Heimo Scheuch Podcast

Climate Activism, Politics & Industry - Are We on the Right Path in the Fight Against Climate Change? | Heimo Scheuch Podcast Episode #29

August 03, 2023 Heimo Scheuch and Franz Essl Season 1 Episode 29
Heimo Scheuch Podcast
Climate Activism, Politics & Industry - Are We on the Right Path in the Fight Against Climate Change? | Heimo Scheuch Podcast Episode #29
Show Notes Transcript

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Umso wichtiger ist die Forschung und Aufklärung über die Ursachen und Maßnahmen, die getroffen werden müssen, um ihn zu verlangsamen. In der 29. Folge des Heimo Scheuch Podcasts, hat der Wienerberger CEO Heimo Scheuch den Biodiversitätsforscher und Wissenschaftler des Jahres 2022 Franz Essl eingeladen. In einem ganz offenen Gespräch diskutieren sie über Klima-Kommunikation und die Frage, ob Menschen bzw. Aktivist*innen sich in Gefahr begeben müssen, um auf die Notwendigkeit des Handelns aufmerksam zu machen? Beide sind sich einig, dass der Klimawandel ein Problem ist, dass nur gemeinsam bekämpft werden kann. 

EN:
Climate change is one of the greatest challenges of the 21st century. Research and education about its causes and necessary measures to slow it down are crucial. In the 29th episode of the Heimo Scheuch Podcast, Wienerberger CEO Heimo Scheuch invites Biodiversity Researcher and Scientist of the Year 2022 Franz Essl for an open conversation. They discuss climate communication and the question of whether people or activists need to put themselves in danger to raise awareness about the need for action. Both agree that climate change is a problem that can only be fought together. #worldofwienerberger #franzessl #biodiversity #biodiversityresearch #climateactivism #climateaction #climatechange #wienerberger

Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich Willkommen zu meinem Podcast. Ich bin Heimo Scheuch,  CEO der Wienerberger und heute habe ich einen ganz speziellen Gast. Freut mich natürlich,  und zwar deshalb, weil Biodiversität nicht nur mir ein großes Anliegen ist in meiner beruflichen  Welt, sondern auch privat. Ich bin ja gebürtiger Kärntner, Oberkärntner und Land- und Forstwirt und  somit spielt die Biodiversität eine große Rolle und ich glaube, da haben wir sehr viele Punkte,  die wir gemeinsam diskutieren werden können, Herr Essl! Mich freut's riesig, dass Sie da sind! Biodiversität - ein sehr aktuelles Thema, ein sehr wichtiges Thema. Wissenschaftler des Jahres 2022  viele Publikationen, sehr lange auch beim, habe ich gelesen, beim Bundesumweltamt tätig gewesen. Eine etwas andere Frage zum Einstieg an Sie: Gestern  Abend fast 50.000 Leute im Ernst Happel Stadion. Konzert von Bruce Springsteen. Ich war auch dort,  bin ein Fan von ihm, ich gebe es zu. Mir hat es so gut gefallen. Einer,  der natürlich über viele Jahrzehnte nicht nur die Musikwelt geprägt hat, sondern auch die Kultur,  die Entwicklung von vielen Generationen. Und wenn ich gestern geschaut habe bei den 50000:  Begeisterung, Optimismus, sie singen bei all seinen Liedern mit und man fühlt hier gute Vibes,  wie man heute so schön sagt, im modernen Deutsch, verzeihen Sie mir den kurzen Anglizismus. Ist der Umweltschutz und ist eigentlich das ganze Thema Klima und alles, was wir heute  erleben richtigen Weg? Es ist immer, man spricht immer über Krisen und gestern haben wir gedacht,  wie schön die Momente, wenn Menschen zusammen sind und sich freuen und auch  Optimismus verstreut wird, somit wenn wir 2 hier sitzen heute und hier auch einiges  an Erfahrungen hinter sich und haben vieles versucht zu vereinen und zu beeinflussen,  sind wir am richtigen Weg oder können wir schon einiges an Optimismus wieder  gebrauchen und vielleicht positiv an die Sachen herangehen und nicht so negativ? Ja, danke für die Einstiegsfrage, die ich in keiner Weise so erwartet hätte. Offensichtlich  Bruce Springsteen ist am richtigen Weg, so wie das Konzert gestern verlaufen ist und wie  viele Leute er ja auch offensichtlich immer noch begeistern kann. Aber es ist ganz anderes Thema,  wenn wir an die langfristigen Entwicklungen in unserer Welt denken. Ja, das machen Sie  sicher auch als CEO bei so einem großen und wichtigen Unternehmen, in dem Sie vorstehen. Ich,  als Wissenschaftler, als der ich mich fühle, aber natürlich auch als Bürger, der über seinen eigenen  wissenschaftlichen Horizont hinaus sich auch mit gesellschaftlichen Fragen beschäftigt - mir liegt  ganz stark dabei auch das Umweltthema am Herzen - sehe ich natürlich Entwicklungen, da würde ich  kein Stadion mit, wahrscheinlich mit positiver Stimmung begeistern können. Das ist aber auch  eines der Grundprobleme aus meiner Sicht, warum, neben anderen Faktoren, dass die auch diffus sind,  die Veränderungen verlaufen langsam, wenn es um Klimawandel geht, beispielsweise ja. Aber  auch der Artenverlust schreitet langsam, für viele Leute auch unsichtbar, voran. Viele Leute spüren,  dass oder kriegen es in Ansätzen schon mit, dass sich Dinge in eine Richtung entwickeln, die auf  die Dauer nicht gehen, auch wenn man vielleicht den gesamten Zusammenhang nicht übersteht. Das macht Angst, ja? Für viele! Das macht,.. verständlicherweise ist das auch eine Einladung,  manchmal, diese Fakten, sag ich jetzt einmal zu leugnen, ja? Das ist auch ein Prozess, der  häufig auch gar nicht bewusst in jemandem abläuft, ja? Und gleichzeitig ist es aber dennoch ganz  wesentlich, dass wir als Gesellschaft, das heißt, auch große Unternehmen, hier massiv umsteuern  und vielleicht als letzten Punkt, dazu braucht es auch positive Visionen, ja? Eben um dieses Gefühl,  von dem Sie auch an..oder was ich angesprochen habe, damit das nicht die Oberhand gewinnt,  weil es kann einerseits lähmend sein, es kann aktivierend sein, es kann aber auch lähmend sein.  Und es sollte natürlich mehr aktivierenden Seite sein, um wirklich auch Veränderung zu erreichen. Da möchte ich gerne aufgreifen hier das Thema; das Positive und das liegt mir auch persönlich sehr  am Herzen, weil man sieht, in der heutigen Gesellschaft hat eines um sich gegriffen,  

was Sie auch selbst erwähnen:

die Angst, die Furcht. Sehr stark wird medial und auch  politisch mit diesem Thema gespielt, ja? Man,.. man, ich verwende jetzt einmal auch die Covid,  den Vergleich mit Covid. Natürlich ein sehr ernstes Thema, hat uns gesellschaftlich sehr  stark geprägt und prägt uns auch heute noch, aber natürlich auch das ganze Thema aktuell jetzt,  um nicht nur beim Biodiversitäts-Thema zu bleiben, sondern überhaupt Klima und hier Angst und Bangen. Ich glaube, die Furcht ist ein gefährlicher, eine gefährliche Thematik, mit der zu spielen,  weil man natürlich Menschen auch zu Dingen treibt, die oft nicht nachvollziehbar sind  und jetzt eine.. ein kurzer, eine auch eine Frage in Richtung Wissenschaftler: Man hat natürlich auch die Pflicht, wenn man forscht und entwickelt, diese Ergebnisse den  Menschen kundzutun. Es ist nur die Frage, ob man eben auch positive Wege aufzeigen soll stärker,  und ob jetzt die Politik, die Verwaltung und die Entscheidungsträger das dann aufnehmen, das ist  ein zweites Thema, da werden wir noch drauf kommen, aber jedenfalls die positiven und...  und optimistischeren Wege aufzuzeigen von der Forschung und, und, und, von der Lehre,  die uns helfen können, jetzt in den nächsten Jahren Verbesserungen wirklich zu erzielen – das  ist so meine Fragestellung, weil derzeit dominiert für mich jedenfalls Furcht und Angst. Es ist aber aus meiner Sicht auch letztlich, wenn man sich die wissenschaftlichen Fakten ansieht,  einfach sehr klar; wir gehen wirklich gesellschaftlich in eine Richtung,  die wir als Gesellschaft, wenn wir so weiter tun, die nächsten Jahrzehnte,  in der Form, wie wir heute global, oder auch in Österreich als Gesellschaft existieren,  nicht überleben werden. Das macht Irritation und Angst. Ich bin.. natürlich nicht fertig, ja? Das  ist tatsächlich eine sehr besorgniserregende Entwicklung. Ich bin selber auch sehr besorgt,  das muss ich schon klar sagen, ja. Das, was Sie angesprochen haben, was ich auch  kurz erwähnt habe in meinem Schluss-Statement, aber das heißt ja nicht, dass das eintreten muss. Allerdings muss man sagen, die letzten 20, 30 Jahre - wir sind ja schon länger da - haben  nicht jetzt sozusagen gezeigt, dass der Wille hier auch wirklich stark gesellschaftlich aktiv  zu werden und die Wissenschaft zeigt auf, welche Wege existieren, gemeinsam mit anderen Akteuren,  ja, im Energieversorgungsbereich. Das sind gravierende systemische Änderungen, ja,  es ist in der Politik natürlich generell schwierig, aus einem bestehenden System  unter auch nicht permanent stark wachsenden Rahmenbedingungen, wie es wir in den letzten  Jahrzehnten gegeben haben, ja; Wirtschaftswachstum und so weiter, wo es immer was zum Umverteilen  gegeben hat, jetzt mehr oder weniger. Ein so ein System anders auszurichten, dass es sozial fair  und verträglich ist und ökologisch nachhaltig ist und gleichzeitig die Zustimmung der, also  der Wähler, in dem Fall dann bekommt, ja, das ist eine politische immense Herausforderung und davor  schreiten.. scheuen viele Entscheidungsträger, oder Entscheidungsträgerinnen zurück. Ich  bin überzeugt, wider besseres grundsätzliches Wissen, weil es  wie immer starke,.. ein System, das hat starke Beharrungs-Energie und auch viele Akteure,  die sozusagen ja dann auch sich verändern müssen, und Veränderungen ist unangenehm! Ich glaube aber trotzdem, und vielleicht schließe ich damit im Bogen zu dem, was Sie gesagt haben,  dass es sehr wohl auch politisch möglich ist, Leute mitzunehmen, also die Bevölkerung,  die Mehrheit der Bevölkerung, nicht alle, aber die Mehrheit der Bevölkerung, mitzunehmen, wenn man dieses Thema oder diese Änderungen so kommuniziert und politisch aufbereitet und führt,  dass sie verstanden werden, dass es auch eingebettet ist in ein,  wo sich die Bevölkerung auch mitgenommen fühlt und wo man das mit Leadership kommuniziert. Und auch  diese positiven Aspekte dabei betont. Das würde auch diesen, natürlich und es wird angstbesetzt  auch bleiben bis zu einem gewissen Ausmaß, weil's auch tatsächlich besorgniserregende Entwicklungen  sind, aber das könnte diese Schärfe ein bissl rausnehmen. Es braucht jedoch auch diese Schritte,  sonst fürchte ich, als allerletzten Satz, dass sich diese Entwicklungen,  die wir sehen, auch gesellschaftlich und auch die Polarisierung, die das mit sich bringt,  wahrscheinlich weiter verstärken werden. Ja, und das ist genau, wenn ich jetzt eine  Analogie wagen darf, jetzt zum Unternehmen und zu zu der Welt, die eigentlich, die uns ja  alle prägt, berufliches Umfeld, und bleiben wir jetzt einmal wirklich in der in der Wirtschaft,  industriell oder Dienstleistung, wir alle haben ja immer mit Umbruch, mit Neuem, mit Veränderung  zu tun. Kein Unternehmen ist immer das Gleiche. Die Wienerberger zum Beispiel, ist über 200 Jahre  alt. Wir mussten uns regelmäßig neu erfinden und standen immer wieder vor großen Herausforderungen. Und ich glaube, wenn man das jetzt so sieht im Zusammenhang mit Gesellschaftspolitik,  immer wird gesagt, ja, Politik ist ganz was anderes, aber eigentlich im Unternehmen müssen wir  genauso kommunizieren und mit Menschen arbeiten und sagen, "So, pass auf, dein Arbeitsplatz,  deine Arbeit und das Ganze verändert sich.“ Verändert sich, was die Produktion betrifft,  auch die Arbeit im Sinne von Anwendung von Produkten und gesellschaftlich, wie wir leben,  wie wir arbeiten, da müssen wir uns einstellen. Und je besser und je nachhaltiger man  kommuniziert, desto mehr Motivation erzeugt man bei Menschen und desto  motivierter und optimistischer gehen alle rein. Wenn ich jetzt übertragen sagen würde, „alles ist  furchtbar, alles ist grausig, wir haben keine Zu.. kein Morgen mehr, es gibt keine Zukunft mehr“,  dann wird die Motivation bei der Wienerberger auch sehr gering sein. Wenn wir heute Lösungen  

aufzeigen und sagen:

"Schaut's, mit diesen und diesen Ansätzen werden wir umweltschutzmäßig,  im Biodiversitäts-Bereich, im Klimaschutzbereich, im Kreislaufwirtschafts-Bereich das und das  erreichen, forschen wir, entwickeln wir, Innovationen und investieren wir auch  in die Zukunft, dann ist ein ganz anderer Motivationsfaktor da. Sie werden, da werden  Sie mir sicherlich zustimmen, aber das ist etwas, was ich ein  bisschen so vermisse in der ganzen Diskussion. Ja, aber die Frage, da gebe ich Ihnen recht. Für  mich ist aber die Frage, wer ist angesprochen als Adressat? Ich sehe es, wenn ich mir die  umweltpolitischen Entscheidungen und deren Umsetzung ansehe, und das will ich jetzt  natürlich vereinfachen, dann ist es ja so, dass die wissenschaftlichen Fakten in den Kernzügen  zu diesen großen Umweltthemen seit, das kann man diskutieren, aber spätestens seit den 90er Jahren,  Anfang der 90er, am Tisch liegen und politisch auch akzeptiert und zur globalen Mehrheitsfindung,  also globalen akzeptierten Themen geworden sind, beginnend mit Rio spätestens, oder 1992 der großen  Biodiversitätskonferenz und dem Tokio-Abkommen zum Klimaschutz damals, die in den nachfolgenden  Jahrzehnten dann massiv verstärkt worden sind, das Pariser Klimaabkommen oder letztes Jahr  in Montreal, das Parallelabkommen zum Biodiversitätsschutz bis 2050. Das heißt, auf der Politik, quasi von allen Staaten der Erde getragen werden. Die Wissenschaft in Zusammenarbeit, natürlich mit Politikern und auch mit der Zivilgesellschaft,  hat die Probleme identifiziert, ja. Natürlich kann man über Details immer  diskutieren und dann ändert sich vielleicht auch der Wissensstand,  aber die grundlegenden Fakten sind bekannt. Auch wie man es in einer Gesellschaft  Transformations-Veränderungen machen kann und – das ist der Punkt – es gibt ja nicht  nur dieses Szenario, dieses Business as usual. Wir sind nur leider verdammt nah  an diesem Business as usual dran. Es gibt ja beim Klimawandel ganz starke Szenarien,  und Paris zeigt ja „Ziel 1,5 Grad maximal“, wo jedenfalls die große Differenz dann beginnt  leider; auch das Pariser Klimaschutzabkommen ist 2015 beschlossen worden, also 8 Jahre alt. Dass die Pledges die nationalen Verpflichtungen, die nationale Umsetzung, da bestimmt dann die  große Gap. Da passiert viel zu wenig! Und hier ist es ganz wesentlich und  ich glaube, da ist auch ein Unternehmen wie Wienerberger wichtiger Akteur, auch  als Player, als großes Unternehmen, idealerweise auch mit anderen Unternehmen. Es gibt ja CEOs  for Future und ähnliche Dinge, aber auch andere Organisationen, wo man auch das Gewicht als Firma,  sowohl im eigenen Bereich oder als Konzern, aber auch in einer gesellschaftlichen Positionierung  und politischen Interaktion hier einbringt, um auch zu zeigen, ja wir verstehen uns zwar  natürlich als erfolgreiches Unternehmen, das ist mir klar, aber wir sehen auch  die Verantwortung und auch die Möglichkeiten, hier den gesellschaftlichen und auch politischen  Entscheidungsprozess mitzutragen und unterstützen auch diese Ziele. Ich habe mir auch Ihre Webseiten  natürlich angesehen, bevor ich hierhergekommen bin, Sie unterstützen den Green Deal zum Beispiel,  das ist ja in Europa mittlerweile nicht mehr ganz so selbstverständlich,  wenn man sich die letzten Monate angeschaut hat, Sie haben auch ambitionierte Nachhaltigkeitsziele,  -15% Energie-Emissionsbilanz bis 2030. Kann man vielleicht trotzdem noch eines nachlegen,  um sozusagen vielleicht auch noch stärker an den EU-Verpflichtungen oder Verpflichtungen,..Zielen,  wo die Umsetzung auch hinten nachhängt, näher dran zu sein. Da geht's um minus 40, minus 50% – ist  sicher ambitioniert. Mir ist klar, das ist ein sehr energieintensives Unternehmen notgedrungen,  weil die Produkte, Prozesse das einfach natürlich brauchen.  Ja, das heißt, Sie nehmen viel an der Verantwortung wahr und ich glaube,  das ist auch ein Weg, diese positiven Richtungen, von der Sie sprechen hier,..oops,  einen Schub zu geben, sowie dem Mikrofon. Danke, aber nur eine Frage jetzt an Sie  als Wissenschaftler, der ja sehr viel durch Ihre Tätigkeit, auch zum Beispiel,  gehen wir mal auf's österreichische Niveau, auf das Bundesumweltamt und die, der Kontakt  zur sich ändernden Politik mal ein konkret. Wir sind ein kleines Land; 9 Millionen Einwohner,  wir wollen jetzt nicht über Indien, China oder USA sprechen, wo es um Milliarden Menschen geht,  Veränderungsprozesse sind dort teilweise leichter und schwieriger, je nach politischem System. Aber Österreich, und jetzt darf ich jetzt ein bissl härter in meiner Argumentation werden,  redet sehr viel, aber tut sehr wenig, sag ich jetzt mal provokant als Unternehmer,  weil wir haben in der Tat... Bezogen auf welche...? ..auf viele dieser Zielsetzungen! Also ja, das ist für mich nicht provokant,  sondern beschreibt nur einfach die Situation. Genau! In der Tat, und das ist erstaunlich,  weil ein Unternehmen Wienerberger, wie Sie sagen, wir setzen uns Ziele, wir kommunizieren sie auch,  wir investieren in diese und wir tun, was wir können. Nur, wenn ich mir Österreich anschaue,  ein kleines Land und Sie haben Sie meines Erachtens vollkommen richtig zusammengefasst,  es hat sehr viele schon klare Kommunikation seitens der Wissenschaft gegeben, wo das  alles hin führt, nur aufgegriffen und wirklich Veränderungsprozesse eingeleitet, hat man wenig. Weil wir wissen alle, wenn wir jetzt zum Beispiel; nehmen wir das Energiethema,  das ist ja nicht seit gestern, dass wir von fossiler Energie abhängig sind in Österreich,  das hätte man ja schon vorbereiten können. Wir haben Zugang zu anderen nachhaltigeren  Energieträgern in diesem Land, die hätten wir ausbauen können, weiter vorantreiben können. Man  hätte das Netz elektrisch ausbauen können etc., vorbereiten können die Industrie. Das heißt,  solche Maßnahmen dauern ja oft 20 bis 30 Jahre. Das heißt, hat man das alles verschlafen? Das ist in verschiedenen, aus verschiedenen gesamtpolitischen Erwägungen, ein paar Sachen  haben wir angesprochen, da gibt es natürlich viel mehr zu sagen, aber das würde den Rahmen  hier sprengen, halt nicht passiert, aber hier gibt es auch Möglichkeiten, ja? Was gravierend derzeit für das Klimaschutzgesetz ist, was die Regierung im Regierungs-Übereinkommen  hat, wo klar ist, welcher Partner hier sozusagen mit beiden Füßen auf der Bremse  steht, ja? Das einzufordern, das wäre ganz eine wesentliche Aufgabe auch für andere,  für für viele Akteure, auch für eine Koalition von Unternehmen, von großen österreichischen. Dahinter stehen auch die Entscheidungsträger. Der Christoph Badelt hat auf einer  Veranstaltung, wo ich auch war, es war eine reine Veranstaltung für Handelsunternehmen,  auf die Frage, was würde er von der Regierung, quasi im Interesse des Handels auch,  des österreichischen Handels, sich als wichtigste Maßnahme noch in der verbleibenden Regierungszeit  wünschen, hat er gesagt – auch wenn er sich ganz unpopulär gemacht hat – hat er gesagt:  "Höhere Energiepreise", also sozusagen CO2 Aufschläge, ja, wie sie angefangen worden sind,  aber nicht weitergeführt worden sind fürs Klimaschutz. Das sagt er, ja, als Berater auch  der Regierung, in so einem Setting, ja? Es ist ganz klar, dass es, glaube ich, in der Wirtschaft  letztlich schon viel an Unterstützung dafür gibt und dass das Verhalten auch von Akteuren,  die dann sozusagen Interessenvertretungen oder politische Akteure sind und auch wirtschaftsnahe  sind oder gelten, hinter diesen Einsichten nicht weit hinterherhinkt offensichtlich. Und  das sind schon transformative Entscheidungen, die Dinge anstoßen und beschleunigen. Das,  was nicht passiert ist bisher, kann man nicht mehr gut machen, aber das, was jetzt noch fehlt,  das kann man verändern und dann kriegen, wenn Dinge, wenn Steine ins Rollen kommen,  können daraus, sag ich mal, auch Lawinen werden, ja? Sie als Kärntner kennen das  vielleicht. In dem Fall ist das aber keine, die sozusagen destruktive Energie, sondern die dann  anderen politischen, gesellschaftlichen Weg frei schlägt, ja, im Idealfall. Jetzt nur eines, ich komme zurück zu meinem Eingangsstatement "Bruce Springsteen";  die 60er Jahre, Rock'n'Roll, der Aufbruch zu etwas Neuem. Diesen, diese positive Energie hat der Herr  mit seinen 73 Jahren heute noch und die, sag ich jetzt als Wirtschaftsvertreter und dem, der, dem  viel daran liegt und wie Sie auch gesehen haben, zu verändern und neu zu gestalten, die fehlt mir  in der Politik, die fehlt mir in der öffentlichen Entscheidungs,.. im,.. in den Entscheidungsträgern  und die fehlt mir auch in, sage ich einmal, in den Interessenvertretungen. Ich glaube,  dass wir neue Wege gehen müssten. Neue Wege, das heißt über die Themen positiver, aktiver,  weniger im Sinne von, "du bist schlecht, du bist gut", diskutieren, und jetzt bin ich ein bisschen  

provokanter und absichtlich:

ich glaube nicht, dass es in einer Zivilgesellschaft notwendig ist,  sich irgendwo anzukleben, sondern eher aufeinander zuzugehen und Dinge zu tun. Viele Menschen heute wollen durch ihr Tun schon etwas verändern. Das habe ich gestern wieder  gespürt, das muss ich Ihnen sagen, und das spüre ich auch jeden Tag, weil wir haben 22.000 Leute  im Unternehmen und die wollen was. Die wollen wirklich was tun und Positives tun und gerade  Medien und die Politik heute sind meines Erachtens, sind gerade in diesen Bereichen  falsch abgebogen, ja? Nicht Schreckensbilder zu malen, sondern zu sagen, wir schaffen es! Wissen Sie, es halt einmal einen amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf gegeben,  

der so aufgebaut wurde:

"We can achieve it, we can do it". Ja, und in dem Sinne,  ich glaube, das braucht die Welt heute. Der Mensch ist ein optimistisches soziales Wesen,  der muss schon irgendwas erfahren und sagen, wir können es schaffen, wenn alles schon "lost" ist  und eine "Lost Generation" ist eine Generation, die nichts mehr, die schon verloren ist, von der  Definition her. Das ist nicht gut! Ich glaube, wir brauchen einen positiveren Ansatz. Einen Ansatz,  der uns wieder dorthin bringt - um auf ihre Ursprünge zurückzugehen - die Artenvielfalt  zu erhöhen. Das zu schützen, was schützenswert ist und nicht nur immer über das Schlechte reden.  Wissen Sie, ich blicke als Landwirt zurück auf eine lange Geschichte. Forst- und Landwirtschaft  wurde nicht nur in Österreich, sondern europäisch, ist der meist subventionierteste Bereich, den wir  haben in der EU. Da geht am meisten Geld rein. Ich weiß ja, ich komme selber von einem Bauernhof  - ich kenne die Landwirtschaftspolitik. Sie wissen, wo das Geld hingeht! Das wollte  ich Ihnen sagen. Natürlich! Dass man heute draufkommt, dass so viele Fehler gemacht worden sind und ich glaube,  da ist es auch wichtig, dass man aufstehen kann und sagen kann, JA! Wir lernen aus den Fehlern,  wir lernen aus diesen falschen Ansätzen, die wir über Jahrzehnte auf Universitäten gelehrt haben  und wo wir Leute ausgebildet haben. Jetzt müssen wir anders denken. Wir müssen andere Wälder haben  in der Zukunft, wir müssen andere Landwirtschaft betreiben, das ist einfach notwendig, und diesen,  diese Aufbruchstimmung, die vermisse ich, und das wollte ich Ihnen auch einmal persönlich sagen,  weil's mir wichtig ist. Und ich, ich würde Sie auch gerne sehen, eben auch von der Forschung und  von der Seite, weil, wie Sie richtig mir den Ball zugespielt haben, wir vom Unternehmen aus gesehen,  wir wollen weiter, wir wollen was tun für Europa. Wir sehen auch positiv das Ganze;  Wohnen und Infrastruktur und diese Sachen zu gestalten. Nachhaltig und effizient, für uns alle  leistbar, ist nämlich auch ein wichtiges Thema in der Zukunft, weil sonst fallen viele durch  den Rost und natürlich eben nachhaltig und das ist ein Thema, das mir fehlt. Die Ansagepolitik,  die ist meines Erachtens, die sollte gegessen sein und Sie haben vollkommen recht, man muss die Leute  messen, nicht nur an den Wahlergebnissen, sondern wirklich, was sie erreicht haben. Ich greife den Ball, den Sie angesprochen haben, zumindest ganz kurz auf, weil  ich sehe die Rolle der Klimaaktivisten als eine Ausdrucksform, gesellschaftlich das Thema auch  in seiner Bedeutung sichtbar zu machen, nämlich tatsächlich als positiv. Ja,  ich sehe es nicht als destruktiv negativ! Mir schon klar, die Maßnahmen, die getroffen  werden können auch irritieren, das kann ich nachvollziehen, aber es ist schon ganz klar,  es ist ein Ausdruck die,.. das was sie einfordern, ist ja genau das, worüber wir gesprochen haben,  nämlich diese riesige Lücke zwischen Versprechen und Verpflichten und nicht Tun,  zu füllen. Ein Kernthema sind 180 und 30 zum Beispiel, eine Forderung der Klimaaktivisten.  Viele Institutionen haben sich mittlerweile dahinter gestellt: die uniko, also die Konferenz  der Universitäten Österreichs, Bregenz Stadtrat und auch andere Städte, und mir ist schon klar,  auf der persönlichen Ebene ist ein konfliktäres Thema und ich traue mir jetzt auch nicht zu sagen,  ob es in der Bandbreite von Aktivitäten, die man für klimapolitische Änderungen setzen kann,  welchen Beitrag es leisten wird. Das lässt sich wahrscheinlich erst rückblickend sagen,  aber es ist gerade im Umweltbereich oder auch im zivilgesellschaftlichen Bereich historisch  öfter so gewesen, dass umstrittene Mittel und, gerade in der Umweltpolitik,  wo starke Interessensvertretungen fehlen - klar, es gibt NGOs, es gibt die Öffentlichkeit,  die da häufig sich stark engagiert - aber es ist institutionell unter unterrepräsentiert  und viele der umweltpolitischen Erfolge in Österreich wären nicht passiert,  hätte es nicht auch zivilen Ungehorsam gegeben. Hainburg wäre gebaut worden,  die Baustellenbesetzung war natürlich nie genehmigt,  das wäre natürlich völlig unmöglich gewesen. Dasselbe gilt de facto für Zwentendorf, ja, aber  es gilt letztlich auch für das Frauenwahlrecht. Das Frauenwahlrecht wäre nie erkämpft worden,  hätten nicht sichtbare Minderheiten, Suffragetten damals, sich dafür eingesetzt. Das wäre nie  mehrheitsfähig gewesen, schon gar nicht von denen, die damals das Wahlrecht gehabt haben,  

ja, die Männer. Was ich damit sagen möchte:

die gesellschaftlichen Veränderungen, die auch solche,  im Moment vielleicht sogar mehrheitlich irritierende Aktionen ab..auslösen können,  heißen nicht, dass es nicht längerfristig nicht die richtigen sind und ich bin überzeugt,  dass es auch solche irritierenden Maßnahmen braucht, solange, leider,  die entscheidenden Maßnahmen nicht umgesetzt werden – schon gar nicht in dem Ausmaß. Und  da wäre es tatsächlich auch sehr gut, das würde ich auch jetzt, das war jetzt lang, mir wirklich  noch gerne Ihnen mitgeben, gerade für so ein Herzeige-Unternehmen mit einem Sitz in Österreich,  da gibt es ja nicht viele in der Größenordnung, und auch mit so einem eigenen Profil, das Sie  sich gegeben haben und auch ein Verständnis des Unternehmens, was ich hier auch sehr  beeindruckend finde, sich hier auch wirklich stark - ich will's Ihnen nicht unterstellen,  dass Sie es nicht machen, will ich überhaupt nicht - aber genau diese Macht..Macht, diese..diese  Hebel, die Sie da auch haben, wirklich zu nutzen, um auch tatsächlich diese politischen  Entscheidungsprozesse und den gesellschaftlichen Diskurs noch stärker in diese Richtungen,  ja, im Diskurs zu beeinflussen, wo wir glaube ich beide, aber letztlich die  Wissenschaft insgesamt, fix der Meinung sind, das ist ganz einfach notwendig! Es ist außer Zweifel, dass das notwendig ist. Und ich glaube, da sind wir schnell im Einverständnis,  dass all diese Maßnahmen, die Sie vertreten, im Rahmen der Biodiversität, des Klimas und die  würde ich heute unterschreiben, unterschreibe ich auch sofort, weil sie notwendig sind. Sie  sind ja auch total logisch und nachvollziehbar, weil ohne ohne eine Biodiversität können wir als  Spezies Mensch gar nicht überleben und das muss einem einleuchten, aber ich glaube, was wichtig  ist und wo man, wo ich jetzt auch in dem Sinne mahnend noch ein Wort verlieren will ist: ich  bin durchaus offen für den, für das Thema, dass man sich für den, also für das Thema Klimaschutz  jetzt in eine gewisse Form des zivilen Ungehorsams begeben muss, um Aufmerksamkeit einzufordern oder  zu bekommen, das ist richtig. Es ist nur wichtig, dass wir hier klar und deutlich sehen, dass es  keine Gefährdung für Mensch und Leben geben darf! Ja, da bin ich völlig bei Ihnen! Da muss man aufpassen und das ist etwas in einer Gesellschaft,  das oberstes Gut sein sollte und muss. Ja, ja! Da bin ich bei Ihnen! Weil sonst sonst läuft man Gefahr, sich auszugrenzen und in dem Sinne falsch  abzubiegen. Und ich bin mir schon bewusst und der Enthusiasmus, so etwas zu tun,  ist oft immer sehr groß und da muss man aufpassen, aber wo ich hinwollte, ist eigentlich auch,  dass ich neben den jungen Menschen, die hier sich viele Gedanken machen und oft auch nicht, leider  nicht wissen, was sie tun sollen und können und eben dann zu solchen Mitteln greifen. Auch wir,  und da gehören wir beide auch dazu – so viel trennt uns nicht im Alter habe ich gesehen,  ein paar Jahre – aber dass wir noch einmal diese Aufbruchstimmung aufnehmen und sagen,  versuchen wir's! Verändern wir's! Weil viele Beharrer, die wir leider finden überall – ob  die in Brüssel sitzen, in Wien sitzen, in Rom oder in Kopenhagen – ist ganz egal, sie sitzen überall  und das ist eben so, wie Sie es zusammengefasst haben: Veränderung ist ein schwieriger Prozess,  weil da muss man aber weggeben, was man kennt, was aufgeben, was man gerne hat, vielleicht sogar,  was angenehm ist, aber man muss neue Wege gehen. Das Spatz in der Hand ist sicherer und bekannter,  als die Taube am Dach - oder was immer auch am Dach sitzt. Aber ich glaube, wir müssen in dem Sinne für Neues offen sein und nur das wird uns weiterbringen und  für mich noch so abschließend diese grundsätzlich positive Stimmung sollten wir mitnehmen und sagen,  wir schaffen das, wir schaffen es! Und wenn wir gemeinsam arbeiten und gemeinsam Hand in  Hand gehen, und das ist, was mir jetzt mein Appell auch an Sie, Wissenschaft und auch,  wie gesagt, darüber hinaus beide glaube ich, an die politische Instanz, weil die politische  Instanz wird gewählt durch das Volk, wie wir alle wissen in einer Demokratie. Das heißt,  nicht nur kurzfristige Versprechungen, sagen „Ich gebe euch 50 Euro, 100 Euro“, sondern „Ich  gestalte die Zukunft, bin verantwortlich dafür!“ und im Endeffekt auch, wissen Sie, wir alle müssen  heute berichten. Berichten über Fortschritte im Bereich Umweltschutz etc.. In Österreich geht das  ein bisschen so allgemein unter, was die Regierung dazu tut. Es gibt zwar Regierungsübereinkommen,  wie Sie richtigerweise sagen, aber erinnern wir beide uns noch, was die Regierung vor  die, die vorletzte oder die vor-vorletzte gehabt hat? Ich nicht und was da drin gestanden ist,  und ob das eingehalten wurde oder nicht. Das Wissen, das geht eben so an uns leider vorbei  und das ist etwas, wo ich heute sage, da brauchen wir eine neue Disziplin, da brauchen wir auch ein,  eine Verantwortungsbewusstsein, was weit über die Tagespolitik hinausreicht! Ja, ich kann dem nicht widersprechen, sondern sehe es grundsätzlich sehr ähnlich. Also ich  gebe Ihnen da vollkommen recht. Das einzufordern ist tatsächlich aber auch etwas, glaube ich,  was Teil des politischen Handelns in einer Demokratie ist. Weil natürlich ist die Logik,  und das ist ja sicher auch als Unternehmen kennen Sie das ja,  kurzfristige Ziele sind letztlich dann priorisiert gegen die langfristigen strategischen Ziele, weil  gewisse Erwartungshaltungen ZB an das nächstjährige Konzernergebnis geknüpft sind,  die vielleicht auch Entscheidungsträger*innen im Konzern oder in einem politischen Umfeld, ja,  in ihrer Karriere beeinflussen, um's einmal so allgemein zu formulieren. Und das ist natürlich  dann sehr schwierig, diese langfristigen, aber letztlich auch wichtigeren entscheidenden Ziele,  nämlich für die Zukunft eines Konzerns, aber auch für die Zukunft einer Gesellschaft,  so im Auge zu behalten, und das ist, wie es notwendig wäre, weil die Logiken halt ein  bisschen dagegen laufen. Und natürlich ist es in einer Gesellschaft, die immer schnelllebiger wird,  weil soziale Medien, aber auch generell andere Dinge letztlich dazu führen,  dass sich die Aufmerksamkeitspannen in vielerlei Hinsicht verkürzen, verschärft das glaube ich, ja  das macht ja ganz starke demokratiepolitische Fragen, die das auch aufwirft. Aber ich bin völlig bei Ihnen und das ist, glaube ich, auch eine Verantwortung,  die man selber individuell wahrnehmen kann, vor allem, wenn man auch die Möglichkeit hat,  auch Kraft seines Amtes und seiner Funktion, diese Dinge einzufordern,  und das ist tatsächlich eine Verpflichtung. Wissen Sie, bei uns ist es so: wir haben in  unseren Basiswerten für das Unternehmen Vertrauen und Respekt. Das sind 2 der wichtigsten, das ist  jetzt nicht nur den Menschen gegenüber auch, sondern auch der Natur und der Umwelt gegenüber,  und das gilt es auch umzusetzen und nicht nur darüber zu reden, sondern wirklich zu  

tun. Langfristig. Und eines noch:

wir sind die einzige Publikumsgesellschaft an der Börse Wien,  das heißt, wir gehören 100% Aktionären und sind nicht kontrolliert durch jemanden. Das heißt, wir  sind wirklich verantwortlich all den Aktionären und zu 60% sind das schon Angloamerikaner bei uns,  das sind Pensionsfonds und langfristige Investoren, und wenn ich auf Roadshow bin, ob  das in London, in Paris oder in New York bin oder irgendwo in Amerika; die Frage nach ökologischen  Zielsetzungen, nach Klimathemen und so, ist heute auf Nummer 1. Nicht mehr wirtschaftlich, ja?  Das heißt interessant, Sie sprechen das absolut richtig an, dass Quartalsergebnisse wichtig sind,  sie sind aber eher wichtig für mediengeile Menschen, sag ich jetzt einmal sehr offen. Für  langfristige Investoren hat das keine Bedeutung mehr, sie denken jetzt mit uns wirklich so in  Horizonten 20, 26, 28, 2030,..wie schaut das aus, wie sind industriepolitisch eure Entscheidungen,  technologisch? Was setzt ihr ein? Energieträger? Welche Produkte? Wissen Sie, heute ist bei der Wienerberger so, dass wir sagen, jedes Produkt hat einen  Lebenszyklus über 100 Jahre, das ist schon gewaltig. 100 Jahre Lebenszyklus, das heißt,  das Produkt als solches garantieren wir mehr oder weniger die Bestandsfähigkeit,  die technische Parameter für 100 Jahre. Das heißt, der Energieeinsatz, wie Sie erwähnt haben,  ist in der Produktion zwar erforderlich und hoch vielleicht auch, aber auf die 100 Jahre gerechnet  dann nicht so hoch und dann kann ich wieder recyceln und wieder 100% einsetzen. Das heißt,  das sind Schritte, die wir heute schon erledigt haben bzw. umgesetzt haben. Jetzt geht es  natürlich in das Thema Energieversorgung der Zukunft und Produktionstechnik der Zukunft und wie  gehen wir mit der Logistik und der Anwendung der Produkte um und das ist glaube ich das Spannende,  das wollte Ihnen nur so zum Abschluss geben, dass wir im Forschen, im Entwickeln sind,  und dass das uns Spaß und Freude macht. Und diese Freude würde ich gerne auch raus  vermitteln, in die Gesellschaft, zu sagen, ja das packen wir locker! Den Planeten schaffen wir  und wir haben ja nicht 9 Millionen Österreicher, sondern wir haben Milliarden Menschen auf dieser  Welt, die natürlich auch ganz andere Bedürfnisse haben, weil da geht es ums Essen, ums Trinken  täglich und ums Wohnen und das muss man genauso in Griff bekommen, als wie große andere Themen, aber  in dem Sinne freut's mich, dass Sie da waren heute und dass wir ein bisschen diskutieren konnten. Und  man sieht ja, dass Unternehmen und Forschung und Entwicklung und auch der aktive Umweltschutz nicht  weit voneinander stehen, sondern glaube ich sehr eng miteinander verbunden sind. Also ich sehe das so. Es wird nicht immer so gelebt, würde ich auch sagen.  Es sollte so sein, es müsste so sein, weil diese Zukunftsfragen sich nur so beantworten lassen,  indem unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft, unser Umweltsystem  so gestaltet sind, dass nicht das eine und das ist häufig das Umweltsystem derzeit, muss man sagen,  gibt natürlich auch andere Gerechtigkeitsfragen, die Sie auch kurz angesprochen haben,  nicht gleichrangig berücksichtigt wird; in der Umsetzung, in der Entscheidungsfindung  von allgemeinem politischen Zielen ja schon oft, das haben wir eh besprochen,  aber nicht in der Umsetzung, ja? Und da muss es hin und dann muss schon rasch  hin, sonst schaffen wir es, muss ich schon sagen, nicht locker, ganz sicher nicht gesellschaftlich  global, sondern sonst werden sich die Fragen stellen, die kein Unternehmen, keine Gesellschaft,  aber auch keine Person in irgendeiner Weise kalt lassen kann, weil dann geht's wirklich um sehr  existenzielle Fragen. Damit das nicht eintritt, und das ist auch, was Sie betonen, und das  verstehe ich auch und ist auch ein wichtiger Aspekt, finde ich, ist es eben notwendig,  

und das ist der Positive:

diesen Entscheidungsraum haben wir, nur wir müssen jetzt wirklich nutzen  und das ist wichtig, dass jeder seinen, ja doch seine Möglichkeiten hier nutzt, ja. Dann tun wir das gemeinsam und bleiben wirklich in intensivem Austausch und Kontakt und versuchen,  das eine oder andere weiterzubringen. Ganz im Sinne unseres alten Freundes  "Bruce Springsteen". In dem Sinne; danke für's Gespräch!