VENTURE AI PODCAST
VENTURE AI ist der Podcast über Künstliche Intelligenz, KI-Transformation und Innovation in Deutschland. Norman Müller, Vorstandsvorsitzender des Bundesverband für KI-Transformation e.V., spricht mit führenden Köpfen aus Wirtschaft, Forschung, Politik und Startup-Szene über KI, Digitalisierung, Verantwortung und die Zukunft des deutschen Mittelstands.
Hier geht es nicht um Hype, sondern um Substanz. Um echte Erfahrungen aus Unternehmen, Forschung und Transformationsprojekten. Um die Frage, wie KI unsere Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur verändert und welche Verantwortung Entscheider dabei tragen.
Im Mittelpunkt stehen Persönlichkeiten mit Haltung: ihre Perspektiven, ihre Konflikte, ihre Entscheidungen und ihr Blick auf die Zukunft. Der Podcast macht Künstliche Intelligenz greifbar, nicht als abstrakten Trend, sondern als gelebte Praxis in Unternehmen, Institutionen und öffentlicher Verwaltung.
Wöchentlich erscheinen neue Essays, Gespräche, Analysen und Perspektiven zur KI-Transformation in Deutschland.
Shownotes, Hintergrundberichte, exklusive Videoaufzeichnungen, Live-Talks und die Podcast-Community findest du auf Substack:
https://ventureaibriefing.substack.com
Herausgeber des Podcasts: Norman Müller
In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband für KI-Transformation e.V.
VENTURE AI PODCAST
KI im Innenraum: Wenn Gebäude zu Datenräumen werden. (#1281)
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Sebastian Ruppert von beQ spricht in dieser Folge des Venture AI Podcast über eine der spannendsten unsichtbaren Zonen der digitalen Transformation: das Innere von Gebäuden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie bestehendes WLAN, ergänzende Hardware und KI genutzt werden können, um Innenräume in Echtzeit lesbar zu machen, bewusst ohne Kameras und mit einem klaren Anspruch auf Privacy by Design. Es geht um neue Anwendungen für Handel, Logistik, Hotellerie, Pflege und Sicherheit, aber auch um die Grenze zwischen Effizienzgewinn und Überwachung.
00:00 Intro und Leitfrage
01:00 Begrüßung von Sebastian Ruppert
01:41 Wer ist Sebastian Ruppert und was macht beQ
03:09 Der Ursprung der Technologie
05:16 Wie funktioniert Indoor Intelligence mit WLAN
08:32 Warum Innenräume die große Datenlücke sind
10:48 Datenschutz, Kameras und europäische Perspektive
13:15 Was in der Software sichtbar wird
14:05 Welche Daten KI aus WLAN Signalen ableitet
17:31 Use Cases in Handel, Sicherheit und Hotellerie
20:37 Logistik, Rückverfolgbarkeit und Überwachungsfrage
27:54 Verantwortung, Sicherheit und Human in the Loop
33:40 Datenhoheit, Dezentralität und Marktreife
38:23 Finanzierung, Skalierung und Ausblick
44:24 Die Abschlussfrage an Sebastian Ruppert
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So es ist wieder Zeit für eine neue Folge hier im Venture AI Podcast. Heute geht es um einen Raum where astound is, obwohl dort a grossity start findet. Das innere from Gebäuden. Draußen is längst alles kartiert, gemessen anders. Drinnen endet diese Transparenz oft an der nächsten Wand. Genau an dieser Stelle setzt das Startup BQ an and behauptet, mit bestehendem WLAN and künstlicher Intelligenz Innenräume in Echtzeit lesbar zu machen. Das klingt nach Effizienz, Sicherheit und einer Infrastruktur. Es klingt aber auch nach einer heiklen Verschiebung dessen, was in physischen Räumen künftig sichtbar und auswertbar wird. Die entscheidende Frage ist also, entsteht hier ein datenschutzfreundlicher Technologiesprung oder nur die nächste elegant verpackte Form von Überwachung? Und genau darüber spreche ich mit meinem heutigen Gast. Herzlich willkommen, Sebastian Ruppert.
SPEAKER_00Ja, vielen Dank für das Intro, Norman.
SPEAKER_01Gerne. Schön, dass du da bist. Es sei noch erwähnt, dass ihr mit BQ Mitglied bei uns im Bundesverband für KI-Transformation seid, über das ich mich sehr freue. Ich glaube sogar schon über ein Jahr, also wir haben schon länger miteinander zu tun. Ich verfolge das also ganz aufgeregt und gespannt, was ihr da so alles treibt. Und freue mich, dass wir heute hier unsere erste Podcast-Folge machen. Zeit wird es also, auf jeden Fall. Und dass du dir die Zeit genommen hast, hier bei uns vorbeizuschauen, um ein bisschen mehr über eure Firma zu erzählen. Und das wäre auch jetzt meine Bitte, dass du dich vielleicht selbst nochmal kurz vorstellst und was genau ihr mit BQ vorhabt.
SPEAKER_00Ja. Also ich selbst bin jetzt seit knapp zwei Jahren bei BQ mit dabei und darf den Bereich Sales und Operations verantworten und bin auch so ein bisschen die Schnittstelle zwischen unseren Entwicklern und dem, was dann am Markt draußen passiert. Also bekommen da sehr, sehr gute Einblicke auch, weil wir natürlich auch nicht an der Realität vorbei entwickeln wollen mit unseren Lösungen. Und wir selber sitzen im Herzen Europas, sind ein schlankes Team, also wir haben keinen großen aufgeblasenen Apparat, sind knapp zwölf Leute plus Entwickler, die auch in ganz Europa verteilt sind und beschäftigen uns jetzt schon seit ein paar Jahren mit dem Thema. Mit dem Thema, wobei man ehrlicherweise sagen muss, die Grundlage dessen, womit wir uns beschäftigen, also wir haben einen Slogan, der heißt Mit WLAN durch Wände sehen. Und das klingt immer ganz abgespaced und wir haben uns aber bewusst dafür entschieden, weil der trinkt nicht so, klingt nicht so trocken und jeder kommt erstmal ins Stutzen. Und die wissenschaftliche Grundlage dafür war aber ganz ursprünglich mal ein Uni-Experiment. Und wir haben diese Grundlagen eigentlich genommen und dann ja zu einem Geschäftsmodell weiterentwickelt, wobei auch noch viel technische Entwicklung mit dazu gekommen ist. Das, was zu einer Marktreife auch hinbekommen. Was war das für ein Experiment an der Uni? Ja, also man hat da das erste Mal, theoretisch geht es auch mit handelsüblichen WLAN-Routern, dass man eben diese Signale, eigentlich sind es Abfalldaten, die in diesen WLAN-Routern gesammelt werden. Und das, was wir gemacht haben, ist, dass wir diese Daten dann erstmals verarbeiten zu dem, was wir dann mit WLAN-Durchwende sehen, claimen. Genau. Aber man hat dort eben getestet, dass ich, man kann sich das vorstellen, wie so ein Sonarsystem, dass diese WLAN-Signale eben auch wieder zurückstrahlen und diese Daten kann man verarbeiten. Man muss sie noch ein bisschen ausbauen und das ist das, was wir eben gemacht haben auf technischer Ebene.
SPEAKER_01Da gehen wir gleich noch genauer ein, um das auch noch ein bisschen genauer zu verstehen und von dir erklärt zu bekommen. Ich finde das Thema insofern ganz spannend, als dass wir ja normale Kameras kennen, so wie wir uns beide jetzt sehen, irgendeine Kameras auf dich gerichtet und die erfasst dann das, was in dem Raum gerade jetzt stattfindet. Und finde es ganz spannend, dass das mit den Signalen, die wir ja alle um uns die ganze Zeit haben, um unseren Rechnern mit dem Internet zu verbinden, nämlich mit dem WLAN-Signal, dass das damit möglich ist und vor allen Dingen diese Daten eben auch nutzbar zu machen. Ein Beispiel, vor Jahren haben wir mal mit einem Shoppingcenter-Betreiber zusammengearbeitet und da ging es auch um Laufwege. Also wie kann ich aus einer BC-Lage den Mietern, die dort ihre Stores haben, irgendwie ein Angebot machen und sagen, okay, wir starten eine Kampagne und schicken jemanden auf dem Weg mit einem Coupon an dir vorbei. Also wie können wir darauf Einfluss nehmen? Und das haben wir mit Menschen gemessen. Also da saßen dann Leute mit so einem Counter, vielleicht kennt man das noch, wo du dann einmal drauf drückst, wenn einer dir vorbeiläuft, ja, und dann wurden nach einer Woche, nach zwei Wochen dann Auswertung gefahren. Also wenn ich mir das anschaue, was ihr da entwickelt habt, also total oldschool und sehr stark veraltet. Und schon gar nicht in Echtzeit, ja. Aber vielleicht kannst du es wirklich, vielleicht ist das auch eine gute Grundlage jetzt für unseren Talk, mal ein bisschen näher erklären, was das bedeutet in einem Gebäude. Und das ist auch nochmal wichtig zu beachten, ich habe es im Intro schon gesagt, außerhalb eines Gebäudes ist das mit Satelliten und GPIS und so weiter alles wunderbar, aber im Gebäude hört das genau auf. Und ihr habt euch ja genau in Gebäude spezialisiert. Wie funktioniert die Technik?
SPEAKER_00Ich würde mal bei deinem eigenen Beispiel bleiben mit dem Shopping Center, weil das auch für uns ein Use Case ist, also einer der vielen Use Cases, die wir haben. Also unsere Hauptmotivation sind die Daten innerhalb der Gebäude, aber pseudonymisiert, Schrägstrich-anonymisiert. Und man kann das für das Shoppingcenter nutzen, um dann wirtschaftlichen Nutzen drauszuziehen, also um zu erkennen, wie bewegen sich die Leute, vor welchen Plakaten bleiben sie stehen, vor welchen Waren bleiben sie stehen, je nachdem, welche Art von Signalen ich nutze. Also das mit den WLAN-Signalen funktioniert bis zu einem gewissen Detailgrad. Wenn ich, sage ich mal, einen Detailgrad von 10 bis 30 Zentimeter erreichen möchte, also ich kann das Ganze ja durch Silhouetten auch darstellen, wenn ich das möchte. Bei Heatmaps sind es ja oft sonst nur Punkte, sage ich mal, in einem 2D-Modell, wenn ich das 3D möchte, in Silätenform. Und bis zu 10 bis 30 Zentimeter Genauigkeit muss ich noch UWB-Signale mit dazu nehmen, beispielsweise. GPS-Spiel zwar auch ein Thema, aber das, was dann unser Endprodukt ist, ist zum Großteil WLAN, aber wir behelfen uns noch anderer Signale, die wir mit einer Kombination aus unserer Software und an kleinem Teil Hardware bei den Endkunden dann bespielen. Also wir nutzen eigentlich immer die vorhandene Infrastruktur des Shopping Centers, spielen dort unsere Software auf, haben einen kleinen Hardware-Teil und können dann eigentlich die gesamte Infrastruktur nutzen, um eben die wirtschaftlichen Daten, die derjenige braucht für sein Business Case auch darstellen zu können.
SPEAKER_01Was meinst du mit 10 bis 30 Zentimeter Genauigkeit? Also heißt das, wie nah steht die Person an dem Plakat, jetzt um dem Beispiel zu bleiben, dran?
SPEAKER_00Ja, genau. Oder wenn ich in Supermarktregalen denke, um zu sagen, also welche Ebene guckt er sich an oder welches Produkt, das kann ja, ob jetzt der Schokoriegel 1 neben dem Schokoriegel 2 liegt, da kann die Erkenntnis, es sind wenige Zentimeter, die da entscheiden sind. Und ich kann, also wenn ich im Eingangsbereich zum Beispiel ein neues Produkt platziere in dem Supermarkt und möchte sehen, wie viele Leute bleiben da stehen, interessieren sich dafür und gehen vielleicht weiter, weil, so wie du vollkommen richtig gesagt hast, dieses Beispiel, dass mal dort einen Studenten oder eine Studentin noch sitzen hat, die mit so einem Klicker dort die Kundenschaft zählen, das ist tatsächlich auch heute immer noch der Fall. Also so erleben wir es zumindest. Und mit dem Kamerathema ist eben, also es hat seine Grenzen und ist auch eine andere Kostenleger als wir das, was wir bieten.
SPEAKER_01Das ist interessant. Du sagst, das Innere von Gebäuden sei die größte unsichtbare Datenlücke der digitalen Transformation. Warum ist ausgerechnet dieser Raum, also das Innere von Gebäuden, bis heute so wenig verstanden? Warum hat sich darum noch keiner gekümmert?
SPEAKER_00Also in Europa ist unsere Theorie, dass wir natürlich sehr datenschutz verliebt sind. Also wir sitzen ja auch im Herzen Europas und das Thema Datenschutz, also wir sehen es ja jetzt bei den amerikanischen KI-Firmen, was wir als Europa dort an, ja, man kann es Schutzmechanismen nennen oder Auflagen, je nachdem, wie man das Thema sieht. Aber ich glaube, dass das unsere größte Hürde ist, weil diese, also diese ganzen Techniken an sich, also es gab, glaube ich, auch dieses Beispiel mit dem amerikanischen Piloten, der da im Iran-Krieg abgeschossen wurde, den man über den Herzschlag geortet hat und solche Dinge. Also andere sind dort schon viel weiter. Wir tun uns, glaube ich, in Europa immer nur schwer mit diesem Spiel zwischen, wie viele Daten wollen wir preisgeben, um den Nutzen in unserem Alltag zu erhöhen. Und für uns ist das, was wir machen, ein gesunder Mittelweg, weil wir eben anders als Kameras keine konkreten persönlichen Daten zeigen, sondern für uns sind die Menschen nur Silhouetten. Ich kann das Ganze, wenn ich es brauche, pseudonymisieren. Bedeutet, wenn ich mich in einem Pflegeheim mich befinde, um mal einen anderen Anwendungsfall zu nennen, und ich möchte die Sicherheit meiner Bewohner gewährleisten, weil ich wissen möchte, liegt vielleicht jemand seit einer halben Stunde auf dem Boden, weil dem was passiert ist und ich müsste eigentlich eine Schwester oder einen Gesundheitspfleger reinschicken, dann muss ich natürlich wissen, welcher Patient ist das, aber ich kann den Patienten in dem System Patient XY12345 nennen und dann den sozusagen erst entschlüsseln mit meinen eigenen Daten. Und das ist für uns so der Mittelweg zwischen anonymisiert, pseudonymisiert, aber niemals ganz offen mit den Daten umzugehen, ja.
SPEAKER_01Ich überlege gerade, rein theoretisch könnte man das ja mit Kameras auch machen. Also ich kann ja quasi das Innere von Gebäuden mit Kameras überwachen, habe genau diese Datenschutzthematik, das wahrscheinlich in China egal wäre oder auch in Amerika, ja. Aber nehmen wir den europäischen Raum oder auch, ich glaube, dass wir, dass wir langfristig, gerade wenn wir so im Bereich Cyber Security unterwegs sein werden, jetzt noch nicht so, aber ich glaube auch ein chinesisches Unternehmen oder ein amerikanisches Unternehmen hat irgendwie ein großes Interesse daran, dass eigene Daten geschützt werden oder Mitarbeiter, die dort arbeiten, wo das System vielleicht im Einsatz wäre mit Kamera, dass ich da keine Lust hätte, dort zu arbeiten, weil ich ja glas transparent wäre, wie oft bin ich an der Kaffeemaschine oder woanders und nicht am Arbeitsplatz und dergleichen. Von dem her, und ein anderer Aspekt ist natürlich auch das Investitionsvolumen, ist ein anderes. Ich kann natürlich Kameras neu aufstellen, die es vorher nicht gab. Oder nutzen WLAN-System oder ein Mesh-Netzwerk oder so genau.
SPEAKER_00Genau, es gibt ja auch Sensoren und alles. Also du hast vollkommen recht. Also es gibt ja Alternativen für diese Probleme, sage ich mal, oder Bedürfnisse. Aber wir sind deutlich kostengünstiger mit dem, was wir machen. Und wir brauchen keine zusätzliche Infrastruktur. Also unser Kostenmodell liegt so bei 10 Cent auf einen Quadratmeter für den Endkunden. Das heißt, wenn ich 4000 Quadratmeter Ladenfläche habe, komme ich mit 400 Euro. Es ist ein Software-As-A-Service-Modell. Das heißt, ich komme im Monat mit 400 Euro für so eine Fläche aus. Und das schlägt eigentlich jegliches Kamerasystem. Ich muss nicht immer neue Kameras anschaffen, um dort auf dem Stand der Technik zu bleiben. Und die Kameras sind ja nur das eine Thema. Ich brauche ja trotzdem wieder eine Technologie dahinter, die die Daten aus der Kamera wiederverarbeitet. Das ist ja bei uns auch so, aber es ist alles schon mit drin. Ich brauche keine zusätzlichen Sensoren. Auch im Pflegeheim gibt es diese Bänder, die die Patienten dran haben und wenn sie fallen, wird das wahrgenommen durchaus. Das ist vollkommen richtig, aber ich brauche eben keine zusätzliche Infrastruktur. Ich kann das nehmen, was schon da ist. Und das Thema WLAN ist halt in 95 Prozent aller Gebäude, in der sich viele Menschen bewegen, schon vorhanden.
SPEAKER_01Wie muss ich mir das vorstellen? Kann ich das in diesen Silhouetten dann wirklich auch in Bewegung sehen, wenn ich bei euch in die Software reinschaue? Also ist das alles in Bewegung oder sind das so Momentaufnahmen?
SPEAKER_00Also wir haben ein, das kann man sich vorstellen, so ist auch der Name BQ Hub. Das heißt, ich habe eine Anwenderoberfläche, dort kann ich mich einloggen und kann dort die Daten, die aus meinem Gebäude erstellt werden, sehen. Ich kann mir dort bestimmte Gruppen schon vorher einstellen. Also ich kann mir vorher jeden Tag anzeigen lassen, wie viele Leute sind dort durchgelaufen durch den Laden XY. Und ich kann mir auch diese Silhouettenbewegungen, wenn ich es möchte, anzeigen lassen. Genau.
SPEAKER_01Okay, lass uns mal in die Daten reinschauen. Weil wie viele Leute jetzt wo langlaufen, das denke ich so basic. Also da kann ich mir vorstellen, dass das meine Studenten im anfänglichen Beispiel mit ihrem Klickern auch machen können. Aber was genau könnt ihr für Daten erfassen und was oder welche Rolle spielt KI hier im Speziellen?
SPEAKER_00Also die KI war für uns, kann man ruhig so sagen, auch der Game Changer, weil die Verarbeitung der Daten sich dadurch signifikant verbessert hat. Also die Technologie des WLANs und der UWB-Strahlen etc. ist die eine Seite und die andere Seite ist natürlich das, was wir auch als Softwareunternehmen leisten, ist die Verarbeitung und Interpretation der Daten. Und das ist das, wo uns das Thema KI den dementsprechenden Schub auch nochmal gegeben hat. Das kann man auch ganz offen so kommunizieren. Eben in der Schnelligkeit und auch in dem, ja, dass wir auch das Pricing so anbieten können, wie wir es anbieten, weil es natürlich dadurch extrem günstiger geworden ist, auch für uns. Also es muss ja sagen, was man so, weil die Technologie für unser Empfinden dann den Menschen hilft, wenn sie gewissermaßen demokratisch verfügbar ist. Also nicht zu Preisen, die sich nur eine kleine Schicht leisten kann, sondern dann, wenn es für jeden zugänglich ist.
SPEAKER_01Okay. Also lässt sich ja festhalten, ohne KI wäre das so gar nicht in der Qualität machbar oder auch der Erkenntnisgewinn am Ende?
SPEAKER_00In der Qualität schon, aber in der Breite für die Masse wäre es mit Sicherheit schwieriger, schrägstrich teurer gewesen. Absolut.
SPEAKER_01Und wie muss ich mir das vorstellen? Was für Daten könnt ihr da genau erfassen?
SPEAKER_00Das sind die Daten, die aus dem Router kommen. Also wir haben ja noch eine eigene Hardwarelösung, das nennt sich der Mcube, der sozusagen zu der vorhandenen WLAN-Infrastruktur noch hinzugefügt wird. Eben weil wir aus den WLAN-Routern nur die WLAN-Signale bekommen. Aber wir verarbeiten die Daten, die auch in den handelsüblichen Routern beispielsweise schon drin sind, die wie dieses Sonarsystem funktionieren. Und diese Frequenzen kann man auslesen, diesen Datenmüll, und daraus dann die Erkenntnisse eben ziehen.
SPEAKER_01Eine schöne Vorstellung. Datenmüll recycelt.
SPEAKER_00Ja, genau, also es gab es auch vorher schon. Wir haben das nicht hinzugenommen und das ist auch das, was es dann in die breite Masse treiben kann, weil ich eben keine, also wir müssen jetzt nicht an große Unternehmen herantreten und zusätzliche Router verkaufen. Dann wäre das Geschäftsmodell auch irgendwann schwierig und kommt an seine Grenzen, sondern wir haben eine relativ einfache Implementierung. Wir brauchen, können das im Prinzip alles remote machen. Es ist Plug-and-Play und dann funktioniert das Ganze. Wir müssen kein großes Technik-Team dahin schicken. Also die Installation und dann die Funktion im Nachgang ist sehr, sehr bedienerfreundlich.
SPEAKER_01Das heißt, ich stelle mir vor, ich kann Laufwege, jetzt in einem Shoppingcenter-Beispiel, anschauen, ich kann Verhaltensweisen davon ableiten. Also wo sind Verweildauer in einem Raum? Wo staut sich es vielleicht auch in einem Raum, Großraumbüro beispielsweise?
SPEAKER_00Genau. Ich kann theoretisch auch sehen, also es gibt noch einen dritten, also das eine sind, sage ich, ist mal die wirtschaftliche Motivation, also Lauffähge. Ich kann aber auch in Notfallsituationen erkennen, sind noch Personen im Haus oder auch andersherum. Also das ist auch ein Case, wo wir sagen, da kann ich es natürlich auch für verwenden als Rettungskräfte, die ja sonst, sage ich mal, ich nehme immer das Beispiel, wenn ich im Hotelzimmer bin, dann sehe ich den ausgedruckten Fluchtwegeplan an meiner Hoteltür. Und die Rettungskräfte können eben mit der Technologie auch sehen, ist wirklich noch jemand im Gebäude und wenn ja, wo ist er? Und das ist so unser nächster Use Case, der auch.
SPEAKER_01Ja, spannend.
SPEAKER_00Ja, zum Thema Sicherheit, genau von Gebäuden, Hotels, große Bürogebäude, die das vielleicht dann aber ich kann auch im Hotel, also auch für das Thema Effizienz, wenn ich ganz in ganz vielen Hotels muss ich nicht mehr groß an die Rezeption zum Checkout, sondern ich schmeiße meine Karte einfach an der Rezeption in so einen Kessel rein und gehe. So, wenn ich jetzt als Hotel aber weiß, das Zimmer ist nicht mehr belegt, kann ich meinen Roomservice vielleicht schon eher reinschicken und kann dadurch das besser koordinieren und muss nicht bis 14 Uhr warten, weil vielleicht ist der Gast schon um 9 oder um 10 Uhr ausgecheckt und ich kann dann dort schon meinen Zimmerservice reinschicken, um das Ganze säubern zu lassen und dann vielleicht schon eher an den Gast vergeben und so meine Reinigungskräfte besser koordinieren. Also mit den Daten, die sich daraus ablesen lassen, gibt es wirklich ganz, ganz viele Use Cases. Und am Ende muss man sagen, hat auch jede Branche so ein bisschen ihren eigenen Use Case. Also das eine sind die Hotels, also Healthcare ist ein großes Thema für uns, Gastronomie, Hotellerie ist ein großes Thema. Es gibt aber auch die Logistik. Also wenn wir mit einem, wir haben einen bei uns im Netzwerk, der hat eine große Spedition, auch mit dem großen Lager mit dabei, der sagt, er hat ein Problem, dass er immer Ladungen verliert, also im Lager. Es sind Tiefkühlprodukte, die er hat und er sagt, also bis zu einer gewissen Prozentzahl verliert er immer Ware und das lässt sich aber nicht rational begünden, warum das so passiert. Also vielleicht ist es durch Diebstahl, vielleicht, was man jetzt niemandem unterstellen will, vielleicht ist es Nachlässigkeit etc. Aber ich kann natürlich oder wir können natürlich auch solchen Unternehmern helfen, dass man sich viel besser nachvollziehen lässt, ohne dass ich jede Ware mit einem Sensor ausstatten müsste, dass ich das nachvollziehen kann, wo ist sie vielleicht, wo ist sie vielleicht hingekommen.
SPEAKER_01Aber wie mache ich das? Wie stelle ich mir das vor? Ich habe eine Lagerhalle, da sind jetzt viele Regale drin oder so. Die Ware ist dort, wenn da was verloren geht, wie kann ich das über WLAN-Signale orten?
SPEAKER_00Ja, ich kann ja alle Bewegungen innerhalb der Gebäude nachvollziehen. Also kann ich auch nachvollziehen. Also ich kann ja nachvollziehen, ob sich jetzt Person A von der Halle 1 in die Halle 2 bewegt. Ich kann aber auch nachvollziehen, wenn sich eine Kühltruhe von Halle 1 und Halle bewegt. Also was sich bewegt, ist im Prinzip egal, ja.
SPEAKER_01Okay. Verstanden, verstanden. Wie ist denn das mit der Rückverfolgbarkeit? Weil das ist ja immer wieder ein großes Thema. Wenn ich sowas implementiere in meiner Firma, dann weiß ich, der Klaus, der sitzt auf einem Stapler in der Spedition, der hatte Dienst um 14 Uhr bis 19.30 Uhr. Der ist jetzt zwar nicht zu sehen, weil keine Kamera, sondern ein WLAN-Signal, aber seine Silhouette ist höchstwahrscheinlich der Klaus, weil der mit dem Stapler da rumfährt. Und ich dann natürlich auch Rückschlüsse ziehen kann. Der Klaus ist eben nicht auf dem Stapler, sondern der sitzt auf der Palette und isst das Eis aus der Kirche. Tiefküdruhe, deswegen verschwindet die Ware. Ich kann ihn klar überführen. Also, ich kann ja wieder Rückschlüsse ziehen auf die Person selber unter Umständen.
SPEAKER_00Ja, also das ist dieses Thema pseudonymisieren. Also, wenn ich das, wenn ich das möchte bis zu einem gewissen Grad, dann kann ich das tun. Aber die Daten, die wir herausgeben, sind erstmal anonym. Genau.
SPEAKER_01Okay, das heißt, weil das ist ja die nächste Frage nach dem Thema Datenschutz und Sicherheit auch für Mitarbeiter. Wenn ich das im Bürogebäude, ich weiß halt, dass der Klaus immer an dem Schreibtisch sitzt oder auf eben diesem Stapler unterwegs ist, zu der und der Zeit. Also wäre das ja für einen Arbeitgeber eben auch rückvollziehbar oder nachvollziehbar und damit ja auch eigentlich eine Form der Überwachung.
SPEAKER_00Also wir müssen natürlich mit allem, was wir tun, auch die dazugehörigen Gesetze einhalten. Also wobei das am Ende, muss man ehrlicherweise sagen, der Kunde muss. Also er als Arbeitgeber hat seine Pflichten, die er erfüllen muss und ich kann natürlich auch jetzt schon in Lagerhallen Gründe vorfinden, dass ich dort Kameras aufhänge und die überwache, sei es aus, dass ich dort eben bestimmte Werte auch habe und nicht möchte, dass die abhanden kommen, beziehungsweise dass ich im Einbruchsfall dort eine Kamera hängen habe, um zu gucken, dass da was passiert. Also deswegen will ich so beantworten, also wir sind nicht schlimmer als das, was es schon gibt.
SPEAKER_02Schlimmer ist gut.
SPEAKER_00Sondern setzen da an und bieten nochmal eine datenschutzfreundlichere Lösung. Aber du hast vollkommen recht, wenn das jemand gar nicht möchte, dann wird da aber auch dadurch, wird da auch keine Erkenntnisse da rausziehen können, weil auch wenn er wieder den Studenten hinhockt oder die Studentin auf seinem Stuhl, auf dem Klappstuhl und mit dem manuellen Zähler in der Hand, auch der Student wird ihm später sagen können, ob der Klaus auf seiner Palette saß und das Eis gegessen hat oder in seinem Stapler saß und gearbeitet hat.
SPEAKER_01Das ist so die Studentin sehe ich aber im Zweifel auf dem Stuhl hocken. Das heißt, ich weiß ja nicht, ob das WLAN-Signal, womit ich mit meinem Handy eingeloggt bin, ob das jetzt auch noch überwacht, wie ich arbeite. Und wir leben ja interessanterweise auch in einer Zeit, in der wir ja sagen, habe ich meinen Job morgen noch, weil ich durch KI wegrationalisiert werde. Ja, so. Und jetzt kommt noch Technologie der Überwachung ins Spiel. Also ohne jetzt hier das Ding schwarz zu malen. Ich finde es allem besser als ein Kamerasystem, eben weil ein gewisser Schutz auch da ist. Aber rein theoretisch, technisch möglich, kann ich natürlich auch als Arbeitgeber, wenn ich diese Daten, diese Informationen habe, rückvollziehen, wenn ich es gerade im Arbeitsumfeld einsetze, wer dort unterwegs ist.
SPEAKER_00Ich bringe vielleicht nochmal ein anderes Beispiel, um unsere Gedanken dazu besser darstellen zu können. Wir haben auch eine abgespeckte Variante für den Home-Bereich, also Homecube nennt sich das Thema dann. Und da bewegt uns dieses Thema noch viel mehr, weil, also ich glaube, in hundert Präsentationen kommt 99 Mal die Frage, ja, kann ich dann damit auch meinen Nachbarn auf dem Klo rocken sehen? Und ich habe ja auch, wenn ich in einem Mehrfamilienhaus wohne, habe ich mehrere WLAN-Netzwerke etc. Also da wäre das Thema noch sehr viel einfacher. Aber das ist dann schlussendlich auch unsere Aufgabe, weil auch wir müssen uns natürlich den Gesetzen unterwerfen oder die Gesetze einhalten. Und letztendlich das auch so gestalten, dass niemand das so nutzen kann. Und das ist auch am Ende des Tages so. Also gerade im Verbraucherbereich natürlich nochmal sensibler, wie jetzt im B2B-Bereich. Aber auch den Homecube müssen wir letztendlich, muss jeder seine Grundriss, seine Wohnung mit angeben, sodass auch niemand auf die Idee kommt, seinen Nachbarn dann ja bespähen zu wollen.
SPEAKER_01Aber es ist interessant, weil es einfach nochmal eine neue Technologie ist, die jetzt einfach von uns auch nochmal ein anderes Denken abverlangt. Weißt du, weil ich kann natürlich auch meinem Nachbarn so eine Microcam unterjubeln. Die gibt es ja schon als Knopf oder sowas. Wenn ich das nächste Mal bei dem Kaffee trinke, dann hänge ich das Ding da rein. Also ich glaube, böswillige Absichten kann man mit allen Dingen machen. Die Frage ist nur, wie oder in welchem Einsatz das Ganze ist. Ich finde es super, wenn erkannt wird, da fällt jemand aus dem Bett, ja, und das ist erkennbar und er braucht Hilfe. In einem Hotelzimmer ist es halt schwierig, wenn ich ein Einzelzimmer gebucht habe und dort zwei Leute im Bett liegen. Weißt du, was ich meine? Also das kann dann auch kompromittieren unter Umständen, weißt du? Und die Frage ist, wie kommuniziert man das?
SPEAKER_00Ich denke aber, dass genau die Gedanken, die vollkommen richtig sind und wir merken ja auch, dass das ein Thema ist, was viele bewegt. Das ist für mich so eine Analogie wie mit dem KI-Thema im Allgemeinen. Also es ist eine Technologie, die gewissermaßen, ich traue mich jetzt zu sagen, disruptiv ist. Und wir müssen aber irgendeinen gemeinsamen Weg finden, damit umzugehen, weil es kann viel Gutes tun und es kann aber auch theoretisch für Schlechtes verwendet werden. Und da muss man halt Möglichkeiten finden, damit umzugehen. Und das ist nicht nur unsere Aufgabe, sondern da wird sich mit Sicherheit auch der Gesetzgeber mit beschäftigen. Die Endkunden müssen sich da oder dürfen sich damit beschäftigen. Und das ist aber, sag ich mal, wo unser grundsätzliches Mindset immer in Richtung, also schon eher europäisch ist, sag ich mal. Und am Ende wird es einen passenden Weg geben, sodass auch alle Seiten zufrieden sind.
SPEAKER_01Vielleicht kann man das auch aktiv mitgestalten, weil ihr habt da wirklich was Neues entwickelt. Ja, also das WLAN ist jetzt nicht so neue Technologie, aber das, was ihr noch additiv dazu baut, die KI dahinter, eure Software und so weiter, das ist natürlich, finde ich, hochrelevant. Und dort aktiv mitzugestalten, dass das auch eine sichere Anwendung am Ende ist, finde ich einen richtig wichtigen Punkt, weil der treibt mir auch zunächst in Frage, weil was passiert oder wer übernimmt die Verantwortung, wenn ihr vielleicht auch mit eurer Software zu anderen Erkenntnissen kommt. Also Beispiel Hotel brennt ab, Software sagt es, keiner mehr drin, ja, und die Person rechts oben im Eck, Einzelzimmer, ist doch noch im Zimmer geblieben. Also diese Verantwortungsthematik.
SPEAKER_00Ja, also am Ende ist es, auch da gibt es ja Unterhaltungen oder Diskussionen wie im autonomen Fahren. Und am Ende wird es, also das ist jetzt meine persönliche Meinung, aber es wird immer eine unterstützende Technologie bleiben. Aber gerade wenn es um das Thema Menschenleben geht, wird man für mein Empfinden die endgültige Entscheidung niemals nur einer Technologie überlassen, sondern es kann immer mit unterstützen, aber wirklich die finale Entscheidung wird am Ende ein Mensch treffen müssen, wie in so vielen Bereichen. Also das ist für mich auch im Businessbereich so. Am Ende unterschreibt für mich ein Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin den Vertrag und keine künstliche Intelligenz. Sie begleitet vielleicht auf dem Weg dahin, aber die Entscheidungen treffen für mich am Ende immer noch die Menschen.
SPEAKER_01Ist das bei euch im System technisch berücksichtigt? Also das Thema Human in the Loop? Also, dass da auch keine autonomen Entscheidungen getroffen werden, sondern dass das auch einfach eine Sicherheitsbarriere ist, die bei euch eingebaut ist?
SPEAKER_00Ja, also wir selber treffen ja keine aktiven Entscheidungen. Also wir sind sozusagen keine ausführenden Agenten, sondern wir stellen die Informationen zur Verfügung. Und das, was dann für Rückflüsse daraus gezogen werden oder für Konsequenzen, das muss dann jeder für sich selber entscheiden. Also ob ich dann entscheide, ich stelle den Schokoriegel aus dem Regal und mache lieber meine Obstecke dorthin im Supermarkt oder ähnliches, die Entscheidung treffen wir nicht. Wir können nur sagen, was wir mit der Technologie für Daten erhalten und die Entscheidung muss dann am Ende immer noch ein Unternehmer oder eine Unternehmerin treffen.
SPEAKER_01Wobei das ja verschiedene Entscheidungslayer auch sind. Wenn ich mir überlege, die KI wird ja sowieso mit euren Daten einen Status quo abbilden und sagen, ich habe das Gebäude gescannt, das Gebäude ist leer. Ja, und jetzt kommt die Entscheidungsebene, die Schokoriegel-Ebene, dass ich sage, okay, Feuerwehr, ihr könnt eigentlich wieder nach Hause fahren, Gebäude lasst mal abrennen, das Ding ist eh nicht mehr zu retten, aber ist keiner mehr drin. Laut unserer KI, Schrägstrich, eurer Software. Und das ist so meine Frage, inwieweit, oder es ist ja unter Umständen schon auch eine große Verantwortung, wenn wir gerade im Bereich Sicherheit unterwegs sind, wenn wir über die Laufwege im Shoppingcenter reden, dann ist das eher unrelevant oder nicht so tragisch, aber gerade wenn es um so Sicherheitsthemen gibt oder auch wenn es in den persönlichen Bereich geht, also Überwachung oder Aufzeichnung oder Verhaltensthematiken, Analysen im Innenraum von Hotelzimmern oder im Pflegebereich. Also gibt es da Sicherheitsstandards, mit denen ihr euch beschäftigt oder Barrieren, die dann auch nicht überwunden werden können?
SPEAKER_00Also ich male das Bild mal andersrum, wenn wir bei dem brennenden Hotel bleiben und der Feuerwehr dahinter und sagen, naja, wenn unsere Technologie es schafft, wenn jetzt noch zwei, drei Leute im Gebäude sind, die anzuzeigen und die Feuerwehr schafft, es dadurch schneller bei diesen Menschen zu sein. Also bevor sie alle 198 Zimmer jedes Einzelne geöffnet hat, um zu gucken, ob dort noch jemand liegt. Aber wenn wir schaffen, dass sie genau in die Zimmer kommt, in denen noch Menschen liegen, dann haben wir einen Mehrwert gestiftet. Absolut. Die absolute Entscheidung, wenn sie trotzdem immer noch treffen müssen, durch das ganze Hotel zu gehen und jedes Zimmer einzeln zu checken. Das werden wir niemandem abnehmen können. Aber ich habe trotzdem die Möglichkeit, schneller bei den Leuten zu sein, die wir sehen. Und ich werde, also ich erreiche dadurch keine Verschlechterung des Status Quo, wie es sowieso gewesen wäre, sondern eine Unterstützung, eine Verbesserung. Und aber die endgültige Entscheidung wird immer noch dort bleiben. Also das, das werden wir auch nicht abnehmen können.
SPEAKER_01Aber es ist schön, dass du das jetzt nochmal so beschrieben hast, weil das ist genau die andere Seite der Medaille. Ich habe es jetzt versucht, ein bisschen zuzuspitzen und zu sagen, okay, wer ist denn jetzt in der Verantwortung? Auf der anderen Seite schickst du die Feuerwehrmänner in die richtigen Zimmer. Also da ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass mehr Menschen gerettet werden können. Und mit meiner Argumentation kannst du natürlich auch eher sowas blockieren und damit natürlich auch eine neue Technologie im Markt verhindern. Also das finde ich einfach eine wertvolle Ergänzung, die es vorher so auf diese Weise gar nicht geben könnte. Also ich will in meinem Hotelzimmer keine Kamera haben. Auch da im Pflegebereich. Das sind einfach private Räume, aber man kann mit Hilfe eurer Technik da eben eine ganze Menge machen. Was mich noch interessiert, ist, drehen wir mal das Ganze drei Jahre weiter und ihr werdet nach diesem Podcast, weil hier Millionen Menschen zuhören, unglaublich viele Aufträge kriegen und damit natürlich unfassbar viele Daten sammeln können. Wie ist das auf eurer Seite gemanagt? Weil die Erkenntnisse, die ihr natürlich habt, lässt sich natürlich wie ein Layer auf jedes andere Gebäude in ähnlicher Struktur, in ähnlicher Funktionalität und so weiter legen. Ihr könnt sagen, hey, das haben wir für Krankenhaus XY gemacht mit so und so vielen tausend Quadratmetern, das funktioniert für euer ganz genauso. Unsere Daten, unser KPI-Dashboard sagt das. Wenn ihr das auch haben wollt, dann hier unterschreiben. Das heißt, der Wert eures Unternehmens wird natürlich auch maßgeblich durch diese Daten exponentiell steigen. Also ist es darauf angelegt, dass ihr mit Hilfe dieser Daten auch dann neue Geschäftsmodelle unter Umständen entwickeln wollt?
SPEAKER_00Also wir wollen keine Datenhändler werden und wir wollen auch keine Unternehmensberater werden, sondern für uns ist der Kern die Technologie, die weiterzuentwickeln, noch genauer zu werden, für den Einzelnen noch mehr Erkenntnisse liefern zu können. Aber letztendlich muss das Ganze ja auch dezentral passieren, weil wenn wir die Daten irgendwo in der Cloud speichern oder anderswo zentral, dann haben wir natürlich auch ein großes Risiko, dass die vielleicht mal jemand anderem in die Hand fallen und wenn es immer dezentral dort verbleibt in der jeweiligen Einheit, nur dann können wir auch einen zusätzlichen Sicherheitslayer mit dazu nehmen, dass das hundertprozentig ausschließen wird, man es am Ende des Tages nie können. Also auch in Geschäfte kann eingebrochen werden. Selbst im Louvre ist eingebrochen worden. Ja, aber es soll auf jeden Fall dezentral bleiben und wir wollen keine allübergreifenden Erkenntnisse daraus ziehen, um jetzt den Krankenhäusern Dutzende Empfehlungen geben zu können, also in Form von einer Unternehmensberatung oder ähnlichem. Und das ist nicht unser Ziel, nee.
SPEAKER_01Wo liegen die Daten aktuell?
SPEAKER_00Ja, dezentral immer bei den Unternehmen selbst. Also wir nutzen ja auch nur deren Infrastruktur.
SPEAKER_01Ah, okay. Das heißt, das ist wirklich als Inhouse-Lösung geplant. Und ihr habt im Zweifel keinen Zugriff auf diese Daten.
SPEAKER_00Nein, also wir installieren unsere Software dort und verarbeiten die Daten, aber am Ende des Tages liegen die beim Kunden. Also wie eine, so wie ich mir heute Gedanken darüber mache, installiere ich mir eine eigene KI im Unternehmen, was ja auch ein Datenschutzthema oder nutze ich einfach die bekannten Anbieter, die es so gibt am Markt in der Cloud-Lösung. Ähnliche Gedanken sind es ja bei uns auch und wir möchten es aber dezentral haben beim Kunden. Und das ist auch das, was wir merken, was nachgefragt wird am Ende des Tages.
SPEAKER_01Ja, also das erhöht ja nochmal das Sicherheitslevel. Also, das ist, also wenn ich mit ChatGPT vergleiche, wenn ich da meine persönlichen Daten hochlade, dann hat Trump im Zweifel Zugriff drauf. Genau, richtig. Bei der dezentralen Datenspeicherung jetzt in eurem Fall bei den Unternehmen selbst, dann ist das ja nochmal eine ganz andere Geschichte. Wie muss ich mir das vorstellen? Mal angenommen, ich habe heute den Podcast hier gehört und finde das total spannend, betreibe vielleicht mehrere Gebäude, große Infrastrukturen, im Flughäfen beispielsweise, Bahnhöfe oder so. Wie schnell kann man sich vorstellen, können wir eure Software einsetzen?
SPEAKER_00Ja, also man muss, da müssen wir ganz ehrlich sein an der Stelle, wir sind noch nicht für den großen Marktreif. Also wir haben einen MVP, den wir jetzt veröffentlichen. Also Mitte Juli haben wir tatsächlich den MVP-Release. Wir haben auch schon Testkunden, mit denen wir das verproben und ausprobieren, aber die reale Marktreife, also dass wir es im großen Stil ausrollen können, ist für Anfang 2028 geplant. Also von daher müssten sich diese Kunden tatsächlich noch ein bisschen gedulden. Wir können sie gerne auf unsere Liste mit draufnehmen. Aber für den großen Markt werden wir noch, wenn wir, ich denke, dass wir sogar ein bisschen schneller sein werden, aber ein Jahr werden wir noch ein paar Wochen final, ja.
SPEAKER_01Ja. Ich sage einfach mal, wir packen in die Shownotes den Link zur Liste, zur Warteliste mit rein, um einfach frühzeitig auch informiert zu sein, wie es euch geht. Ich hoffe, dass wir da nochmal einen Podcast machen können, bis es dann soweit ist. Darfst du schon sagen, also wie ihr finanziert seid, wie weit ihr da dort seid, um wirklich diese Marktreife zu erreichen? Oder sucht ihr noch jemanden, braucht ihr noch Support?
SPEAKER_00Ja, also wir haben hier hatten das ganz große Glück, dass ganz viele Leute schon an uns geglaubt haben in den vergangenen Jahren. Also haben uns nicht über einen großen VC finanziert, sondern sind eher, sage ich mal, in einer breiteren Masse finanziert. Natürlich braucht die Technologieentwicklung viel Geld. Also wir haben keine teuren Firmenwagen, wir haben kein prestigeträchtiges Büro da in ihr so. Und das wollen wir auch so beibehalten, weil wirklich der Hauptteil des Geldes, klar, ein paar Gehälter muss man bezahlen, aber der Hauptteil des Geldes immer in die Technologieentwicklung geflossen ist. Und für uns, deswegen hat es auch vielleicht tendenziell immer ein bisschen länger gedauert, weil wir immer dann weitergemacht haben, wenn wir da, also wie das Geld auch da war dann letztendlich und wollten, haben uns aber bewusst gegen einen großen Investor entschieden, wollen wir auch so beibehalten, weil wir jetzt auch, also wir sind jetzt bei der MVP-Veröffentlichung. Das heißt, das, was wir jetzt bis zur Marktreife brauchen, ist nicht mehr funktioniert, die Technologie, sondern es sind halt die Legal-Themen, es sind alles das, was mit dem großen Go-to-Market mit einhergeht, sondern wir wissen, dass die Technologie funktioniert, von daher sind es jetzt nur noch kleine Schritte, die wir brauchen. Aber du hast vollkommen recht, wir freuen uns trotzdem, jeder, der sich mit anschließen möchte. Und wir finden immer irgendeinen Weg. Also ob es jetzt jemand ist, der sagt, hey, ich möchte, dass ihr das mal bei uns in der Firma ausprobiert oder ähnliches. Also wir sind immer noch ein Start-up und das ist auch unser Mindset. Und da freuen wir uns über jeden, der mitmachen möchte, vielleicht ein eigenes Netzwerk mit einbringt oder auch Kompetenzen. Da sind wir immer offen dafür für Gespräche, ja.
SPEAKER_01Ja, so habe ich euch übrigens auch erlebt, so in dem letzten Jahr, dass wir uns kennen. Das ist super zugänglich. Ich finde es klasse, wie ihr das Ding weiterentwickelt, auch diese Kontinuität. Ihr habt einen ganz klaren Plan und geht da vorwärts. Also ich kann da auch nur eine Empfehlung aussprechen, damit mit euch Kontakt aufzunehmen und vielleicht mal über den ein oder anderen konkreten Use Case zu sprechen, weil ich kann mir vorstellen, wenn ihr an den Markt geht, dann wird es darauf einen Run geben, kann ich, also kann ich mir gar nicht anders vorstellen, weil diese Erkenntnisse einfach zu wertvoll sind. Also nehmen wir allein den Handel oder im Bereich Sicherheit oder im Bereich Gesundheit und dergleichen. Kannst du sagen, ob für euch so ein Buyout vorstellbar wäre? Also wenn jetzt morgen Google Nest kommt, Nest, diese ganzen Sensoriken und was ihr so alles haben, wenn die euch aufkaufen wollen und sagen, hey, für 10 Milliarden übernehmen wir den Laden?
SPEAKER_00Also die meisten Anteile hält ja immer noch unser Gründer, der Gerhard Fröse. Und war auch bewusst so gewählt, weil, also wenn er jetzt hier sitzen würde, er kann das zu 100% bestätigen. Ich übernehme das jetzt einfach mal für ihn. Aber wenn man Herrn Fröse kennenlernt, das ist ein sehr familiärer Mensch. Also auch seine Familie ist in der Firma mit verbandelt. Das ist ein sehr familiäres Umfeld und das würde, da würde ich mich schon sehr stark täuschen. Also 99 Prozent sage ich nein, das ist keinesfalls angedacht. Nein. Da würde ich mich sehr täuschen.
SPEAKER_01Und ich mal ganz liebe Grüße an den Erhard Fröse und an den Marc Bauer, die jetzt hier heute nicht mit dabei sind. Vielleicht machen wir uns das nächste Mal dann zu fett. Aber ja, kann ich mir gut vorstellen, dass ihr selber auch ein Stück weit treiben wollt. Also unabhängig davon, wohin die Reise geht, will man ja doch schauen, wie weit kommt man dann auch.
SPEAKER_00Ja, und ist ja immer die Frage, wie viel Einfluss habe ich dann noch auf meinen Unternehmen und ich habe das Gefühl, jetzt in der breiten Unternehmerschaft, dass wir schon so ein bisschen mehr, auch wenn auch wir auf der ganzen Welt irgendwo verteilt sitzen, aber dass man trotzdem als Unternehmen im Herzen Europas nochmal mehr so einen Nationalstolz entwickelt hat, um auch zu sagen, okay, wir wollen das jetzt, also ne, ob das dabei losgeht, dass deutsche Behörden kein amerikanischen Softwareunternehmen mehr für Office-Anwendungen verwenden wollen oder ähnliches. Also das treibt tatsächlich auch uns um so ein Thema. Deswegen glaube ich da fest dran.
SPEAKER_01Ja. Ich finde die Anwendungsfälle, und davon haben wir ja heute ein paar besprochen, sind, also ich finde es sehr beeindruckend, was man alles aus diesen Daten ableiten könnte. Also je nachdem, wie du wirklich sagst, das ist ja wirklich individuell, je nach Branche, je nach Art und Weise des Gebäudes, ja. Aber in so ein Gebäude reinzuschauen, auf diese Weise finde ich einen ganz spannenden Part. Liebe Sebastian, wenn man mit dir Kontakt aufnehmen möchte, dann am besten über LinkedIn.
SPEAKER_00Über LinkedIn oder E-Mail? Über E-Mail, über WhatsApp, über das Handy. Also da stehen fast alle Wege offen, ja.
SPEAKER_01Okay, wir packen alles in die Shownotes, sodass hier nichts verloren geht und du ganz viele Gesprächspartner hast in den nächsten Wochen. Und ich wünsche euch ganz viel Erfolg. Wir sind ja sowieso connected über den Bundesverband und tausche uns weiter aus. Wir werden das weiter beobachten und ein Update machen, sobald ihr uns ein Signal dazu gibt. Und ich würde dir gern das Schlusswort dieser Podcast-Folge überlassen mit der Frage, wenn du eine Sache auf dieser Welt verändern könntest, du hättest jetzt die Supermacht, mit oder ohne KI. Was wäre das?
SPEAKER_00Wenn ich eine Sache auf dieser Welt verändern könnte, was wäre das? Das ist eine sehr große, das ist eine sehr große Frage. Meine Antwort auf die sehr große. Wir reden ganz allgemein auf jeder Ebene, nicht nur auf unternehmerische, oder?
SPEAKER_01Du darfst es dir aussuchen. Du bist jetzt am Zug.
SPEAKER_00Dann würde ich uns allen ein bisschen mehr, also allen Menschen auf dieser Welt ein bisschen mehr Gelassenheit wünschen und dass wir uns weniger Sorgen um die Dinge machen müssen.
SPEAKER_01Das lassen wir genau so stehen. Ich danke dir sehr für deine Zeit und freue mich auf ein baldiges Update.