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Für Menschen, die echte Unternehmen aufbauen und skalieren wollen. Mit Top Produkten, Top Marketing und Top Werbung. Mit Nicklas Spelmeyer als Host sprechen wir hier über neue Strategien, Fehler und Erfolg im Online Handel - eCommerce.de
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#2 Ecommerce Produkte in die Medien bringen? - Mit Ruben Schäfer
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Produktmarketing im Ecommerce ist entscheidend für den Erfolg deinen Erfolg als Online-Händler. Neben klassischen PPC Werbeanzeigen, gibt es jedoch ein großes Feld, das von vielen Online-Händlern oft unterschätzt oder sogar übersehen wird. Gemeinsam mit unserem Gast Ruben Schäfer sprechen wir darüber, wie du deine Produkte in die Medien bringen kannst und dein Produktmarketing gewinnbringend ausbaust.
E-commerce.de präsentiert der Podcast für bessere Strategien, mehr Freiheit und Erfolg. Neue Folgen jeden Montag um 15 Uhr.
SPEAKER_02Und damit ganz recht herzlich willkommen zu einer weiteren Folge hier beim e-commerce.de Podcast. Heute zu Gast Ruben Schäfer. Und zwar sprechen wir über das super interessante Thema PR, also wie du sozusagen neben klassischer Werbung PPC für dein Produkt wirklich mehr Sichtbarkeit erreichen kannst, wie du dein Produkt über die Medien in die Sichtbarkeit bekommst. Und das ist, glaube ich, ein völlig neuer Weg. Alle sprechen immer darüber, wie kann man noch mehr aus PPC rauskitzeln. Heute schauen wir das Ganze mal von der anderen Seite an. Und ja, wir haben uns Ruben dafür eingeladen, absoluter Experte in dem Bereich. Ich würde einfach sagen, erzähl doch mal ganz kurz was. Erstmal schön, dass du da bist. Erzähl doch mal ganz kurz ein bisschen was über dich, was du sozusagen im Bereich PR genau machst.
SPEAKER_00Ja, mache ich auf jeden Fall. Erstmal danke, Niklas, für die Einladung, sehr, sehr schön hier zu sein und auch ein sehr, sehr spannendes Thema, was hast du völlig richtig gesagt, auch glaube ich ganz häufig sehr unterschätzt wird. Mein Fokus oder unser Fokus, wir haben ja mittlerweile auch ein relativ großes Team, ist es, Experten oder Produkte, die in der Regel erklärungsbedürftig sind, in die Medien zu bringen und um genau das zu erreichen. Also die meisten unserer Kunden kommen zu uns, weil sie sagen, ich möchte einerseits eine höhere Sichtbarkeit haben, aber vor allen Dingen mehr Vertrauen haben. Weil Sichtbarkeit, Reichweite, hast du ja gerade schon gesagt, kann man sich über PPC halt relativ einfach kaufen. Aber gewisses Vertrauen seiner Zielgruppe, die einen eben aus verschiedenen Magazinen, Publikationen kennt, die das dann sieht, wenn sie Google zum Beispiel, das kann man sich so einfach nicht kaufen. Und dafür sind wir eben zuständig und verlängern so immer dann die Reichweite und sorgen für mehr Trust. Und dafür, dass dann eben letzten Endes Kunden auch sagen, okay, da gebe ich auch Geld aus, da gebe ich auch mehr Geld aus. Also viele unserer Kunden verkaufen auch relativ hochpreisig halt. Und klar, da ist es dann umso wichtiger, dass man wirklich Vertrauen hat bei den Kunden.
SPEAKER_02Ja, ich sag mal, gerade auch jetzt aktuell ist ja iPhone 13 zum Beispiel, sieht man auch wieder geistert durch die Medien, man sieht überall Berichte und so weiter und so fort. Und im Grunde genommen ist das einfach ein Punkt, wo ich persönlich denke, dass der total vergessen ist heute in diesen ganzen neuen Medien, Facebook, Instagram. Man kann ja überall Werbung machen oder auch direkt auf Amazon eben. Aber da nochmal so eine ganz neue Art von Kundschaft auch zu erschließen. Erstmal übrigens an der Stelle nicht wundern, unser Setting ist tatsächlich super, super, super ähnlich. Sieht auch sehr cool aus bei dir, Ruhm. Ja, danke, kann ich nur zurückgeben. Und ich würde sagen, wir starten einfach, starten einfach mal direkt rein. Was würdest du so erstmal sagen, macht PR allgemein im Bereich E-Commerce so verdammt interessant?
SPEAKER_00Ich würde zu dem, was du vorher gesagt hast, nur eine ganz kleine Einschränkung machen, weil du hast völlig recht, ich sehe das auch, ganz viele Händler, E-Commerce-Leute beschäftigen sich mit dem Thema nicht. Aber die, die es tun, sind damit sehr, sehr erfolgreich. Also es ist tatsächlich, es gibt einfach welche, man sieht das ganz, ganz häufig, das sind doch oftmals die, die dann irgendwie zum Beispiel bei der Höhle der Löwen sind oder so. Das ist eine Maßnahme, aber natürlich nicht alles. Aber die, die das Thema PR von vornherein in ihre Strategie integrieren, sind damit richtig gigantisch erfolgreich. Und das ist auch letzten Endes das, um auf die Frage zurückzukommen, was PR so verdammt interessant macht. Es gibt einfach, wenn man im E-Commerce unterwegs ist, jedes Produkt wird irgendwo angeboten. Natürlich, es gibt eigentlich nur zwei Varianten, um da rauszustechen. So Variante Nummer eins ist, ich habe ein Produkt, was es noch gar nicht gibt. Zum Beispiel, ich nehme jetzt mal das Beispiel, kennt vielleicht auch der eine oder andere aus der Hülle der Löwen, dieses Air-up, das ist ja so eine Flasche mit so einem Geruchsding obendrin, die auch online verkauft wird. Das gab es vorher halt nicht, das kannte keiner. Und dann braucht man PR, um das überhaupt erstmal irgendwie zu erklären, um mal zu, dann müssen Journalisten das testen und so weiter, damit man überhaupt mal Vertrauen dafür erweckt, dass das überhaupt funktioniert, weil die Leute können sich das ja nicht vorstellen. So, das ist die eine Variante. Und die andere Variante, und das ist auch ganz wichtig, vielleicht habe ich ein bestehendes Produkt und muss jetzt irgendwie herausarbeiten, wie kriege ich denn jetzt dieses Produkt interessant gemacht? Weil wenn ich eben letzten Endes so etwas Stupides verkaufe, wie zum Beispiel, ich nehme jetzt mal ganz, ganz stumpfe Sachen einen Bleistift oder eine Büroklammer oder sowas, das ist jetzt echt sehr, sehr, sehr schwierig vergleichbar. Aber zum Beispiel, ich habe jetzt letztens gesehen, zum Beispiel von Prada gibt es Büroklammern, die sind dann irgendwie aus Platin und kosten 500 Euro. Das ist dann wieder eine Sache, wie man es dann zum Beispiel PR-mäßig ganz gut benutzen könnte. Oder auch, gab vor ein paar Jahren mal so eine Aktion von Hornbach, die haben so einen alten sowjetischen Panzer eingeschmolzen und haben daraus einen Hammer gemacht. Und das haben die natürlich auch PR-mäßig komplett ausgeschlachtet und da gab es ganz viele Geschichten dazu und das hat es für einen richtigen Hype gesorgt. Dann war plötzlich, ich meine, das ist ein Hammer, ist ein Produkt, das kauft man normalerweise, kostet 10 Euro, haut man einen Nagel in die Wand mit. Und diese Hornbach-Hammer hießen die damals, also dieser Hornbach-Hammer, der ist für über 1000 Euro dann in der Spitze auf Ebay weggegangen.
SPEAKER_02Aber das war witzig. Das heißt, man kann auch theoretisch sozusagen von Anfang an ein komplett neues Produkt auch entwickeln mit der Idee, zum Beispiel jetzt aus dem Material, woraus das gemacht ist, um das PR-technisch zu machen. Haben wir ja auch zum Beispiel oft gesehen, diese ganzen auch jetzt aus Meeresplastikprodukte, die waren ja am Anfang auch öfter mal in gewissen Zeitschriften, Magazinen oder auch sogar so am Fernsehen dann sozusagen mit drin.
SPEAKER_00Genau, genau. Das könnten Materialien sein, ne? Das können aber auch andere Sachen sein. Also man kann auch ein Produkt nehmen, vielleicht kennst du Snocks, die machen Socken und Unterhosen und sowas. Die geben eine Lochgarantie. Also beziehungsweise wenn da irgendwo, wenn du ein Loch da drin hast, dann kannst du denen das schicken und die schicken es dir neu zurück. Und das ist witzig, weil jeder hat ja schon mal irgendwie ein Loch in seiner Socke gehabt. Und die geben da einfach eine Garantie dafür. Ist vorher irgendwie keiner drauf gekommen oder hat es halt nicht vernünftig kommuniziert und zack, ist man da mit dem E-Commerce plötzlich wahnsinnig erfolgreich. Also es muss nicht unbedingt das Material sein. Es können auch kleine Add-ons sein, es können Aktionen sein, es können Garantien sein, es kann das Design sein, die Verpackungen sein, die Story da sind.
SPEAKER_02Das kann man schon mal auf jeden Fall dabei auf jeden Fall merken. Das ist, glaube ich, super wichtig auch zu verstehen. PR ist natürlich was, was jetzt nicht so wie PPC funktioniert. Man bezahlt einfach und hat dann sozusagen Kunden, die das direkt lesen und interessant finden, sondern für PR ist es auch immer wichtig, dass hinter dem Produkt auch irgendwas interessant ist erstmal, damit überhaupt auch Leute das vielleicht veröffentlichen, publizieren wollen mit Reichweite. Das heißt jetzt so das 0815-Produkt ein normaler Bleistift zum Beispiel ohne irgendwelche Zusätze, wäre wahrscheinlich für PR, also wer sollte darüber was schreiben oder ein Video machen, wenn es nichts Besonderes ist.
SPEAKER_00Ja, ja. Ja, das ist schon richtig, aber es ist tatsächlich die Aufgabe von einem guten PR-Menschen, finde dann irgendwas, einen Aspekt, der da vielleicht interessant dran sein kann. Weil wenn sich ein Produkt verkauft, wenn du jetzt tatsächlich einen Onlineshop hat, hast der Bleistifte verkauft und deine Bleistifte laufen einfach richtig gut und du verkaufst davon ganz viele, irgendwas musst du ja richtig machen. Irgendwas muss das ja sein, was deine Kunden daran anspricht. Und es kann tatsächlich auch manchmal einfach die Simplizität sein. Also es gab mal vor ein paar Jahren zum Beispiel auch so eine Aktion von Schwarzkopf, war das, glaube ich. Es ist ja immer so, wenn du Shampoo kaufst, dieses Shampoo kann ja immer ganz viel. Das ist für besonders voluminöse Haare und das duftet besonders gut und was auch immer. Und dann haben die ein Shampoo auf den Markt gebracht, wo dann drauf stand, das Shampoo wäscht einfach nur die Haare. Nichts anderes. Es ist kein 3 in 1, es ist nicht irgendwie Revitalisieren von der Wurzel oder so. Nein, es wäscht nur die Haare. Ganz stumpf. Und weil das so im krassen Gegensatz zu allem anderen stand, lief das dann auch wieder richtig gut. Also man muss einen Aspekt finden, der irgendwas ist.
SPEAKER_02Das ist witzig, weil ich glaube auch, dass das hilft einem natürlich direkt bei dieser PR-Geschichte, aber natürlich auch direkt im normalen Marketing. Ich hab zum Beispiel mal, das ist witzig, dass du Sky sagst, ich habe auch eine witzige Story, weil sowas habe ich mal gesehen. Man kennt ja diesen eine Minute-Reis für die Mikrowelle. Und ich bin zum Beispiel mal im Regal vorbei gegangen, da gab es den 59-Sekunden-Reis. Ist ja letztendlich auch einfach ein witziger Gag. Aber sowas könnte man natürlich auch PR-technisch einfach witzig aufbauen.
SPEAKER_00Ja, ja, genau. Also Hauptsache, es ist irgendwie ein bisschen, es sticht irgendwie heraus, es ist ein bisschen anders. Und wie gesagt, es sind die nach meiner Erfahrung besonders erfolgreich, die sich halt wirklich von vornherein um dieses PR-Thema auch Gedanken machen. Weil das befruchtet sich ja alles gegenseitig. Also es ist gar nicht entweder PPC oder PR so. Man kann möglicherweise, wenn man PR richtig durchgespielt hat, kann man auf PPC auch verzichten und damit vielleicht dann die Marge erhöhen. Aber würde man dann PPC noch on top nehmen, mit PR, dann.
SPEAKER_02Perfekte Ergänzung.
SPEAKER_00Ja, ja, eben. Das ist einfach so, als würde man in ein bestehendes Feuer einfach ganz viel Benzin reinkippen. Dann geht es halt richtig ab.
SPEAKER_02Und dann geht's los, dann geht es richtig los. Kurze Frage dazu. Würdest du sagen, dass du so, dass es bestimmte Produkte gibt, die sich für PR eignen oder dass man es grundsätzlich mit allen Sachen machen kann?
SPEAKER_00Also ganz grundsätzlich kann man es mit allen machen, aber Einschränkungen, wenn du jetzt wirklich einen Shop hast, der wirklich nur Büromaterial verkauft und dein Schwerpunkt ist, dass du der Billigste bist, zum Beispiel als USP, dann ist es schon so, dass man PR-mäßig wahrscheinlich gar nicht so viel machen kann oder auch nicht unbedingt machen muss, weil du hast einen anderen Weg gefunden. PR kommt immer dann ins Spiel, wenn es wie gesagt Produkte sind, die man noch nicht unbedingt kennt, ob das jetzt Wasserflaschen mit so einem Geruchsfilter sind, ob das Fidget-Spinner sind, als sie noch keiner kannte, so. Das muss ja alles irgendwie erstmal in der Masse ankommen.
SPEAKER_02Um in die Sichtbarkeit sozusagen zu treten, ist es ein super starkes Werkzeug. Und auf der anderen Seite, klar, ich meine, es ist ja auch, du hast ja beim PR ja auch irgendwo einen Aufwand, wenn du dann am Ende Produkte verkaufst jetzt für 1-2 Euro, es ist ja auch online eigentlich super selten. Aber du würdest sagen, auch was du am Anfang hast, die meisten eurer Kunden sind eher im hochpreisigen Segment. Das heißt, wo Produkte auch mit einer bestimmten Werthaltigkeit verkauft werden und jetzt nicht sozusagen, größtenteils zumindest nicht so, das 0815-Produkt. Wobei wir es bei Snocks natürlich auch sehen, dass es theoretisch auch mehrere Sachen möglich sind.
SPEAKER_00Aber ich würde mal behaupten, dass die Snocks Socken wahrscheinlich verhältnismäßig hochpreisig sind im Vergleich zu anderen Socken. An sich ist das Produkt natürlich nicht hochpreisig, aber die werden trotzdem genug Marge haben, um sich um das Thema PR eben auch noch zu kümmern. Und das bringt ihnen eben mehr Erfolg, als wenn man jetzt einfach irgendwelche Socken importiert und die halt verkauft ohne irgendwas so. Also es ist immer eine Betrachtungsweise. Ich würde es wirklich so zusammenfassen, das Produkt sollte grundsätzlich genug Hochpreis und Marge haben und sein, dass man dafür PR machen kann und dass sich das entsprechend rentiert. Und es sollte irgendeinen interessanten Aspekt geben, den kann man mit einer PR-Agentur natürlich auch herausarbeiten. Oder so neu sein, dass die Leute das einfach interessieren. Oder es löst ein bekanntes Problem so. Also es ist vielleicht eine Erfindung wie zum Beispiel, ich will gerne was trinken, aber ich will nichts mit Zucker trinken, weil ich will eben gesund leben, ich will also Wasser trinken und trotzdem gut schmecken. Und dann hat man eben so ein Produkt, was das eben löst. Und dann finden die Medien das natürlich ganz interessant, weil es einfach tausende Leute gibt, die das super spannend finden.
SPEAKER_02Ja. Was ist denn so, ich sage, wenn du jetzt sagst, genügend Marge für PR, was ist so ungefähr, ich sag mal, vielleicht, beziehungsweise bevor wir vielleicht mit dem Preis anfangen, ist es logischer, einmal drüber zu sprechen, was für Medien sind denn interessant? Also wo kann man denn geil sein Produkt präsentieren oder platzieren?
SPEAKER_00Also man sollte da vielleicht sich vorher fragen, was ist eigentlich die Zielgruppe des Produkts? Es gibt Produkte, die gehören, keine Ahnung, das ist jetzt, nehmen wir mal Snocks so, das ist für ganz, ganz viele Menschen interessant. Das kann dann wirklich Richtung Bild-Zeitung, Welt. Da kann man natürlich auch so ein bisschen Gründer-PR machen, da geht das so rein zu Business Insider oder so vielleicht. Oder halt einfach Fokus, Stern etc., so die großen bekannten Massendinger. Nimmt man eben die. Wenn das jetzt aber ein spezielleres Produkt ist, ja, vielleicht ist das ein Grillshop, ne? Und ich habe irgendwie ganz besonders tolle Grills, dann ist es vielleicht eher Penthouse, Men's Health, Playboy, könnte auch noch Richtung Welt oder so gehen vielleicht. Könnte auch theoretisch auch noch, also für Bild-Zeitung Bild ist mit sehr firmenkompatibel, muss man sagen, weil es einfach ein sehr, sehr buntes Medium ist. Aber es gibt immer verschiedene Schwerpunkte, die man da nutzt. Aber es ist grundsätzlich fast alles möglich. Wir haben Kunden zum Beispiel, die kommen jetzt zu Satz 1, da gibt es so Erfindershows. Ich weiß jetzt nicht den genauen Namen gar nicht.
SPEAKER_02Ja, es ist so eine Höhle der Löwen ein bisschen so.
SPEAKER_00Ja, so in die Richtung, aber es ist eher so verrücktere Erfindungen und es pitcht auch nicht, sondern es wird dann irgendwie so gezeigt, wie das halt funktioniert und so. Ist halt eine ganz lustige Sache. Es gibt dann zum Beispiel auch eine Höhle der Löwen, genau, also auch TV-Formate. Aber auch Radio interessiert sich für sowas. Also gerade so Lokalradio findet das wieder spannend. Da gibt es ganz viele Möglichkeiten und da muss man eben auch schauen, was es da alles gibt. So die Medienlandschaft ist schon extrem vielfältig.
SPEAKER_02Und was jetzt, wenn man das mal so grob runterbricht, das hat wahrscheinlich was damit zu tun, dann auch, wie interessant ist ein Produkt? Es wird ja sicherlich vielleicht sogar mal sein, dass die Medien, wenn man da richtig PR-technisch aufgestellt ist, sogar auf einen selbst zu kommen. Aber womit kann man so ungefähr rechnen, preistechnisch, wenn man jetzt sagt, hey, ich habe geile Produkte, ich will die Produkte jetzt in die Sichtbarkeit bringen.
SPEAKER_00Also das ist tatsächlich eine sehr, sehr schwierige Frage, schwierig deswegen, weil es kommt immer darauf an, was ist das Produkt und was ist die Zielgruppe und wie groß ist auch die Firma und wie groß soll der Impact nachher auch sein. Also die Firma Hornbach hat sich, um ihre Baugeschichte da zu promoten, haben die sich eben einen Panzer gekauft, haben den eingeschmolzen und haben dann auch drumherum noch die ganze PR- und Kommunikation gemacht. Also wahrscheinlich wird diese Nummer irgendwie insgesamt einen sechsstelligen Betrag gekostet haben, wird aber auch im siebenstelligen Bereich Medienreichweite gebracht haben. Und ganz viele Leute sind halt in diese Märkte gestürmt und dann war der Hammer ausverkauft, dann haben sie irgendwas anderes gekauft. Also ist ja auch vollkommen okay. Aber ich würde mal sagen, wenn man klein startet, in Anführungsstrichen klein, man sollte auf jeden Fall ein Produkt haben, das sollte auch schon laufen, man sollte auch schon Marge haben und so weiter. Und dann sollte man so im niedrig- bis mittleren, vierstelligen Bereich im Monat einkalkulieren, dafür, dass man dann in Medien wirklich reinkommt.
SPEAKER_02Okay. Ist ja letztendlich, wenn man es vergleicht, ich sag, ich vergleiche das mal, wenn man zum Beispiel zum Beispiel wie die Bild-Zeitung, wie viele hunderttausend Menschen lesen sowas auf, wenn man jetzt Bild online zum Beispiel schaut. Und wenn man dann mal überlegt, okay, vielleicht sind nur 10% von denen meine Zielgruppe, aber dann sind es ja auch schon vielleicht 10.000, 20.000, 30.000 Menschen. Und wenn man jetzt mal überlegt, was bezahle ich denn, wenn ich, wenn PPC 30.000 Menschen meiner Zielgruppe, mein Produkt mit dem vertrauen, ne, das ist ja nochmal was anderes, wenn du jetzt aber PPC, alle wissen, es ist Werbung, wenn du jetzt so einen Zeitungsartikel hast, dann ist es eben nicht nur Werbung, sondern es ist halt auch, der Kunde liest es sich durch und hat natürlich ein ganz anderes Vertrauen auch zu dem Produkt am Ende. Gerade eben, wenn man jetzt zum Beispiel einen Grill, der irgendwelche besonderen Fähigkeiten hat oder aus einem eingeschmolzenen Panzer oder irgendeiner Mondrakete oder sowas besteht.
SPEAKER_00Ja, also es ist tatsächlich den Effekt dahinter, der ist schwer zu beschreiben, aber du warst ja selber schon in der Bild-Zeitung, du kennst das ja auch so ein Stück weit, die Leute, die dann da kommen, kommen mit einem ganz anderen Mindset quasi oder mit einer ganz anderen Haltung an dich heran. Das sind eben nicht mehr die Kunden, die dann ewig überzeugt werden müssen oder so, sondern die haben das schon irgendwie getankt. Die sind auf dem Medium, dass sie jeden Tag lesen, dass sie jeden Tag kaufen möglicherweise. Sie bezahlen Geld, weil sie einem Medium vertrauen. Und dann kommt dieses Medium und zeigt da irgendein abgedrehtes, durchgeknalltes Produkt. Und in der Regel sind Redakteure auch tatsächlich, auch wenn sie das hauptberuflich nicht machen, aber Redakteure sind schon ziemlich gut darin, Produkte so zu beschreiben, dass ihre Leser auch sofort verstehen, was ist das für ein Produkt und was ist der Mehrwert des Produkts ist. Das können Redakteure schon sehr gut auf den Punkt bringen. Fast besser als die meisten Marketer das auf den Punkt bringen können.
SPEAKER_02Wie viele Leute kann man so ungefähr, also ich sag mal, wenn man das jetzt mal so, das ist natürlich auch wieder total schwierig zu beantworten. Das ist ganz klar, wenn man jetzt mal fragt, wie viele Leute kann man ungefähr erreichen mit PR, kommt sicherlich aufs Medium drauf an. Aber wenn man eine grobe Größenordnung gibt, werden es wahrscheinlich schon mehrere Zehntausend immer, oder? Egal an die Produkte.
SPEAKER_00Absolut, absolut. Also wenn man in einem B2C-Shop-Umfeld ist und man hat ein Produkt, was für eine große Zielgruppe interessant ist und das kriegt einen Medienaufschlag in einem großen Medium, dann sind wir eigentlich direkt sechsstellig von der Impressions-Zahl her quasi. Also das kann aber auch ganz schnell, wenn es wirklich was richtig abgedreht ist, ist, wir haben genug Kunden, die mit Medienkampagnen auch schon ganz schnell im siebenstelligen Impressions-Bereich waren. Also das geht problem.
SPEAKER_02Das heißt, dann kann es auch mal relativ schnell ja extrem abgehen. Das heißt, wenn man sowas mal plant und umsetzen will, muss man auch dafür sorgen, dass man dann genügend Lagerbestand bzw. Ware vor Ort hat, um das dann auch abdecken zu können.
SPEAKER_00Auf jeden Fall. Man sollte sich da Gedanken drum machen. Aber es ist auch letzten Endes, kreiert man damit auch so einen Mythos. Also das kann man zum Beispiel auch gerade nutzen, wenn man es von Anfang an absichtlich verknappt. Also Hornbach zum Beispiel, die haben halt gesagt, wir schmelzen einen Panzer. So, und daraus kann man eben nicht unendlich viele Hämmer machen, also sind die irgendwann weg. Und dann gab es davon irgendwie nur 20, naja, ne, 20.000 waren es nicht, vielleicht 1000 Stück oder so. Und dann waren die weg und dann wurden die halt bei Ebay gehandelt zu irgendwelchen Unsummen. Aber es reicht ja, um den Mythos zu kreieren, um die Brand groß und bekannt zu machen, um die Suchanfragen in die Höhe zu treiben, um vielleicht auch Retargeting zu machen, dass Leute, die dann dadurch in den Shop gekommen sind, man später bei Retargeting auch wieder einfangen kann. Also es gibt genug Möglichkeiten.
SPEAKER_02Und auch diese Dinge direkt in der Selbstvermarktung zu nutzen, also auf dem Shop, auch für Amazon-Artikel seid, sozusagen diesen Artikel vielleicht klein einzublenden. Oder zum Beispiel auch, ich sag mal, das ist ja auch eine Sache, die viele nutzen, sind dann Dinge wie Vergleichsieger, Testsieger bei solchen wahren Testsachen. Das nutzt man ja auch dann letztendlich auf der Produktseite selbst. Und natürlich kann man genauso auch Mediensachen nutzen, um nochmal so einen Unterschied auch zur Konkurrenz darzustellen.
SPEAKER_00Ja, ja, klar, logisch. Gerade weil, wie am Anfang gesagt, es kaum einer hat. Und es gibt noch einen Aspekt, der aus meiner Sicht ganz häufig vergessen wird. PR wird, wir haben zwei Kunden jetzt seit Neuestem, die selber als Investoren tätig sind. Das heißt, die geben irgendwelchen aufstrebenden, auch gerade E-Commerce-Unternehmen Geld dafür, dass die irgendein Produkt groß machen. Also es sind ganz normale Produkte, ein bisschen anders gedacht, mit vielleicht noch verknüpft mit einer App und soll dann den Markt revolutionieren. Und wenn man mal mit dem Gedanken spielt, ich will richtig skalieren, ich hole mir einen Investor oder ich will vielleicht den Laden irgendwann mal verkaufen, weil ich sage, will irgendwie mal weg oder so. Es ist ein Riesenunterschied, ob das irgendwie so eine Bude ist, die von PPC die ganze Zeit am Laufen gehalten wird. Am besten noch, wenn man selber irgendwie so ein Genie ist, der das halt machen konnte, oder ob es halt wirklich gebackupt ist durch ganz viel Medienpräsenz. Das ist ein richtiger Firmenwert und das drückt sich monetär auch sehr, sehr stark aus.
SPEAKER_02Das ist auch nochmal ein extrem interessanter Punkt, denke ich, weil gerade auch Investoren erreichst du auch sehr selten über PPC oder über dieses Suchen von Produkten, weil der Investor geht ja nicht durch die Gegend und sucht den ganzen Tag nach eingeschmolzenen Hämmern oder sowas. Sondern der ist natürlich, der lebt einfach sein Leben und sieht dann zum Beispiel natürlich in so einem Zeitungsartikel auch mal die Möglichkeit, solche Leute zu erreichen. Andersrum aber auch dieses Asset, das ist ja auch eine Sache, die ich ganz oft bei uns in den Videos oder auch hier in den Podcasts sage, dein E-Commerce-Business solltest du nicht nur mit irgendwelchen Cashflow-Geschichten aufbauen, sondern mal versuchen auch ein Asset dahinter zu schaffen. Natürlich sind solche Zeitungsartikel oder Medienberichte, sind halt einfach ein krasses Asset. Und es macht dich auch nochmal unabhängig von Dingen wie Facebook oder Amazon. Weil du kannst über Medien eben genauso gut Leute erreichen. Also letztendlich habe ich auch mal so ein bisschen so diesen Vergleich gezogen für mich, dass PR letztendlich was ähnliches auch ist wie Social Media Marketing, dass man sozusagen auf eine andere Art und Weise nochmal Leute dazuziehen kann, die von Anfang an aber einen deutlich höheren Trust haben. Ist das auch so ein bisschen, würdest du sagen, auch, dass es so ein bisschen in die Richtung geht?
SPEAKER_00Ja, ja. Ich sag mal ganz böse formuliert, für PR muss man besser sein als für Social Media. Also in Social Media ist es so und das sehen wir auch einfach ganz häufig. Es gibt natürlich Firmen, True Fruits oder irgendwelche anderen oder Einhorn oder auch Snocks, die beherrschen Social Media relativ gut und die kriegen da stellenweise gigantische Reichweiten und ecken damit aber auch häufiger mal an und so. Also man kann Social Media schon gut spielen. PR hat halt einfach die Komponente, es ist mein Social Media Kanal. Selbst wenn da irgendwann vielleicht abgedreht werden könnte oder sowas, es ist halt dein Kanal, du verfügst darüber. Das heißt aber auch, du postest, was du für richtig hältst. Und es gibt keine Instanz, die da irgendwie dazwischen geschaltet ist. Und das ist bei PR eben anders. Hier gibt es immer einen Redakteur, vielleicht sogar eine Redaktionskonferenz, die dazwischen sitzt und die entscheidet und du musst so gut sein. Und dein Thema, dein Pitch, alles muss so gut sein, dass eine solche Runde sagt, das nehmen wir auf und auch ohne Geld dafür zu verlangen, weil man kann es natürlich nicht mehr so viel.
SPEAKER_02Ich meinte tatsächlich gerade Influencer-Marketing, ich glaube, ich habe Social Media Marketing gesagt. Ich meine allgemein sozusagen Influencer-Marketing, also auch sozusagen dieses dritte Dazwischengeschaltete, das eben nicht du. Ich glaube, das ist das, was es interessant macht, diesen Marketing-Kanal. Nicht du als Verkäufer erzählst über dein Produkt, sondern eine dritte Instanz erzählt und berichtet über dein Produkt. Und das ist natürlich, dem wird natürlich ein ganz anderes Vertrauen gegeben als Rechtsmarketing, wo jemand logischerweise nur das Beste über sein Produkt oder viele Leute nur das Beste über ihr Produkt erzählen.
SPEAKER_00Also man kann natürlich auch, muss man vielleicht trennen, man kann ja auch Werbung in klassischen Medien machen, das geht auch. Ist aber in aller Regel dann, also es gibt sogenannte, es gibt halt redaktionelle Artikel, Dann gibt es sogenannte Adventorials. Das sieht aus wie ein redaktioneller Artikel, ist aber keiner. Steht dann drüber Anzeige. Und dann gibt es noch klassische Anzeigen. Und Anzeigen funktionieren meistens, kommen ein bisschen aufs Produkt an, aber in der Regel nicht so gut. Advertori können gut funktionieren, aber es gibt viele Medien, die gar keine Adventorials. Also zum Beispiel bei Business Insider oder Build, da gibt es so Semi-Advertori, das geht so ein bisschen in die Richtung, ist aber exorbitant teuer und konvertiert nach meiner Erfahrung nicht so besonders gut. Also von daher, da ist redaktionelle PR immer sehr weit vorzuziehen. Was bei Influencern finde ich immer so ein bisschen schwierig ist, ist, wenn man sein Produkt auf Gedeih und Verderb an eine Person bindet. Und diese Person ist quasi dann das Gesicht und promotet das Ganze auf ihren Kanälen, dann kann das super funktionieren. Aber wenn diese Person, so Gott will, nächste Woche auf die Idee kommt und sagt, keine Ahnung, die Bundesrepublik Deutschland ist eine Lüge oder irgendwelche anderen Ideen hat.
SPEAKER_02Das hast du bei einem Medium natürlich nicht so stark.
SPEAKER_00Also in der Regel nicht. Also natürlich widersprechen sich auch Medien gegenseitig, aber die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt plötzlich ein Leitmedium in Deutschland anfängt, irgendwelche Theorien zu verbreiten, ist minimal, sag ich mal. Und bei so Influencern muss man einfach sagen, es gibt wirklich bei weitem genug Fälle von einem bekannten Schlagersänger angefangen, hin über ganz viele andere Fälle, wo dann Influencer irgendwie daneben getreten haben und plötzlich steht man als Unternehmer mit unter Druck, muss dann die Partnerschaft beenden, Leute boykottieren einen. Man kriegt im schlimmsten Fall dann auch noch schlechte PR. Also bei Influencer-Marketing, da muss man, ich finde, es ist schon sinnvoll, aber mit Fingerspitzengefühl.
SPEAKER_02Ja. Okay, alles klar. Hume, ich würde sagen, ich habe eine Frage noch. Nicht wundern übrigens, wenn meine Stimme hier so ein bisschen verkrächt. Ich habe heute gefühlt schon, glaube ich, zwei, drei Liter Hustenbronschaltrin getrunken. Aber es läuft noch. Aber letzte Frage, was ich super interessant finde. Jetzt natürlich, PR ist mega interessant. Man kann damit Menschen erreichen, die man sonst vielleicht nicht erreicht und vor allem von vornherein höheres Vertrauen bei dieser Zielgruppe auch bekommen. Wie genau kann man vorgehen, um wirklich Produkte auch selbst jetzt in die PR zu bekommen? Gibt es da irgendwie sozusagen, es gibt wahrscheinlich nicht diesen ganz klaren, das muss immer genau so laufen, aber hast du sozusagen so ein paar Angangspunkte für die Leute.
SPEAKER_00Ja, klar. Schritt Nummer eins, was ich auf jeden Fall machen würde, ist, überleg dir mal, was ist eigentlich an deinem Produkt überhaupt ein besonderer Aspekt? Das kann das Produkt an sich sein, das kann aber zum Beispiel auch seine Entstehungsgeschichte sein. Die Problemstellung, die das Ganze löst, die Art und Weise, wie man es geschaffen hat, die technische Innovation. Also was gibt es rund um dieses Produkt, was interessant ist, was neu ist, was besonders ist, was Leute interessant finden könnten. Also man kann sich das wirklich, unser Professor damals, ich habe ja auch Journalismus studiert und unser Professor damals, der hat wirklich gesagt, guter Journalismus ist der, da geht man in die Straßenbahn oder in den Bus und guckt sich Leute an, die da sitzen. Und wie würde man denen das jetzt in drei Sätzen erklären, dass die das spannend finden? Und das ist eben nicht, mein Produkt ist das Tollste, das Beste, es hilft der Menschheit und was auch immer, so langweilig, sondern es ist halt wirklich, stellen Sie sich mal, wirklich auf den Punkt gebracht, so ein Pitch, dass man zu einer Person geht und sagt, hey, pass mal auf, ich habe was richtig Krasses gesehen. Und zwar gibt es da ein Produkt, das sorgt dafür, dass man Problem XY in kürzester Zeit löst und das Beste ist, es gibt auch noch eine Garantie oder was auch immer so. So wie man es wirklich einem Arbeitskollegen irgendwem im Bus oder wie auch immer auf den Punkt erklären würde, dass der sagt, ach, das ist ja krass.
SPEAKER_02Also den klassischen Küchenzurf, als würde man es wirklich. Bei uns, bei uns im Training, sage ich immer, das ist die, wie erzählst du es deinem Kumpel, wenn du mit dem an der Bar sitzt?
SPEAKER_00Ja, ja, genau. Genau so musst du es machen. Das ist so der wesentliche Punkt, auf den du es runterbrechen musst. Und wenn du es dann selber in die Medien bringen möchtest, dann guck mal, welche Medien dafür geeignet sein können. Sei auch ehrlich zu dir. Also es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, jetzt zu sagen, Bildzeitung habe ich jetzt hier in dem Podcast gehört, ich will sofort zur Bild-Zeitung. Redaktionen werden mit zunehmender Größe auch immer gnadenloser, was dann die Fehlertoleranz quasi angeht. Also fang ruhig mal mit was Kleinerem an, Lokalradio, Lokalzeitung und so. Und dieser Erfinder-Frame und Innovator-Frame funktioniert ja eigentlich immer ganz gut, dass man sagt, wir haben irgendwas krasses Neues, hier aus dem Kinderzimmer, was auch immer. Und darüber wollen wir einfach mal erzählen. Und dann gibt es immer wieder Redakteure, die sagen, ja, finden wir gut. Und so kommt man dann langsam da rein. Also PR ist was, was sich von unten aufbaut, in der Regel. Es ist ganz selten, dass man direkt mit so einem Top-Level-Medium einsteigt. Kann auch passieren, aber ich würde es nicht empfehlen, das bewusst herbeizuführen, weil wenn man keine Erfahrung hat im PR-Bereich, dann sollte man.
SPEAKER_02Dann muss ich mich darauf zu überlassen, dass es so klappt.
SPEAKER_00Ja, dann sollte man vielleicht lieber bei kleineren Sachen anfangen. Es gibt ja auch Beispiele, wo auch so PR-Stuns dann mal nach hinten losgehen und so, dann ist es schon besser, man hat das bei irgendeinem kleinen Medium, wo es keiner mitbekommen hat. Ich würde da gerade kurz nochmal einhaken und nochmal drei Tipps geben, wenn man es wirklich selber machen will, so on top zu dem, was wir gerade eben gesagt haben. Punkt Nummer eins: Journalisten, Redakteure interessieren sich in aller Regel nicht unbedingt für Produkte, sondern wenn dann überhaupt für, also kann schon sein, wenn es wirklich ein ganz innovatives Produkt ist, aber ansonsten interessieren die sich eher für die Story dahinter. Also wer bist du als Gründer, wer seid ihr als Gründer, warum habt ihr das gemacht? Wovon hattet ihr die Schnauze voll? Welches Problem habt ihr gesehen? Was wolltet ihr lösen? Diese Story-Journalisten sind Geschichtenerzähler. Also es geht nicht darum, irgendwie zu sagen, das Produkt bei Testberichten vielleicht, aber in größeren Medien oder in Publikationen für die Masse geht es eigentlich immer darum, eine Geschichte zu erzählen. Also fokussiert euch auf die Geschichte und fangt bloß nicht an, irgendwie mit technischen Details da um euch zu werfen oder sowas. Ich weiß, wenn man in seiner Erfindung verliebt ist, dann macht man das mal schnell. Aber erzählt eine coole Geschichte. Das ist viel, viel wichtiger. Erzählt, was euch da angetrieben hat, warum ihr das gemacht habt, was die Fukups waren vielleicht auch, die schlaflosen Nächte und so weiter. Das finden Redakteure alles interessant und sympathisch. Punkt Nummer eins. Punkt Nummer zwei, macht euch Gedanken, wer der passende Ansprechpartner ist. Ich sehe das ganz häufig, dass Leute einfach eine Mail schreiben an die Redaktion Ad. Für Außenstehende vielleicht schwer vorstellbar, weil ihr bekommt vielleicht nur zehn E-Mails am Tag. Aber eine Redaktion-Ad-Posteingang wird so geflutet mit so, kommt ein bisschen aufs Medium an, aber selbst ein kleines Regionalmedium kriegt ja schon so 300, 400 E-Mails am Tag. So. Und wenn man da jetzt mit so was Langweiligem daherkommt und dann noch nicht mal sich irgendwie die Mühe gemacht hat, da einen Ansprechpartner zu recherchieren und so, die Wahrscheinlichkeit ist einfach brutal hoch, dass es gelöscht wird. Und dementsprechend macht euch die Mühe bitte. Es ist ja sowieso schon Arbeit, es bringt ja auch was, aber dann macht euch bitte die Mühe, sucht euch einen vernünftigen Ansprechpartner raus, der dafür zuständig ist, der auch in dem Ressort ist, der sich zum Beispiel für Lokales, für Technik, für Gesundheit, je nachdem, was ihr eben macht, interessiert und schreibt ihn an, kauft euch vielleicht doch einfach mal die Zeitung und guckt mal, worüber hat er in letzter Zeit so geschrieben und referiert dann darauf und sagt, ja, da haben sie doch schon mal darüber geschrieben, da hätte ich jetzt folgenden Anknüpfpunkt, nämlich dieses und jenes. Dann hat man schon mal so einen kleinen Opener, dann liest er das auch und so, schon mal alles viel, viel besser. Und der dritte Punkt ist, wenn man einem Redakteur das schreibt, ich habe es jetzt gerade eben schon so ein bisschen angesprochen, auf den Punkt bringen, bleibt bitte auch in der E-Mail wirklich auf den Punkt. Also schreibt, ich sehe das ganz häufig, es gibt immer wieder Leute, die zu uns kommen und sagen, ich hab also wirklich, ich hab der Zeitung lokal, ich hab wirklich, ich habe fünf Word-Seiten, so, ich hab da Nächte lang, dann hat meine Cousine das nur Korrektur gelesen. Und dann habe ich das dem geschickt und der hat noch nicht mal geantwortet. Also Redakteure sind offensichtlich Arschlöcher und ignorieren mich. Und das ist doch voll gemein so. Aber wie gesagt, auch der einzelne Redakteur bekommt ein paar Dutzend E-Mails am Tag. Und wenn ihr so eine Mail sieht, der hat keine Zeit. Also bringt es wirklich auf den Punkt. Guckt euch die Bild-Zeitung an, wie die es macht. Das ist fette Überschrift, Unterzeile, drei Absätze, that's it. Mehr würde ich niemals machen, eher weniger. Und lasst, wenn der Redakteur das interessant findet und mehr dazu wissen möchte, dann würde er euch anrufen oder euch eine E-Mail schreiben und mit euch da ins Gespräch gehen. Also macht es einfach erstmal auf den Punkt. Und seid doch nicht traurig, wenn da keine Antwort kommt. Also es ist durchaus üblich, die Wahrscheinlichkeit ist auch bei uns so. Also wir schreiben ja genug Journalisten an und auch wir haben eine Antwortquote bei Mailings. Also es ist nicht so, als ob wir auf jede Mail oder noch nicht mal auf jede zweite oder jede dritte Mail eine Antwort bekämen. Es ist einfach ganz normal. Ein Redakteur antwortet auf eine Mail in aller Regel nur positiv und wenn er die nur so semi-interessant oder in einer Woche interessant oder wäre vor einer Woche interessant gewesen, aber das Thema hatten wir schon, er antwortet nicht darauf. Es ist nicht böse gemeint. Also werdet er auch nicht patzig und schreibt irgendwelche Follow-up-Mails von wegen, was fällt Ihnen ein und ich habe ihn doch geschrieben, wie können sie nur, es ist unhöflich. Er meint es nicht böse, aber die haben wirklich, wenn die hier die E-Mail in aller Ausführlichkeit beantworten würden, ist wünschen.
SPEAKER_02Ja, denke ich, ja. Es ist ja auch, man muss sich das einmal vorstellen. Ich meine, es ist ja, was er auch an Leuten sich wahrscheinlich meldet, mit was für irrelevanten Storys kann man sich nur schwer oder kann man sich gut vorstellen. Okay.
SPEAKER_00Aber ich denke mal, wenn man die Schritte beherzigt, dann ist die Chance auf jeden Fall schon mal wesentlich höher.
SPEAKER_02Ab welcher Größe würdest du sagen, dass es für Leute auch Sinn macht, sich vielleicht sogar direkt bei dir zu melden?
SPEAKER_00Im E-Commerce, also sobald ein Gewinn in einem mittleren fünfstelligen Bereich da ist, sollte man mal drüber reden. Also nicht Umsatz, sondern wirklich Gewinn, dass man auch die Kapazitäten hat, um da zu investieren. Um auch entsprechend, es gibt ja auch manchmal, wie gesagt, Sachen, die man vielleicht kaufen muss in Medien, das gehört auch dazu. Muss man einfach schauen, wie sieht so eine Strategie aus, was kann da sinnvoll sein. Wir haben auch Kunden bei uns tatsächlich, die machen noch gar keinen Gewinn, sondern die sind wirklich von Investoren halt komplett vorfinanziert und die wollen das halt direkt mit PR auch schon aufbauen. Also auch das kann ein Weg sein. Ist immer so ein bisschen Einzelfallabhängig. Aber normalerweise würde ich sagen, wenn man einen soliden Mittel, fünfstelligen Gewinn macht, dann sollte man sich über PR sowieso Gedanken machen, weil es kommt dann auch irgendwann, wenn man wirklich in der Nische so präsent ist und auch so viel verkauft, dann wird es sowieso irgendwann ein Thema. Und dann kann ich das nicht mehr so gut.
SPEAKER_02Ja, absolut, absolut. Okay. Nee, super. Dann glaube ich, haben wir heute auf jeden Fall mal ein super interessantes Thema beleuchtet. Ein Thema, wo gerade im E-Commerce echt eigentlich fast gar nichts wirklich existiert zu dem Bereich. Und wo ich aber glaube, es ist einfach eine große Chance. Gerade auch mit diesem Fortschritt des Marktes, es gibt immer mehr Händler. Es wird schwieriger, sich abzusetzen. Ist das mal wieder so ein Schritt, den man gehen kann, den eben unglaublich viele Leute nicht gehen, gar nicht auf den Plan haben und auch in Zukunft nicht gehen werden. Was einfach wieder eine große Chance ist, mehr Kunden zu erreichen, schneller in die Märkte reinzukommen oder bestehende Produkte einfach auch deutlich, deutlich größer nochmal zu machen. Dir auf jeden Fall, Ruben, super, super vielen Dank für deine Insights und auch die Tipps gerade auch zum Ende. Und dann würde ich sagen, sehen wir uns bestimmt nochmal wieder und bis dahin weiterhin viel Erfolg.
SPEAKER_00Danke dir. Dir auch. Bis dann. Ciao.