Lern von Rosacea - Hautpflege-Podcast von Xeno
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Lern von Rosacea - Hautpflege-Podcast von Xeno
Rosacea - Ein Überblick über Ursachen, Symptome und Behandlung - mit Laras Erfahrung
Wir sind zurück aus unserer kurzen Winterpause. In dieser Folge teilt Lara ihre persönliche Geschichte mit Rosacea, erklärt typische Symptome und Trigger und ordnet ein, was Hautpflege und medizinische Optionen leisten können.
Darum geht es in dieser Folge
- Erste Symptome und warum Rosazea oft lange unerkannt bleibt
- Typische Anzeichen wie Rötungen, Flushings, Äderchen und Pusteln
- Häufige Trigger: Sonne, Hitze, Stress, Ernährung
- Hautpflege bei Rosazea: minimalistisch und reizarm
- Medizinische Optionen bei Schüben
- Ein langfristiger, holistischer Umgang mit Rosazea
Kapitelmarken
00:00:54 Erste Symptome und Beginn
00:02:06 Was Rosazea ist und warum sie oft verwechselt wird
00:04:30 Trigger und Diagnose
00:06:40 Vererbbar oder ansteckend?
00:10:19 Medizinische Behandlungsmöglichkeiten
00:13:57 Leben mit Rosazea – was hilft wirklich
00:22:25 Lasertherapie
00:30:11 Veränderungen im Alltag
00:33:27 Wunsch an die Gesellschaft
00:36:55 Drei Learnings
Weiterführende Artikel & Links
- Was ist Rosacea oder Couperose? https://xeno-naturkosmetik.com/blogs/epy-magazin/was-ist-rosacea-oder-couperose
- Rosacea-Pflege: https://xeno-naturkosmetik.com/blogs/epy-magazin/rosacea-pflege
- Naturkosmetik bei Rosacea: https://xeno-naturkosmetik.com/blogs/epy-magazin/naturkosmetik-bei-rosacea
- Sonnenschutz-Guide: https://xeno-naturkosmetik.com/pages/sonnenschutz-guide
Die wichtigsten Learnings
- Lass ärztlich abklären, ob es Rosazea ist.
- Baue eine Hautpflege-Basisroutine auf, die deine Haut nicht stresst.
- Entwickle einen freundlichen, langfristigen Umgang mit dir und deiner Haut.
Mehr über gesunde Hautpflege findest du in unserem Magazin:
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Diese Podcast-Folge ersetzt keine medizinische Beratung. Rosacea und Hautzustände verlaufen individuell. Bei anhaltenden Beschwerden bitte ärztlich abklären.
[00:00:54] Lukas: Willst du mal kurz erzählen, wie das bei dir eigentlich angefangen hat? Was so deine ersten Symptome waren, die du gespürt hast?
[00:01:01] Lara: Ja, klar, sicher. Tatsächlich wusste ich damals gar nicht, dass ich Rosazea habe, das ist ja das Verrückte daran. Das ist nämlich eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die super häufig mit Akne verwechselt wird.
Meine Haut war rot nach dem Joggen, meine Haut war rot nach dem Tanztraining. Ich hatte dann irgendwie immer gedacht, okay, ich habe vielleicht Sonnenbrand oder so, habe da eine Menge Aftersun draufgemacht, habe irgendwie versucht, das mit Quark runterzukühlen.
Aber was halt so ein erstes Ding war, so Anfang 20 war das, dass die Rötungen nicht weggegangen sind. Und das hat mir dann irgendwie auch so ein bisschen zu schaffen gemacht, weil ich dann viel abgedeckt habe oder dann halt eben sehr covernde Foundation benutzt habe, was gar nicht so mein Ding war. Und ich habe nicht so ganz mehr verstanden, was mit meiner Haut los ist.
Ich habe auch viel dann erst mal auf Stress gedacht und dachte, ah okay, vielleicht bekommst du Pickel, Akne in der Familie, oder man kann das ja auch später noch bekommen. Also ja, das war so ein bisschen meine Journey.
Das hat dann auch dazu geführt, dass ich plötzlich die Menschen, die Hautprobleme haben, besser verstanden habe. Rosazea ist eine entzündliche Hauterkrankung, die ich auch habe. Ich habe Rosazea.
Ich habe Ernährungs- und Sport studiert, bin langjährig Krankenschwester gewesen und habe auch in der Ausbildung tatsächlich und auch in dem ganzen Studium nie irgendwie davon gehört. Deswegen hat mich das dann auch sehr getroffen.
Die geht einher mit Rötungen und das alles und führt dann halt dazu, dass irgendwann Pusteln entstehen, weil es so bestimmte Stadien gibt, in denen die abläuft. Irgendwann hat man so Pusteln, die so ein bisschen an Pickel oder Akne erinnern, aber halt eben keine sind.
Meine Haut war immer schon super, super empfindlich. Also ich habe Allergien und habe gemerkt, okay, ich reagiere auf sehr, sehr viele Sachen, was übrigens auch sehr typisch ist für Rosazea, denn bis heute wissen wir nicht so ganz genau.
Rosazea, Kuporose vielleicht an der Stelle nochmal. Kuporose ist eine Art Vorstufe von Rosazea. Zumindest wird es so behandelt. Da sind halt die Rötungen im Vordergrund und dann irgendwann wird es mehr und dann wird es so Rosazea.
Und was wir nicht wissen, ist halt, was die Ursache ist. Milben können, also diese Demodexmilbe, kann ein Grund sein. Die haben wir alle auf der Haut und die kann sich halt vermehren, was das angeht.
Ich habe halt wirklich irgendwann einfach in so einer Sackgasse gestanden und wusste nicht so ganz genau. Und habe dann auch tatsächlich meine eigene Creme entwickelt und jetzt verkaufe ich Naturkosmetik, die mir geholfen hat mit meiner Rosazea und auch vielen anderen Leuten.
Im Moment ist die Forschung dabei, wirklich herauszufinden, was ist die wirkliche Ursache. Wie gesagt, die richtige Ursache wissen wir noch nicht so ganz genau. Man geht so ein bisschen davon aus, dass Mastzellen überaktiv sind, dass das Immunsystem überreagiert, dass das Nervensystem irgendwie ein bisschen vulnerabler ist als bei anderen Menschen.
Und das ist halt auf jeden Fall genetisch bedingt und fängt halt an, sichtbar zu werden, sage ich mal so mit Anfang 30 oder Mitte 20. Aber die ersten Symptome kommen halt meist schon so Anfang 20 oder bei manchen sogar ein bisschen früher. Und da würde man niemals auf die Idee kommen, dass das halt eine Rosazea ist.
Ich habe schon irgendwie gemerkt, dass ich plötzlich Hautpflegeprodukte alle nicht mehr so richtig gut vertrage. Ich war aber immer sehr empfindlich und habe meine Sachen auch immer aus der Apotheke geholt, weil ich sehr, sehr früh sehr viele Allergien und sehr viele Schwierigkeiten mit allen möglichen Stoffen hatte, die auf meine Haut gekommen sind. Darum hat mich das jetzt nicht so gewundert, aber das wurde dann halt immer mehr.
Ich habe halt gemerkt, dass ich allgemein mehr Allergien bekomme.
[00:04:26] Lara: Und Auslöser waren dann erst irgendwie so ein Thema, als ich dann als beiläufige Diagnose von meinem Hautarzt gesagt bekommen habe, bei einer Hautkrebsvorsorgeuntersuchung – by the way Leute, das ist wahnsinnig wichtig, geht bitte regelmäßig zur Hautkrebsvorsorgeuntersuchung, das muss ich hier unbedingt loswerden – dass ich Rosazea habe.
Und ich sagte ja zu Beginn, dass ich dachte, ich hätte einen Sonnenbrand. Und heute weiß ich, dass der Auslöser unter anderem auch die Sonne ist, auf jeden Fall, weil die ist halt ein ganz, ganz großer Trigger.
Und viele andere Sachen halt auch, aber mir war nicht bewusst, dass Hitze, Sonne, scharfes Essen etc. Auslöser sind.
[00:05:02] Lara: Also ja, es gibt Auslöser, aber ich wusste nicht so ganz genau, warum das da passiert auf meiner Haut.
Die Hautpflege sollte keine Duftstoffe, ätherischen Öle oder austrocknenden Alkohole enthalten.
Was noch ein ganz großer Punkt ist, ist halt auch Stress. Stress ist ein ganz, ganz großer Trigger für Rosazea. Das sorgt dafür, dass man im Flushing landet. Sauna ist in dem Fall Hitze, aber das ist halt so eine Stauhitze.
Bestimmte Speisen hatte ich ja gerade eben schon mal gesagt. Ich überlege jetzt gerade noch, es gibt eine relativ große Liste, was im Leben dann so zum Trigger werden kann.
Dicke, fette Cremes sind eine Schwierigkeit, weil es dann zu so einem Hitzestau kommt. Sonnencreme sorgt by the way dafür, dass die Rosazea nicht so stark getriggert wird. Gleichzeitig ist es extrem schwierig, eine Sonnencreme zu finden, die nicht so schwer auf der Haut aufliegt.
Es geht so ein bisschen darum, ganz, ganz viele Reizer zu reduzieren und die Balance zu finden, was geht und was geht nicht. Das ist halt eben so ein ganz großes Ding.
Ich würde mal sagen, dass wir den Sonnenschutzguide unten in der Beschreibung verlinken, für alle, die da noch die richtige Sonnencreme suchen.
An der Stelle: Ich habe so, so viele Sonnencremes getestet. Wirklich für mich, weil ich unbedingt eine Sonnencreme finden wollte, aber gleichzeitig auch für meine Community, weil ich gemerkt habe, hey, das ist so ein tricky Thema.
Jede Rosazea reagiert halt auch sehr, sehr unterschiedlich und sehr individuell auf bestimmte Reize. Und da sind ganz, ganz viele Produkte drin genannt, die für die jeweiligen unterschiedlichen Hautzustände funktionieren.
[00:06:40] Lukas: Ist Rosazea eigentlich vererbbar oder ansteckend?
[00:06:44] Lara: Oh, vererbbar. Genetisch bedingt auf jeden Fall. Viele sagen, dass sie jemanden in der Familie haben, also nah in der Familie, die auch Rosazea hatte. Manche wissen es gar nicht oder es ist gar nicht unbedingt so wahnsinnig sichtbar, aber es ist halt da.
Es kann aber auch Generationen überspringen. Da brauchst du aber einfach noch viel Forschung. Ansteckend auf keinen Fall, finde ich auch ganz, ganz wichtig.
Gerade so Stadium 3, das war so ein Ding. Da bin ich nach dem Hautarzt gegangen und aus dem Hautarzt rausgekommen und habe dann gemerkt, okay, dann muss ich das mal googeln, was das ist, Kuporose, Rosazea. Und das Erste, was mir entgegengesprungen ist, war halt ein Bild aus Stadium 3.
Stadium 3 könnt ihr euch so vorstellen: Es ist so, dass die Nase wirklich richtig dick und geschwollen wird. Das bedeutet Rhinophym. Das heißt, die ganze Haut verdickt sich und verändert sich.
Und nein, die Sachen sind alle nicht ansteckend. Das ist einfach eine Veränderung.
Ein ganz wichtiger Punkt ist dieses Fortschreiten der Hautveränderung frühzeitig zu stoppen und die Reize runter zu regulieren und gleichzeitig auch auf den Körper zu hören. Denn Rosazea ist auf der Haut sichtbar, aber passiert in einem Körper.
Das wichtigste erste Symptom ist Rötung. Rötungen im Bereich der Wangen, um die Nase drumherum, sieht so ein bisschen aus wie ein Sonnenbrand. Das ist das, was ich ja auch am Anfang bei mir gedacht hatte.
Dann kommen dazu erweiterte Äderchen. Was übrigens im Alter ganz normal ist. Im Alter bekommen wir alle so ein paar erweiterte Äderchen, aber bei Rosazea treten die halt sehr viel früher auf, das ist ganz wichtig dazu zu sagen.
Das sieht so ein bisschen aus wie kleine geplatzte Gefäße. Die sind aber nicht geplatzt, die sind wirklich erweitert, weil bei Rosazea kann sich das Gefäßsystem nicht mehr von alleine so gut zusammenziehen.
Wenn jetzt zum Beispiel Hitze oder Kälte auf die Haut kommt, dann dauert das alles ein bisschen. Das Gefäßsystem ist nämlich viel, viel schwächer und dann führt es dazu, dass halt eben so kleine rote Äderchen sichtbar sind.
Dann geht es weiter mit Pustelbildungen. Dann gibt es noch das Symptom der Wassereinlagerungen, weil das Gesicht kann geschwollen werden. Die Lymphe fließt nicht richtig gut ab. Wie gesagt, es ist auch eine Sache, die im Körper passiert und auf der Haut sichtbar wird.
Der Körper hat mit einer Entzündung zu kämpfen und das führt dann einfach dazu, dass die Haut geschwollen ist. Oft sind die Augen auch am Morgen mehr geschwollen als bei anderen Menschen.
Wir haben alle mal geschwollene Augen am Morgen, aber gerade Menschen mit Rosazea, Allergien, immunologischen und autoimmunen Geschichten, die oft miteinander einhergehen, kommt das halt häufiger vor.
Und zuletzt ist es dann so, dass die Rötungen manchmal auch langfristig bleiben und gar nicht mehr so weggehen. Es kann auch sein, dass das Gewebe sich verdickt und sich verändert und eine sichtbare Hautveränderung da ist, wie zum Beispiel eine sehr starke Nase.
Übrigens hatte Andy Warhol Rosazea. Geht auf jeden Fall mal zu einer Hautärztin, checkt das mal ab. Dann wisst ihr es wenigstens.
Das ist auch ein ganz großer Punkt, weil es gibt halt einmal die Sache, dass du die Hautpflege hast, die dafür sorgt, dass die Reize runterreguliert sind und deine Haut sich entspannt. Da setzt du eine Stellschraube.
Wenn aber deine Rosazea schon so weit fortgeschritten ist und ohne bestimmten Schub ist, dann braucht man auch medizinische Produkte, die genutzt werden. Das sorgt dafür, dass die Entzündung sehr stark minimiert wird, sodass du überhaupt erst wieder in diese Balance kommen kannst.
[00:10:19] Lara: Ich hatte dann einen sehr aufmerksamen Hautarzt, der das dann sehr schnell und sehr früh bei mir entdeckt hat. Dennoch war das ein bisschen schwierig, weil es halt bei mir, wie gesagt, beiläufig war.
Normalerweise ist es dann so, dass eine Lösung gesucht wird. Dann gibt es unterschiedliche medizinische Cremes, die ausprobiert werden, weil man nicht so ganz genau sofort weiß, was ist denn die Ursache, welche Creme funktioniert denn jetzt gut.
Und wenn es eine sehr schwerwiegende Form ist, dann gibt es auch Medikamente, die du einnimmst, Tabletten und so, die halt das komplette Entzündungsgeschehen im Körper minimieren.
Aber es ist leider tatsächlich nicht so, wie ich es jetzt beschreibe. Ärztinnen und Ärzte haben manchmal nicht so viel Zeit und Rosazea ist auch manchmal nicht so bekannt und wird halt häufig mit Akne verwechselt. Gerade dann, wenn noch periorale Dermatitis und Rosazea zusammenkommen oder wenn dann noch Akne dazukommt, also es gibt auch beides zusammen, dann wird es richtig tricky. Und dann ist es auch wirklich schwierig, das zu diagnostizieren. Da sollte dann schon richtig genau hingeguckt werden.
Ich finde es auch immer wichtig, sich selber zu informieren, aber alle Angebote zu nutzen, die halt eben da sind.
[00:11:37] Lukas: Was rätst du den Menschen, die vermuten, dass sie Rosazea haben? Termin beim Hautarzt einmal abklären lassen, auf keinen Fall irgendwelche Experimente machen.
[00:11:48] Lara: Da kann ich von mir erzählen, denn bei mir war das ja diese beiläufige Diagnose. Ich hatte an und für sich sehr, sehr viel richtig gemacht und habe den Sonnenschutz verwendet und das alles. Da sollte ich dann auch bei bleiben, und das ist auch alles super gut, obwohl der Sonnenschutz mir plötzlich auf der Haut gebrannt hat und ich wusste auch nicht so ganz genau, warum.
Heute weiß ich, dass da sehr, sehr viel austrocknender Alkohol drin war. Ich habe dann aber das Gefühl gehabt, ich müsse jetzt sehr viel tun. Also ich brauche jetzt irgendwie sehr, sehr viele Wirkstoffe, sehr, sehr viele Zutaten, Peelings und so. Und habe da meine Rosazea erst mal so richtig angefeuert und aus der Reserve geholt und mir dann eine periorale Dermatitis zu meiner Rosazea angepflegt.
Also sollte das so sein, dass du gerade merkst, du hast diese Rötungen und du bist am Anfangsstadium oder es sind vielleicht auch schon Pusteln da, dann klär das doch einmal kurz ab mit deinen Hautärztinnen. Dann überlege mal selber im Grunde genommen: Möchtest du jetzt mit einer medizinischen Creme aus dem Schub heraus?
Und dann schau auf jeden Fall, dass du Hautpflege findest, die minimalistisch ist, die wenige Inhaltsstoffe enthält. Am Anfang brauchst du wenige Inhaltsstoffe, damit sich deine Haut beruhigt. Und damit die Rosazea aber langfristig in Schach ist, brauchst du wenige, gute, gut formulierte Hautpflegeprodukte.
Die sollten dennoch Wirkstoffe enthalten, aber in so verträglichen Konzentrationen. Ich sagte ja, dass ich zum Beispiel Peelings benutzt habe, zum Beispiel so ein BHA-, Beta-Hydroxy-Acid-, Salicylsäure-Peeling in viel zu hoher Konzentration oder ein Fruchtsäure-Peeling, was ein absolutes No-Go für Rosazea ist.
Ich dachte, das wäre gut, weil das dann irgendwie dafür sorgen würde, dass die Entzündung abgeschält wird und so. Und genau da halt eben wirklich zu schauen, dass das gut auf deine Haut abgestimmt ist. Plus den Hauttyp. Der Hauttyp sollte noch dazu abgestimmt werden und dein jeweiliger Hautzustand. Weil Rosazea verändert sich bei jeder Wetterlage. Ja, nervt, aber ist so.
[00:13:50] Lukas: Du hast ja vorhin schon erwähnt, dass Rosazea nicht heilbar ist. Kann man denn dann gar nichts machen?
[00:13:57] Lara: Nee, man kann viel machen. Tatsächlich bin ich dem ja auch nicht ausgeliefert. Wir sind dem zu Anfang vielleicht ausgeliefert, aber wenn wir anfangen zu akzeptieren, dass ein Leben mit Rosazea möglich ist und das auch mit Leichtigkeit zu nehmen und zu akzeptieren, zu sagen: Hey, okay, meine Haut rastet halt ein bisschen aus, wenn es draußen kalt wird.
Oder ich stehe nicht unter dem Heizpilz, weil das nicht die beste Möglichkeit ist, dort zu verweilen. Dann funktioniert das sehr gut.
Du kannst, weil ich ja gerade gesagt habe, dass Rosazea auf der Haut sichtbar ist, aber im Körper auch stattfindet, dein Nervensystem beruhigen. Zum Beispiel: Ich meditiere viel, ich mache sehr viel Achtsamkeitsübungen, Atemübungen, einfach um dem Körper regelmäßig das Feedback zu geben, es ist alles in Ordnung.
Ich liebe übrigens die App Headspace, die finde ich ganz super. Das sind so geführte Meditationen.
[00:14:51] Lara: Das finde ich toll, aber ich mag es auch total gerne, mal in so Classes zu gehen, aber auch einfach nur mal alleine. Und wenn du keinen Bock hast auf Meditieren, was ich auch total gut verstehen kann, dann mach einfach Atemübungen, das reicht auch schon aus.
Die zweite Sache ist, dass es total cool ist, zu sorgen, dass deine Bettlagen zum Beispiel gut funktionieren. Ich habe Milbenbezüge da draufgesetzt. Zum Beispiel sagte ich ja, dass die Demodex-Milbe mit einspielt. Viele wissen das gar nicht. Diese Demodex-Milbe lebt halt auf der Haut und die vermehrt sich, und das ist auch alles ganz normal. Aber bei Rosazea hat man rausgefunden, dass sie sich mehr vermehrt, also dass wir da ganz, ganz viele von haben.
Das sorgt dann dafür, dass wir halt eben da mehr Stress haben. Und wenn dann noch eine Allergieneigung dazu kommt oder andere Autoimmun-Geschichten, dann kann es eine gute Möglichkeit sein, zum Beispiel Milbenbettwäsche zu benutzen, also anti-allergene Bettwäsche.
Was kannst du noch machen? Bei der Hautpflege kannst du darauf achten, dass sie reizarm ist, dass sie zu deiner Haut passt. Du kannst Phytotherapie nutzen, innen drin und sowohl auf der Haut. Es gibt wahnsinnig viele coole Pflanzen, das würde jetzt den Rahmen sprengen, aber nur um einfach mal zwei, drei zu nennen.
Rosskastanie zum Beispiel stabilisiert das Gefäßsystem und sorgt dafür, dass sich diese erweiterten Äderchen nicht so extrem bilden. Mäusedorn ist auch sowas, was da ganz toll hilft. Cremes sollten leicht sein, das sollte alles eine leichte Textur haben.
Trag täglich Sonnenschutz, denn Sonne ist ein ganz, ganz großer Trigger. Beim Essen kannst du darauf achten, anti-entzündlich zu essen, die Entzündungen zu minimieren. Da auch noch mal die Phytotherapie: Es gibt unwahrscheinlich viele tolle Stoffe, die den Körper runterfahren, wie zum Beispiel Kamillentee.
Mach Bewegung, die zu dir passt. Sport muss nicht unbedingt das krasseste High-Intensity-Training sein, vielleicht auch nicht gerade Hot-Yoga. Alles, was in Balance ist, ich sage mal so wie ein schöner, entspannter Fluss, der einfach fließt, so könnte dein Leben sein.
Das jetzt genießen, das ist auch ein ganz großer Punkt. Nicht immer in dieser Stressspirale zu sein: Oh Gott, wann kommt der nächste Schub? Sich klar machen, dass es okay ist, auch einen Schub zu haben, wenn eine Stresssituation da ist, und zu akzeptieren.
Ich glaube, das ist auch noch mal ein ganz großer Punkt, dass das einfach so ist. Wir reden ja immer so von diesem Clear-Status, von diesem: Die Haut muss komplett funktionieren, zu 100 Prozent entzündungsfrei sein. Ich sagte ja gerade zu Beginn, dass es Menschen gibt, die haben auch noch Autoimmunerkrankungen, immunologische Geschichten, allergischen Kram und so weiter, ich auch zum Beispiel. Da kann der Körper nicht immer zu 100 Prozent alles entzündungsfrei halten.
Und wenn der Clear-Status dann halt das ganze Jahr nicht gegeben ist, dann ist er halt nicht das ganze Jahr gegeben. Dennoch kannst du ganz, ganz viele Werkzeuge in deinem Leben nutzen, die dazu führen, dass es dir gut geht.
Auch zum Beispiel, wenn Hormonschwankungen da sind. Frauen haben einfach mehr Hormonschwankungen. Da kannst du darauf reagieren mit Hautpflege, mit Pflanzen, mit Tees. Du kannst supplementieren, wenn du einen Mangel hast. Bitte da auch noch mal den Check-up, was das Blutbild angeht, und gucken, was fehlt denn so an Mikronährstoffen. Da kann man dann ganz toll supplementieren, mache ich auch.
Ich supplementiere auch total gerne an den Stellen, wo mein Körper Unterstützung braucht, aber auch da wieder genauso, dass es halt eben zu dir passt. Ja, genau, ich weiß gar nicht, ich habe jetzt bestimmt irgendwas vergessen.
[00:18:31] Lukas: Das macht nichts, da kommen wir gleich jeweils drauf. Aber ich merke schon, du hast einen sehr holistischen Ansatz, das heißt, es betrifft fast alle Lebensbereiche. Gibt es denn auch rein medizinische Dinge, die man machen kann?
[00:18:40] Lara: Auf jeden Fall. Finde ich auch wichtig, an der Stelle zu sagen, weil ich habe das ja häufig, dass ich da gefragt werde: Hey, sag mal Lara, meine Rosazea ist jetzt gerade so extrem im Schub, ich merke, dass die Entzündungen gar nicht weggehen, die Haut verändert sich immer mehr, ich habe immer mehr Schwellungen, es tut weh, ich fühle mich unwohl. Das geht mit unwahrscheinlich viel psychischer Belastung einher, kenne ich selbst.
Wenn ich vor die Tür gehe und so, dann gibt es medizinische Cremes. Und diese medizinischen Cremes haben drei unterschiedliche Ansätze. Es gibt einmal den antibiotischen Ansatz, also eine Antibiotika-Creme. Ich weiß, das ist immer ein bisschen schwierig. Manche sagen, sie möchten dann kein Antibiotika nehmen.
Ich sage an der Stelle: Es kann manchmal sinnvoll sein, eine Antibiotika-Creme zu verwenden, um aus einer aktiven Entzündungsphase rauszukommen, um dann eine weitere Lösung zu finden. Oder auch in Situationen, wenn es doch mal wieder einen Schub gibt, zu sagen: Das brauche ich und das benutze ich.
Weil ja, es stimmt, Rosazea hat ein geschwächtes Hautmikrobiom. Unser Mikrobiom ist nicht so vielfältig. Das hatte ich nämlich gerade eben vergessen. Da zählt auch die Darmgesundheit dazu und auch das Hautmikrobiom. Deswegen sind Probiotika innen und auf der Haut ganz, ganz wichtig.
Aber wenn halt eben so eine Schubsituation ist, kann es auch manchmal sinnvoll sein, da im Grunde genommen mitzuhandeln und dann zu sagen: Hey, ich kläre das mit meinen Hautärztinnen und gucke im Grunde genommen, dass ich da eine Lösung finde.
[00:20:08] Lara: Der zweite Ansatz, den man mit diesen medizinischen Cremes ausprobiert, ist zum Beispiel eine Creme, die ein Insektizid ist. Das sorgt dafür, dass zum Beispiel, wenn diese Demodex-Milbe eine ganz, ganz große Ursache ist oder halt eben diese ganzen Entzündungsparameter, diese ganzen Rötungen und das alles, was auf der Haut passiert, so anfeuert, dann schaut man im Grunde genommen, funktioniert die Creme und nutzt die, um aus dem Schub rauszukommen.
Und die dritte Creme arbeitet mit Azelainsäure in einer sehr hoch dosierten Variante. Ich bin absoluter Fan von Azelainsäure, aber ganz medizinische Cremes haben Nebenwirkungen. Sie haben aber eine Wirkung, die in bestimmten Situationen wichtig ist.
Die Azelainsäure ist ein sehr entzündungshemmender Stoff, gerade in so hoch dosierter Form, und kann dazu führen, dass ein Schub beendet wird und die Haut wieder zurück kann. Und du dann an die Stelle kommst, dass du sagst: Hey, jetzt mache ich so einen holistischen Ansatz, jetzt schaue ich im Grunde genommen, was kann ich alles ändern – Hautpflege, Ernährung, Pflanzenstoffe, Nervensystem runterfahren, Stress erleben, Dinge, die in deinem Leben halt eben gerade da sind, die dazu führen, dass deine Haut sich immer wieder entzündet oder dein Körper immer auf Anschlag steht.
Viele leiden sehr, sehr lange, weil sie Angst haben, diese medizinischen Cremes für eine kurze Zeit zu nehmen oder zu sagen: Hey, ich brauche sie mal und ich finde es in Ordnung. Auch ich habe mal eine medizinische Creme benutzt und das ist auch vollkommen okay und würde es auch immer wieder tun, wenn ich einen sehr starken Schub habe.
Denn manchmal kommt der Körper aus einer starken Entzündung nicht unbedingt raus. Wie gesagt, wir wissen nie – auch bei Rosazea wissen wir noch nicht alle Ursachen. Rosazea geht mit sehr, sehr vielen immunologischen Geschichten und Autoimmun-Geschichten, Allergien und so weiter einher. Da passiert sehr, sehr viel im Hintergrund. Und den Körper dann zu entlasten, wenn es wirklich gar nicht mehr geht, ist vollkommen in Ordnung.
Es gibt das halt auch in Tablettenform, aber das ist, wenn es ein sehr, sehr starkes Stadium ist. Und was wichtig ist, ist halt wirklich, da mit den Hautärztinnen zu arbeiten und immer abzuklären und zu gucken, was los ist.
[00:22:26] Lukas: Es gibt ja auch Lasertherapie. Was hältst du davon?
[00:22:31] Lara: Ja, wenn ganz, ganz viele erweiterte Gefäße sich entwickelt haben, bin ich da auch total dabei. Gerade dann, wenn das Stadium sehr, sehr schnell fortschreitet und du merkst, hey, da bilden sich die ganze Zeit lauter erweiterte Gefäße oder sogar die Haut verdickt sich auch schon.
Dann kann man zum Beispiel auch mit anderen, ich sage mal, kleinen Behandlungen, Haut abtragen und so was, arbeiten. Finde ich super. Passt auch dann immer wieder zu dem jeweiligen Stadium, wo du bist, immer in Absprache mit dem: Was ist dein Ziel, was möchtest du?
An der Stelle ganz, ganz wichtig: Lasertherapie ist eine Möglichkeit, das, was passiert ist, rückgängig zu machen. Es kommt aber trotzdem immer wieder, weil Rosazea nun mal immer wieder zu diesen erweiterten Gefäßen neigt.
Darum ist es erst mal wichtig, diese erweiterten Gefäße gar nicht erst entwickeln zu lassen. Und dazu gehört einfach Daily-Sonnenschutz und eine Hautpflege, die deine Haut nicht überreizt, und halt eben diese ganzen anderen Dinge, die dazu führen, dass dein Körper nicht die ganze Zeit in dieser Entzündung ist.
Aber ansonsten finde ich das super als Ergänzung.
[00:23:40] Lukas: Wie siehst du das im Unterschied zur Hautpflege? Was kann Hautpflege bewirken im Gegensatz zu den medizinischen Cremes?
[00:23:49] Lara: Medizinische Cremes haben ihre Berechtigung, wenn du einen Schub beenden möchtest, wenn eine Entzündung sehr, sehr stark ist. Es ist auch nicht unbedingt ratsam, die medizinische Creme die ganze Zeit zu verwenden. Da sind sich auch die Hautärztinnen unterschiedlicher Meinung.
Manche sagen auch, kannst du dann länger verwenden. Andere hingegen sagen: Hey, nee, nicht so lange. Und dann gucken wir im Grunde genommen, dass wir so ein bisschen runter reduzieren und schauen, dass wir noch mal nach einer anderen Möglichkeit suchen.
Einfach deswegen, weil dieses Feld sehr, sehr unerforscht ist. Wir wissen aber, dass wir sehr, sehr viel machen können, sowohl mit den medizinischen Cremes als auch mit der Hautpflege. Beides zusammen ist der Weg, der ideal ist.
Und wenn du dich entscheidest, keine medizinische Creme zu verwenden, weil dein Stadium nicht unbedingt gerade sehr extrem ist oder du auch nicht die extremsten Schübe hast, ist das auch vollkommen in Ordnung. Dann kann Hautpflege auch sehr, sehr viel bewirken.
Der größte Aspekt, den du erreichen kannst, ist wirklich durchs Weglassen. Also Weglassen von Dingen, die deine Haut wirklich nicht mag und nicht braucht und die vielleicht für andere Leute gut funktionieren.
[00:20:08] Lara: Der zweite Ansatz, den man mit diesen medizinischen Cremes ausprobiert, ist zum Beispiel eine Creme, die ein Insektizid ist. Das sorgt dafür, dass zum Beispiel, wenn diese Demodex-Milbe eine ganz, ganz große Ursache ist oder halt eben diese ganzen Entzündungsparameter, diese ganzen Rötungen und das alles, was auf der Haut passiert, so anfeuert, dann schaut man im Grunde genommen, funktioniert die Creme und nutzt die, um aus dem Schub rauszukommen.
Und die dritte Creme arbeitet mit Azelainsäure in einer sehr hoch dosierten Variante. Ich bin absoluter Fan von Azelainsäure, aber ganz medizinische Cremes haben Nebenwirkungen. Sie haben aber eine Wirkung, die in bestimmten Situationen wichtig ist.
Die Azelainsäure ist ein sehr entzündungshemmender Stoff, gerade in so hoch dosierter Form, und kann dazu führen, dass ein Schub beendet wird und die Haut wieder zurück kann. Und du dann an die Stelle kommst, dass du sagst: Hey, jetzt mache ich so einen holistischen Ansatz, jetzt schaue ich im Grunde genommen, was kann ich alles ändern – Hautpflege, Ernährung, Pflanzenstoffe, Nervensystem runterfahren, Stress erleben, Dinge, die in deinem Leben halt eben gerade da sind, die dazu führen, dass deine Haut sich immer wieder entzündet oder dein Körper immer auf Anschlag steht.
Viele leiden sehr, sehr lange, weil sie Angst haben, diese medizinischen Cremes für eine kurze Zeit zu nehmen oder zu sagen: Hey, ich brauche sie mal und ich finde es in Ordnung. Auch ich habe mal eine medizinische Creme benutzt und das ist auch vollkommen okay und würde es auch immer wieder tun, wenn ich einen sehr starken Schub habe.
Denn manchmal kommt der Körper aus einer starken Entzündung nicht unbedingt raus. Wie gesagt, wir wissen nie – auch bei Rosazea wissen wir noch nicht alle Ursachen. Rosazea geht mit sehr, sehr vielen immunologischen Geschichten und Autoimmun-Geschichten, Allergien und so weiter einher. Da passiert sehr, sehr viel im Hintergrund. Und den Körper dann zu entlasten, wenn es wirklich gar nicht mehr geht, ist vollkommen in Ordnung.
Es gibt das halt auch in Tablettenform, aber das ist, wenn es ein sehr, sehr starkes Stadium ist. Und was wichtig ist, ist halt wirklich, da mit den Hautärztinnen zu arbeiten und immer abzuklären und zu gucken, was los ist.
[00:22:26] Lukas: Es gibt ja auch Lasertherapie. Was hältst du davon?
[00:22:31] Lara: Ja, wenn ganz, ganz viele erweiterte Gefäße sich entwickelt haben, bin ich da auch total dabei. Gerade dann, wenn das Stadium sehr, sehr schnell fortschreitet und du merkst, hey, da bilden sich die ganze Zeit lauter erweiterte Gefäße oder sogar die Haut verdickt sich auch schon.
Dann kann man zum Beispiel auch mit anderen, ich sage mal, kleinen Behandlungen, Haut abtragen und so was, arbeiten. Finde ich super. Passt auch dann immer wieder zu dem jeweiligen Stadium, wo du bist, immer in Absprache mit dem: Was ist dein Ziel, was möchtest du?
An der Stelle ganz, ganz wichtig: Lasertherapie ist eine Möglichkeit, das, was passiert ist, rückgängig zu machen. Es kommt aber trotzdem immer wieder, weil Rosazea nun mal immer wieder zu diesen erweiterten Gefäßen neigt.
Darum ist es erst mal wichtig, diese erweiterten Gefäße gar nicht erst entwickeln zu lassen. Und dazu gehört einfach Daily-Sonnenschutz und eine Hautpflege, die deine Haut nicht überreizt, und halt eben diese ganzen anderen Dinge, die dazu führen, dass dein Körper nicht die ganze Zeit in dieser Entzündung ist.
Aber ansonsten finde ich das super als Ergänzung.
[00:23:40] Lukas: Wie siehst du das im Unterschied zur Hautpflege? Was kann Hautpflege bewirken im Gegensatz zu den medizinischen Cremes?
[00:23:49] Lara: Medizinische Cremes haben ihre Berechtigung, wenn du einen Schub beenden möchtest, wenn eine Entzündung sehr, sehr stark ist. Es ist auch nicht unbedingt ratsam, die medizinische Creme die ganze Zeit zu verwenden. Da sind sich auch die Hautärztinnen unterschiedlicher Meinung.
Manche sagen auch, kannst du dann länger verwenden. Andere hingegen sagen: Hey, nee, nicht so lange. Und dann gucken wir im Grunde genommen, dass wir so ein bisschen runter reduzieren und schauen, dass wir noch mal nach einer anderen Möglichkeit suchen.
Einfach deswegen, weil dieses Feld sehr, sehr unerforscht ist. Wir wissen aber, dass wir sehr, sehr viel machen können, sowohl mit den medizinischen Cremes als auch mit der Hautpflege. Beides zusammen ist der Weg, der ideal ist.
Und wenn du dich entscheidest, keine medizinische Creme zu verwenden, weil dein Stadium nicht unbedingt gerade sehr extrem ist oder du auch nicht die extremsten Schübe hast, ist das auch vollkommen in Ordnung. Dann kann Hautpflege auch sehr, sehr viel bewirken.
Der größte Aspekt, den du erreichen kannst, ist wirklich durchs Weglassen. Also Weglassen von Dingen, die deine Haut wirklich nicht mag und nicht braucht und die vielleicht für andere Leute gut funktionieren.
[00:30:11] Lukas: Gibt es Dinge in deinem Leben, die du verändert hast, seitdem du Rosazea hast?
[00:30:16] Lara: Nicht nur eine Sache. Es fühlt sich jetzt so ein bisschen so an, oh mein Gott, wenn ich jetzt das alles aufzählen würde, was ich über die Jahre alles geändert habe, um mit Rosazea leichter zu leben.
Darum möchte ich an der Stelle ganz kurz einmal sagen, dass das ganz, ganz wichtig ist, dass das auch bei mir alles ein Prozess ist. Und das ist auch immer noch ein Prozess.
Ein kleiner Baustein, der den anderen so wie so ein Dominostein antippt und das dann Stück für Stück immer mehr wird.
Bei mir waren das am Anfang Dinge wie: Ich habe meinen Stress reduziert, ich habe angefangen zu meditieren, ich habe meine Hautpflege vor allen Dingen umgestellt. Das war ein ganz, ganz großer Asset für mich. Ich habe ganz doll gemerkt, wie das bei mir hilft, wenn ich einfach nicht mehr diese ganzen Dinge benutze wie zehn Prozent Niacinamid und noch ein Fruchtsäurepeeling hier und da.
Ich trage täglich Sonnenschutz. Ich habe endlich einen Sonnenschutz gefunden, der gut funktioniert. Ich hoffe, dass du im Sonnenschutz-Guide, der hier unten verlinkt ist, einen findest. Und an alle, die einen Sonnenschutz haben, der bei ihnen funktioniert: Kommentiert bitte mit diesem Sonnenschutz unbedingt, denn wir suchen alle einen Sonnenschutz, der täglich genutzt werden kann. Das ist einfach so ein wichtiges Thema.
Und bei Sonnenschutz ist es halt einfach total individuell, was Rosazea da verträgt, auch nochmal je nachdem, was für ein Hauttyp das ist. Und das war für mich auch nochmal eine große Veränderung, denn Sonne ist halt ein sehr, sehr großer Trigger, der damit schon sehr, sehr gut in Schach gehalten wird.
Dann meine Ernährung. Ich habe meine Ernährung sehr anti-entzündlich aufgebaut und achte darauf, viele gute Phyto-Wirkstoffe, die ich einmal über meine Hautpflege auch auf die Haut gebe, auch innen zu nutzen. Zum Beispiel durch Tees und Kräuter.
Und ich glaube, ein großer wichtiger Punkt war auch irgendwann, dass ich an so einem Punkt angekommen bin, wo ich erst am Anfang viele Dinge einfach gemacht habe, damit alles irgendwie besser wird, und dann auch mit mir eine Art Frieden geschlossen habe.
Ich nenne meine Rosazea heute liebevoll meine Rosie. Und bin damit, wenn sie an einem Tag mal kommt und wenn ich dann irgendwie mal was Scharfes gegessen habe, dann weiß ich halt, dass ich am nächsten Tag ein Flushing habe. Dann weiß ich, dass ich mich am nächsten Tag um meinen Körper kümmern möchte und dafür sorgen möchte, dass die Entzündungen wieder minimiert werden und ich da halt auch meinen Werkzeugkasten habe, um meinem Körper genau das zu geben, was er in dem Moment braucht.
An der Stelle habe ich auch meinen Sprachgebrauch verändert, denn ich sage, ich möchte ganz gerne so leben. Ich möchte ein leichteres Leben mit Rosazea haben. Ich sehe das nicht mehr als Last oder als Schmerz oder sowas, sondern mittlerweile als Geschenk.
Denn es hat tatsächlich dazu geführt, dass ein Dominostein nach dem nächsten dazu geführt hat, dass ich viel sanfter mit mir umgehe und auch Verletzlichkeit zulasse und auch fein damit bin, wenn mal Leistung nicht geht. Und das ist auch vollkommen in Ordnung.
Ich habe andere Wege gesucht und sogar gemerkt, dass ich dabei schneller und mehr über mich hinauswachse und mehr erreiche als manch andere, die das mit Druck und Pressure erreichen.
[00:33:27] Lukas: Was wünschst du dir von der Gesellschaft im Umgang mit Rosazea?
[00:33:33] Lara: Ich wünsche mir, dass Rosazea sichtbarer wird, dass wir mehr darüber sprechen, dass es okay ist, Rosazea zu haben.
Ich habe mit Make-up-Artists gesprochen, die teilweise auch sehr bekannte Menschen für Mode und für den Laufsteg fertig gemacht haben und mir gesagt haben, dass sie Rosazea auf keinen Fall auf dem Laufsteg haben möchten, weil das als Make-up-Artist sehr anstrengend ist, das richtig zu machen, die Haut gut zu retuschieren und so weiter.
Das war so ein Ding, wo ich gedacht habe, das geht gar nicht. Das hat mich auch nahezu verletzt. Die Menschen haben das vielleicht gar nicht so wahrgenommen, dass sie es gesagt haben, weil sie einfach in ihrem Job waren. Klar, du möchtest dann das Model fertig machen und das soll gut aussehen und schick sein.
Es gibt halt Menschen mit Rosazea, die haben zum Beispiel auch noch Akne und Aknenarben. Und die Rosazea ist da. Oder in der Schwangerschaft, nach der Schwangerschaft, in der Stillzeit kann es halt auch so sein, dass die Rosazea sich verändert. Oder im Alter kann sie wieder mehr sichtbar werden, während sie in jüngeren Jahren vielleicht mehr im Schach ist.
Es ist halt eine Sache, die uns begleitet und die einfach da ist. Und ich würde mir wünschen, dass wir mehr darüber reden. Ich wünsche mir mehr Informationen dazu, mehr Forschung, mehr Ursachenverfolgung, um zu wissen, was können wir alles machen.
Langfristig fände ich es schön, wenn es ein Heilmittel geben würde, aber an der Stelle wird es auf jeden Fall noch eine Weile dauern. Und ich wünsche mir mehr Aufklärung und mehr Support untereinander.
Ich wünsche mir vor allen Dingen, dass nicht immer alle möglichen Marken behaupten, dass sie für Sensitive Skin gemacht sind und dann zu behaupten, das funktioniert dann auch für Rosazea. Rosazea ist mehr als empfindliche Haut. Das ist nicht einfach mal eben so.
Mehr Sichtbarkeit wäre schön. Mehr Wertschätzung untereinander, mehr Freundlichkeit. Dass es nicht immer darum geht, einem Trend hinterherzulaufen und perfekt zu sein.
[00:36:55] Lukas: Wenn du jetzt nur drei bis maximal fünf Tipps geben könntest, was würdest du den Menschen mitgeben, was sie unbedingt mitnehmen sollten aus diesem Video?
[00:37:08] Lara: Ja klar. Learning Nummer eins: Hol dir eine gute Hautärztin oder einen Hautarzt und lass einmal nachgucken, ob du Rosazea hast. Dann weißt du, womit du umgehen kannst.
Learning Nummer zwei: Bau dir eine gute Basisroutine auf, die deine Haut nicht stresst und worauf du aufbauen kannst.
Und Learning Nummer drei: Üb dich in einem freundlichen Umgang und einem guten Stresserleben. Denn Rosazea ist eine lebenslange Geschichte und nur so kannst du Stück für Stück dein Leben verändern.
[00:37:40] Lukas: Super.
[00:37:41] Lara: Ja, gerne.