Catwalk Talk des Modelinstitutes
Wir begrüßen Dich zum Catwalk Talk des Modelinstitutes zu dem die wichtigsten Entscheidungsträger der Fashionbranche eingeladen werden. Allen voran bekommt ihr direkte Einblicke in den BookingTable von Most Wanted Models und ihren Bookern. Wir sind für Dich da in allen Fragen rund ums Modeln. Du kannst kannst dir bei uns ausgewählte Coaches zur Seite holen oder unsere Kurse online und on Location Workshops besuchen. Hier im Podcast geben wir Dir noch tiefere Einblicke in die Menschen der Branche, wie beispielsweise Models, Fotografen, Caster, Agenten, Scouter, Produzenten und so vielen mehr. Schön, dass Du dabei bist, Wir wünschen Dir viel Spaß beim Zuhören und Lernen.
Catwalk Talk des Modelinstitutes
Svenja Holtmann plaudert aus dem Nähkästchen
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Svenja kennen wir vor allem als Partnerin von Till Schweiger, doch zu erzählen hat sie uns noch viel mehr und vor allem ein paar schöne Insights aus Ihrem Modelleben.
Wir begrüßen dich zum Catwalk Talk, dem Podcast des Model Institutes. Wir sind für dich da, in allen Fragen rund ums Modeln. Du kannst Mitglied bei uns werden, dir einen Megacoach zur Seite holen oder unsere Kurse online und on location besuchen. Im Podcast geben wir dir aber noch tiefere Einblicke in die Menschen der World War, wie beispielsweise Models, Fotografen, Caster, Agenten, Scouter, Produzenten und so viel mehr. Schön, dass du dabei bist. Wir wünschen dir viel Spaß beim Zuhören und Augen.
SPEAKER_01Hallo liebe Zuhörer unseres Catwalk Talks. Heute habe ich Svenja Holtmann bei mir in der Leitung, ein sehr erfolgreiches internationales Model seit zig Jahren schon auf dem Markt. The one or the other kennt sie vielleicht auch aus Presse and Medien. Svenja, erzähl mal, wie bist du denn zu Modeln gekommen?
SPEAKER_02Da war ich gerade 19, das war 2007. Da habe ich bei einem Modelwettbewerb in Hamburg mitgemacht. Aber nicht wissen had my Mutter angemeldet. And that was organised from einem Katalog and einer Zeitschrift. And ich kam aus der Schule nach Hause and my Mutter diesen Wisch unter die Nase and meinte, wir sind nach Hamburg eingeladen. Und genau, dann habe ich da mitgemacht und habe diesen Contest gewonnen. Und da, ja, das war so der Startschuss. Also da hatte meine damalige Agenturchefin mich dann angesprochen auf der Aftershow-Party und gefragt, ob ich mal vorbeikommen möchte. Und dann bin ich dann eine Woche später hingefahren nach Hamburg. Das war für mich als Dorfkind eine Reise in die Großstadt. Das war schon sehr spannend. Und ja, und dann haben die mich direkt aufgenommen und so ging das los. Also ja, 2007 war das.
SPEAKER_01Ist ja verrückt. Und hattest du dann bei dem Contest schon gleich den ersten Job gewonnen?
SPEAKER_02Ja, also das war dann so, der Gewinn des Contests war ein professionelles Fotoshooting mit diesem besagten Magazin. Das war für mich damals als junges Mädchen natürlich super spannend. Aber im Endeffekt war das eigentlich gar nicht so cool. Es war also, ja, die Bilder habe ich nie benutzt. Also ich habe mit dem Gewinn des Contests auch keinen Vertrag gewonnen, sondern halt eben nur dieses Shooting. Und Titel, also das wurde dann der Titel von dem Magazin. Und das war aber ja damals ein super toller Gewinn, aber ich bin dann eigentlich erst später an den Model-Vertrag gekommen, als ich dann, wie gesagt, die Agentur da besucht habe, eine Woche später.
SPEAKER_01Wie viele Teilnehmer gab es da bei dem Contest?
SPEAKER_02Das waren so, ich glaube, ausgesucht, eingeladen zu dem Contest wurden, glaube ich, so 20.
SPEAKER_01Aber es war der Startschuss in eine große Karriere.
SPEAKER_02Ja, eigentlich schon. Das waren so die Anfänge. Also ich erinnere mich noch gerne daran zurück.
SPEAKER_01Wie ging es denn dann weiter? Du warst dann bei der besagten Agentur und dann ging es los mit Shootings oder erstmal mit Test-Shootings oder mit Shootings?
SPEAKER_02Genau, also eigentlich bin ich direkt nach Mailand geflogen. Also ich hatte, ich steckte da gerade in den Abi-Prüfungen und habe dann meine Prüfung gemacht und bin dann nach Mailand. Und ja, wurde halt so ein bisschen ins kalte Wasser geworfen. Also ich konnte mich halt auch kaum, also Kommunikation war ein bisschen schwierig, weil ich sehr schlecht war in Englisch. Ich habe ja also kaum irgendwie mitteilen. Und die Italiener waren jetzt auch nicht so fit. Und das war halt, ich hatte mich da an ein anderes Mädchen so dran gehängt, mit der ich mich auch super angefreundet habe. Die kam aus Litauen und mit der habe ich ein Zimmer geteilt. Und ja, und dann war ich, glaube ich, schon so zwei, drei Monate in Mailand und bin dann über die Agentur in Mailand dann immer zu Castings geschickt worden. Also damals gab es ja noch keine, noch nicht wirklich so Smartphones. Also die haben mir einen Stadtplan in die Hand gedrückt und eine zwei Zettel voll mit Adressen und haben dann gesagt, ja, dann see you later. Und dann musste ich halt irgendwie mir gucken, was am meisten Sinn macht, wie ich mir die Zeit einteile und kannte am Ende dieser Zeit in Mailand echt jede kleine Ministraße. Und ja, habe natürlich auch viele Leute kennengelernt, also viele Mädels, andere junge Models aus aller Welt. Und ja, das war schon echt spannend.
SPEAKER_01Das ist richtig Learning by Doing dann gewesen. Bei uns im Forum übrigens, beim Model-Institut, gibt es dann auch Tipps und kleine Tricks, wie man in den jeweiligen Modelstätten gut von A nach B kommt. Wir schreiben euch das alles runter. Also schaut einfach rein. Und hast du da dann schon die ersten größten Jobs auch abgesandt oder kam das erst später?
SPEAKER_02Ja, also ich habe da natürlich auch viele Test-Shootings gemacht, um halt ein Portfolio zu bekommen. Also halt viele Bilder von verschiedenen Fotografen und habe da aber auch schon die ersten Jobs bekommen. Ja, aber das war eigentlich so eine Plus-Minus-Null-Rechnung. Also man kam ja da an und hatte dann schon mal ein Minus auf dem Konto, weil die Agentur ja die Kosten für die Reise und für die Unterkunft vorgestreckt hat. Und dann musste man quasi dagegen anarbeiten. Aber ich habe da schon erste Jobs gemacht. So, ich weiß noch, es war viel für Haare, Wäsche, also Unterwäsche und so Lookbookshootings. Also für Lookbooks war da immer viel in Mailand. Genau.
SPEAKER_01Und gab es da mal ein Thema bezüglich Ernährung oder Abnehmen? Ich habe jetzt von anderen Models, mit denen ich auch schon im Podcast gesprochen habe, gehört, dass die Mailänder Agenturen da früher wo sehr, sehr streng waren.
SPEAKER_02Ja, total. Also ich war eh, also als ich angefangen habe zu modeln, wurde mir damals auch in Hamburg schon gesagt, sie finden mich ganz toll, aber ich muss abnehmen. Also wurde schon so immer in meinem Hinterkopf. Dass ich ja, also das ist natürlich dann so ein Traum, den man dann hat, aber dann unter, ja, so eine Bedingung gestellt. Und das schwirrte mir halt die ganze Zeit im Kopf rum. Und das war auch zeitweise echt nicht gesund. Also ich habe da, bin ich ganz ehrlich, mich teilweise echt dann nur von Obst und Gemüse ernährt.
SPEAKER_01Aber immerhin. Wenigstens hast du was, ich habe ganz, ganz andere Geschichten gehört von Dingen, die man wirklich nicht essen sollte und zu sich nehmen sollte, die extrem gesundheitsgefährdend sind. Aber klar, nur Obst und Gemüse hält der Körper auch nicht lang durch.
SPEAKER_02Nee, also ich habe da aber auch ganz krasse andere Storys noch mitbekommen von anderen Mädels. Ein Mädel hat da nur Red Bull getrunken den ganzen Tag, um halt Energie zu haben. Oh mein Gott. Eine andere hat halt am Essenstisch die Pizza wieder in die Serviette gespuckt und also ganz schlimm. Also es war wirklich ganz, ganz schlimm. Also es wurde so ein unterschwelliger Druck ausgeübt, weil halt auch bei jedem Besuch in der Agentur halt Hüftumfang gemessen wurde. Bei jedem Besuch. Genau, ich kann es halt nicht sagen, wie es heute ist. Vielleicht ist es auch heute ganz, ganz anders. Aber damals, ich meine, das ist ja jetzt auch schon fast 15 Jahre her, war das halt so. Und da muss man halt als junges Mädchen dann irgendwie, als junge Frau, halt schon irgendwie ein gewisses Selbstbewusstsein haben, um überhaupt damit umzugehen. Und das hatte ich nicht. Also ich war halt immer sehr schüchtern und ja, das hat sich dann erst über die Jahre durch die ganzen anderen Reisen entwickelt, dass ich da dann irgendwann ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt habe.
SPEAKER_01Wir versuchen bei uns im Institut schon präventiv gegen solche Thematiken vorzugehen. Denn ich denke, dass gerade das Thema Ernährung, wenn man da einmal eine schlechte Erfahrung mitgemacht hat oder einmal so hart kritisiert wurde, das verfolgt dich teilweise ein Leben lang. Und man hat immer wieder im Kopf und das kann die Psyche sehr, sehr stark belasten.
SPEAKER_02Ja klar, vor allen Dingen, wir waren Mädels, die waren irgendwie 15. Also das ist, die konnten kein Wort Englisch und sind da irgendwie aus, also viele auch aus Osteuropa, so Tschechien und so, sind da hingeschickt worden, alleine, ohne Eltern. Also es ist halt schon echt, ja, also es war damals, ich weiß halt wie gesagt nicht, wie es heute ist, aber damals habe ich schon gedacht, wow, also wenn ich eine Tochter hätte, würde ich das so früh jetzt nicht unterstützen.
SPEAKER_01Ja, das ist schon eine Hausnummer, man muss sich gut vorbereiten, mental vor allem und ich denke, dass wir da mit unserem Institut den Mädchen und Jungs da sehr, sehr gut auf die Sprünge helfen können, dass sie da etwas gestärkter hingehen. Wie war das denn nach Mailand? Was war denn deine nächste Station? Bist du erstmal zurück nach Hamburg oder geht es woanders?
SPEAKER_02Ich bin nach Paris direkt im Anschluss und habe da das gleiche Programm eigentlich gemacht. Also da war ich dann auch monatelang in Paris. Und da war es ja noch eine Nummer krasser. Also da nehmen die Agentur noch mehr Prozente. Aber du hast auch andere Gagen gehabt, wenn du mal einen Job bekommen hast. Aber das war halt, da waren halt sehr, sehr viele Mädchen und da ging es halt auch immer sehr darum, sehr schlank zu sein. Und ich war halt von Natur aus nie so, es gibt ja so Mädels, die sind einfach, haben halt einfach vom Stoffwechsel her. Es ist halt ein Geschenk, die können halt essen, was sie wollen und werden nicht dick. Ich gehöre nicht dazu. Ich muss halt wirklich darauf achten. Und deswegen war das halt für mich halt immer so ein bisschen so ein Kampf gegen den eigenen Körper. Ja, also es war wirklich am Anfang habe ich das halt wirklich, diesen Kampf geführt und irgendwann habe ich es dann aufgegeben und habe halt gemerkt, dass es halt auch funktioniert, wenn ich einfach so bin wie ich bin. Und das habe ich dann aber erst nach, ich war ja dann ja in Paris, dann war ich in London, auch über mehrere Wochen, in Barcelona, dann war ich in Istanbul, Tel Aviv, Kapstadt, ja, das war es dann eigentlich. In Sydney war ich ja auch noch. Und in Miami und das halt immer über sehr lange Zeit aus dem Koffer gelebt und ja, habe dadurch aber halt auch sehr viel gelernt und habe ganz viele tolle Orte gesehen and habe viele tolle Menschen kennengelernt. Und es ist wirklich auch bis heute ein Traumjob für mich. Also ich bin ja jetzt schon in der kleine Modeloma. Ich bin ja jetzt schon 33 und ich hätte nie gedacht, dass ich das so lange machen werde. Ich habe halt am Anfang gedacht, ach ja, jetzt so nach dem Abitur, ich wollte eigentlich Aupair-Mädchen werden in den USA, weil ich halt auch reisen wollte. Und dann kam halt das Model so dazwischen, das Modeln und dann musste ich mich entscheiden und habe mich dann fürs Modeln entschieden. Und weil ich ja primär das Aupair-Mädchen auch machen wollte, umzureisen. Und dann dachte ich, ach komm, dann kann ich doch jetzt auch modeln, wenn ich die Chance habe dazu. Und es ist im Nachhinein wirklich ein krasser Prozess gewesen, auch für mich selber. Aber im Nachhinein würde ich, also sage ich halt immer noch, dass es ein Traumjob ist. Ich mache es halt immer noch super gerne. Ich komme immer noch super gerne zum Set und treffe dann irgendwie alte Bekannte wieder, die man mal vor Jahren in London getroffen hat oder so. Und ja, es wird halt nie langweilig und ja, es macht einfach Spaß. Also wenn man sich halt so ein bisschen frei macht und sich nicht diesem Druck hingibt.
SPEAKER_01Das ist es auch, das stimmt. Man muss da mit, das ist total schwer, aber man muss mit einem entspannten Geist an die Sache rangehen, sonst macht man sich wirklich verrückt. Und ich habe das auch tatsächlich immer als ein bisschen Mittel zum Zweck, auch für mich genommen. Ich wollte reisen, ich wollte Kulturen, Länder, Sprachen kennenlernen. Das hat echt gut funktioniert durch das Model. Gab es denn auch mal schlechte Erfahrungen?
SPEAKER_02Ja, also auf jeden Fall, gerade in der Anfangszeit. Also da hatte ich dann teilweise auch so Fotografen, die dann halt auch, also dann halt so ein bisschen übergriffig wurden. Also die nutzen dann schon ihre Position dann aus. Es gab ja dann letztens irgendwie so, wurde das glaube ich alles aufgedeckt. Da wurde so eine Blacklist irgendwie veröffentlicht. Und dann habe ich darauf geguckt und dann habe ich tatsächlich einen Fotografen aus Paris, mit dem ich genau dieses Thema hatte, auf dieser Blacklist gefunden. Und habe mir dann nochmal so den E-Mail-Verkehr angeguckt und so. Und da dachte ich so, wow, krass. Also damals habe ich das überhaupt nicht so empfunden. Da ja, aber es war im Nachhinein einfach nicht okay. Also das, das habe ich schon, ja, mit, aber selten. Also vielleicht so mit zwei, drei Fotografen, die dann halt versucht haben, sich an einen halt ranzuschmeißen oder halt irgendwie ja, halt jetzt topless fotografieren wollten oder so, wenn man das nicht wollte. Aber das kam selten vor, muss ich sagen. Und ansonsten habe ich jetzt eigentlich so nicht wirklich. Ja, doch, einmal hatte ich halt eine Agentur, wo ich das Geld nie bekommen habe. Die sind dann pleite gegangen und das war halt auch ärgerlich, aber da hatte ich so viel Spaß, dass es mir am Ende auch egal war. Das war so eine coole Reise, wo ich dachte, ach komm, scheiß drauf. Aber jetzt im Nachhinein hätte ich da vielleicht ein bisschen beharrlicher hinterher sein müssen. Aber das passiert halt, ne? Das ist, ja.
SPEAKER_01Ein bisschen Berufsrisiko, wobei auch da, ich glaube, man, wir können da im Model-Institut zum Beispiel und im Forum gibt es auch eine Rechtsabteilung, wo wir ein paar juristische Tipps noch mitgeben können. Ja, aber klar, wenn der Agentur pleite geht, gibt es natürlich auch eins, zwei Schritte, die man noch gehen kann. Dazu dann mehr im Forum oder auch in unserem monatlichen Zoom-Calls, wenn da jemand direkt gerade ein aktuelles Problem hat und ein akutes. Aber ja, die Übergriffe von den Fotografen, der Markt ist zum Glück etwas transparenter geworden. Auch durch die sozialen Medien natürlich und die Öffentlichkeit. Wie war das denn bei dir? Wie kamst du mit den sozialen Medien zurecht? Macht dir das Spaß? Bist du da gerne? Ich habe gesehen, du bist bei Instagram ja auch sehr aktiv. Ist das ein neues Berufsfeld? Hat sich das jetzt erweitert?
SPEAKER_02Ja, das hat sich tatsächlich erweitert. Also ich habe, ich mache das ja wirklich schon ziemlich lange, aber habe es am Anfang nur so als Hobby gesehen und habe immer so private Schnappschüsse geteilt und fand diese Fotobearbeitungsoption ganz cool, was man ja jetzt gar nicht mehr nutzt, diese ganzen Filter, die man da früher irgendwie ausprobiert hat. Und jetzt finde ich es tatsächlich echt eine gute Möglichkeit, sich Inspiration zu holen, auch in Kontakt zu bleiben mit Bekannten, zu sehen, was macht die gerade. Und ich finde es eine super Möglichkeit, aber man muss es halt in Maßen irgendwie konsumieren. Ich habe ja auch ein kleines Kind und ich möchte halt nicht, dass der mich irgendwie dann in Erinnerung hält, dass ich halt immer nur am Handy klebe und es halt hat halt schon einen kleinen Suchtfaktor. Aber ich versuche das irgendwie auf den Abend zu beschränken. Und ja, man kann halt darüber halt sich, wie gesagt, schöne Inspiration holen und ja, auch schon Jobs jetzt generieren auf jeden Fall.
SPEAKER_01Zweites Einkommen ist es schon auch. Wie man da bei Social Media richtig Gas geben kann, verrät euch unser Social Media Coach bei Model Institute, da einfach mal reinschauen. Da kommt demnächst ganz viel toller Input. Du warst ja auch mal recht präsent in der Presse. Deine Ex-Freund war ja der Tilt Schweiger, ich glaube, das wissen alle unsere Zuhörer. Wie war denn die Erfahrung mit den Bild-Zeitungen, mit der Presse, mit TV-Auftritten, mit Interviews? War das für dich unangenehm? Musste man sich da erst irgendwie reinfinden? Gab es da fiese Journalisten?
SPEAKER_02Nein, überhaupt nicht, aber ich habe auch keine Angriffsfläche geboten, weil ich war Anfang 20 und war sehr schüchtern und wollte nie, wenn wir irgendwie irgendwo waren bei irgendwelchen Events, bin ich halt immer an den Fotografen und Mikrofon vorbeigegangen, weil ich keine Interviews geben wollte. Ich habe mich da so ein bisschen zurückgehalten, was ich im Nachhinein auch gut finde. Und es war natürlich super spannend für mich. Klar, also man ist in so eine andere Welt nochmal eingetaucht, auch dieses ganze Schauspielbusiness und die ganzen tollen Veranstaltungen. Und es war sehr, sehr spannend auf jeden Fall. Aber ja, es war neu, aber wie gesagt, ich habe mich halt dem gar nicht hingegeben. Also ich habe mal ein paar Fotos gemacht auf einem Event oder einer Premiere, aber ich habe ja jetzt sehr, sehr, sehr selten Interviews gegeben.
SPEAKER_01Hatte denn das auch bei dir Interesse geweckt an einem Schauspielern? Hättest du da Lust hast?
SPEAKER_02Ja, ich hatte ja so kleine Mini-Rollen in zwei von Tils Filmen. Da habe ich, was habe ich denn da gemacht? Da saß ich einmal auf einer Parkbank mit Kirschen in der Hand und nein, also er hatte mich das schon auch gefragt, ob ich da Interesse habe, aber ich war da eigentlich ganz happy mit meinem Job und es hat mich jetzt nie so gereizt. Also die Schauspielerei. Ich habe da gedacht, ach, dann lasse ich lieber den anderen den Vorrang, die da wirklich für brennen. Und hab da einfach weiterhin meinen Modeljob verfolgt.
SPEAKER_01Und hat er dich unterstützen können? Hat man das gut kombinieren können? War das easy oder musstest du viel absagen auch?
SPEAKER_02Nö, ich habe ja schon dann immerhin weiterhin mein Ding gemacht so und er konnte das manchmal auch nicht verstehen, warum ich dann jetzt für so und so viele Tage weg sein muss.
SPEAKER_01Die wahrscheinlich kein Freund oder kein Partner und dann alle immer lange Gesichter machen, die dann immer wegsehen.
SPEAKER_02Genau. Aber nee, der hat das super unterstützt. Also es war, nö, das war gut zu vereinbaren.
SPEAKER_01Und dein heutiges Glück? Du hast gesagt, du hast ein Kind. Geht es da noch weiter?
SPEAKER_02Ja, ich habe ein Kind, der ist jetzt knapp zwei und bin jetzt schwanger mit dem zweiten kleinen Bub. Also ich bin eine Jungsmama durch und durch. Und der kommt jetzt im August, der zweite.
SPEAKER_01Wow, und kann man das Modeln auch machen, wenn man schwanger ist?
SPEAKER_02Ja, also ich habe jetzt echt das gar nicht erwartet, dass das so gut läuft, aber es lief jetzt in der zweiten Schwangerschaft richtig, richtig gut mit Modeljobs. Also irgendwie sind echte Schwangere gefragt, habe ich das Gefühl. Also ich habe viel gemacht, also ganz viele Shootings, also auch um Werbung habe ich gemacht oder auch so Sportklamotten. Nee, es lief richtig gut. Also über Instagram wird es jetzt auch mehr.
SPEAKER_01Nee, es macht Spaß. Ist echt cool. Ist vor allen Dingen schön, dass sie jetzt auch da ein bisschen Authentizität an den Tag legen. Ich erinnere mich, als ich nicht schwanger war, wurde mir oft ein schwangeren Bauch umgebunden. Genau, ja. Aber jetzt auch da nimmt das scheinbar jetzt ein bisschen mehr Einzug.
SPEAKER_02Ja, also das stimmt. Also das habe ich auch, die Erfahrung habe ich auch gemacht, dass ich ganz oft diesen Bauch umgebunden bekommen habe. Und jetzt werden tatsächlich öfter echte Schwangere gesucht. Also es ist einfach echter. Ja, es ist echter und authentischer. Das ist schon cool.
SPEAKER_01Könntest du dir vorstellen, dass du auch deine Kinder da drin fördern würdest, unterstützen würdest, dass auch die Kindermodels werden und dann weitergehend in dem Business Fuß fassen?
SPEAKER_02Also das, ja, ich habe ja zwei Jungs, also einen Jungen, aber ich werde ja dann noch einen zweiten Jungen bekommen, wenn alles gut läuft. Also ich weiß es nicht, wenn er, also wenn mein Großar, wenn Carlo da jetzt von sich aus Bock drauf hat, dann würde ich das natürlich unterstützen. Ich würde das jetzt aber nicht forcieren, weil es ja schon auch jetzt nicht so eine sichere Nummer ist. Also es ist klar schön, um Erfahrung zu sammeln und so, aber ich möchte ihn jetzt auch nicht, also ich möchte ihn so oder so nicht vermarkten oder irgendwie nur sein Gesicht in die Kamera halten. Es muss er selber entscheiden, wenn er älter ist, ob er da Lust zu hat. Und dann würde ich das natürlich unterstützen und dann damit hinfahren und so. Aber sobald ich merke, dass das für ihn ja keinen Spaß bedeutet, dann würde ich das auch beenden.
SPEAKER_01Dass man als Model oder als angehendes Model ein zweites Standlein braucht?
SPEAKER_02Hab ich immer gedacht. Also ich habe immer gedacht, ach Mensch, ich muss doch irgendwann nochmal was Vernünftiges machen, in Anführungsstrichen. Ich will jetzt auch nicht den jungen Mädels was anderes raten, aber für mich hat es immer gepasst. Also ich hatte die ganzen Jahre kein zweites Standbein und habe mal ein Studium angefangen, dann auch mal ein Fernstudium angefangen und habe aber gemerkt, dass du, wenn du ein kommerzieller Typ bist, kannst du das halt ewig machen. Und es lief halt eigentlich bei mir die Jahre über immer besser. So dass ich, ja, ich hatte ja zwischendurch mal eine Agentur gegründet für Hochzeiten, so Events und das hat sich ja dann auch leider zerschlagen. Ich habe einfach immer am meisten gemacht über das Modeln. Aber ich habe mich auch selber breit aufgestellt. Also ich habe ja mehrere Agenturen, die mich da unterstützen. Und ich glaube, dass das, also wenn man das hauptberuflich macht, dass das wichtig ist. Also das würde ich auch allen Mädels raten.
SPEAKER_01Man muss so ein bisschen rein spüren und reinfühlen, wie ist der Markt, wie komme ich an, wo arbeite ich gut, in welchen Ecken des Landes noch nicht. Wenn man jetzt in Deutschland sesshaft ist, reist du noch? Oder ist das mit den Kindern gerade?
SPEAKER_02Ja, also ich reise noch, aber momentan eigentlich innerhalb Deutschlands. Also ich war jetzt zwei Tage in Süddeutschland für ein Shooting. Also das geht jetzt alles noch, wenn jetzt der Kleine kommt, das Baby kommt, dann werde ich ja auch erstmal stillen. Aber ich habe auch in der Stillzeit mit Carlo ihn auch oft mitnehmen können. Da waren die Kunden echt super cool. Also da habe ich halt gesagt, ja, ich habe ein kleines Baby, ich stille den alle zwei Stunden und da hatten die meisten kein Problem mit. Also ich habe ihn echt oft mitgenommen und versuche das halt immer noch weiterzumachen. Und mache jetzt aber, wie gesagt, Reisen nur innerhalb Deutschlands. Also alles, was jetzt über, ich war jetzt noch nicht länger als zwei Tage von ihm getrennt. Eigentlich nicht mal länger als eine Nacht. Eine Nacht war ich mal von ihm getrennt. Und sonst hatte ich ihn halt immer dabei.
SPEAKER_01Fantastisch, dass man das wirklich integrieren kann. Egal in welcher Lebensphase man sich befindet. Junge 20, verheiratet und ähnliches, man kann den Beruf ganz gut in sein Leben integrieren.
SPEAKER_02Hätte ich auch nicht gedacht damals. Ich hätte gedacht, ach, wie gesagt, ich mache das so ein paar Jahre und dann mache ich was Bodenständiges, was Regelmäßiges und werde dann irgendwann Mama und dann mache ich es gar nicht mehr. Und es ist alles komplett anders gelaufen.
SPEAKER_01Was ist denn der größte und schönste Job, an den du dich zurückerinnerst?
SPEAKER_02Da gibt es ziemlich viele. Aber das Highlight war eigentlich meine Werbekampagne für Raffaello. Ferrero Raffaello, da sind wir ja nach, da sind wir auf die Malediven gereist. Und da hatte jeder vom Team so eine In-Ocean-Villa. Also die waren, also es waren halt, es war halt traumhaft schön. Also wir sind ja erstmal auf dieses Atoll nur hingekommen mit so einem Wasserflugzeug. Das war halt schon ein Riesenabenteuer. Und dann hatte halt jeder halt so eine Villa, das war halt unfassbar. Aber man war da alleine. Das war halt so ein bisschen die Downside, weil ich weiß noch, ich habe mit meinem damaligen Freund dann da über Skype ihm das alles gezeigt und man will dann natürlich so schöne Orte auch gerne so mit den Liebsten teilen. Aber ja, das war halt, das war halt, glaube ich, echt das Highlight. Und dann natürlich auch viele Reisen, die ich jetzt so gemacht habe, in Kapstadt oder in Sydney, da Australien, da habe ich auch schon coole Orte gesehen. Aber vom Job her war eigentlich dieser Raffaello Job auf den Malediven am coolsten.
SPEAKER_01Und da spürt man dann wieder die Kombination aus Einsamkeit. Man fliegt ohne Familie und Freunde hin und aus dem Wow, was das Modeln einem einfach tatsächlich bieten kann. Da geht es echt hoch und runter mit den Emotionen. Aber das ist doch ein wunderschöner Abschluss unseres Podcasts, liebe Svenja. This macht doch Lust, sich as Model to bewerben, sich forzustellen, or in seiner Karriere zu arbeiten. Vielen, vielen Dank, liebe Svenja. Ich freue mich sehr that weiter zusammengefunden haben. Total gemacht. And we hören uns bestimmt auch nochmal when we dürfen.
SPEAKER_02Ja, super, gerne.
SPEAKER_01Toi, toi, toi for deine. Drücken dir die Daumen und freuen uns wieder von dir zu weiter zu lesen. Dankeschön.