Made in China
Made in China ist ein Podcast mit den führenden China-Experten, in dem CEOs, Gründer, prominente Stimmen und dokumentarische Reportagen aus erster Hand zeigen, wie China wirklich funktioniert. Wer diesen Podcast hört, braucht keinen weiteren, um Chinas Dynamiken realistisch zu verstehen.
Hosts sind Thomas Derksen, einer der reichweitenstärksten westlichen China-Stimmen mit mehr als zehn Millionen Followern, und Damian Maib, Gründer von GENUINE und Berater europäischer Marken im China-Geschäft. In Gesprächen und Reportagen treffen sie Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Technologie, E-Commerce und Social Commerce, die erklären, was in China funktioniert, was scheitert und was man daraus lernen kann.
Der Podcast richtet sich an Menschen, die beruflich oder strategisch mit China zu tun haben und China nicht beobachten, sondern begreifen wollen. Jede Woche erscheinen neue Folgen mit aktuellen Stimmen und relevanten Einblicken.
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Made in China is a podcast featuring the leading experts on China, where CEOs, founders, prominent voices and documentary reports show how the country really works. If you listen to this podcast, you do not need another one to understand China realistically.
The hosts are Thomas Derksen, one of the most widely followed Western voices on China with more than ten million followers, and Damian Maib, founder of GENUINE and advisor to European brands operating in China. In interviews and reportages they speak with decision-makers from business, politics, technology, e-commerce and social commerce who explain what works in China, what fails and what can be learned from it.
The podcast is for people who deal with China professionally or strategically and do not want to watch China from the outside but understand it. New episodes are released every week with current voices and relevant insights.
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Made in China
#217 – Von Shanghai nach Köln: China Learnings für den europäischen E-Commerce Markt
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In dieser Folge sprechen Damian und Thomas direkt aus Köln über ihren aktuellen Deutschland-Trip und ihre Eindrücke rund um die K5 in Berlin. Dabei geht es um die Frage, wie sich die Perspektive auf Deutschland und China verändert, welche Learnings aus dem chinesischen E-Commerce nach Europa übertragen werden können und warum genau dieser Austausch für die Zukunft so wichtig ist. Ein konkretes Beispiel dafür ist die Frage, wie Ansätze aus dem chinesischen E-Commerce, etwa rund um Creator Commerce, Community Building und schnelle Test and Learn Prozesse, auf den europäischen Markt übertragen werden können.
Außerdem werfen die beiden einen Blick darauf, was ihre Arbeit in Köln mit der Made in China Idee zu tun hat und warum gerade jetzt viele spannende Entwicklungen an der Schnittstelle zwischen China und Europa entstehen. Eine persönliche und ehrliche Zweierfolge über E-Commerce, Marktveränderungen und die Brücken zwischen beiden Welten.
Viel Spaß beim Reinhören!
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Damians Team kontaktieren: www.genuine-asia.com
Moderatoren & Hosts: Damian Maib & Thomas Derksen
Schnitt & Produktion: Valissa Petzold
Made in China. Von der Werkbank der Welt zum größten Konsumentenmarkt- und Technologietüber. Eine Reise durch das Leben, Business und die Kultur im Reich der Mitte. Mit Damian Meid und Thomas Bergson.
SPEAKER_02Herzlich willkommen beim Made in China Podcast. Und ich weiß nicht, ob man es hören kann, aber heute sind wir mit ein bisschen Schall und Hall unterwegs, denn wir sind an einem Ort, endlich mal, wo richtig gearbeitet wird. Wir sind gerade in Köln, im schönen Nordrhein-Westfalen, in Deutschland, bei Damian im Büro und haben uns hier eine Abstellkammer gesucht, weil die guten Räume und die guten Plätze alle besetzt sind von fähigen Mitarbeitern. Und wir hoffen, dass unsere Editorin es gut hinbekommt, den Ton ein bisschen zu bearbeiten. Also hier wird wirklich gearbeitet und wie man so schön auf Deutsch sagt, wo gehobelt wird, da fallen auch Späne. Und hier wird tatsächlich noch renoviert und hin und her geschoben, aber alle arbeiten fleißig wie die Bienen. Damit, erzähl mal gerade kurz jetzt aus deiner Sicht, wo sind wir hier gerade?
SPEAKER_01Ja, mein Lieber, wir sind hier herzlich willkommen. Wir sind hier in der Neuser Straße. Was ist das jetzt? Ich habe die falsche Nummer gegeben vorher. 27 bis 29, ja. Ganz oben. Und jetzt haben wir hier viele Livestream-Studios reingebaut, viele Mitarbeiter, die hier für uns auf TikTok-Shop und für TikTok-Shop arbeiten. In der THT wird sehr viel gehobelt, sehr viel gemacht. Viele Leute springen hier rum. Wir haben am Freitag unsere Creator Days in Düsseldorf. Da machen wir in Anführungszeichen ein kleiner Resident, wahrscheinlich so 500, 600 Leute. Da kommen die TikTok-Shop-Marken, die Top-Creator aus ganz Deutschland, alle zu uns, zur Messe Düsseldorf. Da machen wir das. Also herzliche Grüße auch nochmal in Richtung Marius, der ja auch schon bei uns im Podcast war, oder?
SPEAKER_02Ja, Marius Berlemann, auch persönlich sehr gut befreundet mit mir. Also freut mich schade, ich bin nicht da. Ich bin nämlich auf dem Sprung zurück nach Shanghai. Eigentlich wollte ich jetzt gerade schon im Flieger sitzen, habe dann aber umgebucht auf morgen, hatte noch einige Termine hier und freue mich, dass ich jetzt auch mal das Büro hier in Köln sehe. Und ich muss auch sagen, und die Frage ist ja auch vielleicht von den Leuten, was hat das mit Made in China zu tun? Wir sind ja der Made in China Podcast. Aber ich muss sagen, jetzt bei dem Deutschland-Trip gerade hier, ich bin zwei Wochen hier gewesen. Du bist auch vor zwei Wochen gekommen, ungefähr, bleibst nochmal einen ganzen Monat hier, sechs Wochen hier. Da habe ich gemerkt, und da hat sich so meine Wahrnehmung auch ein bisschen geändert. Und man muss leider sagen, wir sind ja gerade aus der WM rausgeflogen, Deutschland. Viele entschuldige, dass ich dich daran erinnere, aber viele sagen ja, das ist ein Zeichen für den Niedergang des Deutschlands. Ich habe tatsächlich jetzt bei diesem Deutschland-Trip und auch in den letzten Jahren habe ich viel darüber nachgedacht. Ich habe da so ein bisschen meine Meinung geändert. Also ich bin da optimistischer unterwegs aus verschiedenen Gründen, die wir heute mal ein bisschen darlegen möchten und auch zeigen hier Made in China und was ist unsere Vision hier mit Made in China. Denn uns ging es ja damals, als wir diesen Podcast gegründet haben, ja vorne nämlich darum, Brücken zu bauen, zu zeigen, was in China passiert, um ein bisschen Innovation hier auch in Deutschland und Europa zu fördern. Und ich habe das Gefühl, dass dein Büro hier genau ein Zeichen dafür ist, dass das geklappt hat. Denn genau deswegen wurde ja dein Büro hier gegründet. Das haben wir ja schon mal im Podcast gesagt. Du hast extrem viel Erfahrung in E-Commerce in China gesammelt in den letzten zehn Jahren, bist du ja auch schon im E-Commerce-Sektor unterwegs. Und dann ist TikTok zu dir gekommen und ihr macht hier ja praktisch gar nichts Chinesisches, in Anführungsstrichen. Ihr bespielt keine chinesischen Plattformen, ihr habt keine oder nur wenige chinesische Kunden, sondern ihr macht hier wirklich Local für Local für deutsche Unternehmen, aber ihr nehmt die Learnings aus China und überträgt die nach Deutschland. Habe ich das richtig zusammengefasst?
SPEAKER_01Ganz genau, Thomas. Vielen Dank. Das ist immer gut, wenn jemand anderes das schon so gut zusammenfasst, dass es da nichts mehr hinzuzufügen gibt. Ja, genau richtig. Und wir hatten auf der auf der K5, ja, vor einer Woche war es, glaube ich, genau dieses Thema. Made in China, ja, und dann so the new operating system for the world. Und genau das bringen wir eben jetzt nach Europa mit unserem Hauptoffice in Köln. Next Monat machen wir noch was in Paris auf, dann noch in the UK. Und von da bearbeiten wir alle europaischen Länder, inclusive jetzt auf den Markt in the UK, also England, etc. Der war davon noch nicht dabei. Und wir nutzen hier unsere Learnings aus den Jahren, Zusammenarbeit mit Doyin, dem chinesischen TikTok, um das dann hier letztendlich umzusetzen. Local for local. Unsere Geschäftsführung hat sich da Köln ausgesucht, ja. Also, wie gesagt, nicht weil ich Kölner bin, ja, sondern weil die wirklich hier hinwollten. Und wir merken, dass das für den europäischen Markt und für die Marken sehr gut ankommt.
SPEAKER_02Ja, und ich habe heute auch, und da muss ich dir sagen, ich habe ja mein Flug nicht umgebucht wegen dir, nicht nur wegen dir, sondern ich habe mich heute mit einem ganz bekannten Investor. Ich habe mich heute mit einem Investor getroffen, der sehr, sehr bekannt ist in Deutschland. Und da haben wir zusammen Lunch gegessen, und da haben wir auch über dieses Thema gesprochen, dass entgegen der ganzen geopolitischen Verwerfungen eigentlich die besten Businesses und um das auch mal philosophisch zu sagen, das Beste für die Menschheit geschieht, wenn wir zusammenarbeiten. Also wenn es nicht immer China gegen die USA, Europa gegen die USA geht, wie es ja politisch oft geht. Aber wir sehen gerade im Business, dass da einfach richtig gute Partnerschaften entstehen können, wenn man da zusammenarbeitet. Und ich war ja auch auf der K5. Für diejenigen, die die K5 nicht kennen, das ist die E-Commerce-Messe in Deutschland. Also extrem gute Leute da, alles Fachbesucher und wenig normales Publikum, in Anführungsstrichen, also wirklich alles Leute vom Fach. Und da waren, glaube ich, 105 Speaker, die Masterclasses gegeben haben, die Keynotes gegeben haben. Du hast über dein Steckenpferd gesprochen, E-Commerce in China. Ich habe über Physical AI, also Robotics in China gesprochen. Und das ist ja so mein Steckenpferd, mein Thema in den letzten Jahren. Und da sehen wir auch eine riesige Revolution, gerade für E-Commerce und Handel. Weil ihr habt ja ein Feld, das euch ganz besonders interessiert. Ihr wollt ja verkaufen und Dinge, die ihr verkauft, müsst ihr ja verschiffen. Da müsst ihr ja irgendwie an den Endkonsumenten bringen. Und da ist Logistik ja ein riesiges Thema. Und gerade in der Logistik gibt es extrem viele repetitive Aufgaben, die irgendwann früher oder später von Robotern unternehmen und übernommen werden. Und darüber habe ich gesprochen und den Talk gibt es übrigens auch in der K5 Mediathek. Also für diejenigen, die es interessiert, dein wahrscheinlich auch. Ich habe eine E-Mail bekommen, aber du hast die E-Mail wahrscheinlich nicht gelesen. Also wir können die, wir werden ihn in den Shownotes auch verlinken. Und da können alle, die sich dafür interessieren, können sich den dann angucken. Ist auch auf Deutsch, also für unser Publikum. Ah ja, okay.
SPEAKER_01Ja, meiner ist auf Englisch gewesen, aber ich muss wer dann nochmal anhören, weil den habe ich ja verpasst. Ja. Mist.
SPEAKER_02Also gut investierte 20 Minuten auf jeden Fall. Und ja, was ich noch sagen wollte, ist halt, dass ich in diesen zwei Wochen in Deutschland und auch im letzten halben Jahr habe ich so ein bisschen darüber nachgedacht. Es war ja eine Zeit lang besonders in, oder es ist vielleicht auch immer noch auf LinkedIn gehen, die Post besonders viral, bei denen man sagt, Deutschland ist auf dem absteigenden Ast und in China funktioniert alles gut. Ich habe ab und zu auch mal so ähnliche Posts gemacht, bis ich irgendwann gedacht habe, aber eigentlich ist es ja viel konstruktiver, wenn man darüber redet, wie man sich gegenseitig unterstützen kann, wie man gegenseitig lernen kann. Denn in Deutschland, bei allem Pessimismus, wir haben Stärken, wir haben bestimmte Dinge, in denen wir richtig, richtig gut sind. Und das sehen wir sowohl beim E-Commerce. Ich meine, du hast ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut, du hast ein super gutes Team hier, du hast super gute, motivierte Leute und die bauen was richtig Gutes auf in Deutschland. Und ich war jetzt auch bei einigen Robotics-Unternehmen hier in Deutschland, die auch natürlich sehr starke China-Verbindungen haben. Das geht halt noch nicht anders, wenn du im Thema Robotics unterwegs bist. Aber die sind wirklich, wirklich gut. Und wenn ich jetzt zurückkomme nach China, dann in zehn Tagen machen wir eine Tour für einen deutschen Automobilzulieferer. Da habe ich ja schon mal kurz darüber gesprochen, weil ich das, da sehe ich ein ganz großes Potenzial für deutsche Unternehmen, wenn die in die Supply Chain reingehen. Also wir haben Präzision in Deutschland, wir haben die Qualitätsansprüche, wir haben deutsche Ingenieurleistungen und wir haben die Erfahrung. Und da sehe ich noch eine Möglichkeit für einen Turnaround für die deutsche Automobilzuliefere und genau für die Zulieferer, dass die da wirklich, wenn die ihren Fuß in die Tür bekommen da, dass es eine Riesenchance ist. Und das ist auch nichts, was ich mir selber ausgedacht habe. Ich habe nämlich auf dem Hinflug hierhin einen Report gelesen von McKinsey, wo die genau das gesagt haben. Die haben gesagt, das Problem ist, dass jetzt alle Humanoid-Robots-Hersteller ihre Komponenten selber bauen. Das heißt, es gibt keine Standards. Die bauen das alle selber, so wie denen die Nase gewachsen ist. Und wenn man es da schafft, als Zulieferer Standards zu setzen, bei Sensoren zum Beispiel, die ja sowohl bei Elektroautos als auch bei Robotern genutzt werden. Und dann der Go-To-Zulieferer wird für diese Komponenten, dann hat man es geschafft. Dann ist es ein Multimilliardendollar-Geschäft. Und das fand ich halt so spannend. Und auch auf der K5 haben wir es gesehen, dass da doch eher die Stimmung dahin geht: Mensch, wir müssen voneinander lernen. Da gibt es wirklich viel in China, was da passiert. Und du hast mir ja am Abend bei der K5 eine Nachricht geschickt und gesagt, krasser Tag, es war echt anstrengend, weil du hattest alle 30 Minuten ein Meeting, also wahrscheinlich 16 bis 20 Meetings an dem Tag. Und wie, was waren da so die Fragen? Wie war da so die Stimmung? Oder was haben die Leute da mit dir besprochen?
SPEAKER_01Ja, ja, du hast recht, es war auf jeden Fall anstrengend ein Tag. So viele Meetings waren es glücklicherweise nicht, aber tatsächlich back-to-back alle 30 Minuten. Da raucht echt dein Kopf. Ich meine, bei uns ging es dort tatsächlich überwiegend immer um das Thema TikTok. Weil das gerade im europäischen E-Commerce und bei der K5 ging es überwiegend um Deutschland oder den Dachbereich. Dadurch, dass es hier momentan aus dem Marketing-Umfeld und auch im E-Commerce-Bereich nicht mehr wegzudenken ist, nicht auf TikTok zu sein. Also man kann es sich schon jetzt nicht erlauben, für die meisten Marken, abgesehen von der Luxury-Industry, die wir in Deutschland ohnehin nicht so stark vertreten haben, das wären ja eher die Franzosen and the Italiener. Ansonsten in der FMCG-Industry, Fashion, Electronics, Home and Living, überall, kommen wir momentan nicht mit um herum. Und da ging es immer, oder auch DIY, ja, da ging es immer um das Thema, wie können wir auf TikTok-Shop arbeiten, yeah. Was ist das für ein Kanal? Was sind die Economics behind, ja, so wie sieht die PL aus, wie arbeitet man da zusammen, was braucht man? Und diese Fragen haben wir eigentlich dann immer wieder beantwortet, ne? Auf K5. Und zum Pessimismus oder Optimismus hinsichtlich Deutschland, ich sage das auch immer wieder, auch letzte Woche bei der IHK, die hatten auch einen Greater China Day, dass ich überhaupt nicht mehr so pessimistisch bin hinsichtlich deutsche Marken in China. Also zum Beispiel, was sind so Misconceptions, die deutsche Firmen haben in China. Mittlerweile gibt es, glaube ich, gar keine Misconceptions mehr. Die deutschen Firmen sind schon so lange im Markt und die haben jetzt auch begriffen, dass der chinesische Wettbewerb innovativ ist, qualitativ hochwertig und auch wirklich global konkurrenzfähig wird, dass man jetzt Strategien anpassen muss. Ich glaube, das hat das hat jedes deutsche Unternehmen vom kleinen Mittelständler bis zum großen Mittelständler Hitten Champion bis zum Konzern mittlerweile verstanden und verinnerlicht, dass man da neue Strategien für braucht. Und deswegen, das finde ich total positiv. Weil vor, wann war das vor, als wir angefangen haben mit dem Podcast, auch vor fünf Jahren, da war das ja noch ganz anders. Da haben das ja die wenigsten verstanden. Und wir beide dachten uns so, oh mein Gott, was passiert hier? Du musst viel Aufklärungsarbeit leisten, viel Education, den Leuten zeigen, hey, das ist ein chinesisches Produkt, das ist gut. Und das mag der chinesische Konsument ist auch noch von Preis her auch in Ordnung. Und das haben ja viele damals noch gar nicht gesehen. Ich glaube, heute ist das allen klar. Und deswegen bin ich da auch sehr positiv, weil man merkt, wir und unsere Unternehmen in Deutschland können sich natürlich anpassen, wenn man will. Von daher bin ich da auch sehr, sehr positiv überrascht.
SPEAKER_02Ja, das ist, es freut mich zu hören und das wieder so eine Live-Lesson. Man muss einfach an seine Vision glauben und dann durchhalten, wir machen ja jetzt hier schon Folge 200, irgendwas, wir haben schon aufgehört, mitzuzählen, aber irgendwo bei Spotify steht das, welche Folge das ist. Aber das ist schon wirklich interessant. Also zum Thema Pessimismus, im Endeffekt sind wir ja alles Menschen und wir haben unsere Emotionen und dann ab und zu ist man richtig glücklich und gehypt, was man macht. Dann ist man wieder depressiv. Ich hatte, ich weiß noch ganz genau, dass ich mit Philipp Westermeier damals gesprochen habe, kurz nach Corona, und gesagt, also es ist echt schwierig, das China-Thema. Und das waren meine Worte, mit China lockt man zurzeit keinem hinter den Ofen hervor. Und das hat sich sowas von geändert. Also mittlerweile muss ich überhaupt kein BD mehr machen, sondern es fasst nur noch Inbound-Anfragen, die wir abarbeiten und mit großen Mühen abarbeiten. Aber das freut mich auch. Denn wirklich der Weg ist nur voneinander lernen, miteinander arbeiten. Das habe ich auch mit vielen Freunden, die aus den USA kommen zum Beispiel und in der Robotics-Industrie unterwegs sind. Und die sagen auch genau das Gleiche. Also Raise in Silicon Valley, build in the Greater Bay Area, and sell to the world. Also die holen ihre Finanzen, ihr Kapital aus Silicon Valley und bauen die Roboter in Shenzhen und verkaufen dann in die Welt. Und da gibt es einfach die besten Produkte. Also man muss ja sagen, was das Thema KI angeht, was das Thema Innovation angeht, was das Thema Offenheit und Neugierde angeht, da ist Silicon Valley immer noch Vorreiter. China schließt auf. China hat das Technik-Ökosystem, das RD-Ökosystem super gut. Und wenn man da wirklich Hand in Hand geht, dann kann man da sehr erfolgreich sein. Also von daher sind wir wirklich optimistisch, was China und Deutschland angeht. Und ich bin auch wirklich optimistisch, was die Zukunft angeht, denn die Menschen und auch der deutsche Michel an sich ist resilienter, als man sich vorstellt. Und ich habe jetzt auch in den zwei Wochen, das liegt vielleicht auch an dem guten Wetter, also an dem sehr heißen Wetter. Das als kleiner Nebenschauplatz, also wer jetzt ins Klimaanlagen und Kühlungsgeschäft einsteigt, der kann auch ein großes Geschäft machen. Aber ich habe das Gefühl, dass hier wirklich vieles vorangeht, mit dem super guten Leuten getroffen. Ich war bei Neura in Metzingen. Ich war bei AJ Robots in München. Dann war ich bei January in Köln. Alles drei die große Hoffnung Deutschlands, dass Deutschland wieder hervorhebt. Und ja, ich hoffe, dass es so weitergeht, dass die Leute voneinander lernen und die Unternehmen voneinander lernen. Ich meine, im Endeffekt sind wir ja Unternehmer und als Unternehmer muss man zuallererst mal auf die Chancen gucken. Welche Chancen ergeben sich für mich und wie kann ich diese nutzen und dann die Risiken abwägen und dann kalkulierte Risiken eingehen? Oder? Damian, was sagst du als deiner, du hast ja noch ein bisschen mehr Entrepreneur-Erfahrung als ich.
SPEAKER_01Ja, absolut. Ich meine, das Glas ist immer halb voll, ja. Also meine Wasserflasche ist zwar jetzt komplett leer auf dem Tisch, weil es geradezu warm ist. Aber nein, absolut. Und wie gesagt, ich glaube, jetzt geht es auch darum, Blueprints mittlerweile zu nehmen von China und auch dann global zu implementieren. Wir hatten damals vor, wann war das, 2020, 2021 erinnere ich mich und 22 auch, immer mal wieder Projekte, wo schon vorausschauende CEOs auch von größeren Unternehmen gesagt haben, wir wollen mal verstehen, wie das hier in China läuft, um dann zu sagen, das wird der Blueprint für die Welt. Und da hat noch nicht immer die ganze Organisation mitgezogen. Wie gesagt, das war dann schon eher, hat jemand schon der Zeit etwas vorausgedacht. Aber heute, heute ist es ja absolut ein gängiger Gedanke. Deswegen kommen ja die Konzerne jetzt auch zu dir und Asia Bits und sagen, hey, wir wollen eine einwöchige Innovationstour oder eine Tour zu Unternehmen, die das eigene Unternehmen nochmal anregt und ansporten und frische Gedanken mitgibt und sagt, ah, so kann man es auch machen, oh, so machen das die Chinesen, so weit ist man hier schon oder vielleicht ist man da. Vielleicht gibt es Bereiche, wo der Wettbewerb noch nicht so weit ist, wie man gedacht hat. Andere Bereiche, wo der Wettbewerb schon weiter ist. Es geht ja genau um diese Erkenntnis. Dass man das mit eigenen Augen dann sieht und die Erfahrung mitnimmt. Und du hast ja gerade gesagt, du kannst dich da vor Anfragen kaum retten. Das war vor fünf Jahren noch anders. Und ich glaube, jetzt ist es der Moment, wo es eben die meisten verstanden haben und dieser Exchange wiederkommt. Auch gerade durch diese visafreie Policy, durch ein bisschen mehr friendly, generelle Stimmung, nehme ich das auch derzeit für, das haben wir jetzt 2026 sehr, sehr positiv war.
SPEAKER_02Der persönliche Austausch auch extrem wichtig, das habe ich jetzt auch wieder in Deutschland gemerkt. Also wenn du dich mal mit dem Leute, mit den Leuten zum Mittagessen triffst oder zum Kaffee triffst, dann hat man so viele Ideen und so viele, so viele Gesprächsthemen, die man bei einem Videocall nicht hat. Also Videocall ist ja immer sehr zielgerichtet. Also wir haben ein Thema, das wir besprechen wollen, das machen wir, aber einfach mal so, wie ich hier gerade links sehe, am Water Dispenser oder wie heißt das auf Englisch? Ne, am Wasserspender. Das Gespräch am Wasserspender ist ja berühmt. Und das ist auch wirklich wichtig. Also das muss man machen und man muss im Austausch bleiben. Die Chinesen müssen nach Deutschland kommen, die Deutschen müssen nach China gehen. Alle zusammen in die USA.
SPEAKER_01Genau, apropos Wasserdispenser und hier die Gespräche, da haben wir von China natürlich auch gelernt. No Homeoffice Policy, ja. Oder unsere Homeoffice Policy ist fünfmal die Woche muss man ins Office kommen. Und am Wochenende kann man Homeoffice kommen. Genau. Am Wochenende und an Feiertagen geht auch Homeoffice, wenn man will, aber sonst fünfmal die Woche. An den Arbeitstagen, fünfmal die Woche ins Office.
SPEAKER_02Ja, das ist auch ein sehr heiß diskutiertes Thema, aber ich sehe das genauso wie du. Homeoffice ist langfristig nicht produktiv. Und die meisten Unternehmen, die fahren es auch zurück, die Homeoffice-Policies. Könnt ihr uns auch gerne mal eure Meinung dazu geben, wie ihr das seht? Also wir, ich bin da auch ganz froh, du bist jetzt auch sechs Wochen in Deutschland. Dein Team in China vermisst dich bestimmt auch ganz, ganz dolle. Mein Team hier auch. Aber ich denke, es ist schon wichtig. Also der tägliche Austausch und auch zwischen Tür und Angel mal ab und zu ist auch extrem wichtig. Und wir freuen uns auch jetzt hier, dass wir in Deutschland viele, viele gesehen haben von euch, viele Meetings gehabt haben. Jetzt, wenn ich zurück bin, in China auch wieder. Zack, zack, zack. Extrem viele Meetings für Unternehmen, die Robotics und Automation verstehen wollen. Du mit deinen E-Commerce-Kunden und Partnern. Und ja, ich freue mich auch schon wieder jetzt nach zwei Wochen wieder zurück nach Shanghai. Das Wetter ist auch ein bisschen besser als den letzten zwei Wochen. Und dann morgen geht's ab in den Flieger.
SPEAKER_01Ja, ich beneide dich. Hier in Deutschland kommt hoffentlich nicht die nächste Hitzewelle. Das war kaum erträglich ohne Klimaanlage. Glücklicherweise haben wir ja hier Klimaanlagen im Office, aber zu Hause weniger. Genau, das wird wahrscheinlich ein gutes Geschäft nächstes Jahr mit den Klimaanlagen.
SPEAKER_02Ja, definitiv. Und wenn ihr mehr zu den Themen TikTok und E-Commerce wissen wollt, dann meldet euch natürlich bei Damian. Wenn ihr eine Tour in China machen wollt oder den richtigen Anwendungsfall für euer Problem sucht zu den Themen Robotics und Automation, dann meldet euch bei mir. Und ja, das war unser kleiner Zwischenruf aus Köln. Und nächste Woche geht es weiter mit einem super Gast, den wir schon im Terminkalender drin haben und dann unverändert jede Woche mehr Einblicke mit und über und aus China. Vielen Dank für heute, Damian, vielen Dank für deine Gastfreundschaft.
SPEAKER_01Ja, vielen Dank, Thomas, dass du hier warst und jetzt zu uns gekommen bist heute.