicherer auch emotional dabei hilft, gesünder und risikobewusster im Sinne von Sachprävention zu leben. Der wird einen etablierten Channel haben, mit dem er mehrere Touchpoints die Woche hat. Und das werden genau die Versicherungen sein, die jetzt anfangen, sich auf dieses unknown territory einzulassen, die in die Diskussion gehen mit Unternehmen wie uns, sich eben der Unsicherheit zu stellen, aber schnell zu lernen. Darum geht es und mutig dort reinzugehen. Die werden in 5 Jahren Teil 1 Welt sein. Ich glaube, es werden noch ganz neue Player, die aus ganz neuen Ecken kommen. Du nanntest gerade Trade Republic, die haben die Banken, glaube ich, auch vor ein paar Jahren noch nicht auf der Agenda gehabt. Die sich eben gerade schon breit machen im Haus, aber noch überhaupt nicht mit Versicherungen reden, sondern die erstmal Zugänge sammeln, Zugänge sammeln, Zugänge sammeln und Daten sammeln.

Olaf Schindler [00:34:20]:
Es wird also eine Koexistenz von bestehenden Versicherungen durchaus auch in konsolidierten Markt, Neueintretern geben, die dann aber ganz selbstverständlich in einem digitalen Hilfe stellen, die Risiken aktiv zu managen, sowohl gesundheits- als auch sachpräventionenübergeräte Zugriffe. Das wird ein ganz normales Verständnis der nächsten Generation der Versicherungen sein.

Sebastian Langrehr [00:34:40]:
Ein herrliches Selbstverständnis und passend zu uns in der Insurance-Mind-A-Community auch ein super Kreativitätspotenzial. Vielen Dank, Olaf. Wir wollen dich aber nicht gehen lassen, ohne mit dir über deine famous last words zu sprechen oder sie von dir zu hören. Und das ist die Rubrik, wo es gerne mal Stromberg-esk werden darf. Also hau mal richtig einen raus. Was kannst du schon mittlerweile gar nicht mehr hören oder was würdest du gerne öfter hören? Genau, hau mal einen raus.

Olaf Schindler [00:35:07]:
Hau mal einen raus. Ich habe, also, hm, ja, ich mache jetzt einen Klassiker, den wahrscheinlich schon der eine oder andere genannt hat, aber der ist wahrscheinlich einfach so nervig, Das haben wir schon immer so gemacht. Es ist so plakativ, ist glaube ich auch wie das Beispiel, dass Airbnb gar kein Hotels besitzt, in jedem Innovationspunkt vorne drin, aber es ist einfach so plakativ, dass ich das nicht mehr hören kann, weil die Kunden werden, das haben wir schon immer so gemacht, nicht mehr mitmachen. So, das ist Fakt. Und die Leute, die da jetzt nicht reingehen und dem auch mal entgegenstehen und Unsicherheit als das neue Normal hinnehmen, die werden verlieren. Und deswegen bitte nicht mehr, das haben wir schon immer so gemacht. Ja, das ist zumindest kein Argument, es weiter so zu tun.

Sebastian Langrehr [00:35:48]:
Bitte nicht mehr, das haben wir schon immer so gemacht. In der Tat, das hören wir an der Stelle gelegentlich. Und gut, dass du es nochmal schärfst und dafür sensibilisierst, dass wir gerne da mit Vorwärtsdrang und Zukunftsoptimismus in die Zukunft blicken können. Insofern sagen wir vielen Dank, Olaf. Vielen Dank natürlich auch Julius für den super spannenden Austausch heute. Und wie immer gilt, wenn euch diese Folge gefallen hat, liked, bewertet, teilt und hört wieder rein nächsten Montag bei Insurance Monday. Macht's gut und auf Wiederhören. Untertitel von Stephanie Geiges