“Nach der Lean Philosophie kann man eben sagen, Verschwendung oder als Verschwendung werden alle Dinge definiert, wo ein Kunde nicht bereit ist, Geld für zu bezahlen. Wie zum Beispiel eine Kaffeepause.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von BIM & Bier. Heute haben wir ein schlankes Thema für euch mitgebracht. Ihr habt den Begriff sicher alle schon gehört und er wird gehyped wie BIM vor 5 Jahren.
Ich spreche von Lean. Lean Project, Lean Management und wie sie alle heißen. Aber ich stelle mir die Frage, was ist dieses Lean eigentlich und macht das wirklich schlank?
Um darüber zu sprechen ist heute Lisa Schaab bei uns. Auch wieder dabei sind Scheinfahrer Sadi und Gerrit Hoppe.”
“Also passend zum Thema Lien haben wir ein ganz lienes Bier mitgebracht. Nein, so lien ist es eigentlich nicht. Also wir trinken heute Chiemseeher Hell vom Chiemseeher Brauhaus.
Und zwar ein typisches Hell ist so aus dem süddeutschen Raum. So eine mittlere Stammwürze, so um die 11 Prozent, kommt so ungefähr 4, 8 Prozent Alkohol dann bei raus. Dieser Alkoholgehalt ergibt sich ja aus der Stammwürze.
Das können wir mal in einer anderen Folge erklären. Gehört, wie viele, viele andere Biere heute in Deutschland, leider zur Heineken-Gruppe. Also die Frage, ist es ein bayerisches Bier?
Naja, irgendwie nicht. Es ist auch holländisch, ein bisschen amerikanisch. Und ja, besticht zu seinem vollmundigen Charakter, geht es ein bisschen ins Hopfige, aber bleibt halt doch relativ flach von seinen Nuancen her.
Aber das werden wir gleich sehen.”
“Aber es gehört nach wie vor ins deutsche Reinheitsgebot oder nicht? Weil als Prinzipienreiter ist das ja schon wichtig.
Also ja, die werden auf jeden Fall nach dem deutschen Reinheitsgebot brauen, weil das ist das Totschlagargument überhaupt. Da wird auch nichts anderes drin sein. Warum sollten die was anderes reinmachen?
Weiß ich ja nicht. Wir haben kein abgefahrenes Ziel. Also das lässt sich alles mit Gersten, Hopfhörn und Basta bewerkstelligen, was die da machen wollen.
Ja, aber es ist nach dem deutschen Reinheitsgebot gebaut, da musst du dir keine Sorgen machen. Von 1689.
Das ist mir wichtig. So, ich probier's jetzt mal.
Diese Vollmundigkeit, ne?
Ja, fantastisch.
So, wo wir das Bier alle aufhaben, kannst du losgehen.
Stellst du dich kurz vor?”
“Ja, erstmal hallo zusammen und danke, dass ich heute hier bei euch in dem Podcast sein darf. Das freut mich persönlich sehr.
Ich bin jetzt seit vier Jahren, glaube ich, schon bei der Formitas, mache hauptsächlich BIM-Management, auch mal BIM-Gesamtkoordination und beschäftige mich aber schon länger mit dem Thema Lean auch aus dem Studium heraus und danach auch auf ein paar Tagungen und habe mich ja mit dem Thema auseinandergesetzt.
Was ist denn dieses Lien überhaupt? Also schlank sein ist es, glaube ich, nicht, oder? Was ist irgendwas, was schon was mit sparsam zu tun hat?
Ja, also Lean Construction ist ja eigentlich auf die Baubranche bezogen. Die Philosophie hat den Ursprung eigentlich bei dem Unternehmen Toyota und im Gegensatz zu den Automobilfirmen damals in Amerika, welche ihre Gewinne hauptsächlich eben über zum Beispiel große Stückzahlen eingefahren haben, hat Toyota es geschafft, über diese Philosophie mit kleinen Fertigungszahlen auch in schwierigen Zeiten, wie zum Beispiel der Ölkrise, trotzdem verhältnismäßig hohe Gewinne einzufahren. Und insgesamt kann man sagen, dass eine Erhöhung der Produktivität zum Beispiel durch eine Eliminierung von Verschwendung erreicht werden kann.”
“Also vielleicht ein konkretes Beispiel aus dem Arbeitsalltag. Ich meine, wir kennen das alle, wenn man so acht Stunden arbeitet, dann gibt es irgendwie Zeiten, in denen man super produktiv ist, in denen man zum Beispiel konzentriert einen AIA entwickelt. Und dann gibt es vielleicht auch Zeiten, wo man mal einen Kaffee holt oder ein Dokument auf dem Server sucht oder noch mal ein Miro-Board anschauen muss oder was auch immer.
Oder man guckt einfach mal aus dem Fenster oder hat ein sinnloses Meeting und...
Und so kann man eben sagen, es gibt Seiten, die produktiv sind, also wo man wirklich Wertschöpfung betreibt. Und es gibt Stücke, die man als Verschwendung bezeichnen kann. Und jetzt ist vielleicht noch konkret wichtig oder es wäre wichtig, darüber zu reden, wer entscheidet denn, was Verschwendung ist.
Man könnte jetzt auch sagen, irgendwie die Kaffeepause setzt die Grundstein zum Beispiel für einen produktiven Nachmittag oder so. Aber bei der Lin-Philosophie geht es wirklich darum, dass man sich überlegt, wer würde das definieren? Das wäre im klassischen Fall bei einem produzierten Objekt ein Kunde.”
“Also wo ist bereit, ein Kunde wirklich für Geld zu bezahlen? Und jetzt gibt es da Verschwendungsarten, die man definieren kann und auch viele Methoden, wie man solche Verschwendungsarten aufdecken kann oder vermeiden kann. Aber ich glaube, so in der Theorie wird das jetzt den Rahmen sprengen, aber so erstmal vielleicht zum Konzept, wie sich Lin zusammensetzt.
Das klingt erstmal spannend. Wie würdest du sagen, hilft Lin bei der BIM-Philosophie oder bei der BIM-Arbeitsweise? Kann man das verheiraten, gehört das zusammen?
Wurde das schon immer so gemacht oder ist das jetzt irgendwie was Neues?
Also ich glaube, man kann BIM machen ohne Lin und Lin ohne BIM. Aber es greift gut ineinander. Und eigentlich jeder, der sich irgendwie mit BIM beschäftigt, beschäftigt sich mit digitalen Prozessen.”
“Und ich meine, digitale Prozesse müssen in irgendeiner Weise standardisiert sein, zum Beispiel, damit Computer sie verarbeiten können. Irgendwie Attribute müssen gut gewählt werden und so weiter und so fort. Ja, und wenn man diese digitalen Prozesse aufsetzt oder dass die Arbeitsmethode BIM durch die digitalen Technologie neue Arbeitsmethoden ermöglicht, dann strukturiert man diese neuen Arbeitsprozesse natürlich auch schlank und effizient.
Und das kann man zum Beispiel mit Ihnen tun.
BIM-Manab Ist das denn irgendwas, was irgendwie super neu ist? Oder hast du das Gefühl, dass das bereits schon in Teilen gemacht wird? Auch zum Beispiel von der Formitas AG oder ähnlichen Unternehmen, von Architekturbüros.
Nur, dass die Leute bis jetzt nicht wussten, dass es Lean Construction ist zum Beispiel oder dem keinen Namen gegeben haben. Ist das irgendwie schon, wird das schon teilweise gelebt oder noch nicht?
Da kann man jetzt so und so argumentieren. Also ich denke, wenn man sich mit BIM beschäftigt und über Prozesse nachdenkt, dann beschäftigt man sich natürlich auch, wie kann man Dinge anders machen, wie können wir Prozesse kreativ gestalten und das versuchen wir auch in jedem unserer Projekte umzusetzen. Und dann begegnet man auch eigentlich unweigerlich Lean.”
“Und andersrum wäre es genauso. Also man kann sich auch mit Lean beschäftigen und kommt darüber zu BIM zum Beispiel, wenn man sich überlegt, welche Softwarelösungen zum Beispiel ermöglichen, vielleicht bestimmte Prozesse, die man eigentlich gerne wählen würde, die aber bisher bei einer konventionellen Planungsmethode zum Beispiel nicht möglich sind.
Einfach um es vielleicht nochmal gut zusammenzufassen, bzw. auch nochmal in Sichtweise darauf zu geben, gibt es ja auch relativ viele Planungsbüros, die irgendwo schon, sagen wir mal, innerhalb der BIM-Methodik sich Themen rauspicken, die sie dann bedienen. Also Architekten, die einfach nur eine BIM-Software benutzen, um möglichst effizient ihre Pläne auch generieren zu können, ohne dass sie sich selbst unbedingt der Methodik zuschreiben.
Ist das mit Elementen von Lean genauso? Oder muss ich da wirklich erstmal knallhart am besten irgendwie so ein Black Belt gemacht haben und fünf Seminare besucht haben, alle möglichen Akkreditierungskurse und darf danach erst eigentlich über das Thema Lean reden?”
“Ich meine, manch einer schreibt sich BIM auf die Website und modelliert dann nur in Revit und macht aber die Arbeitsmethode eigentlich nicht. Genauso ist es mit Lean. Man kann Seminare besucht haben und danach trotzdem nicht diese Arbeitsmethode oder diese Philosophie leben.
Man kann aber glaube ich auch den Gedankengang schon einfach übernehmen, indem man sich einfach mal kreativ überlegt, okay, wie könnte ich Dinge mal anders angehen? Oder wie könnte ich so einen Prozess mal neu aufsetzen? Und ich denke, wenn man da Kreativität an den Tag legt und einfach Motivation mitbringt, sich noch mal zu überlegen, wie kann ich in der Planung vielleicht Dinge anders machen, wenn zum Beispiel die 2D-Pläne nicht wären oder so was?
Wenn wir alles in einem Modell machen, wenn ich den Bauantrag digital einreichen könnte, um jetzt mal ein konkretes Beispiel zu nennen, macht das dann überhaupt noch Sinn? Oder so Einwolkprozesse zum Beispiel wären jetzt auch Beispiele dafür. Kann man das irgendwie strategisch klüger machen?”
“Also, dass das Liene, du hast ja am Anfang gesagt, es geht darum, sich auf die Kundenerwartung zu fokussieren. Also wirklich auch das zu machen, was der Kunde am Ende erwartet und nicht irgendwie so 23 Bögen zu schlagen, bis man dann vielleicht irgendwann mal zum Ziel kommt. Und das ist sicherlich sehr ähnlich zum BIM-Prozess, immer auf den gesamten Prozess zu gucken.
Also nicht sich im Moment zu befinden, sondern irgendwie die ganze Produktionskette, wo wir wieder bei Toyota wären, zu sehen und zu sagen, ok, wenn das ein Wolk-Beispiel passt, hervorragend. Also anstatt jetzt da die Schleife mit den Wolken zu schlagen, kann ich doch innerhalb von einem BIM-Prozess direkt über das Dingsbums-Management...
Qualitätsmanagement?
Nee, das gab Begriff dafür, egal. Also auf jeden Fall das Fehlermanagement, kann ich das dann auch direkt im Wege machen, bin also wesentlich leaner unterwegs. Also das wäre wahrscheinlich so das zentrale Thema, wo sie hier was miteinander zu tun haben, lean und BIM.”
“Ja, okay, aber ich frage mich halt auch gerade, weil so mit dem Thema explizit beschäftigt habe ich mich einfach noch nie, auch nicht immer in der Tätigkeit irgendwie im BIM-Management. Aber grundsätzlich gerade, was das Erwartungsmanagement auch angeht, am Anfang nicht nur, weiß ich nicht, so einer Projektsteuerung zu folgen im Sinne von, zu dem Zeitpunkt, ist das nur das zu erwarten von den Planern. Und der Bauherbert möchte eigentlich direkt schon von Anfang an vorgeben, wann was da ist, sondern tatsächlich mit den Planern auch einzusteigen und abzufragen, wer was bis wann leisten kann und da im Dialog auch die Abhängigkeiten vielleicht zu ermitteln.
Also im Sinne einer Planung der Planung nicht vorgeben, sondern wirklich mit den Planern zusammenarbeiten, würde ich jetzt auch als Lienprozess an sich der Definition nach irgendwie versuchen, da identifizieren zu wollen. Und das ist definitiv eine Sache, die wir schon machen, ohne da jetzt konkret Lien draufzuschreiben, würde ich sagen.”
“Auf jeden Fall. Also das ist auch eine Arbeitsmethode, die definiert ist, zum Beispiel. In einer Theorie, wenn man sich die Arbeitsmethoden und die Werkzeuge, sag ich jetzt mal, anguckt, die in so einem Lienseminar zum Beispiel gelehrt werden würden, ist das unter anderem eine davon.
Empfehle ich dir. Vielleicht ist auch noch interessant zu sagen, ich mein, was ist überhaupt ein Kunde? Also gerade in der Baubranche hat man so viele Interessenten.
Also es ist ja nicht nur der Bauherr, man hat auch andere Stakeholder. Man kann auch so weit gehen, zum Beispiel, wenn ein Architekt nur für eine bestimmte Leistungsphase oder sowas beauftragt ist. Wer ist dann der Kunde?
Ist der vielleicht auch der nächste Architekt von der nächsten Leistungsphase ein Stück weit der Kunde? Oder ein TG-Aler, der halt seine Rohre auf Basis dieser Planung aufsetzt, ist das vielleicht auch ein Kunde? Also da kann man anfangen und aufhören, ist auch ein großer Diskussionspunkt.
Je nachdem, welche Literatur man da so liest, findet man eine andere Meinung zu.”
“Was meinst du denn, welche Voraussetzungen müssen denn vorliegen in so einem Projekt, damit man jetzt sagen kann, ok, da können wir jetzt einen Lienenprozess draus machen? Also es wird ja wahrscheinlich nicht unter jeder Voraussetzung funktionieren, sowas zu machen.
Na ja, man muss erstmal, denke ich, Kenntnisse mitbringen. Also es sind ja super viele Akteure, die in so einem Prozess überhaupt oder in so einem Projekt beteiligt sind. Man muss ja auch gestehen, wenn man eine Linie hat, auch BIM funktioniert nicht immer einwandfrei.
In einer idealen Welt zum Beispiel, wäre, wenn man den kompletten BIM-Prozess einwandfrei strukturiert. Die Schnittstellen funktionieren super, man hat keine Probleme in den Attributen, die eine Software greift perfekt in die andere, dann hat man einen Linienprozess. Und ich denke, man ist immer so gut, inwieweit die Leute auch motiviert sind, andere Sachen auszuprobieren, wirklich kreativ zu sein, sich auch mal auf neuere Methoden einzulassen.
Wenn man das hat, dann denke ich, hat man schon einfach einen Großteil geschafft. Das ist auch irgendwie eine Frage von einem guten Change-Management. Wie leicht lassen sich Leute auf so etwas ein oder eben nicht?”
“Und wie gut weiß man auch über Schnittstellen Bescheid? Also ich denke, man muss ziemlich gut wissen, wie greifen die Softwarelösungen ineinander, wie kann ich überhaupt Prozesse schlank gestalten, wenn der TG-Aler diese Software nutzt, der Architekt diese Software, der Bauherr möchte hinterher fürs Facility-Management diese Software nutzen. Und wie kann ich trotzdem auch in einem Open BIM-Workflow zum Beispiel einen schlanken Prozess draus machen?
Das hört sich aber schon so an, als würden BIM, wer BIM an sich als Methodik schon von sich aus lean. Weil eigentlich brauche ich als Voraussetzung, muss ich den Prozess kennen, muss den Prozess auch nachschleifen können, um über die Zeit immer leaner zu machen. Und erhalte ja eigentlich auch ein leanes Produkt am Ende.
Also wenn ich den Prozess verfolge, auch in einer nicht idealen Welt, muss eigentlich was leanes fast herauskommen.
Ja, ein, also das ist mir wichtig. Lean ist wirklich noch mal ein anderes Prozessdenken. Also es gibt zum Beispiel auch eine Verschwendungsart.”
“Das ist im klassischen Fall eine Überproduktion. Also wenn zum Beispiel ein Tegialer etwas plant und der Plan liegt zum Beispiel für vier Monate in der Ecke und keiner guckt sich das Ergebnis an, dann ist der Prozess nicht lean, auch wenn da mit BIM geplant wurde oder wenn der dicken Spiegel zum Beispiel eingezeichnet wurde. Aber die Leute benötigen die Informationen zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Das heißt, am besten vernetzt man die Informationen, auch wenn sie ins Modell eingepflegt werden, so, dass sie sinnvoll für andere Leute Nutzen finden. Sei es für den Bauherrn oder so was oder für andere Planer oder man macht eine VR-Begehung oder so was wirklich mit den Akteuren. Der Bauherr kann irgendwie früh Wünsche äußern in so einem Prozess, die er sonst erst ganz am Ende hätte transportieren oder formulieren können.
Und so versucht man wirklich da Verschwendung zu vermeiden und die Dinge wirklich gut zu terminieren. Ich glaube, das ist der Kerngedanke.
Mit VR Verschwendung vermeiden, also das ist ja nur optisches Schi-Schi einfach.
Komm mir nicht so, komm mir nicht so.
Hab das auch gehört, Falk. Ich glaube.”
“Ja, aber das, also ich fand dieses Beispiel mit dem TGA-Plan, der gemacht wird, den eigentlich keiner braucht, so nach dem Motto oder der berühmte Deckenspiegel, der dann vielleicht doch nicht am Ende zur Verwendung kommt, das ist glaube ich schon was, was ja dann doch wieder dahin führt, dass man solche Sachen ganz früh in den BIM-Prozess anlegen muss oder kann. Also wenn wir an die ganzen, sag ich mal, Unterlagen denken, wie ein AYA, ein LOD und so weiter, die am Anfang formuliert werden von einem Prozess, der da startet, da wird ja ganz viel davon schon vordefiniert und das ist wahrscheinlich die Frage, wie tief man dann reingeht, aber dann müsst ihr, unsere Super-BIM-Experten, was vielleicht zu sagen, was ihr darüber denkt. Ob das lean ist?
“Also im Prinzip ja, man kann das definieren und tatsächlich wird das sogar weitgehend getan. Also in so einem BRP, wenn er gut geschrieben ist, sind beispielsweise LODs vorgegeben, aber nicht nur das, es wird auch vorgegeben, in welchem Maßstab beispielsweise Unterlagen gefertigt werden sollen, also beziehungsweise plane dein BIM-Modell für die Leistungsphase XY zu einem Maßstab von 1 zu 200, 1 zu 100 und 1 zu 50. Und indem ich schon solche Kleinigkeiten vorgebe, mache ich auch ganz klar, es werden gerade zum Beispiel für die bestimmte Leistungsphase oder für die bestimmte Phase, in der sich das Projekt befindet, keine weiteren Details gebraucht.”
“Ich muss nicht wissen, wie so ein Anschlusspunkt in einem Grundriss und im Schnitt funktioniert, sondern es reicht, wenn du mir den Grundriss, den Schnitt, die Ansicht in dem Maßstab darstellst, mit den Detailinformationen, die zum Beispiel für einen 1 zu 100er Plan notwendig sind. Wenn man sich daran hält, dann merkt man auch, dass man relativ viel Zeit einsparen kann. Ich denke, dass aber auch eine Art Lean betrieben werden kann, indem man Prozesse vorgibt, wie zum Beispiel so ein Schlitz-
und Durchbruchprozess aussehen kann, dass automatisierte Tools dafür verwendet werden können, die dafür sorgen, dass man nicht mehr jeden Durchbruch per Hand setzen muss, sondern dass die teilweise automatisiert erstellt werden. Berühmtes Tool dafür bei vielen Büros ist beispielsweise Dynamo, wo dann auch Sachen, die alltäglich sind, wegrationalisiert werden, wie beispielsweise die Wände an die Decken anschließen und die Wände ausschneiden lassen von der Decke zum Beispiel. Das ist irgendwie so ein Ding, das macht man 2000 Mal am Tag gefühlt, wenn man Planer ist und BIM-Konstrukteur ist.”
“Das sind aber Themen, die einer ganz klaren Regelung folgen und man müsste das eigentlich nicht machen, wenn man sich einmal so was zu automatisieren macht. Ich glaube, dass man das auf sehr viele Bereiche, auch im BIM-Prozess oder generell der Planung, übernehmen kann.
Ich denke vor allen Dingen, was auch noch relevant ist, man kann nicht so einen AIA und einen BAP aus einer Schublade ziehen. Ich denke auch, um einen schlanken Prozess zu generieren, ist es total wichtig, sich am Anfang auch zu überlegen, zusammen mit den Bauherren, was wir auch immer gerne machen, was ist überhaupt Ziel? Warum verwenden wir BIM?
Was soll damit vermieden werden oder wofür setzen wir es ein? Und dann auch wirklich konkret runterzubrechen, welche Anwendungsfälle benötigen wir überhaupt dazu? Welche Informationen brauchen wir in so einem Modell?
Also ich bin überhaupt gar kein Freund davon, wenn zum Beispiel Attribute eingepflegt werden und keiner fängt am Ende irgendwas damit an. Und sie sind einfach nur da, um ihren Selbstzweck zu erfüllen. Und wenn man sowas macht, dann ist man auf dem besten Wege, auch einen schlanken Prozess zu definieren, mit solchen Dokumenten und mit solchen Arbeitsvorbereitungen, nenne ich das jetzt mal.”
“Also Lisa und Shain, ihr habt ja jetzt eigentlich beide gerade schon angesprochen, wir machen das schon irgendwo im Rahmen unserer, sagen wir mal, auch Projekterfahrung etc. nehmen wir diese Themen mit. Wie sieht denn das in Zukunft dann wirklich aus?
BIM-Manager wird ja immer wieder schon auch in traditionellen Projekten in Frage gestellt. Braucht es diese Rolle eigentlich? Braucht es diesen Menschen eigentlich, der auch bezahlt werden muss?
Muss ich mir dann später vorstellen, dass ich eigentlich zusätzlich zum Projektsteurer dann auch einen BIM-Manager und einen BIM-Manager habe? Oder wie glaubt ihr, dass das weiter laufen wird?
Ich glaube ehrlich gesagt, es ist nicht Sinn und Zweck der Sache, einfach nur Rollen zu schaffen, um Rollen zu schaffen. Also ist ja auch die Frage, ob der Gesamtkonditor irgendwann mit einem Architekt zusammenfällt oder so. Oder ob der BIM-Manager hinterher mit dem Projektsteurer in einer Person zusammenfällt.
Das kann man jetzt denke ich noch nicht sagen. Es ist einfach nur wichtig, es gibt diese Bereiche. Und man muss diese Kompetenzen in einem Projekt haben.”
“Und wer die Kompetenz hinterher ausführt, ist letztendlich egal.
Darum geht es ja auch, um Kompetenzen. Es geht nicht darum, dass man möglichst viele Akteure in einem Prozess hat, sondern wirklich die Mindestanzahl oder je weniger desto besser, damit es nicht kompliziert wird. Aber die müssen halt dieses Wissen mitbringen, welches notwendig ist, um diese Prozesse oder die Projekte auch derart und Weise durchführen zu können.
Es gibt ja auch Punkte, die gar nicht so rollenabhängig sind. Also klar, macht schon Sinn, wenn man einen BIM-Prozess macht, vor allen Dingen aus Bauherrnsicht, dann einen BIM-Manager einzusetzen, um einfach eine Qualitätsinstanz zu haben. Aber wenn wir jetzt nochmal das Thema Revisionswolke denken, was Lisa eben sagte, und ich kenne das noch aus meiner aktiven Planungszeit, dass man mit diesen Wolken arbeitet, und es sind ganz viele Arbeitsschritte, die zwischen dem Gezeichneten und dem Gebauten liegen am Ende.
“Und da dreht man sogar so die eine oder andere Runde dadurch. Und wenn ich mir dann das Inzidenzmanagement in einem BIM-Prozess angucke, wo ich direkt an Modellen arbeite, wo es keinen Übertrag gibt, wo ich im Prinzip nur eine Diskussionsgrundlage darstelle, genauso wie wenn ich das einwolke natürlich, ist ähnlich. Aber die Abläufe sind viel beschleunigter.
Und ich optimiert auf das Ziel zugehen, nämlich, dass die Änderung in der Planung auch da ist. Und am Ende auch noch dokumentiert ist, wir sind ja immer noch in Deutschland, da muss ja alles dokumentiert werden. Dann würde ich sagen, führt das ohne eine Rolle zu besetzen, einfach so schon zu einem schlankeren Prozess, ohne das Wort Lean in den Mund zu nehmen dabei natürlich.
Von daher, das eine sind die Rollen, die verteilt werden, das andere ist einfach, ob man den Prozess allein schon durch die technischen Veränderungen da besser machen kann. Und das war das Schlusswort. Wir sind leider zeitlich schon am Ende.”
“Vielen Dank an Gareth und Shine fürs Mitmachen heute und natürlich ein großes Dankeschön an Lisa Schaab für ihren tollen Input.
BIM & Bier ist eine Produktion der Formitas AG.”