WARUM NICHT EINFACH ABNEHMEN?
Der Podcast rund ums Thema schnelles und einfaches Abnehmen für alle, die endlich Ergebnisse auf der Waage und im Spiegel sehen wollen. Hier geht es um rigorose Ehrlichkeit. Was funktioniert wirklich und was ist nur blanke Theorie?
Ich bin Marcus Milarov - Abnehmcoach, langjähriger Geschäftsleiter von mehreren Fitnessclubs, Dozent, Ausbilder für Fitnessberufe und Experte für Gewichtsreduktion aus Berlin.
Tauche mit mir in die Welt der Stoffwechseloptimierung ein und entdecke, was jenseits von Kalorienzählen und weniger essen möglich ist.
Kennst du das Gefühl, aus Stress oder emotionalen Gründen zu essen? Ich werde diesem Teufelskreis den Kampf ansagen und nachhaltige Strategien entwickeln, um emotionales Essen zu überwinden und Stressessen in den Griff zu bekommen.
Keine Zeit? Kein Problem!
Dieser Podcast ist für alle, die keine Lust mehr haben, kostbare Momente mit komplizierten Diäten zu verschwenden. Er ist ein unverzichtbarer Begleiter für müheloses Gewicht verlieren, selbst wenn dein Leben von Beruf und Familie in Beschlag genommen wird.
Gemeinsam werden wir beweisen, dass Abnehmen mit Leichtigkeit und Freude möglich ist – und das sogar mit Kindern im Schlepptau.
WARUM NICHT EINFACH ABNEHMEN?
120 - Drei Mahlzeiten am Tag - Wer uns das eigentlich beigebracht hat
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Frühstück, Mittagessen, Abendbrot – für die meisten Menschen klingt das so selbstverständlich, als hätte der Mensch schon immer genau so gegessen.
Aber stimmt das überhaupt?
In dieser Folge machen wir eine kleine Zeitreise durch die Geschichte unserer Esskultur und schauen uns an, seit wann sich in Deutschland drei Mahlzeiten am Tag eigentlich etabliert haben – und warum.
Du erfährst:
- wann sich das Modell aus Frühstück, Mittagessen und Abendbrot in Deutschland durchgesetzt hat
- warum es vor allem mit Arbeit, Struktur und gesellschaftlicher Ordnung zu tun hatte
- wie Menschen im Mittelalter, zur Römerzeit und in der Steinzeit gegessen haben
- wie die Essfrequenz und Zusammensetzung bei heutigen Naturvölkern aussieht
- ob es biologisch überhaupt notwendig ist, dreimal am Tag zu essen
- und warum unsere heutige Esskultur oft eher gegen unseren Stoffwechsel arbeitet als für ihn
Außerdem geht es darum:
- was das deutsche Drei-Mahlzeiten-Modell mit Snacken, Daueressen und Übergewicht zu tun hat
- warum wir heute oft nicht mehr aus Hunger essen, sondern aus Gewohnheit, Stress oder Langeweile
- und was wir von anderen Esskulturen lernen können, um wieder natürlicher, entspannter und stoffwechselfreundlicher zu essen
Diese Folge ist für dich, wenn du verstehen willst,
warum unser heutiges Essverhalten so selbstverständlich wirkt –
aber vielleicht gar nicht so „natürlich“ ist, wie wir immer dachten.
💛 Wissenschaftlich fundiert.
💛 Verständlich erklärt.
💛 Wie eine kleine Reise durch Zeit, Kultur und Stoffwechsel.
🎧 Hör jetzt rein und erfahre, warum drei Mahlzeiten am Tag kein Naturgesetz sind – sondern vor allem ein kulturelles Modell.
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Drei Mahlzeiten am Tag. Frühstück, Mittagessen, Abendbrot. Für die meisten Menschen klingt das so selbstverständlich, als wäre das ja schon immer so gewesen. Als hätte der Mensch schon in der Steinzeit morgens am Küchentisch gegessen, mittags seine warme Mahlzeit bekommen und abends noch gemütlich ein Brot gegessen. Aber genau das stimmt gar nicht. Und genau deshalb möchte ich heute mit dir über die Frage sprechen, die auf den ersten Blick ja fast banal klingt, aber eigentlich ziemlich explosiv ist. Nämlich, wer hat uns eigentlich beigebracht, dreimal am Tag zu essen? Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge dieses Podcasts. Also, wer hat es uns denn nun beigebracht? Oder noch spannender, seit wann machen wir das denn überhaupt so? Ist es denn biologisch wirklich sinnvoll? Oder essen wir heute einfach in einem Rhythmus, der weniger mit unserem Körper zu tun hat und mehr mit Arbeit, mit Schule, mit Industrie und sozialer Ordnung. Denn vielleicht liegt ein Teil unserer heutigen Probleme mit Hunger, Snacken, Übergewicht und Stoffwechsel gar nicht nur daran, was wir essen, sondern auch daran, wie oft, wie automatisch und wie weit entfernt von unserer ursprünglichen Esskultur wir heute essen. Heute machen wir also eine kleine Zeitreise. Wir schauen uns an, seit wann es in Deutschland eigentlich drei Mahlzeiten gibt und warum dieses Modell überhaupt entstanden ist, wie Menschen im Mittelalter zur Römerzeit und in der Steinzeit gegessen haben und wie heutige Naturvölker essen. Ob man biologisch überhaupt drei Mahlzeiten braucht und was unsere moderne deutsche Esskultur mit Übergewicht zu tun haben könnte. Und ich verspreche dir, nach dieser Folge wirst du wahrscheinlich nie wieder so selbstverständlich auf Frühstück, Mittagessen und Abendbrot schauen wie vorher. Wenn wir heute auf unseren Alltag schauen, wirkt das Modell aus Frühstück, Mittagessen und Abendbrot wie ein Naturgesetz. Aber historisch betrachtet ist es das überhaupt nicht. Dieses Modell, so wie wir es heute kennen, ist in Deutschland relativ jung. Es hat sich nämlich vor allem im 18. und 19. Jahrhundert verfestigt und wurde mit der Industrialisierung, mit festen Arbeitszeiten, Schulpflicht und dem bürgerlichen Familienmodell dann erst richtig zum Standard. Das heißt also, der Mensch hat nicht seit Jahrtausenden automatisch drei Mahlzeiten gegessen. Sondern dieses System entstand, weil sich Gesellschaft und Alltag verändert haben. Vorher war Essen nämlich deutlich flexibler. Es war viel stärker abhängig von Tageslicht, von der Arbeitsbelastung, von der Verfügbarkeit überhaupt von Lebensmitteln, von sozialen Stand, von der Religion, von der Jahreszeit. Also mit anderen Worten, drei Mahlzeiten sind kein uralter biologischer Rhythmus. Sie sind vor allem ein kulturelles Ordnungssystem. Und das finde ich so spannend. Denn wenn etwas für uns heute so normal ist, dass wir es fast für natürlich halten, dann lohnt es sich immer einmal zurückzufragen, war das wirklich schon immer so? Und in diesem Fall ist die Antwort ziemlich klar. Nein. Und jetzt stellt sich natürlich die nächste Frage. Warum hat sich ausgerechnet dieses Modell mit drei Mahlzeiten durchgesetzt? Warum nicht zwei? Warum nicht vier? Warum nicht einfach dann essen, wenn Hunger da ist? Und die Antwort ist ziemlich pragmatisch. Das Dreimal-Mahlzeit-Modell ist vor allem aus gesellschaftlichen und organisatorischen Gründen entstanden. Und runtergebrochen gibt es dafür vier Gründe. Der erste Grund ist, Arbeit brauchte Struktur. Nämlich mit festen Arbeitszeiten wurde auch das Essen planbarer. Also ein typischer Rhythmus sah dann ungefähr so aus. Frühstück vor der Arbeit, Mittagessen als Hauptmahlzeit und Abendbrot nach dem Feierabend. Der zweite Grund ist, dass ein Familienalltag Ordnung brauchte. Also mit der bürgerlichen Gesellschaft wurde Essen stärker ritualisiert. Also es ging nicht mehr nur um Versorgung, es ging auch um Ordnung, um Disziplin, um Regelmäßigkeit und auch um Zusammenleben. Der dritte Grund ist, dass die körperliche Arbeit, die wir damals hatten, einfach verlässliche Energie brauchte. Und das war gerade so in den agrarischen und später industriellen Lebensrealitäten. War das super sinnvoll, Mahlzeiten so zu strukturieren, dass Menschen über den ganzen Tag genug Energie für die Arbeit hatten. Und der vierte und letzte Grund ist, die Gesellschaft liebt Regeln. Und ja, das klingt vielleicht etwas trocken, ist aber ziemlich zentral. Denn das 19. Jahrhundert war eine Zeit, in der vieles geordnet und standardisiert wurde. Sowas wie Tagesabläufe, Bildung, Arbeitszeiten, Familienrollen und eben auch das Essen. Und das heißt, der Mensch hat nicht dreimal gegessen, weil sein Körper exakt drei Mahlzeiten verlangt hat, sondern weil die Gesellschaft irgendwann so organisiert war, dass dieses Modell praktisch war. Und das ist ein ganz wichtiger Unterschied. Denn etwas kann kulturell ja praktisch sein, ohne biologisch zwingend zu sein. Aber jetzt lass uns doch mal ein bisschen in der Zeit reisen. Wie sah denn das Essen im Mittelalter aus? Viele stellen sich das Mittelalter beim Essen sehr rustikal vor. Und in vieler Hinsicht stimmt das vielleicht auch. Aber was oft vergessen wird, ist, das Essverhalten war ganz anders strukturiert als heute. Für viele Menschen waren zwei Hauptmahlzeiten eher typisch als drei. Also ein Frühstück war lange Zeit gar nicht für alle üblich. Teilweise galt frühes Essen sogar als etwas, was eher für Kranke, für Alte, für Kinder oder für Schwerarbeiter gedacht war. Die eigentlichen Hauptmahlzeiten lagen im Mittelalter eher später am Vormittag oder Mittag und am späten Nachmittag oder Abend. Und was wurde da genau gegessen? Naja, vor allem Brot, Brei, Suppen, Eintöpfe, Kohl, Hülsenfrüchte, Wurzelgemüse. Und je nach Region, Jahreszeit und sozialem Stand kam auch Fisch, Fleisch und Milchprodukte dazu. Aber für einen Großteil der Bevölkerung war das Essen relativ einfach, repetitiv und funktional. Das heißt, es wurde eigentlich immer das Gleiche gegessen. Und es ging einfach nur darum, Energie aufzufüllen. Und genau das ist interessant. Denn mittelalterliches Essen war zwar oft nicht luxuriös, aber es war auch nicht so überreizt wie heute. Es gab nämlich weniger Auswahl, weniger ständiger Verfügbarkeit, weniger hochverarbeitete Produkte, weniger Essen als Unterhaltung. Oder einfach gesagt, es wurde halt gegessen, um zu versorgen, nicht um sich permanent zu belohnen. Und das ist auch ganz wichtig. Es wurde in der Regel nicht ständig zwischendurch gesnackt. Das Essen hatte deutlich klarere Grenzen als heute. Und wenn wir jetzt nochmal ein Stück weiter zurückgehen, zur Römerzeit, sah das Ganze nochmal ganz anders aus. Denn die Römer hatten zwar bereits eine relativ ausgeprägte Esskultur, aber auch hier sah das Muster nicht so aus wie unser heutiges deutsches Dreimalzeiten-Modell. Und jetzt kommt ein Part für deine Allgemeinbildung, mit der du sehr gut am Stammtisch prahlen könntest oder vielleicht auch bei Werwirt Millionär gewinnen könntest. Denn im alten Ruhm unterschied man drei Mahlzeiten. Erstens das Ientaculum, ein eher leichtes Frühstück. Zweitens das Brandium, eine kleinere Mahlzeit am Tag. Und drittens Cena, die Hauptmahlzeit. Und vor allem die Szena war zentral. Sie waren nämlich nicht einfach nur ein Abendessen, sondern oft ein soziales Ereignis. Und gerade bei wohlhabenden Rübern konnte Essen stark mit Status, Gesellschaft, Repräsentation und Genuss verbunden sein. Und ja, bei der einfachen Bevölkerungsschicht war das Ganze natürlich wesentlich schlichter. Aber so typische Lebensmittel waren dort Getreideprodukte. Brot, Oliven, Gemüse, Hülsenfrüchte, Fisch und natürlich auch Wein. Und je nach Schicht natürlich auch Fleisch. Das Spannende ist, auch in der Römerzeit gab es also Struktur beim Essen. Aber nicht im Sinne eines starren deutschen Frühstück Mittag-Abendbrotmodells. Und auch hier zeigt sich, Mahlzeiten sind immer auch Ausdruck von Kultur und nicht nur von Biologie. Und jetzt kommen wir zu dem Teil, der wahrscheinlich die größte Wirkung auf unser heutiges Verständnis hat, nämlich die Steinzeit. Denn wenn wir uns fragen, wie der Mensch evolutionär über sehr lange Zeiträume gegessen hat, dann wird es hier besonders spannend. Und das Wichtigste gleich vorweg, in der Steinzeit gab es sehr wahrscheinlich gar keine festen Mahlzeiten. Und vor allen Dingen bestimmt nicht feste Dreimalzeiten am Tag. Denn es gab kein Uhrzeitmodell im heutigen Sinne. Also kein Frühstück um sieben, Mittag um zwölf, Abendessen um 18 Uhr. Stattdessen war Essen vor allem verfügbarkeitsbasiert. Das heißt also, Menschen aßen dann, wenn Nahrung verfügbar war, wenn sie gefunden wurde, gesammelt, gejagt oder geteilt wurde. Und das bedeutete natürlich automatisch, es gab keine starre Regelmäßigkeit. Es gab vor allen Dingen Phasen mit mehr Nahrung und Phasen mit weniger Nahrung. Und es gab dadurch automatisch natürliche Essenspausen oder natürliche Fastenintervalle. Und wenn man sich jetzt anschaut, was da gegessen wurde, dann ist es natürlich nach Region und Klima sehr unterschiedlich. Aber unterm Strich gab es Wurzeln, Knollen, Beeren, Früchte, Nüsse, Samen, Honig, Eier, Fisch und Wildfleisch und teilweise auch Insekten. Und das ist wichtig, weil manche Menschen heute so tun, als hätte es die eine Steinzeitnahrung gegeben. Und die gab es nun mal nicht. Denn die steinzeitliche Ernährung war regional natürlich sehr unterschiedlich. Was aber ziemlich sicher ist, es war weniger Verarbeitung, eine sehr, sehr hohe Nährstoffdichte, viel Kauen, eine natürliche Sättigung und keine industrielle Verführung. Und aus diesem Grund auch kein permanentes Essen aus Langeweile. Das Entscheidende ist also nicht, haben Steinzeitmenschen Low Carb gegessen oder gab es da schon Frühstück, sondern vielmehr, der Mensch ist evolutionär wahrscheinlich eher auf Flexibilität ausgelegt, als auf starre Essenspläne. Oder noch schöner, unsere Biologie, unser Körper ist eigentlich sehr alt. Unsere Esskultur hingegen ist ziemlich jung. Und ja, jetzt könnte man natürlich sagen, okay, Steinzeit ist ja lange her. Aber was bringt uns das heute? Und deshalb lohnt sich der Blick auf heutige naturverbundene oder traditionell liebende Gruppen. Natürlich darf man die nicht romantisieren und auch nicht alle in einen Topf werfen. Aber viele dieser Gruppen zeigen ein paar gemeinsame Muster. Und auch die sind wirklich spannend. Denn häufig sieht man dort weniger starre Uhrzeiten. Auch hier gibt es Essen eher nach Verfügbarkeit, teils nur ein oder zwei größere Essphasen. Dann gibt es auch hier längere natürliche Pausen und natürlich weniger Dauersnacken und weniger Essen als emotionaler Ausgleich. Denn wenn du kaum Essen zur Verfügung hast oder nun mal gerade nichts gefangen hast, na dann wirst du nicht aus Langeweile essen. Oder weil du traurig bist, weil es ist schlichtweg einfach nicht da. Und auch hier ist natürlich die Zusammensetzung der Ernährung ganz anders. Also es gibt mehr unverarbeitete Lebensmittel. Es gibt mehr regionale und saisonale Nahrung. Es gibt natürlich weniger oder gar keine Zuckerbomben. Es gibt weniger künstliche Geschmackskombinationen und weniger hyperpalatable Produkte. Also Lebensmittel, die extra so gebaut sind, dass man nicht aufhören kann, sie zu essen. Hört ihr dazu gerne meine Podcast-Folge über hochverarbeitete Lebensmittel an. Aber nur mal kurz eine Zusammenfassung. Es gibt also bestimmte Hauptmerkmale und Wirkungen von hyperpalatablen Produkten. Das sind solche Kombinationswirkstoffe. Und diese enthalten Kombinationen, die in der Natur selten oder eigentlich gar nicht vorkommen. Wie zum Beispiel Fett und Salz. Das ist zum Beispiel Speck oder Chips. Oder die Kombination aus Fett und Zucker. Da meine ich zum Beispiel Eis oder Kuchen. Oder auch Kohlenhydrate und Salz, sowas wie Cracker. Und das Problem bei diesen Produkten ist nun mal, dass es sie in der Natur so nicht gibt. Und sie aus diesem Grund ganz bestimmte Bereiche in unserem Gehirn triggern. Und was viele nicht wissen oder nicht wahrhaben wollen, diese Produkte sind mit voller Absicht so kreiert worden. Denn sie sollen Bereiche in unserem Gehirn triggern, die ähnlich wirken wie psychoaktive Substanzen. Das bedeutet so viel wie, sie sorgen ähnlich wie Drogen für eine Dopaminreaktion, was dich also glücklich macht durch den Konsum dieser Produkte. Und das wird zu Heißhunger führen oder soll zu Heißhunger führen. Und nicht nur, dass sie zu Heißhunger führen, sondern sie verzögern auch das Einsetzen des natürlichen Sättigungsgefühls. Und ich denke, das Problem ist dort sehr offensichtlich. Diese hyperpalatablen Lebensmittel, die können nun mal zu Esssuchtähnlichem Verhalten führen. Denn sie sind genau darauf ausgelegt, den Wanting-Mechanismus, das ist ein Begriff aus der Ernährungswissenschaft, also das Verlangen so zu stimulieren, dass selbst wenn der Genuss nachlässt, das ist der sogenannte Liking-Mechanismus, du nicht einfach aufhören kannst zu essen. Oder Appetit darauf zu haben. Oder einfacher ausgedrückt, normalerweise hört das innere Verlangen nach einem Produkt auf, sobald der Genuss nachlässt. Wenn du also Lust auf ein Vanillepudding hast, du aber 10 davon isst und du nach dem zehnten, einfach oder wahrscheinlich schon nach dem dritten, kein Genuss mehr dabei verspürst, weil du der Appetit einfach gestillt ist, dann hörst du normalerweise auf. Diese Lebensmittel sind aber so produziert, dass selbst wenn der Genuss schon aufgehört hat, das Verlangen nicht danach aufhört. Und genau aus diesem Grund sind solche Produkte ein wesentlicher Treiber dafür, dass du mehr Kalorien pro Mahlzeit aufnimmst. So, nun aber jetzt wieder zurück zu den Naturvölkern. Denn noch was anderes ist wichtig. Der Unterschied bei den Naturvölkern liegt also nicht nur in dem, was gegessen wird, sondern auch im, wie gegessen wird. Denn in vielen traditionellen Esskulturen ist Essen viel sozialer. Es ist klarer abgegrenzt, weniger chaotisch, weniger beiläufig, weniger ständig verfügbar. Das bedeutet so viel wie, dort wird gegessen, wenn gegessen wird. Und nicht permanent und vor allen Dingen nicht nebenbei. Dort ist Essen eine Tätigkeit. Und zwar eine Tätigkeit, für die man sich Zeit nimmt. Und keine Tätigkeit, die nebenbei passiert, während du eigentlich etwas anderes tust. Damit meine ich zum Beispiel, dass du im Auto sitzt auf dem Weg zur Arbeit und nebenbei ein Brötchen isst. Oder du dir auf dem Weg zur Arbeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vielleicht beim Bäcker noch ein Croissant holst. Und das vielleicht im Gen auch noch ist. Die Haupttätigkeit ist eigentlich der Weg zur Arbeit. Und das Essen passiert irgendwie so nur nebenbei. Und das führt dazu, dass dein Körper das nicht wirklich als Essen oder Nahrungsaufnahme registriert, was dann wiederum dazu führt, dass du schneller wieder Hunger hast. Und gerade dieses permanente Nebenbei essen verändert wirklich schon unglaublich viel. Es verändert nämlich nicht nur deinen Hunger, es verändert auch deine Sättigung, es verändert deinen Stoffwechsel, es verändert dein komplettes Essverhalten und auch deine Beziehung zum Essen. So, und nun müssen wir jetzt mal zur eigentlichen Frage dieser Folge kommen. Braucht der Mensch denn biologisch eigentlich drei Mahlzeiten am Tag? Und auch hier muss die klare Antwort sein, nein. Drei Mahlzeiten sind kein biologisches Muss. Denn der menschliche Körper ist grundsätzlich sehr anpassungsfähig. Es gibt Menschen, die kommen ganz gut zurecht mit zwei Mahlzeiten, auch mit drei oder auch mit vier kleineren Mahlzeiten. Und es gibt Lebensphasen, in denen unterschiedliche Strukturen durchaus sinnvoll sein können. Entscheidend ist also nicht in erster Linie die Zahl der Mahlzeiten. Entscheidend ist vielmehr, wie ist die Gesamtenergiezufuhr, wie ist deine Eiweißversorgung, wie sieht es aus mit Mikronährstoffen, mit Sättigung, mit deiner Blutzuckerregulation und natürlich auch mit der Alltagstauglichkeit. Wie sieht es aus mit deiner hormonellen Situation? Wie verträgst du individuell überhaupt deine Nahrung? Das heißt also, nicht jeder muss dreimal essen. Und nicht jeder sollte ständig essen. Und nicht jede Person fährt mit denselben Pausen gut. Aber unterm Strich kann man sagen, für die meisten ist etwas ganz besonders wichtig, nämlich Struktur. Und das heißt nicht unbedingt exakt drei Mahlzeiten, aber irgendwie ein Rhythmus, der den Körper nicht ständig Chaos bringt. Es ist also nicht die Zahl der Mahlzeiten entscheidend, sondern die Qualität der Mahlzeiten und die Wirkung auf deinen Körper. Aber was genau ist denn das eigentliche Problem der heutigen Ernährungsweise? Also lass uns mal zu dem Kern unserer modernen Esskultur kommen. Denn das eigentliche Problem ist heute oft gar nicht nur das Dreimalzeit-Modell. Das eigentliche Problem ist vielmehr, wir haben die Dreimalzeiten behalten und zusätzlich das Daueressen draufgesetzt. Das heißt in der Praxis oft Frühstück, danach gibt es Kaffee mit was Süßem, danach ein Snack, danach Mittagessen, dann kommt noch ein Nachmittagskaffee, nochmal ein Snack und dann erst Abendessen. Und später vor dem Fernseher gibt es dann noch was anderes zum Knabbern. Wir leben also oft nicht mehr in einem Dreimalzeit-Modell, sondern in einem Dauerfütterungsmodell. Und selbst wenn du nicht die ganze Zeit snackst und wirklich nur drei Mahlzeiten hast, kann schon der Zwischendurch Kaffee oder der Cappuccino mit etwas Zucker dazu führen, dass dein Körper das als eine Mahlzeit registriert. Und da rede ich gar nicht davon, dass so ein typischer Cappuccino mit ein bisschen Zucker rund 100 Kalorien sind. Ich rede da vielmehr davon, dass in einem Cappuccino natürlich auch Nährstoffe drin sind. Denn Milch muss verdaut werden. Und auch Zucker ist natürlich ein Energiestoff oder ein Nährstoff. Und beides muss nun mal verdaut werden. Das heißt, dein Körper registriert das als eine Mahlzeit. Es ist vielleicht nur eine kleine Mahlzeit und vielleicht lässt du auch den Zucker weg, aber auch ein Milchcaffee muss nun mal verdaut werden. Und das bedeutet im Umkehrschluss, dass dein Körper niemals zurückkommt. Dein Verdauungssystem ist ständig aktiviert. Und solange dein Körper mit Verdauen beschäftigt ist, wird dir halt nicht nebenbei noch irgendwo an seine Notreserven rangehen, also Fettverbrennen. Denn eine Aktivierung der Verdauung bedeutet ja, es ist irgendwie Energie da. Zumindest wird diese vom Gehirn erwartet, wenn das Verdauungssystem an ist. Und wenn dein Gehirn registriert, dass dort gleich was ankommen wird, wird es nicht gleichzeitig auf irgendwelche Notreserven zurückgreifen. Und dieses Dauerfütterungsmodell ist metabolisch oder stoffwechseltechnisch gesehen etwas komplett anderes als ein Dreimalzeitmodell. Denn durch dieses Dauerfüterungsmodell entstehen kaum echte Essenspausen. Es gibt ständig neue Reize, häufige Insulinanstiege, wenig Raum für echten Hunger und vor allen Dingen auch dann wenig Raum für echte Sättigung. Und dazu kommt noch, dass unser Essen heutzutage oft nun mal hoch verarbeitet, hoch verfügbar, hoch belohnend und hochkombiniert aus Fett, Zucker und Salz ist. Und genau das verändert unser Essverhalten massiv. Wir essen heute nämlich nicht nur, wenn wir Hunger haben. Wir essen auch aus Stress, aus Langeweile, aus Gewohnheit, aus Trost, aus Belohnung und auch aus sozialem Mitlaufen. Und deshalb ist es ganz wichtig zu verstehen, wir essen heute nicht zu oft, weil der Körper es braucht, sondern weil unsere Kultur es nun mal ständig so anbietet. Wenn wir uns jetzt Deutschland mal anschauen, dann sehen wir eine Esskultur, die aus mehreren Ebenen ganz problematisch geworden ist. Nicht nur wegen einzelner Lebensmittel, sondern wegen der Komplett- oder Gesamtlogik des Essens. Denn was heute häufig zusammenkommt, ist nun mal, Essen ist ständig verfügbar. Viele Lebensmittel sind stark verarbeitet. Mahlzeiten sind oft schnell, nebenbei und ganz reizstark. Es gibt wenig echte Pausen. Sättigung wird von Belohnung überlagert. Essen ist emotional aufgeladen. Und genau daraus entsteht eine Umgebung, in der Übergewicht nicht einfach nur mangelnde Disziplin ist, sondern häufig das Ergebnis einer Eskultur, die dem Körper kaum noch erlaubt, echten Hunger zu spüren oder echte Sättigung zu erkennen und Nahrung als Versorgung statt als Dauerreiz zu erleben. Oder anders gesagt, Übergewicht entsteht heute oft nicht nur durch zu viel Essen, sondern durch eine Eskultur, die kaum noch echte Pausen, echten Hunger und echte Sättigung zulässt. Und das ist ein riesiger Unterschied zu dem, dass du einfach nur zu viel Kalorien zu dir nimmst. Aber die gute Nachricht ist, wir müssen nicht zurück ins Mittelalter und auch nicht in die Steinzeit. Aber wir können sehr wohl etwas lernen. Zum Beispiel weniger essen nebenbei. Also nicht jede Gelegenheit ist eine Essensgelegenheit. Wir könnten auch lernen, mehr Rhythmus statt Dauersnacken. Denn dein Körper profitiert ganz enorm davon, wenn er wieder echte Pausen bekommt. Wir könnten auch lernen, einfache Mahlzeiten zu uns zu nehmen. Also nicht jede Mahlzeit muss Entertainment sein. Wir könnten auch lernen, weniger auf Verarbeitung zu schauen. Also je natürlicher die Lebensmittel, desto besser wird auch auf deine Sättigung, die Nährstoffdichte und deine Stoffwechselstabilität. Wir sollten auch wieder lernen, mehr gemeinsam zu essen. Denn Gemeinschaft verlangsamt ganz oft. Es schafft Bewusstheit und reduziert dieses ständige hektische Nebenbei essen. Und vor allem sollten wir Essen wieder als Versorgung sehen. Nicht nur als Belohnung, nicht nur als Trost oder als Freizeitbeschäftigung. Und genau hier liegt wahrscheinlich einer der größten Lehren aus unserer Esskultur. Vielleicht müssen wir gar nicht zurück in die Steinzeit, aber wir dürfen uns fragen, ob unser modernes Essverhalten überhaupt noch zu unserem alten Körper passt. Und wenn du aus dieser Folge heute nur eines mitnehmen dürftest, dann bitte das hier. Drei Mahlzeiten am Tag sind kein Naturgesetz. Sie sind lediglich ein kulturelles Modell. Ein Modell, das irgendwann vielleicht mal sinnvoll war, weil es zur Gesellschaft gepasst hat. Aber unser heutiges Problem ist nicht nur dieses Modell. Unser Problem ist, dass wir oft kaum noch aufhören zu essen. Und vielleicht liegt das eigentliche Problem also nicht nur darin, was wir heute essen, sondern auch darin, wie oft, wie nebenbei und wie weit entfernt wir von echter Nahrung sind. Und vielleicht ist ein guter Rhythmus mit echten Mahlzeiten und echten Pausen etwas der wertvollsten Dinge, die du deinem Stoffwechsel zurückgeben kannst. Und vor allem möchte ich mit dieser Folge eines bezwecken. Und zwar dir den Druck herauszunehmen, du müsstest unbedingt zu dieser oder jener Uhrzeit essen. Wenn du um 12 Uhr mittags noch keinen Hunger hast, na dann lass das Essen sein. Zumindest dann, wenn du wirklich keinen Hunger hast. Und wenn der Grund für keinen Hunger nicht der ist, dass du bis zum Mittagessen hin schon drei Packungen Nüsse gegessen hast oder ein Hanuter oder drei Brötchen. Denn dass du dann keinen Hunger auf Mittagessen hast, ist natürlich klar, denn du hast ja deinem Körper die gesamte Zeit über bis zum Mittagessen schon genügend gegeben. Das bedeutet aber im Umkehrschluss auch, du musst nicht deine letzte Mahlzeit um 16.30 Uhr essen, weil das irgendwo gesagt wird, dass du unbedingt eine lange Pause brauchst. Du solltest dann essen, wenn du Hunger hast und wenn es wirklich Hunger ist. Dir sollte immer klar sein, dass dein Körper genügend Reserven hat. Und es tatsächlich nicht schlimm ist, wenn du mal einen halben Tag gar nichts isst. Ich möchte, dass du verstehst, dass wenn du morgens Hunger hast, dass es nicht unbedingt wirklich körperlicher Hunger sein muss, sondern dass es einfach nur die Gewohnheit ist, die du dir über Jahre lang antrainiert hast. Der Glaubenssatz, dass Frühstück die wichtigste Mahlzeit ist. Oder halt, man macht das eben so. Wir haben das schon immer so gemacht. Denn das ist faktisch nun mal nicht wahr. Wir machen das noch gar nicht so lange. Und der Grund, warum wir damit angefangen haben, so zu essen, war eigentlich die Industrialisierung, wo wir von morgens bis abends in irgendeiner Fabrik gestanden haben und wahrscheinlich körperlich viel mehr gearbeitet haben als heute. Und natürlich war es dafür notwendig, dass du vor der Arbeit, weil in der Fabrik kannst du nicht essen, vor der Arbeit also richtig gefrühstückt hast, weil du musstest ja dann Energie haben für deine körperliche Arbeit. Und dann gab es nun mal, strukturell bedingt, irgendwann eine Mittagspause. Und dort wurde aus organisatorischen Gründen gegessen. Und erst spät am Abend, wenn du dann wieder nach Hause kamst, gab es dann halt nochmal Abendessen, vielleicht mit der Familie zusammen. Es gibt also kein vorgeschriebenes Naturgesetz, was dir befiehlt, so und so viele Mahlzeiten zu dir zu nehmen. Das einzige Naturgesetz bist du selbst. Dein Hunger, deine Sättigung, deine Intuition und dein derzeitiger Stoffwechsel. Und damit bin ich am Ende der heutigen Folge. Ich hoffe, es hat dir gefallen und du konntest wieder einiges mitnehmen. Wir hören uns.