Wie KI Worte wirken
In diesem Podcast sprechen Menschen aus unterschiedlichen Berufen darüber, wie KI unsere Sprache, unsere Kommunikation und unser Denken verändert. Wir teilen Erfahrungen aus dem Alltag und der Arbeitswelt, hinterfragen kritisch und zeigen, wo KI uns unterstützt – und wo wir Mensch bleiben dürfen. Du bekommst praktische Tipps, Inspiration und Denkanstöße für deine eigene Kommunikation im Zeitalter der KI.
Der Podcast ist eine Co-Produktion von
Helga Boss https://www.helgaboss.com/ und
Heidi Winsauer https://www.sprechenundbegeistern.at/
Wie KI Worte wirken
Folge 106 mit Marko Kalabota, Empolo, AI Tech Solutions
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
KI als Werkzeug: Zwischen Kreativität, Marketing und künstlicher Intimität
Marko Kalabota ist Gründer von EMPOLO, AI-Tech-Unternehmer und Experte für Online-Marketing. Im Gespräch mit Helga Boss geht es um die Frage, wie künstliche Intelligenz unsere Sprache, unsere Kreativität und sogar unsere zwischenmenschlichen Beziehungen verändert.
Dabei wird schnell klar: KI kann uns enorm unterstützen – sie darf uns das Denken aber nicht vollständig abnehmen.
Das erwartet dich in dieser Episode
- Wenn KI unsere Sprache verändert:
Marko bezeichnet sich selbst als KI-Heavy-User und spricht offen darüber, welche Fähigkeiten verloren gehen können, wenn wir Texte und kreative Aufgaben zu früh vollständig an KI-Systeme abgeben. - Warum plötzlich alles gleich aussieht:
KI macht die Erstellung von Designs einfacher. Wer jedoch blind auf Standardergebnisse vertraut, verschwindet schnell in der Masse. „Wir wollen in diesem Wald der gelbe Regenmantel sein, der hervorsticht.“
- Wird KI Designer:innen ersetzen?
Technische Routinearbeiten verändern sich oder fallen weg. Umso wichtiger werden Konzept, Erfahrung, Kreativität und ein solides Verständnis für Gestaltung. Die KI liefert Ideen – den entscheidenden Feinschliff bringt weiterhin der Mensch. - Warum Unternehmen trotz KI Geld im Marketing verbrennen:
Marko berichtet von seinen Einblicken bei Meta und erklärt, weshalb auch große Unternehmen an den Grundlagen scheitern: langsame Websites, fehlendes Tracking und Kampagnen ohne klares Ziel. KI kann vieles beschleunigen – ein schlechtes Fundament kann sie jedoch nicht retten. - Künstliche Intimität und der KI-Ja-Sager:
Was passiert, wenn ein Chatbot uns täglich zuhört, uns bestätigt und immer besser kennenlernt? Helga und Marko diskutieren über emotionale Bindung an KI, Einsamkeit, Filterblasen und die Gefahr, dass echte Kritik und menschliche Begegnungen zunehmend fehlen.
Marko Kalabota und EMPOLO
Mehr über Marko, seine Arbeit im Bereich KI, Growth Marketing und digitale Lösungen findest du hier:
Im Gespräch erwähnte Tools und Ressourcen
- Google Lighthouse – zur Analyse der technischen Qualität und Performance einer Website.
- OpenAI Codex – KI-Unterstützung für Programmierung und technische Aufgaben.
- Claude Code – KI-gestütztes Arbeiten mit Code und digitalen Projekten.
- Suno – ein KI-Tool zur Erstellung von Musik und Songs.
- Informationen der Europäischen Kommission zum EU AI Act
Deine Meinung ist gefragt
Wo unterstützt dich KI bereits – und welche Aufgaben möchtest du ganz bewusst weiterhin selbst übernehmen?
Abonniere „Wie Worte wirken“, damit du keine neue Episode verpasst. Wenn dir das Gespräch gefallen hat, freue ich mich über deine Bewertung und darüber, wenn du die Episode mit Menschen teilst, für die KI mehr sein soll als nur der nächste große Hype.
KI, Kreativität und künstliche Intimität im Marketing But limit to 6 words max. This is 6 words. Yes.
SPEAKER_01Wie KI-Worte wirken. Das ist ein Podcast für effiziente Arbeit und moderne Kommunikation im Zeitalter der künstlichen Intelligenz.
SPEAKER_02Heute am Mikrofon Helga Boss und mein Gast heute ist der Marco Carla Botha. Marco, du bist AI Tech Company CEO und kommst aus dem Online-Marketing. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich, dass du da bist. Hallo Marco.
SPEAKER_00Hi Helga, danke für die Einladung und für die Ankündigung.
KI als Heavy User
SPEAKER_02Unsere erste Frage ist immer, wie wirken KI-Worte? Wie haben sich deine Worte, dein Leben durch die KI verändert?
SPEAKER_00Ich würde mich selber als Heavy User bezeichnen und merke schon, dass es zum Teil auch negative Einflüsse auf mich hat. Beispielsweise habe ich das Gefühl, dass meine Sprache ein bisschen verkümmert ist, weil ich die erste Zeit wirklich alles blind abgegeben habe an die KI und einfach dann irgendwann die Zeit gekommen, ich schreibe mal eine freie E-Mail oder schreibe mal einen freien Text und tatsächlich da Defizite mittlerweile habe. Das finde ich auch, dass es ein bisschen eine Gefahr in dem Ganzen ist, dass man einfach zu viel Verantwortung abgibt. And vor allem in der kreativen Arbeit, in der ich eigentlich drin bin. Also ich bin unter anderem nicht nur AI-Tech-Guy, sondern mache auch sehr, sehr viel Creative, sehr, sehr viel creative Arbeit und merke einfach, dass man mit der Zeit, wenn man sie zu viel benutzt, verlernt zu denken.
Warum alles gleich aussieht
SPEAKER_02Und das ist eh gleich ein volles spannende Thema, weil das, was ja gerade im Creative Bereich sitzt, ist, dass alles gleich wird. The Automodelle schauen gleich aus. Oder Plakate, ein ganz heißes Thema. Momentan alle vereint sommerfest Plakate gleich, KI-generiert aus. Also ist das ein Trend, den du generell in der Kreativwirtschaft siehst?
SPEAKER_00Ich bin schon länger dabei und bin auch dabei, also mache das Ganze mehr oder weniger mit dem Release damals von Facebook, beziehungsweise was in Europa gehypt ist, und habe die ganze Entwicklung mitbekommen. Und die Leute sagen, ja, es ist jetzt gerade, es sieht alles gleich aus, aber wenn ihr mir überlegt, damals in Zeiten, wo beispielsweise Fiverr bei uns populär geworden ist, sah auf einmal auch jedes Logo wie Fiverr aus. Oder wo Canva rausgekommen ist, hat auf einmal auch jeder Canva-like-Templates. Und jetzt haben wir die KI und die Leute mahnen sich natürlich immer einfach Lotistik der Natur des Menschen, dass er einfach den effizienteren Weg sucht und wenn wir an Paretto denken, Paretto-Effizienz, ist das eigentlich der richtige Weg. Aber klar sehen die Creatives alle mittlerweile gleich aus, oder? Und aus Marketing-Sicht, mit der Marketingbrille, ist es natürlich so, dass ein Creative eine gewisse Aufgabe erfüllen soll und zwar dann den Blick festhalten soll, die Aufmerksamkeit festhalten soll. Und das Ding ist, es ist zwar einfach, mit KI jetzt Visuals zu generieren, aber wenn man das einfach blind abgibt und selber nicht mal das Gehirn anstrengt, dann ist man halt irgendeinem Baum in diesem Wald. Und das wollen wir nicht sein. Wir wollen in diesem Wald eigentlich der gelbe Regenmantel sein, der da hervorsticht. Und da sollte der Mensch eigentlich wieder die Verantwortung zurücknehmen und KI als das nutzen, was es ist, nämlich ein Werkzeug wie ein Hammer oder eine Boumaschine.
SPEAKER_02Also wir brauchen weiterhin die Grafikerinnen und Grafiker, um diese gelben Regenmänkel im Wald voller Bäume zu kriegen.
Designer bleiben wichtig
SPEAKER_00Der klassische, bleiben wir beim Thema Designer und Grafiker, der klassische Designer, der klassische Grafiker, den braucht es auf jeden Fall noch. Nur das, was er früher gemacht hat, ändert sich heutzutage definitiv. Wir haben eine neue Technologie da, die bringt massiv Vorteile. Stell dir mal vor, 1800 schießt mich tot, das erste Automobil kommt raus und es wird ein Rennen veranstaltet und ich komme mit einem Pferd und du kommst mit einem Auto. Das heißt, du wirst gegen mich früher oder später gewinnen. Der das Auto genug Pferdestärken hat. Und so ist heute auch, ich meine, wenn sich jemand weigert, KI zu nutzen, dann wird einfach dieses Rennen verlieren auf Dauer, oder? Und jetzt die Frage nochmal, wird es denn Beruf oder brauchst den Designer noch? Ja, aber nicht mehr in seiner ursprünglichen Form. Du brauchst jemanden, der Design versteht, jemanden, der weiß, wie Komposition funktioniert, jemanden, der weiß, was im Online-Marketing wirklich ist, CTA, Signalfarben. Aber du brauchst wirklich nicht mehr im Photoshop manuell Bilder auszumneiden, Größen zum Verändern. Aber der Designer braucht es für das Konzept, für die Idee, für den Feinschlift, für die Entwicklung. Die KI kann Ideen liefern, aber die Umsetzung muss immer noch damit spannend.
SPEAKER_02Okay. Und
KI im Meta Marketing
SPEAKER_02du warst ja dann direkt bei Meta und hast da dich intensiv mit Online-Werbung und Marketing beschäftigt. Kann ich das jetzt auch schon einfacher mit der KI machen? Ich finde, das ist ja immer so eine eigene Wissenschaft, wie dieses Online-Marketing funktioniert. Und ich habe ja schon sehr viel Geld den Bach runterlaufen sehen, weil irgendjemand willkürlich Werbung geschalten hat auf Facebook, Insta oder anderen Plattformen. Also das muss man schon richtig beherrschen, damit das funktioniert. Und kann das die KI jetzt für mich machen zum Beispiel?
SPEAKER_00Gute Frage, wo fängt der Spaß an, wo heute auf, mehr oder weniger? Bei Meta war eine gute Möglichkeit für mich, da mal reinzuschauen, habe sie direkt genutzt. Mein Ziel war keine Karriere bei Meta, sondern einfach hinter den Kelissen zu gucken, die Schulungen dort mitzumachen. Vor allem, das war 2024, da kam dieser KI-Hype, ChatGPT wurde immer populärer oder kommerzieller. Und natürlich Meta mit ihren eigenen Modellen und da war KI bei Meta im Kampagnenmanagement auch ein Riesenthema. Das Credo hieß, also A ⁇ , Advantage Plus, übergib alles an A ⁇ . Und mittlerweile A Plus greift ihr auf mehreren Ebenen. Nicht nur in der Zielgruppensegmentierung, sondern auch in der Content-Erstellung, Content Verfeinerung, Caption-Estellung, etc. etc. etc. Da auch wieder die Ansage, nutze es, aber vertrau nicht Blender.
Basics statt Geld verbrennen
SPEAKER_00Genau, Geld verbrennen. Da habe ich die Möglichkeit gehabt, in viele Konten reinzuschauen. Richtig große, große Unternehmen in Deutschland im Dachraum, beispielsweise ein riesengroßer Fußballverein, ganz, ganzen großer Fußballreihen aus Süddeutschland, sagen wir mal so. Und da hat man natürlich schon gesehen, wie die Geld verbraten. Da gab es tatsächlich kein Konzept dahinter. Da wurde einfach Aufmerksamkeits- oder Awareness-Kampagnen wurden geschaltet, obwohl es ein Shop war, da wurden viele Basics eigentlich nicht befolgt, das Tracking war nicht sauber. Und da sind wir bei einem Thema. Die meisten beherrschen einfach nicht die Basics, oder? Die wollen immer diese Magic-Tricks und dieses Growth Fracking und irgendwelche Stellschrauben ziehen. Aber das ganze Fundament ist für den Arsch, wenn wir ehrlich sind, oder? Das heißt, es fängt an bei der Webseite, Performance vor der Webseite, die lade zu langsam. Was passiert, wenn eine Webseite zu langsam ladet, du verbrennst Geld? Jemand klickt auf die Anzeige, wird weitergeleitet, Frust zurück, oder? Zwei Faktoren. Du zahlst Geld und der User ist frustriert, oder? Erstmal die Performance vor der Webseite aufbauen. Und das andere ist Tracking. Die meisten Leute tracken gar nicht. Und ohne Tracking schaltest du Werbung einfach blind. Und viele Accounts, viele große Unternehmen, wie gesagt, Industrieunternehmen, Milliardenunternehmen, die halt das Ding an irgendwelche fancy Agenturen abgeben, würde ich mal sagen. Und 10.000 Euro die Woche mal mit einer mit einem Ad Set verbraten und irgendwie kein Ergebnis rausbekommen. Weil die Basics nicht verfolgt werden.
SPEAKER_02Okay, ich lerne, die Website muss funktionieren, die Basics, die Hausübungen zu machen, oder? Und dann die Datenpunkte zu kennen, die einem wichtig sind.
SPEAKER_00Ja, definitiv.
SPEAKER_02Wenn jetzt meine Ladezeiten zu langsam sind, sagt mir das die KI von Meta oder ist der das wurscht.
SPEAKER_00Es gibt von Google jede Menge Gratis-Tools, die super sind, Lighthouse beispielsweise. Lighthouse, man googelt Lighthouse und nutzt es, man hat eine Chrome-Eweiterung, kann das als Chrome-Erweiterung nutzen. Oder rechter Mausklick im Chrome untersuchen Lighthouse und kann sich eine Page-Analyse machen lassen und sieht man eigentlich mit drei einfachen Werten, wie gut meine Seite performt. Und es sollte einfach im grünen Bereich sein, oder? Zumindest die einzelnen Landing-Pages, die beworben werden. Aber da sind wir über deinem ganzen Tool-Thema, oder? Kann mir KI da helfen, oder? Brauche ich die alten Tools noch? Die alten Tools rüsten ja alle auf mit KI. KI ist ja dieses Magic Marketing Money Cash Keyword. Ich brauche nicht alle KI-Tools der Welt, ich muss mir auch nicht alle KI-Tools der Welt aneignen. Ich persönlich habe meine fünf Tools mehr oder weniger und die Frage, ob das KI übernehmen kann, ja, definitiv. Also SEO-Analysen haben früher bei einer mittelgroßen Webseite zwei, drei, vier Tage in Anspruch genommen mit einer großen Keyword-Analyse, Long-Term, Short, Short-Term-Keywords, Performance, die ganze Struktur on-Page, Off-Page. Es war ein Riesenaufwand und wenn man halt beispielsweise Codex oder Cloud Code nutzt und das Ganze richtig für sich Einstellung feinjustiert, übernimmt es diesen Job innerhalb von einer Minute, wenn ich eine halbe Stunde je nach größere Website.
SPEAKER_02Ich fürchte aber da reicht es nicht, wenn ich sage, hey KI, mach mir mal einen SEO-Check. Also ich brauche deinen Background-Wissen, das richtig einzugeben, was ich alles haben möchte.
SPEAKER_00Ganz genau. Da sind wir beim Thema mit dem Designer wieder, oder? Ich kann ja sagen, mach mir ein cooles Design. Was ist ein cooles Design? Mach mir eine SEO-Analyse. Was bedeutet eine SEO-Analyse? Das heißt, auch wenn ich einen Song machen will, beispielsweise mit einer KI, wie Suno, wird der, der Musik versteht, der ein Instrument gespielt hat, der Songs geschrieben hat, wird immer den besseren Sound machen als jemand, der das davor noch nie gemacht hat. And wie gesagt, die KI ist ein Werkzeug, KI ist ein Auto, KI ist die Bohrmaschine, KI is the Hammer. And when du bist einen Hammer zu benutzen, dann wirst du auf den Daumen klopfen. And genau so ist es mit der KI eigentlich auch.
SPEAKER_02Das heißt, wir kommen nicht drum herum, die Basics von online marketing or generell von Marketing zu lernen, wenn wir Marketing machen wollen anders with the KI besser performen, weil wir wissen, was wir eingeben müssen.
Juniors und Mentoring
SPEAKER_02This is extrem challenging. I mean, we two come in a generation in which we this gemacht had. Was passiert with our jungen? Also, studieren die this not or sagan, no, I mach this mit der KI. And then is it momentan the discussion that these junior jobs herausfallen aus den Agenturen, oder? This in Grafikdesign vielleicht, hey, machen wir fünf Sujets aus dieser Grafik. Wie gehen wir damit um? Wann lernen wir denn die Basics, wenn wir ganz viele Basics an die KI abgeben?
SPEAKER_00Normal das Thema Vertrauen, zu viel Vertrauen in die KI, dass man hat, man gibt zu viel Vertrauen oder halt zu viel Arbeit, zu viel Aufgaben an die KI ab, ist okay, die macht einen guten Job, die KI, oder? Aber der Experte, der haut noch seine Note rein, der haut noch sein Wissen sein, in eine Erfahrung rein, oder? Was können die Jungen davon lernen? Die Jungen brauchen auf jeden Fall weiterhin gute Mentoren, die in dem Weg zeigen, auf die Finger klopfen und wirklich auch mal streng mit den Jungen sind und sagt, hey, lass mal die scheiß KI weg und schalt mal deinen Kopf selber ein, oder? Dass die Unternehmen aktiv da auch sagen, hey, nutzt KI, aber hier ist eine Leitplanke, da ist eine Leitplanke und nur da drin. Und dass man den Leuten aber wirklich auch dieses Mindset, diese Iden, also nicht die Identität, dieses Mindset auch mitgibt, vertrau nicht blend, nutze es als Werkzeug und nicht mehr.
Künstliche Intimität erklärt
SPEAKER_02Und da sind wir beim nächsten Thema. Ich habe letztens einen Vortrag von dir gehört und da hast du über künstliche Intimität gesprochen. Also schon wieder ein neuer Ausdruck in unserem Leben. Was ist das? Auf was müssen wir da achten oder was passiert denn da, dass wir von künstlicher Intimität sprechen?
SPEAKER_00Künstliche Intimität gibt es ja die lustigen Storys, da ist Asien, eine Frau arbeitet, ihren KI-Avatar. Wobei Japan bereits die ersten Gesetze in Ausarbeitung. In Ausarbeitung hat, damit solche Hochzeiten Heiratsdinge verboten werden.
SPEAKER_02Also die Erbannerin. Chinesen haben ihren KI-Avatar geheiratet, oder wie? Okay, das heißt mein Handy oder.
SPEAKER_00Im Endeffekt dein KI-Modell, mit dem du jeden Tag in Kontakt bist. Man denkt immer, okay, Asien, die sind sowieso verrückt mit ihren Sexpuppen und schießt mich tot, aber das passiert ja auch hier in die Ecke, beispielsweise hier am Bodensee in Baden-Württemberg gab es eben auch einen Kollegen, würde ich mal sagen, einen Mann, der sich ebenfalls in seinem Chatbot verliebt hat. Das ist die Frage, woher kommt diese künstliche Intimität, oder?
SPEAKER_02Vor allem eigentlich ist ja die KI eine Wahrscheinlichkeitsrechnung und nicht ein emotionales, fühlendes Wesen. Das heißt, was passiert da, dass ich Bindung aufbaue zur KI? Also das wird jetzt ein spannendes Forschungsfeld vermute oder eine ethische Diskussion.
SPEAKER_00Genau. KI macht ja nichts anderes als zu simulieren. Das ist ja keine echte Intelligenz. Wie wurde gesagt, das ist eine Mathematik, oder? Ich bin kein Mathematiker, aber künstliche Intelligenz simuliert Sprache, künstliche Intelligenz simuliert aber auch menschliches Verhalten. Und dazu gehört natürlich auch Gespräche, oder? Wenn ich einen super Gesprächspartner habe, der mir zuredet, der mir zuhört, eine KI lernt mich ja mit der Zeit kennen, das weißt du ja. Und je besser sie mich kennenlernt, desto näher ist sie an mir, oder? Ich meine, ich würde behaupten, jeder, der mit ChatGPT täglich interagiert, dass ChatGPT jemanden besser kennt als sein bester Freund beispielsweise, oder? Und somit wird eben diese Intimität aufgebaut. Stell dir vor, ich und du quatschen jeden Tag und die Gespräche werden immer Persönlichkeit. Das bringt uns beide auch näher zusammen. Und genauso funktioniert es jetzt auch mit der Technologie, denke
Ja Sager und Filterblasen
SPEAKER_00ich mal.
SPEAKER_02Naja, wenn wir jetzt jeden Tag quatschen, dann bin ich zumindest aber ab und zu einmal kritisch und keine endlose Ja-Sagerin, oder? Und das ist ja ein bisschen die Gefahr, dass die KI ja dann immer Sachen sagt, die wir gerne hören, weil sie da auch programmiert ist und auch für Ja-Sagen belohnt wird in ihrer Entwicklung. Das heißt, meine Welt wird ja dann auch sehr klein, wenn mir niemand mehr kritisiert, wenn ich tagtäglich eigentlich nur mehr mit der KI kommuniziere.
SPEAKER_00Klar, da fällt Wachstum der Räumendeffekt. Ein guter Freund, ein guter Chef, ein guter Vorgesetzter, der gibt ja die Kritik natürlich und die Kritik hilft ja zum Wachsen, oder? Ich meine, die Frage ist, wieso ist die KI überhaupt so ein Ja-Sager, oder? Die Frage ist, wieso sehe ich auf TikTok immer Videos, die mir gefallen und die in mein Weltbild passen? Die Frage ist, wieso habe ich auf Instagram Vorschläge von Menschen, mit die ich eventuell kenne oder die zum gleichen Umfeld kommen wie ich? Die haben alle das Ziel, deine Verweildauer, deine Aufmerksamkeit zu bündeln und zu binden. Wenn ich mich bei ChatGPT wohler fühle und wohlfühle, dann werde ich vermutlich bei ChatGTP bleiben, anstatt eben zu Gemini oder zu Cloud zu wechseln.
SPEAKER_02Also das, was die sozialen Medien mit uns machen, wo wir ja mittlerweile schon wissen, mit Belohnungssystemen und Dopamin, dass wir dann halt auf diesen Plattformen bleiben, das passiert uns jetzt eigentlich mit der KI gleich nur mal.
SPEAKER_00Die KI ist ein super Helfer, ist ein super Freund, der will dir helfen, der will dich unterstützen. Der will im Grunde. Es ist die Aufgabe, dir zu helfen, etwas Gutes zu tun, oder? Aber er kann selber, also eine KI kann dir selbst keine menschlichen Entscheidungen treffen.
Einsamkeit und Gehirn
SPEAKER_02Ich habe mal die Hypothese aufgestellt: je mehr wir digitalisieren und KI als Werkzeug nutzen, umso mehr steigt unsere Sehnsucht nach menschlicher Interaktion, Live-Erlebnis, echtem Erlebnis, Spiegelneuronen. Diese künstliche Intimität haut jetzt meine Hypothese voll runter, weil ich habe da auch schon mal nachgelesen, dass Menschen dann am Abend lieber mit ihrem KI-Avatar reden als mit ihren Freunden. Das heißt, wir haben ja dann auch wieder nochmal die nächste Stufe der Einsamkeit erreicht. Und auf der anderen Seite, wenn ihr an unsere Altersheime denke, ist es vielleicht ganz cool, wenn Menschen, die einsam sind, zumindest eine KI zum Reden haben.
SPEAKER_00Wie reagiert das Gehirn überhaupt auf solche Konversationen? Ich glaube, in ein Gehirn, also meine Vermutung ohne irgendwie das Faktwissen, denke ich, dass das Gehirn an und für sich selber gar nicht unterscheiden kann, ob jetzt dieses Signal, was es erhält und die Emotion, die es auslöst, ob das jetzt von einem Menschen kommt oder von einer Maschine kommt. Klar gibt es Menschen, die reflektierter sind und sagen, hey, das ist nur eine Maschine und die bewusst damit umgehen und das auch so nutzen, was es ist, nämlich nur ein Werkzeug und das zur Seite legen, oder? Aber die Gefahr ist da, weil eben ein Gespräch mit dir oder ein Gespräch mit ChatGPT im Gehirn vermutlich dieselben Systeme oder Areale auslöst, oder? And so entsteht Bindung, oder?
SPEAKER_02So entsteht Bindung und die nächste Gefahr ist, dass jemand dann aber auch wieder die KI irgendwie beeinflusst mit Gedankengut, dass man dann halt quasi über KI-Systeme in die Menschheit bringt. Da werden wir dann bei Terminator schon fast, oder?
SPEAKER_00Boah, ich glaube nicht mal, dass es von außen jemand die Gefahr ist, sondern dass man selber die Gefahr ist. Wir werden ja gefüttert. Unser Gehirn ist ja nicht auf eigentlich nicht gemacht, so viel Information zu bekommen, wie wir es jetzt bekommen, oder? Dann gibt es immer in meinem Vortrag, da habe ich mir das Beispiel mit einem Neandertaler. Wir wachen morgens auf, Instagram, Newsportal, E-Mail, WhatsApp-Nachrichten, das sind 20 Minuten, eine halbe Stunde. Und wir haben so viel Informationen in unser Gehirn getankt wie in Neandertaler in einem ganzen Jahr. Das Ganze mal sinnbildlich, oder? Und das Problem ist ja nicht irgendwie dieser Bösewicht, dieser Schurke, der von außerhalb einer KI hackt und sie infiltriert, kann passieren. Aber das Problem sind wir selbst. Denn wir haben die Information, die wir bekommen, anders hier drin, weil es sind immer noch Algorithmen, wie vorhin schon erwähnt, die unsere Aufmerksamkeit wollen und mehr oder weniger alles dafür tun werden, dass wir so lange wie möglich da drauf rein.
Ethik und EU AI Act
SPEAKER_02Gibt es da schon Ansätze, wie wir ethisch mit dieser Thematik umgehen?
SPEAKER_00The UAI-Act finde ich mal ganz gut. Mal schauen, wo sich das Ganze entwickelt, dass man zumindest mal kennzeichnet, also in den sozialen Medien, dass eine Kennzeichnungspflicht herrscht. Und wenn ich es jetzt bei Älteren beobachte, wie meiner Mama, Stiefvater, Onkel, wie auch immer, die sehen keinen Unterschied mehr. Ich selbst tue mir schwer, einen Unterschied festzustellen, ob das Video echt ist. Das war ja bei Corona, haben wir es gemerkt. Das ist einfach nur dieser blinde Glaube. Wie gesagt, man ist diesen Bubble, bekommt eine Nachricht und wird immer wieder bestätigt, dass der Scheiß, den man eigentlich vorgesetzt bekommt, wahr ist, Alter.
SPEAKER_02Okay.
Outro und Kontakt
SPEAKER_02Wenn unsere Zuhörerinnen und Zuhörer mehr von dir sehen und hören wollen oder ihre Marketingkampagne mit dir besprechen wollen oder dich für einen Vortrag buchen, wo findet man dich? Mpolo.at.at, das werden wir natürlich verknüpfen. Und vielen Dank für deine Zeit und den Input und vielleicht bis zum nächsten Mal.
SPEAKER_00Danke, Helga.
SPEAKER_01Wie KI-Worte wirken. Der Podcast für effiziente Arbeit und moderne Kommunikation im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Als Gastgeberinnen sind Helga Boss und Heidi Winsauer verantwortlich. Weitere Informationen findest du auf unserer Webseite kIwarte.com.