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#32 Alibaba Alternative? Sourcing in Deutschland und Europa - Mit Sebastian Herz
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E-commerce.de präsentiert der Podcast für bessere Strategien, mehr Freiheit und Erfolg. Neue Folgen jeden Montag um 15 Uhr. Ganz ehrlich, herzlich willkommen heute hier zu einer weiteren Folge vom eCommerce.de Podcast und zwar mit einem besonderen Gast. Wir haben ihn heute leider nicht dazu bekommen, hier bei uns mit auf der Couch zu sitzen, weil er ein paar tausend Kilometer entfernt ist. Gerade auf den wunderbaren Philippinen. Sebastian von Signify ganz kurz als Introduction leitet einer der erfolgreichsten und stark wachsenden Sourcing-Agenturen, die Produkte eben in Europa, USA, Asien, Afrika sogar auch, oder? Generell überall, wo du siehst. Überall, okay. Also überall sozusagen sourcen kann. Und ja, sprechen wir heute einfach mal über das Thema, hey, was sind denn so vielleicht auch Alternativen für China? Wie läuft sowas ab? Und ich würde sagen, Sebastian, vielleicht stellst du dich einfach mal kurz vor, erzähl es kurz, was ihr macht und wie du dazu gekommen bist.
SPEAKER_01Ja, ich danke dir, Niklas. Vielen, vielen lieben Dank, dass ich auch mit bei dir dabei sein kann. Auch ich sitze auch im bequem Stuhl, deiner sah noch ein bisschen besser aus. Trotzdem an alle von euch, liebe, liebe Grüße, wir sind gerade eben im Urlaub auf den Philippinen, haben Teil natürlich unseres asiatischen Teams hier und sie deswegen waren in den Urlaub mit eingeladen. Und kurz zu mir, wir sind selber auch Amazon-Seller. Also wenn es um das Sourcing geht, wir machen das Sourcing natürlich genauso, wie wir das für uns selber machen wollen. Ich bezeichne mich ab und zu, oder es hatten manche, glaube ich, schon mal so gesagt, dass ich so einer der Dinosaurier auf Amazon bin, weil ich habe, ich glaube, Ende 2014 begonnen, meine erste Marke selber zu launchen, letztes Jahr noch eine neue mit rausgebracht und habe meine Produkte, die auf Amazon sind und wie auch immer erfolgreich waren, auch in den stationären Handel gebracht. Das heißt, in Deutschland gibt es noch ein paar tausend Geschäfte von den großen Elektronikern, über die großen Lebensmittelgeschäfte, bis hin zu Baumärkten und so weiter, die auch meine Produkte oder unsere Produkte eben mit im Regal haben. Und dann kommt natürlich Signify Global Product Sourcing noch hinzu. Und da geht es eben darum, dass wir tatsächlich helfen, Produkte in egal welchem Land, natürlich auch in China, aber mittlerweile auch 50 Prozent aller unserer Kunden oder der Projekte aktuell sind mittlerweile auch außerhalb Chinas und das eben quer durch die Welt.
SPEAKER_00Cool. Das heißt, ihr seht auch jetzt in den letzten Jahren einen Trend, der weggeht von China eher. Absolut.
SPEAKER_01Also ich meine, du siehst ja, was jetzt zum einen natürlich gerade eben los ist mit der ganzen Lage, was die Containerschiff-Staus eben angehen, sowohl vor Shanghai als auch den europäischen Häfen. Das aber mal ganz abgesehen davon, noch vorher natürlich die Containerkosten, die Versandkosten, die Lieferzeiten, als auch natürlich Produktionszeiten und so weiter, massiv in die Höhe geschossen sind. Habe ich wie natürlich auch unsere Kunden oder andere eben mitgefragt, was seht ihr denn eigentlich noch neben Kosten und Zeiten? Da haben viele oftmals vergessen, hey, der Marketing-Effekt made in Europe, made in Germany, made in sonst wo, zählt eigentlich auch noch mit hinzu. Aber ganz, ganz stark, ja. Letztes Jahr, also ungefähr vor ein Jahr, anderthalb Jahren, war es noch so, dass etwa 10% aller unserer Projekte außerhalb Chinas waren und mittlerweile ist es schon 50-50.
SPEAKER_00Wahnsinn. Das heißt, es ist auch, wie würdest du das sagen, habt ihr viele Leute, die auch jetzt zum Beispiel angefangen haben, vielleicht in China, einen Hersteller hatten, dort ihre Produkte produziert haben. Das ist zum Beispiel eine Sache, die wir jetzt gerade selbst gehen mit zwei von unseren Marken, wo wir wirklich in China eigentlich einen Hersteller haben, der auch qualitativ gute Arbeit geleistet hat. Aber es ist einfach von der Lieferzeit her und auch von den Kosten durch die Versandpreise für uns lukrativer geworden ist, das Ganze in Europa einzukaufen, was man ja vor drei Jahren noch nicht für möglich gehalten hatte. Also da war lukrativ immer so in Anfangsstrichen. Das hat sich halt tatsächlich viel verändert. Und ist das auch so eine Sache, die bei euch viele ist? Also jetzt Kunden, die sozusagen schon eine Produktion haben und dann jetzt aber das umziehen wollen?
SPEAKER_01Ja, absolut. Also wie gesagt, zum einen aus den Kosten und Zeitdruck, aus den anderen Seiten, aber auch natürlich Richtung Marketing. Oder eben selbst more sustainable sein wollen und so weiter. Es gibt auch bunte Mischungen, das werde ich zum Beispiel sagen, ich source trotzdem komplett aus China mit weiter, weil bei manchen Produkten macht es zum Beispiel Sinn, einfach die weiter in China zu produzieren, weil die anders auch vielleicht auch klein sind und gar nicht so günstig produziert werden können. Es gibt aber auch, klar, welche, die einen Mix machen. Das machen wir zum Beispiel auch so. Unsere erste Marke, der Großteil wird nach China hergestellt. Von der zweiten Marke wird komplett in Deutschland hergestellt. Und bei anderen so, die switchen zum Beispiel komplett eben mit um. Man sieht es ja auch im Amazon-Markt selber eben. Schaut mal die ganzen Listings an, wie viele es mittlerweile gibt, die damit hinschreiben, made in Europe oder made in EU oder made in Germany. Das sind natürlich auch viele jetzt, die einen Marketingvorteil eben nutzen wollen und das kommt mehr.
SPEAKER_00Ja, und das ist ja auch eine Sache, die jetzt vielleicht auch gerade, das war bei uns halt auch ein großes Thema, weil das höre ich sehr selten in dem Zusammenhang. Dieses Thema, wir haben natürlich viele unserer Produkte individualisiert, also nicht so diese Stangenprodukte gekauft. Und dann ist es halt immer nicht so ganz schön, wenn man sieht, okay, der Hersteller fängt jetzt auf einmal an und verkauft das auch noch an irgendwie zwei andere Leute. Klar, kann man alle schützen, Design-Gebrauchsmusterschutz und so weiter und so fort, aber trotzdem ist es ja auch immer so ein bisschen so eine Vertrauenssache. Und da hat man jetzt zumindest von dem, was wir, wir haben jetzt, glaube ich, vor anderthalb Jahren den ersten Hersteller in Europa gehabt. Wir haben vorher, also ich selbst mit unseren eigenen Sachen tatsächlich waren wir auch nur in Asien, auch nochmal irgendwie so einen besseren Vertrauensstaat, eine bessere Beziehung auch zu dem Hersteller. Ich weiß nicht, ob das daran liegt, aber ich gehe mal davon aus. Okay, wie ist denn so ein.
SPEAKER_01Man kann so aus China natürlich guten Schutz bekommen, wobei das natürlich more likely ist, dass in China natürlich sich mal irgendwas dann doch schneller mitkopiert. Ist sicherlich Europa nämlich mal an, schon um einige sicherer. Aber du siehst ja auch das bei das Verhalten der Chinesen, dass auch da mittlerweile sehr, sehr viele sagen, nee, du sorry, das Design kann ich dir erstmal nicht zeigen oder das kannst du nicht haben, weil es das eigenes Design von unseren Kunden. Ja, dann wird es aber halt mal leicht abgewandelt, dann ist das Ganze natürlich dann doch schon irgendwie meistens verfügbar.
SPEAKER_00Ja. Okay, ich habe eine Sache, die für mich sehr interessant ist, ist ein Unterschied, den ich so aus meiner Perspektive sehe. Wenn ich jetzt zum Beispiel auf Alibaba unterwegs bin, dann sehe ich Hersteller und ich sehe die Produkte genau, wie die ausgefertigt sind. Ich sehe zum Beispiel Blumentöpfe in 20.000 verschiedenen Formen, Größen und Farben oder Stühle oder eigentlich egal was, Zelte, Campingstühle, alles. Und in Europa ist das ja nicht so. Das heißt, die Hersteller haben ja meistens, oder zumindest ist nicht öffentlich, solche Kataloge, wo die 50.000 verschiedene Artikel dir anbinden und du sagst, das Ding ist genau das, was es auf Amazon noch nicht gibt, sondern man geht ja meistens eher auf den Hersteller zu und guckt dann halt, was man zusammen machen kann. Wenn ich jetzt schon Produkte habe in Asien, da eine Produktion habe, wie würde sowas konkret ablaufen? Schickt man denen dann einfach mal das Produkt zu?
SPEAKER_01Also, wenn man die Hersteller dann gefunden hat, natürlich. Ja, das kann über Zeichnungen sein, das kann über Bilder sein. Wie es bei uns jetzt zum Beispiel läuft, ist, wir kriegen oftmals, also es kann ein offenes Word-Dokument sein, da setzt du deine Bilder eben mit rein oder einen Link von deinem Wettbewerber. Und dann fangen wir an, dafür potenzielle Hersteller zu suchen. Dann meistens 30 bis 60 mögliche Hersteller. Und dann spricht man die ganze Zeit einfach an und sagen, guck mal, hast du das schon mal produziert, kannst du das produzieren und so weiter und so fort. Wie bei chinesischen Herstellern natürlich auch. Ja, die haben aber natürlich auf der anderen Seite Alibaba und können dort ihre Produkte hochladen, wobei auch die, die laden auch nicht alle Produkte hoch. Ich meine, die haben auch noch einen riesengroßen Katalog hinten dran, weil der Aufwand, das auf Alibaba hochzuladen, selber ist ja auch riesengroß. Ansonsten, wenn du ein Produkt hast, genau mit so einer Definition von Produkt, vielleicht ein Bild oder deinem Wettbewerber mit drin, deine Spezifikation, deine Zertifikate, was auch immer du benötigst, welche Farbe, welche Größe, welche Besonderheiten. Und genau so ist es. Dann gehst du auf die Hersteller eben zu. Interviews, also Interviews, du stellst das Ganze eben mit vor, guckst, ob wir es prinzipiell erstmal machen können und dann fragst du das ab, ob sie es können. Wenn sie es dann sagen, es kann mit technischen Zeichnungen laufen, es kann mit Autocard laufen, es kann mit vielleicht nur wirklich, wenn es auch zweidimensionalem Bild, also hier, wie heißt denn, Handmade, Anzeichnung laufen. Genau. Je nachdem, wenn es auch jetzt Plastik, also Spritzguss zum Beispiel ist, ob du die Form hast, ob du Moldes hast und so weiter. Ja, und dann findest du es genauso bei den Europäern auch, aber halt viel mehr natürlich über das Gespräch heraus, ob sie es machen können und wo dann Kapazitäten bei ihnen enden.
SPEAKER_00Das ist ein großer Punkt ja auch dann, wo du es gerade schon ansprichst, Moles etc. Dadurch, dass man weniger, oder das Gefühl habe ich halt weniger so von der Stange kauft, sondern halt immer mit dem Hashare oft dann ein neues individuelles Produkt erarbeitet. Preispunkt. So, wo würdest du jetzt, wenn man einfach nochmal das Beispiel nimmt, durchschnittlich, das geht natürlich von X bis Y, aber womit kann man ungefähr rechnen, wenn man jetzt zum Beispiel eine Produktion umstellt von Asien nach Europa, was so Mold-Kosten oder Tooling-Kosts allgemein sind, bis man dann mal die Produkte so produzieren kann, wie man das auch vorher sozusagen gewohnt war.
SPEAKER_01Ja, kommt wie gesagt, also ich muss sagen, ich muss selber sagen, ich hasse diesen Spruch, es kommt darauf an. Es kommt natürlich auch aus Produkt drauf an. Manche haben eben spezielle Molds, die du benötigst, bei anderen brauchst du es eben gar nicht. Ja, Moldes in Europa sind oftmals ein Vielfaches teurer, aber da so ein kleiner Mold-Hack, den hatte ich auch schon ein paar Mal eben gehabt. Es gibt auch Fabriken in China, die Moldes herstellen. Dass es dort natürlich einiges logischerweise günstiger ist. Wenn du jetzt hier eine Mold dort für 300 Dollar herstellst und in Europa kostet es kostet es immer 30.000, dann überlege ich mir doch, ja, dann gucke ich da mal, dass ich meine Mold vielleicht in China herstelle, schicke die dann rüber, damit ich halt mehrere Werkzeuge eben mit rauspressen kann oder mir einfach nochmal ein paar Moldes zusätzlich eben mitmache. Für gleichzeitig Werkzeuge oder Toolings eben mit habe und sage, guck mal, die sind in meinem Bestand. Ich meine, die Chinesen machen es ja auch nicht anders. Die stellen nicht allen eigene Mold her, sondern es gibt Mold Factories. Und so kannst du den natürlich Ganze holen. Bei den Europäern ist es oft mal so, ja, die stellen ja sicherlich auch über Molds in Europa her. Das kostet halt ein Schweinegeld. Was Produkte selber angeht, kannst du natürlich damit rechnen, dass es in Europa meistens teurer wird. Wegen Gesetzen, wegen Steuern, wegen Gehältern, wegen Rohstoffen und so weiter und so fort. Aber der Vorteil, den du oftmals natürlich hast, logischerweise also ein ganz großer Fall, der eben wegfällt, sind natürlich die extrem langen Wochen oder monatelangen Lieferzeiten. Und du hast halt keine 16.000 bis 19.000 pro Container, die du eben zahlen darfst. Wobei, ich glaube, jetzt in den letzten, übrigens Info jetzt gerade ganz frisch, das haben wir gestern gesehen, ich glaube, in den letzten zwei, drei Wochen sind Containerkosten meistens so im Schnitt von bis 2.500 etwa gefallen. Also um 2.500 mal wieder gefallen.
SPEAKER_00Auf 14.000 teilweise auch. Also wieder ein gutes Stück runter. Sehr schön, endlich. Okay.
SPEAKER_01Ja, das ist entweder billig.
SPEAKER_00Rediger Schnapper. Ja, was mich noch interessiert, ist natürlich jetzt gerade, weil ihr auch weltweit halt source, das ist ja nicht, also es gibt nicht so viele Leute, die das halt auch machen. Was sind denn so die Standpunkte, die ihr jetzt gerade so als relevant einschätzt, wo ihr sagt, hey, das sind Länder, da ist gerade wirklich interessant. Auch hier natürlich kommen wir darauf an, was du machst. Aber letztendlich gibt es ja schon so ein paar Länder, die wahrscheinlich irgendwie so ein bisschen rausstechen. Vielleicht hast du da so einen kurzen Input für uns, vielleicht mal so fünf, sechs, sieben Länder und was man da halt zum Beispiel herstellen könnte, dass man mal so einen Überblick hat, wo die Produkte herkommen können. Ja klar.
SPEAKER_01Also du bist oftmals auch total überrascht mit dabei, wenn du das jetzt zum Beispiel sagst, was könnten jetzt seine Holzprodukte, wenn du die zum Beispiel suchst, das könnte natürlich in Polen sein, es könnte in Tschechien sein, es könnte tatsächlich auch in Deutschland eben mit sein. Mich selber komme ja ursprünglich aus der Leipziger Gegend, schaust ein bisschen tiefer dort, ins Erzgebirge hinein, hast du verdammt viele Holzdrechslereien, Drehereien und so weiter. Es könnte aber natürlich noch vieles noch weiter Richtung Osteuropa kommen. Schaust du in die Türkei, hast du natürlich klar einiges, was an Textil angeht, auch Metallverarbeitungen, Plastik, Intrusion, also Spritzkurs könntest du auch einen anderen haben, das könntest du auch in Polen und Tschechie wiederum haben. Ukraine war auch ein ganz, ganz gutes Land. Ukraine ist, glaube ich, auch einer der Hersteller zum Beispiel viel von Kabelbäumen für Fahrzeuge. Das sieht natürlich gerade etwas kritisch aus. Hast du jetzt Spanien, Portugal, gibt es natürlich viel auch Richtung, was Textilien angeht. Oder eben, was hat man jetzt gerade eben Cork-Produkte, da gab es ja auch immer oft mal Cork Wallets and so weiter. Da hast du ja viel gesehen, dass das wiederum aus Portugal and sonst. Es ist oftmals auch, gerade was auch Lebensmittel angeht, natürlich der reine Logic, du wirst sicherlich keinen Orangensaft aus Finland holding, dafür eher heidelbern. And Orangensaft then early in southwestern like Spanish and Portugal beziehen. Yeah. And in principle, you can make a riesen Bandbreite an Produkten abdecken. Critic sees then oftmals, when it's often kleiner, ganz feiner, ganz leichte. In zehntausender oder 100.000er Chargen lass es einfachste Plastikprodukte sein. Es wird wahrscheinlich schwer sein, zum Beispiel, ich sehe es jetzt gerade bei mir, Kameraabdeckung. Ich weiß, es gibt ja auch die Möglichkeit, dass du so kleine Schieber auf dem Telefon oder auf deinem Laptop zum Beispiel aus Plastik natürlich auch in Europa oder in Deutschland herstellen kannst. Wird aber oftmals so sein, dass es dann tatsächlich in China sicherlich recht günstig ist und Verpackungen im Karton passt halt sehr, sehr viel hinein.
SPEAKER_00Okay, das heißt, was sind so Produkte, wo du sagen würdest, hey, hier macht es auf jeden Fall weiter Sinn, auch aus China das zu sourcen? Klar, ist für viele, also man kann sicherlich wahrscheinlich fast alle Sachen auch weiterhin aus China, wenn es halt lukrativ ist, wenn die nicht zu groß sind, wenn der Versand nicht zu lange dauert, Lieferzeiten etc. Aber was sind so Produkte oder Produktkategorien, wo du sagst, das ist wirklich, da muss man eigentlich gar nicht groß anfangen zu suchen in Europa, sondern da sollte man sich direkt eigentlich wieder oder weiterhin auf Asien fokussieren.
SPEAKER_01Ich würde sagen, das, was wirklich viele günstige Massenprodukte sind, wird es schwer werden, die auch eventuell noch klein sind, wird es schwer werden, das Ganze wirklich aus Deutschland mit herauszubeziehen, insbesondere wenn es jetzt so Commodities sind oder so wirklich Standard-Alltagsprodukte, die eh schon total günstig sind. Da wird es sagen, ich weiß nicht, ob ich mir jetzt unbedingt eine Zahnbürste aus Kunststoff zum Beispiel aus Deutschland hole. Oder ob die dann doch eher aus der Presse irgendwo in China come or in other landers. Also ich glaube gerade die not a whole, or sag mal and a very, sehr needrigen of anpassing benötified, a niedrigen of kenntnisstand. Klein, gunstig, leicht, Spritzgus, Plastik, Kunststoff Spritzgrues, dann wird es eigentlich das meiste China bleiben. Aber ich meine, wenn man auch natürlich mit Argumenten arbeiten möchte, wie Made in Europe, Made in Germany, und es darauf dann anlegt, kann man natürlich auch mit Punkten. Ich meine, du weißt, jeder von uns weiß, wie wichtig Bilder sind und wenn du das riesengroß in ein Bild mit reinsetzt und es gibt dann, du hast eine Zielgruppe, die auf Made in Germany abfährt, kann man es natürlich trotzdem auch noch machen.
SPEAKER_00Das ist auch mal wichtig zu gucken, weil das auch so eine Sache ist, was man nicht ganz ungefiltert immer nutzen kann. Und manche Sachen ist natürlich Made in Germany cool, nice to have, aber es juckt eigentlich niemanden. Also ich sage mal, wenn ich jetzt zum Beispiel vielleicht irgendwelche völlig lapalen Produkte, zum Beispiel, wenn ich jetzt so ein Ding oben, so ein Schieber für meine Webcam, kaufe, ist das völlig egal mir, ob der jetzt in China produziert ist oder in Deutschland, während man vielleicht bei anderen Produkten, wenn ich jetzt zum Beispiel eine neue Jacke kaufe oder vielleicht ein Zelt oder irgendwas, was auch ein bisschen wichtiger ist oder ein Lifestyle-Produkt, dann sehe ich sehr gerne, wenn das Made in Germany ist, weil ich dann natürlich diese Qualitätsassoziation für mich auch einfach wichtiger wird.
SPEAKER_01Ich habe noch eines meiner Lieblingsbeispiele ist wahrscheinlich auch noch so ein Paradebeispiel. Wenn du, Niklas, jetzt ankommst und sagst, du, Sebastian, ich möchte einen Fernseher herstellen und den Made in Germany, dann werden wir uns mal in die Augen schauen. Dann nehme ich dich wahrscheinlich am Kragen, schüttel dich mal durch und sag, du, Niklas, ich weiß ja nicht, ob du Kunden hast, die bereit sind, 50.000 Euro für einen Fernseher auszugeben, dann im Endkundenpreis. Oder ob man das Ding vielleicht doch lieber in China oder Taiwan eben herstellen sollten. Das sind zum Beispiel wirklich absolute Commodity, wo du dann wirklich sagst, wie viel Profit ist da wirklich noch rauszuholen, wenn du mit dem Preis nach unten gehst. Ich meine, da steckt schon einiges drin in so einem Fernseher. Wenn du dir anschaust beim Lidl, was weiß ich, 55 Zoll-Fernseher für 280 Euro, das wird schon irgendwie echt schwer.
SPEAKER_00Ja, ja, ja. Okay, also Elektrogeräte, gerade so, wo viel auch wahrscheinlich dann noch drin steckt, ist allgemein wahrscheinlich recht schwierig. Wobei da auch teilweise ein Fernseher finde ich gar nicht so wichtig, aber zum Beispiel so bei Küchengeräten, Elektrogeräten, da denke ich mir mal, Made in Germany wäre ultra, ultra strong und da findet man auch wenig Made in Germany. Aber gut, okay, dann vielleicht mal so, jetzt wenn wir mal die Einkaufspreise einfach mal auf den Tisch legen. Auch da gibt es natürlich wieder Unterschiede, aber das kann man, glaube ich, so mal über den Daumen brechen. Vielleicht jetzt mal, Deutschland ist natürlich in Europa sicherlich einer der teuren Produktionsstandorte, aber wenn wir es jetzt mal so vergleichen, China, Europa im Allgemeinen, wo kommen wir da am Ende des Tages raus, wenn wir die Shippingkosten jetzt mal rausrechnen? Prozentual wie viel Teuer.
SPEAKER_01Es kann Produkte geben, die kosten ja das gleiche. Es kann Produkte geben, die kosten 10, 20 Prozent mehr. Es kann Produkte geben, die kosten 300, 400, 500, 1000 Prozent mal so viel wie in China. Ist aber oftmals überraschend, also ich meine, ja, man sollte nicht ankommen mit dem Ziel zu sagen, ja, ich mache jetzt mal 10%, also bei den meisten Produkten, ich lege jetzt mal 10% obendrauf und gehe davon aus, dass das jetzt Produktionskosten sind, die ich in Europa haben werde. Also bitte schätzt es lieber anfangs deutlich höher ein in Europa, dass es eben 30, 40, 60 Prozent vielleicht pro Produkt mehr kostet, vielleicht auch mal 100% mehr. Und dann sollte man eigentlich nicht unbedingt enttäuscht werden. Also breite.
SPEAKER_00Auch von der Kalkspektrum her, absolut. Also ich kann mal aus der Praxis gerade zwei Beispiele von uns wirklich nennen, wo ich unglaublich geflasht war. Wir haben jetzt zwei Produkte. Einmal besteht aus Holz- und Textilien gemischt aus der Türkei, wo wir tatsächlich im Verhältnis zur Türkei vom Einkaufspreis her ein Dollar aus 38 Dollar bezahlen wir in der Türkei und in China haben wir, glaube ich, 37 Dollar bezahlt. Das heißt, ein marginaler Unterschied, der Versand, da bezahlen wir, aber es ist ein sehr großes Produkt, sparen wir extrem viel natürlich aus der Türkei. Das heißt, insgesamt sparen wir dann auch ein Geld und das gleiche tatsächlich auch für ein Metallprodukt, wo ich total überrascht war, das war günstiger hier, glaube ich, in Italien, wenn ich alles täusche oder auch Türkei, das kann ich nachher nochmal mit Tim durchsprechen, aber wie auch immer, wo wir tatsächlich weniger bezahlen als in China. Und in China waren die Preise halt vor zwei Jahren noch deutlich günstiger. Also da wäre das kein Konkurrenzfähig gewesen, aber jetzt aktuell zahlen in China mehr, als das hier in Europa zu holen. Und dann der Versand natürlich, der innerhalb Europas ja unfassbar viel günstiger ist. Und schneller vor allem.
SPEAKER_01Du kannst auch totale Überraschungen überleben, wie du es jetzt gerade eben hast. Oder sagen wir, ich habe zum Beispiel eine meiner Täschline, die ich jetzt zum Beispiel in Deutschland herstellen lassen möchte. Wenn man auch habe und arbeite mit einem zusammen, der wird zum Beispiel lassen, einfach sagen, so roughly 10 Euro zum Beispiel für ein Produkt haben, wo ich dann mal andere angesprochen habe, die haben genau das Produkt gesehen, die haben es vor sich liegen gehabt, genau die gleichen Spezifikationen, haben es nachgebaut und haben gesagt, ich möchte für 2,50 haben. Ich so was von 10 zu 2,50, beides made in Germany, exact das gleiche. Und dann, ich meine, auch solche Überraschungen kannst du erleben. Den günstigen, muss ich ehrlich sagen, habe ich jetzt noch nicht beauftragt. Klingt komisch, ja, ist aber tatsächlich so. Einfach, weil ich mir gedacht habe, das kann doch nicht sein. Also er hat gesagt, yeah, but mit diesen, diesen, diesen, diesen specification. Du musst auch unglaublich an Europa and China, was natürlich die flexibility angeht. Oder unterhalb der Lieferanten, der Hersteller in Europa, wie unterhindlich they are. Der eine hat logically schon Erfahrungen in, yeah, ich mache auch private Label, yeah, I still have to andere Marken eben her. Und bei einem anderen ist es auch eher so, dafür wird ich übrigens auf Facebook fast mal gebannt, weil Facebook hat gesagt, das ist Hate Speech. Da habe ich gesagt, wir Deutschen sind, wir sind fett, faul und nicht mehr hungrig. Weil es gibt verdammt viele, die lassen sich wirklich sehr, sehr oft in den Hintern kriechen, bis sie dann doch bitte endlich mal ein Angebot geben. Ich glaube, in Deutschland haben wir es irgendwann noch fünf Bitte. Ich glaube, es sind zwei E-Mails und drei Anrufe. Und die dann einfach sagen, du weißt was, ich habe da meine zwei, drei großen Kunden. Ich habe hier mein Häuschen, dann habe ich in Spanien Sommerhaus. Was soll ich denn mit dir? Solche Leute erlebst du tatsächlich auch, klar.
SPEAKER_00Okay, ich habe noch eine letzte Frage. Das interessiert mich, weil ich das bei euch sehr interessant finde. Ihr Sourced jetzt Asien, Europa. Das sind, glaube ich, so die Sachen, wo, wenn ich mich umschaue, 95, 99 Prozent müssen der Leute, die bei uns im E-Commer sich darauf fokussieren. Gibt es Produkte oder gibt es, oder was gibt es für Gründe, dass man mal schaut, nach Afrika oder zum Beispiel auch nach Amerika, um Produkte hier in Europa zu verkaufen. Macht das überhaupt Sinn oder was könnte da sozusagen interessant sein? Jetzt mal vielleicht abgesehen von so Lebensmittelgeschichten, die man vielleicht zum Beispiel nur irgendwie aus irgendwelchen Bären oder Südfrüchten, die man vielleicht gar nicht hier aus Europa oder Asien bekommt, sondern die es halt nur in Afrika oder weiß ich gar nicht, ob es das gibt, aber in Amerika gibt. Aber so allgemein.
SPEAKER_01Ich wollte gerade sagen, wir sind also nicht nur Europa und Asien, sondern wir sourcen auch klar komplett durch die ganzen Amerikas durch, Afrika auch. Wir haben quer durch die Welt, überall Personen oder Mitarbeiter eben sitzen. Ich mag das Wort Mitarbeiter gar nicht so sehr, sondern eher, wie wir sagen, unser Team ist komplett eben verteilt über die ganze Welt. The einzig Platz, wo wir gerade noch niemanden sitzen, haben is Australien. Mal schauen, wann es da wirklich Bedarf dafür gibt. Aber USA ist auch für viele Deutsche mittlerweile sehr wichtig. Warum? Weil die, die in den USA verkaufen, die das Sourcing zum Beispiel in Mexiko machen, wegen wesentlich kürzeren Lieferzeiten und auch sehr, sehr viele bunteste Produkte von Haushalt über Bart, über Textilien, über Lebensmittel natürlich, was Afrika auch angehen könnte, dann könnten es jetzt will ich nicht zu spezifisch werden. Wichtig für uns ist auch immer wieder, wenn ein Produkt von einem Kunden gesourced wird, dann wird kein anderer Kunde das gleiche Produkt auch bekommen. Wir haben auch die Aggregatoren zum Beispiel arbeiten oder manche der Aggregatoren arbeiten auch mit uns zusammen, haben ein Produkt eines Kunden nebenan gebracht und gesagt, nee, sorry, das suchen wir für dich nicht, weil das ist genau das gleiche Produkt, was einer unserer Kunden schon hat. Also Kundenschutz steht natürlich ganz vorne. Wichtig ist aber, deswegen sage ich jetzt, also es könnten zum Beispiel Afrika logischerweise zum Beispiel getrocknete Insekten sein, um Massentierhaltung zu bürgern. Es könnten Crops sein, also Getreide natürlich sein, es könnten Zusatzstoffe sein, es könnten auch Textilien sein und so weiter und so fort. Afrika ist natürlich auch klar einer der großen aufkommenden Märkte. Auch was Fashion angeht, was Lifestyle angeht, was Chinesen Bruttern aufzubauen. Im Prinzip kannst du ja natürlich auch in den USA, in Amerika selber, als auch in Afrika natürlich Produkte sourcen, gar keine Frage, aus unterschiedlichen Industrien.
SPEAKER_00Okay, alles klar. Ja, Sebastian, dann dir, vielen Dank für die Eindrücke, für die Beantwortung der Fragen. Und ich glaube, es ist auf jeden Fall einfach mal interessant, was sich gerade doch viel auch an diesem Sourcing Markt tut. Man geht halt eben weg von diesem Standard, okay, es muss mal alles von Alibaba kommen oder über China gemacht werden. Ist natürlich nach wie vor sehr interessant, aber es gibt halt eben auch Alternativen dazu. Und in dem Sinne würde ich sagen, wie gesagt, vielen Dank an dich und Signify an der Stelle. Und dann hören wir, sehen wir uns zunächst wieder. Alles klar, macht's gut. Ciao, ciao.
SPEAKER_01Absolut. Ganz vielen Dank. Ciao, ciao.