Wanderwach & Kaffee

Short'n'Dirty: Auf dem Juliana Trail mit Sabine Prinz

Trail Talk mit Mareike Schmidt Season 1 Episode 142

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 25:52

„Wanderwach & Kaffee“ gibt es auch Short'n'Dirty: Das sind kurze entweder direkt von einem Trail oder Infos aus der Community über einen interessanten Trail.

... und das ist auch das Besondere! Lasst euch mitnehmen auf Trails, die man auch mal gut in einem Urlaub machen kann, in einer kleinen Auszeit vom Alltag.

Heute nimmt uns Sabine Prinz aus Baden-Württemberg mit nach Slowenien auf den Juliana Trail. Im Gespräch erzählt sie

  • interessante Fakten zum Weg
  • was man unterwegs sieht
  • wie man den Weg gut logistisch organisieren kann
  • und ob er auch für Familien gut geeignet ist.

Viel Spaß beim Hören und sich inspirieren lassen.

Eure Mareike


Short’n’Dirty zum Juliana Trail:

  • in Slowenien
  • Rundwanderweg um die Julischen Alpen
  • 270 km mit etwa 8000 Hm
  • Ende 2019 eröffnet
  • teilweise durch touristisch sehr gut erschlossenes Gebiet, teilweise sehr ländlich und entlegen
  • für Familien geeignet

Über meinen Gast & Sponsor:

Sabine Prinz ist nicht nur Expertin für den Juliana Trail, sondern unterstützt diesen Podcast auch mit ihrem Unternehmen Prinzpiration. Sie bietet professionelle Wandercoachings für Einzelpersonen und Teams an – ideal für alle, die in der „Rush Hour des Lebens“ nach Klarheit und neuen Impulsen suchen.

LinkedIn | Instagram | Homepage Prinzpiration


Schreib mir!

Du planst einen Thru-Hike oder Section-Hike auf Te Araroa? Du siehst noch viele Fragezeichen und brauchst ein paar gute Antworten? Dann melde dich schnell an zum kommenden Webinar "Te Araroa, ich komme!". 

Melde dich hier für den 06. Juni an. 


Werde jetzt Mitglied der Wanderwach PLUS-Community. Unterstütze "Wanderwach & Kaffee" und erhalte Zugang zu Bonusfolgen, zum Community-Newsletter und triff dich mit anderen Weitwandernden im Wanderwach-Discord-Kanal. 

Jetzt für den kostenlosen Newsletter anmelden und keine Neuigkeiten vom weiten Wandern verpassen. 


Lust, mit Mareike bei "Wanderwach & Kaffee" über Deine eigenen Weitwanderungen zu sprechen?
Oder du möchtest einen kürzeren Trail, den du gegangen bist, in einer Sprachnachricht vorstellen?

Melde dich per WhatsApp, über Instagram oder ganz einfach per E-Mail unter podcast@wanderwach.net bei mir!

Auf ...

SPEAKER_01

Here comes a new short dirty ausgame. That's the kurze Nachrichten, entweder direct from a trail or infos of the community on a interessante wandering. Yeah, and he's on the Juliana Trail in Slovenia. And this episode is understood and made from Prince Piration. Sabine Prince, the Gründer, and my head guest, is not an expert for Wandercoachings, but in Europa. Also, los geht's. Also, bestana Trail eine Short and Dirty Episode zu machen. And gleich zu beginnen möchte ich dich bitten, kannst du dich bitte kurz vorstellen? Wer bist du und wo bist du? Und was machst du, wenn du nicht mit mir für eine Podcast-Episode zusammen im Zoom-Call sitzt?

SPEAKER_00

Ja, vielen lieben Dank, schön hier zu sein. Mein Name ist Sabine Prinz. Und ja, ich sitze hier bei Sonnenschein in Radhochsaal. Das liegt im Süden Deutschlands im Kraichgau, schöne Region. Trotzdem zieht es mich ab und zufort davon. Das heißt, was mache ich normalerweise? Es kommt recht häufig vor, dass ich auf Tour bin mit einer meiner Gruppen oder ich bin bei einem Coaching-Spaziergang unterwegs oder selbst draußen oder ich sitze trotzdem drinnen und mache irgendwelche Nachbereitungen.

SPEAKER_01

Also wandern spielt für dich eine ganz große Rolle. Und auch wenn du beruflich viel Wandern unterwegs bist, privat, persönlich, zieht es dich auch auf interessante Trails und du bist den Juliana Trail gegangen. Was bitte schön ist der Juliana Trail? Wie lang ist er? Wo ist er? Und warum hast du genau diesen Trail für dich ausgesucht?

SPEAKER_00

Den Juliana Trail, den gibt es seit Ende 2019. Und ja, wer sich an das Datum erinnert, da war zwischendrin Corona. Das heißt, der war schon eine ganze Weile auf meiner Liste. Und zum einen wegen den Schwierigkeiten, die Corona leider fürs Reisen mit sich gebracht hat. Der liegt nämlich in Slowenien. Und ja, zum anderen wegen der Länge. Der ist nämlich 270 Kilometer lang. Es gibt noch zusätzlich Verlängerungen. Aber der Kernrundweg, der geht rund um das Triglau-Massiv in den Julischen Alpen, daher auch der Name Juliana Trail. Und das dauert natürlich eine Weile. Und ich zerstücke ungern Wege. Ich versuchte immer am Stück zu gehen. Und ja, letztes Jahr war es dann soweit, im Zuge meiner Gründung von Principation, die Selbstständigkeit, wurde dann natürlich das Urlaubstage-Thema etwas verändert. Und meine Tochter, die war zehn Jahre alt und habe ich gedacht, naja, solange die noch Lust hat, mit der Mama auf Tour zu gehen, dann nutze ich die Zeit. Und dann haben wir das wirklich als Projekt letzten Sommer gemeinsam gemacht und sind fast den ganzen August die vollen 270 Kilometer plus, da kamen nochmal mindestens 100 dazu, weil man in den Klammern die Kilometer, die sind da noch nicht mit dabei oder an den Ruhetagen werden dann auch vier Ruhetage, das immer natürlich auch nochmal rumgelaufen oder so einer Unterkunft ein Stück ab vom Weg und am Ende waren es dann fast 400 Kilometer, die mal gemeinsam in vier Wochen gelaufen sind. Und das war eine wirklich superschöne Gelegenheit.

SPEAKER_01

Kann man den Weg von Unterkunft zu Unterkunft gehen? Kann man zelten? Also wie macht man das logistisch am besten?

SPEAKER_00

Dadurch, dass es ein relativ junger Weg ist, in einer teilweise, teilweise sehr touristischen Region, teilweise aber auch sehr ländlichen, unerschlossenen Regionen, ist, glaube ich, beides hinreichend schwierig zu planen. Also durch Corona, ich habe mich auch vor Ort dann mit ein paar Gastbetriebenbesitzern unterhalten. Und die haben zum Beispiel auch gemeint, naja, da wurde gegründet, da wurde viel Werbung gemacht, dann haben natürlich sich viele daran orientiert und haben Gästehäuser eröffnet oder Ferienwohnungen und dann kamen ja keine wegen Corona und dann wurde es wieder möglich. Dann kamen die Wanderer, Wanderinnen wieder, aber dann haben die Ferienhäuser natürlich wieder teilweise pleite gemacht. Also das ist leider immer noch nicht so ganz eingeschwungen, obwohl sie sehr aktiv den Weg auch vermarkten und pflegen. Und also es ist wirklich super gemacht. Aber für Unterkunft, also wir waren von Unterkunft zu Unterkunft und es war teilweise schon schwierig, obwohl wir relativ früh dran waren. Es kommt halt, klar, mit meiner Tochter konnte ich jetzt auch keine 35 Kilometer Etappen machen. Da hätten wir vielleicht noch ein bisschen mehr Spielraum gehabt. Aber es geht, es ging gut, es gibt auch sehr, sehr schöne Unterkünfte. Man sollte nur für die Planung und die Etappen dann vielleicht auch ein bisschen anders schneiden, genügend Zeit und Planung, und Vorausplanung mitbringen. Und was das Zelten angeht, ist es natürlich in sehr touristischen Regionen rund um die Städte ein bisschen schwieriger. Ich selber habe wenig Erfahrung im Zelten und habe auch noch keinen solchen Trail im Zelt gemacht, aber ich glaube, das geht besser, würde ich jetzt einschätzen. Da einfach, weil es viele ländliche unerschlossene Regionen gibt. Es gibt auch viele Bauernhöfe, die, da kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die auch gerne jemanden mit Zelt und so ein bisschen Anschluss auf der Wiese übernachten lassen. Also ja, es ist nicht ganz einfach, aber es geht beides.

SPEAKER_01

Und in Hinsicht Verpflegung scheint es dann ja auch relativ unproblematisch zu sein, oder? Zumindest wenn du sagst, es führt der Weg auch durch touristisches Gebiet.

SPEAKER_00

Ja, in den touristischen Gebieten ist es sehr einfach. Da gibt es auch viele richtig leckere, also auch kulinarisch ist das ein total tolles Ziel. Also gerade nach so einer langen Wanderetappe, da darf der dann für die meisten noch verträgt man auch mal was Deftigeres. Und es sind mittlerweile auch echt gut ausgerichtet in Richtung vegetarisch oder vegan, was ja die Küche grundsätzlich ist, aber durch die Vermischung oder die Nähe zu Österreich und Italien gibt es da also wirklich die komplette Bandbreite. Also kulinarisch lohnt sich es auf jeden Fall. An manchen Etappen oder auch zwei, drei Etappen hintereinander ist es schwierig, weil dann, also wir hatten beispielsweise einen Feiertag dabei und einen Sonntag und dann kam es schon vor, dass wir für uns zwei Essen für volle drei Tage mitnehmen mussten. Wir hatten in der Unterkunft noch Frühstück, dann sind wir aber über den Pass, da gab es keine Einkehr, weil die haben dann, also es gibt manchmal Einkehren, aber die haben ja auch mehr oder weniger viele Ruhetage, gerade obwohl wir in der Saison unterwegs waren. Im August hatten die auch oft nur drei Tage oder nur am Wochenende offen, was man ja einfach nicht immer getimt bekommt. Das heißt, wir hatten dann im Rucksack Verpflegung für Mittagessen, Abendessen. Und am nächsten Tag, wo wir eben nur eine Ferienwohnung hatten, aber die Mittel nirgendwo lag, dann haben wir uns an dem Tag voll verpflegt und dann ja erst bis zum Mittagessen am nächsten Tag. Also grundsätzlich gibt es das schon, aber man sollte wirklich vorausplanen. Es kam ab und zu mal vor, dass man für ein bis drei Tage selber überbrücken musste.

SPEAKER_01

Und du hast jetzt gerade schon von dem Pass gesprochen. Der Juliana Trail, hat der viele Höhenmeter?

SPEAKER_00

Ja, jein. Also es sind insgesamt, wenn man nur diese 270 läuft, sind es um die 8000. Also für das, dass man es ja auf, also regulär sind es 16 Etappen, wir haben sie ein bisschen kleiner geschnitten, aber dafür auch anders, wo wir da ergänzt. Das heißt, wir hatten, ich glaube, 21 oder 22 Wandertage. Und bei den Pässen, da hat man dann schon über 1000 Höhenmeter am Tag. Aber es ist sehr gut machbar. Also es gibt wenige wirklich schwierige Abschnitte. Die sind alle gut laufbar. Die Schwierigkeit, die kommt meistens halt eher dann durch die Etappenlänge rein oder weil man halt dann sehr lange bergauf läuft, aber Kondition kann man ja im Grunde genommen gut einteilen, kommt ja immer darauf an, wie schnell man dann da hochgeht. Und technisch anspruchsvoll gab es auf dem ganzen Weg so zwei, drei Schlüsselstellen, aber die waren dann auch gut machbar. Also ohne Hilfsmittel sehr gut begehbar. Also von daher ging es auch mit meiner Tochter wirklich gut.

SPEAKER_01

Was meinst du mit technisch anspruchsvolle Schlüsselstellen? Muss man die Hände zur Hilfe nehmen oder wie muss man sich das vorstellen?

SPEAKER_00

Ja, also an, wie gesagt, zwei, dreien, da muss man schon fast ein bisschen klettern oder bergab, wo man schon so ausgesetzt und Steine und ohne was zu halten oder nur so ein Seil irgendwo. Das kam. Wobei eine von den drei Stellen, die lag gar nicht direkt am Weg, da hatten wir so einen Abstecher zu einer Hütte, das muss ich wieder rausnehmen. Aber im Grunde genommen also wenig ausgesetzte Pfade. Es sind viele Wanderwege, kleine Waldpfade, wo man Trittsicherheit braucht manchmal. Aber nichts, wo man jetzt irgendwie Hilfen bräuchte oder wirklich schwindelfrei sein müsste.

SPEAKER_01

Ah ja, prima.

SPEAKER_00

Wie kommt man hin und wie kommt man wieder weg? Das ging mit der Bahn wirklich super. Ich meine, gut, wir leben in Süddeutschland. Da waren es, ich glaube, klar, es dauert eine Weile. Man kann fliegen, also ja, nee, es dauert eine Weile. Mit einem Zug waren es ungefähr zehn Stunden, aber ging gut mit einem, wir hatten von Stuttgart aus einen Umstieg in München und einen in Salzburg. Und dann nochmal einen kleinen in Jesenitsche. Aber dann kommt man schon mit dem Bus. Also das war dann schon fast am Ziel. Kranskja Gorra, das ist ja auch ein bekanntes Skigebiet. Das ist der offizielle Startpunkt. Und auch so die Infrastruktur vor Ort, die ist wirklich super. Da fahren überall Busse. Das war wirklich entspannt und war sogar, ja, also auch mit der Deutschen Bahn hat es gut geklappt. War sogar ein Schnäppchen. Wir sind da zu zweit für 90 Euro hin und zurück gefahren. Also das klingt super. Wer von Hamburg kommt, der hat es natürlich schwieriger. Der kann dann aber nach Jubliana mit dem Flieger und von da aus gibt es dann auch viele nationale Busverbindungen, die dann die größeren Städte anfahren und da ja auch relativ günstig und flexibel kommt man dann vom Flughafen auch in die Region.

SPEAKER_01

Und wie navigiert man? Gibt es eine App oder gibt es direkt eine Trail-Organisation, die vielleicht auch einen GPX-Track zur Verfügung stellt oder ja, wie navigiert man, wenn man unterwegs ist?

SPEAKER_00

Genau, also es gibt eine App, eine eigene, die ist auch super gemacht. Da gibt es auch viele Sehenswürdigkeiten, auch Inhalte dazu. Also die ist wirklich sehr, sehr schön, die App. Und die stellt auch, also es gibt auch sogar für die Zuwege und auch in Etappen geschnittene GPX-Tracks, die sind auch verfügbar. Und die braucht man auch. Es kommt sehr darauf an. Es sind ja diese 16 Abschnitte und ich sage mal so, man merkt genau, wann der Wegewart wechselt, weil man ein anderer Wegewart zuständig ist. Das konnte man sofort sagen. Wir hatten alle sowohl ihre persönliche Handschrift als auch mehr oder weniger Vertrauen in die Navigationsfähigkeiten der Wandernden. Also auf manchen Etappen war es wirklich schwierig. Also ohne GPX nach irgendwelchen Schildern laufen wäre fast unmöglich gewesen. Aber selbst mit GPX musste man wirklich so ein bisschen hier Wünschelroutengänger, wo man einfach mal, wo man aus dem Wald rauskommt und dann ist da eine riesige Wiese und null Hinweis darauf, an welcher Stelle es auf der anderen Seite wieder reingeht. Ich glaube, sowas kennt man. Oder auch ganz viele Trampelpfade. Und dann ist es auch schwierig, wenn kein Schild ist, dann ist es so, dann muss man halt mal probieren. Dann merkt man, oh nee, jetzt läuft die Route weg von dem vorgezeichneten Weg digital. Also das brauchen wir bei manchen Etappen schon. Da ist es nur mit Kartenmaterial schwierig. Und dann gibt es aber auch wieder andere Etappen, die sind total liebevoll gemacht. Also da ist es, da kann man schon fast im Schlaf laufen. Es ist schon schwieriger, sich zu verlaufen, als den Weg zu finden. Und auch wirklich total liebevoll und goldig, noch irgendwie mit einem Herzchen dahinter auf dem Pass oben. Also wirklich schön gemacht. Also im Großen und Ganzen ist es gut. Nur stellenweise, da sollte man schon mit GPX arbeiten können. Wer steckt hinter dem Trail? Wer organisiert das? Ich glaube, das ist eine eigene Vereinigung. Dieses Juliske Alpe vom Triklauf Nationalpark. Im Endeffekt bin ich mir aber gar nicht sicher, wer das wirklich initial in Verantwortung hat. Da müsste ich jetzt passen. Aber ja, also mit dem Nationalpark wird viel zusammengearbeitet. Es gibt auch solche Touristenkarten verschiedene und die arbeiten auch eng mit dem Trail zusammen.

SPEAKER_01

Ja, prima. Ist der Trail, also ich habe eingangs gesagt, ich habe noch nie von dem Trail gehört. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Trail nicht bekannt ist. Ich kenne nun auch nicht alle Trails weltweit. Ist der Trail bekannt in Europa oder prinzipiell auch in Slowenien? Trifft man also viele andere Wandernde unterwegs oder ist das so einer dieser Wege, wo man relativ allein auf weiter Flur unterwegs ist?

SPEAKER_00

Irgendwo beides. Also eingangs habe ich gesagt, die haben im Vergleich zu vielen anderen Wegen sehr viel Werbung gemacht. Das heißt, sie sind auf Social Media sehr aktiv. Die arbeiten viel zusammen mit Tourismusverbänden, die auch wiederum sehr aktiv sind. Slowenien will ja generell seinen Tourismus fördern. Und da arbeiten die eng zusammen. Also das sieht man oft, dass die einen für die anderen Werbung machen. Da gibt es ja auch diese Bewegung I feel Slovenia, wo dann das Slowenia das Larv so hervorgehoben ist, schöner Werbeslogan. Und auf der anderen Seite, genau in Büchern taucht er zum Beispiel auch schon auf, also wenn man irgendwo europäische Wanderwege, da ist er auch schon drin, da stolpert man ein paar Mal über den drüber. Da wurde zum Beispiel auch nominiert für den innovativsten und herausragendsten europäischen Wanderweg oder Projekte im Jahr 2020. Aber wie gesagt, dann kam halt Corona und ich glaube, das hat der Sache den schönen Aufwind so ein bisschen abgeflacht. Und das heißt, auf der anderen Seite, was du angesprochen hast, ist es tatsächlich so. Also ich bin ja auch schon mehrere Wege gegangen und ich habe da in den ganzen vier Wochen nicht eine einzige andere Person getroffen, die auch diesen Weg gemacht hat. Also fernab von Trail Community oder auch so Trail Angel-Geschichten gibt es da gar nicht, obwohl es der Weg an sich sehr hergeben würde vom Charakter, gerade weil er teilweise ausgesetzt läuft und so weiter. Aber es gibt wenige so Verpflegungsstationen, wo ein Bauer mal gekühlt irgendwo hier honesty bar-mäßig was anbietet oder sowas. Also das gibt es da so gut wie überhaupt nicht. Und ich habe mich auch wirklich gefragt, warum haben wir da so gar niemanden getroffen. Weil es sind schon einige unterwegs, aber zu wenige, dass das in irgendeiner Art und Weise sich matchen würde. Ich meine, zum einen liegt es bestimmt daran, dass ich ja nicht die Etappen wie vorgeschrieben gegangen bin, sondern die ein bisschen anders geschnitten habe mit meiner Tochter. Da war man, glaube ich, oft antizyklisch unterwegs. Vielleicht liegt es auch noch daran, dass wir im August unterwegs waren und da waren teilweise 34 Grad. Vielleicht waren da auch manche, wobei diese kalte Socca, ich glaube, ich wäre unter 30 Grad wäre ich da bestimmt nicht rein. Aber dadurch, dass es so heiß war, hat man wenigstens wirklich Lust gehabt auf die kalten Flüsse, weil die sind wirklich extrem kalt. Aber die haben dann richtig Spaß gemacht. Ja, aber deswegen waren vielleicht auch ein paar weniger unterwegs, die dann doch wegen den hohen Temperaturen irgendwie nochmal umgeplant haben. Aber man hat wirklich total dieses Feeling, man läuft stundenlang durch den Wald und kommt einem keiner entgegen. Und ja, andererseits dann haben wir auch halt wieder diese trubeligen Touri-Hotspots blät zum Beispiel, der wir so einen warmen See und die Burg oder der Bohiniersee. Da hat es dann natürlich wieder richtig viele Touristen oder die Tolminklamm. Also es gibt unglaublich viele Sehenswürdigkeiten, die haben die wunderschön auf dem Weg eingebaut und eingebettet und auch total abwechslungsreich. Und je nachdem, wo man halt ist, kann es einmal läuft stundenlang, mittel im Nirgendwo und dann auf einmal hat man die Busladungen und dann taucht man wieder ein in die Natur. Also es ist eigentlich eine richtig tolle Mischung. Gerade weil man so beide Welten und ja, man kann dann wieder aus der einen verschwinden und in die andere reintauchen. Das macht total Spaß. Oder man kann es auch umgehen. Also wer jetzt sagt, ich möchte gar nichts mit dem Touristen zu tun haben, dann kann man da ziemlich leicht auch dran vorbei.

SPEAKER_01

Ah ja, okay. Du warst mit deiner Tochter unterwegs, die zehn Jahre alt war, zum Zeitpunkt, als ihr auf dem Trail gewandert seid. Ist der Trail für Kinder gut geeignet oder gab es manchmal Situationen, wo du sagtest, ui, vielleicht war das keine so gute Idee?

SPEAKER_00

Doch, also ich habe auch auf der Webseite nochmal geschaut, sie empfehlen, sogar auch für Familien, weil so wie ich eingangs gesagt habe, die Wege sind an sich gut gebar. Und meine Tochter, die hat sogar auch ihr Gepäck getragen, klar an den Tagen, wo wir für drei Tage Verpflegung hatten, da habe ich schon den Hauptteil gewuppt, aber wir haben immer gesagt, sie trägt die Sachen, die wirklich für sie auch sind. Und das war sie dann auch ganz stolz und auch auf die Art und Weise ging es. Ich glaube, die Herausforderung mit Kindern liegt halt eher darin, dass manche Etappen halt doch nicht so abwechslungsreich sind. Also im Gesamtteil ist der Weg sehr abwechslungsreich. Aber so ein Pass zu erklimmen, wo man halt einfach stundenlang 800 Höhenmeter am Stück einfach nur durch Wald stetig bergauf läuft, das ist halt vielleicht nicht für jedes Kind, was da kann man das ein oder andere vielleicht dann auch abschrecken oder vielleicht auch körperlich an Grenzen bringen, wenn sie vorher noch nicht viel wandern gewohnt sind. Aber die meisten anderen Etappen, die sind so kurzweilig und mit Bademöglichkeit und es gibt so viel am Weg zu entdecken und auch ganz viele tolle kleine Museen und Tiere. Und also ich in Gesamtheit oder je nachdem, welche Etappen man rausschneidet, ist das sehr für Kinder geeignet. Ich glaube, gerade der Abschnitt so von Mosna Sotchi, das ist ein Stausee, bis Bowetz oder sogar noch eine Etappe weiter, der ist sehr leicht zu gehen, teilweise auch Radwege dann. Die machen da gerade auch viel in der Region, wo sie Radweitwagen, wie nennt man es Radwanderwege, etablieren. Genau. Und an manchen Stellen ist es ein bisschen ungeschickt noch gelungen, weil da teilen sich die Wandernden mit den Radelnden den Weg und das ist, die sind super schön ausgebaut, die Radwege. Aber man konnte einfach, und da gab es viele. Also von Radfahrern, glaube ich, da ist tatsächlich mehr Community da, weil da war erstaunlich viel los. Aber das war dann gerade bei der Schlussetappe nicht besonders schön, da zu laufen. Die war dann fast nur auf dem Radweg und dann musste man auch hintereinander laufen, einfach weil selbst zwei wandernde nebeneinander zu viel von der Fahrbahn genommen haben. Dann ist man dauernd angeklingelt worden. Ja, aber im Grunde genommen, zurück zu der Empfehlung für Kinder, der Abschnitt zwischen Most Nasochi und Bowitz, der ist super. Da gibt es auch Rafting-Angebote und Kajak und Seilrutschen und so ein bisschen Actionprogramm und Klammen und also da ist auch kleinteiliger, das sind auch keine so langen Etappen dazwischen. Also wenn ich wo eine Woche rausschneide und so habe ich es auch für meine Touren gemacht, die ich anbiete, dann ist der Abschnitt, glaube ich, so am kurzweiligsten.

SPEAKER_01

Und zum Schluss noch, Sabine, was war ein Highlight und was war ein Lowlight? Ich versuche ja immer so ein bisschen Realität, also das kann ja nicht immer alles nur super gut sein. Vielleicht fangen wir mit dem Lowlight an und dann anschließend lass uns mit dem Highlight unsere Short and Dirty über den Juliana Trail abschließen.

SPEAKER_00

Die Lowlights, ich hab's glaube ich schon genannt. Das war diese letzte Etappe oder die letzten anderthalb Etappen. Da hat man, glaube ich, versucht, den Kreis zu schließen. Und man ist ja auch tatsächlich einen Tag dann in Italien drüben. Man geht quasi zu Fuß über die Grenze und bis zur Grenze geht man Pass hoch. Und bis dahin war es schön und dann muss man aber irgendwie an der Straße entlang die Passstraße mit den Autos irgendwo hinter der Leitplanke. Und also das war nicht wirklich schön gemacht. Dann kommt zwar nochmal ein toller Stausee, aber auch die letzte Etappe, die war dann eigentlich fast nur auf dem Radweg. Und das war das war zum Abgewöhnen, sagen wir es mal so. Hat ja dann auch vielleicht wieder sein gutes, aber für das Highlight reicht es definitiv nicht. Die Highlights, die waren wirklich die Aussichtspunkte. Es gab an zwei, drei Stellen Hammer Aussichtspunkte und man läuft durch den Wald und es ist wirklich howling. Man läuft durch den Wald, es geht bergauf. Und so unvorhergesehen steht man plötzlich vor der Aussicht und haut einem um diese türkischen blauen Seen, dieses super klare Wasser, der Weitblick, die Mischung aus Wald und den Alpen im Hintergrund. Also ich hatte nie umwerfendere Ausblicke als da. Und vor allen Dingen mit dem Überraschungseffekt. Also es ist allein dafür hätte es sich schon gelohnt.

SPEAKER_01

Klasse. Also wer jetzt keine Lust bekommen hat, den Juliana-Trail selber zu gehen, da weiß ich auch nicht. Anschwärmten empfehlen. Liebe Sabine, ich danke dir dafür, dass du uns mitgenommen hast auf diesen interessanten Trail. Und auch vielleicht an alle Zuhörenden da draußen. Ich wäre natürlich auch mal ganz neugierig, wer von euch ist den Trail schon mal gegangen. Also meldet euch gern bei mir. Und Sabine, danke dir dafür und bis zum nächsten Mal.

SPEAKER_00

Ja, vielen Dank für die Gelegenheit, den tollen Trail vorzustellen.

SPEAKER_01

Das war unser Short Dirty zum Juliana Trail. Also ich finde, das hört sich alles richtig, richtig gut und spannend an. Und auch wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, nicht nur neue Wege zu entdecken, sondern dabei auch beruflich oder persönlich den nächsten Schritt zu gehen, dann schaut unbedingt bei Prinz Piration vorbei. Und vielleicht ist Sabine Prinz die richtige Coachin für euch. Egal ob Coaching-Wanderungen in den Alpen oder Touren an der Algave, Sabine unterstützt euch dabei, die Ruhe der Natur für eure eigene Weiterentwicklung zu nutzen. Alle Infos zu Sabines Angeboten findet ihr direkt in den Shownotes. Ja, und hast auch du eine Mehrtageswanderung gemacht, die du gern mit einer etwa 10- bis 15-minütigen Nachricht hier vorstellen möchtest, dann melde dich gern bei mir. Kontaktinfos etc. findest du wie immer in den Shownotes. Ja, und last but not least, wenn du Wanderwach und Kaffee unterstützen möchtest, dann verteile gern 5 Sterne in deiner Podcast-App und werde Mitglied bei Wanderwach Plus. Dort erhältst du unter anderem Zugang zu Bonusfolgen. Nun aber wie immer Happy Trails, eure Mareike