Ecommerce.de Podcast
Für Menschen, die echte Unternehmen aufbauen und skalieren wollen. Mit Top Produkten, Top Marketing und Top Werbung. Mit Nicklas Spelmeyer als Host sprechen wir hier über neue Strategien, Fehler und Erfolg im Online Handel - eCommerce.de
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#21 Einkaufen in Europa?
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Jeder Händler im eCommerce ist auf der Suche nach dem richtigen Produkt. Ist dieses gefunden, muss der entsprechende Hersteller gefunden werden, um die Produktion des Produktes zu starten. Allerdings stellt sich hier nun die Frage: Wo sollen die Produkte im besten Fall eingekauft werden? Um dir bei der Entscheidung zu helfen, welcher Weg für dich und dein Business am sinnvollsten ist und welche Faktoren du beachten solltest, erfährst du hier.
E-commerce.de präsentiert der Podcast. Für bessere Strategien, mehr Freiheit und Erfolg. Neue Folgen jeden Montag um 15 Uhr.
SPEAKER_01Produkte einkaufen in Europa. Einer der etwas größeren Trends so in den letzten Monaten, aber auch schon Jahren und definitiv ein extrem wichtiges Thema für die Zukunft. Darüber wollen wir heute sprechen hier beim eCommerce.de Podcast. Ganz recht herzlich willkommen erstmal. Mein Name ist Niklas Spielmeier. Und ja, tatsächlich ist es bei mir auch vor vier Jahren, viereinhalb Jahren mittlerweile so losgegangen, dass ich natürlich erstmal nach China geschaut habe, über Alibaba gegangen bin und dort meine ersten Produkte eingekauft habe. Das ist auch nicht nur so geblieben, sondern es ist dann auch relativ bei den nächsten 5, 10, 15 Produkten eigentlich nie auch nur überhaupt darüber nachgedacht, mal einen anderen Weg zu gehen oder woanders Produkte zu sourcen. Und die Leute kamen auch alle aus China, also auf Alibaba kann man natürlich auch aus dem gesamten asiatischen Bereich theoretisch sogar aus Europahersteller finden, aber wenn wir ehrlich sind, ist der Großteil schon in China direkt vor Ort. So, dann so nach diesen ersten, ich weiß nicht mehr genau, wann das war, aber das muss so nach 10, 15 Produkten ungefähr gewesen sein, habe ich das erste Mal mal einen anderen Weg gewählt und habe sozusagen meinen Hersteller nicht selbst gesucht, sondern habe Sourcing-Agentur für mich sozusagen suchen lassen. In Asien, habe ich aber wieder dann in China eingekauft, aber bin den Weg sozusagen nicht mehr selbst gegangen. Und eigentlich kam das Thema erst so richtig auf mit Corona, mit der Erhöhung der Lieferkosten und der Frachtpreise und vorher halt so ein bisschen mit der Verzögerung durch eben auch Corona letztendlich in China mit der Produktion. Sprich, eigentlich ist Europa für mich erst dadurch interessant geworden. Jetzt aber wirklich nicht nur ein bisschen interessant, sondern sehr interessant. Wir haben jetzt auch schon erste Produkte in Europa gesourced. Bei uns im Training Kunden haben wir schon, jetzt bestimmt haben wir schon 50, 100, 150 Produkte in Europa, also Deutschland, Portugal haben wir, Polen haben wir, Tschechien, Ungarn, Frankreich. Ich glaube, wir haben sogar was aus den Belgien oder Niederlande, was glaube ich sehr untypisch ist. Wir haben aber auch Spanien gesourced, auch sozusagen so am unteren Rand, beziehungsweise Nordafrika, Tunesien, Marokko, Türkei, Türkei super interessant haben wir gesourced. Und das, glaube ich, sind so die Länder und in Bosnien, genau, in Bosnien auch. Also das sind sozusagen so die Länder, in denen wir jetzt Ware eingekauft haben, vor allem aber eben auch Teilnehmern und Kunden von uns schon recht viele Projekte mit realisiert haben. Und das Thema wird einfach immer interessanter. Ganz kurz nochmal, warum oder die Vorteile von Sourcing Europa, bevor wir darüber sprechen, wie das eben möglich ist. Größter Vorteil meiner Meinung nach ist die Zeit. Sprich, einfach Ware, die zum Beispiel in Polen produziert wird, ist, nachdem sie fertig produziert wurde, drei Tage später in Deutschland. Wenn überhaupt eigentlich theoretisch schon ein Tag, wenn die Spedition rechtzeitig informiert wurde, kann es theoretisch ein Tag lang sein. Außer der Türkei zum Beispiel braucht es drei bis fünf Tage, bis die Ware hier ist. Das ist natürlich ein meilenweiter Unterschied im wahrsten Sinne des Wortes zu China. Denn wir alle wissen, dass aktuell sind wir teilweise vier Wochen, teilweise sechs Wochen, teilweise habe ich schon von Storys gehört, wo man acht Wochen nur das Shipping braucht. Außerdem jetzt natürlich auch durch die erhöhten Lieferkosten auch deutlich günstiger innerhalb Europas. Das ist aber eigentlich nur ein kleinerer Vorteil, denn dafür sind die Einkaufspreise halt deutlich höher. Sprich, am Ende des Tages entsteht eigentlich in Europa trotz der Lieferpreise kein wirklicher Preisvorteil. Zumindest bei den meisten Produkten ist es nicht der Fall. Trotzdem ist es auch jetzt natürlich nochmal eine Sache, die Europa attraktiver macht im Verhältnis zu Asien. Und dann aber, und das ist auch ein großer Punkt, den vergessen viele, wenn du in Europa deinen Hersteller hast, dann musst du dich um ganz viele Dinge nicht mehr kümmern. Sprich, Dinge wie der Zoll fällt weg, also zumindest in der EU fällt der Zoll weg. Auch in der Türkei sind die Zollsteuern bei überwiegend 0 Prozent. Die Haftbarkeit etc., Zertifikate und so weiter und so fort. Auch das wird eigentlich von deinem Hersteller komplett in Europa mit abgedeckt, rechtstechnisch. Bist du da sozusagen auf einer deutlich sicheren Seite als aus Asien. Und du kannst natürlich auch marketingtechnisch das nutzen und sagen, hey, unser Produkt kommt aus so und so. Und das ist natürlich eine Sache, jeder kauft gerne lokal ein. Und das ist auch im übergeordneten Sinne so. Das heißt, man kauft lieber ein Produkt aus zum Beispiel Spanien als ein Produkt aus China. Es ist einfach so. Hat auch gar nicht unbedingt nur was mit Qualität zu tun, sondern einfach auch mit dem Gefühl, hey, das kommt hier aus Europa, das muss irgendwie was Besseres sein. Genauso die Made in Germany auch eine extrem starke Marke ist, ist allgemein auch Made in Europe schon deutlich, deutlich, deutlich besser. Und zwar eigentlich egal für welches Produkt. So, das heißt, es gibt schon einige Gründe und Vorteile dafür. Eine Sache, die nicht zwingendermaßen ein Vorteil sein muss, aber die auch häufiger ist, sind, dass europäische Hersteller und Lieferanten ein bisschen loyaler sind, sagen wir es mal so. Also wenn du jetzt in China ein Produkt einkaufst, dann verkauft der Hersteller meistens einen und dasselbe Produkt an sehr, sehr viele. In Europa ist das nicht ganz so gang und gäbe, dass sowas gemacht wird, sondern meistens wird ein Produkt halt für einen Hersteller, also für einen Abnehmer, du in dem Fall, produziert und nicht in tausendfacher Art und Weise für ganz viele. Das ist aber nicht immer so, ist aber deutlich verbreiteter, sage ich mal, diese Art des Umgangs als jetzt in Asien. So, jetzt geht es natürlich aber größere Herausforderungen. Denn Nummer eins Herausforderungen wirst du wahrscheinlich schon mal mitbekommen haben, es gibt leider nicht so etwas wie Alibaba hier in Europa. Sprich Herstellersuche, Hersteller-Kontaktaufnahme deutlich, deutlich, deutlich anders als in Asien. Nicht unbedingt schwieriger, aber ich würde sagen, deutlich aufwendiger. Denn dadurch, dass es kein Portal gibt, gibt es auch nicht die Möglichkeit, relativ schnell an viele interessante Kontakte zu kommen. Und es gibt auch, das muss man halt immer, das ist so ein Reverse-Denken, was man eigentlich mal mitbringen muss, es gibt auch gar nicht diese Abteilungen in den Herstellern. Das heißt, die asiatischen Hersteller haben ja meistens ein, zwei Mitarbeiter, mit denen du dann auch kommunizierst über Alibaba, wo das also Ansprechpartner für dich super simpel sind. Oft ist es so, dass in Europa Hersteller sowas gar nicht haben, weil die viel weniger Kunden dafür größere Kunden haben. Sprich, die müssen nicht, keine Ahnung, fünf Account-Manager haben, die sich sozusagen um die Kommunikation kümmern, sondern die haben vielleicht irgendwie den Geschäftsführer meistens, oder bei sehr vielen Produzenten ist das so, der halt mal diese Deals mit denen gemacht hat und dann halt sechs oder sieben Kunden hat und von jedem dieser Kunden kommen halt sehr viel größere Aufträge, als das jetzt in Asien der Fall ist. Das heißt, erstmal sozusagen eine Kontaktperson zu finden, ist deutlich schwieriger. Wie nimmt man Kontakt auf, etc., wie läuft das ab? Das im Grunde genommen ist ein anderes Thema. Das ist Herstellersuche, kann über mehrere Sachen stattfinden, kann gut über Netzwerk gehen, kann auch über Sourcingagenten natürlich gehen, kann auch über zum Beispiel Fachmessen gehen, kann auch über, es gibt ein paar Seiten, zum Beispiel Europages, du kannst auch mal einfach googeln danach, kannst aber mal schauen, okay, Hersteller für so und so, am besten auf Englisch oder innerhalb Europas auf Englisch oder in Landessprache, wenn du auch was Spezielles da suchst. So, das ist der eine Punkt. Jetzt ist die nächste Herausforderung, die es gibt. Der Hersteller in Europa ist viel, viel weniger spezialisiert. Also sagen wir mal so, in Asien zum Beispiel hast du halt einfach viel mehr Hersteller. Viel, viel, viel, viel mehr. Dadurch sind die alle viel kleiner positioniert. Das heißt, es gibt zum Beispiel einen Hersteller, der hat sich speziell darauf fokussiert, zum Beispiel Schreibtische zu bauen. Schreibtische aus Holz. Das ist zum Beispiel ein Hersteller, der verkauft nur Schreibtische aus Holz. Ganz viele verschiedene, aber nur diese Schreibtische aus Holz. Das heißt, du kannst schon ein relativ gutes Modell sozusagen finden, was vielleicht sogar für dich passt. In Europa ist es meistens so, dass es einfach einen Hersteller für Holz gibt, sprich, oder eine Sägerei zum Beispiel, oder eine Holzverarbeitungs- oder eine Tischlerei sozusagen, nur im größeren Stil. Und du gehst sozusagen dahin und die produzieren nicht nur Tische, sondern die machen auch Stühle, die machen vielleicht auch andere Möbel und so weiter und so fort. Und du musst denen sozusagen erstmal wirklich dein Produkt erläutern, genau, beziehungsweise eigentlich genau zeigen, weil sie wahrscheinlich noch gar nicht dein Produkt so in der Art und Weise herstellen. Sprich, es muss eine Veränderung, eine Anpassung gemacht werden. Das ist in Europa eigentlich fast Standard. Also du kaufst in Europa, wenn du beim Hersteller einkaufst, eigentlich deutlich seltener von der Stange, als das in China der Fall ist. Sprich, es ist ein bisschen mehr Aufwand mit dabei, aber, und das ist eben auch wichtig, es gibt dir eben wieder mehr und einfache Möglichkeiten auch zur Absetzung und zur Einzigartigkeit in deinem Markt. Also es ist ein Vorteil so gesehen auch. Trotzdem dauert es meistens etwas länger und man muss halt eben schauen, das muss man nicht unbedingt mit Kontaktaufnahme schon haben, aber dass man halt so eine Art Produkt 3D-Zeichnung etc. hat. Genau. Dann ist es so, dass Hersteller oft sich nicht zurückmelden, wenn du die angeschrieben hast. Viele Leute sind auch nicht so erpicht darauf, dass es zum Beispiel eine Sache, die würde ich niemals in der Kommunikation am Anfang erwähnen, dass du auf Amazon verkaufst. Es ist nicht so, dass die Leute was gegen Amazon haben, es ist nur so, dass sie denken, hey, es ist ein Amazon-Händler, den nehmen wir nicht so wirklich ernst, weil die Abnahmemengen halt nicht so groß sind, wie zum Beispiel bei Einzelhändlern. Und viele Leute oder viele Hersteller in Europa verkaufen halt für Einzelhändler. Das heißt, du musst auch immer dem Hersteller so ein Stück weit verkaufen, warum er mit dir zusammenarbeiten soll. Du musst sozusagen ihn dazu bringen, dass er wirklich Bock hat, mit dir zusammenzuarbeiten. Denn umso mehr er das hat, desto mehr wird er auch in Vorkasse gehen, eventuell, beziehungsweise auch die Dienstleistung entwickeln des Produktes, Anpassendes Produktes, Verbessern des Produktes etc. für dich übernehmen. Das heißt, es ist extrem geil, wenn du einen Hersteller hast, der Bock hat, was online zu machen, da vielleicht noch keinen Abnehmer hat und dich sozusagen noch massivst, zumindest in der Produktion, damit unterstützt, das Produkt halt auch geil zu machen. Das ist auch nochmal ein richtig großer Vorteil. So, und im Vorgehen musst du sozusagen aber erstmal, um Kontakt zu denen zu bekommen, sehr hartnäckig sein. Das heißt, es geht nicht einmal eine Mail schreiben und davon ausgehen, dass eine Rückantwort kommt, sondern es muss teilweise nachtelefoniert werden. Es muss mehrere Mails geben. Teilweise wirklich über drei, vier Wochen müssen die Leute permanent neu kontaktiert werden, wenn du einen interessanten Hersteller hast, damit man da wirklich diesen Kontakt bekommt. Wenn man aber einmal diesen Kontakt bekommen hat, ist meiner Meinung nach die Zusammenarbeit sehr viel simpler und einfacher als mit den Chinesen. Das wird sicherlich auch mal Ausnahmen dabei geben, aber das würde ich so grundsätzlich unterschreiben. So, und in der Art und Weise ist es sozusagen sinnvoll, dass man hingeht und jetzt auch mal schaut, sowohl für bestehende Produkte geht das, aber auch natürlich für neue Produkte, hey, ist Europa vielleicht eine Alternative für mich? Denn wenn die Einkaufspreise ähnlich sind, und das könnten sie bei manchen Produkten durch die Shippingkosten eben sein, ist Europa definitiv, also wenn die Kosten gleich sind, ist Europa definitiv viel geiler. Weil die Ware schneller da ist, besser am Marketing ist und in der Regel auch das ist ein Punkt, dass es nicht nur Klischee, sondern oft auch eine bessere Qualität hat oder zumindest eine sehr gute Qualität hat. So, und in dem Sinne ist es sozusagen sinnvoll, dich mehr in die Richtung zu bewegen, wenn das für dich interessant ist und du wirklich step by step genau lernen möchtest, wie du hier Hersteller finden kannst, beziehungsweise auch, wie du zum Beispiel auch Sourcing-Agenten oder welche Sourcing-Agenten auch gut sind, beauftragen möchtest, um Produkte für dich sozusagen in Europa einzukaufen, dann komm gerne zu uns ins Training. Wir können dir das Ganze beibringen. www.e-commerce.de und ansonsten würde ich sagen, hören oder sehen, je nachdem wo du zuschaust. Wir haben uns in der nächsten Woche. Bis dahin weiterhin viel Erfolg und bis zum nächsten Mal. Ciao.