Datalicious
Podcast by BCN
Jeden letzten Freitag im Monat spricht Carsten Sander mit einem Leader aus dem Werbe- und AdTech-Ökosystem über relevante digitale Technologien, KI und Online-Werbung. Die Episoden befassen sich mit den Auswirkungen von KI auf den Alltag, kontextuellem Targeting in der digitalen Werbung, generativer KI und vielem mehr..
Datalicious
Datalicious S06E06 Der Kampf um die Sichtbarkeit in der Post-Search-Ära
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Wer bezahlt den Traffic, wenn ChatGPT & Co die Antwort gibt?
**Datalicious-Podcast S6F06**
*Der Kampf um Sichtbarkeit in der Post-Search-Ära*
---
## Zusammenfassung
In dieser Folge von Datalicious spricht Carsten Sander mit Dr. Anja Konhäuser, Gründerin und Geschäftsführerin von OMMAX, über den fundamentalen Wandel von der Suchmaschine zur Antwortmaschine – und was das für die Sichtbarkeit von Marken bedeutet. Dabei beleuchten die beiden, wie Unternehmen ihre Inhalte für Large Language Models optimieren können, warum rund 85 Prozent der in KI-Antworten zitierten Inhalte nicht von der eigenen Markenseite stammen und welche strategischen Konsequenzen das für Marken, Publisher und die gesamte digitale Werbewirtschaft hat. Die Folge liefert konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen, die in der Post-Search-Ära sichtbar und vertrauenswürdig bleiben wollen.
---
## Hauptthemen
1. **Von SEO zu GEO – der Paradigmenwechsel in der Suche:** Wie verändert der Aufstieg von KI-Antwortmaschinen die Art und Weise, wie Marken überhaupt noch gefunden werden – und was bedeutet das für klassische Suchmaschinenoptimierung?
2. **LLM-Sichtbarkeit und die Macht der Citations:** Warum stammen nur zehn bis fünfzehn Prozent der in KI-Antworten zitierten Inhalte von der eigenen Markenseite – und welche externen Quellen wie Reddit, YouTube oder Foren bestimmen das Bild einer Marke im Modell?
3. **Kontext als entscheidender Erfolgsfaktor:** Wie müssen Unternehmen ihre Inhalte weiterentwickeln, um nicht nur Produkte zu beschreiben, sondern den Kontext der suchenden Person mitzudenken – und warum scheitern viele genau daran?
4. **KI-Kompetenz als Führungsaufgabe:** Warum ist der Umgang mit KI nicht länger ein rein technisches Problem, sondern vor allem eine organisatorische und kulturelle Herausforderung für Führungskräfte?
---
## Key Takeaways
1. **Zero-Click ist Realität, keine Prognose:** Anfang 2026 führten in den USA 68 Prozent der Google-Anfragen zu keinem Klick mehr. Unternehmen müssen ihre Customer Journey neu bewerten: Geht es wirklich noch um den Klick – oder längst um Sichtbarkeit und Vertrauen im Modell?
2. **Markenbild entsteht außerhalb der eigenen Website:** Rund 85 Prozent der Inhalte, die LLMs über eine Marke zitieren, kommen von Dritten – Publisher, Foren, Reviews, Videos. Das bedeutet: Wer in KI-Antworten gut aussehen will, muss sein gesamtes digitales Ökosystem im Blick behalten – inklusive längst vergessener Inhalte.
3. **Kontext schlägt Produktbeschreibung:** Die meisten Unternehmen haben eine Product Detail Page, aber keine Customer Needs Detail Page. Wer in KI-Antworten sichtbar sein will, muss den Kontext der suchenden Person mitdenken – nicht nur das Produkt beschreiben.
4. **KI-Transformation ist zu 80 Prozent Organisationsthema:** Technologie ist nicht mehr die Hürde – die Menschen sind es. Führungskräfte, die selbst keine KI-Workflows aufgebaut haben, können weder Chancen noch Risiken realistisch einschätzen und sind damit nicht in der Lage, ihre Teams in die Zukunft zu führen.
1. Wenn die Suchmaschine zur Antwortmaschine wird, ändert sich nicht nur, wie Marken gefunden werden, sondern ob überhaupt noch jemand auf einer Webseite landet. Aus zehn blauen Links wird eine fertige Antwort – und die Markenauswahl passiert nicht mehr beim Nutzer, sondern schon im Modell.
2. Nur zehn bis fünfzehn Prozent der von LLMs zitierten Inhalte stammen von der eigenen Markenwebseite. Den Rest – rund fünfundachtzig Prozent – liefern Dritte: Publisher, Reddit, YouTube, Wikipedia, Foren, Reviews. Wer bezahlt eigentlich dafür?
3. Viele Unternehmen kennen ihre Personas, sie kennen die Produkte – aber dieser Kontextlayer fehlt: In welchem Kontext sucht eigentlich die Patientin nach meinem Produkt? Das ist häufig etwas, was wir noch dazu entwickeln müssen.
4. Es gibt nicht die Product Detail Page und die Customer Needs Detail Page – es gibt nur die Product Detail Page. Und genau da liegt der Gap. Wer in KI-Antworten sichtbar sein will, muss den Kontext der suchenden Person mitdenken, nicht nur das Produkt beschreiben.
5. Anfang 2026 haben in den USA achtundsechzig Prozent der Google-Anfragen zu keinem Klick mehr geführt. Das muss man für sich einordnen in der eigenen Customer Journey: Muss mein Kunde tatsächlich draufklicken – oder geht es längst um Sichtbarkeit und Vertrauen?
6. KI-Kompetenz ist eine Führungsaufgabe. Wer noch keinen eigenen Workflow in einer KI-Umgebung aufgebaut hat, kann gar nicht abwägen, was eine Gefahr darstellt und was eine Chance. Wie soll man ein Team in die Zukunft führen, wenn man diese Zukunft selbst nicht kennt?
7. Die KI hatte negatives Sentiment über ein Produkt – und die Ursache war ein sieben Jahre altes YouTube-Video mit kritischen Kommentaren. Das zeigt: Sichtbarkeit in LLMs bedeutet auch, dass du Inhalte kontrollieren musst, von denen du längst vergessen hattest, dass sie existieren.
8. Wir haben früher Tech-Projekte gemacht: achtzig Prozent Tech, zwanzig Prozent Organisation. Das ist jetzt umgekehrt. Zwanzig Prozent Tech, achtzig Prozent Organisation. Technologie ist nicht mehr das Problem – die Menschen sind es.
9. Dazwischen ist noch Platz. Zwischen dem TikTok-Daumen-hoch-Swipe und der Gemini-Zehn-Zeilen-Antwort gibt es noch ein riesiges Spektrum. Ich freue mich auf neue Ideen und Geschäftsmodelle, die genau diesen Raum besetzen wie z.B. unser neues BCN GEO Brand Impact Produkt.