Made in China
Made in China ist ein Podcast mit den führenden China-Experten, in dem CEOs, Gründer, prominente Stimmen und dokumentarische Reportagen aus erster Hand zeigen, wie China wirklich funktioniert. Wer diesen Podcast hört, braucht keinen weiteren, um Chinas Dynamiken realistisch zu verstehen.
Hosts sind Thomas Derksen, einer der reichweitenstärksten westlichen China-Stimmen mit mehr als zehn Millionen Followern, und Damian Maib, Gründer von GENUINE und Berater europäischer Marken im China-Geschäft. In Gesprächen und Reportagen treffen sie Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Technologie, E-Commerce und Social Commerce, die erklären, was in China funktioniert, was scheitert und was man daraus lernen kann.
Der Podcast richtet sich an Menschen, die beruflich oder strategisch mit China zu tun haben und China nicht beobachten, sondern begreifen wollen. Jede Woche erscheinen neue Folgen mit aktuellen Stimmen und relevanten Einblicken.
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Made in China is a podcast featuring the leading experts on China, where CEOs, founders, prominent voices and documentary reports show how the country really works. If you listen to this podcast, you do not need another one to understand China realistically.
The hosts are Thomas Derksen, one of the most widely followed Western voices on China with more than ten million followers, and Damian Maib, founder of GENUINE and advisor to European brands operating in China. In interviews and reportages they speak with decision-makers from business, politics, technology, e-commerce and social commerce who explain what works in China, what fails and what can be learned from it.
The podcast is for people who deal with China professionally or strategically and do not want to watch China from the outside but understand it. New episodes are released every week with current voices and relevant insights.
https://www.thomas-derksen.com/
https://www.genuine-asia.com/
Made in China
#211 – Outsider mit Insiderblick: Sven Rittau, CEO der K5, über die Dynamik Chinas
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
In dieser Folge sprechen wir mit Sven Rittau darüber, was ihm in China vor allem aufgefallen ist: Wie selbstverständlich dort vieles digital funktioniert, wie schnell Dinge ausprobiert und umgesetzt werden und wie groß der Unterschied zu Europa oft im Alltag wirkt. Ein konkreter Moment bleibt dabei besonders hängen: Als Sven in China bezahlen wollte, wurde ihm sofort klar, wie sehr man dort von den richtigen Systemen abhängt.
Sven nimmt uns mit auf seine Eindrücke aus Xi’an, Chongqing, Yangshuo und Shenzhen und erzählt, warum ihn diese Reise nicht nur über China, sondern auch über Europa zum Nachdenken gebracht hat. Für ihn zeigt sich der Unterschied nicht in großen Theorien, sondern in ganz praktischen Fragen: Wie arbeiten Menschen dort? Wie werden Entscheidungen getroffen? Und warum kommt vieles dort schneller in Bewegung als bei uns?
Viel Spaß beim Reinhören!
Gast: Sven Ritter
Tickets für die K5 Konferenz 2026 am 23. und 24. Juni in Berlin gibt es unter K5 KONFERENZ 2026 - 23. & 24. Juni in Berlin.
asiabits hier abonnieren: asiabits.com
Damians Team kontaktieren: www.genuine-asia.com
Moderatoren & Hosts: Damian Maib & Thomas Derksen
Schnitt & Produktion: Valissa Petzold
Made in China. Von der Werkbank der Welt zum größten Konsumentenmarkt- und Technologieführer. Eine Reise durch das Leben, Business und die Kultur im Reich der Mitte. Mit Damian May und Thomas Dergsen.
SPEAKER_02Herzlich willkommen zum Made-In China Podcast. Und heute haben wir einen Gast dabei, über den ich mich ganz besonders freue. Normalerweise haben wir ja immer Gäste da, die in China leben und arbeiten und die erzählen uns dann so Sachen, die Damian und ich oft schon kennen. Aber heute haben wir eine, und das ist ganz positiv gemeint, Outsider-Perspektive von Sven Rittau, dem CEO von K5 Future Retail. Und Outsider-Perspektive in dem Sinne, dass Sven, du in Deutschland lebst und arbeitest und in Europa, aber sehr häufig in China bist und das jetzt auch gerade vor kurzem. Und deswegen freuen wir uns aus deiner Perspektive, die auch für mich und für uns erfrischend ist, mal zu hören, wie es war und was du so für Learnings nach Deutschland mitgenommen hast. Aber bevor wir damit anfangen, erstmal herzlich willkommen bei unserem Podcast.
SPEAKER_01Ja, vielen Dank. Ich freue mich sehr. Eine Ehre, quasi als Outsider aufgenommen zu werden. Insofern freue mich aufs Gespräch.
SPEAKER_03Ja, vielen Dank, dass du bei uns bist, Sven. Wir waren ja schon bei dir am K5-Podcast und wir freuen uns auch wahnsinnig auf die anstehende K5 im nächsten Monat, im Juni in Berlin. Du mochst ja hier immer tolle China-Touren, da haben wir uns auch kennengelernt. Und bevor wir da eintauchen, drei kleine Fragen. Was ist dein chinesisches Lieblingsessen?
SPEAKER_01Warte mal, ich muss kurz überlegen. Ich glaube, es heißt Rojamur. Ja, das ist the Chinese Hamburger.
SPEAKER_02Da hört man, dass du gerade in Xiang gewesen bist. Und Frage Nummer zwei, wenn du weder an Geld noch an Familie noch an Arbeit denken würdest, was wäre so ein Ort, an dem du hinziehen würdest?
SPEAKER_01Also wirklich aktuell, und das ist jetzt nicht China Maxing oder China Love, Shenzhen. Also das hat mich nachhaltig echt beeindruckt, muss ich sagen.
SPEAKER_03Sehr schön. Wenn du eine Superkraft haben könntest, welche wäre das?
SPEAKER_01Ich bin so ein Freund von Perspektivwechsel. Also wenn ich mich wirklich so in ein Instant immer in die andere Person, mit der man gerade so interagiert, hineinversetzen kann, um wirklich zu verstehen, woher kommen die Argumente, woher kommt die Position, das fände ich ziemlich cool.
SPEAKER_02Ja, sehr spannend. Und jetzt kommen wir zu den ernsthaften Fragen. Die Spaßfragen sind vorbei. Und jetzt eine Frage, vor der ich persönlich immer Angst habe. Weil genauso wie du, ich auch so auf verschiedenen Hochzeiten tanze, verschiedene Dinge mache. Und selbst meine Mama fragt mich das immer, ja, Thomas, was machst du eigentlich in China? Und die Frage wollte ich dir mal stellen. Du hast ja schon viel gemacht in deinem Leben und machst ja immer noch viel. Und für alle, die dich noch nicht kennen und nicht wissen, was du gemacht hast und was du aktuell machst, stell dich doch mal kurz vor.
SPEAKER_01Ja, meine erwachsenen Kinder haben letztes auch gesagt, sag mal, untereinander diskutiert, sag mal, wenn jemand fragt, was macht eigentlich der Papa, wie erklärst du das eigentlich? Ja. Mein Papa war Elektriker, das war immer ganz einfach. Ja, genau. Und bei mir war es Polizeibeamter, insofern, das ist so ein bisschen das Same. Also hier, ich sage immer, ich bin so ein One-Trick-Pony, ich mache seit über 25 Jahren E-Commerce oder digitalen Handel in unterschiedlichen Rollen. Ich war selber auf der Gründer, Unternehmerseite, habe im Bereich Haustierbedarfen, ich habe heute irgendwie so ein Unicorn irgendwie gegründet in Europa, also Zo Plus, und habe dann eigentlich, ich bin dem ganzen Thema treu geblieben und mache so seit, das ist auch eben erschreckend seit über zehn Jahren die K5. Das ist eher so eine Art Plattform. Wenn man sich in Europa oder Deutschland auskennt, so die OMA, was die OMA so für Marketing ist, machen wir im sehr viel kleineren Format für den Online-Handel, für den E-Commerce. Und da gibt es dann halt ganz viele Ausprägungen, also Podcasts, die wir machen, die große Veranstaltung jetzt mit 5000 Leuten. Aber auch sehr viel unterjährig versuchen wir irgendwie als Lern- und Begegnungsplattform uns so zu etablieren. Und am Ende ist es, was ihr ja auch macht, halt so Netzwerken. Und das kann man immer meinem Vater auch nicht erklären. Wenn man sagt, naja, also ich habe wieder den getroffen oder war da essen oder bin auf der Wiesen eingeladen, dann sagt er, das ist doch keine seriöse Arbeit. Dann denkt man so, doch, weil, das wisst ihr selber, es geht eigentlich immer nur vorwärts, gerade in China, wenn man ein Netzwerk hat und wenn man in der persönlichen Begegnung auch ist und Leute halt zu einem Vertrauen fassen. Und ich glaube, das ist so das Stichwort eigentlich bei dem ganzen Thema.
SPEAKER_03Absolut. China kommt ja bei euch jetzt immer mehr. Du warst jetzt nicht zum ersten Mal in China und machst da ja auch jetzt regelmäßig, kann man schon fast sagen, die K5 Expedition nach China. Dieses Mal war die in Qian und ein paar andere Städte, wo du auch dein Lieblingsessen bekommen hast. Dann in Chongqing, Yangshua und Shenzhen, deine neue Lieblingsstadt. Was sind denn die drei wichtigsten Takeaways, die du von der Reise mitgenommen hast?
SPEAKER_01Es sind eigentlich so ein bisschen, wahrscheinlich sind es so mehr als drei, aber ich, also überall dem steht irgendwie meine Lust am Lernen. Und das ist so ein bisschen ja mit dieser Superpower auch, dieser Perspektivwechsel. Also was ich gar nicht mag, sind Leute, die eigentlich über was sprechen, wovon sie keine Ahnung haben. Und das habe ich halt gemerkt, dass bei China das so der Fall war. Du liest halt von Leuten, also es gibt natürlich tolle Ausnahmen, die da leben, so wie ihr, wo man sagt, okay, da kriegt man wirklich ein differenziertes Bild, aber hier ganz viel in Deutschland und Europa ist, glaube ich, extrem viel Biased. Und da habe ich gedacht, ich schaue es mir einfach selber an. Und insgesamt, was jetzt diese Reisen, ich meine, es waren jetzt drei Studienreisen gemacht. Also, ich habe, glaube ich, ein kompletteres Bild bekommen von China, ohne es jemals wirklich wahrscheinlich in my Leben verstehen zu können. Aber du siehst halt, was super funktioniert, du siehst aber auch natürlich so, ich nenne das jetzt so Cracks in the Concrete, wo du schon sagst, naja, also China kämpft auch mit vielen Themen. Und das fand ich jetzt so in der letzten Reise eigentlich ganz schön, dass man nochmal mehr versteht, warum machen die Chinesen das, was sie machen, gerade jetzt in dem Handelskontext. Warum gibt es die Bewegung to Europa? Was staht dahinter? Und vielleicht so auf that Frage eingehen. Ich finde halt, was mir nochmal klar is, it has in China a vision, it has this narrative, also it is held very geiled storytelling. And the storytelling finds a China. And there is this Chinese spray: the bags are home and the Kaiser is weight. This is either so game, which is me, what in Beijing passified. But man can say, Yeah, but offensibly, obviously, we'd like to auf dem Plattenland eigentlich, was die Regierung so sich vorstellt, weil man es geschafft hat, dieses Wohlstandssteigerungsversprechen über sehr, sehr viele Jahre irgendwie aufrechtzuerhalten, zu etablieren und den Leuten zu zeigen, wie sie letzten Endes aus ärmlichen Verhältnissen rauskommen. Und das fand ich jetzt total spannend. Dass egal wo du hinkommst, war ja das Beispiel, irgendwie auf so einem Pharmersmarkt, hast du dann so einen Schweinekopf und daneben halt den Wage and Pay QR-Code und der Typ, der dich angrenzt, hat drei Zähne im Mund. Und dann sage ich mir so, okay, also ein technologisches Adoption-Problem haben wir hier nicht.
SPEAKER_02Ja, das ist auch ein super schönes Bild dafür für China allgemein. Ich habe auch, also ein Zitat, das ich immer wieder gerne nutze, ist, wenn du dich mit China beschäftigst, musst du halt leben, musst du mit Gegensätzen leben lernen. Und das ist wirklich der Fall, wie du recht hast, also China ist wirklich Innovationsführer in ganz vielen Bereichen, aber hat auch gleichzeitig Probleme. Und oft sieht es so, als ob die sich gegeneinander ausspielen. Das ist aber nicht der Fall, weil das Land einfach so groß ist und so komplex, dass auf den ersten Blick gegensätzliche Phänomene einfach möglich sind. Und ich glaube, das ist auch genau deshalb, finde ich das so super, dass ihr diese Reisen macht, dass ihr die Leute hier hinbringt, selber hier hinkommt, um das einfach zu sehen. Und du bist ja dann mit der Frage nach China gereist, ob der Vorsprung gegenüber Europa eigentlich immer größer wird. Diese Frage ist natürlich auch sehr groß gestellt, muss man wahrscheinlich auch runterbrechen auf bestimmte Kategorien, aber was ist dein Fazit nach der letzten Reise?
SPEAKER_01Ich würde sagen, ja, aber das ist so ein bisschen dieses so zwei gegensätzliche eigentlich Gedanken, typisch chinesisch, so gleichzeitig in der Luft zu halten. Also ja, ich glaube technologisch und auch wie strategisch agiert wird auf Regierungsebene und wie du es dann auch im täglichen Erleben dann eben vorfindest, das finde ich schon beeindruckend. Und ja, der Vorteil ist natürlich, du hast eine Gesellschaftsstruktur, ein politisches System, was durchdirigieren kann. Aber dem zugrunde liegt, glaube ich, eben auch ein so ein politischer Gestaltungswille. Und das liegt dann auch wieder darin begründet, dass irgendwie drei Viertel der Government-Leute haben ein Ingenieurstudium haben, die müssen sich alle hocharbeiten, um in diese Position zu kommen. Die fangen ja in den kleinen lokalen Einheiten an und werden dann quasi aufgrund der Performance einfach dann nach oben gereicht. Und bei uns ist das eben halt nicht der Fall. Das heißt, dieser Gestaltungswille sehe ich einfach als großen Vorteil. Und wenn man dann das Aber mit reinnimmt und sagt halt, ja, die Chinesen haben auch das erste Mal junge Leute, die keinen Job finden. Die Chinesen, das Wachstum hat sich abgeschwächt. Wir haben die Immobilienkrise seit langer Zeit. Wir haben halt die Ein-Kind-Politik, die letzten Endes, wo eine ganze Generation fehlt. Das heißt, wir werden ein riesiges Rentenproblem bekommen. Ich glaube auch, dass das Renteneintrittsalter total niedrig ist. Ich glaube, bei Frauen ist das bei 50 oder so, was ja verrückt ist. Ja, oder so. Und dann denke ich mir aber, okay, wenn ich das aber kombiniere und wenn ich jetzt schaue, wie jetzt in Deutschland und Europa wir mit den Problemen umgehen, nämlich entweder faule Kompromisse oder wie in Deutschland gerade gar nichts entschieden wird, weiß ich aber, dass die Chinesen werden mit irgendeiner Lösung kommen. Und ich finde schon, was man merkt, ist dieser Anspruch, also das ist jetzt meine Interpretation, aber Demokratieverständnis in China ist halt das größte Glück der größten Zahl. Und bei uns ist es halt, hey, wir dürfen einmal in vier Jahren wählen. Denke ich mir so, ja super. Aber dann, also ich finde halt, diesen Anspruch, zu sagen, ein System muss abliefern für seine Bürger, finde ich grundsätzlich mal nicht unsympathisch. So, und dann ist das eine lange Antwort. Also ich glaube ja, für mich ist die Frage, wie geht es jetzt weiter? Und da sehe ich China in einer deutlich besseren Position als wir.
SPEAKER_03Zu Beginn einer China-Reise standest du, wenn wir richtig informiert waren, vor einem Luckin' Coffee und konntest dort nicht bezahlen. Das musst wohl daran gelegen haben, dass du vielleicht Retail oder Alipay noch nicht richtig installiert hattest. Naja, anyways, wie du gemerkt hast, wie du weißt, wir haben ja eine sehr hohe Plattformabhängigkeit. Also alles läuft über Plattformen, sowohl im E-Commerce als auch bei den Zahlungsdienstleistern, wobei sich das im E-Commerce gerade etwas dynamisch anpasst hinsichtlich Social Commerce. Aber an den großen Plattformen geht nicht vorbei. In Europa sieht man das teilweise oft auch als Risiko. In China ist es Alltag. Was ist deine Einstellung und Einschätzung dazu?
SPEAKER_01Ja, also ich meine, das lag jetzt an meiner E-SIM-Karte, die nicht so wirklich funktioniert hat. Die habe ich dann erst einen halben Tag später zum Laufen gebracht. Ich glaube, das ist so ein bisschen, ja, das hatten wir, glaube ich, im Vorfeld auch ein bisschen das Problem für generell, also in China, wenn man halt mit dem Ausland Geschäfte machen will und irgendwie auf westliche Plattformen, dann muss man ja, braucht man immer auch in China Workarounds. Und die funktionieren, glaube ich, dann auch nicht immer so stabil, wie sie sollten, also VPNs und Co. Ich glaube, wenn ich jetzt Chinese wäre oder in China leben würde, würde ich mir natürlich auch einen chinesischen Vertrag holen, dann wäre das wahrscheinlich alles ein bisschen entspannter. Aber ja, zu dem Thema Plattformen, ich sehe natürlich schon den Vorteil, wenn du ein WeChat oder mit dem Alipay, also du hast ja dieses, und das ist für Westliche immer nicht vorstellbar, du hast quasi, du bist in diesem einen Operating System und machst da alles. Und das ist halt immer so lustig, wenn du dann, also ich freue mich jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn mein Handy mich in die U-Bahn rein und rauslässt, vor allen Dingen wieder rauslässt. Und wenn der QR-Code funktioniert, ich bin so, ja, aber weil du halt das nicht gewohnt bist. Und das ist halt alles, also Transportation, Dinnerreservierung, Bezahlen auf dem Farmers Markt für irgendwie ein Kilo Erdbeeren, das funktioniert halt alles in einem Operating System. Und das finde ich schon extrem charmant und ich finde es halt auch, es ist halt sehr einladend für generationenübergreifend halt. Also das, und das, wenn da gibt es ja diese Beispiele, der Tencent hat ja irgendwie Open Cloud, glaube ich, irgendwie freigeschaltet für WeChat und dann standen halt Schlangen vor diesem Office da in Shenzhen. Und das waren halt vor allen Dingen ältere Leute, ja. Also das ist halt auch so eine Offenheit für Technologie, weil es halt so sehr niederschwellig ist. Und ich glaube, das, ja, weiß gar nicht, das ist halt nicht möglich im Westen. Ich sehe da keine Plattform, aber es wäre natürlich schön, wenn man, wenn das mehr Verbreitung finden würde, sowas.
SPEAKER_02Ja, und was viele ja auch nicht wissen, ist, dass du nicht nur Unternehmer bist, sondern auch Hobbyphilosoph. Und deswegen hast du gesagt, dass als du die Terrakotta-Armee besucht hast, also muss man nicht erklären, Terrakotta-Armee kennt wahrscheinlich jeder, der unseren Podcast hört, in C an, wo die ganzen Terracotta-Krieger da stehen. Und du hast das dann mit der aktuellen Strategie von Timo verglichen. Erzähl uns doch mal, nimm uns mal mit in deine Stunde.
SPEAKER_01Das passiert so ein bisschen auf dem Buch von dem Young Gan Lee: Seeing the Unseen, der ja so analysiert hat, wie die Internetgiganten so kulturell geprägt sind, also vom Managementsstil her. Und das kommt halt immer von den Gründern. Und er zieht den roten Faden eben in letzten Endes Jahrtausende zurück. Weil, das ist jetzt aber auch Hobbyphilosophie, weil ich glaube, China ist eines der Länder, die eine 5000-jährige dokumentierte Historie hat. Also die ganzen Dynastien hatten ja immer so government officials und Leute, die halt einfach aufgeschrieben haben, welche Schlachten geschlagen worden sind, welche Strategien verwendet worden sind, wie man geheiratet hat, wie man halt diese Reiche groß gemacht hat. Und zumindest laut dem Buch wurde gesagt: Naja, also da wird sich halt einfach viel bedient. Also, Chairman Mao hat das genauso gemacht wie eben heutige Leader von Alibaba oder JD und so weiter. Und TEMU ist wahrscheinlich die, also wenn man sich damit ein bisschen beschäftigt, die am hierarchischsten und militaristisch organisierteste oder Organisationen im chinesischen Umfeld. Also die sind einfach angetreten, um zu gewinnen. Die sehen halt Geschäft als Krieg. Und das war so meine Assoziation. Und das ist auch das, was ich einfach sagen wollte, dass wir sagen, hey, unterschätzt einfach diese Leute nicht. Weil, und das finde ich auch nochmal spannend in der Auseinandersetzung mit China, du siehst einfach, was für ein turbokapitalistischer Wettbewerb in Mainland China ja stattfindet. Also die Chinesen untereinander gönnen sich ja das Schwarze unter den Fingernägeln. Wenn der eine halt erfolgreich ist mit einem Business, was eigentlich gar nicht zu seinem Kerngeschäft hört, macht der andere sofort, fängt er sofort in Instant Retail, eigene Rider aufzubauen. Und investiert, ich glaube, JD hat irgendwie den kompletten Jahresgewinn da nochmal rein investiert. Also diese Bereitschaft auch, so in einen Wettbewerb reinzugehen. Und mit diesem Mindset, und das war eigentlich die Aussage, kommen die dann halt nach Europa. Und wir haben heute hier Feiertag. Ich bin im Büro, aber 99,9% arbeiten natürlich nicht nachvollziehbar, aber ich glaube, das ist einfach dieses Mindset, was uns komplett fehlt.
SPEAKER_03Ja, und neben Temu wart ihr auch bei JD.com. JD war jetzt öfter in den Schlagzeilen, auch wegen C-Conomy und Medienmarkt Saturn. Und du hast es dir vor Ort angeschaut. Du sagtest, die Plattform wird in Deutschland oft komplett falsch verstanden. Wie versteht man in Europa die Plattform? Und wo meinst du, sind die Lücken dort im Verständnis?
SPEAKER_01Yeah, also it's this one from Gründer from Richard Liu that he said, Er möchte tausend chinesische Brands auf der Welt sehen, also führende chinesische Brands. So, and dafür möchte er the platform sein. So, and when you das kombinierst and sagst, okay, what macht denn jetzt JD mit dem Move, Mediamarkt Saturn zu übernehmen? We reden wir auch über einen Milliarden Umsatzunternehmen mit wie vielen POS-Punkten, dann kaufen die letzten Endes bestehende Retail-Infrastruktur. So. Und offensichtlich gibt es niemanden, der das hier in Europa oder in Deutschland so sieht und dazu investieren. Die Chinesen sehen das und die haben das Geld. Und sie können eben, und das ist dann spannend, wenn man sich die JD Mall vor allen Dingen in Beijing dann anschaut, das fand ich einfach, das war so next level. Das ist natürlich irgendwie so ein Mediamarkt im Groß. Aber du siehst halt, was wollen die eigentlich damit machen. Das ist halt, es geht um Experience, es geht um Location-Based Services. Also es gibt auch viele Versuche, dass man sagt, alles im 5 Kilometer Radius wirst du dann angepinkt, eben wenn du halt JD-Kunde bist und die meisten sind ja eben dann Kunde. Und das Ganze kommt eben dann von so einer digitalen DNA. Das heißt, du gehst natürlich rein, man weiß, dass du da bist, du kriegst die Voucher. Und dann alle diese kleinen Elemente, die in IKEA auch hat, du hast dann das Bällebad für die Kinder, Kaffee, für die Eltern, was Essen, das heißt, du musst da gar nicht mehr rausgehen. Und wirkt in dieser Kombination, das glaube ich, und das wird noch gar nicht wahrgenommen. Es geht nicht nur um die Plattformen, die da jetzt kommen, sondern eben auch um die chinesischen Brands, die da kommen. Die qualitativ, in dem, was ich gesehen habe, jetzt in der Mall, aber auch wenn du halt in die Flagship-Stores gehst, beim Kuawei oder you name it oder Xiaomi, dann siehst du Dinge, die sind einfach, die sind einfach richtig gut. Meiner Meinung nach ist das Preis-Leistungsverhältnis einfach fast unschlagbar.
SPEAKER_02Ja, und nicht nur das Preis-Leistungsverhältnis, du sagst ja auch der Erfolg der chinesischen Plattform und du beschäftigst ja auch viel mit Plattformen in Deutschland, das ist ja dein Steckenpferd, dass deren Erfolgsgeheimnis das Zusammenspiel aus Vision, Storytelling und Umsetzung ist. Wie siehst du das denn in Europa? Also wo siehst du da die größten Unterschiede?
SPEAKER_01Da spreche ich, ich meine, okay. Ist meine Meinung, ich habe den ganzen Tag das Gefühl, ich bin umzingelt von Idioten. Also, und nicht, dass ich das machen will, also ich, und das sagen ja manche Leute, ja, dann geh du doch in die Politik. Nein, ich bin da, wo ich bin, habe ich den größten Wirkungsgrad. Ich glaube aber eben, dass unser System einfach nicht sich selbst reformieren kann. Es gibt keine einheitliche Vision für Europa. Das ist schon mal angefangen. Dann gibt es kein wirkliches langfristiges Bild jetzt mal für Deutschland. Wo willst du eigentlich hin? Also angefangen von so Fragen wie Energiesicherheit. Ich meine, ich bin jetzt hier nicht der Kernkraft-Toyboy. Aber verstanden habe ich das nicht, warum man das abgeschaltet hat, wenn die ganze Welt. So, jetzt haben wir das gemacht. Da muss ich sagen, ja gut, okay, dann müsste man ja sagen, okay, als Industrienation, so wie es die Chinesen machen, die übrigens, glaube ich, 65 Prozent der Primärenergie immer noch fossil bereitstellen. Das heißt also, die werden ja immer dafür gefeiert, dass sie so viel Erneuerbare machen. Aber das ist halt Teil einer Gesamtstrategie, weil man als China erkannt hat, du kannst halt nicht als Industrienation vorneweglaufen, wenn du das Energiethema nicht für dich geclaimt hast. Und ich meine, schauen wir uns doch mal an. KI wird mehr Energie brauchen. Wohlstandssteigerung, also wird mehr Energie brauchen. Das heißt, jeder Haushalt wird irgendwann in China eine Klimaanlage draußen dran hängen haben. Also das sieht nicht mehr. Man halt als Regierung und dann werden langfristiger Maßnahmenplan abgeleitet. Und bei uns habe ich immer das Gefühl, es gibt nichts Langfristiges, es ist ideologisch aufgeladen und niemand setzt es auch um gegen seinen eigenen Plan. Also als Politiker hast du ja de facto, wirst du für vier Jahre gewählt, hast du zwei Jahre wirken und dann hast du schon wieder Wahlkampf. Und das ist ja, das ist ja verrückt. Und ich glaube, deswegen, ich weiß nicht, wie es gehen soll, ehrlich gesagt. Ich sehe da leider ein bisschen schwarz. Und vielleicht muss es dann auch so sein, dass so ein System einfach mal komplett gegen die Wand fährt, um sich dann wieder zu erneuern. Aber will ich das erleben? Nein. Ich hätte gern, dass man sich an den Tisch setzt und sagt, okay, wo will, wo wollen wir 2050 sein? Also einfach mal so langfristig zu operieren. But it would mirror ich irgendwie politisch denke, wird mir erzählt, the rent is sicher. Es war mir irgendwie in den 80er years clear that this plumperquatsch is. Also, I don't know. It is not cool, finish, when I make chinesen to Europa comes. And next, I have not in a dictatorship living, but I think the last time I checked, the Chinese who I draw had all the Legel in the game. Also it's not so that one thing, oh God, I've been geknechtet. Nein. I mean, when you are born bist, and this is a spruch, denial here to the left, die and say, Yeah, China, nee, Menschenrecht, and I think so: hey, first of all, check your privileges. Nur weil du in dem Lucky Sperm Club bist, dass du irgendwie in Deutschland geboren bist, ist ja absurd. Aber dann zu sagen, die anderen machen alles falsch, das stimmt ja so eben auch nicht.
SPEAKER_03Ja, absolut. Das hatte schon Warren Buffett erkannt mit dem Lucky Sperm Club. Also, uns geht's allen gut, auch sehr gut in China. Deswegen verbringen wir hier auch gerne sehr viel Zeit. Du hattest es gerade angesprochen, Richard Liu von Alibaba. Tausende Brands, die jetzt im Ausland, die man jetzt im Ausland auch sieht und sehen möchte. Das ist hohe Priorität von vielen Marken und auch hier vom lokalen Government. Wenn man sich mal umguckt, sieht man schon ein paar tolle Marken, aber da ist noch sehr viel Platz nach oben. Von elektrischen Autos bis hin zu Technical Appliances oder sogar Sachen wie Labubu von Popmart, die es geschafft haben. Aber so ein europäischer Markteintritt ist natürlich nicht ganz trivial. Wo siehst du denn da die größten Hürden und Schwachstellen, die man da auf der Reise beobachten sollte?
SPEAKER_01Ja, also wie gesagt, also es ist jetzt auch echt, also ich meine, mein Ausschnitt ist jetzt schon klein und ich habe jetzt wahrscheinlich nicht so viele Gespräche geführt mit Leuten, die jetzt vor Ort sind, aber was ich schon wahrnehme und was so ein bisschen der rote Faden ist, glaube ich, dass die Go-to-Market-Strategie, glaube ich, stellen sich die chinesischen Player zu einfach vor. Weil sie sind halt gewohnt, einen riesigen Heimatmarkt, eine kulturelle Basis, mehr oder weniger eine einheitliche Sprache. Und das findest du halt zum Beispiel in Europa nicht. So, jetzt haben wir ja, ich habe ja vorhin schon gesagt, wir haben extremen Wettbewerbsdruck im Heimatmarkt. Wachstum ist für viele schwierig geworden. Natal, wenn du halt schon eine Milliarde Kunden hast, wo willst du noch mehr Kunden herhaben? Du kannst dann halt nur wachsen, indem du halt mehr Umsatz mit den bestehenden Kunden machst. Gleichzeitig versucht dir der Wettbewerb, die Kunden irgendwie abzujagen. Und dann geht man natürlich, und das ist, glaube ich, auch meines Wissens von der chinesischen Regierung ja auch gefördert, dass man sagt, okay, geht doch abroad, und es gibt ja jetzt diese five Little Dragons, die eben jetzt nach Europa und in die westliche Welt gehen. Und in diesem Schritt, glaube ich, unterschätzt man die Komplexität. Man ist auch, das ist zumindest jetzt meine Wahrnehmung, nicht so wirklich bereit, sich zu adaptieren an die Gepflogenheiten der Ländermärkte, die man da adressiert. Und es fehlt ein bisschen die Geduld, auch Dinge auszuprobieren. Aber auf der anderen Seite, die Chinesen probieren viel aus, schmeißen halt viel weg, und es gibt ja diese Horse races, dass sie sagen, we have fünf Teams, die was entwickeln, and then the winner-team hat dann das beste Produkt and the other vier werden halt rausgeworfen. Das ist halt brutal, aber natürlich auch sehr effektiv. Aber da fehlt so ein bisschen, glaube ich, die Geduld, auch mit lokalen Management irgendwie zu arbeiten. Ich weiß so ein bisschen aus den Erzählungen, also für ein amerikanisches Unternehmen zu arbeiten ist schon hart, aber für ein chinesisches Unternehmen zu arbeiten hier in Deutschland, glaube ich, das ist nochmal ein komplett anderer Schnack. Also, und da sehe ich aber auch wieder ein spannendes Opening für Leute, die sich damit beschäftigen wollen. Also, vielleicht einfach einen anderen Zugang den Unternehmen zu eröffnen. Also auch eine echte Überlegung, die ich habe. Also, ich habe jetzt gesagt, ich bringe Leute nach China, ist zäher, als ich gedacht habe. Aber ich glaube, die andere Bewegung, ja, die Chinesen, die sind eh schon da, dann eben denen zu helfen, die richtigen Leute zu treffen, fände ich jetzt eine super spannende Aufgabe. Und da sehe ich einfach sehr viel Steigerungspotenzial auch für die chinesischen Player. Was wiederum auch heißt, dass wir einfach Europa oder Deutschland auch ein bisschen Zeit noch bekommen, weil nicht alles funktioniert, was die hier anfassen, meiner Meinung nach. Aktuell.
SPEAKER_02Ja, definitiv. Das ist ein großes Problem. Das haben wir jetzt gesehen bei den NIO-Häusern zum Beispiel, die super funktionieren in China, aber in Deutschland irgendwie die keiner haben will. Und da ist definitiv auch nochmal eine Marktlücke und ein Potenzial für gutes Business, die Chinesen ein bisschen zu beraten in Deutschland oder wie du sagst, die an die Hand zu nehmen und zu den richtigen Leuten zu bringen und zu den richtigen Strategien zu helfen. Aber die sind auch, wie auch viele Deutsche hier in China, ein bisschen beratungsresistent manchmal. Und deswegen denke ich immer, die müssen dann halt vielleicht erstmal hinfallen, wie du sagst, manchmal musst du halt den Wagen vor den, den Karren vor die Wand fahren, um dann zu sagen, ah ja, okay, vielleicht brauche ich ja doch Hilfe. Und ihr wart ja auch bei Tencent. Tencent ist ja die Mama von WeChat und WeChat ist ja auch der feuchte Traum von Elon Musk, der sagt auch immer, ich möchte eine Plattform haben, wo alles drauf ist, hat auch zwischendurch das als Vision für Twitter oder X ausgegeben. Und es hat aber nie so richtig geklappt. Wo siehst du da die größten Unterschiede? Warum funktioniert das in China und warum funktioniert das im Westen nicht?
SPEAKER_01Wenn ich die Frage beantworten könnte, ist das, glaube ich, the billion dollar question. Also, mach mal ein Guess, an educated guess. Ich glaube, das habe ich, wir hatten ja den Dominik Domik auch auf der Reise, den hattet ihr auch im Podcast, den Deutschlandchef von Payback. Und mit dem habe ich mich natürlich intensiv ausgetauscht. Ich glaube halt, also wenn du halt in diesem Bereich Payment Loyalty unterwegs bist, dann hast du, glaube ich, einen sehr guten Startpunkt. Also wie bei Alipay ja letzten Endes. Alipay ist ja auch wie ein WhatsApp und so weiter, hat ja tausend andere Funktionen, aber vor allen Dingen erstmal halt die ganzen Payment-Daten so. Und jeder hat es, jeder nutzt es. Und ich könnte mir vorstellen, dass man eher von da kommt als jetzt von dieser irgendwie Plattform, also einer Kommunikationsplattform, ja, oder einer Community-Plattform her. Also ich würde, also es sind ja zwei Wege. Das eine ist, du startest relational, also community-mäßig, oder du startest transaktional. Ich glaube, ich würde transaktional starten. Und ich glaube auch, dass jetzt mit KI nochmal eine Möglichkeit gibt, von diesen Second-Tier-Playern irgendwie da irgendwie hochzuspringen. Ich glaube auch, dass das ein Weg ist, dass einige jetzt versuchen werden. Aber ohne sagen, die Transaktion, ohne die Zahlung, ohne so Loyalty, ohne einen Incentive, diese App rauszuholen permanent, glaube ich, wird es schwer. Aber irgendwie, also ja, das wäre jetzt so mein Educated Guess.
SPEAKER_03Ein großes Thema zum Abschluss eurer Reise in Shenzhen war ja dann auch noch Agentic Commerce. Also die Idee, dass KI-Agenten im Namen von Kunden handeln und Kaufentscheidungen vorbereiten oder sogar ausführen. Wie verändert das die Art und Weise, wie wir in Zukunft überhaupt noch mit Marken oder Shops in Kontakt kommen?
SPEAKER_01Ja, das ist dann die nächste Billion Dollar Question, die versuchen wir ja, glaube ich, auf der K5-Konferenz einfach auch mal zu diskutieren. Ich glaube, das ist wie immer mit diesen neuen Themen, es ist so, es wird viel Hype kreiert, keiner weiß so richtig, wie es funktioniert. Ich glaube aber schon, dass das Thema Discovery sich komplett verändert dadurch. Also, ich habe jetzt wirklich jetzt irgendwie so anecdotal evidence, aber irgendwie, wenn du jetzt nach dem perfekten weißen T-Shirt suchst, dann gehst du halt in deinen, mit Gemini, Deep Seek, you name it, und schaust mal, was dabei rauskommt. Und dann klickst du halt die fünf Sachen an, die dir da, die da, also das heißt, diese Discovery wird einfach durch die KI schon mal einfach eingeengt, vorqualifiziert, weil natürlich der Agent dich halt viel besser kennt. Geht man jetzt den nächsten Schritt und sagt, ich glaube, in China hat, muss ich kurz überlegen, ich glaube, Alipay hat irgendwie diese Bubble Tea-Geschichte da, wo dann irgendwie 10 Millionen Orders platziert worden sind innerhalb von einer Stunde und so. Also völlig verrückt, aber quasi automatisiert mit dem Alibaba Quan-Model, glaube ich, QAn. Also, das heißt, da wird auch viel ausprobiert. Das ist halt, glaube ich, dann auch der Vorteil von China, dass die das einfach mal ausprobieren. Und bei uns gibt es ganz viele auf LinkedIn, die sagen, wie es funktioniert, aber keiner macht es wirklich so. Und das ist auch so ein bisschen, glaube ich, dann der Unterschied, wie da im Westen alle, keiner will das wagen, keiner will einen Fehler machen. Und in China, also du hast Tencent genannt. Tencent hat ja noch kein eigenes KI-Modell, was sie wirklich rausgelassen haben, mit der Begründung, ja, sie wollen halt WeChat nicht irgendwie korrumpieren, haben dann aber Open Claw einfach mal reingeladen und dann hat Ed so schön gesagt, unser Tourguide hat gesagt, what could possibly go wrong? Aber das ist ja verrückt. Also diese Art von Kochonis zu haben, einfach so einen Schritt zu machen, wo du einfach sagst, irgendwie 1,4 Milliarden Leute experimentieren jetzt mal rum. Und da, glaube ich, sehe ich den großen Vorteil in China, dass man immer auch da wieder verstanden hat. Das ist die Zukunft. Und man hat in der Regierung Leute, die sich auskennen mit diesem Thema. Ich glaube, jedes Modell, was Chinesisch ist, muss ja erstmal von der Regierung auch approved werden. Und auch da wieder diese Klarheit und Vision zu haben, wir machen ein Hangzhou, ein KI-Cluster. Snowman's Chance in hell, dass das in Deutschland oder Europa passiert. Also das ist halt immer so dieser Unterschied, dass ich sage, hey, die Chinesen springen halt drauf, probieren aus und wenn es dann völlig aus dem Ruder läuft, dann wird aber auch wieder mit einfach zack einmal ein Quadrat drumgezogen und sagen, hier Freunde, das sind die Grenzen. Aber du hast dann erstmal eine Zeit, wo du dich echt ausprobieren kannst und das finde ich halt so faszinierend in China, muss ich ganz ehrlich sagen.
SPEAKER_02Ja, die Open Claw-Geschichte, die war tatsächlich verrückt. Und ich war damals nämlich auch eingeladen von Tencent in Shenzhen, als die das gelauncht haben, ihre WeChat-eigene Version, um es einfacher zu machen und sicherer zu machen, vor allen Dingen. Und das war auch crazy. Wir waren am Nachmittag um 2 Uhr da, wir haben dann ein Video gedreht, haben uns die erste Version runtergeladen und dann so ein bisschen Vorbereitung, ein bisschen ausgetestet. Und das war dann irgendwie V3 und dann so 90 Minuten später sagt sie, ah, macht mal nochmal ein Update und das war dann V6 oder sowas. Da hatten die irgendwie das ganze Entwicklerteam noch in 90 Minuten nochmal fünf neue Versionen gemacht und alle einfach crazy. Also das ist das ist schon etwas, was eigentlich, was nur in China geht. Und das kann man loben, wie man will, oder bewundern, wie man will. Das wird halt nie gehen in Deutschland. Und ja, aber auf jeden Fall spannend, das so aus erster Hand zu sehen. Und jetzt sind wir ja alles Unternehmer und wir wissen, dass nur Meetings und Diskussionen alleine nichts bringen, sondern man muss auch so ein bisschen Quick Wins oder Tasks haben, so fürs nächste Meeting. Oder das muss geschafft werden. Und jetzt hier die Reise, du hast viele Eindrücke gesammelt, viele Diskussionen geführt. Wenn du zurück nach Deutschland gehst, was meinst du für den deutschen Handel oder für die Leute, mit denen du sprichst, was sind so eins, zwei, drei Hausaufgaben, eins, zwei, drei Tasks, die du denen mitgeben würdest?
SPEAKER_01Also ich versuche immer so ein bisschen so nach so einer Tripod-Regel zu handeln, wenn ich halt irgendwo war auf Konferenzen oder auf so Reisen, dass ich sage, okay, eine Sache mache ich sofort, die zweite Sache der nächsten Woche und dann habe ich einen, so was ich im nächsten Jahr dann so entwickeln kann. Und ich glaube, die Sache, die ich, die ich irgendwie sofort gemacht habe, war einfach die Kontakte, die ich gemacht habe, nochmal wirklich zu überlegen, was kann ich jetzt mit denen mit denen zusammen machen. Also mit euch ist, Thomas, du hast zwar eigentlich mit E-Commerce nicht so viel zu tun, aber ich habe gesagt, hey, ich hätte dich gerne auf der Konferenz zum Beispiel, dass ich sage, ich möchte einfach so ein bisschen mein Netzwerk stärken, ich möchte gerne selber lernen von den Leuten, die so da sind, solange, das ist ja immer mein großer Unterricht, also Einschränkung ist, solange das Value-Set halt identisch ist. Also ich mache keine Geschäfte oder meine Lebenszeit verbringe ich nicht mit Arschlöchern. Aber wenn halt die Leute geil sind, dann denke ich mir so, ja, kann ich ja, kann ich ja nur gewinnen. Das zweite Thema war dann so ein bisschen nochmal, einfach das China-Thema wird es für mich nochmal auf eine nächste Stufe heben, dass ich gesagt habe, ich gucke auch nochmal, was kann ich im Programm verändern. Und dann eben dieser Gedanke, in dem arbeite ich jetzt gerade, dass ich sage, irgendwie können wir nicht als Facilitator für chinesische Firmen für Europa und Deutschland irgendwie agieren. Da habe ich dann eben sofort in der nächsten Woche losgelegt. Und das große andere Thema bleibt natürlich das KI-Thema. Und da muss ich auch mal ein Lob aussprechen hier an mein Team. Wir experimentieren sehr viel. Ich habe gestern wieder zwei Stunden mit unserem Nachwuchsmann in der Technik im Audio-Team, den Manuel, gesprochen. Der hat hier, wir haben jetzt eine Nvidia-Grafikkarte am Laufen hier. Wir haben ein lokales LLM gebaut und einfach ein Team zu haben, die Lust haben, das auszuprobieren und diese ganzen LinkedIn-Plumper Quatsch auch zu challengen und zu sagen, nee, das habe ich schon ausprobiert, das funktioniert nicht, um halt Mehrwert für deine Firma zu generieren. Und das ist das, was ich eigentlich jetzt allen zurufe und sage, also wenn du also darauf zu warten, dass die deutsche Politik oder die europäische Politik eine Ambition entwickelt, glaube ich, da liege ich dann schon unter der Erde. Das heißt, aber dann ist ja die Frage, du hast gesagt, wir sind alle Unternehmer, wir haben alle eine Ambition, ich möchte irgendwas erreichen. Das heißt, ich muss dann ja meine Ambition in diesem Umfeld ja trotzdem übersetzen in konkretes Doing. Und das habe ich jetzt einfach für alle gesagt, gesagt hat, ey, wie kann ich mein Leben, das meiner Familie, meines Teams, meines Unternehmens beeinflussen, losgelöst davon, ob Friedrich Merz irgendwas auf die Straße bringt oder nicht. Und das ist eigentlich, wo ich sage, ja, und ist es dann in Deutschland? Ja, so aktuell noch. Aber ich sehe halt natürlich auch, dass es andere Regionen gibt, wie Shenzhen, wo das Durchschnittsalter, glaube ich, 29 ist. Das macht ja was mit dem Stadtbild, das macht was mit der Ambition, das macht was mit der Energie, in die du da eintauchst. Und ich glaube, nichts ist schlimmer, als irgendwie sich so eine Opferhaltung zu begeben. Und da, das rufe ich einfach allen zu und deswegen auch auf der K5-Konferenz ist so ein bisschen die Idee und unser, wir versuchen ja immer so ein Claim zu entwickeln und der wird dieses Jahr sein, Into Action, Punkt, with intent. Also nicht nur einfach sinnlos loslaufen, sondern halt, was ist irgendwie klar zu werden, okay, wo willst du eigentlich hin und dann aber, ey, komm, gib ihm, probier aus, lass dein Team laufen, empower dein Team und ja, und vielleicht abschließend noch, was mich total echt von Socken gehauen hat, war der Pip Klöckner auf der OMR mit dem Vortrag ja immer zum Status von KI oder AI. Man hat gesagt hat, irgendwie, dass 99,7 Prozent der Leute nutzen das ja noch gar nicht produktiv. Also, und dann denke ich mir so, okay, in meiner Bubble habe ich das Gefühl, jeder macht irgendwas. Ist ja auch verrückt. Also das heißt, es ist ja noch so viel Potenzial. Also einfach machen.
SPEAKER_02Ja, das stimmt. Dann danke erstmal, dass wir zu dem Kreis der Auserwählten gehören. Und das macht uns auch super viel Spaß, jetzt mit den beiden Podcasts und mit dem Austausch hier und auch heute nochmal zu hören, was dich so umtreibt und die Learnings, die du mitgenommen hast, auch für mich wieder super spannend. Und ja, du hast recht, also E-Commerce ist nicht mein Thema, aber ich versuche mich ja jetzt gerade wirklich jeden Tag einzuarbeiten in das Thema Automation und Robotics. Und das ist wirklich eine Revolution, die über alle Industrien eine Rolle spielen wird. Also wir haben ja auch Touren gemacht mit Retailern, wir haben mit Hospitality gemacht, jetzt mit Chemie nächste Woche und dann mit Einzelhandel und sowas. Und das sind auch wirklich Themen, die keine einzige Industrie unberührt lassen werden. Also von daher ist das für dich ein super, super spannendes Thema. Und da passiert auch einfach alles in China, die Innovation. Also von daher freue ich mich, dass ich gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin. Und zweitens danke nochmal für deine super Einblicke. Also wie gesagt, selbst für mich war es super spannend, deine Perspektive zu sehen und ein bisschen neues Licht zu sehen. Und wir freuen uns dann, uns in knapp vier Wochen dann in der Schule.
SPEAKER_01Genau, vielleicht kann ich auch nochmal kurz bevor Damian finischt, einfach nochmal sagen, also ihr seid ja beide auf der Konferenz. Damian, wir werden ein Panel machen zu diesem Thema Made in China. So einfach so ein bisschen dieses Performance Operating System analysieren wir an Tag 1. Ich glaube, Thomas, weiß ich noch nicht genau, du bist an Tag 2. Du wirst aber sagen, dieses Physical AI, Robotics-Thema, werden wir auf der KI-Bühne haben auf jeden Fall. Und ansonsten einfach vielleicht auch nochmal, dass ihr das mitnehmen könnt. Also ich meine das echt ernst mit dem Shenzhen. Und ich habe mir gedacht, wir werden wahrscheinlich so ein K5-Camp mal aufschlagen, vielleicht nächstes Jahr im April, und sind einfach mal vier Wochen vor Ort. Und da können wir sicherlich auch was zusammen machen. Und jeder, der dann da ist, ich glaube, die Kantonfare ist auch während der Zeit, man sagt, hey, man macht dann halt mal so Meet and Greets, trifft sich, vielleicht können wir da irgendwas kombinieren, also würde mich mega freuen.
SPEAKER_02Ja, auf jeden Fall. Und gibt es noch Tickets für K5? Also wie gesagt, wir freuen uns sehr, dich dann in Berlin zu sehen und wir verlinken das auch in unseren Shownotes. Ich werde auch die ganzen Tage da sein. Das heißt, ich freue mich auch, Leute zu treffen und dahin zu bringen, Gespräche zu führen, auch außerhalb der Bühnenpräsenz. Damian wird auch für ein bisschen da sein und du natürlich auch die ganzen Tage.
SPEAKER_01Ja, ja, klar.
SPEAKER_03Gut, dann nochmal vielen, vielen Dank. Ich freue mich, Sven. Wir freuen uns auf die K5 im Juni und dann sehen wir uns dort und hoffentlich auch bald wieder in Shanghai oder Shenzhen.
SPEAKER_01Ja, spätestens wobei. Ich bin ja im Oktober auf jeden Fall nochmal da. Da machen wir nochmal eine Tour. Da ist ja die Classic Tour wieder Beijing, Hangzhou, Shanghai. Da werden wir uns auf jeden Fall auch sehen.
SPEAKER_02Ja, tipptopp. Bis dann.
SPEAKER_01Danke.
SPEAKER_03Sehr schön, freuen wir uns. Ciao, ciao.