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133 - Die Reste-Falle - Warum du mehr isst, als du dir eingestehst

Marcus Milarov Season 1 Episode 133

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Du isst eigentlich gar nicht so große Portionen, deine Mahlzeiten sind ziemlich ordentlich – und trotzdem nimmst du nicht ab? 

Dann lohnt sich ein ehrlicher Blick auf das, was oft gar nicht als richtiges Essen wahrgenommen wird: Reste vom Kinderteller, ein Stück Käse beim Kochen, zwei Löffel Nudeln beim Abräumen, ein halbes Brot, ein paar Nüsse im Vorbeigehen oder der kleine Snack aus der Küche. 

In dieser Folge geht es um die Reste-Falle – also um unsichtbare Kalorien im Alltag, die viele Frauen unterschätzen. 

Gerade Frauen mit Familie, viel Verantwortung oder einem vollen Alltag essen oft mehr nebenbei, als ihnen bewusst ist. Nicht aus fehlender Disziplin, sondern weil Essen ständig verfügbar ist, Reste „zu schade zum Wegwerfen“ wirken und vieles im Stehen, beim Kochen oder Abräumen passiert. 

Du erfährst: 

  • warum Resteessen beim Abnehmen oft unterschätzt wird
  • weshalb Essen im Vorbeigehen kaum als Mahlzeit im Kopf ankommt
  • wie unsichtbare Kalorien deine Wochenbilanz beeinflussen können
  • warum dein Körper auch kleine Bissen mitrechnet
  • weshalb „zu schade zum Wegwerfen“ beim Abnehmen zur Falle werden kann
  • und wie du mit Resten besser umgehst, ohne Lebensmittel gedankenlos wegzuwerfen


Diese Folge ist für dich, wenn du abnehmen möchtest, aber oft denkst:
 
„Ich esse doch gar nicht so viel – warum passiert trotzdem nichts?“
 
Vielleicht liegt die Antwort nicht in deinen Hauptmahlzeiten, sondern in all dem, was zwischendurch passiert.
 
💛 Alltagstauglich erklärt.
💛 Ohne Schuldgefühl.
💛 Für Frauen, die abnehmen wollen und endlich verstehen möchten, wo im Alltag heimlich Kalorien zusammenkommen.
 
🎧 Hör jetzt rein und erfahre, warum kleine Reste beim Abnehmen eine große Rolle spielen können – und wie du damit aufhörst, ohne Essen zu verschwenden.
 

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SPEAKER_00

Drei Kinder im Alter von vier, sechs und vierzehn. Kannst du dir ansatzweise vorstellen, wie viele Fischstäbchen und Kartoffelbrei ich schon gegessen habe in meinem Leben? Wie viele angeknabberte Brote? Lass uns heute mal über ein Thema sprechen, das auf den ersten Blick eigentlich ziemlich klein wirkt. So klein wie ein halbes Butterbrot. Oder zwei Löffel Nudeln oder ein Stück Käse beim Kochen. Oder der Rest vom Kinderteller. Also über Dinge, bei denen ganz viele Leute sagen würden, ach komm, das zählt doch nicht. Und ich muss dir sagen, doch, es zählt. Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge dieses Podcasts. Und ja, es zählt. Vielleicht nicht dramatisch bei einem einzigen Mal, aber wenn diese kleinen Dinge jeden Tag passieren, wenn sie immer und immer wieder nebenbei mitlaufen, dann können sie beim Abnehmen eine viel größere Rolle spielen, als viele denken. Heute geht es um die Restefalle und warum du mehr isst, als du dir eigentlich eingestehst. Und ja, ich weiß, ich sage immer, die meisten essen zu wenig, aber sie essen zu wenig bewusst und haben zu viel Kleinigkeiten nebenbei. Und ich sage dir gleich am Anfang, das ist keine Folge, in der ich dich dafür fertig mache, dass du mal ein Stück vom Teller deines Kindes isst oder beim Kochen probierst. Darum geht es gar nicht. Wir reden hier nicht über Perfektion, wie immer. Wir reden aber über Bewusstsein. Denn ganz friede Frauen sagen mir, Markus, ich verstehe es einfach nicht. Meine Mahlzeiten sind doch eigentlich gut. Ich esse gar keine riesigen Portionen. Ich frühstücke ordentlich, mittags ist auch okay, abends esse ich auch nicht völlig verrückt, aber es passiert nichts auf der Waage. Und wenn man dann mal genauer hinschaut, dann sieht man manchmal, die Mahlzeiten sind gar nicht das große Problem. Das Problem liegt dazwischen, in der Küche, beim Kochen, beim Abräumen, beim Brotdosenmachen, beim Kinderessen, beim Aufräumen nach dem Abendessen, bei diesen ganz kleinen nebenbei. Da noch ein Löffel, da noch ein bisschen, da noch der Rest, weil das ist zu schade, das wegzuschmeißen. Und weil es keine richtige Mahlzeit war, wird es im Kopf auch nicht als Essen abgespeichert. Aber dein Körper macht da keine Ausnahme. Dein Körper sagt dir nicht, ach, das war am Stehen, das zählt heute nicht. Oder das war ja vom Kinderteller, das verbuchen wir mal unter Familienmanagement. Nein. Im Körper kommt es an. Auch wenn du es kaum wahrgenommen hast. Und das ist für ganz viele ein echter Augenöffner. Und lass uns mal ganz von vorne anfangen. Warum ist Reste essen so unsichtbar? Ich glaube, weil es selten wie eine Entscheidung wirkt. Du setzt dich ja meistens nicht hin und sagst, so, jetzt esse ich eine Zusatzmahlzeit aus übrig gebliebenen Nudeln, Käserand, Brotresten oder drei Löffel Joghurt. So läuft das ja nicht. Es passiert einfach. Du stehst in der Küche, das Kind hat nicht aufgegessen, auf dem Teller liegen noch ein paar Nudeln, du räumst ab und bevor du überhaupt darüber nachdenkst, sind die Nudeln im Mund. Oder du kochst und schneidest Käse. Ein Stück landet im Essen, eins landet im Mund. Du probierst die Soße. Dann nochmal. Dann noch ein Löffel, weil es wirklich gut ist. Und dann liegt er noch ein Stück Brot. Dann ist im Topf dann noch ein Rest. Zu wenig für morgen, aber irgendwie auch zu viel, um ihn wegzuschmeißen. Und zack, weg ist er. Und dann sagst du, ich habe doch eigentlich nur normal Abend gegessen. Ja. Aber vorher war vielleicht schon ein kleiner Vorspann. Und ich nehme mal dieses Bild, weil es wirklich so gut passt. Viele essen beim Kochen schon den Vorspann und wundern sich dann, warum der Hauptfilm zu viel wird. Und das Problem ist, dieser Vorspann sättigt oft nicht richtig. Er wird kaum genossen. Er wird auch nicht bewusst gegessen. Er passiert im Stehen, so nebenbei, während du mit jemandem redest, während du aufräumst, während du eigentlich schon beim nächsten Handyriff bist. Das heißt, dein Körper bekommt Energie, aber dein Kopf bekommt kaum das Signal, ich habe gegessen. Und das ist eine ziemlich ungünstige Mischung. Kalorien rein, aber keine Zufriedenheit. Und das ist Reste essen nun mal ganz oft. Es macht die Bilanz voller, aber nicht unbedingt den Menschen zufriedener. Und genau deshalb ist es beim Abnehmen so tückisch, weil du dich am Ende des Tages an deine Mahlzeiten erinnerst und dir sagst, Frühstück war okay. Mittagessen war auch okay. Abendessen war auch okay. Aber du erinnerst dich nicht an die zehn kleinen Dinge dazwischen. Und dann entsteht dieses Gefühl von, mein Körper macht irgendwie nicht mit. Dabei ist es manchmal gar nicht der Körper. Manchmal ist es einfach das, was du gar nicht als Essen wahrnimmst. Was nicht auf dem Teller landet, landet oft auch nicht im Bewusstsein. Im Körper landet er aber trotzdem. Und das ist ein Satz, den man sich wirklich mal merken kann. Und ich weiß, das klingt so ein bisschen unbequem, aber ist das wirklich wichtig? Denn viele Frauen essen nicht unbedingt riesige Mahlzeiten. Sie essen eher zusätzlich viele kleine Dinge, die sie innerlich gar nicht mitzählen. Und gerade Frauen mit Familie oder viel Verantwortung sind davon besonders betroffen. Warum? Ja, weil sie ständig mit Essen in Kontakt sind. Sie kaufen ein, sie planen, sie kochen, sie machen Brotdosen, sie decken den Tisch, sie räumen ab, sie überlegen, was die Kinder essen, sie überlegen, was der Partner ist, sie schauen, was noch da ist, sie frieren ein, sie werfen weg, sie retten Reste. Und irgendwo dazwischen essen sie nun mal selbst. Manchmal richtig, manchmal nebenbei. Und oft eben halt auch beides. Und viele Frauen nehmen nicht nur ihre eigene Mahlzeit zu sich, sie übernehmen zusätzlich noch die Reste der Familie. Und das klingt erstmal lustig, aber eigentlich ist es ein ziemlich starkes Bild. Alle anderen sind fertig und du stehst am Ende in der Küche und isst das, was übrig geblieben ist. Ein halbes Brot, drei Nudeln, den letzten Löffel Reis, die zwei Pommes, die Reste vom Teller, den angefangenen Joghurt. Und zwar nicht, weil das jetzt der große Genuss ist, eher weil er da ist, weil es zu schade wirkt, weil du es nicht wegwerfen willst, weil du sowieso gerade aufräumst, weil du vielleicht müde bist oder weil du keine Lust hast, noch irgendeine Entscheidung zu treffen. Und ich will diesen Gedanken zu schade zum Wegwerfen wirklich ernst nehmen. Lebensmittel wegwerfen fühlt sich für viele einfach schlecht an. Und das verstehe ich total. Viele sind auch so erzogen worden. Der Teller wird leer gegessen. Essen wirft man nicht weg. Andere Menschen haben ja nichts zu essen. Und das ist alles ganz tief drin. Und grundsätzlich ist es ja auch gut so, Lebensmittel wert zu schätzen. Da bin ich absolut dafür. Aber jetzt kommt ein ganz wichtiger Teil. Lebensmittel wertschätzen heißt nicht, dass dein Körper die Restetonne sein muss. Ich sage es mal ganz deutlich, dein Körper ist kein Mülleimer, nur damit du teller leerst. Ja, das klingt hart, aber manchmal braucht es genau diese Klarheit. Denn wenn du etwas isst, obwohl du keinen Hunger hast, obwohl du es nicht wirklich genießt und obwohl es nur aus Schuld passiert, dann ist das keine Wertschätzung. Dann verlagerst du das Problem nur. Das Essen landet dann halt nicht im Müll. Es landet in dir. Und wenn du abnehmen willst, ist das auf Dauer eben nicht egal. Man kann Reste auch anders lösen. In einer Box, in den Kühlschrank, einfrieren, für morgen ergänzen, kleinere Portionen kochen, Kindern erstmal weniger auf den Teller geben und Nachschlag anbieten. Reste sammeln und daraus eine Mahlzeit machen. Es gibt da ganz viele Möglichkeiten. Aber ich esse es noch schnell auf, sollte nicht automatisch die Standardlösung sein. Ja, und ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. Ich bin da selbst von betroffen. Gerade am Ende eines langen Tages, da ist man nicht mehr in der perfekten Denkweise. Da ist man müde. Die Küche sieht aus wie nach einem kleinen Angriff. Alle wollen irgendwas. Man will nur fertig werden. Und dann ist Essen eben direkt da. Und das ist auch der Grund, warum Reste essen oft gar kein geplantes Essen ist. Das ist halt irgendwie so ein müder Automatismus. Und den muss man erstmal erkennen. Und da geht es nicht darum, das zu dramatisieren oder dich zu beschimpfen, sondern es geht wirklich einfach nur ums Erkennen. Denn viele dieser kleinen Bissen passieren so schnell, dass man sie gar nicht bewusst wahrnimmt. Der Griff zur Pfanne, der Löffel im Mund, das Stück vom Teller, die Hand in der Sneckschale, das Problem, oder Entschuldigung, das Problem, das Probieren beim Kochen, das ist wie ein kleines Programm, das so nebenbei herläuft. Und Programme verändert man nicht, indem man sich danach hasst. Man verändert sie, indem man sie erst mal sichtbar macht. Und lass uns mal über diese unsichtbaren Kalorien sprechen. Ja, ich weiß, viele mögen das Wort Kalorien nicht behören. Ich auch nicht, verstehe ich. Aber Kalorien sind ja nicht böse. Es ist ja einfach nur Energie. Und wenn du abnehmen willst, spielt Energie nun mal eine Rolle. Und da müssen wir nicht so tun, als wäre das da anders. Du musst nicht alles zählen, um Gottes Willen. Du musst nicht jede Nudel wiegen, aber du solltest ehrlich verstehen, dass kleine Dinge sich summieren können. Ein paar Löffel Nudeln vom Kind, ein halbes Butterbrot, zwei Stücke Käse beim Kochen, ein Kinderkeks, ein paar Pommes, ein Rest vom Dessert, eine Handvoll Nüsse, ein Stück Schokolade beim Vorbeigehen, ein Schluck Saft, ein paar Bissen vom Teller. Einzeln ist das alles kein Weltuntergang. Aber wenn das täglich passiert, manchmal mehrfach täglich, dann ist es halt nicht mehr einfach nur nichts. Dann ist das wie Kleingeld. Ein einzelnes 20-Cent-Stück in der Jackentasche wirkt egal. Aber wenn du jeden Tag Kleingeld sammelst und irgendwann die Tasche leer machst, kommt plötzlich mehr zusammen, als du eigentlich dachtest. Und beim Essen ist das ähnlich. Das Problem ist nicht der eine Löffel Nudeln. Das Problem entsteht, wenn dein Alltag jeden Tag viele kleine Löffel hat, die du nie als Essen verbuchst. Und dann wird Abnehmen nun mal frustrierend, weil du dich ja wirklich bemühst. Du isst vielleicht gesünder. Du achtest auf deine Portion, du trinkst mehr Wasser, du gehst spazieren und trotzdem bewegt sich nichts. Und dann denkt man schnell, ja, mein Stoffwechsel ist kaputt. Oder bei mir funktioniert das eh alles nicht. Oder ich muss noch weniger essen. Dabei wäre die erste Frage meistens viel wichtiger, nämlich, was passiert denn zwischen deinen Mahlzeiten? Was isst du im Stehen? Was isst du beim Kochen? Was isst du vom Teller anderer? Was isst du, damit es nicht weggeworfen wird? Was isst du, ohne es wirklich zu wollen? Und das ist wirklich eine wertvolle Frage, und zwar nicht, um dich irgendwie zu erwischen, sondern um Klarheit zu bekommen. Denn manchmal brauchst du keinen komplett neuen Ernährungsplan. Manchmal musst du nur sehen, was zwischen deinen Mahlzeiten wirklich passiert. Und jetzt lass uns mal die Kochfalle anschauen. Und das ist wirklich ein Klassiker. Viele kommen abends nach Hause und sind hungrig. Vielleicht war der Tag lang. Vielleicht war dein Mittagessen zu klein. Und nachmittags gab es auch noch einen Kaffee oder nur einen Kaffee. Und dann wird gekocht. Und kochen mit Hunger ist nun mal gefährlich. Da wird nämlich nicht nur gekocht, sondern da wird auch nebenbei gegessen. Ich kenne das von meiner Frau. Und man schneidet Gemüse, ja, okay. Und dann wird Käse gerieben und ein bisschen davon landet im Mund. Und dann werden Nudeln probiert, dann wird die Soße abgeschmeckt, dann noch ein Löffel Soße, dann noch ein Stück Brot, weil es so nebenbei da liegt. Und dann vielleicht noch etwas vom Vortag, weil es da steht. Und bis das Essen fertig ist, hat man schon ordentlich was gegessen. Aber jetzt kommt der spannende Teil. Man setzt sich natürlich trotzdem ganz normal zum Abendessen, weil das Abend ja jetzt erst beginnt. Und dein Kopf sagt, jetzt essen wir. Aber dein Körper hat schon vorher Energie bekommen. Und sonsteht schnell ein Mehr, ohne dass man es eigentlich richtig merkt. Und das heißt jetzt nicht, dass du beim Kochen nie wieder probieren darfst. Natürlich musst du probieren. Ich bitte dich. Niemand soll eine Soße ungeprüft auf den Tisch stellen und dann hoffen, dass es schon irgendwie schmeckt. Aber probieren ist etwas anderes als Naschen. Ein Probierlöffel ist ein Probierlöffel. Ein halber Teller nebenbei ist irgendwie schon eine Mahlzeit. Und da darf man auch ehrlich sein. Ich würde beim Kochen mal bewusst beobachten, probiere ich gerade wirklich oder esse ich gerade, weil ich Hunger habe, weil ich Stress habe oder weil es einfach da ist. Das macht den großen Unterschied. Und wenn du merkst, dass du beim Kochen regelmäßig schon viel isst, dann gibt es zwei einfache Möglichkeiten. Entweder du sorgst dafür, dass du vor dem Kochen nicht komplett ausgehungert bist, zum Beispiel mit einem kleinen Proteinsnack, also ein paar Löffel Skirl, vielleicht ein gekochtes Ei, vielleicht auch ein bisschen Hüttenkäse, von mir aus auch ein Eiweiß-Shake, wenn es praktisch sein muss. Oder du machst das Abendessen so einfach und schnell, dass du gar nicht eine Stunde hungrig in der Küche stehst. Denn hungrig kochen ist für ganz viele wie hungrig einkaufen. Man trifft selten die besten Entscheidungen. Und jetzt kommen wir zum praktischen Teil. Wie hört man mit dieser Restefalle auf? Und zwar ohne Lebensmittel wegzuwerfen. Und ich würde mit einer sehr einfachen Regel anfangen. Essen gehört auf den Teller oder in eine Schale. Alles, was du essen möchtest, kommt erstmal auf einen Teller. Nicht aus der Pfanne, nicht vom Kinderteller. Nicht im Stehen, nicht aus der Packung. Und auch nicht beim Vorbeigehen. Auf einen Teller. Und ich weiß, das klingt fast zu simpel, aber es wirkt, weil du dadurch aus dem Automatismus rauskommst. Wenn du den Rest wirklich essen willst, leg ihn auf einen Teller, setz dich hin und iss ihn bewusst. Dann ist es auch eine Entscheidung. Und wenn du merkst, dafür lohnt es sich gar nicht, dann war es wahrscheinlich auch nicht wirklich genug, es zu essen. Und ich mag diesen Satz, wenn es sich nicht lohnt, es auf einen Teller zu legen, lohnt es sich meistens auch nicht, es zu essen. Und das ist keine Diät-Regel. Das ist eine Bewusstseinsregel. Der zweite Punkt. Reste sofort sichern. Lass sie nicht auf dem Tisch stehen. Lass sie nicht in der Pfanne herumliegen, während du aufräumst. Lass sie nicht auf dem Kinderteller, während du doch fünfmal daran vorbeiläufst. Pack sie weg. Direkt. In eine Box, in den Kühlschrank, ins Gefrierfach, wo auch immerhin. Oder bewusst entsorgen, wenn es wirklich nicht mehr sinnvoll ist. Je länger Reste sichtbar herumstehen, desto wahrscheinlicher werden sie auch gegessen. Und zwar nicht, weil du schwach bist, sondern einfach nur, weil sie da sind. Menschen essen, was verfügbar ist. Und das ist keine neue Erkenntnis, aber im Alltag wird sie ständig vergessen. Wenn du Reste rettest, mach daraus eine echte Mahlzeit. Zum Beispiel, die Nudeln kommen morgen in eine Pfanne mit Gemüse und Ei. Der Reis wird Teil vom Mittagessen. Das Gemüse kommt in eine Suppe. Der Resthähnchen kommt in den Salat. Und dann ist es auch nicht nebenbei, dann ist es richtig sinnvoll. Reste verwerten ist gut. Reste nebenbei in dich hineinschieben ist etwas anderes. Der dritte Punkt. Kinderportionen kleiner machen. Und das ist bei Familien wirklich hilfreich. Viele Kinder bekommen Teller, die eigentlich zu groß sind. Und dann bleibt natürlich auch etwas übrig. Und die Mutter steht am Ende da und rettet. Und ich möchte mich da als Vater nicht ausschließen. Besser wäre da, erstmal weniger auf den Teller. Und Nachschlag geht natürlich immer. Das ist entspannter für die Kinder und auch für dich. Und es reduziert diese ständige Reste-Situation. Der vierte Punkt. Beim Kochen bewusst probieren. Mach dir ruhig einen kleinen Löffel zum Probieren, aber entscheide bewusst, ich probiere jetzt. Und danach geht der Löffel weg. Nicht hier ein Stück, da ein Stück, dort noch ein bisschen. Du kannst auch Kaugummi kauen, wenn du merkst, dass du beim Kochen ständig snackst. Oder ein Glas Wasser nebenbei. Oder dir vorher sagen, das erste Essen findet am Tisch statt. Das klingt banal, aber manchmal braucht der Kopf eine klare Grenze. Der fünfte Punkt. Ist Reste nicht auch schuld? Frag dich in dem Moment, habe ich Hunger? Schmeckt mir das wirklich? Will ich das jetzt wirklich essen? Oder esse ich nur, weil ich es nicht wegwerfen will. Und wenn es nur schuld ist, dann ist es kein guter Grund. Und ja, vielleicht fühlt es sich am Anfang komisch an, etwas liegen zu lassen. Gerade wenn man anders erzogen wurde. Aber du darfst lernen, dass dein Körper nicht dafür zuständig ist, alte Tellerie zu erfüllen. Du darfst respektvoll mit Essen umgehen, ohne alles aufzuessen. Das ist erwachsen. Das ist kein Verschwenden, das ist Verantwortung für dich. Und da möchte ich nochmal einen emotionalen Punkt ansprechen. Viele Frauen sorgen den ganzen Tag für andere. Sie denken mit, sie planen, sie halten den Laden am Laufen. Und beim Essen passiert dann oft das gleiche Muster. Erst bekommen alle anderen, die Kinder, der Partner, die Familie, die Gäste und am Ende isst du was Übriges. Oder du isst nebenbei. Oder du isst stehend in der Küche. Oder du isst schnell, während du schon wieder aufräumst. Und das ist nicht nur ein Ernährungsproblem. Das ist ein Selbstfürsorgethema. Denn die Botschaft dahinter ist manchmal, meine Mahlzeit ist nicht so wichtig. Mein Hunger kann warten. Mein Essen passiert nebenbei. Meine Aufgabe ist, dass alles aufgegessen wird und nichts übrig bleibt. Und ich finde, da darf man dir ruhig mal klar sagen, du bist nicht dafür da, die übrig gebliebenen Kalorien der Familie zu übernehmen. Du darfst eine eigene Mahlzeit haben. Und zwar auf einem Teller, im Sitzen, in Ruhe, so gut es eben geht. Und ich weiß, Familienalltag ist nicht immer ruhig. Manchmal ist ein Abendessen eher wie ein logistischer Einsatz. Aber trotzdem, dein Essen zählt. Dein Körper zählt. Und das, was du nebenbei isst, zählt nun mal auch. Und zwar nicht moralisch, sondern körperlich. Und ich würde dir für die nächste Woche mal einen einfachen Test vorschlagen. Sieben Tage Restetest. Und zwar wieder nicht als Challenge. Dieses Wort hasse ich sowieso und auch nicht aus Druck oder mit Druck, sondern es geht wieder einzig und alleine ums Beobachten. Erster Punkt. Alles, was du nebenbei essen würdest, kommt zuerst auf einen Teller. Auch wenn es nur ein kleiner Rest ist. Gerade dann. Zweiter Punkt. Reste vom Kinderteller werden nicht automatisch gegessen. Automatisch ist das wichtige Wort. Wenn du wirklich Hunger hast und es bewusst essen willst, okay. Aber nicht mehr reflexartig. Dritter Punkt. Beim Kochen gibt es bewusstes Probieren. Keine halbe Vormahlzeit im Stehen. Vierter Punkt. Übrig gebliebenes Essen kommt direkt in eine Box und nicht erst 30 Minuten auf dem Tisch stehen lassen. Direkt weg. Fünfter Punkt. Frag dich abends kurz mal, was habe ich heute gegessen, dass keine richtige Mahlzeit war? Und schreib es vielleicht sogar mal auf. Und zwar nicht mit Kalorien, nur als Stichwort. Zwei Löffel Nudeln, Stück Käse, Keks, Reste vom Teller, beim Kochen genascht. Und du wirst vielleicht überrascht sein. Und nochmal, das ist kein Grund, dich zu verurteilen. Es ist nur eine Information. Und viele Frauen brauchen keine neue Diät. Sie brauchen erstmal eine ehrliche Wahrnehmung. Was esse ich wirklich? Und zwar nicht nur bei den Mahlzeiten, auch dazwischen. Und wenn du diesen Test machst, wirst du wahrscheinlich nach ein paar Tagen merken, aha, da ist mehr als ich dachte. Oder ich esse gar nicht so viel mehr, aber ich esse sehr oft unbewusst. Und beides ist wertvoll. Denn sobald es sichtbar ist, kannst du es erst verändern. Vorher ist es so wie so ein blinder Fleck. Und blinde Flecken sind beim Abnehmen gefährlich, weil sie schnell zu falschen Schlussfolgerungen führen. Dann denkst du nämlich, ich muss einfach noch weniger frühstücken. Dabei wäre es vielleicht sinnvoller gewesen, abends nicht mehr die Reste vom Tisch zu essen. Oder du denkst, ich brauche einfach noch einen härteren Ernährungsplan. Dabei brauchst du vielleicht nur eine Box für die Reste und die Regel nicht mehr im Essen, nicht mehr im Stehen essen. Und das klingt furchtbar und sexy, ich weiß. Aber abnehmen scheitert oft nicht an den spektakulären Dingen. Es scheitert oft an den kleinen Dingen, die jeden Tag passieren. Und die Restefalle ist genau so ein Thema. Klein, unauffällig, vollkommen normal, aber in der Summe ist es dann doch relevant. Und unterm Strich würde ich so sagen, Reste essen ist nun mal menschlich. Und es ist ganz oft anerzogen. Es passiert aus Verantwortung, aus Müdigkeit, aus Gewohnheit, vielleicht sogar aus Schuldgefühl, aus diesem Gedanken, man kann doch nichts wegwerfen. Aber wenn du abnehmen willst, darfst du ehrlich hinschauen. Kleine Bissen sind nicht automatisch schlimm, um Gottes Willen. Aber wenn sie jeden Tag passieren und du sie nie wahrnimmst, können sie genau der Grund sein, warum sich nichts bewegt. Und das Gute ist, du musst dafür nicht dein komplettes Leben umbauen. Du musst nicht fanatisch werden, du musst auch keine Lebensmittel verschwenden. Du musst nur aufhören, deinen Körper als Zwischenlager für alles zu benutzen, was übrig bleibt. Reste können boxen, Reste können geplant werden, Reste können morgen auch eine Mahlzeit werden. Und Reste können manchmal auch weg. Aber sie müssen nicht automatisch in den Mund. Und wenn du dich daran wiedererkennst und merkst, dass deine Mahlzeiten eigentlich gar nicht das große Problem sind, sondern dieses Ganze nebenbei essen, dann schau gerne mal in die Shownotes. Da findest du die Möglichkeit, dich bei mir zu melden. Und dann schauen wir gerne mal gemeinsam darüber, wo in deinem Alltag diese unsichtbaren Kalorien entstehen, wie wir sie sichtbar machen und wie du abnehmen kannst, ohne ständig Reste zu essen oder Lebensmittel gedankenlos wegzuwerfen. Und wenn du dich nicht bei mir melden willst, ist das auch okay. Aber dann schau dir gerne mal mein kostenloses Online-Seminar an. Denn auch da geht es um dieses Thema. Denn manchmal liegt der Fortschritt nicht in einem neuen, komplizierten Plan. Manchmal liegt er wirklich einfach nur in der Frage, was esse ich eigentlich alles, obwohl ich es gar nicht richtig merke. Und wenn du jemanden kennst, der ständig sagt, ich esse doch gar nicht so viel, aber beim Kochen, Abräumen oder Reste essen immer wieder nebenbei zugreift, dann schickt dieser Person gerne diese Folge. Und damit bin ich schon am Ende der heutigen Episode. Ich hoffe wie immer, du konntest einiges mitnehmen. Es hat dir gefallen. Ich wünsche dir eine schöne Woche und wir hören uns.