Wanderwach & Kaffee

Allein auf dem Hebridean Way - Mit Jeanette unterwegs in Schottland

Trail Talk mit Mareike Schmidt Season 1 Episode 144

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Heute nehmen wir euch mit an die Ränder Europas: Es geht auf den Hebridean Way in Schottland. 

Ich spreche mit der leidenschaftlichen Weitwanderin und Trailrunnerin Jeanette über ihre Entwicklung als Wanderin von den ersten Schritten in der Eifel bis hin zu einem 300 Kilometer langen Solo-Trekking-Abenteuer auf den Äußeren Hebriden. Jeanette teilt ganz offen ihre anfänglichen Zweifel und ihren Respekt vor dem Alleinwandern als Frau. Sie erzählt, wie aus einer organisierten Hotel-Tour mit Gepäcktransport über den ungeplanten Corona-Eifelsteig im Zelt eine Liebe zur absoluten Freiheit des autarken Fernwanderns wurde. Die Äußeren Hebriden wurden für sie nicht nur landschaftlich zu einem absoluten Traumziel, sondern auch zur mentalen Generalprobe für Te Araroa in Neuseeland.

Schon die Anreise ist ein Erlebnis für sich: Jeanette ist mit einer kleinen Propellermaschine zum Startpunkt geflogen. Dabei diente der Strand direkt als Landebahn; alternativ kann man auf gut getaktete Fährverbindungen vom schottischen Festland zurückgreifen. Jeanette gibt neben ihren Erfahrungen auf dem Trail auch Tipps, was man abseits des Weges auf den Hebriden entdecken und erleben kann.

Ein Gespräch über die Überwindung von Ängsten, den Umgang mit den typischen „Hast du keine Angst?“-Sprüchen und das unbezahlbare Gefühl, das eigene Selbstbewusstsein durch die Einsamkeit des Trails nachhaltig zu stärken. Plus: Warum Ohrstöpsel ein Gamechanger bei Übernachtungen im Zelt sind.

Viel Spaß beim Hören,

Eure Mareike



Jeanette auf Instagram folgen:

https://www.instagram.com/jeanette.klein.eifel/

Mehr zum Hebridean Way: 

https://www.visitouterhebrides.co.uk/hebrideanway

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Auf ...

SPEAKER_01

Heute geht's nach Schottland. Es ist zugegebenermaßen schon mittlerweile eine ganze Zeit her, dass ich mich mit Jeanette über ihre Wanderung auf dem Hybridian Way unterhalten habe. Und ja, jetzt kommt schon so ein kleiner Spoiler, zumindest was das Gespräch betrifft, was ihr gleich hören werdet. Seit unserem Gespräch haben Jeanette und ich uns tatsächlich auch zum Kaffee in Auckland getroffen, kurz bevor sie ihre Wanderung auf Tee Aurora begonnen hat. Ja, aber leider musste sie aufgrund eines familiären Notfalls zu Hause in Deutschland ihre Wanderung abbrechen. Oder sollte ich besser sagen, unterbrechen. Denn Jeanette brennt darauf, nach Neuseeland zurückzukehren und weiter den TA zu erwandern. Aber heute geht es erstmal nach Schottland und an dieser Stelle auch ganz liebe Grüße an Jeanette. Denn wenn diese Episode erscheint, wird sie wieder in, ja wo auch sonst, in Schottland unterwegs sein. Und damit herzlich willkommen bei einer neuen Episode von Wanderwach und Kaffee. Mein Name ist Mareike, ich liebe das Weite Wandern und rede in meinem Podcast mit Gästen, denen es ganz genauso geht. Ihr findet Wanderwach und Kaffee toll und wollt den Podcast und meine Arbeit unterstützen? Das könnt ihr tun, indem ihr den Podcast abonniert und möglichst viele Sterne verteilt. Ihr könnt euch auch bei Wanderwach Plus anmelden, der Wanderwach Community. Und so erhaltet ihr Zugriff auf Bonusfolgen und den Community Newsletter. With eurer Unterstützung kann ich Wanderwach und Kaffee weiterhin regelmäßig anbieten und spannende Gäste einladen, die von interessanten Trails erzählen. So, jetzt aber viel Spaß beim Hören des Gesprächs mit Janette über den Hybridian Way. Ja, hallo und herzlich willkommen bei Wanderwach und Kaffee, liebe Jeanette.

SPEAKER_00

Ja, hallo Mareike. Schön bei dir zu sein.

SPEAKER_01

Ja, du, ich freue mich total, dich heute als Gästin by me to have. Denn du warst this year in Schottland unterwegs. And I have nearly a Short Dirty Folge veroffed with the wunderbaren Katharina, who the Cape Ruth Trail erzählt had. And as I the episode veröffentlicht, is mir so aufgefallen, dass ich total wenig im Podcast über Schottland rede. And Short Dirty hat nun mal zu eigen, dass mir Gäste Nachrichten schicken über den Trail und es ist eigentlich kein richtiges Gespräch. Und deshalb freue ich mich total, dass ich mit dir heute über das Wandern in Schottland sprechen kann. Und ich würde mal sagen, wir legen einfach los. Aber bevor wir richtig loslegen, liebe Janette, natürlich auch meine klassische Einstiegsfrage an dich, nämlich wer bist du, wo bist du und was machst du, wenn du nicht in Schottland unterwegs bist?

SPEAKER_00

Ja, ich bin Janette und bin jetzt aktuell zu Hause in der schönen Eifel, die auch wunderbar zum Wandern geeignet ist. Und ja, wo ich meine Wanderkarriere quasi auch gestartet habe. Und was mache ich, wenn ich nicht wandere? Dann laufe ich viel. Bin Trailwanderin. Genau. Und ja, gehe meiner Arbeit nach und habe meine Familie, mit der ich hier zusammenlebe.

SPEAKER_01

Ja, wunderbar. Danke. Und Eifel, ja, also da denke ich natürlich auch sofort an diverse Wanderwege und schöne Landschaft. Und da kann man sich bestimmt austoben. Und ich sage hin und wieder: Dadurch, dass ich in Thüringen geboren wurde und ganz in der Nähe vom Rennsteig aufgewachsen bin, hatte ich fast keine andere Wahl, als irgendwann gerne zu wandern. Und ist es bei dir ganz ähnlich? Also wenn man in der Eifel lebt, hat man eigentlich keine andere Wahl, als tatsächlich auch gern zu wandern? Beziehungsweise, wie bist du zum Wandern gekommen?

SPEAKER_00

Genau, wie gesagt, erstmal bin ich ganz viele Jahre gelaufen, immer schon seit ich acht Jahre alt bin, aktiv und halt laufend unterwegs. Und habe dann tatsächlich erst später das Wandern entdeckt und gemerkt, dass es doch schöner ist, anders schön, weil man langsamer unterwegs ist und bewusster doch die Natur wahrnimmt als im Laufschritt und erst recht auf den Wettkampf oder genau. Es war eigentlich dann tatsächlich auch Schottland und die Kombination mit Schottland, die mich zum Wandern gebracht hat. Ach was.

SPEAKER_01

Ja, genau. Und ja, in Schottland, du warst ja auf einem ganz bestimmten Weg unterwegs, über den wir auch sprechen wollen, aber ich gehe noch nicht darauf genauer ein, sondern ich möchte noch ein bisschen mehr wissen, wie du zum Wandern gekommen bist. Und du hast jetzt schon angedeutet, ja, auch Schottland hatte ich ein bisschen zum Wandern gebracht. Warst vorher schon mehrfach in Schottland unterwegs?

SPEAKER_00

Genau, ich habe meine erste Wanderung oder Mehrtageswanderung in Schottland absolviert, gemacht.

unknown

Ja, ja.

SPEAKER_00

Genau, erst noch die Luxusvariante, dass wir mit durch eine über eine Agentur was gebucht haben. 14 Tage von Inverness na auf die Eye of Sky. Mit einem Gepäcktransport, mit Übernachtungen in Hotels und ja, war es wirklich auch richtig schön, war wirklich ein Sehnsuchtsland und ja, da war ich infiziert, wie so viele andere auch. Und genau, da wird das Wandern. Und wie lange ist das her? Das war 2018. Okay. Genau, sicher. Ein bisschen was her, richtig.

SPEAKER_01

Ja, also und das war deine erste längere Tour oder deine erste Mehrtagestour auch.

SPEAKER_00

Während der ersten Schottland-Reise habe ich mir dann in einem Souvenirgeschäft einen kleinen Geldbeutel gekauft und aus Harris Tweet. Und das fand ich halt so schön, so hübsch und habe gesehen, da auf näher steht auch Harris Tweet drauf. Und da habe ich gedacht, wo ist denn Harris? Und hab dann halt gegoogelt und dabei entdeckt, oh, das sieht aber schön aus, das ist auf den äußeren Hybriden. Und hab gedacht, boah, da muss ich hin. Das sieht ja aus wie die Karibik, also wirklich traumhaft schön die Strände, allein auf den Fotos. Ich dachte, Wahnsinn, auch Schottland, unglaublich. Ja, so war dann der Plan, okay, wir wandern wieder, gerne, dann ein Jahr später auf den äußeren Hybriden. Ja, das war aber dann 2020. Das waren dann zwei Jahre später. Und ja, wir wissen, was jeder, jeder weiß, was dann war, dann kam Corona. Ja, und dann konnten wir halt nicht nach Schottland reisen, sind dafür dann den Alfisteig gewandert. So kommen wir jetzt wieder zurück in die Alphe, in meiner Heimat, genau. Ja, es ist ein bisschen so Umwege. Und das war dann auch die erste Trekking-Tour. Wir dachten, okay, wegen Corona, so mit Unterkünften, also was machen wir? Wir gucken und besorgen uns Zelt, Rucksack, alles, was wir brauchen für eine Trekkingtour. Und so war das dann meine erste oder unsere mit meinem damaligen Partner. Da sind wir dann zusammen den Eifelsteig gewandert mit Zelt und der ersten Ausrüstung, viel zu schwer. Auch ein Abenteuer für sich.

SPEAKER_01

Also, also ja, du hast ja gesagt, die erste Tour, die ihr in Schottland gemacht habt, das war mit Gepäcktransport. Und jetzt der Eifelsteig, oder das heißt jetzt im ersten Corona-Jahr, so wie ich das verstanden habe, wart ihr dann auf dem Eifelsteig unterwegs mit eigener Ausrüstung. Wie war das dann plötzlich? Von, ich sag mal so, die ganze normale Wander-Evolution von Tagestouren zu meinem wegen einer Wochenendtour, dann hin zu einer Tour, wo man Gepäck transportieren lässt und dann natürlich letztendlich auf den Eifelsteig mit eigener Ausrüstung. Wie war das? Wie hat sich das angefühlt? Komplett anders.

SPEAKER_00

Aber ganz frei. Also schon, ja, wir waren doch sehr ganz unerfahren und hatten auch Angst gehabt so mit den Wildcampen, was man ja eigentlich nicht darf und wir haben es aber dann doch gemacht. Und ja, es war wirklich sehr abenteuerlich, aber richtig, richtig toll. Also ja, also für mich war es was ganz Besonderes und ich war auch da, wo ich dachte, das ist so, was ich will und was ich brauche und was ich weiter ausbauen möchte, auch auf die Ausrüstung bezogen. Und genau, ich hatte wirklich so voll Blut gelegt am Trick. Genau. Also zwischendurch hatten wir auch Unterkünfte, klar, mal zum doch, mal zum Duschen oder für mal welche trocken zu bekommen oder zu waschen. Das schon.

SPEAKER_01

Aber die äußeren Hybriden, die haben dich nicht losgelassen, richtig?

SPEAKER_00

Nee, die haben mich nicht losgelassen. Die waren immer in meinem Kopf und ja, bis dieses Jahr habe ich mir dann meinen Traum oder meinen Wunsch erfüllt und habe sie dann besucht. Genau. Genau.

SPEAKER_01

Und jetzt lasse ich die Katze auf Tipps ab. Wir reden über deine Tour auf dem Hybridian Way. Also das ist ein Fernwanderweg, der sich über die kompletten äußeren Hybriden zieht. Bevor ich dich löchere, welche Erfahrungen du gemacht hast, lass uns vielleicht erstmal zusammentragen, was es mit dem Trail so richtig auf sich hat. Jeanette, wie lang ist der Trail? Wo startet der? Wo endet der Trail? Vielleicht einfach mal so ein paar Fakten zum Weg an sich.

SPEAKER_00

Genau, also der Wanderweg ist eigentlich, sagen wir mal, 252 Kilometer lang, der Hippreedine Way. Also ich habe 300 Kilometer bin ich gewandert, weil ich noch ein Stück dran gehangen habe. Also es ist eine optionale Wanderstrecke, weil ich wollte wirklich vom nördlichsten, nee, vom südlichsten Punkt zum nördlichsten Punkt gehen. Das heißt, ich bin gestartet in Vaterssee, bin dort gar nicht spannend mit einer kleinen Propellermaschine gelandet. Das war ja schon Abenteuer an sich. Also allein deswegen kann ich den Weg nur empfehlen zu gehen oder eine Reise überhaupt auf die äußeren Hebriden. Ganz kurz kann ich erzählen, wie es war von dem Flug, mit der kleinen Propellermaschine. Ich habe natürlich Reiseführer mir besorgt oder ich hatte die ja schon und habe auch gesehen, ach ja, hier sind kleine Maschine, aber gar nicht so abgespeichert. Und man stiefst und sagte noch, du fliegst da mit dieser Propellermaschine. Oh, ach okay. Ja, dann war es soweit. 14 andere Menschen in dieser kleinen Maschine, wo man gar nicht stehen konnte, weil die so klein war, also innen drin. Und dann ging es los. So Holper die Holper und gar nicht so hoch. Man konnte so schön auch die Landschaft vorbeifliegen, sehen, war schon traumhaft schön. Dann das Highlight war, beim Landeanflug ist keine Landebahn im klassischen Sinne, sondern auf dem Strand. Auf dem Strand wurde gelandet und man ist ausgestiegen, direkt am Meer. Und ich hatte Glück, die Sonne schien. Es war da schon. Ich war überwältigt, ich war den Tränen nahe. Es war einfach schon das erste Highlight, da anzukommen. Genau. Das fuchte ich mal vorweggenommen. Ja, also es ging dann von Vatersee über die ganzen Inseln, es sind zehn Inseln, bis ich bin zum Leuchtturm, zum auf Bad gewandert. Bad of Lewis. Bad of Lewis, sowas, genau. Bad of Lewis. Habe ich heute recherchiert. Genau. Richtig. Ja, wo liegen die äußeren Hebriden? Ganz im Westen Schottlands und ziehen sich über die 200 Kilometer von Süden nach Norden. Genau. Die sind so wie ein Schutzschild von dem Festland, kann man das sehen. Ja, und danach kommt halt auch nichts. Also danach kommt der Atlantik und dann irgendwann kommt dann die Küste von Kanada.

SPEAKER_01

Also ich bin total fasziniert allein von dem Fakt, dass man mit dieser Propellermaschine auf dem Strand landet. Also auch schon, als du mir das geschrieben hattest in einer E-Mail, dachte ich, boah, was für ein cooler Start einer Wanderung. Aber nichtsdestotrotz. Also ich finde das natürlich auch immer cool, mit kleinen Propellermaschinen anzufliegen. Gerade wenn man nicht so hoch fliegt, sieht man auch was, aber gäbe es auch noch eine andere Möglichkeit, auf die äußeren Hybriden zu kommen?

SPEAKER_00

Ja, auf jeden Fall. Die meisten tatsächlich kommen auch mit der Fähre. Also die anderen, die ich getroffen habe, waren alle mit der Fähre gekommen. Genau. Entweder von der Isle of Sky. Oder es gibt noch, es gibt mehrere Möglichkeiten. Also genau, man muss da nicht fliegen. Und von Insel zu Insel kommt man da auch mit der Fähre? Oder richtig? Brücken? Genau, es gibt Brücken. Zweimal musste ich aber mit an der Fähre fahren. Sonst geht man über Autobahnbrücken tatsächlich. Aber gibt es auch einen Fußweg, dass man da irgendwie zu Fuß drüber gehen kann? Autobahn hört sich auch jetzt an. Nee, das ist keine Autobahn. Also es ist ja ziemlich klein und dann schmal. Also wenn jemand sich das auf der Landkarte anschaut, also die Straßen sind schmal auch, ja. Also man kann aber als Fußgänger da gut gehen. Trotzdem muss man aufpassen, ja.

SPEAKER_01

Ja, ja. Okay. Und wenn man den Weg beendet hat, wie kommt man wieder weg? Fliegt man da auch wieder mit einer Propellermaschine? Oder sagt man, ich will hier sowieso nie wieder weg, ich bleibe gleich hier und kaufe mir so eine kleine Mitte am Strand.

SPEAKER_00

Ich wäre auf jeden Fall gerne länger geblieben. Nein, ich bin auch wieder zurückgeflogen, aber dann von Stoneway. Also ich hätte fast bei meiner Planung das übersehen und hätte auch hin und rückflug vom selben Flughafen gebucht, wo ich dachte, nee, Moment mal, ich bin ja da nicht mehr, ich gehe ja weg und komme ja nicht wieder zurück. Genau. Und von Stoneway ist halt die größte, größte Stadt. Ist auch wirklich klein. Aber da fliegen dann normale Maschinen. Also nicht groß, groß, aber keine Propellermaschine, schon größer. Ah ja. Oder halt die Fähre wieder nehmen, genau.

SPEAKER_01

Und wenn man dann unterwegs ist, ist der Weg gut ausgeschildert oder ist das eher so eine Art Route, wo man sich so ein bisschen selber seinen Weg suchen muss? Also wie soll man sich das vorstellen mit den Hybridian Way?

SPEAKER_00

Also die Beschilderung ist wirklich gut, doch. Also es sind wirklich immer oft zur Fähle und dann ist halt die Plakette von dem Hybridian Way, von dem, ja, wie das aussieht, abgebildet. Oder halt auch richtige Wegweiser, wo auch noch Kilometerangaben drauf stehen, gerade an den Straßen, damit man so eine Orientierung hat. Aber man muss entweder wirklich auch gut schauen. Also ich habe mich trotzdem auch zweimal verlaufen, gerade im Moor. Kann ja auch mal so ein Pfahl umgekippt sein. Und also man geht wirklich von dem Pfahl zu Pfahl und man steht dann irgendwo nirgendwo, muss ich wirklich so umgucken und denke, okay, wo ist das der nächste Pfahl? Und ja, einmal habe ich keinen gesehen und trotz meiner Navigation, die ich auf meiner Uhr habe, habe ich mich verlaufen. Aber das war eher dann halt mein eigener Fehler. Ja, aber sonst, nee, er ist wirklich gut ausgeschildert. Doch. Okay.

SPEAKER_01

Und wo kann man übernachten entlang des Weges? Kann man zelten oder muss man in gewisser Weise von Bed and Breakfast zu Bed and Breakfast gehen? Wie ist das organisiert?

SPEAKER_00

Also ich hatte auf jeden Fall mein Zelt dabei, was auch gut war. Weil Übernachtungsmöglichkeiten gibt es jetzt nicht so viele. Also es hat sehr dünn besiedelt und gerade auch im Süden. Aber da gibt es auch Hostels und da habe ich auch gestartet, meinen ersten Tag in dem Hostel geschlafen und dann bin mein Zelt weiter. Und man kann in Schottland halt wild kennen. Das ist natürlich ein Riesenvorteil. Ja, es war, wo ich dazu sagen, ja, meine erste Solowandertour und ja, so allein im Zelt habe ich vorher auch selten oder noch gar nicht wirklich geschlafen. Ja, aber das ist eine andere Geschichte. Komm, ich kann zurückkommen. Ja, aber es ist halt, wie gesagt, kein Problem. In dem Sinne, man kann sein Zelt überall aufstellen, aber die Weggegebenheiten geben es nicht unbedingt immer her, weil es Schottland ist, es halt wirklich auch viel Moorlandschaft, viel Wasser und jetzt auf so einer Insel nochmal mehr Wasser, drumherum, ja noch vom Meerwasser halt. Ja, von daher war es nicht immer so einfach, dann auch ein Plätzchen zu finden, was trocken ist. Ah, okay. Genau. Aber es gibt dann auch Campingplätze. Also ich hatte zum Glück vorher doch auch geschaut, wo gibt es Campingplätze? Oder es gibt ja, wie gesagt, die Reiseführer, wo man auch sieht, da gibt es halt die Möglichkeiten oder auch Unterkünfte, die Hostels. Genau.

SPEAKER_01

Wann ist denn ein guter Zeitpunkt, dort wandern zu gehen? Weil ich habe natürlich gewisse Vorurteile, was schottisches Wetter angeht, aber da frage ich dich gleich noch dazu. Vielleicht erstmal, was ist eine gute Zeit, um den Hybridian Way zu gehen?

SPEAKER_00

Also ich war ja im Juni da und ich fand es optimal, den Juni. Also ich denke, also Sommer. Ich würde schon den Sommer nehmen. Trotzdem war es sehr windig. Sonst Freunde Tom Medies ist ein paar Wochen später gegangen, da war genauso viel Wind. Es wird wahrscheinlich an der Lage liegen. Ja, das hatte ich so auch nicht erwartet, dass es so windig ist. Und das Wetter ist in Schottland einfach wechselhaft. Also ich glaube, ob man jetzt im Frühling oder ja, egal, irgendwie unterwegs ist klar, von der Temperatur wird es Unterschiede geben, aber ja, es hat auch viel geregnet. Also viele sagen auch aus wegen dem guten Wetter, fliegst du bestimmt nicht nach Schottland.

SPEAKER_01

Dann nimmst du gleich was vorweg, was ich dich jetzt nämlich fragen wollte, nämlich das, was ich denke, wenn ich an Schottland denke, ist, dass es ja irgendwie ständig regnet und es sehr windig ist und dass man nicht nur von oben nass wird, sondern auch von unten, weil man eben durch Moore gehen muss, wie du gerade schon gesagt hast. Und an was ich aber noch denke, ich höre immer wieder von diesen kleinen Midges, also von diesen, was sind diese kleinen Mücken, oder? Wie ist es überhaupt mit Insekten? Also Insekten und Regen, das ist das, an was ich denke, wenn ich Schottland höre. Was ist dran an der Sache, Janett? Alles, alles ist richtig.

SPEAKER_00

Also es ist halt genau das, was für mich ausmacht. Aber ja, es gibt halt die Kribbelmücken, diese Mitschis. Also entweder man hat Regen, es ist halt windig, wenn es das nicht ist, die Sonne scheint, dann sind die Midchis da. Also irgendwas ist immer. Ja, aber das ist halt Natur pur. Also entweder man liebt es oder nicht. Also auch, man hat, also ich hatte immer nasse Füße. Ja, du sagst, entweder von oben nass oder von unten nass, also bei schönwettern, ne? Durchs Moor, nasse Füße. Ja, machte gar keinen Sinn, irgendwie die Schuhe trocken zu bekommen, weil da wieder alles am nächsten Tag wieder nass, ja.

SPEAKER_01

Und also ich habe heute nochmal so ein bisschen nach dem Weg recherchiert. Und die Bilder, die ich im Internet gefunden habe, Chanette, das ist ja der Wahnsinn. Also ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Also ich bin hier ja in Neuseeland schon sehr verwöhnt, was so türkisfarbenes Wasser und so angeht und blauer Himmel. Aber die Bilder, natürlich auf der Website vom Hybridian Way, die zeigen da keine verregneten Bilder. Die zeigen natürlich auch die äußeren Hybriden von seiner besten Seite oder von ihren besten Seiten. Aber Wahnsinn, was für eine schöne Gegend. Vielleicht magst du so ein bisschen beschreiben, was man unterwegs sieht, wenn man eben diese, das muss ich kurz schauen, 252 Kilometer Weg geht, beziehungsweise du bist ja knapp 300 Kilometer gegangen. Also was sieht man unterwegs? Wie soll man sich die Landschaft vorstellen?

SPEAKER_00

Ja, also man sieht halt die Berge und das Meer. Das finde ich ja schon total schön und spannend und das liebe ich halt auch jetzt an dem Weg. Man ist immer an der Nähe von der Küste. Ja, wenn man halt einen Aufstieg gemeistert hat, da hat man halt immer einen total schönen Blick auf die Küste, auf das Meer. Und ja, fange ich jetzt schon an zu schwärmen. Und Janett strahlt. Ja, das ist wirklich immer sehr für mich dann emotional gewesen, dass jeder Tag war für mich dann so, ja, wenn ich die, das ist wirklich fast nicht schwer, in Worte zu fassen, die Berge zu sehen und ja, dieses wilde und dieses Natürliche, dieses Friedwohl und Stille, was er auf dem Weg hat, den Weg auch ausmacht, weil er halt nicht so bekannt ist und auch nicht so viele Wanderer unterwegs waren, also überhaupt sehr wenig Menschen insgesamt unterwegs waren, gerade am Anfang. Klar, die Landschaft ist ja schon karg. Man sieht wenig Bäume, bis auf gar keine. Also es gibt kaum Wald. Es hat wirklich so Heidelandschaft, die Hügel, die Berge sind halt bewachsen, schon grün, bräunlich. Ja, aber so Sand, weil die sind ja nicht spitz, die Berge, die sind ja abgerundet. Und es gibt gerade am Anfang auch noch nicht so viel steiniger Weg, sondern wirklich diese Moorlandschaft. Auch das kann sich kaum einer vorstellen, wie das ist, im Moor zu gehen. Also es ist nicht ein Moor Moor, wo man ja versinkt ohne Ende, sondern hat die Füße versinken so ein bisschen wie auf Moos. Aber der ganze Fuß versinkt dann schon, je nachdem. Klar, je nachdem, wie viel es regnet, ist, ist dann matschiger, als wenn es nicht so viel geregnet hat, ist das logisch. Wie ist der Weg noch am Anfang? Ja, teilweise auch über Straßen. Aber es ist, denke ich, auch daran gelegen, dass die Insel auch so schmal ist. Man muss dann die Straßen nehmen, weil sonst ist es einfach zu unwegsam. Also dann ist es doch zu viel Sumpf dann auch. Es ist nicht nur Moor, wo man durchgehen kann, sondern hat wirklich Wasser. Also das wäre, glaube ich, doch auch zu gefährlich, da crossover zu gehen. Also, nee, da muss man schon auf dem Weg bleiben, würde ich auch wirklich so sagen. Und die Straßenabschnitte sind halt dann da. Was aber lustig war bei den Straßen. Jeder that. Jedes Auto, egal, jedes Fahrzeug, oder Fußrändern waren ja keine da, die haben einen gewunken. Man wurde immer begrüßt, immer, von egal von wem. Ich dachte nicht, wer kennt mich denn hier? Nee, das war einfach so. Man wurde immer begrüßt. Das war so schön, also ein schönes Gefühl. Ja, total toll. Sonst, später wurde es dann ein bisschen noch steiniger, es wurde auch mehr gebirgig, also gerade auf der Isle of Harris, das war dann, sagen wir mal, über die Hälfte des Weges, da ging es schon auch, ja, gab es schon auch Anstiege, also wo es schon ein bisschen anstrengender wurde. Für mich schöner. Ich fand es dann noch toller, weil ich jetzt mehr noch mag, war das noch mehr. Ja, die Natur war noch impulsanter und man war noch mehr so irgendwo im Nirgendwo, wo wirklich niemand war. Es gab auch weniger Dörfer, sondern, ja, das war niemand da, außer hunderte von Schafen. Genau. Also ich habe mich wirklich immer sehr beobachtet gefühlt, weil, keine Ahnung, ich habe mich hingesetzt und so. Und auf einmal dachte ich gar nicht so beobachtet vor. Da gucken mich, weiß ich, drei Schafe dann an oder mehr. Das macht den Weg noch aus, ja. Die Begegnungen unterwegs, die Menschen, die ich getroffen habe.

SPEAKER_01

Also vielleicht erstmal, gibt es überhaupt andere Menschen, die du gesehen hast, die den Weg gegangen sind? Oder warst du relativ allein auf weiter Flur als Wanderin?

SPEAKER_00

Tatsächlich habe ich Menschen kennengelernt, getroffen, die auch den Weg gegangen sind und auch mit mir gestachtet sind. Das war noch so mit auch das Schönste irgendwie durch Zufall. Genau, also zwei andere Wanderer, alle Solo-Wanderer. Fand ich auch toll und auch spannend und interessant. Wie gesagt, war für mich auch alles ganz neu. Und ganz viele sagten auch, wie kannst du das denn machen, alleine? Hast du keine Angst? Also den Satz, den habe ich ja, kennst du ja auch, also den hört man ja unentwickelt. Ich glaube, den kennt jede wandernde Frau. Ja, genau. Ich verstehe die Frage dann nie. Denke ich, wo ist das Problem? Naja, egal. Auf jeden Fall waren die auch allein unterwegs. Und ja, mit einem, mit dem Chris bin ich dann auch die erste Etappe tatsächlich auch gegangen, durch Zufall im strömenden Regen. Ja, aber trotzdem haben sich die Wege immer wie mal geändert, weil ich einen anderen Endpunkt hatte als er. Und aber irgendwann hatte man sich wieder getroffen. Und auch eine andere Dame, die wir getroffen hatten im Hostel, die ist anders gestartet. Und doch in irgendeinem Campingplatz haben wir es auf einmal wieder gesehen. Und das war so toll, weil man ist irgendwie direkt so wie eine Familie. Man, ja, hat das gleiche Ziel, wir sind auf dem gleichen Weg unterwegs. Das macht schon einen großen Unterschied aus, als wenn man eine Tagestour macht und einen Hund wickel geht, sondern wir hatten ja alles Ziel. Eigentlich, also Stoneway, sage ich mal, ist das Hauptziel von dem Waldwanderweg. Mein Ziel war ja Butterfluis, der Leuchtturm. Ja, und dann unterwegs, genau, wie war es? Einmal war auf einer lustigen Begegnung gewesen, war ich wieder alleine, also tagsüber unterwegs. Und dann traf ich dann mitten auch nirgendwo im Moor, wo nichts anderes war, saß jemand auf einem Stein und ich dachte schon, ach, das ist bestimmt Janet. Dann gucke ich an, nee. Und sie, hallo, Janette! Wieso kennt die mich denn? Da hatten die anderen zwei von mir erzählt. Und ja, das war auch irgendwo. Ich dachte, wie cool. Mich kennt man schon hier. Und so ging es einem die ganze Zeit. Hat sich immer gesehen, andere haben einen gesehen. Wir waren aber wirklich, sag ich mal, sechs, sieben, die ich getroffen habe, die auf dem Hybriding Way unterwegs waren. Gewandert sind. Weil, ach, das kann man ja auch noch dazu sagen. Es gibt den ja auch zum Radfahren. Also man kann den Hybriding Way auch mit dem Radfahrer abfahren. Genau. Natürlich ist man da auf der Straße unterwegs, aber auch da habe ich ganz viele in den Unterkünften oder Campingplätzen getroffen, die ja mit dem Rad unterwegs waren. Also ich glaube, mehr mit dem Rad als Wanderer, ja.

SPEAKER_01

Also das sind zwei unterschiedliche Wege. Also beides ist der Hybridian Way, aber die Radfahrer bleiben dann natürlich auf der Straße und als Wanderer ist man dann auf einem Wanderpfad unterwegs. Ist das getrennt als?

SPEAKER_00

Ganz klar, ist getrennt, ja. Also wo wir waren, kommt man auch wirklich nur zu Fuß hin, teilweise. Also oder größtenteils, da würde ich sagen. Das ist ja auch das Schöne, dass man als Wanderer wirklich auch sieht, wo man nur zu Fuß hin kommt. Genau, genau, richtig.

SPEAKER_01

Ja, also ich kenne das Gefühl so gut, dass man so gut auch connectet mit den Personen, die auf dem gleichen Wanderweg unterwegs sind, weil man ja doch irgendwo, wie du auch sagst, das gleiche Ziel hat und vielleicht auch die eine ganz ähnliche Erfahrung sammelt, wenn man dann unterwegs ist. Du sagtest vorhin, dass du dich so beobachtet gefühlt hast von den Schafen. Und ich kenne das nur zu gut, weil hier in Neuseeland gibt es ja auch unendlich viele Schafe und gerade auf der Südinsel, wenn man da unterwegs ist, da gucken einen auch immer ganz viele Augenpaare an. Aber abgesehen von Schafen, gibt es dann noch andere Tiere, gerade auch so, wenn ich an den Atlantik denke und das ist ja auch alles relativ nah am Meer, sieht man da vielleicht auch, ja, ich sage einfach mal, sieht man Wale oder sieht man Delfine oder gibt es noch andere Säugetiere, die man irgendwie auf den Hebriden sieht?

SPEAKER_00

Ja, auf jeden Fall. Also, ich habe gesehen, die Seerobben, nee, Seelöwen, ja, die dann, ja, auch einmal durchs, ne, eigentlich immer durch Zufall, dann liegen die da auf dem Stein und genau, Otter, Otter ist dann auch, genau, gibt auch die, was sogar ein Campingplatz heißt, irgendwie Etchers Etter, oder ist das irgendwie ja, Otters? Und meine letzte, mein letztes Stück, was ich gewandert bin, oben an der Küste entlang, da habe ich dann Delfine gesehen. Das war auch wirklich so ein Magic Moment. Auch so ganz unerwartet, weil ich ja oben auf der Steilküste am Wandern war und war gerade am Filme, war es auch so schön, weil ich hatte auch super Wetter hatte und deswegen kann ich auch nur empfehlen, das Stück auch zu wandern, dieses optionale Stück nochmal an der Küste entlang, den Küstenwanderweg. Ja, und ich dachte, das ist für ein Geräusch und Fiebsengehörden. Da habe ich gedacht, und dann, was sind Delfine? Und habe mich so gefreut. Ja, wirklich so ein magischer Moment, ja. Genau, was sieht man noch? Ja, nee, bitte, bitte. Ganz viele Vögel, ganz, ganz viele Vögel. Dafür zeichnet sich die Insel auch aus. Definitiv, dass es so viele Vögel sind. Ein Vogel, ich habe den Namen leider jetzt vergessen. Für Austerntauch oder so. Der habe ich auch. Austernfischer? Ja, der hat mich ein bisschen auch mal genervt, muss ich sagen, weil der so laute Geräusche gemacht hat. Und permanent, klar, wenn man zu nah an den Nestern vorbeikam, dann fühlt er sich bedroht und hat dann halt seine Trohlaute von sich gegeben. Ist er dann. Ja, also gibt es da eigentlich auch Papageientaucher auf den Hebriden? Auf St. Kilda. Das war ja auch noch, was ich gemacht habe, was ich vielleicht dann auch empfehlen würde, eine Tagestour zu buchen nach St. Kilda. Das ist halt drei Stunden Bootsfahrt bis zu dieser Insel. Die ist ja unbewohnt. Also wenn, dann leben jetzt aktuell nur Forscher, die halt, ja, die Vögel beobachten und unter anderem die Papageientaucher. Genau, das war auch so ein once-in-a-lifetime Moment gewesen. Das ist also so eine Vogelschutzinsel, die man besuchen kann?

SPEAKER_01

Oder was hat es damit auf sich?

SPEAKER_00

Genau, die liegt halt sehr abgelegen. Wie gesagt, drei Stunden entfernt. Und da leben noch, ich glaube, zwei Tierarten, die es sonst nirgends gibt. Genau. Da ist auch noch so eine ganz kleine Siedlung, wo halt Menschen gelebt hatten bis vor, ich weiß nicht, 100 Jahren. Und die kann man halt besichtigen. Ja. Und das war wirklich schon sehr beeindruckend. Aber das ist auch immer so ein bisschen tricky, weil meine Tour wurde erst oder wurde dreimal abgesagt. Also abgesagt, dann wieder erst verschoben. Das war dann auch nochmal während dieser Wanderung hatte ich dann auch Stress gehabt. Wegen meinem Tagesausflug, den ich gebucht hatte. Ja, wegen dem Wetter. Aber das sieht man auch wieder, es liegt so abgelegen. Das ist einfach höhere Gewalt. Und ja. Und ja, letztendlich hat es dann doch geklappt, was mich aber dazu brachte, ich musste dann ganz spontan wieder zurück. Ich war eigentlich schon zu weit gewandert und musste dann mit Bus und ja, das war wirklich auch noch ein bisschen holprig. Aber es hat funktioniert. Wieder zurück zu dem Hafen, nach Leverborough. Und konnte dann meine Tour machen. Was auch schön war mit einer, die ich auch, der ich begegnet bin mit Jane. Mit der zusammen haben wir, saßen wir auf einmal dann abends, haben wir uns Zufall getroffen. Ach, du bist auch hier, ja, ich auch. Und da waren wir wieder zusammen und wie Familie. Fantastisch, das war wirklich so ein, ja, wirklich was Besonderes.

SPEAKER_01

Ja. Und so die Menschen, die auf den äußeren Hybriden leben, hattest du da auch ein bisschen Kontakt oder eher nur mit anderen Wandernden?

SPEAKER_00

Ja, eher mit anderen Wandern tatsächlich. Ich hatte zwar auch, ja, immer mal mit, wenn es ja immer mal alleine unterwegs ist, dann quatscht man ja irgendwie auch mit jedem oder die mit einem. Man kommt wirklich viel mehr ins Gespräch, als wenn man zu zweit oder mit mehreren unterwegs ist. Ob es jetzt im Supermarkt war, ja, so Smalltalk da mit der Kassiererin, aber die sind auch alle so offen und so, ja, auch Gespräche. Sie interessieren sich dann auch für einen. Das ist wirklich schon schön. Schönes Gefühl. Also ich habe mich nie allein gefühlt. Im Gegenteil. Also das ist auch, was Schottland für mich auch ausmacht. Das ist einfach auch die Menschen, die doch leben. Die sind auch einfach, einfach gestrickt, sag ich mal, offen und herzlich interessiert.

SPEAKER_01

Das war ja auch deine erste Tour, die du allein gemacht hast. Und du hast eben schon erwähnt, du wurdest ganz oft gefragt, ob nicht Angst hättest, allein zu wandern, so als Frau, was immer so diese blöden Standardsprüche sind. Aber tatsächlich, wie war es für dich, diese Tour tatsächlich auch allein zu machen und allein anzugehen? Hattest du davor Sorgen, Ängste? Hast du vielleicht an einem gewissen Punkt deiner Planung gedacht, ah, ich mach's lieber doch nicht, weil so ganz allein. Nimm uns da vielleicht mal so ein bisschen mit.

SPEAKER_00

Ja, hier muss ich vielleicht doch auch wieder was ausholen, weil das ist, ja, die Tour galt ja auch als Generalprobe für ein größeres Abenteuer, was ich ja geplant habe für dieses Jahr. Aber ich glaube, da kommen wir später auch noch zu sprechen. Ja, da kommen wir noch drauf zu sprechen. Von daher wollte ich oder es auch testen, wie es ist, ja, alleine unterwegs zu sein. Ja, und ich hatte Angst, Angst, eher Respekt, ja, auch mal Zweifel, ob das wirklich alles so hinhaut. Mit meiner Ausrüstung, ja, mit diesem Alleinesein und ja, muss ich schon sagen. Aber natürlich war der Wunsch viel größer und war nie eine Option, zu sagen, ich mache es nicht auf gar keinen Fall. Also das gibt es bei mir nicht. Nee, einmal geplant, dann wird das durchgezogen. Genau.

SPEAKER_02

Sehr schön.

SPEAKER_00

Und es war genau richtig so. Weil ich hatte auch ein Angebot gehabt von einer Gruppenreise, die ich zuvor ja auch als Einstieg gemacht hatte, die Jahre dazu vor. Und da war wieder, hieß es, ja, komm doch mit auf die Lofoten. Und ich war kurz davor, wo ich dachte, naja, das wäre die sichere Variante. Ach, Lofoten wolltest ja auch immer hin. Ich habe mich besonnen gedacht, nein, du bleibst jetzt bei deinem Plan, du bleibst jetzt dabei und machst es alleine. Und das war auch genau die richtige Entscheidung, definitiv. Ich bin dadurch wirklich so gewachsen, habe dann wirklich so viel Selbstvertrauen dadurch gewonnen, weil ich am Ende sagen konnte, ich habe es allein geschafft, ganz alleine. Also es ist ein Gefühl, das ist unbeschreiblich. Also deswegen kann ich wirklich nur jedem empfehlen, das zu machen. Und ich sage es auch jedem, der halt fragt, wie war es denn, ist das erste, was ich sage, das war mein Highlight. Zu spüren am Ende, ja, wie großartig es ist, mit sich selbst alleine unterwegs zu sein. Ja, klar, man hat auch die Verantwortung alleine. Also wenn was schiefgelaufen ist, wo ich mich verlaufen hatte zum Beispiel, ja, da war keiner, dem ich die Schuld geben konnte. Ich war dann selber für mich verantwortlich. Und habe dann auch, ja, waren alle Gefühle zugegen in den 14 Tagen definitiv. Also es ist ja von bis. Also unterwegs war ich dann auch mental wirklich, wo ich dachte, jetzt kann ich mal nicht mehr so in dem Moor und war wirklich erschöpft und so. Ich dachte, ich musste, musste durch, konnte nicht einfach jemand Zelt aufbauen. Das waren schon Momente, ja. Und dann war es mir auch egal, dass ich da alleine liegen musste. Ich war einfach nur froh, eine Wiese zu haben. Ja, also es wirklich schon Tag zu Tag wurde es auch besser, auch mit dem Übernachten, auch mit dem schlafenden Zelt. Die erste Nacht, wo ich wusste, jetzt habe ich Wildcampen eingeplant. Dachte ich, oh jee, wo denn jetzt? Und es wurde ja irgendwann noch dunkel und dann sah ich irgendwo am Weg ein Zelt und ein Fahrrad, wo ich dachte, ach, hier ist schon jemand. Ich frage die Person einfach, ob ich mich daneben legen kann. Dann bin ich nicht so alleine. Es war noch eine junge Frau und dann meinten sie ja natürlich, ne, klar. Und ja, es war dann schon mal ganz gut. Ja, ja. Genau. Und dann, wie gesagt, die nächsten wilden Nächte, wo ich alleine war, war das schon viel besser. Dann, also mein für mich Geheimrezept sind halt die Ohrstöpsel, die ich mir reinmache, weil ich kein Knacksen, kein Rascheln, nichts höre, also nichts, fast nichts höre. Und dann ist auch dieses Aufschrecken. Das ist ja, man ist ja vielleicht sonst in so einer, ja, da man irgendwie denkt, was kommt jetzt? Ich komme da nicht so hoch. Ja, genau, genau. Oder bei jedem Knacksen, dann fährt der Puls ja wieder hoch und dann kann ich hier nicht einschlafen. Und ja, wenn das gar nicht passiert, dann schlafe ich dann auch. Gut, sei mal dahingestellt, aber.

SPEAKER_01

Aber da kann ich vielleicht auch eine kurze Geschichte zu erzählen. Ich schlafe mittlerweile im Zelt auch immer mit Ohrstöpseln, weil ich schlafe einfach so viel besser, wenn ich Oropax im Ohr habe. Weil ich dann eben auch, wie du sagst, nicht jedes kleine Knacken dann höre und dann nicht aufschrecke. Oder ja, ich werde jetzt wahrscheinlich ganz viele böse Gesichter oder irgendeinen kleinen Shitstorm kriegen, aber selbst wenn man irgendwie an dem See oder am Meer übernachtet, so schön das Meeresrauschen auch ist. Aber manchmal ist es einfach too much. Und selbst wenn man da traumhaft schöner Stelle am Meer hat, also ich habe dann meine Ohrstöpsel drin, weil mich das teilweise einfach stört. And ich habe anfangs aber so ein bisschen gezögert mit Ohrstäpseln to schlafen, weil ich dann so meinte, oh, dann höre ich ja nicht, wenn irgendwas draußen so abgeht, dann höre ich ja nicht, wenn sich irgendjemand nähert, or then höre ich ja nicht, when vielleicht gefahren, what these gefahren can. Also man has then your thousand Szenarien in the coffee, what then all. Wahrscheinlich hat er dann einfach durchgeschlafen, wenn vielleicht irgendwie ein Bär um sein Zelt herum geschnüffelt hat, keine Ahnung, wer weiß. Aber für mich war das dann auch die Inspiration, probiert das doch einfach mal aus und guck einfach mal, was passiert. Oder eben was nicht passiert und wie gut du schläfst. Und seitdem schlafe ich mit Ohrstöpseln und ich bin einfach viel, viel ausgeruht am nächsten Morgen.

SPEAKER_00

Genau, die Erfahrung habe ich ja auch gemacht, genau. Und mein Zelt war halt auch so ein bisschen mein Problem noch gewesen, was ich getestet habe, so ein ultraleichtes Zelt. Aber weil er so windig war, hat das Zelt da ganz viel geflattert und war auch sehr laut. Also auch da auch ein Grund mit Ohrstöpseln zu Schlauch.

SPEAKER_01

Ohrstöpsel. Ja, definitiv. Guter Punkt. Du sag mal Ausrüstung. Was für Ausrüstung hattest du dabei? Du sagst gerade auch schon ein ultraleichtes Zelt. Hattest du, gibt es eine Art Evolution von deiner Ausrüstung vom Eifelsteig jetzt zu den Hybridian Way? Oder du lachst schon. Ich übergebe dir da gleich das Wort.

SPEAKER_00

Ja, auf jeden Fall gibt es eine Evolution. Allein vom Rucksack. Also ja, mein Rucksack war viel zu schwer und wo ich wusste, ich mache mit dem Tracking weiter und das heißt auch jetzt nicht hier so zwei Wochen. Also mein Plan ist ja wirklich auch einen Weit, Weitwanderweg zu wandern und da, also den Gedanken habe ich schon seit mehreren Jahren, um wo ich wusste, ich rum jetzt einen neuen Rucksack, war für mich auch klar, wenn dann auch einen ultraleichten Rucksack, dass ich schon in der Vorbereitung bin für den Weitwanderweg. Genau, also wie gesagt, der wiegt halt kein Kilo, mein Rucksack. Dann, ähm, aber jetzt für auch wie Schottland habe ich mir auch einen leichteren Rucksack. Daunen-Rucksack habe ich. Äh, Rucksack, Schlafsack gekauft. Ja, eine Luftmatratge. Was für ein Zelt hast du dabei gehabt? Genau, mein Zack, was für ein Zelt? Setpack-Duplex. Ah ja, Seapacks. Seapacks, ja. Genau, aber ich habe mir das gar nicht zufrieden. Also es wird nicht mit nach Neuseeland kommen.

SPEAKER_01

Würde ich auch nicht mitbringen.

SPEAKER_00

Allein aber weil es ja so windig war, das war die Katastrophe. Und ich habe zu Hause, ich habe mir halt, wo ich meinen Rucksack damals gekauft habe, auch ein Zelt geholt. Aber das ist ein bisschen schwerer als das Setpack. Und dachte nach, komm, nochmal ein paar Kilos, Kilos, ein paar Gramm sparen. Ja, aber das war gut, dass ich das getestet habe. Und ich nehme doch mein Slingfin mit. Das ist wirklich windstabil, es ist Wasser, es ist, er hält Bombe, ich fühle mich da sicher drin. Das ist ein wichtiger Aspekt. Dann liebe ein paar Gramm mehr und ich fühle mich wohl. Das ist ja mein Zuhause. Das ist ja mein sicherer Hafen in dem Moment, wenn ich auf dem Trail unterwegs bin. Dann habe ich wirklich die 500 Gramm mehr, aber ich weiß, da ist Verlass drauf. Das ist dann auf jeden Fall wichtig. Und ist das doppelwandig? Ja, mein Zelt, was ich jetzt benutzen werde, ja.

SPEAKER_01

Ja, ja, okay. Genau. Ich frage nämlich, ich habe nämlich auch ein CPEX und dadurch, dass das einwandig ist, finde ich in, du hattest jetzt, du hast schon gerade gesagt, Neuseeland, ich glaube, wir können das jetzt vielleicht schon anteasern, genau, du wirst nach Neuseeland kommen, um den Tee Acharoa zu wandern. Also meiner persönlichen Erfahrung nach ein einwandiges Zelt ist hier nicht so gut geeignet, weil man hat wirklich wahnsinnig viel Kondenswasser im Zelt und das tropft dann auf den Schlafsack und wenn es richtig regnet, das wird dann einfach unangenehm. Also ich habe immer hier mein doppelwandiges Zelt dabei. Es sei denn, ich bin nur mal irgendwie ein, zwei Nächte unterwegs. Aber ja. Ja, noch kurz zurück zu den Sprüchen, die du hin und wieder bekommen hast, nämlich ob du keine Angst hättest, als Frau unterwegs zu sein. Wie bist du damit umgegangen? Was hast du dann entgegnet?

SPEAKER_00

Ich sag dann, wofür soll ich denn Angst haben? Was ist der Unterschied zwischen Mann und Frau? Genau. Also wie gesagt, ich habe die Frage dann auch so nie verstanden, weil ich habe dann gar keine Angst, also gerade unterwegs to sein. Sondern ich kann mich halt auf mich dann concentrieren und bin nicht abgelenkt von anderen und bin auch ganz in here und jetzt and in der Natur. Yeah, but it's not eher diejenigen, that nicht könnte. But oft ist es dann auch ein Gespräch, auch jetzt wo ich aktuell nochmal kurz unterwegs war, sagte sogar in dem Gespräch die Frau dann auch, ja gut, es ist ja, sie hätte halt die Angst, ne? Ja, ich hab dann keine Angst. Es ist nicht, als wenn ich jetzt hier tot unmutig wäre. Also so würde ich es auch nicht behaupten. Aber ich sehe jetzt keine Gefahr. Also nicht, dass ich die blaue Schwäche gegend gehe, klar, man gehört nicht schon eingeschaltet. Oder ich höre. Klar, aber weil ich alleine bin, habe ich auch so feine Antennen, wo ich sagen würde, ich würde ja auch spüren, wenn irgendwas komisch ist. Oder ich mache das ja auch, wo ich denke, hier fühle ich mich jetzt nicht wohl und irgendwie, ja, und gehe dem auch auf jeden Fall nach. Ich kann mir auch nachgehen, ich muss ja auf niemanden rücksichtigen. Sondern ja, der Wegweiser, der innere Kompass, der funktioniert dann sehr gut. Und auch das ist eine tolle Erfahrung. Ja.

SPEAKER_01

Und die Erfahrung muss man halt auch erstmal machen, dass man zum einen allein auf dem Weg sehr gut klarkommt und zum anderen, dass man auch sieht, es gibt eigentlich wirklich überhaupt keinen Grund, Angst zu haben oder sich Sorgen zu machen. Und ganz viele Dinge, vielleicht auch als Tipp für diejenigen, die uns zuhören, gerade auch Frauen, die gerne mal eine Tour alleine machen möchten. Oder ich möchte es auch nicht nur auf Frauen begrenzen, sondern überhaupt Menschen, die sich Sorgen machen, was passieren könnte, wenn sie nun das erste Mal auch länger allein draußen unterwegs sind. Es hilft immer, sich genau vorher auch zu überlegen, was ist meine Angst und was könnte denn passieren? Was ist das Szenario, was mir Angst macht? Und dann zu überlegen, wie gehe ich dann in der Situation vor? Was mache ich? Was mache ich, wenn Gewitter aufkommt? Was mache ich, wenn ich plötzlich ein Wildschwein sehe? Oder was mache ich, wenn plötzlich irgendwie, ich liege in meinem Zelt und da kommt ein Auto angefahren. Ich sehe dann irgendwie abends Scheinwerfer auf einer nahegelegenen Forststraße, wo man dann Vielleicht irgendwie im Gebüsch liegt. Was macht man in einer bestimmten Situation? Und dann versucht man, eben diese Angst ins Rationale zu übertragen und ganz genau zu überlegen, wo kommt die Angst herkommt und wie kann ich in dieser Situation vielleicht damit umgehen. Und wie wahrscheinlich ist es überhaupt, dass diese Situation eintritt. Es ist natürlich schon so eine Frage, gerade wenn man auch wild zeltet als Frau, ich glaube, als Frau muss man schon zweimal überlegen, wo genau man sein Zelt aufschlägt. Aber ich glaube, nicht nur als Frau, sondern auch als Mann ist es einfach wahnsinnig unangenehm, wenn man irgendwie nachts im Zelt liegt und da kommt dann die, ich habe das mal in einer anderen Episode gesagt, da kommt dann die Dorfjugend auf ihren Mopeds dann irgendwie um die Ecke gefahren, weil die dann an irgendeiner Schutzhütte vielleicht irgendwie Party machen wollen Freitagabend. Das ist auch für einen Mann, der dann im Zelt liegt, nicht angenehm. Aber für Frauen ist es vielleicht nochmal ein Tick unangenehmer. Ja, also nichtsdestotrotz Szenarien sich vorstellen und überlegen, wie kann man reagieren oder wie kann man vielleicht diese Situation schon von vornherein vermeiden. Ja, Janette, ich möchte jetzt natürlich auch Neuseeland ansprechen, denn die äußeren Hybriden waren für dich eine Art Generalprobe. Und zwar planst du in diesem Jahr noch den Tearoa, hier im schönen Neuseeland zu wandern. Warum der Tee Araroa? Ich bin natürlich ganz neugierig.

SPEAKER_00

Genau, mein ganz, ganz, ganz großer Wunsch, Sehnsuchtswunsch, der gefühlt immer in mir ruht, ist halt das Land Neuseeland, genau. Wo ich immer, immer hinwollte. Und richtig, und wo es dann mit der Wanderleidenschaft so anfing, habe ich dann gedacht, okay, das könnte ich ja dann auch eventuell kombinieren und bin dann irgendwann, ich weiß wirklich gar nicht mehr wie, drauf gestoßen, auf den Weitwanderweg, den Terror. Aber ich dachte, okay, wenn, dann gehe ich den. War eigentlich gut, war der PCT, so wovon ich das erste Mal gelesen habe, also von Christine Türmer natürlich, wie so viele andere auch. Aber da habe ich gedacht, na, das habe ich mir irgendwie doch nicht zugetraut, damit zu starten, mit dem Weg. Und weil ich weil ich ja auch unbedingt auch nach Neuseeland wollte als erstes. Und in den USA war ich schon fünfmal und da dachte ich, naja, dann passt es doch ganz. Ja, genau. Und ja, im Prinzip würde ich sagen, seit zwei, drei Jahren weiß ich, dass ich das machen will. Nach Neuseeland. Ich habe halt studierte noch nebenberuflich und bin dieses Jahr fertig geworden. Und war der Augenblick. Herzlichen Glückwunsch. Toll. Doch, okay, abgeschlossen. Das ist eine Kapitel, jetzt kann das neue starten. Und das Abenteuerkapitel, im wahrsten Sinne des Wochtes, weil das andere war auch ein Abenteuer für sich. Ja, und genau, jetzt am 19. Oktober geht der Flieger nach Oakland. Und am 25. Oktober möchte ich dann die Wanderung starten.

SPEAKER_01

Also Jeanette, dann irgendwann zwischen dem 19. und 25. dann muss hier ein Kaffee drin sein. Also da müssen wir unbedingt einen Kaffee trinken.

SPEAKER_00

Ja, also die Aufregung steigt jetzt immer mehr. Ja. Aber ich muss dazu sagen, wirklich, die äußeren Hebriden, also der Hybridin Way, war einfach auch da Gold wert. Also also die Zweifel oder auch Ängste und ja, sind dadurch wirklich fast verschwunden, würde ich sagen. Doch, also es hat mir einfach wirklich so viel Selbstvertrauen gegeben und auch, wo ich auch gedacht habe, jetzt nach den zwei Wochen jeden Tag wandern und ich wollte weiter. Und das war ein wirklich ein gutes Gefühl, wo ich dachte, uh, wenn ich jetzt gemerkt hätte unterwegs, nee, das ist mir alles zu viel, zu anstrengend, das macht mir gar keinen Spaß, dann wären natürlich jetzt vier, fünf Monate wandern, ist nicht unbedingt so eine gute Idee. Aber das war zum Kulka nicht der Fall und ich freue mich einfach wahnsinnig loszulegen. In Neuseeland dann, genau.

SPEAKER_01

Also würdest du sagen, die Generalprobe, die ist absolut geglückt und war ein super Erfolg. Und jetzt bist du komplett vorbereitet für den Teararohr? Soweit man sich vorbereiten kann, würde ich sagen.

SPEAKER_00

Genau. Cool war. Selbst bei der Ausrüstung, das ist auch so eine Never-Ending-Story, wo ich denke, jetzt habe ich irgendwie alles zusammen. Nee, das ist wieder bei meinen kleinen Wanderungen so zwischendurch. Jetzt die letzte, die ich gemacht habe, meine Luftmatratze defekt. Und ich muss da schon wieder von vorne anfangen. Aber das macht mir halt auch Spaß. Ich finde, das auch ausmacht, dieses Wandern oder dieses Tracking und ja, mit der Ausrüstung, sich da mit anderen auszutauschen, Podcasts zu hören oder Blogs zu lesen und so weiter und so fort. Also ich kann mich darin verlieren, aber in positiven Sinne. Das ist einfach, ja, das Beste, so für sich rauszusuchen und wieder zu testen und ja, einfach so.

SPEAKER_01

Aber was genau ist es, was für dich dann auch den Reiz des langen Unterwegsseins ausmacht? Kannst du das vielleicht in Worte fassen?

SPEAKER_00

Ist für mich einfach pure Freiheit. Also es ist für mich einfach mein größtes Bedürfnis, die Freiheit. Und dann alleine auf so einem langen, in so einem langen Zeitraum unterwegs zu sein in einem meinem Traumland oder Sehnsuchtes Land, was ich seit so vielen Jahren habe. Ja, da bin ich ja nicht berührt allein beim Gedanken und das ist wirklich das Freiheitsgefühl. Auch dann wird dieses alleine unterwegs sein. Also für diese Wanderung war für mich auch klar, die muss ich alleine machen. Da hätte auch jemand sagen können, ich gehe mit. Der hat gesagt, kannst du machen, aber wir gehen auf keinen Fall zusammen. Also so, ich mache mein Ding alleine. Das ist einfach ganz richtig.

SPEAKER_01

Ich glaube, das muss man, das muss man auch. Oder anders gesagt, ich glaube, wenn man mal so einen richtig langen Trail in Angriff nimmt, man muss einfach auch mit sich selbst gut klarkommen können. Weil es gibt Situationen, und du hast es vorhin schon kurz beschrieben, wenn du dann mitten im Moor stehst, du hast einfach auch mal eine schlechte Stunde oder einen schlechten halben Tag und dann bist du frustriert und hast keinen Bock mehr, weil du dir ist kalt und du bist komplett nass und du hast vielleicht nur noch einen Schokoriegel im Rucksack und du hast jetzt aber richtig einen Schoko-Jeeper oder so. Also ich rede jetzt auch so ein bisschen aus eigener Erfahrung natürlich. Und dann muss man auch einfach durch, weil dann hat man niemanden, mit dem man das dann so teilen kann. Und ich glaube, mit sich selbst dann auf so einen langen Trail allein zu sein, das ist was, was man nicht unterschätzen darf. Und das muss man auch echt gut abköllen und das muss man auch mögen. Und also ich persönlich schätze das ja, das ist ja auch ein Grund, warum ich wandern gehe, weil ich dann einfach mal wieder allein bin und ich muss mich mit niemandem unterhalten. Also ich rede ja sehr gerne, ich habe ja Podcast und ich rede wirklich wahnsinnig gerne, aber ich genieße auch total die Zeit, wenn ich dann allein unterwegs bin und meine Gedanken dann so ein bisschen fliegen lassen kann und ich einfach nur so vor mich hin schnaufe dann bergauf oder bergab und so. Ja. Aber Janette, du hast gerade auch gesagt, du hast dein Studium oder du hast nebenberuflich jetzt noch studiert und das hast du in diesem Jahr abgeschlossen. Und du hast mir auch erzählt, du hast du hast Familie. Wie vereinbarst du, insbesondere jetzt auch mit Blick auf Neuseeland? Also das ist ja nichts, was man innerhalb von 20 Tagen macht, so den T-Ararohr, sondern das sind schon ein paar Monate, die man da unterwegs ist. Wie vereinbarst du den T-Ararohr zum Beispiel auch mit deinem Leben zu Hause?

SPEAKER_00

Ja, ich würde sagen, ich habe jetzt das Glück. Also meine Tochter ist erwachsen, die hat ihre eigene, ihre eigene Familie tatsächlich, ich bin ja schon Oma und genau. Ja, von daher ist es ein guter Moment. Es gibt nie den perfekten und deswegen bin ich so dann frei in dem Sinne von familiären Verpflichtungen. Das ist schon mal ein das Pekt, aber auch klar, ich glaube, muss ich auch arbeiten gehen und nehme halt dann meine freie Zeit, die ich habe, für, sag ich mal so, Mikroabenteuer. Also den EC. Und ja, wenn es dann vier Tage am Stück sind, die ich dann frei habe, dann habe ich mir jetzt auch immer noch Vorbereitungen gesehen, meinen Rucksack und dann wandere los und ja, ich habe mir so meine Freiräume und gehe dann raus in die Natur, ob jetzt auch laufen oder halt wandern. Genau. Ansonsten klar nehme ich mir jetzt unbezahlten Urlaub. Das ist jetzt meine Variante von dem langen Zeitraum, den ich frei habe. Genau, ich habe die Möglichkeit, das in meiner Arbeitsstelle aus machen zu können. Ja.

SPEAKER_01

Wie lange im Voraus, weil ich oft auch die Fragen von Zuhörenden bekomme, einfach auch so von einer praktischen Perspektive, wie lange im Voraus hast du das zum Beispiel mit deinem Arbeitgeber abgesprochen, dass du dann einfach mal ein paar Monate weg bist? Was musste auch geplant werden auf einer Arbeitsstelle, dass man irgendwie eine Vertretung für dich findet oder dass man vielleicht Arbeit verteilt auf andere Personen? Also wie lange im Voraus hast du mit deinem Arbeitgeber gesprochen und deine Pläne quasi preisgegeben?

SPEAKER_00

Genau, ich habe ein Dreivierteljahr vorher. Also, oder ja. Aber laut, wie das schriftlich verankert ist in unserem Firma, muss ich mindestens ein halbes Jahr vorher bekannt geben. Oder den Antrag stellen, also es ist wirklich auch wieder so einen richtigen Antrag, also Einsatz schreiben und dann wurde denn genehmigt und ja. Also muss man schon schon planen, also für genug. Definitiv. Das würde ich auch schon. Schon so anraten, wenn man jetzt wirklich so eine lange Wanderung oder Reise vor sich hat oder planen möchte, ja.

SPEAKER_01

Und deine Familie supportet dich absolut und stehen voll hinter dir oder gab es da schon so ein Oh, muss das sein und so lange und so weit weg und so ganz allein, Jeanett.

SPEAKER_00

Genau, nein, wirklich, die supporten mich total. Also die stehen da hinter mir und die finden das wirklich toll. Allen voran meine Tochter, die wirklich sagt, doch, mach das auf jeden Fall. Aber auch mein Partner auch, ne? Also unterstützt mich da auch. Sag, doch, du machst auf jeden Fall, du wirst doch die Reise deines Lebens werden. Also nie hat irgendjemand gesagt, nee, das ist aber zu lang oder im Gegenteil. Das ist wirklich ein großes Glück. Weil ich habe eher so andere Stimmen, die dann eben auch sagen, was sagt denn hier dein Freund dazu? Ich denke, ja, wie was soll er dazu sagen? Aber weil ich so fast selbstverständlich hinnehme, aber ist es nicht. Also ich bin da schon dankbar drüber, dass er das so mitmacht, auch mit mir. Ja.

SPEAKER_01

Also ich finde das auch vollkommen okay. Und es ist auch ganz toll, wenn das die Familie so unterstützt. Und ich denke, wir sind aus den Zeiten raus, dass man irgendwie sich zurücknehmen sollte, insbesondere als Frau. Also auch wir Frauen, wir sollen unsere Träume leben und wenn wir bestimmte Dinge machen wollen, dann sollten wir sie einfach tun. Janette, zum Ende noch, wenn du jetzt an den Teaharua denkst und an Neuseeland, dein Sehnsuchtsland und natürlich deine Passion, deine Leidenschaft, das Wandern, auf was freust du dich am meisten, wenn du an Neuseeland denkst?

SPEAKER_00

Ich freue mich am meisten auf die Natur. Ich bin einfach so gespannt, wie das in echt aussieht. Was ich jetzt nur von Fotos oder Videos kenne, das in echt zu sehen. Ich glaube, wenn ich, also ich bin ja jetzt schon bewältigt, mir kommen die Tränen, wenn ich das nur vorstelle, wie wird es sein, wenn ich da bin. Also so ging es mir in Schottland ja auch. Ich war wirklich jeden Tag so bewältigt, dass ich ja so wirklich so Glücksmomente hatte. Das ist der Wahnsinn. Und so stelle ich mir es halt auch dann in Neuseeland vor. Ich weiß, dass es nicht immer als ein Sonnenschein sein wird. Aber ja, es ist wirklich die Natur, wo ich mich am meisten drauf freue. Auch die Menschen wurde ja auch so viel geschwärmt, dass sie alle die Kiwis so wohlwollend. Und da bin ich auch gespannt und freue mich drauf. Auf Begegnungen. Bin ich wirklich gespannt, was da alles so auf mich zukommt. Genau. Deswegen habe ich dann vielleicht auch noch einen Tipp oder was ich auch gemacht habe auf dem Hebridian Way. Und zwar jeden Tag Tagebuch geschrieben.

SPEAKER_01

Jeden Abend habe ich das aufgeschrieben.

SPEAKER_00

Also generell mache ich das auf meinen Reisen immer aufschreiben, abends, was ich gemacht habe. Eher war kurz, aber jetzt habe ich wirklich sehr ausführlich und tatsächlich sogar in einer App das aufgeschrieben. Also man könnte mir dann auch folgen auf diese App und dann konnten wir es lesen. Aber in erster Linie habe ich es für mich gemacht. Das habe ich später auch oft tatsächlich ausgedruckt, bevor es irgendwie verloren geht. Ja, das war alles so zu sammeln, meine Gefühle auf Papier oder jetzt auf schriftlichen. Das war schon ganz gut. Man erlebt auch so viel an einem Tag, dass ich zwei Tage später vielleicht schon gar nicht mehr weiß, was war eigentlich vorgestern. Und ja, das finde ich schön und hilfreich. Und na klar, man hat die Fotos, aber es ist normales Geschriebene, für mich persönlich doch ganz schön und hilfreich, ja.

SPEAKER_01

Liebe Janette, ich wünsche dir noch ganz viel Vorfreude und ich freue mich auf den Kaffee, den wir dann hier zusammen in Auckland trinken. Und ja, für heute, für heute danke ich dir, dass du mit uns deine Erfahrung aus Schottland geteilt hast. Und ja, es ist quasi Segen und Fluch und Segen, mein Wanderwach- und Kaffee-Podcast. Segen, weil ich tolle Leute treffe und die Möglichkeit habe, über Wandererfahrungen zu reden und neue Trails kennenzulernen. Fluch, weil meine Liste von Wanderwegen, die ich wandern möchte, verdammt lang wird mit jedem Gespräch, was ich führe. Aber natürlich nichtsdestotrotz, liebe Jeanette. Vielen, vielen herzlichen Dank für das schöne Gespräch und dass du deine Erfahrung mit uns geteilt hast. Und ja, happy trails dann auf dem Tararoa.

SPEAKER_00

Ja, vielen, vielen lieben Dank, Mareike, dass ich dabei sein durfte.

SPEAKER_01

Man spürt regelrecht, wie sehr Jeanette für Schottland brennt. Und der Trail, meine Güte, schaut euch ruhig mal die Bilder am Internet an. Das sieht großartig aus. Ich muss dazugeben, ich habe ja auch so ein Febel für die Ränder der Welt. Und auch wenn Schottland nicht unbedingt so ein Rand der Welt ist, aber die äußeren Hybriden sind nun mal so ein Rand von Schottland. Und von daher ist das irgendwie auch ganz meine Kragenweit und passt auch voll so in dieses Gefühl am Rand der Welt zu sein. Zumindest den Bilder nachzuurteilen. Ja, und in der nächsten regulären Folge geht es auf einen Trail, der durch einen ja doch eher weniger begangenen Teil Europas führt. Wenn euch der Podcast gefällt, dann verteilt doch gerne fünf Sterne in eurer Podcast-App und abonniert Wanderwach im Kaffee, falls ihr das bisher noch nicht getan haben solltet. Denn so kann Wanderwachen Kaffee auch gut von anderen gefunden werden. Ja, und wenn du den Podcast und meine Arbeit intensiver unterstützen möchtest, dann werdet Teil der Wanderwach Plus Community. Das hilft mir, den Podcast weiterhin regelmäßig zu veröffentlichen. Und du bekommst im Gegenzug dazu Zugriff auf Bonusfolgen und den Community Newsletter. Alle Infos dazu in den Show notes. Bis zum nächsten Mal. Passt auf euch auf und wie immer happy trails, eure Mareike.