Wanderwach & Kaffee
Wanderwach & Kaffee erzählt Stories von unterwegs auf den langen Strecken! Mareike spricht mit unterschiedlichen Gästen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse: Warum macht man „so was“? Was erlebt man unterwegs? Was macht das mit einem? Wie geht das Leben danach weiter? Der Podcast soll inspirieren, Mut machen, zum Nachdenken anregen und auch die Story hinter der Story erzählen. Folgt Wanderwach & Kaffee auch auf Instagram @wanderwach_kaffee_podcast Dort könnt ihr euch auch gern melden, wenn ihr selbst Lust habt, von den eigenen langen Wegen zu erzählen.
Wanderwach & Kaffee
Short'n'Dirty: Cape to Cape Track in Western Australia mit Björn Dziambor
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„Wanderwach & Kaffee“ gibt es auch Short'n'Dirty: Das sind kurze entweder direkt von einem Trail oder Infos aus der Community über einen interessanten Trail.
... und das ist auch das Besondere! Lasst euch mitnehmen auf Trails, die man auch mal gut in einem Urlaub machen kann, in einer kleinen Auszeit vom Alltag.
Heute nimmt uns Björn mit nach Western Australia, wo er den 136-km-langen Cape to Cape Track gegangen ist. Sehr authentisch und begeisternd erzählt er
🏕️ durch welche Landschaft der Weg führt
🏕️ warum der Weg wunderschön
🏕️ … aber auch brutal anstrengend ist
🏕️ wie er mit den Schlangenbegegnungen umgegangen ist
🏕️ Tipps für den Weg.
Viel Spaß beim Hören und sich inspirieren lassen.
Eure Mareike
Björn kann man auf Instagram folgen
Läppie, das wiederverwendbare Pinkeltuch: mit dem Code „WANDERWACH10“ gibt es 10% Rabatt
Nochmal Episoden nachhören, in denen ich bereits mit Björn gesprochen habe?
Bitte schön:
Wandern mit Zelt auf dem Camino
Björns & Annikas Thru-hike auf dem Pacific Crest Trail
Björn übers Wandern in Norwegen
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Übrigens kann man mein Buch über den Pacific Crest Trail "Wildnis, ich komme!" über ...
Hier kommt wieder eine neue Short- und Dirty Ausgabe. Das sind kurze Nachrichten, entweder direkt von einem Trail oder Infos aus der Community über eine interessante Mehrtageswanderung. Ja, und heute nimmt uns Björn aus Kiel mit nach Westaustralien auf den Cape to Cape Track. Ich glaube, die meisten dürften Björn entweder von diversen Folgen aus dem Podcast kennen, oder aber auch als Mitgründer von Leppy dem Pinkeltuch oder seit kurzem auch als Autor des Buches Sieben Millionen Schritte, in dem er von seinen Erlebnissen auf dem Pacific Crest Trail berichtet. Ich verlinke euch wie immer alles auch in den Shownotes. Okay, ich gebe zu, das ist mal eine relativ lange Folge geworden, die eigentlich ihrem Show-Dirty-Format gar nicht so richtig gerecht wird, aber ich verspreche euch, es lohnt sich. Björn erzählt total authentisch und interessant, direkt vom Trail. Man hört ihn unterwegs Wasserfiltern und man hört auch immer wieder die Wellen im Hintergrund rauschen. Ach, so schön. Okay, ich höre jetzt auf zu quatschen und wünsche euch viel Spaß beim Hören und sage Hallo Björn.
SPEAKER_02Björn hier aus Kiel. Ich befindet mich gerade in West Australien. Genauer gesagt in der Margaret River Region. Ich bin gerade am Cape Lewin gestartet und befindet mich jetzt auf dem Cape to Cape Track nach Süden toch Cape Augusta. Und have jetzt so 140 km for me. Nochmal zu mir, wer mich noch nicht kennt, der muss einfach andere Wanderwach-Episoden von Mareike anhören. Vielleicht kann Mareike ja nochmal ergänzen welche episoden das waren. Das hatten wir Jakobswilk im Zelt. Wir hatten dann im Norwegen Pacific Crest Trail, wir hatten den GR20 auf Korsica und ich glaube das war's. Das reicht ja auch.
SPEAKER_00Genau, danke, dass du das nochmal so schön aufgezählt hast. Aber hey, du kannst ja eigentlich nicht oft genug Gast sein mit deinen immer wirklich spannenden Storys.
SPEAKER_02Genau, ich habe jetzt so, ich mache gerade Urlaub in Australien und habe mir vorgenommen, auch ein bisschen zu wandern. Und da wurde mir der Cape to Cape Track nahegelegt. Und gestern habe ich dann das Auto von Freunden bekommen, bin nach Süden gefahren, drei Stunden und finde es schon total überwältigend, wie anders es sofort ist. Also ich bin im sehr warm Perth los. Wir hatten gerade eine Heatwave von fast 38 Grad Celsius und es ist sehr trocken, es sind sehr große Gumtrees in Perth, also Eukalyptusbäume und es ist eine sehr starke trockene Hitze. Und dann fährt man drei Stunden hier runter in die Margaret River Region, die ja eine sehr, sehr, ich würde sogar sagen, weltbekannte Weinanbauregion ist, wo eher ein mediterranes Klima vorherrscht. Und plötzlich bin ich, ja ich hatte einen Temperaturdrop von 16 Grad, plötzlich waren es abends 22 Grad. Ich musste mir meinen Pulli anziehen, mein Hoodie und bin erst mal mit Klamotten in den Schlafsack. Ich habe jetzt hier nur Sachen zum Cowboy Campen dabei. Ich hoffe, dass es nicht regnet, denn kurze Zeit war auch für Margaret River heute ein bisschen Regen angesagt. Es ist ein ganz anderes Klima hier. Und dementsprechend sind hier auch ganz andere Pflanzen. Es ist ein kleines Buschwerk, es sind viel grünere Pflanzen. Man sieht einfach, dass es hier viel, viel mehr regnet. Man sagt, dieser Trail soll im Frühjahr, also Oktober, November am schönsten sein, weil dann hier alles blüht. Und das kann ich mir sehr gut vorstellen bei der Pflanzenvielfalt. Aber ich bin guter Dünge, dass es trotzdem schön wird. Und es ist auch nicht so katastrophal heiß wie jetzt oben in Perth. Wir haben so 22 Grad, das ist ein super angenehmes Wanderwetter. Der indische Ozean, der tut sich hier gerade vor mir auf. Dem werde ich jetzt folgen, bis unten dann am Cape Augusta. Hoffentlich am Donnerstagabend, Freitagmorgen, der indische in den südlichen Ozean, in den Southern Ocean übergeht. Und dann setze ich mich morgens im Bus am Freitag, fahre wieder zu uns meinen Freunden in Market River und die dann fahre ich von da aus nach Perth zurück. Das ist der Plan. Wir werden mal sehen. Ich habe nicht viele Infos über das Wasser gefunden. Wasser ist ja immer so das Wichtigste. Wenn man länger wandert, weiß man ja immer, wie viel Essen man mitnehmen soll. Das ist nicht das Problem. Aber die Wasserversorgung, die ist so eine Sache. Es gibt hier wenig natürliche Wasserquellen. Es soll Regenwassertanks sehr oft geben. An den ganzen Parkplätzen sind Toiletten mit Wasserhähnen. Und dementsprechend bin ich eigentlich guter Dinge, dass ich hier dauerhaft versorgt bin. Ich trage im Moment sehr viel dabei vorsichtshalber. Gerade in Australien kann das sehr schnell passieren, dass man austrocknet. Sehr schnell austrocknet. Es ist zwar gerade mildes Wetter, aber naja, ich weiß ja auch nicht, wann ich das nächste Wasser kriege. Vielleicht kann ich demnächst reduzieren, dass ich nur noch so zweieinhalb Liter Wasser trage von Wasserquelle zu Wasserquelle. Im Moment sind es tatsächlich über 3 Liter. Das ist so das einzige Problem. Was ich noch spannend fand, alle Australier haben mir geraten, eine Snake Bite-Bandage mitzunehmen. Das habe ich dann auch gemacht, die habe ich mir noch gekauft. Ich hoffe, ich brauche sie nicht, dann habe ich ein schönes Souvenir. Das ist eine Bandage, die zeigt ganz genau an, wie stark man Druck aufgeben, ausüben soll auf die Bisswunde, damit sie auch richtig abgedrückt wird und das Gift möglichst langsam zirkuliert. Aus dem Grund, weil es hier tatsächlich sehr viele Giftschlangen gibt, habe ich mich auch dazu entschieden für die vier Tage mein Garmin zu aktivieren, falls ich einen Notfall habe. Ja und wenn ich hier so gehe, flattern hier in lauter Fäser. Australien ist ja das Land der Vögel, der Vogelfreunde. Es sind so viele verschiedene Vögel. Im Hintergrund hat man gerade vielleicht eine Krähe. Die ganz klingen immer wie Babys oder Katzen. Ah, da hinten sitzt die. Während sich hier... Oh, ist das schön. Wenn sich hier der Ozean vor mir auftüt. Also es lohnt sich jetzt schon. Ich wollte eigentlich einen Teil auf den Bibelmon Track gehen. Aber das ist nochmal nochmal was anderes hier. Ja, ich merde mich glaube ich heute Abend nochmal wieder. Wenn ich weiß, wie sich der Trail anfühlt, abfühlt. Ich habe wie gesagt jetzt vier Tage Zeit, um 130 bis 140 Kilometer abzudecken. Das heißt, ich habe einen ganz schönen sportlichen Schuh vor mir. Bin aber guter Dinge, dass es klappt. Genau bis denn. So, ich bin angekommen am Moses Rock Campground. Ich habe heute gar nicht 34 Kilometer ungefähr gemacht. Ich musste mich heute echt ein bisschen sputen, weil ich zu spät angefangen habe. Und es ist ein wunderschöner Zeitplatz hier. So kleine was auch immer für Büsche, die ein bisschen Schutz bieten, weil es selbstverständlich gerade regnet. In fucking Australien regnet es gerade. Und ich habe genau deshalb kein Zelt mitgenommen. Sondern nur wollte nur kaum mal kämpfen. Mal sehen. Und ja, ich vertrage mir jetzt die Zeit hier, weil ich Wasser filtern muss. Denn das Wasser ist hier so eine Sache. Wenn es nicht von oben kommt, gibt es keins. Und hier sind so auf den Zeltplätzen vier Zeltplätze, die Wasserauffangbehälter haben an den Plumsklo-Dachdächern. Fühlt sich so ein bisschen komisch an, direkt in dem Plumsklo Wasser zu zapfen, aber die Container sind ja getrennt. Und über der Erde, während das Plumsklo unter der Erde ist. Ja, und da muss man sich das Wasser rauszapfen und dann filtern oder chemisch behandeln oder abkochen. Das Problem ist, mein Wasserfilter, der hat auch die besten Zeiten hinter sich. Das dauert alles so ein bisschen. Aber ich kann so ein bisschen Revue passieren lassen, was heute so passiert ist. Also der Weg an sich, der ist echt abwechslungsreich. Ich denke immer so ein bisschen, ja, könnte auch mit dem Fisherman's Trail übereinstimmen, aber es ist schon ein Unterschied. Man ist schon sehr viel in der Wildnis. Man kommt auch mal, ich bin jetzt heute durch einen durch Jellin abgekommen, da konnte ich nochmal Wasser trinken und hatte auch was essen können zum Beispiel, aber hatte keinen, ich habe genug dabei. Und andauernd mal wieder einen Parkplatz an irgendeinem schönen Strand, wo man dann Leute sieht. Ansonsten ist es aber wirklich sehr remote. Ich habe jetzt hier auf dem Zeltplatz schlicht schon eine im Zelt. Und heute Mittag bin ich auf einem anderen Zeltplatz am Mount Duck irgendwas. Mount Duckworth heißt ja, genau, da gibt es auch, da habe ich mal das erste Mal so rangefühlt, wie viel Wasser so in den Zisternen ist. Aber es ist tatsächlich jetzt Ende der Saison immer noch genügend da und jetzt kommt bald die Regensaison. Also ich glaube, man kann sich hier recht gut auf die Wassertanks verlassen. Ja, und wie gesagt, der Weg ist abwechslungsreich. Man geht immer mal wieder so einen ganz kleinen, verwunschenen, verworrenen Single Trail. Dabei schön Angst vor Schlangen. Ich habe heute auch schon eine Schlange gesehen. Meine erste in Westaustralien tatsächlich, wo ich hier schon sehr, sehr oft war. Eine grüne, eine kleine, keine Ahnung. Weiß ich nicht. Und dann bin ich heute aber auch 10 Kilometer auf einem alten 4-Wheel-Track gelaufen, was dann so ein bisschen semi-spannend war, wo man dann einfach das mit dem Kopf ausmacht. Schon ein paar Kilometer am Strand. Davon soll es hier mehrere Abschnitte geben. Ich glaube der längste sind sieben Kilometer nur am Strand. Ich muss sagen, am Strand ist wirklich, also so schön die Strände sind, die sind traumhaft schön. So beschissen ist das Laufen. Das macht mir echt am wenigsten Spaß, aber irgendwas muss ja am wenigsten Spaß machen. Liegt aber auch daran, ich musste mich heute echt ein bisschen übereilen. Morgen habe ich mehr Zeit. Und da werde ich mit Sicherheit an den Stränden dann auch immer einmal ins Wasser springen, weil es wirklich schön warm ist. Und jetzt geht gerade die Sonne unter. Ich habe hier man halt eigentlich die ganze Zeit einen wunderschönen Ausblick auf den indischen Ozean, auf dieses türkise Wasser, die Wellenrauschen auch gerade. Und immer mal wieder jetzt zu den Abendstunden hängen hier Kängurus rum. Fühlt sich mal mal wieder beobachtet und sieht dann wie einem aus dem Busch die schwarz-braunen Gesichter angucken, einem hinterhergucken und dann vielleicht wegspringen. Ich hab auch die ersten Bankshiers hier gesehen am Trail. Das ist so die westaustralische, die westaustralische Pflanze, die gibt es nur hier. So eine wunderschöne Blüte haben die. Die sieht aus wie ein Tanzap, eine ziemlich dicker, großer, zylindrische Form in gelb und da gibt es unterschiedlichste Sorten natürlich. Und ja, die versorgen hier viele Tiere. Da gibt es dann Honeypossums, die da sich, die da, die Banxias sogar bestäuben. Also so ganz kleine Mäuse, ähnliche Viecher, die da drin rumkrabbeln. Ich habe leider noch keins live gesehen. Unfassbar süß und klitzeklein. Ich weiß nicht, ob es Beutelsorger sind. Und ich nehme auch an, dass die Honey-Eaters, die hier rumschwirren, dass die auch davon naschen. Das sind auch schöne Vögel. Also Vögel gibt es hier echt unfassbar viele wunderschöne Sorten. Davon kann man am meisten sehen. Ansonsten unfassbar viele Kängurus. Ja, und das war jetzt mein erster Tag. Ich fülle da jetzt meine Wasservorräte voll. Morgen habe ich schon die Hälfte durch. Morgen will ich bis zum Margaret River Mouth. Oder der die Weingebiete versorgende Fluss dann auf den Indischen Ozean trifft und da reinbündet. Das heißt, ich habe morgen, glaube ich, gar keinen Wasservorrat, auf den ich mich verlassen muss. Doch, aber der ist direkt an der Stadt dran und dann muss ich nicht filtern. Also so wie es aussieht, muss ich glaube ich nur noch einmal filtern, Gott sei Dank. Also das macht gar keinen Spaß. Ich habe jetzt anderthalb Liter geschafft. Ich muss auch erstmal den Filter wegflashen, weil der irgendwie restlos verdreckt war. Und ich glaube ich muss ihn gleich nochmal ausklopfen. Und dann darf der glaube ich hier in Australien auch in Rente gehen. Der war jetzt lange nicht in Betrieb. Ich glaube es ist Zeit für neuen. Wobei, ich hab den auf den Traildays gewonnen in Cascade Logs. So alt ist der noch gar nicht. Der hat erst 800 Kilometer auf dem Bockel. Also soll sich mal nicht so anstellen. Ja, soviel von mir. Ich melde mich morgen wieder, bevor ich ins Labern komme. Schönen guten Morgen, Tag 2. Auf dem wo bin ich nochmal? Cape to Cape Track, genau. Nicht in Portugal, in West Australien. Und ich musste eben nochmal drüber nachdenken, über die Ähnlichkeiten, aber auch die großen Unterschiede. Also ich sag mal so, wer den Fisherman's Trail in Portugal schön fand und etwas Isolierteres haben möchte, der sollte definitiv, wenn er oder sie sich mal in Westaustralien wiederfindet mit ein bisschen mehr Zeit, den Cape to Cape Track angucken. Weil es das gleiche ist, nur noch remoter, noch schöner, noch gigantischer. Ich stehe hier gerade vor riesigen Klippen, wo die Wellen hochschlagen. Das ist einfach, es ist einfach unberührter, es ist nicht so viel ausgetreten. Europa hat ja tausende Pfade, die Natur. Und hier ist es einfach anders. Hier ist die Natur noch unberührter. Und es gibt nicht so viele zu Kampfelfahrt, es gibt eigentlich nur diesen einen Pfad. Natürlich kommt man immer mal wieder an so Four-Wheeled-Parkplätzen vorbei, aber da ist keine Menschenseele. Und man ist schon mehr in der Natur. Ich weiß auch gerade gar nicht, wo der Weg hinführt. Ansonsten ist es mega schön so und nicht warm. Ich hatte eine etwas nasse Nacht. Australien hat mich ein bisschen veralbert, indem wir ab und zu mal Regenwolken rüberzogen. Meinen Schlafsack macht es geregnet haben. Aber ich denke die Sonne wird das heute regeln. Und ich bin gespannt, was der Tag heute zu bieten hat. Und ich freue mich auf eine Dusche, weil das ist nämlich auch das ganz coole. Es gibt ja hier überall Strandduschen und in den WCs, in den öffentlichen sind auch Duschen hier in Australien und es ist auch immer alles sauber und es gibt sogar Barbecues umsonst in den Parks. Ich werde jetzt, denke ich mal, so anderthalb Stunden in Greystown sein, vielleicht in zwei Stunden. Und da werde ich mir eine Dusche gönnen und nochmal was essen und vielleicht den Limo trinken. Guten Morgen, Tag 3 auf dem Cape to Cape Track. Ich bin gestern nicht mehr reingekommen. Ich hatte gar keine Lust und Kraft mehr. Es war ein ganz schön anstrengender Tag. Ich bin gestern am Vormittag nach Graystown reingekommen. Das ist so ein kleines schnuckeliges Surfer-Ortchen hier in der Bucht. Kawaranup Bay war das glaube ich. Ich weiß gar nicht, warum da ein anderer Ort ist als eigentlich bei Kawaranup ist ein bisschen weiter im Landesinnern. Aber die Bucht ist halt danach benannt. Wahrscheinlich ist Greystown danach gegründet worden. Egal. Jedenfalls habe ich da ein bisschen am Strand rumgehangen. Also es ist immer ganz schön hier. Man kann immer im Strand ein bisschen baden gehen. Hab mir dann in so einem Laden Kokos und das Wasser und Kuchen geholt und mein Wasser aufgefüllt, weil, ja, wie gesagt, das mit dem Wasser ist ja hier so eine Sache. Muss man immer ein bisschen planen. Und ich hatte am Tag davor nur vier Liter Wasser verbraucht und habe wenig getrunken, dadurch ich wollte mehr trinken gestern. Naja, dann bin ich halt weitergetingelt und der Trail an sich bestand gestern eigentlich nur aus Sand. Und ich laufe jetzt auch gerade wieder auf Sand. Und während den Fisherman's Trail gegangen ist und hier drüber nachdenkt und auf dem Fisherman's Trail schon die Sandpassagen schrecklich fand. Das hier ist der große Bruder vom Fisherman's Trail, was dann angeht. Man läuft hier so viel auf Sand und es ist so anstrengend, dass es wie auf Langlauf schieren, durch Schlammwarten oder über Geröll ziehen. Also das frisst einfach unfassbar viel Kraft. Gerade die Beachwalks klingen erstmal ganz schön, aber es ist echt ein saueranstrengendes Unterfangen. Ja und ansonsten, wenn gerade kein Sand war, ist mir aufgefallen, wie einfach lebensfeindlich die Natur hier in Australien ist. Du läufst durch Tunnel aus Buschwerk. Und der australische Busch heißt ja nicht nur mich umsonst so, denn das ganze Land ist eigentlich übersäht mit Büschen. Und das ist dann nicht so wie in anderen Gegenden, dass man da zwischen den Büschen durchgehen könnte. Nein, es ist wirklich komplett eng zugewachsen. Und die Natur ist hier einfach so kompetitiv. Also die hat sich über die Jahrmillionen so gegenseitig, also so mit Ellenbogen darauf vorbereitet oder darauf eingestellt, dass keiner dem anderen irgendwas gönnt. Es ist einfach alles stachelig oder giftig oder scharfkantig und es gibt hier einfach nichts Weiches. Jedenfalls nicht hier, wo ich gehe. Und du gehst dann immer durch so einen Tunnel, der ins Buschwerk geschnitten ist und du weißt, wenn ich jetzt hier verloren gehen würde, was nicht geht, weil du kommst da ja gar nicht raus. Ich wüsste nicht, wie man sich durch diese Büsche fortbewegen sollte. Also es ist. Ich weiß nicht, wie die Ureinwohner das hier gemacht haben, da irgendwelche Wege zu finden. Die Kängurus haben ja das Springen für sich erfunden und springen einfach über die Büsche rüber und landen dann einfach irgendwo. Total wild. Total. Ja, es ist eine ganz, ganz abwehrende Natur irgendwie, finde ich. Nichtsdestotrotz ist sie auch schön. Das darf man dabei nicht vergessen. Genau. Ja, während ich dann gestern Strände hatte, diese Buschtunnel, immer wieder extrem Gegenwind. Und ja auch die Nacht vorher Regen durchzog, zog auch tagsüber immer mal wieder Schauer durch. Also in Greystown, als ich rausgegangen bin, da kam ein Schauer durch, wenn der mich in den Schlafsack gewischt hätte, dann wäre der Schlafsack jetzt noch nass. Das war so ein heftiger Niederschlag, ein ganz kurzer. Und der hat anscheinend die ganze Küstenlinie mitgenommen, weil für die nächsten vier Kilometer der Trail komplett nass war. Und der Wind ist wirklich so stark gewesen gestern, dass man sein Wort kaum verstehen konnte. Man musste schon schreien, wenn ich ein Video aufnehmen wollte. Und es hat irgendwie ein Wetterumschwung, der durchgegangen ist. Morgens waren schon so Wölkchen am Himmel. Das sind diese ganz vielen kleinen Einzelnen, die in so einer Linie über den Himmel ziehen. Die sagen ja meistens eine Wetterveränderung voraus. Und ja, dann kamen eben die Wolken auf. Ich bin dann gegen Nachmittag durch Allensbrook. Das ist so ein Siedlerhaus. Es wurde wohl damals mit den Aboriginals zusammen, hat er so eine Siedlerfamilie so ein Farmhaus aufgebaut. Und da ist so ein wunderschöner Eukalyptushain direkt daneben. Der Name Brook sagt ja schon Wald. Ich denke mal, das ist verwandt mit dem deutschen Bruch und Brock. Jedenfalls bin ich da dann durch und da lief gerade so eine Touri-Gruppe aus dem Haus raus. Und der Touri-Führer von der sagte mir dann, ja, es kommt kein Regen mehr. Und ich hätte ihn gerne geglaubt, aber er hatte leider einen Crocodile-Dande-Hut auf. Und kein Australier zieht freiwillig einen Crocodile-Dandee-Hut an. Das heißt, der Typ, der Typ, der war sowieso nicht ganz zurechnungsfähig, glaube ich. Oder glaubwürdig. Dann habe ich mir schon so gedacht, naja, er wusste ja auch gar nicht, wie weit ich noch gehen will. Also man kann ja nicht für eine wahrscheinlich noch 20 Kilometer lange Küstenlinie voraussagen, wo kein Regen reinkommt. Und so war es dann auch. Ich bin gegen 18 Uhr durch Margaret River Mouth, wo der Margaret River in den Indischen Ozean mündet. Bin ich durch, bin dann nochmal durch den Stadtpark, habe nochmal Wasser aufgefüllt für den Abend und wollte weiter... Da war so eine Bank und so eine kleine freie Fläche eingezeichnet im Busch. Und da hat mich der Weg dann auch wieder über so eine sandige, schön sandige Four Wheel-Strecke geführt. Und da zog so ein heftiger Regen nochmal durch. Es war wunderschön. So war nicht. Es war echt traumhaft schön, wie die der Busch glitzerte, wie die Sonne immer wieder durchschien durch die Regenwolken. Aber mir war klar, wenn das so bleibt, dann wirst du heute Nacht nicht schlafen. Dann habe ich auf die Karte geguckt. Mein Zeltplatz war eigentlich nicht. schöner. Ich habe ihn mir dann mal angeguckt, also ich kam da vorbei. Aber es war direkt neben dem Mückensumpf. Es waren lauter Currybäume an dem Platz. Die lassen gerne mal Äste fallen. Also bevor ich losgegangen bin die Nacht, habe ich bei Freunden Margaret River auf dem Grundstück geschlafen. Und nachts ballerte es einmal laut und da lag ein dicker fetter Ast auf dem Asphalt direkt neben dem Auto. Weil die wie alles was hier in der Natur in Australien ein bisschen drüber ist, lassen die wohl gerne mal ihre Äste fallen, wenn sie da keinen Bock mehr drauf haben. Und da hatte ich dann auch keine Lust zu. Also ich wusste halt, nee, fühle ich nicht. Also war mir dann klar, es wird ein langer Abend. Dann habe ich die 41 Kilometer voll gemacht. Ich durfte nochmal zum krünen Abschluss im Halbdunkeln, ganz zum Schluss zum Dunkeln, am Strand, im Sand gehen. Und bin dann an einem Parkplatz rausgekommen, wo ein Klo eingezeichnet war. Und die haben hier meistens Vordächer. Und da habe ich wirklich einen Premium-Schlafplatz in einer der Toiletten gefunden. Es war alles Picobello sauber, riesengroße Fläche, es war eh keiner da, das heißt ich konnte abschließen und hatte mein eigenes kleines Hotelzimmer, habe da drin schön gemütlich gekocht und hervorragend geschlafen, während draußen riesige Regenwolkenzüge drangezogen. Und auch jetzt, es kommt hier anscheinend nicht an Land, es klart auch gerade an Land auf. Aber der ganze Ozean ist voll mit Wolken. Ich weiß ja gar nicht, ob ihr die Wellen hier hört. Ich laufe hier gerade auch wieder an dem Strand lang, deswegen habe ich auch so ein bisschen Schnappatmung beim Reden. Und ich hoffe einfach, dass die Wolken auf dem Meer bleiben, sich da abregnen. Ich habe gerade mit dem Surfer ganz nett geschnackt, als ich draußen meinen Kaffee getrunken habe. Ich bin natürlich um 6.6 raus aus der Toilette. Ich hörte, dass schon Autos kamen, die ganzen Surfer kommen jetzt hier. Eine von vier Toiletten, dass die dann frei ist. Dann draußen auf so einen Steingesetz da gefrühstückt und schnackte so ein Surfer mit mir und sagte der Regen sei dies ja unverhältnismäßig früh, danke dafür. Naja. Ja, ich habe mal geguckt, was ich heute mache. Ich habe jetzt, keine Ahnung, noch so ein bisschen mehr als 50 Kilometer vom Gesamttrail vor mir. Und glaube ich werde jetzt zum letzten, heute bis zum letzten Gratis-Campingplatz gehen. Das sind 36 Kilometer. Kommen dabei am Conto Campground vorbei, von dem ich glaube, dass ich da mal vor 14 Jahren gezeltet habe. Und Hameland Bay. Da meine ich war ich auch schon mal. Da komme ich durch. Und irgendwie habe ich heute glaube ich sieben Kilometer Strandmarsch vor mir. Dann bin ich gar nicht gespannt drauf. Schauen wir mal. Bis später. Ja, ich laufe hier gerade nochmal so zum Wettkampf der Natur. Laufe ich gerade durch so ein ehemaliges Brandgebiet. Hier sind lauter verbrannte, tote weiß ich gar nicht was für Büsche. Das sind keine Eukalyptusbäume. Und alles ist schon wieder am Neu sprießen und das ist ja auch so signifikant für die Natur hier, dass die auf Feuer ausgelegt ist. Weil krass, die sind auch einfach überall Schlangenspuren im Sand. Wild. Krass. Zum Glück sind die schon weg. Hat erst gehofft, das sind Känguru-Schwänze, weil die haben auch so einen ganz signifikanten Abdruck. Nee, sieht mir ja eine Schlange aus. Naja, egal. Die Natur ist hier darauf ausgelegt, dass es Feuer brennt einfach. Die Samen treiben danach aus nach Feuern. Die Bäume sind meistens darauf ausgelegt, dass die zwar verbrennen, aber dann wieder austreiben. Gestern müssen tausend Jahre alt gewesen sein. Keine Ahnung, es sind vier Meter große Grasstrees gewesen. Wenn mich nicht alles täuscht, wachsen die 2 Zentimeter im Jahr. Das sind einfach unfassbar riesige Dinger gewesen. Die sind, weiß ich nicht, ob die mit Kallen verwandt sind. Die wurden früher Black Boys genannt, weil die eben so eine schwarze signifikante Außenhaut haben von den ganzen Bränden. Weil wenn es lange nicht brennt, dann haben die so ein riesiges, langes Graskleid und das fackelt dann ab, wenn es brennt. Und das tut denen aber eben nichts, weil die wieder austreiben. Und durch die signifikante schwarze Außenhaut, der sehen ganz witzig aus. Die kriegen dann oben eben noch so einen riesigen Fruchtstamm, der den aus dem Kopf raus wächst. Manchmal wächst er den nach oben und nach unten. Das sieht dann aus, als ob die so ein Speer tragen würden oder von einem Speer durchbohrt wären. Weil das dann auch noch auf der gleichen Seite, also wirklich diagonal durchtritt. Ja und gestern habe ich auch noch meine zweite Schlange gesehen. Ich glaube es war eine Brown Snake. Ich weiß nicht, ob sie hier in Westostralien gibt. Ich muss das alles noch checken. Also alles was ich sage, googelt selber nach. Das sind alles Sachen, die ich selbst gehört habe.
SPEAKER_00So, ich habe das mal gemacht und ich habe direkt mal nachgegoogelt. Und ja, die Wahrscheinlichkeit, Björn, dass du eine Brown Snake gesehen hast, also eine Braunschlange, die ist sehr hoch. Und es gibt direkt sogar eine Western Brown Snake, die demzufolge auch in Western Australia weit verbreitet ist.
SPEAKER_02Wir müssen nicht stimmen. Also keine, aber es ist, klang immer sehr, sehr glaubwürdig, wenn es mir erzählt wird. Jedenfalls weiß ich definitiv, dass die Brown Snake an der Ostküste die giftigste Schlange überhaupt, ich glaube, der Welt ist. Unfassbar giftig, das Vieh. Und die, die ich gestern gesehen habe, die war verhältnismäßig klein. Das heißt, die sind dann ja nochmal gefährlicher, weil die können die Giftdosierung noch nicht so abschätzen. Das heißt, die pumpt dich dann so voll, dass du sofort verreckst, keine Ahnung. Also ich will echt auch keinen Schlangenbiss haben. Und wer Panik vor Schlangen hat, also den Weg würde ich nicht empfehlen. Ich laufe wie jetzt. Just Moment laufe ich gerade wieder durch so einen engen Buschtunnel. Der ist verhältnismäßig weit sogar. Also man könnte hier zwei Leute nebeneinander stellen. Gehen wäre zu eng. Aber gestern war sehr, sehr viel, sehr, sehr enges Buschwerk. Und wenn man sowieso schon Panik vor Schlangen hat, dann stellt man sich dann die ganze Zeit vor, dass da bestimmt eine lauert unter dem Busch und einen beißen will. Ja, dann spart euch das lieber. Aber ich glaube dann ist Australien eh nichts mit den ganzen giftigen Viehzeugs hier. Muss man sich recht denken. Die haben eh Angst vor allem. Die hören einen schon kilometer weit, haben eh keinen Bock auf einen. Also die Brown Snake gestern, die war auch in Margaret River. Mouth, ich weiß nicht, der Ort heißt anders, aber da signifikant ist da die Flussmündung. In so einem Park. Über Asphalt ist sie gekochen. Und alle Ossis waren schon mit ihren Hunden da und meinten, ist die Schlange weg, ist die Schlange weg. Die hatten natürlich alle Angst, dass ihre Hunde die Schlange aufgreifen und dann sofort tot umfallen. Das hat er sich schnell rumgesprochen mit der Schlange. Sind hier sowieso alle ziemlich vorsichtig, was das angeht. Ja, soviel dazu erstmal. So, hallo Mareike, hallo alle anderen. Tag und drei, ne? Ja. Ist zu Ende. Dieser Weg ist wirklich speziell. Der ist genauso, genauso brutal, wie er wunderschön ist. Also ich glaube einer der schönsten Wege, die ich jemals gegangen bin und auch einer der wildesten und gleichzeitig unfassbar anstrengend. Er weiß einen immer wieder zu brechen. Ich hatte heute acht Kilometer, sieben oder acht Kilometer, ich will nicht lügen, Strand. Das klingt jetzt erstmal ganz toll, es ist aber wirklich, es ist einfach nur scheiße. Also an diesem Strand zu liegen, das wäre der absolute Traum. Ich habe echt selten so einen wunderschönen Strand gesehen. Ich bin dann auch gleich erstmal ins Wasser. Aber das Gehen war die Hölle. Also ich bin immer zur Hälfte eingesackt mit dem Schuh. Jegliche Energie aus dem Tritt genommen. Die Sonne brennt von oben, Gegenwind, der Weg fordert echt was ab. Aber dafür gab es dann zur Belohnung nach irgendwie zwei Stunden Limos. Naja, also Kokossaft, Kokoswasser und Limo und dann war das auch wieder vergessen. Aber nicht nur das, auch die Tierwelt hat sich heute echt, das war auch das war so genial. Ich habe heute zwei Schlangen gesehen. Ich habe jetzt in drei Tagen hier mehr Schlangen gesehen als in vier Monaten in Kalifornien auf dem PCT. Da haben wir nämlich drei Klapperschlangen gesehen in Summe. Mehr nicht. Und hier habe ich jetzt drei kleine gesehen. Heute nochmal so eine kleine grüne, keine Ahnung, glaube ich giftig, höchstwahrscheinlich giftig, hier ist alles giftig. Und jetzt bin ich hier an so einem wunderschönen Campingplatz angekommen, kurz vorm Cap. Das muss ich da auch nochmal korrigieren. Ich habe am Eingangs gesagt, dass ich am Cap Lewin gestartet bin. Das ist Schwachsinn, Bullshit. Ich sage ja, man soll mir nicht glauben. Vor allem glaubt niemals Leuten, die lange in Handy reden. Ich bin am Cape Naturalist gestartet und ich gehe zum Cape Lewin. Und das kann ich jetzt schon sehen. Ich habe nur noch 16 Kilometer. Ich habe heute 36 ungefähr gemacht. Es ist jetzt 20 nach 6 Uhr. Und dann bin ich vom Strand abgebogen. Man sieht das gar nicht, dass das da zu einem Campingplatz geht. Das sieht man natürlich auf der Karte, wenn man die hat. Und hier ist wieder also nach so einem elendig langen Weg durch die Dünen und wieder viel Sand, ist dann hier wieder alles Plumsklo, zwei Wassertanks, auch viel Wasser drin, auch super Qualität. Ich filter das jetzt trotzdem gerade, mein Filter ist übrigens wieder frei. Und dann gehe ich da so hin und dann raschelt das neben mir. Hier ist alles voll mit so Gräsern und man sieht, dass es Gräser sind, die viel Feuchtigkeit brauchen. Alter und dann dreht dann sehe ich noch, wie diese wirklich handgelenkdicke, fette Schlange sich langsam genüsslich wegschlängelt. Und ich denke mir, ja alles klar, ich schlafe heute auf dem Campingtisch, weil das Gras nicht weit weg ist. Also ich mache ja viel mit, aber bei so einem Otto, nee, danke ey, da scheiße ich mir auch in die Hose. Das Teil, ey. Ja, aber auch, auch, also nicht nur die Schlangen, sondern ich was ich heute, ich bin heute ganz, ganz lange durch so einen Eukalyptuswald gelaufen. Und da waren richtig viele Papageien unterwegs und Kakadus. Und eben am Strand, das war so genial, da sonnte sich ein Seehund im Wasser, äh, am Strand. Ich konnte zuerst von Weitem nicht erkennen, was es ist und fing das an, sich so zu bewegen. Und dann hatte ich schon Schiss, dass das Vieh verletzt ist, weil sich das die ganze Zeit nur immer hin und her bewegte. Und dann habe ich gemerkt, dass der sich geputzt hat oder gekratzt. Oder auf jeden Fall hat er ziemlich seinen Platz genossen. Da habe ich ihn dann gestört. Als er mich dann gesehen hat von Weitem, ist er aber mit einem Affenzahn ins Wasser gerannt und hat dann richtig, richtig geile Kopfsprünge durch die Wellen gemacht. Also sowas Agiles. Auch total schön. Ich habe dann erstmal sehr laut gelacht, weil es so schön war, ja. Und so generell, also genauso oft wie ich diesen Weg verflucht habe unterwegs. Ich meine, das ist ja auch kein Wunder, dreieinhalb Tage für 130 Kilometer und er ist echt nicht so einfach wie man denkt für so einen Weg entlang des Meeres. Also ich habe ihn da echt ein bisschen unterschätzt. Bin ich genauso traurig, dass es jetzt bald vorbei ist morgen. Also ich habe so ein bisschen Wehmut gehabt, als ich den riesigen, wunderschönen Leuchtturm da am Cape Lewin gesehen habe von Weitem. Sieht so ein bisschen aus wie aus Herr der Ringe, das Ding. Und ja, aber nichtsdestotrotz. Also ich freue mich auch da anzukommen. Ich bin das letzte Mal vor 14 Jahren da gewesen. Noch als kleiner, naiver Backpacker. Und jetzt bin ich mal wieder da. Total schön. Aber generell kann ich diesen Weg wirklich nur empfehlen. Also er ist sauschwer. Also für mich war es mental irgendwie super schwer, keine Ahnung wieso. Kann ich nicht sagen. Aber er ist nicht ohne, aber er ist sowas von wunderschön. Und ich glaube, wenn man den dann im Frühjahr gehen würde, wenn die Blumen alle blühen. So Oktober, November. Ich glaube, das wäre so unfassbar schön. Dicker, ich sehe die Schlange schon wieder. Ich raste aus, die wohnt also eher nee, definitiv auf dem Tisch. Verpiss dich, Kollege. Du bleibst heute, du hast heute Hausdienst, ey. Mal sehen, wo sie ist. Guck mal dich da ran hier. Vielleicht hört ihr gleich live wie ich. Verrecke. Du hast wie den Kopf hier rausgesteckt. Ich glaub's nicht, ey. Sieh leine, Kollege. Du kannst es morgen wieder übernehmen. Unglaublich. Entschuldigung. Ich pack's nicht, ey. Ich pack's einfach nicht. Wo war ich? Nee, also der ist einfach nur zu empfehlen. Er also wie gesagt, dreieinhalb Tage war vielleicht ein bisschen überambitioniert. Also ich wollte es in vier machen, das wären jetzt dreieinhalb. Ich bin morgen gegen Wetter ungefähr da, wenn der Strand nicht zu schlimm ist. Also es waren nochmal morgen sieben Kilometer Strand auf mich. Gleich zu Beginn immerhin. Dann bin ich damit durch und danach ist noch so ein bisschen push und wahrscheinlich fällt es, bis ich am Cup bin. Und ich glaube, erst an fünf bis sechs Tagen ist er sehr entspannt machbar, weil man, ich glaube, immer in diesen Abständen Zeltplätze findet. Zeltplätze oder aber Ressorts. Das müsste funktionieren ungefähr. So rein vom Gefühl passt das. Weil die selbst, äh, also die haben immer so 16 Kilometer-Etappen eingeplant hier vom, ich weiß gar nicht, wer das hier organisiert. Die haben immer 16 Kilometer Tagesetappen. Und dementsprechend könnte man ihn, glaube ich, an 5 bis 6 Tagen ganz gut machen. Weil ich glaube 10 Kilometer 10 Tage ist irgendwie. ist Unfug, weil wer soll denn das ganze Essen schleppen? Ich schleppe doch nicht für 10 Tage Essen mit. Du kannst unterwegs nichts kaufen hier. Es gibt zwar einen Kiosk, ich habe jetzt drei Läden gesehen. Auf dem gesamten Weg. Also ich war in jedem Örtchen bin ich einmal so rumgetingelt und es gibt dann so immer drei, es gab drei General Stores oder Kioske. Da kriegt man schon Essen. Aber sich da jetzt für die nächsten Tage einzudecken, das wird glaube ich richtig teuer. Also das weiß ich nicht. Kann man sich glaube ich echt sparen. Und so doll ist das Essen dann auch nicht. Dann reden wir hier von Chips und irgendwelchen Minden Meals und das war's dann. Von daher fünf bis sechs Tage ist glaube ich ein sehr sehr gutes sehr sehr gutes Pensum. Und ich glaube das ist der allerschönste Küsten unterwegs, den ich gemacht habe. Ich glaube, ja, ich bin mir sehr, sehr doch definitiv stinkt der Fisherman Trail gewaltig hier gegen Anführungszeichen. Klar, man muss Anstriche machen. Man muss schlangen kuscheln. Die Mathefleisch sind gerade ziemlich aggressiv, das sind sehr, sehr große Bremsen. Die nerven, aber die lassen sich zum Glück leicht totschlagen und die mögen auch keinen Lumesspray. Also das habe ich eben aufgetan, jetzt habe ich Ruhe. Und die Sonne ist natürlich auch so ein Ding. Aber ey, ehrlich, ich würde es wieder machen. Und ich würde es jedem empfehlen, der oder die mal ein bisschen länger Zeit in Westaustralien hat. Auf jeden Fall machen. Also ist ein wunderschöner, kann ein wunderschöner Urlaub sein. So, jetzt werde ich gleich was essen. Und dann baue ich mir mein Bett auf den Tisch auf. Ich meine Nachbarin nicht mag. So bis dann.
SPEAKER_01Boah, dann habe ich heute fast vergessen. Ihr hört das Meer rauschen. Diesmal gehe ich nicht mehr dran, sondern ich liege dran. Ich bin schon wieder in Perth. Ich bin gestern angekommen am Cape Lewin, hatte einen entspannten 16 Kilometer Morgenspaziergang und habe diesen wunderschönen Weg an diesem schneeweißen Leuchtturm abgeschlossen.
SPEAKER_02Mich am Ende des Tages ziemlich doll gefreut, dass ich den gemacht habe. Anfangs war ich ein bisschen skeptisch, ob ich überhaupt Lust zu habe.
SPEAKER_01Aline zu gehen is auch so eine Sache. Aber es hat sich mega doll gelohnt. It's the grind that I gebraucht. It was grindy in three times to guard fastest known time for mail unsupported is 14 minutes. War ein bisschen weit von up. I was trotzdem ganz schön fertig anders. It was this macht das Strand liegen und rumtütern viel mehr Spaß im Nachhinein. And ich habe so wunderschöne Eindrücke erlebt. Ich kann wirklich diesen Weg nur wärmstens empfehlen. Wer irgendwie eine längere Zeit in Australien ist oder irgendwie mal ein Sommerurlaub in Australien machen will, beziehungsweise Herbsturlaub echt macht diesen Weg. Es ist eine schöne Woche. Ich würde sagen fünf bis sechs Tage ist die perfekte Zeit. Drei Tage ist ein bisschen zu schnell. Auch wenn es schön ist. Aber die perfekte Zeit ist einfach so fünf bis sechs Tage.
SPEAKER_02Und dann muss man zwar das ganze Essen mitschleppen. Es sei denn, man holt sich wirklich nur Nudeln und Ketchup in den Läden. Und Sausage Rolls. Das muss man halt selber wissen. Und ganz wichtig, Gamaschen mitnehmen. Es ist sehr viel Sand, die Schuhe würden sonst voll sein und die Socken auch.
SPEAKER_01Nehmt Gamaschen mit. Und ja, das ist jetzt Werbung in eigener Sache, nehmt ein Leppy mit. Es ist unfassbar viel Klopapier überall. Ich glaube nicht, dass die Wanderer und Wanderinnen sind. Es sind eher die Leute, die mit dem Four Wheeled hinfahren und dann da direkte Libische Pinkeln unterwegs kreuzt dann ja sehr gerne mal so einen Vorwheel-Parkplatz. Ich denke eher, dass es die Klientel ist, aber auch an Campingplätzen. Nicht mit dem Auto zugänglichen Campingplätzen habe ich die Papierblüten gesehen.
SPEAKER_02Da ist noch viel Arbeit nötig, leider. Wie gesagt, Werbung in eigener Sache. Es gibt praktischerweise ein Set bei uns im Shop, ein Leppy und ein paar Gaters von Tidy Gators aus Österreich. Kann man ein bisschen vergünstigt kaufen. Und ansonsten nehmt euch eine Schlangenmanschette mit, kostet hier 14 Dollar in der Apotheke. Wie heißt das Ding? Snake Bite, whatever. Snake Bite Banage. Snakebite Banage. Nehmt euch ein bisschen Mückenzeug mit.
SPEAKER_01Es war jetzt nicht ganz so extrem, aber es hat glaube ich schon sehr viel geholfen abends, weil ich keine lange Hose dabei hatte. Alternativ nehmt euch eine lange Hose mit. Es wird dazu geraten, mit langen Hosen zu wandern, damit man zur Not keinen Schlangenbiss bekommt.
SPEAKER_02Mareike hat mir gerade schon ganz tolle Geschichten von ihren Australienwanderungen erzählt über Schlangen. Ich bin sehr gut von weggekommen. Hab also mal wieder unverhältnismäßig wenig Schlangen gesehen, wie immer irgendwie, ich weiß nicht, ich sehe irgendwie die Schlange. Entweder sehe ich sie nicht oder sie haut von mir ab. Ich weiß es nicht.
SPEAKER_01Aber es war wirklich ein traumhafter, es ist ein traumhafter Wanderweg und es war eine traumhafte Zeit da.
SPEAKER_02Und ich freue mich, wenn ihr den auch irgendwann mal geht. Also wenn, falls jetzt irgendwer aus Australien, ich weiß ja gar nicht, wo man Reike überall ihre Hörer und Hörerinnen hat. Es gibt mit Sicherheit Leute, die auch in Australien zuhören. Und der Cape to Cape Track scheint sehr bekannt in Australien zu sein. Vielleicht habt ihr dann schon von ihm gehört. Die ganze Region ist super schön. Ich habe auf dem Rückweg dann noch eine Flasche Prosecco in Anführungsstrichen. Der darf ja hier nicht so heißen, aus Market River mitgenommen. Den haben wir dann abends getrunken. Ich habe den Bus nicht nehmen können. Ich konnte den Bus nicht von Augusta nach Margaret River zurück zum Auto. Also bin ich per Anhalter gefahren. Das ist hier nicht ganz legal. Den ersten, den ich angehalten habe, war ein Polizist im Zivilauto. Der hat mir dann einen Papput geschenkt, den er eigentlich sonst in der Schule für die Kinder mit hatte. Hab ich dann noch nach Margaret River mitgenommen und wir haben uns super nett unterhalten. Ach man, das ist einfach ein entspanntes Land. Er hat ja gesehen, dass ich kein Triebtäter oder sonst was bin oder hat es dann relativ schnell rausgehabt.
SPEAKER_01Vielleicht wollte er erstmal gucken, ob ich vielleicht danach bin, dass er mich gleich mitnimmt. Hat noch blöd rumgejoked, als wir dann im Auto saßen, als ich gefragt habe, ob das ein Undercover-Polizeiauto ist. Matterjahr, das ist eins und du kommst jetzt in den Knast.
SPEAKER_02Weil du gehitcht bist. Das ist einfach, weiß ich, war einfach eine runde Sache, das ganze Ding.
SPEAKER_01Und damit schließe ich das jetzt ab und kann euch nur dazu raten. Australien ist, ja, man kann hier wandern. Sehr gut sogar.
SPEAKER_00Ich schließe mich an. In Australien kann man ganz ausgezeichnet wandern. Ich habe ja mittlerweile selber vier längere Trails in Australien gemacht. Und ich bin auch absolut begeistert. Also jetzt mal abgesehen davon, dass ich unendlich viele Schlangen gesehen habe. Ich glaube auf dem einen Trail, auf dem Great South West Walk, habe ich innerhalb von zwei Wochen um die 30 bis 40 Schlangen gesehen. Ja, aber ja, ich lebe noch. Ich habe auch kein Snake Bite-Kit gebraucht, obwohl wir es natürlich dabei hatten. Aber zurück dazu, warum ich so begeistert bin von den Trails. Die Infrastruktur ist großartig. Man hat Wildness, man hat richtig cooles Wildlife, also Koalas, Kenner, Emos und natürlich auch ganz viele unterschiedliche Vögel und Papageien. Es gibt großartige Küstenabschnitte mit traumhaften leeren Stränden. Ja, und noch ein Nachtrag: Wanderwach und Kaffee wird tatsächlich auch in Australien gehört. Ich habe gerade mal in der Statistik nachgeschaut. Rund 600 Downloads wurden in Australien getätigt und ich denke, das ist definitiv schon mal mehr als ein oder zwei Fans. Von daher viele liebe Grüße nach Australien. Also Björn, tausend Dank oder besser, cheers mate, dass du uns mitgenommen hast auf diesem Küstenwanderweg, der echt toll, aber auch herausfordern klingt. Also ich habe sehr, sehr mitgefühlt, als du von den vielen Kilometern an den australischen Stränden berichtet hast, auch noch unter brennender Sonne. Oh ja, oh ja. Aber nichtsdestotrotz hat es sehr viel Spaß gemacht zuzuhören und der Trail klingt wirklich interessant. Ja, und hast auch du schon mal eine Mehrtageswanderung gemacht, die du gern mit einer etwa 10- bis 15-minütigen Nachricht, ja, Björn hat sich hier ein bisschen ausgeweitet, gerne hier vorstellen möchtest, dann melde dich gern bei mir. Kontaktinfos etc. findest du auch wie immer in den Shownotes. Und wenn du darüber hinaus Wanderwach und Kaffee unterstützen möchtest, dann verteile natürlich gerne 5 Sterne in deiner Podcast-App und werde Mitglied bei Wanderwach Plus. Dort erhältst du unter anderem Zugang zu Bonusfolgen und wie gesagt unterstützt den Podcast. Nun aber genug für heute. Happy Trails, eure Mareike.