Wie Worte wirken

Folge 91 mit Simon Schreiber, Copywriter und Marketingstratege

Helga Boss und Heidi Winsauer

In dieser Episode ist Simon Schreiber zu Gast. Er ist Copywriter und Marketingstratege und hat schon über 170 erfolgreiche Personen-Marken entwickelt. Simon gibt dir private und berufliche Einblicke darüber, welche Kraft Worte seiner Erfahrung nach haben. 

Es geht um die innere Stärke, die sich entwickelt, wenn über Ereignisse und Emotionen Klartext gesprochen wird. Simon beschreibt, wie es ihm gelungen ist, sein Schweigen über Episoden in seiner Jugendzeit zu brechen. Und er berichtet, wie viel leichter sich sein Leben jetzt anfühlt, nachdem er sich geöffnet hat - in der echten und in der digitalen Welt. 

Diese Erfahrung nützt ihm auch beruflich. Wörter verbinden Menschen nur dann, wenn sie aus dem Herzen kommen. KI-generierte Inhalte wirken seiner Einschätzung nach oft glatt und seelenlos. Deshalb erzeugen sie nicht die gewünschte Wirkung. Simon gibt wertvolle Tipps, wie du dich auf LinkedIn Kunden präsentieren darfst, damit du potenzielle Kunden findest.  

Mehr über Simon Schreiber erfährst du auf seiner Website https://schreiber-texte.de/


Heidi:

Wie Worte wirken. Das ist ein Podcast, bei dem Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufen über ihre Erfahrung und über ihr Wissen sprechen, wie Worte wirken und welche Kraft sie dadurch entwickeln. Es geht also um effiziente und effektive Kommunikation. Viel Spass Heute mit Heidi Winsauer am Mikrofon auf der einen Seite und mir per Zoom zugeschaltet ist Simon Schreiber. Simon, du bist Copywriter, was auch immer das ist, das klären wir gleich. Wir starten aber mit der Eröffnungsfrage an dich Wie wirken Worte aus deiner Sicht, aus deiner Erfahrung?

Simon:

Danke, dass ich da sein darf. liebe Heidi, ich freue mich. zu deiner Frage Wie wirken Worte? Ich glaube, jetzt könnte man so das Offensichtliche sagen. Man könnte sagen, entweder sie müssen aus dem Herzen kommen, oder vielleicht sind manchmal Worte auch verkopft, weil man irgendwas unbedingt will und den anderen dazu bringen will. Ich glaube, worte wirken dann, wenn man sich selbst seiner eigenen Intention bewusst ist, was man bei dem anderen auslösen will, was man ihm schenken will oder was man ihm als Info mitgeben will.

Heidi:

Das, glaube ich, ist der erste Schritt. Oh, steile Vorlage, mein lieber.

Simon:

Simon, hast du das Gefühl, dass wir Menschen sehr bewusst sprechen, großteils, um ehrlich zu sein. nein, ich glaube, dass ein Großteil der Menschheit sich der Wirkung ihrer eigenen Worte nicht bewusst ist.

Heidi:

nein, Also, ich muss mich ehrlich gesagt mit einbeziehen. Also, ich habe zwei Kinder zu Hause. Ich bereue ziemlich oft, was ich sage habe. Allerdings muss ich auch dazu sagen, gelernt, mich zu entschuldigen und zu sagen hey, das war jetzt nicht in Ordnung, und rede mir dann immer ein, das ist auch schon ein Erfolg 100-prozentig.

Simon:

Also ich glaube, ich kann mich dir nur anschließen. Wer hat nicht schon mal irgendwas bereut? wer tut es nicht immer wieder? Und auf der anderen Seite finde ich es einfach schön, wenn man sich da selbstbewusst wird. Das ist es, was du sagst. Also sich zu fragen, okay, was passiert jetzt eigentlich gerade, wenn ich jetzt zu meiner Partnerin oder zu meinem Kollegen oder zu meinem Kunden überhaupt etwas sage, egal, ob es was Gutes ist, ob es was Realisierendes ist, sich da selbstbewusst zu werden und rauszusuchen, das ist, glaube ich, die Königsdisziplin.

Simon:

Ich meine, du bist da Profi drin, du weißt, wie es funktioniert, was Worte in Menschen auslösen können, aber Partner, kunde, freund, mama, papa, oma ausgelöst. Und wie fühle ich mich auf der anderen Seite, heidi? Das finde ich genauso wichtig, weil es ist ja keine Einbahnstraße, sondern wie fühle ich mich jetzt? Fühle ich mich gerade gesehen? Fühle ich mich abgelehnt, fühle ich mich kritisiert? Und wenn ja, was ist das Erste, was man macht, wenn man noch nicht so aware ist, wenn man das noch nicht so auf dem Schirm hat? naja, dann geht man in die Konfrontation, und dann wird es Klagabtausch, und dann sagt einer das andere, und am Ende sitzen beide da und sind betrüppelt. Das gilt es vielleicht mal zu hinterfragen.

Heidi:

Ja, also, es geht ja auch aus meiner Erfahrung heraus. du hast vorhin gesagt, ich kenne mich aus no-transcript Hat die gerade zusammengezuckt Oder reagiert, die mit Abwehr Flüchtet, die vielleicht, und ich glaube, dann sind wir schon in einer völlig anderen Gesprächsdynamik. Also, dann sind wir eher da, wo wir eigentlich hinwollen, nämlich in der Verbindung, also dass wir Verbindung aufnehmen.

Simon:

Ja, hundertprozentig. Das ist der anspruchsvolle Teil. Also, wenn wir jetzt darüber sprechen und wenn wir beide einigermaßen reflektiert darüber reden können, dann ist das der leichte Teil. Der harte Teil ist es, wenn man ganz am Anfang steht oder wenn man diese Situation, die wir eingangs beschrieben haben, immer wieder erlebt. Ich kenne es selbst. Ich war, bevor ich mich vor acht Jahren selbstständig gemacht habe, 15 Jahre Führungskraft, ein sehr ausgeprägtes Ego, liebe Heidi, und habe höher, schneller, weiter, alles nach, nicht alles, aber vieles nach meinen Regeln. Und wenn das nicht gleich so umgesetzt worden ist, wie ich das gehabt habe, dann konnte ich direkt sein, und jetzt schmunzle ich drüber. Gleichzeitig denke ich mir hey, wow, ich habe mit meinen Worten einiges Gutes bewegt, aber ich habe bestimmt auch den einen oder anderen Menschen vor den Kopf gestoßen. Das weiß ich Allein.

Simon:

Durch diese Erkenntnis ist es mir jetzt umso wichtiger, menschen auch in der Kommunikation den Respekt zu geben. Ich muss nicht immer mit den Menschen einer Meinung sein, im Gegenteil, ich habe ganz oft den Fall, wo ich mir auch innerlich die Augen in den Hinterkopf rolle, aber mir denke, ich muss darauf kein Urteil geben. Ich muss nicht mit jedem in die Kommunikation gehen, denn ich glaube, worte sind auch Geschenke. Die können Menschen öffnen und wertvolle Verbindungen aufbauen, und sie können auch massive Distanz zwischeneinander auslösen. Das Gute ist wir haben die Wahl, für was wir uns entscheiden wollen. Das glaube ich.

Heidi:

Wir haben die Wahl, wenn wir unseren inneren Stress irgendwie regulieren können, was ja bei dir sehr schön zu beobachten ist. Du bist auf LinkedIn, du bist da sehr aktiv, und du bist, wenn ich das jetzt aus der Distanz Betrachtung Beobachtung benennen möchte, da sehr offen. Und das, was du jetzt gerade beschreibst, hätte ich jetzt genau gleich gesagt, nämlich das war früher sehr inszeniert mit Stärke und mit Machertum, und sowohl von der Farbbegebung war es dann irgendwann einmal weicher, mit Stärke und mit Machertum, und sowohl von der Farbbegebung war es dann irgendwann einmal weicher, da war es dann hellweiß. Jetzt bist du wieder eher zurück zu dem ursprünglichen Rot, aber nicht mehr so dramatisch und kämpferisch, sondern würdest du sagen, dass dieses Klartext, das du ja eigentlich deinen Kunden verkaufst und ihnen auch gibst, dass der eigene Klartext für Ruhe im Herzen, im Hirn, wo auch immer sorgt, Spannende Frage.

Simon:

Ich möchte sie, glaube ich, gerade mit dir noch dekonstruieren, damit ich sie noch besser zuordnen kann. Also ja, du hast vollkommen recht. Gerade in den ersten Jahren habe ich so sehr stark das Stärke, kraft, power, das war Performance, und da wollte ich diese Stärke ausdrücken über Farben. Gleichzeitig hatte ich dann den Wandel, wo ich gesagt habe, auch die Farben dürfen ruhiger wirken, klarheit ausstrahlen und so weiter. Und dennoch habe ich etwas vermisst, und zwar die Tiefe und die Präsenz, aber auch die Leidenschaft, auch in der Farbgebung meiner Marke auf LinkedIn. Und ich habe da einfach das ist eine Herzensentscheidung gewesen nach drei Monaten zu testen, zu sagen hey, ich habe für mich gelernt, auch wenn wir jetzt über Farben gerade mal abschweifen aber die Farbe, die man als Marke, als Brand, als Unternehmen hat, muss nicht automatisch die Farben sein, die man selbst privat zum Beispiel trägt. Privat trage ich gern hell und beige und cremig, aber in der Marke des Unternehmens fühle ich mich in der Tiefe, in der Präsenz und in der Leidenschaft mit meinem Schwarz-Rot auch wohler. Aber was bedeutet das in der Wahrnehmung oder in der Außenwahrnehmung?

Simon:

Ich glaube, dass man mit der Tiefe und der Präsenz, die ich in der Farbe habe, auch die Klarheit bekommen kann, die ich mir wünsche für meine Kunden und wofür ich täglich auf LinkedIn auch schreibe. Du hast gesagt, ich bin sehr offen und teile sehr transparent, was ich denke, was ich fühle und was ich erlebe. Das mache ich mittlerweile. Dafür bin ich auch sehr dankbar.

Simon:

Die größte Zeit auf LinkedIn habe ich das nicht gekonnt, weil es sehr anspruchsvoll ist, wirklich das zu teilen, was man wirklich fühlt. Ich kann es nur aus meiner Erfahrung heraus sagen. Ich glaube, es geht vielen deiner Zuhörer auch so wenn man durchstartet, dann versucht man nicht zu sehr anzuecken und lieber zu sch durchstartet, dann versucht man nicht zu sehr anzuecken und lieber mal zu schweigen und zu sagen hey, komm, ich muss nicht bei allen mitreden oder man hat Angst vor Ablehnung. Und das ist etwas, was ich, glaube ich ganz gut auflösen konnte und kann wirklich das, was mir wichtig ist, im Herzen, als Mann, als Unternehmer, manchmal auch als Partner oder als Freund, einfach teilen. Und dafür stehe ich, klartext und ungefiltert seine Gedanken und Emotionen mit den Menschen zu teilen.

Heidi:

Ich habe mal den Spruch gehört wer Nähe will, muss Nähe zulassen.

Heidi:

Es geht über Worte. Bei dir steht also ich muss mir dieses Klartext anschauen bei dir im Hintergrund. Das könnte ja auch dein eigenes Credo sein. Also lass uns Klartext reden. Wir kennen uns ja schon lang. Du hast ja den Text für meine Webseite geschrieben. Hast mich da schon auch ziemlich auf meinen Punkt gebracht. Um was geht es eigentlich? Was will ich eigentlich? Ich merke das auch. Also, ich schweife dann immer wieder ab, komme dann wieder zurück, schweife dann wieder ab, kommt dann wieder zurück, schweift dann wieder ab, kommt dann wieder zurück. Aber das ist die Kraft der Wörter, die man miteinander austauscht. Also man probiert sich aus, man erweitert den Rahmen, man kommt wieder zurück, und hin und wieder durch dieses Graben habe ich schon den Eindruck werden auch Minenfelder oder wunde Punkte freigelegt. Was magst du uns über deine wunden Punkte, die geheilt sind, teilen? Weil das war ja eigentlich. Also das lasse ich jetzt nicht bestimmen. Das war ja der zündende Funke, wo wir gesagt haben hey, lass uns einen Podcast darüber machen.

Simon:

Ja, ja, also, wie du es schon enthiesest, ich habe vor ein, zwei Wochen einen Beitrag auf LinkedIn veröffentlicht, der nichts mit Business zu tun hatte, der nichts mit Branding und auch nicht mit Copywriting etwas zu tun hatte, sondern mit einer Erfahrung, die ich als 16-jähriger Junge gemacht habe, und zwar, dass der Ex-Mann meiner Mutter zur damaligen Zeit mich im Fitnessstudio mit einer Handel angreifen wollte Und ja, ich kann es klartext sagen, er wollte mich mit der Handel erschlagen. Und diese Erfahrung habe ich geteilt, auf meinem LinkedIn-Feed Genau.

Heidi:

Was ist dann passiert? Also, abgesehen davon, dass ich geschrieben habe wow, danke für die Offenheit, aber ich glaube, da hat es viele Reaktionen gegeben.

Simon:

Ja, vermutest du richtig, das war eine Riesenwelle an Zuspruch sowohl in den Kommentaren als aber auch in den persönlichen Nachrichten. Also mein Postfach etwas geglüht die nächsten Tage danach, und es ist schon krass, was das mit mir gemacht hat, weil ich war mir darüber bewusst, heidi, dass das wahrscheinlich in irgendeiner Form Wellen schlägt. Weil man kann davon ausgehen, wenn es solche Themen sind, die man nicht an jeder Ecke liest, und wenn es gerade um sowas geht wie Gewalt, und dann auch in der eigenen Familie, dann macht das was mit den Menschen. Aber ich habe eingangs vorhin auch gesagt, über die Intention, sich bewusst zu werden.

Simon:

Ich habe das nicht gemacht, weil ich das auf LinkedIn in einem Feed teilen möchte, sondern weil das für mich Therapie ist, wenn ich als Schreiber, als geborener Schreiber, auch über meine Geschichte schreibe. Und das ist für mich Verarbeitung. Das ist mehr als nur ein Content-Beitrag für mich gewesen, denn ich habe dieses Ereignis dann auch nochmal in mein Bewusstsein gerufen, auch wenn ich glaube, dass ich das ganz gut aufgearbeitet habe bis hierhin. Aber den Zuspruch, den man dann bekommt und Heidi, ich kann es dir sagen dann haben Menschen wirklich ihre Geschichte geteilt und haben mir gesagt hey, simon, ich habe etwas Ähnliches erlebt oder was Es ist ähnlich, Vielleicht etwas Schlimmeres, das entscheidet jeder selber, aber das ist schon enorm gewesen, was man da dann zurückbekommt von den Menschen.

Heidi:

Es geht eigentlich um das Sich-Öffnen, oder Ich lasse zu, dass andere Anteil haben, dass ich es noch einmal durcherklären muss darf, will, soll Schon eine Entscheidung. Also mutig sein im Sinne von ich lasse mich noch einmal auf andere Art und Weise auf diese eine Episode ein, die ja Jahrzehnte zurückliegt und doch noch so wirkt.

Simon:

Ja, also absolut, Heide. Ich möchte damit auch den Menschen Mut machen, nicht wegen dem Erlebten Ich habe jetzt nicht unbedingt für Menschen geschrieben in dem Moment, die auch Gewalt erlebt haben sondern in der Vorbereitung. Während ich das geschrieben habe oder während des Schreibens selbst habe ich mir gedacht okay, ich möchte Menschen ermutigen, ihre Wahrheit zu sprechen und nicht den Schatten auf Themen zu legen, die sie in irgendeiner Form geprägt haben. Und das war mir wichtig, dass es dann den Effekt hat, dass Menschen ihre Geschichte teilen. Das ist das, wo ich sage hey, hör zu.

Simon:

Gerade in der heutigen Social-Media-Welt, wo so viel höher, schneller, weiter ist und gefühlt, jeder glücklich, erfolgreich und gesund ist, glaube ich, dass es die echten Geschichten sind, die rohen Emotionen, das Umgefilterte, was Menschen miteinander verbinden kann, und da muss nicht immer eine Business-Beziehung daraus entstehen. Also, ich setze so einen Beitrag und schreibe so einen Beitrag, nicht, weil ich in Kunden dadurch mehr erhoffe, sondern weil ich mir wünsche und das kann ich wirklich aus vollem Herzen jetzt sagen, in der Phase meines Lebens und nach so vielen Jahren auch auf LinkedIn ich möchte, dass Menschen den Mut haben und ihre Wahrheit aussprechen. Und dann merke ich noch, während ich dir das erkläre, heidi, oder während ich das aussprechen darf, auch für deine Zuhörer es geht nicht darum, diese Beiträge zu machen. Weißt du, das war eine Zeit lang so.

Simon:

Das ist jetzt gefühlt in meiner Wahrnehmung auf LinkedIn nicht mehr ganz so ausgeprägt, aber vor ein paar Jahren war du musst dich verletzlich zeigen, damit du mit den Menschen connectest. Das ist schon wieder inszeniert, weil dann überlegt man vertropft und sagt okay, was habe ich denn erlebt? Wo kann ich denn auf die ich sage jetzt mal Drehgrüße drücken? Das ist absoluter Quatsch, das ist großer Mumpitz.

Simon:

Das bringt nichts außer gefühltes Mitleid, von dem niemand was hat. Aber wenn man den Mut hat, seine wahre Geschichte zu erzählen, dann finde ich es immer noch hilfreich, dass man in irgendeiner Form auch irgendetwas, was man daraus gelernt hat, den Menschen mitgibt, weil dann ist es so, dass man irgendwie weißt du, ich habe ja für mich einiges aus dieser Erfahrung gelernt, und ich habe darüber geschrieben, wie das Fitnessstudio und der Kraftsport Therapie für mich war und bis heute ist. Und ich habe aber auch daraus gelernt, warum es mir jetzt im Erwachsenen-Dasein so wichtig ist, die Menschen, die ich liebe, zu beschützen. Ich habe einen sehr ausgeprägten Beschützerinstinkt wahrscheinlich schon vorher gehabt, aber durch diese Erfahrung noch mal mehr. Und das ist viel wert, weil ich wachsam durchs Leben gehe. Und das war eine, zwei Erfahrungen, die ich mit dieser eigenen Erfahrung gemacht habe. Und ja, wenn es jemand anderem taugt, umso besser.

Heidi:

Hast du ausschließlich positive Rückmeldungen auf LinkedIn bekommen, oder gab es da auch Klugscheißer? Sorry, dass ich das jetzt so klar benenne, aber es gibt immer so die Hobbytherapeuten oder so.

Simon:

Ja, also tatsächlich diesmal nicht. Diesmal gab es keinen Gegenwind. Sonst kommt es öfters mal vor, gerade wenn man einen Beitrag hat, wo wieder ein polarisierendes Thema ist Familie, erfolg, unternehmertum, angestelltenwechsel bis zur Selbstständigkeit, da haben viele sich eine Meinung zu bilden, da kommt öfters mal Gegenwind, aber bei dem Thema tatsächlich diesmal nicht.

Heidi:

Also, das heißt, es geht ja darum, dass man die Leute ein bisschen ermutigt Hey, traut euch, weil ihr seid umgeben von durchwegs anständigen Menschen, und das wird kein Drama werden, sondern eher ein Danke oder Gut, oder manche vielleicht. wir haben es immer gewusst, jetzt hören wir es auch mal von dir. Also mit ein bisschen viele Jahre später darf man ein bisschen Humor auch entwickeln oder, und manchmal spürt man ja auch etwas, aber man kann es als Freund, als Freundin nicht benennen und denkt sich ah, okay, daher kommt es.

Simon:

Das ist ja noch mal eine Ebene tiefer, weil dann siehst du zum Beispiel auch, wer in deinem Umfeld zum Beispiel so einen Aha-Moment über dich oder deine Geschichte dann auch hat. Aber ich glaube, wenn ich dich richtig verstanden habe, wenn ich da nochmal an den Anfang gehe von dem, was du gesagt hast, ich könnte nicht versprechen und das würde ich auch nicht tun, wie die Menschen darauf reagieren. Nicht versprechen und das würde ich auch nicht tun, wo die Menschen darauf reagieren. Weil nochmal, je polarisierender ein Thema, ein Bereich ist, über den man spricht, desto mehr Menschen bilden sich eine Meinung. Aber wenn wir das kombinieren mit dem ersten Gedanken von vorhin, mit der Intention, warum man etwas tut, wenn die für dich oder für mich oder für jeden, der das schreibt und teilt, online klar ist, dann glaube ich, dann spielt es nicht mehr so eine große Rolle, wie die Menschen damit reagieren.

Simon:

Manche werden es als Geschenk empfinden, andere werden es als Angriff gegen sich selbst empfinden, und wieder andere die wissen es meistens nicht, das erlaube ich mir an dieser Stelle mal zu sagen werden dadurch eigene Schatten aufgezeigt und erkennen dadurch, wo sie vielleicht noch nicht ganz frei sind oder noch nicht hingeschaut haben. Das ist alles möglich, aber wir sollten uns und das ist meine Handlungsempfehlung nicht die Aufgabe machen, zu versuchen, andere zu überzeugen oder zu therapieren oder zu coachen. Das ist nicht unser Auftrag.

Heidi:

Einfach nur zuhören hilft.

Simon:

Ja, siehst du, du machst das natürlich genau richtig, du hörst zu. Aber und das ist auch etwas ich habe jetzt über fünf Jahre ich bin seit 2019 auf LinkedIn, ich habe über 1700 Beiträge geschrieben in dieser Zeit, und ich habe einiges am Gegenwind bekommen. Und auch hier, genauso wie wir vorhin darüber gesprochen haben, man darf ja in alles reinwachsen Habe ich das gemocht, wenn ich Gegenwind bekomme, gerade von Themen, die mir sehr wichtig sind. Nein, hat es mich auch mal getriggert, sagt mein Herr Neudeutsch Ja, gut ist es ab und zu noch, wenn es ganz unter die Gürtellinie geht, dann auch noch. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Und das ist etwas, wo ich den Leuten ermutige, den Mut zu haben, seine Wahrheit auszusprechen, den Mut zu haben, seine echten Gefühle mitzuteilen und dadurch die richtigen Menschen für sich zu gewinnen und die falschen von sich wegzubekommen. Das bekommt man nicht, indem man es einmal tut, das bekommt man durch Iteration und Wiederholung, indem man sich ständig und immer wieder in kleinen Schritten dem nähert, was man wirklich fühlt, denkt und tagsüber so macht, auch außerhalb von Social Media.

Heidi:

Das ist ja eigentlich dann ein mentales Krafttraining oder Also diese Unverwundbarkeit, dass man ein bisschen entspannter bleibt. Das kann man ja auch trainieren.

Simon:

Hundertprozentig Alles, was wir Menschen tun. Das glaube ich aus ganzem Herzen. Wir werden gut in allem, was wir lang genug tun. Nur das ist auch schon wieder spannend, dass du sagst oder den Loop bei mir aufmachst das ist die Herausforderung in der heutigen Zeit, Weil wir können alles auf dem Schnippen, auf dem Knopfdruck haben. Neuerdings kannst du Sachen prompten über künstliche Intelligenz und kriegst semi-durchwachsene Beiträge. In den meisten Fällen sind sie schlecht, aber du musst nicht mehr denken, du musst dich nicht mehr reinfühlen. Und genau das ist es, wo ich aus tiefer Überzeugung glaube und weiß, durch die eigene Erfahrung ich durfte über 170 Marken mit aufbauen wenn man ein Unikat sein will, menschlich bleiben will, dann braucht es diese echten Geschichten, dann braucht es die echten Gefühle, und dann braucht es deine Story. Die ist unkopierbar.

Simon:

Wenn wir jetzt auf LinkedIn schauen, sehen wir viele Worte, viele trockene Worte, viele langweilige Worte, substanzlos, seelenlos, austauschbar. Das ist ein Beitrag, der einigermaßen geschrieben ist, der sieht vielleicht auch ganz gut eingerückt aus, aber er hat dann die typischen KI es ist nicht so, sondern es ist so, diese Think-Think-Vergleiche, die absolut vergessbar sind, austauschbar sind. Man liest den Text, man spürt nichts, und man hat es ganz schnell wieder vergessen, während, wenn wir wirklich mal Klartext reden, wenn wir ungefiltert unsere Geschichten teilen, dann bleiben die in Erinnerung. Das war der Grund, warum wir uns jetzt mitunter hier im Podcast wiedersehen, liebe Heidi.

Heidi:

Simon Aristoteles würde dir jetzt von oben, von unten, von ich weiß nicht wo applaudieren. Du hast nämlich jetzt gerade auf den Punkt gebracht, dämmert mir jetzt gerade, was der gute Mann vor zweieinhalb tausend Jahren ohne KI, strom und sonstiges schon gesagt hat Es braucht ethos, logos, pathos, also es braucht doch diese Glaubwürdigkeit, Diese KI geprompteten Texte, ja, ja, die sind vielleicht perfekt, die sind super, im Gehalt perfekt, geschliffen, rechtschreibfrei, stilistisch super.

Simon:

Die.

Heidi:

Seele fehlt, und das ist das, was uns verloren geht. Halleluja, der Mann, der hatte so viel Weisheit.

Simon:

Das brauchen wir jetzt auch wieder Schön, dass man sich auch da wieder erinnert.

Simon:

Danke für diesen ehrenwerten Vergleich mit dem Herrn. Das lasse ich mir gerne nachsagen, Und ich möchte dazu noch einen Gedanken mit dir teilen, liebe Heidi Schau dieses Inszenierte, wenn es keine Seele hat, wenn es kein Gefühl hat. Wir hatten es gerade eben gesagt, das vergisst man. Aber das Ziel in der jetzigen Zeit ist nicht, diese schnelle Aufmerksamkeit zu bekommen, Weil schnelle Aufmerksamkeit ist auf, weil schnelle Aufmerksamkeit bekommen ist, ist auf Knopfdruck jetzt theoretisch möglich, Und da ist abgesehen davon, dass die meisten die KI so nutzen, dass nicht wirklich was mit Substanz und Gehalt da ist. Aber in dieser Zeit, wo die Aufmerksamkeitsspanne laut aktuellen Studien angeblich auch immer weniger wird, wo wir nur wenige Sekunden haben, da ist so ein Ausbruch, ein echtes Gefühl, das wir spüren, so viel mehr wert, als einfach nur da zu sein, Einfach nur ja, ich habe jetzt gepostet, ich habe geschrieben, um zu posten, Und ich glaube an Marketing mit Charakter, Und das braucht die echten Geschichten. Damit wiederhole ich mich.

Simon:

Aber es ist einfach das, wo den Unterschied auch ausmacht, damit wir connecten menschlich. Das ist immer. Das, weißt du, die Menschen schreiben KI-Texte, wo dann die Phrase drinsteht Menschen kaufen von Menschen. Die Menschen schreiben KI-Texte, wo dann die Phrase drinsteht Menschen kaufen von Menschen, aber lassen ihre Texte dann von einer KI schreiben. Ah ja, okay. Und was merke ich mir jetzt davon? außer den Kalenderspruch, den wir seit fünf Jahren, zehn Jahren immer wieder hören Nichts, Aber echte Geschichten, die bleiben hängen.

Heidi:

Das hat einen Grund, warum die Menschen, wenn wir ganz, ganz zurückgehen, noch vor Aristoteles, warum sie am Lagerfeuer sich Geschichten erzählt haben, absolut. Also, das ist ja auch das Erfolgsrezept der Menschheit, dass wir kommunizieren, dass wir einander Dinge erklären, habe ich mal in einem Museum über Kommunikation gelesen. Da habe ich gesagt ja cool, besser geht es gerade auf den Punkt. Das ist unser Erfolgsrezept, und das vergessen wir, und darum bröseln wir immer mehr auseinander, weil wir nicht mehr miteinander reden. Ich merke ja schon, wenn ich mit dir über online verbunden bin ich will dir in die Augen sehen, aber ich kann es nicht, weil ich muss dir in die Linse sehen, damit auf dem Bildschirm rüberkommt. Ich schaue dir in die Augen, also, ich merke ja da schon diesen Twist.

Heidi:

Und jetzt, wenn wir in der digitalen Welt sind? es geht uns zu vieles verloren. Jetzt lass uns da noch einmal einfach auch diese. es gibt so eine steile Kurve oder eine scharfe Kurve, aber ich möchte es trotzdem einmal noch abrunden mit dem, was du beruflich machst. Also diese Leidenschaft für Geschichten, diese Leidenschaft für Menschen in Kombination mit Klartext, schnörkellos nah am Punkt, was hat sich da für dich verändert oder herauskristallisiert? Wie gehst du vor, wenn du für Kunden eine Marke aufbaust?

Simon:

Ich beantworte sie dir wahrscheinlich aus zwei Perspektiven, weil das eine betrifft meine Vergangenheit Warum mache ich das? Wie bin ich da hingekommen? Das andere wie baue ich dadurch dann Marken aus? Ich meine, das eine ergibt das andere. Schau, ich bin Simon Schreiber, geborener Schreiber, seit 40 Jahren. So jetzt, hätte ich früher auf meinen Personalausweis geschaut, dann hätte ich wahrscheinlich meine Liebe fürs Schreiben schneller entdeckt. Aber so funktioniert das Leben manchmal nicht. Deswegen hatte ich die 15 Jahre. Führungskraft war nötig. Dann acht Jahre Unternehmertum. Jetzt, um zu merken vor vier Jahren hey, komm, das Schreiben ist das, was mich gerade wirklich erfüllt in der Phase meines Lebens. Aber was ich glaube, heidi, ist, wofür ich eine tiefe Liebe empfinde, wow, ich merke gerade, was ich gerade selbst gesagt habe, ist Kommunikation. Das ist und das glaube ich und das sage ich mit vollem Bewusstsein, das ist meine Stärke Kommunikation über Sprache, kommunikation über Schreiben und auch auf einigen Bühnen. Und habe vor vielen Menschen gesprochen. Und da gab es einen Schlüsselmoment, heidi.

Simon:

Nach einer Keynote damals vor 400 Leuten im Publikum kam eine Frau zu mir und sagte hey, das ist ja witzig, du heißt Schreiber, aber bist Redner geworden. Und die fand das klasse, war auch witzig. Aber das hat was mit mir gemacht, weil ich in dem Moment gedacht habe. Ja irgendwie. Ich mache das jetzt hier Keynote-Speaking und auf der Bühne, und das ist alles ganz nett, aber irgendwie erfüllt es mich nicht, so wie ich es mir erhofft habe, nicht länger zu machen.

Simon:

Ein paar Monate später Wochen, monate, ich weiß es nicht mehr genau hat es auf einmal Klick gemacht, und ich habe gesagt ja, es ist das Schreiben, wo ich machen möchte, und das war 2021. Dann habe ich mich umpositioniert als geborener Schreiber, und das war so der erste große Durchbruch auch meiner Personenmarke, meiner Brand, und seitdem schreibe ich für und mit Menschen. Warum oder wie baue ich eine Marke auf? um das im zweiten Teil zu beantworten Schau die Texte. Das glauben immer noch viele über Copywriting. Das sind nicht einfach nur Werbetexte, die am Ende gut klingen, sondern du hast es ja vorhin schon mal ganz kurz angesprochen. Als wir damals zusammengearbeitet haben, war das nicht so, dass du sagst Simon, schreib mir Website-Texte, dann bekommst du ein paar Tage oder Wochen später die Texte und lädst die hoch. Sondern, das Aufbauen einer Marke ist genau das, was du vorhin angesprochen hast Das tiefe Schürfen, das.

Simon:

Was macht dich als Mensch aus, was bewegt dich auf positiver Seite, was vielleicht aber auch, was möchtest du unbedingt vermeiden in deiner Marke? und so weiter, was sind die Markenwerte, die du als Mensch vertrittst, und wie kannst du die in deine Online-Marke übersetzen? Was wünschst du dir für deine Zielgruppe? Wo steht die jetzt? Wie fühlt die sich? Was hat die für Probleme? Was für eine Lösung brauchen sie, die sie alleine, ohne dich nicht hinbekommen? Was ist das perfekte Endbild? wo stehen sie am Ende einer Zusammenarbeit mit deiner Marke? Das alles und noch viel mehr gehört dazu, um das Fundament einer starken Marke aufzubauen. Und dafür schaue ich mit meinen Kunden ganz bewusst tiefschürfend hinter den Mensch der Marke, denn dann und das ist, glaube ich, auch eine meiner Superpowers schaffe ich es, das, was ich fühle bei den Menschen, anschließend in authentische und überzeugende Texte zu übersetzen. Aber die Texte sind nur die Kirsche auf der Sahne am Schluss. Die sind das messbare Ergebnis. Aber die Substanz, die Geschichte des Menschen, alles, was er mitbringt, alles, was ihn besonders mag, das ist die Butter und Brot, sozusagen Butter und Brot-Effekt.

Heidi:

Ja, das ist das Wichtige. Es heißt Vaterunser. Unser tägliches Brot gibt uns heute nicht mehr.

Simon:

Ja, siehst du, dann habe ich es ja getroffen.

Heidi:

Ich komme halt mit lauter altem Zeug daher, aber es passt, die Leute früher waren ja auch nicht blöd.

Simon:

Es gibt viele Weisheiten von damals, die einfach immer noch treffen, weil sie von schlauen Menschen kamen, die schon vor uns gelebt haben.

Heidi:

Und unter wilderen Bedingungen sich durchgewurstelt haben.

Simon:

Definitiv.

Heidi:

Mein Guter, ich könnte ewig mit dir reden. Die Idee von einem Klartext-Podcast ist, dass man sich auf das Wesentliche konzentriert. Ich glaube, ich traue mich behaupten, die Zuhörerinnen und Zuhörer haben jetzt schon sehr viel mitgenommen. Sag uns jetzt doch mal, wie kann man mit dir in Kontakt bleiben, wenn man sagt, der Schreiber, der inspiriert mich. Ich brauche zwar keine Webseite, aber ich will irgendwie wissen, was der macht? Wie kann man mit dir in Kontakt bleiben?

Simon:

Einfach über LinkedIn direkt Simon Schreiber eingeben, einfach schreiben oder wenn man noch tiefer gucken will, dann auf der Webseite wwwschreiber-texterde.

Heidi:

Kann ich von Herzen empfehlen. Ich sage vielen lieben Dank für deine Zeit, für deine Offenheit und wünsche dir noch viele inspirierende und erhellende Momente, lieber Simon.

Simon:

Danke, das weiß ich zu schätzen, Heidi, und vielleicht gucken wir uns beim nächsten Mal einfach mal in einer Podcast-Session live in die Augen. Ich wäre dabei.

Heidi:

Du musst aber nach Dormien kommen.

Simon:

Ah ja, ich bin leidenschaftlicher Autofahrer, Okay das nehme ich gerne an, danke dir.

Heidi:

Das war, wie Worte wirken, der Podcast für effiziente und effektive Kommunikation, eine Koproduktion von Helga Boss und Heidi Winsauer. Wenn dir gefallen hat, was du hier gehört hast, dann freuen wir uns über dein Like oder eine persönliche Empfehlung, und wenn du selbst Lust hast, hier mal Gast zu sein, dann melde dich bitte bei uns. Unsere Kontaktdaten findest du auf der Webseite. Bis zur nächsten Folge wünschen wir dir schöne Begegnungen, gute Gespräche und eine feine Zeit.

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