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Für Menschen, die echte Unternehmen aufbauen und skalieren wollen. Mit Top Produkten, Top Marketing und Top Werbung. Mit Nicklas Spelmeyer als Host sprechen wir hier über neue Strategien, Fehler und Erfolg im Online Handel - eCommerce.de
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#30 Das Numbers Game im Ecommerce - Mit Robert Giebenrath
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E-commerce.de präsentiert der Podcast für bessere Strategien, mehr Freiheit und Erfolg. Neue Folgen jeden Montag um 15 Uhr.
SPEAKER_01Dann damit erstmal ganz recht herzlich willkommen, heute hier zu einer weiteren Podcast-Folge bei e-commerce.de. Heute mit einem ganz besonderen Gast angereist aus Hannover. Robert, externer CFO, vielleicht schon mal was gehört. Auch im E-Commerce-Bereich bekannt mittlerweile, glaube ich, zumindest bei den etwas größeren Marken. Vielleicht erzählst du ganz kurz einmal, bevor wir loslegen, heute, was du so machst, was du so treibst.
SPEAKER_03Jo, danke. Danke und freut mich hier zu sein. Genau, Robert Giebenrat, externer CFO, wie schon gesagt, wir sind spezialisiert auf Wachstumsunternehmen und kümmern uns um den gesamten Bereich der Zahlen und verknüpfen den Zahlenbereich mit der Strategie. CFO, Chief Financial Officer, also sozusagen Finanzchef, Rechnungswesen optimieren wir, kümmern uns um Controlling und Finanzplanung und KPIs und daraus eben abgeleitet die Strategie und beraten dann strategisch das Ziel-Level.
SPEAKER_01Das heißt sozusagen an dem Bereich, wo das, was so Software kann, die Finanzen trackt, Cashflow trackt und so weiter und so fort, da steigt ihr ein und guckt, hey, was ist sozusagen möglich? Ich sage mal so ganz vorneweg, damit wir so ein bisschen das Thema auch von dem heutigen Podcast einleiten können. Was bringt es, jemanden, der im E-Commerce Produkte verkauft, so einen Service oder so ein Know-how sozusagen zu nutzen?
SPEAKER_03Genau, E-Commerce ist ja von Tag 1 an ein Zahlen-Game. Wenn man nichts mit Zahlen zu tun haben will, dann sollte man nicht ins E-Commerce einsteigen. Also von den ganzen Marketing-Kennzahlen her, aber dann vor allem auch das Thema Cash, Lagerbestand, das sind so die Themen, die man halt auch im Blick haben muss. Und entsprechend gibt es viele Software-Tools sozusagen, man hat viele Insel-Lösungen, aber auch das große Ganze muss halt im Blick behalten werden. Und da geht es dann ja auch um Zahlen aus einer BWA, die man vom Steuerberater bekommt, also die Auswertung vom Steuerberater, wo dann am Ende das ist das wieder, was eine Bank haben will. Die Bank ist wieder dafür verantwortlich, ob du Fremdkapital bekommst, das ist wieder dafür verantwortlich, wie gut du Lager vorfinanzieren, Marketingspend vorfinanzieren kannst. Und das hängt alles miteinander verzahnt zusammen. Und da ist es einmal natürlich wichtig, die richtige Software auszuwählen, die richtig irgendwo als Single Source of Truths zu synchronisieren und dann aber vor allem wichtig, daraus die richtigen Erkenntnisse fürs Wachstum zu ziehen. Und das ist so dieses Package, was wir dann halt auch mitbringen, wo wir diverse Wachstumsunternehmen im E-Commerce-Bereich mit betreuen und dann wissen wir auch immer schon, was die nächsten Schritte sind.
SPEAKER_01So genau. Also das heißt sozusagen, ich habe mein Business, mein Business läuft, meine Umsätze steigen. Also für jemanden, der jetzt ganz am Anfang steht, ist es meistens dieses Zahlen-Game noch in einer kleineren Art und Weise relevant. Natürlich, wenn ich jetzt mal die ersten sechsstelligen Umsätze mache, wird es natürlich immer interessanter, man verliert auch langsam so den Überblick über alles, kann sich dann ja aber auch mal einen vernünftigen Steuerberater leisten. Und dann sind sozusagen so diese Entscheidungen dran, hey, pass auf, ich will jetzt schneller wachsen, ich weiß, dass was ich mache, funktioniert. Ich weiß, wie ich aus einem Euro zwei Euro mache, wo bekomme ich mehr 1-Euro-Stücke her? Was ist so ein Modell oder was ist so ein Punkt, wo du sagst, okay, wenn das gegeben ist, also das im Unternehmen gegeben ist, wird es spätestens sinnvoll, sich mit diesen Zahlen intensiv zu beschäftigen?
SPEAKER_03Also ich sage so im E-Commerce, also es ist natürlich Geschäftsmodell abhängig, wir reden jetzt von E-Commerce. Im E-Commerce solltest du, sag ich mal, so bis 150.000 Euro Monatsumsatz, solltest du einfach gut mit Excel sein. Und das solltest du auch selber hinbekommen, weil du auch dein Geschäft natürlich im Kern verstehen solltest. Was für Zahlen würdest du sagen? Was sind so die Sachen, die man wissen muss, eigentlich auch bis 150.000 Euro schon? Also du musst vor allem auf jeden Fall wissen, deine Stückkostenkalkulation. Mit einem Produkt, wie viel Kohle machst du. Aber auch so, wie ist es dein Average Order Value und wie viel machst du mit einer durchschnittlichen Order, wie viel verdienst du da? Und wie viele Orders müssen jetzt kommen, damit du deine Fixkosten decken kannst. Das sind so die Zahlen, die du auf so einer Ertragsebene brauchst. Das muss gespeist werden mit den Marketing-Kennzahlen, dass du weißt, wie viel dich ein Neukunde kostet, Costum-Aquisition-Kost musst du drin haben. Idealerweise hast du eine Indikation von Customer Lifetime Value, wenn du nicht so lange am Markt bist, schwer, aber natürlich solltest du das auch irgendwie machen.
SPEAKER_01Kommt auch ein bisschen natürlich mal auf das Produkt selbst andersverkaufen.
SPEAKER_03Ein bisschen einmalig, es ist laufend, kannst du vielleicht noch Cross-Sale, Upsell und so weiter machen.
SPEAKER_01Übrigens, einer der wichtigsten Kennzahlen, gerade bei uns, ist ja viel auch im Amazon-Game, wenn man so Richtung Nahrungsergänzungsmittel etc. schaut, weil es ist absolut absurd geworden. Ich kenne ein paar Leute, die in dem Game ein bisschen bigger drin sind und die sagen: hey, pass auf, wir verkaufen Supplements für 15 Euro und wir machen das seit drei Jahren und wir wissen, wir können am Anfang 21 Euro ausgeben, um einen Kunden zu gewinnen. Und das checkt ja niemand, der neu in den Markt reingeht. Der weiß ja nicht, hey, Scheiße, ich mach grad brutal Minus und checke gar nicht, dass er auf 8-Monats-Basis im siebten Himmel lebt, weil dann das Cash kommt.
SPEAKER_03Das ist das Game. Du hast bei, wenn du gerade in so Recurring-Products bist, in so einem Markt unterwegs bist, kannst du am Anfang eigentlich mehr ausgeben, als es dich kostet, sozusagen, auch auf ein Jahr gesehen immer noch, wenn du im zweiten Jahr profitabel da bist sozusagen. Und dann geht es halt auch ein bisschen ums kapitalintensive Game. Aber du hast irgendwann den Hockeystick-Effekt durch dein Bestandskundengeschäft, weil du keine Marketingkosten mehr ausgeben musst, weil du die Leute ja schon drin hast und die kaufen immer wieder dein Produkt oder haben sogar auf Abo geschaltet oder was auch immer. Also das sind so die Themen, die man dann da sich aus dem Marketingbereich mit anguckt und dann übergeordneter Natur bilanziell, wenn man in der Finanzwelt jetzt spricht, geht es darum, die Bilanzrelation im Blick zu haben. Und das ist im E-Commerce ist es immer so, du hast halt Cash und Vorräte. Das ist so dein aktives Working Capital sozusagen. Und es ist meistens so, wenn Cash oben ist, ist Vorräte unten. Wenn Vorräte oben sind, ist Cash unten. Und das musst du halt richtig ausbalancieren, damit du auch weißt, weil es wird unübersichtlich. Einfach wenn du dann, du musst.
SPEAKER_01Und du kannst dich selbst auch handlungsunfähig irgendwo machen, wenn du diese Balance nicht hältst, weil wir hatten das zum Beispiel bei uns selbst am Anfang des Öfteren, dass wir dann gesehen haben, hey, pass auf, wir haben jetzt so viel Cash sozusagen investiert in Vorräte oder Lagerbestand, vor allem auch im neuen Lagerbestand, dass unser Cash eigentlich gegen Null gelaufen ist. Wir hatten zwar ein paar hundert K dann in Ware, aber dann konnten wir bestimmte Produkte nicht nachbestellen, die wir eigentlich hätten nachbestellen müssen, weil es ein Planungsfehler war. Das juckt niemanden, der jetzt am Anfang 15.000 Umsatz macht, da braucht man das auch noch nicht so in der Art und Weise, aber wenn man dann mal in diesen Sechschen-Bereich geht, dann verliert man halt auch gut und gerne mal auf den Monat gesehen dann eine fünfstellige Summe.
SPEAKER_03Und wenn du dann mit deinem besten Produkt out of stock gerätst, dann hast du halt ein Problem so. Und dann hast du Nebenprodukte aufgefüllt, aber mit deinem Hauptprodukt läuft es nicht mehr. Und das sind so Themen, die halt zwingend zu vermeiden sind. Und das ist natürlich ein Waren-Handling, so E-Commerce-Geschäft ist Einkaufen, Verkaufen so. Und das ist halt das Einkaufsgame und das musst du auch drin haben und das ist auch wichtig, dass du das dann irgendwann upgradest und das mit der richtigen Software unterstützt. Und dann geht es halt darum, auch noch die Liquidität halt sauber zu steuern. Und da kommen wir halt auch viel mit ins Spiel, damit du Liquidität auch auf dem Schirm hast, damit du richtig einkaufen kannst sozusagen. Und dieses Zusammenspiel zwischen Warenwirtschaft, Liquidität, ich sage so ab 150k Monatsumsatz sollte man sein Setup upgraden und sollte in professionellere Tools mit rein. Bis dahin kannst du den Excel viel steuern.
SPEAKER_01Absolut. Okay, wenn ich jetzt so an diese Grenze stoße, beziehungsweise auch schon vielleicht darüber bin. Ich sag mal, auf der einen Seite, ich nutze jetzt diese Financing, also ich beschäftige mich mit dem Thema, ich schaue, okay, was für Kennzahlen sind für mich relevant. Was sind konkret so Vorteile, die du siehst, die halt Unternehmen haben, die das extrem gut machen? Also die wirklich sozusagen diesen CFO-Tätigkeiten wirklich ausführen. Weil die meisten Online-Unternehmen, sind wir ganz ehrlich, auch im E-Com, ich kenne viele sehr erfolgreiche Leute, die haben davon eigentlich keine Ahnung, könnten vielleicht auch noch viel erfolgreicher sein. Aber was konkret würdest du sagen, sind so die Auswirkungen und Vorteile von Leuten, die wirklich diese ganzen Finanzplanungsgeschichten, Liquiditätsplanungsgeschichten und so weiter und so fort durchführen?
SPEAKER_03Du kannst sauber skalieren, ohne dein eigenes Wachstum zu kastrieren, weil du Fehler machst. Das ist das Thema. Also meistens ist es eine Vermeidung von Fehlern. Und entweder hast du einen Fehler, hast du eine Fehlentscheidung gemacht hast, so sollte ich das Produkt nutzen, sollte ich jetzt schon da und da in die UK, Pan-EU expandieren, sollte ich das tun oder nicht so. Und das kannst du, wenn du es auf einer Basis einer Szenariorechnung durchkalkulierst und sagst, okay, so viel Lager zusätzlich brauchst du jetzt. Das ist die Smoke-Tests für Marketing, die du machen musst. Das ist ja brillant über Amazon durchführbar. Du kannst ja richtig geil antesten, solche neuen Märkte und so. Und wenn du das richtig im Spiel hast, ein richtiges Budget dafür freigegeben hast und dann da richtig für einkaufst, dann kann diese Expansion einfach super erfolgreich auf einer Zahlenbasis durchgeführt werden. Anstatt dass der Management bei Konto stand, ja, mir hat ein Bekannter gesagt, ich soll das machen. Und rein da und dann baust du wieder Scheiße, dann ist du auf einmal wieder entweder ein Cash-Thema oder ein Vorratsthema oder out of stock oder Ertragsthemen, die dann auch mit reinkommen. Und wenn du ein Ertragsproblem bekommst, dann bekommst du zwangsläufig ein Liquiditätsproblem nach einer gewissen Zeit. Und das ist dann eben schwierig. Und wenn du gerade mit den Zahlen super aufgestellt bist, triffst du richtige Entscheidungen, kannst sauber durchskalieren und hemmst dich einfach nicht.
SPEAKER_01Ich glaube, das ist auch ein riesiges Ding, einfach diese Opportunitätskosten, die du wieder hast. Zum Beispiel auch eine Sache, die wir am Anfang falsch gemacht haben, selber noch, war so dieses fehlende Wissen, jetzt gerade auch im E-Commerce, hey, welcher Euro dreht sich eigentlich am schnellsten oder welches investierte Geld lohnt sich und rechnet sich am meisten? Weil wir da am Anfang festgestellt haben, erstmal bei einer Produktpalette kann es ja ganz unterschiedlich sein. Es kann sein, dass du zum Beispiel in einem Produkt verkaufst einen Lederhandschuh und einen Stoffhandschuh und beim Lederhandschuh wird das 1 Euro, 2 Euro und beim Stoffhandschuh aus einem Euro, 1 Euro 10 Euro. Und es dauert noch doppelt so lange und du investierst und schiebst aber immer die gleichen Ressourcen in beides rein. Das ist ja total schwachsinnig. Es ist ja sinnvoller, die Ressourcen dann mehr zu verteilen und auch in Zukunft sich mehr in diese Richtung zu bewegen. Und viele Leute sehen das oder messen gar nicht das. Also das sind auch schon Dinge, die sollte man schon vor 150.000 Euro mitbekommen. Hey, wie gut ist das wirklich, weil du hast im E-Com auch ganz viele Kostenpunkte. Seien das Ads auf der einen Seite, seien das Fixkosten, seien das Hersteller, Lieferantenkosten, Lagerkosten, auch wenn du Multi-Channel vielleicht sogar unterwegs bist, auf verschiedenen Verkäufergebühren und verschiedene Gebühren oder Kosten sogar. Und dann fehlt oft sogar den Leuten, also die Hälfte von den Leuten, die bei uns Neukunde werden und schon ein bestehendes Business haben, wissen gar nicht wirklich, wie viel Gewinn die machen. Also, das ist halt immer ganz grob, was habe ich am Anfang im Konto gehabt, am Ende aber mit der Bilanz bzw. mit Lagerbestand gar nicht mit einberechnet. Das heißt, eigentlich ist man komplett im Blindflug, man weiß gar nicht und hofft, okay, ich gebe mein Bestes und hoffe, alles wird gut. Kann natürlich funktionieren, aber man hat halt immer ein relativ hohes Risiko. Genau.
SPEAKER_03Sellerboard kannst du dann lesen halt so, ne? Genau. Und da hört es dann auf. Und da die sauberen, die Fixkosten sauber mit rein und Lagerbestand-Handling, immer wieder die Themen. Also das sind so, also du hast halt super viele Komponenten im E-Commerce-Geschäft, wo du, wenn du das richtig handelst, ganz großen Wettbewerbsvorteil halt auch hast.
SPEAKER_01Weil du eben das Cash hast, weil ich weiß nicht, wie es den Leuten oder wenn du gerade zuhörst, die Ressource, die am schnellsten begrenzt ist, ist immer einfach Geld. Also im E-Commerce zumindest. Und wenn das Geld nicht da ist, dann bremst du das Wachstum und manche Leute sehen gar nicht, wo die in zwei Jahren stehen könnten, wenn es diese Begrenzung nicht gibt, beziehungsweise die viel, viel, viel weiter aufgeweicht wird durch eine vernünftige Planung. Das heißt, so eine vernünftige Planung hilft natürlich auch, Fremdkapital zu bekommen, beziehungsweise Finanzierung zu erhalten. Vielleicht mal so auch, das finde ich auch jetzt nicht nur informationstechnisch, sondern auch Mindset-technisch ganz geil, wenn du vielleicht mal was dazu erzählen kannst. Du begleitest viele größere und erfolgreichere Unternehmen auch. Wie wird das da angegangen, das Thema? Nehmen die Leute Fremdkapital, wie viel Fremdkapital wird da genommen? Wie läuft es ab?
SPEAKER_03Also, E-Commerce ist grundsätzlich etwas, das kannst du natürlich auch auf verschiedenen Rentabilitätsstufen fahren. Wenn du jetzt mal durchschnittlich, sage ich mal so, im Vergleich zu einem Dienstleister, der hat mehr Marge, aber natürlich auch verhältnismäßig weniger Umsatz, um es einfach um mit E-Commerce schnell hohen Umsatz zu drehen. Im E-Commerce, wenn ich jetzt mal 10, 15 Prozent Marge, sage ich mal, ungefähr, also wirklich unterm Strich nach allen Kosten, in einer BWA, nicht in Sellerboards und sozusagen, also wirklich Marge hast, dann ist das natürlich etwas, du kannst es auch mit 30% haben, habe ich auch Kunden, wo du sehr, sehr rentable Produkte auch hast, wo man teilweise schon von Cocaine Numbers spricht, sozusagen, wenn man rein in die Margen die Produkte sieht, wenn du 90, 95, wenn du 90, 95 Prozent Deckungsbeitrag 1 hast, das ist natürlich geil. Dann hast du auch unten andere Rentabilität, kannst mehr Geld im Marketing wieder ausgeben. Dann hast du das Thema Fremdkapital später, weil du früh viel Geld verdienst, je nach Kondition, die du dann aber auch hast mit Lieferanten. Weil wenn du jetzt zum Beispiel, wenn du deine Bonität nicht mal gemanagt hast, wenn zum Beispiel eine Kreditreform gar nichts von dir weiß, wenn du noch nie mit einem Warenkreditversicherer und so vielleicht mal gesprochen hast und jetzt im deutschen EU-Raum oder so Source, dann kriegst du auf einmal, hast du andere Konditionen. Dann musst du zum Beispiel Vorkasse zahlen. Wenn du Vorkasse zahlen musst und damit dein Lager füllst oder noch am Anfang bist und Vorkasse zahlen musst, halt, dann brauchst du einen ganz anderen Anspruch an Fremdkapital als jemand, der 20% anzahlt und 60% nach, wenn die Ware im Lager ist. Oder nach 60 Tagen, wenn die Ware da ist, die 80%. Das sind teilweise Konditionen, die wir verhandelt haben für unsere Kunden mit. Und das macht natürlich anders Spaß. Dann hast du das Ding schon längst wieder verkauft, bevor du überhaupt die Ware zahlst.
SPEAKER_01Ich sag mal, das Witzigste ist, dieses Thema Dropshipping ist ja auch relativ big und alle freuen sich mal darüber, hey, ich muss die Ware eigentlich gar nicht kaufen. Also wenn du es richtig aufziehst, hast du in einem klassischen Handelsgame, ist ja eigentlich noch geiler. Also es ist zum Beispiel, ich glaube, bei Aldi ist das zum Beispiel so, die bezahlen ihre Ware meistens erst dann, wenn die Ware ausläuft. Das heißt, wenn die alles verkauft haben und dieses Auslaufdatum ist, dann bezahlen die erst ihren Hersteller das Geld. Das hast du natürlich jetzt am Anfang schwierig, auch wenn du überschaubare Mengen jetzt sehr kleine Mengen bestellst, wirst du das beim Hersteller schwieriger verhandeln können. Aber gerade wenn man in Europa Source, und das ist ja ein Thema, was immer größer wird, ist es teilweise Standard, wenn man das richtig verhandelt und natürlich auch auf der anderen Seite, selbst wenn es nicht Standard ist, kann man finanzierungstechnisch natürlich hingehen und sagen, hey, pass auf, wir haben ein Produkt, das läuft gut, gehst zu einer Bank und finanzierst die einfach diese Ware und kannst damit schneller wachsen.
SPEAKER_03Also gerade dieses Thema Fremdkapital, wir sind noch in einer Zeit, wo es sehr günstig ist auch. Und wenn du grundsätzlich jetzt mal zwei Jahre am Markt bist schon mal, das ist so eine Sache, die dann schon sehr von Vorteil ist, wenn das so gegeben ist, aber dann auch deine Zahlen auf dem Schirm hast und eine Planung dazu hast, deine Bonität mal gemanagt hast bei den wichtigsten Stellen, dann gehst du zu einer Bank, du kannst teilweise kriegst du so super Finanzierungen, sodass diese Ressource Liquidität. Wäre Liquidität unendlich bei dir. Wie big wärst du, wenn du unbeginnst? Big wärst du ja. Du kannst einkaufen, was du willst, du bist niemals out of stock, du kannst marketingtechnisch vorfinanzieren, wie du möchtest. Du musst nur irgendwann rentabel sein. Und das wirst du ja dann und du hast aber vorher die Kohle. Und wenn diese Ressource so gegeben ist. Das heißt, ich habe teilweise im E-Commerce ist es ja dann so, du hast entweder so, bist du dann rentabel, wächst relativ langsam, oder du holst dir Venture Capital, ein Business Angel oder irgendeinen Investor rein, der dann da Kohle mit reinwirft, du musst früh Anteile abgeben. Wenn du es richtig steuerst, die Finanzen, kannst du auch erstmal Fremdfinanzierung auf einer Bank aufnehmen, hast dann da Mittel sechsstellig drin, kannst viel besser loslaufen und holst dir den Investor nach einem Jahr, wo dein Unternehmen schon wieder ein Jahr weiter ist und auf einmal gibst du für den Betrag anstatt 25%, gibst du 5 ab oder so von der Firma. Hast einen ganz anderen Hebel. Und deswegen, ich bin ein großer Freund vom Fremdkapital-Game in wachsenden E-Commerce-Unternehmen.
SPEAKER_01Unglaublich strong. Ist halt vor allem was für Leute, die wirklich mal ein paar Mio auch machen wollen und jetzt nicht sozusagen auf einem fünfstelligen Umsatz im Monat natürlich bleiben wollen. In dem Bereich ist sowas, braucht man so, oder stellt sich die Frage wahrscheinlich gar nie. Aber das ist halt so der Punkt, wo sich auch irgendwann so entscheidet, hey, wo will ich eigentlich hin mit meinem Business? Weil dieses, es ist ja, es ist ja, ich habe damals, als ich angefangen habe, mein Business aufzubauen, das erste Mal, wo ich mir Geld geliehen habe, war von meiner Oma 3000 Euro. Da dachte ich schon, ei, 3000 Euro, huiuiui. Das ist jetzt aber richtig schon richtig Big Invest und so. Und das ist ja normal, dass man sozusagen da mit rein wächst. Aber jetzt mittlerweile, wir haben ja zum Beispiel auch neulich eine Warenfinanzierung. Das ist für uns einfach fast geschenkt. Ich glaube, 75.000 war für ein Produkt, war ein Container voll. Das wird in acht Monaten zurückgezahlt. 75.000, wir zahlen, glaube ich, insgesamt zurück 79.000. Also 4.000 Euro über acht Monate. Aber wenn wir die Ware einmal gedreht haben, sind wir, kennen ja die, wir kennen ja die Zahlen, das ist ja das Schöne, sind wir ungefähr bei 140.000. So, und ich weiß das, weil wir das ja schon machen. Das heißt, es ist das Dümmste, was ich hätte tun können, ist nicht dieses Fremdkapital aufzunehmen. Weil das hätte mich nicht, es kostet mich nicht 4.000 Euro, sondern andersrum hätte ich 60.000 Euro weniger Gewinn gemacht.
SPEAKER_03Genau, genau. Und das sind so die Themen, die man im Kopf haben muss. Du kannst halt dein E-Commerce-Game, kannst du halt, es ist auch ein gutes Side-Hustle, wenn du damit startest, sage ich mal, und dein Amazon-Game startest. Das ist okay. Irgendwann musst du dich halt entscheiden, ob du jetzt Club Mate trinkend irgendwie mal da und da hin reisen möchtest und so und dein Business von Bali aus steuern kannst und machst so konstant deine kleinen fünfstelligen Umsätze oder so oder ob du jetzt mal Unternehmer werden möchtest. Und dann ist natürlich unternehmerisches Risiko damit verbunden. Das ist beim Fremdkapital auch so gegeben, weil du dich committen musst. Das Risiko ist überschaubar, wenn du deine Nummer, wenn du deine Zahlen gut im Blick hast und wenn du weißt, was du drehst und wie du es drehst, dann ist das ein ganz stumpf kalkuliertes Risiko und eine rational sinnvolle Entscheidung. Aber du musst natürlich auch ein bisschen auf Deutsch gesagt die Eier haben, auch für so ein Fremdkapital dann auch die private Bürgschaft zu unterzeichnen. Weil wenn es nicht klappt, stehst du da. Aber das ist dann auch, das ist bei jedem, das ist halt immer so. Und im E-Commerce hast du dann halt die Möglichkeit, du hast ja auch noch die Ware, die als Sicherheit da sein kann und und und. Man kann halt viel steuern und je besser man seine Zahlen im Griff hat und je besser man nach außen die Darstellung finanzieller Natur das auch hat, umso weniger Sicherheit musst du halt auch hinterlegen, ne?
SPEAKER_01Eben. Ja, und das ist natürlich, ich sag mal, auch wenn man halt zwei Jahre am Markt ist, sollte man auch in der Lage sein, sowas abzuschätzen. Also es ist ja, wenn man jetzt nicht gerade, klar, wenn jetzt jemand zwei Monate mag, das Produkt hat mal kurz gelaufen, ist es schwierig, auch größere Summen dann aufzunommen, vielleicht, wenn man selbst sehr risikoängstlich ist. Aber wenn man schnell wachsen will, ich sag mal, was ist einfach mal so ein Beispiel, wir müssen ja jetzt ja keinen Namen nennen, aber so zahlentechnisch, von wann bis, von welchem Umsatz haben wir mal, vielleicht hast du mal mit jemandem angefangen, 150.0200.000 Umsatz, nach einem Jahr, wo können die Leute theoretisch stehen, wenn die von da aus kommen?
SPEAKER_03Wenn die von da aus kommen, also wie es dann weitersehen kann. Genau. Also ich habe teilweise Kunden gehabt, die so mit, die kamen so mit 150, 180k im Monat zu mir. Wir sind da in der konstanten Verdreifachung der Umsätze teilweise, von Jahr zu Jahr. Wir haben in der Bereich gleich mal 750 Kredit aufgenommen, weil wir es gut gesteuert haben. Dann ging das viel besser ab natürlich. Ist rentabel gewachsen, der steht jetzt bei 12 Millionen. So, der macht jetzt eine Mio im Monat. Der dreht das jetzt nach zwei Jahren ungefähr. Ich habe teilweise Kunden gehabt, wo wir dann gesagt haben, okay, jetzt Expansion. Die waren aber schon Richtung 8-stellig im Jahr. Und dann haben wir gesagt, jetzt drehen wir mal auf so und jetzt Kohle reingeholt, sauber durchstrukturiert, dann aufgedreht, dann hatten wir Verdopplungen von Monat zu Monat. Wir hatten teilweise von 600K auf 1,2 Millionen Umsatzverdopplungen von Monat zu Monat, ne? Also das sind schon, es kann auch anders gehen, so und das ist, aber wenn es ein kalkuliertes Risiko ist, alles gut, ne?
SPEAKER_01Absolut. Und es ist halt oft so, wenn das Kerngeschäft halt wack ist, bringt dir auch das Geld nichts. Aber wenn du weißt, was du tust, die Informationen, die Arbeitszeit da sind, dann ist meistens Money der, der die große Begrenzung, so der Bottleneck und dementsprechend ist es einfach sinnvoll, die Zahlen einfach mal zu kennen, dementsprechend auch in der Lage zu sein, dann halt gegenüber der Bank etc. ein anders auftreten zu haben. Vielleicht noch kurz, letztes Thema, was ich noch ganz interessant finde, wofür die Zahlen halt auch mal ein wichtiges Game spielen. Gerade jetzt auch, wenn wir Richtung Amazon schauen, wird es auch immer interessanter, eben mal so eine Art Exit nach einer Zeit in Erwägung zu ziehen. Dabei sind natürlich auch, spielt ein bisschen natürlich auch diese Zahlen mit rein. Wir haben ja gerade hier in Berlin auch so den ein oder anderen Aufkäufer von Amazon Businessen. Wo, inwiefern sind Zahlen dafür wichtig?
SPEAKER_03Naja, das ist sozusagen, es gibt keinen größeren Hebel als der Finance-Bereich ist der größte Hebel vor einem Exit. Fakt. Weil jeder Euro, der da auch durch teilweise bilanzkosmetische, legale, bilanzkosmetische Möglichkeiten dort rumoptimiert wird, ist dann im Amazon-Geschäft zwischen 2 und 4 Euro wert, jeder einzelne Euro sozusagen. Sogar, wenn du Multi-Channel bist, kann das mal 8 bis 13 Euro wert sein, jeder Euro. Das ist ein unfassbar zentrales Thema. Auch da die Zahlen richtig dargestellt zu haben, bilanzkosmetisch, die richtige Wachstumsstory, den richtigen Lagerbestand, die kritische Masse im Cash und so weiter. Also gerade da, das machen wir sehr oft, dass wir dann eben ein E-Commerce-Unternehmen, weil das E-Commerce ist eben einfach im Exit, sage ich mal, im Vergleich zu einer Personenmarke, wo du da selber viel Abhängigkeit hast davon, ist es verhältnismäßig einfach mit einem E-Commerce-Unternehmen und ist eine super schöne Story, wo man sehr gut belohnt wird für die Arbeit der letzten Jahre so. Und dann gibt es halt Massenaufkäufer, in die man das machen kann, beim Amazon-Geschäft, beim Multi-Channel kann, hast du noch ganz andere Möglichkeiten so. Und da jeden Euro drehst du mit einem Multiplikator. Und von daher ist es extrem wichtig, da auch den richtigen Gewinn darzustellen.
SPEAKER_01Ja, ja. Weil es ist auch, es ist einfach so ein Thema, wo viele, glaube ich, auch noch gar nicht so im Kopf haben, weil viele das dann mal damit verbinden. Exit bedeutet ich höre auf. Aber Exit bedeutet ja bei dem Unternehmer, ich fange an eigentlich. Genau. Weil dann kommt mal Geld rein und dann hat man mal Eigenkapital auf einmal mal in einem hohen sechsstelligen, siebenstelligen Bereich, wo man natürlich nochmal in ganz andere Projekte auch rein kann. Also das ist ja auch völlig natürlich, weil ich sag mal, am Ende des Tages E-Comm, zum Beispiel für mich ist das so eine Sache, du willst ja auch am Ende Unternehmerschaft tun, wo du Bock drauf hast. So, und bei uns ist es so, ich habe mit FBA angefangen, mein erst Produkt war so ein Kaltraucherzeuger, so ein Stück Metall, einfach so ein Stück Blech. Das war cool, das hat mich gefreut, vor allem, weil ich damit halt so klein fünfstellige Monatsumsätze gemacht habe und damals fast so viel verdient habe, wie ich am Fließband verdient habe. Und das war für mich mega geil. So, und dann aber nach einer Zeit denkst du ja, hey, ich habe Bock, einfach selbst vielleicht auch mal, wenn du auf diesem Punkt bist, vielleicht mal 100, 150, 200, 300 K-Usatz, ganz egal, wo dieses Geldthema selbst gar nicht mehr so diese primäre Rolle spielt, sondern du auch sagst, hey, ich habe Bock, viel Geld zu verdienen, aber auch richtig geile Produkte. Ich habe eine geile Idee, die wollte ich schon immer mal umsetzen oder dies oder das. Und dann ist eben so ein Exit von diesen Sachen, die man halt aufgebaut hat, einfach super sinnvoll, um das natürlich so zu erfüllen. Was ist da so? Ich sage jetzt mal einfach, vielleicht, das ist natürlich total unterschiedlich, kommen doch viele Aspekte an, aber so ganz grob. Sagen wir mal, hast du jetzt so ein Business, macht so, sagen wir mal, 10% Marge nur, 100K Umsatz im Monat, also 10K Profit im Monat, was wirklich hängen bleibt, abzüglich aller Kosten, was ist so ein, was wäre so ein Business wert?
SPEAKER_03Also wenn man sagt, okay, ich mache jetzt so 120, also 1,2 Millionen Umsatz im Jahr, habe 120 EBIT, also Ergebnis vor Steuern und Zinsen, dann kann man diesen EBIT beim E-Commerce ungefähr rechnen bei der Größe jetzt, wenn man nur Amazon unterwegs ist, mal zweieinhalb. Also so zwischen zwei und vier, je nachdem, welche Produkte, wie das Unternehmen aufgestellt ist, welcher Markt. Die Multiplikatoren sind dort verhältnismäßig niedrig, muss man dazu sagen. Wenn man das gleiche hätte 50-50-Verteilung mit einem Shopify sozusagen, dann wäre der Faktor schon bei 6 bis 8.
SPEAKER_01Okay.
SPEAKER_03Und das ist halt so ein Ding, wo man auch gucken kann vor so einem Exit, dass man sich da nochmal Multi-Channel-mäßig ein bisschen aufstellt. Ist natürlich ganz schwer, ne? Lohnt sich das denn? Sind die Produkte dafür geeignet? Habe ich ein sinnvolles Shop-System dahinter? Kriege ich jetzt kontrollierten Traffic über Google, Facebook, sonst wo? Sonst vorher ist ein ganz anderes Game wieder. Wenn du gut im Amazon bist, dann bleibt er auch so. Und dann macht das lieber bigger, weil dann ist es eher so, dass du dich da schneller verdoppelst, als da 50% hin aufzubauen. Musst du erstmal wieder neu schaffen. Und dann hast du aber so, sag ich mal, bist du dann eben in Regionen unterwegs, dass du, keine Ahnung, bis zu 300, 300, 400k kannst du dann damit schon machen mit so einem Deal.
SPEAKER_01Und das ist schon, ich sag mal jetzt so, hört sich jetzt viel, gut, 10% Marge ist jetzt auch nicht die Welt.
SPEAKER_03Seit 20 bei so einem Excel-System.
SPEAKER_01Bei 20 wärst du natürlich, dann wärst du schon mal 500, 600k ungefähr mit dem Multiplay. Aber 100.000 Euro Umsatz aufzubauen im Monat auf Amazon, wenn du mal am Anfang mit 50k Startkapital rangehst, dann ist das innerhalb von einem, anderthalb, zwei Jahren sogar möglich. Theoretisch geht es auch noch flotte, aber dann sind wir wieder in einem anderen Bereich, dann hört sich alles wieder sehr scammy an. Nee, aber dann auf jeden Fall erstmal vielen Dank dir für die Infos, für die Eindrücke. Einfach aus diesem Game, was glaube ich für die meisten Leute gerade auch Leute, die eben im E-Commerce gestartet sind, weil es ja doch recht viele sind, die nicht viel Erfahrung im Unternehmertum haben, genauso wie ich, als ich damals gestartet habe, keine Ahnung. Dementsprechend auch viele Begriffe dann CFO, Liquiditätsplanung, die erstmal unwaßbar weit entfernt von einem sind, vielleicht am Anfang auch nicht so eine riesengroße Rolle spielen, aber eben zunehmend einfach bedeutender werden, gerade wenn man dann auch mehr Umsatz macht. Also auf jeden Fall ein Appell, wenn ihr schon in einer höheren Umsatzregion seid, könnt ihr auch mal gerne vorbeischauen bei Robert. Ich weiß gar nicht, Seite ist rg-finance-e. rgfinance.de, genau. Wir haben ja auch den schönen Kugelschreiber liegen. Nee, und dann sehen wir uns nächste Woche wieder. Bis dahin weiterhin viel Erfolg, macht's gut. Ciao, ciao.