Faktor Führung: Verantwortung - Ergebnisse - Freiheit

#197 - Die Welt der Schönen und Reichen - Im Interview mit Serena Goldenbaum

Timo Pommer

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Serena kennt sie alle!
Helene Fischer, Claudia Schiffer, Gisele Bündchen, Sylvie Meis - sie alle vertrauen ihr blind!

Wie sie diesen Weg dahin geschafft hat und warum die Zeiten anfangs auf dem Weg zur weltbekannten Stylistin hart und steinig sind, verrät sie uns heute im Interview.

Schalte unbedingt ein, wenn du exklusive Insights in die Welt der Stars und Sternchen möchtest und wissen willst, wie man es von null zur Weltbekanntheit auf einem Expertengebiet schafft.

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SPEAKER_00

Herzlich willkommen zu einer brandneuen Folge des Podcastes Umsetzungsschampchen. Herzlich willkommen. Ich bin heute bei einer ganz besonderen Frau zu Gast, nämlich einer Frau, die nicht nur die Geheimnisse der Promis kennt, sondern auch sie schön macht. Und zwar schön für die Bühne. Ich bin nämlich bei Serena Goldenbaum. Herzlich willkommen.

SPEAKER_01

Danke, Timo. Vielen Dank.

SPEAKER_00

Serena, was mich natürlich interessiert, du hast ja wirklich mit allen zu tun. Also wir könnten jetzt hier 40, 50 Promi-Namen nennen. Was würdest du denn sagen? Also, was machen diese Menschen so erfolgreich in ihrem Leben?

SPEAKER_01

Ja, du hast absolut recht. Ich arbeite mit Sängerinnen auf der Bühne, Performern, Models, großen Top-Models, Schauspielerinnen, Prominenten. Was macht diese Leute so erfolgreich? Ich denke mal, sie gehen alle für etwas, stehen für etwas und gehen einfach mutig damit raus. Entweder auf die Bühne, in Olympiastadien, oder ins Fernsehen und die gehen einfach raus. Mutig.

SPEAKER_00

Und jetzt weiß ich aus unserem Vorgespräch auch, also einerseits mutig rausgehen und vielleicht um mal so dem Zuschauer in den Film zu schießen, du hast die dann ja teilweise, weiß ich nicht, eine bis drei Stunden dann bei dir sitzen. Und ich weiß auch, also die sind nicht immer so ganz mutig, sondern nebenbei machst du die Haare und Make-up, also du machst sie äußerlich schön. Aber da gibt es auch die ein oder andere Krise.

SPEAKER_01

Absolut. Da gibt es Models where du einen riesen Job hast, eine große Verbeproduktion, ein Cover Shooting. Und dann hat dieses Model, der Freund gerade Schluss gemacht hat, sie had ihre Regel, sie hat ihre Tage und denkt, ich kann jetzt nicht irgendwie mega aussehen, wie jemand aussieht auf dem Cover, aussieht, was alle Leute erwarten. Oder ich habe den Star, der jetzt auf die Bühne gehen soll, eine Riesenmoderation abhalten soll, international, und die Selbstzweifel gerade nicht so richtig auf 100 Prozent sind. Ja, also man denkt immer, die Prominenten sind mutig, gehen raus und strotzen nur so vor Selbstbewusstsein. Das ist aber nicht immer so.

SPEAKER_00

So, und ich glaube, das ist ja eine Situation, die kennen wir ja auch alle aus unserem Leben. Wir haben alle mal so Tage oder das Gefühl, Mensch, jetzt können wir die Welt erobern und dann gibt es aber auch einen anderen Tag. Jetzt stelle ich mir die Frage, also ich meine, du warst ja überall bei den Oscars, ich glaube, jede Fernsehsendung, die es in Deutschland gibt, saßt du schon quasi hinten in der Maske. Jetzt ist das eine Live-Sendung. Das heißt, derjenige, da läuft der Ticker, in 28 Minuten und 30 Sekunden geht's raus. Wie schaffst du es dann? Also, was ist dein Geheimnis? Wie kriegst du da den Selbstbewusstseinsbooster noch aus der Tasche gezaubert?

SPEAKER_01

Also erstmal finde ich das ganz, ganz wichtig, dass die Person, Mann, Frau ist egal, ihn oder sie erstmal da abzuholen, wo sie steht. Also zum Beispiel, da steht eine Frau und die sagt, oh, ich weiß nicht, ich fühle mich heute nicht schön, was mache ich denn? Dass ich ihr oder ihm erstmal bewusst mache, wie wichtig es ist, auch einzigartig zu sein und seine Einzigartigkeit zu feiern. Es geht nicht um Schönheit, die jetzt perfekt oder perfektion ausstrahlt, sondern im Grunde genommen wollen wir alles Persönlichkeiten sehen, die auch vielleicht mal nicht so perfekt sind, die wie wir, einfach wie du und ich, einfach einzigartig sind. Und das mache ich mir erstmal klar. Und dann gebe ich dir natürlich die Sicherheit, also nicht dir, sondern der Person, die Sicherheit und sage, pass auf um alles andere kümmere ich mich. Du bist einfach du selbst. Du authentisch, einzigartig, lässt alles das von innen heraus, wofür du stehst. Ich kümmere mich um dich, um deine Optik. Dass die Strähne jetzt nicht hier nach vorne fällt und das Auge verdeckt, wenn die Kamera auf dich zielt, dass deine Wimperntusche jetzt nicht runterläuft, dass deine Lippen dich nicht stören, weil du immer denkst, es klebt, meine Lippen kleben hier zusammen. Da gibt es ja so ein paar kleine Dinge. Dass wenn die Person jetzt Schweißausbrüche hat, dass ich da bin und die ganze Optik, die ganze Frage, wie sehe ich aus, wie komme ich rüber, was kommt bei den anderen an durch meine Optik, durch die Klamotte, durch die Kleidung oder the Styling here over. Don't worry, this machine, brauchst du nicht darum kümmern. Du brauchst dich nur darauf concentration, what you practice nach draußen lassen möchtest.

SPEAKER_00

But I think the part, makeup, is then 10% of their art, also, I have a lot of 20% or 50%. But where this part, and it's from in it. And I think this thingfieber has schwitzed, they have hands, and so we are and so forth. Was that jeder in university situations, glaube ich, mal kennengelernt? That is the mental punct. Also, we bought wichtig or entscheidend, oder?

SPEAKER_01

Yeah, absolutely. Also ich kann anscheinend ganz gut sicherheit gemacht. And eben auch dann durch my-up-Artistin and Hairstylistin, also wichtig ist vorher, dass du mir einmal definierst, wie möchtest du praktisch auf der Bühne oder im Fernsehen oder da wo du dein Projekt präsentierst oder dich präsentierst, wie möchtest du wirken, was möchtest du damit ausdrücken? Und dann können wir praktisch definieren, wie passt deine Optik da am besten zu. Also wenn du jetzt sagst, ich möchte gerne Männer dazu bringen, dass sie mehr ihre Männlichkeit rausholen. Wir gehen, ich biete Kurse an, wo wir in den Wald gehen und mal so ein Überlebenstraining machen. Dann würde ich zu dir sagen, Mensch, Timo, vielleicht nicht im schönen weißen Hemd und Anzug, lass dir mal ein Bart stehen. Mal so ein bisschen das Rougher rausholen, das männliche. Bei Frauen ist es eben auch unterschiedlich, was möchtest du zeigen, was möchtest du rüberbringen? Das erarbeiten wir zusammen. Und dann sage ich, darum brauchst du dich nicht mehr zu kümmern. Ich passe auf. Wie gesagt, dass deine Haare toll aussehen, dein Make-up, alles, was du von Natur aus mitbringst, schönst möglich rausgearbeitet wird. Und du brauchst dich nur um dein Inneres. Also sozusagen geh auf die Bühne und zeig dich mit dem, was du rüberbringen möchtest. And ich mach den Rest.

SPEAKER_00

Also schon, was ich da so raushöre, auch ganzheitlich. Also mir ist das fast ein bisschen zu klein, wenn du sagst, okay, so ein bisschen Make-up, but the forbereiting, wie willst du working, wie willst du?

SPEAKER_01

Die wird ziehe ich mit einem.

SPEAKER_00

Genau, also da steckt dir richtig viel drin über what ziehen wir heute an.

SPEAKER_01

Yeah, genau.

SPEAKER_00

And that is jail der Gesamtauftritt, ne? And what does that make? Konzerte oder andere Promis, bis hin zu irgendjemand macht einen Vortrag oder moderiert eine Fernsehsendung. Was macht's da aus oder was ist für dich da auch entscheidend, dass jemand dann überzeugend wirkt?

SPEAKER_01

Für mich ganz wichtig in Punkt Überzeugung ist Authentizität. Zum Beispiel, wo du jetzt Helene Fischer gesagt hast, Riesenkonzert, Olympiastadion München. Nee, Berlin, sorry. Berlin. Ein nahendes Gewitter zieht auf und wir sind natürlich Open Air draußen. 70.000 Leute im Stadion. So und das heißt so, Gott, es könnte regnen, es könnte regnen. Was machen wir mit den Haaren? Jetzt gibt es natürlich eine Option, ja, mach einen Pferdeschwanz, steck die Haare hoch, damit man einfach dem Regen, damit das Haar nicht so ins Gesicht klatscht und dann so, oh Serena, was machen wir, was machen wir? Und da habe ich gesagt, du, wenn es regnet, das ist doch cool, lass die Haare offen, es regnet und du machst dann diese Szene, was kennst du noch Flashdance oder wie hieß das?

SPEAKER_00

Nee, nee, aber.

SPEAKER_01

Aber es gibt auch so ein Musical, Flashdance, wo wirklich Wasser eingesetzt wird, um so eine sexy, nasse Tanzszene zu kreieren. Und da habe ich gesagt, weißt du, du spielst einfach damit, du arbeitest damit und streichst dir die Haare aus dem Körper. Du tanzt mit dem Wasser zusammen. Und das sind Fotos, weil das Gewitter kam, es hat geregnet, es hat geblitzt und gedonnert. Und auf dem Foto siehst du praktisch, wie sie tanzt und sich dieses nasse Haar so aus dem Gesicht streicht. Was ich cooler finde als Bild, als wenn sie jetzt einen Pferdeschwanz gehabt hätte und man sagt irgendwie, wir versuchen es irgendwie so einzugrenzen, damit nichts Schlimmes passiert. Und das ist so eine Art, ich will das jetzt nicht Coaching nennen, aber so eine Art von Idee.

SPEAKER_00

Eine ganzheitliche Präsentation des Menschen für die Situation. Und dann natürlich muss man schon die Expertise so haben wie du. Naja, doch schon die Kreativität, also das zu sehen, was eigentlich möglich ist oder was ich draußen machen kann. Das ist ja, glaube ich, am Ende Künstlerin für mich, ja.

SPEAKER_01

Ich denke im Foto und im Film. Ich denke, okay, es regnet, wie könnte es jetzt für den Zuschauer irgendwie spannend aussehen? Und für mich wäre ein Pferdeschwanz oder jetzt irgendwie ein Haar, was nicht da ist. Oder ich denke, es sind 70.000 Leute, es ist eine blonde Frau. Vielleicht sieht der Zuschauer von hier hinten, wobei das stimmt auch nicht mehr, jetzt gibt es ja riesen LED-Wände bei den Konzerten, aber dann möchte derjenige auf der Bühne wenig Haar sehen. Dein zu kleiner Kopf hat nicht so diesen Stardom-Charakter. Weißt du, so wie J-Lo oder Beyoncé, Windmaschine. Also so denke ich. Wind, Haar, exakt, Inszenierung.

SPEAKER_00

Ja, spannend. Jetzt, ohne dass du jetzt einen Namen natürlich nennen darfst, aber was war es vielleicht für dich mal, um uns mal so mitzunehmen, auf so ein Moment, wo du wirklich dachtest, geht das gut? Krieg hier noch das Ruder herum? Mein Star is gerade in der Vollkrise oder das geht alles schief. Wir haben das ja auch immer öfters mal im Leben, wo man Dinge passiert, wo du denkst so, das geht ja gar nicht. Aber wo du ihr doch noch die Kurve gekriegt.

SPEAKER_01

Also ich muss jedes Mal die Kurve kriegen, weil natürlich, also ich muss jedes Mal die Kurve kriegen, Optik, Stimmung, Ausstrahlung, weil natürlich in der Kategorie mit wirklich großen internationalen Stars zu arbeiten, das sofort in der Presse. Da steht sofort in der Presse. Die und die Prominente hatte gestern roten Lippenstift, heißt das, sie ist Single und will den nächsten Mann aufreißen.

SPEAKER_00

Also so ist das, ja.

SPEAKER_01

So ist es leider. Und deshalb musst du ganz bewusst gucken und sagen, großer Ausschnitt, rote Lippen. Ist das Image, was wir nach draußen geben wollen? Möchte man, dass die Presse dann vielleicht schreibt, ah, die ist bestimmt wieder auf der Suche. Und insofern würde ich sagen, die Kurve kriegen ist eigentlich immer zu gucken, ist das, was der Mensch, womit er kommt? Ich weiß, welche Kurve du meinst, du meinst Panikattacke. Gibt ja alles, ja. Der Saum platzt auf, der Reißverschluss oder das Haar ist dünn oder der Star gibt es auch, hat so einen Haaransatz, keine Zeit zum Färben gehabt. Gibt es auch, das ist für mich gleich eigentlich. Ich gehe in den Tag, treffe die Person und dann passiert ja irgendwas ist immer.

SPEAKER_00

Irgendwas ist immer? Also du weißt schon, es ist eine Herausforderung da.

SPEAKER_01

Es ist allein Menschen sind ja große Herausforderungen. Mein Friseurchef hat früher immer gesagt, wir arbeiten mit Menschen, Menschenfracht ist die schwerste Fracht. Menschen mit Bedürfnissen, Unsicherheiten. Ja, und das finde ich, das stimmt auch. Also wobei ich es nicht als schlimm natürlich empfinde, sondern und auch nicht als Herausforderung, sondern als Challenge. Wie kommt derjenige mit was für Unsicherheiten? Menschen, die vielleicht sagen, oh bitte film mich jetzt nicht von dieser Seite, ich habe hier ein Doppelkind, es müssen hier immer Haare liegen, oder eine Links ist nicht meine Schokoladenseite. Oder mich hat gerade mein Freund verlassen und er hat immer gesagt, was weiß ich. Oder mein Vater hat immer gesagt, du bist, hast du breite Schultern, dann ist die Unsicherheit die Schultern. Also wir arbeiten ja mit Bedürfnissen, mit Unsicherheiten und Bedürfnissen. Und die so bestmöglich zu entspannen, damit das komplette Potenzial der Frau oder des Mannes oder der Person rauskommen kann. Und du sagen kannst, ich will einfach das Potenzial rausholen. Und dass der Mensch in seiner vollen Fülle und Stärke strahlen kann und die Bedürfnisse natürlich mit einbeziehen, aber die Unsicherheiten so ein bisschen entspannen.

SPEAKER_00

Jetzt musst du mir eins verraten. Also das ist ja immer, also ich stelle mir vor, es ist ja extremer Druck auch, der auf dir lastet. Also stelle ich mir das jetzt mal vor, weil natürlich habe ich jetzt weniger mit Stars gearbeitet in dem Sinne in der Promi-Welt, but meine Vorstellung ist, dass es doch den einen oder anderen selbstbewussten Menschen gibt, oder sehr überzeugten Menschen von sich gibt, also das Ego is durchaus vorhanden. So, und jetzt läuft das dann nicht so, wie es laufen soll, oder? Also, that you said hast is schief gehen. Wie handelst du denn den Druck oder wie schaffst du das damit auch immer umzugehen, da zu leisten or upzuliefern? But in 10 minutes the show losge?

SPEAKER_01

Durch, los. Also, when jemand jetzt wirklich, when du merkst, wir viben nicht so richtig, derjenige möchte was anderes möchte, habe ich gar kein Problem. Ich kann mich zu 1000% zurücknehmen. Mir ist absolut bewusst, die Person staat im Rampenlicht, staht auf der Bühne vor der Kamera, presentiert sich. Ich bin nur da als Unterstützer. Ich bin nur da als Supporter, Unterstützer von allem, egal was. Oh, du hast einen trockenen Mund, warte, ich laufe nochmal schnell los, hol dir was zu trinken. Ja, jetzt bin ich unsicher, was ziehe ich an. Meistens gibt es auch Stylisten, die dann dabei sind. Aber ich supporte nur unterstütze. Und wenn der oder diejenige sagt, nee, so wie du das möchtest, möchte ich das nicht. Ich möchte das genauso, kann ich mich zu tausend Prozent zurücknehmen. Das ist nicht das Problem. Was war die Frage? Achso, du meinst mit der Live-Show? Ja, naja. Gibt es auch?

SPEAKER_00

Ob du das Gefühl dann hast, auch manchmal denkst du, oh, also krieg ich das jetzt hin? Also finde ich immer die Lösung?

SPEAKER_01

Natürlich, weil sie gefunden werden muss. Also du meinst, Live-Show startet 20.15 Uhr im deutschen Fernsehen. Ja. Und diejenige hat im Stau gesteckt und ist erst um 8 Uhr.

SPEAKER_00

Also Viertelstunde vor Anfiff.

SPEAKER_01

Viertelstunde vor Anpfiff vor HD-Kamera.

SPEAKER_00

Was machst du denn? Also läuft dir dann auch der Schweißblick?

SPEAKER_01

Tunnelblick und ich denke, okay, was ist jetzt das Wichtigste? Und womit kommt sie praktisch, meinetwegen, mit so einem Haareansatz, mit fettigen Haaren, dann kriege ich so einen Tunnelblick und denke, okay, strenger Pferdeschwanz, ein bisschen die Augenschatten abdecken, Stress abpudern. So lange, bis jemand kommt, sie muss raus, sie muss raus, sie muss raus. So, ich renne hinterher, halte sie fest, top 4 nochmal, mach nochmal das. So bis sie rausgeht. Und das hat mich letztendlich auch schon jemanden gefragt. Ich kriege einen totalen Tunnelblick und es bringt ja nichts.

SPEAKER_00

Ja, du sagst das jetzt so locker flocken. Nein, was soll ich sagen?

SPEAKER_01

Ich kann jetzt nicht sagen, halte das Fernsehen an und wir kommen später.

SPEAKER_00

Nein, aber es ist ja recht, aber das finde ich ja faszinierend. Das ist ja auch eine ganz tolle Fähigkeit, die du da hast. Gibt ja auch andere Menschen, die dann für dich durchdrehen in dem Moment und eben in die Panik oder Panikattacke dann abgleiten.

SPEAKER_01

Ja, aber das ist nicht meine Funktion. Das kann der Star vielleicht machen, aber meine Funktion ist ja, Ruhe zu bewahren und die Situation zu lösen. Also wir hatten mal so eine Situation, da standen wir in einer Gruppe, es war tatsächlich auch eine Live-Show, ist schon etwas her. Und Claudia Schiffer stand neben mir, die hatte ich dann geschminkt und gestylt. Mein Mann stand auf der anderen Seite und da sagte sie, oh, es ist so herrlich, Serena bleibt einfach immer ruhig, da kann das Haus hier zusammenbrechen. Sie bleibt immer die Ruhe selbst. Und mein Mann guckte uns beide an und sagte, so von der. Weil natürlich privat ich auch anders bin, aber in meinem Beruf kann ich sofort, da bin ich im Modus, alles für die Person. Und was braucht die Situation jetzt? Und wenn das Studio doch meinetwegen von einer Fernsehsendung oder Beispiel wetten das damals in Monaco? Wen habe ich geschminkt? Ich glaube Heidi Klum. Mein Koffer ist nicht angekommen. Ich musste also in Monaco, du fliegst nach Nizza, mein Koffer mit 32 Kilo Wimperntuschen, Lidschatten, Haar, Curler, whatever, Camel, Pinsel und so weiter ist nicht angekommen. Ich wurde abgeholt und musste praktisch in Monaco aussteigen, zu Thomas Gottschalk gehen und sagen, tut mir leid, ich habe kein Equipment. Und da hat er mich angeguckt und hat gesagt, dann wollen wir mal sehen, ob ihre Hände wirklich so golden sind, wie die Leute hier so erzählen. Und ich habe gedacht, wie lange habe ich noch? Ich habe Heidi angerufen, habe gesagt, Heidi, 20 Minuten. Ich laufe los und sie hatte Make-up, ihre Mutter hatte Make-up. Ich bin zur Drogerie, zum teuersten Friseur in dem Hotel, wo ich die teuersten Haarpins ever in meinem ganzen Leben in Monaco im Hotel de Paris gekauft habe. Aber sie sah super aus.

SPEAKER_00

Wow.

SPEAKER_01

Du musst dann, und das liebe ich ja auch, diese schnelle Improvisation. Und mein Koffer ist auch in Wien mit Helene nicht angekommen. Da hatte ich aber mit Helene Fischer. Wir hatten Riesendreh und der Koffer ist nicht mit angekommen. Und da hatte ich aber eine Stunde, da konnte ich noch mal einmal durch den kompletten Douglas von oben bis oben.

SPEAKER_00

Es ist schon ewig Zeit für dich. Jetzt nochmal, weil ich finde das ja total spannend. Also diesen totalen Tunnelblick, wie du sagst, würdest du sagen, das ist schon auch so ein Erfolgsfaktor von dir, dass du das so bist.

SPEAKER_01

Ja, also das muss sein, weil ich könnte jetzt ja nicht zum Beispiel Helene in Wien werbe oder Riesendreh. Ich könnte jetzt nicht sagen, oh Gott, oh Gott, oh Gott, oh Gott, mein Equipment ist, ich kann nur mit diesem einen Pinsel arbeiten und ich kann auch nur mit dem und dem arbeiten. Dann würde ich die Frau, die vor der Kamera steht, ja so wuschig machen, dass die sich selber nicht mehr konzentrieren kann. Und das ist ja nicht das Ziel. Ich bin super zielführend. Das Ziel ist, dass die Person, die vor der Kamera staht, ruhig entspannt is anders auf ihre Sache konzentrieren kann. My aufgabe ist, dass sie bestmöglichst aussieht und das muss zusammengebracht werden.

SPEAKER_00

Klasse. Jetzt mal so ganz pragmatisch ein Tipp. Machen wir es mal ganz pragmatisch. Also jetzt mal für alle die jetzt nicht bei Wetten Das oder ich gibt es ja nicht mehr oder. A Fernsehen live or an Olympia Stadion like 70,000 people. For someone who has a presentation had a forty had in their reason, gives there so one or two tips where you say, Mensch, that should follow.

SPEAKER_01

Also ich finde Vorbereitung ist alles. And I have selber bei mir festgestellt, je unvorbereiteter man ist, umso schneller kannst du nervös werden. Und umso schneller fängst du an zu schwimmen und denkst, was wollte ich nochmal sagen? Was wollte ich nochmal sagen? Ich würde immer vorher, auch übrigens bei Bräuten, wenn jemand heiratet, auch immer super, einmal vorher sich mit sich verbinden, sich erden, einmal so die innere Kraft praktisch anzapfen und nicht kopflos durch die Gegend flitzen und denken, ich wollte noch dies sagen, ich wollte noch das sagen, sondern einmal wirklich richtig dich zu spüren, dich zu erden und zu sagen, so worum geht es mir jetzt eigentlich? Das finde ich fast das Wichtigste.

SPEAKER_00

Okay, also wirklich da, dieses innere Thema zu bearbeiten.

SPEAKER_01

Genau, einmal gucken, wie gesagt, bei Bräuten, da kommt auch ganz viel von außen. Die sind dann so fahrig, dass ich dann anfasse und wie bei Kindern im Grunde genommen anfasse und sage: So, jetzt atmen wir mal eben aus. Du kommst mal bei dir an, was ist jetzt wichtig? Ja, deine Oma rennt draußen auf und ab und macht dich komplett nervös. Das ist ihre Nervosität. Oder der Redakteur im Studio hat Angst, dass wir nicht rechtzeitig fertig werden. Du atmest aus, ich kümmere mich um den Rest. Wir haben was anzuziehen, du siehst mega aus. Konzentriere dich einmal darauf, deine Kraft und Stärke zu spüren und zu fühlen, damit du das rauslassen kannst.

SPEAKER_00

Du bist so richtig, da spüre ich jetzt immer wieder so dieser Ruhepol dann auch. Also je nervöser alle um dich drumherum werden, desto, ich will nicht sagen, entspannter, aber ruhiger, zielfokussierter wirst du. Also du kannst auch klar denken dann.

SPEAKER_01

Absolut.

SPEAKER_00

Aber auch weil du das ganz klar als dein Auftrag so siehst dann.

SPEAKER_01

Ich war nur einmal selber so nervös. Ich bin immer super, super gerne sehr pünktlich.

SPEAKER_00

Oh, jetzt bin ich gespannt.

SPEAKER_01

Um in diese Ruhe zu kommen. Ich sitze lieber eine halbe Stunde im Auto und habe diese Ruhe für mich, als dass ich so fahrig irgendwo hinrenne, eben aus dem Grund. Und ich habe einmal meinen Flug verpasst. Mit Naomi Campbell. Ich weiß nicht, ob du, ihr Naomi Campbell kennt.

SPEAKER_00

Doch, der lange Sache.

SPEAKER_01

Damals war das dieses Top-Model, das Model, ne? Und ich dachte so, was mache ich? Aber ich war nur 20 Minuten spät und sie war viel, viel später als ich da. Aber das war das eine Mal, wo ich wirklich auf dem Flughafen gelaufen bin und dachte, ich schaff's nicht. Mein Herz da springt. Ich weiß nicht, wie ich mit dem Stress umgehen soll. Aber wie gesagt, sie ist viel später gekommen als ich. Insofern ist das gar nicht aufgefallen.

SPEAKER_00

Also die Nervosität umsonst, könnte man sagen.

SPEAKER_01

Absolut. Und deshalb würde ich sagen, es ist die Vorbereitung, dass alles da ist, nochmal alles durchgehen. Auch das hatten wir auch schon mal, dass ich morgens so rausgehetzt bin, ins Auto gesprungen bin, losgefahren bin, mein Koffer stand aber noch hier vor meiner Haustür. So, und dann aber ganz schnell zu reagieren und zu sagen: entweder kann der Koffer hinterher geschickt werden beim Taxi, kann ich irgendwo noch was anderes besorgen, kann ich vielleicht erstmal die Haare machen mit dem Föhn und der Bürste, die die Kundin da hat. Also, eigentlich muss ich ganz schnell improvisieren.

SPEAKER_00

Also für mich steht schon fest, wenn ich es mal zur ARD Satz 1 oder wo auch immerhin geschafft habe, bist du an meiner Seite, weil da kann mir nichts passieren.

SPEAKER_01

Nein, dir kann nichts passieren. Und das weiß ja auch keiner, was manchmal so passiert, dass Klamotten reißen, dass ein Reißverschluss nicht zugeht und wie oft.

SPEAKER_00

Die geht doch dann komplett durch, oder? Also ich stelle mir das jetzt vor, ich habe ja keine Ahnung, aber da ist ein Top-Model, wie du sagtest, also wenn nichts perfekt ist, morgen Bild-Zeitung und die Karriere geht gleich nach unten, so ungefähr. Also da muss ich noch Dramen abspielen.

SPEAKER_02

Ja.

SPEAKER_00

Kannst du ein Drama unbekannterweise einmal mitnehmen, wie du es gerettet hast, ja.

SPEAKER_01

Gott, was gibt es denn da für ein Drama? Also, wie gesagt, das mit dem Flug, das hat sich dann aber gelöst. Was haben wir dann? Ja, genau, eine ganz bekannte Schlagersängerin, nicht Helene, aber eine genau, so super bekannte Schlagersängerin, Live-Show, irgendein Musikfestival und das Kostüm, was sie eigentlich tragen sollte, ist nicht fertig geworden und ist in der Probe hinten aufgeplatzt und so weiter. Riesendrama. Der Stylist war mega nervös, irgendwie fehlten ihm Nadeln, ich habe keine Ahnung. Und diese Frau stand vor mir, Tränen schon hier, sie war noch nicht geschminkt und gar nichts. Ich hatte praktisch noch anderthalb Stunden für Haare und Make-up. Und wir saßen dann und sie hat gesagt, oh Gott, wie mache ich das? Und was mache ich dann? Und da habe ich gesagt, was hast du an? Wie bist du gekommen? Du hattest doch irgendwie eine coole Lederhose und du hattest doch irgendwie eine weiße Seidenbluse, du hattest doch irgendwas an. Ja, aber ich habe keine Schuhe, was mache ich, was mache ich? Und da habe ich gesagt, wofür stehst du? Wer bist du? Wie nehmen dich deine Fans wahr? Wie wofür stehst du? Und da sage ich, zieh doch deine Lederhose und deine ganz tolle weiße Seidenbluse an. Sah doch mega aus. Wir machen hier oben richtig Alarm und richtig Glam Attack. Und ja, aber ich habe keine Schuhe. Und da sage ich, und wie würde der Fan das finden, wenn du jetzt barfuß rausgehst? Also ich persönlich würde es ja machen, weil ich kann auf den High Heels gar nicht mehr richtig gut stehen. Und da hat sie gesagt, das ist eigentlich eine super Idee, weil das ist ja eigentlich meine Kraft und meine Power. Mega tolle Figur, die Frau in einer engen Lederhose. Und die Fans haben das gefeiert, wie nahbar, wie natürlich sie war. Keiner hat darauf geachtet, ob das jetzt irgend so ein Glitzercausage ist oder was es ist. Die Fans haben gedacht, wow, wie eine von uns, guck mal, ihr hat keinen Bock auf High Heels, kommt da Barfus Rassi, hat getanzt, hat sich befreit gefühlt und gestärkt durch mich und hat hinterher gesagt, Serena, du hast mir in dem Moment die Sicherheit gegeben, dass der Fan da draußen am Fernsehen gar nicht guckt, ob ich jetzt oder was ich an habe, sondern nur sieht, guck mal, da ist sie tolle Ausstrahlung. Das Lied hat sie toll performt. Die Texte, die sie ja alle selber schreibt, hat sie mit Leidenschaft und Innenbrunst rübergebracht und das war super. Und da habe ich gesehen, was ich doch für einen Einfluss haben kann auf das Selbstbewusstsein. Und die Frau einfach rausgegangen ist und jeder gedacht hat, wow, hast du gesehen, was für eine Ausstrahlung die hatte. Weil ich da hinten in der Garderobe immer gesagt habe, ist egal, schaust aufs Outfit, Lederhose, tolle Seinbluse, sieht doch mega aus.

SPEAKER_00

Also genau, also das ist ja wirklich, was ich raushöre, du pumpst dann die Leute richtig nochmal auf. Jetzt ist ja meine Frage: das ist komplett deine Leidenschaft. Du bist da voll drin. Du bist absoluter Profi. Wie ist es dazu gekommen, dass du das überhaupt entwickelt hast?

SPEAKER_01

Also, ich bin in einem Travesticabaret aufgewachsen. Mein Vater hat in Hamburg ein großes Travestic-Kabaré auf der Reebab gehabt. Und ich habe als kleines Mädchen gesehen, wie Männer reinkommen, in die Garderbe, in die Maske gehen, so nennt es sich aber. Und als super sexy, elegante Frauen, die da rausgekommen sind, mit einem Selbstbewusstsein Treppen runtergegangen sind, performt haben. Und ich dachte so, das war doch eben noch ein Mann. Der ist doch eben halb klatze, ein bisschen untersetzt, ist der hier eben reingegangen. Und jetzt mit Cossage und solchem Selbstbewusstsein macht hier auf Femvertal. Und da habe ich gedacht, wie irre? Was für eine Kunst? Und warum nutzen das so wenig Frauen? Weil zu Hause habe ich mit meiner Mutter gelebt, die natürlich mit ihren Freunden so, ich fühle mich zu dick und ich bin doch gar nicht so schön und die mit ihrem Selbstbewusstsein eher gehadert haben oder mit ihrem Äußeren. Und ich gedacht habe, das finde ich cool, die Technik möchte ich lernen. Ich möchte die Technik von den Drag Queens, von den Travestie-Künstlern für die Frauen oder Männer ja inzwischen auch zur Verfügung stellen, damit sie sich besser fühlen können und damit sie sich selbstbewusst und in ihrem vollen Potential fühlen können. Und deshalb habe ich dann eine Friseurlehre gemacht. Und es ist ja nur die halbe Miete, also Haare ist ja noch die Hälfte. Und ja, Make-up-Artistin in London gelernt. Ich wollte immer international arbeiten. Das ist auch schon über 30 Jahre her. Da gab es auch noch nicht so viele unterschiedliche Hauttöne. Deshalb wollte ich eben unbedingt ins Ausland. Ich habe alles mit Farben. Welche Farbe lässt dich strahlen? Welche Farbe lässt dich müde aussehen? Welcher Schnitt lässt deine Figur toll aussehen? Und alles immer mit diesem Aspekt. Ich möchte, dass der Mensch sich in seiner vollen Kraft fühlt. Also auch wenn jetzt jemand kommt und sagt, ich fühle mich aber ein bisschen zu deak und so möchte ich gar nicht sein, dann gucke ich, was können wir da rausarbeiten und was können wir da rausholen, damit du da rausgehen kannst und sagen kannst, das bin ich. Das bin ich und meine Einzigartigkeit ist das und das und das. Und das kann ich dir geben und deshalb gehe ich da jetzt raus.

SPEAKER_00

Ich mir jetzt vorstelle, man lernt das, man macht eine Ausbildung. Das ist das eine. Um jetzt Heidi Klum, Claudia Schiffer, Helene Fischer und so weiter schwinken zu dürfen, betreuen zu dürfen, coachen zu dürfen. Also eigentlich, ich bleibe mal dabei, jetzt irgendwie wirklich so einen emotionalen Boost mitzugeben, dass man wirklich mit voller Elan Power, Überzeugungskraft auf die Bühne kommt. Wie hast du das hingekriegt? Das ist ja nicht so, ich gehe jetzt hier mache die Ausbildung und dann kommen die alle zu mir.

SPEAKER_01

Nee, das stimmt. Also ich fand schon früher beim Friseur, in meiner Friseurlehre, immer die Kunden am spannendsten, wo alle anderen gesagt haben, oh, die kommt. Ich habe keine Zeit. Und da habe ich immer gedacht, wie unfair. Also ich möchte gerne wissen, was die Kunden zur anstrengenden Kunden macht. Oder was steckt dahinter? Was für eine Unsicherheit ist es. Ich fand es immer unfair. Und habe immer gedacht, ich mache die gerne. Ich möchte gerne gucken. Wo ist, was kann ich ihr geben oder ihm geben, was ihn entspannt. Und das sind in meiner Auffassung ja eher Kleinigkeiten. Wie gesagt, die meisten Menschen haben das, dass sie sagen, aber heute ist mein Bäuchlein und das möchte ich gerne nicht zeigen. Und dann denke ich, kein Problem. Dann zeigen wir was anderes von dir. Oder jemand, der sagt, ja, aber oh, Kamera und ich habe hier so ein bisschen Doppelkin. Und dann sage ich, kein Problem, dann zeigen wir deine tollen Augen. Und ja, Make-up, Hairstyling, Klamotten, Farben, da gibt es ja so viele tolle Tools, wie wir etwas hervorbringen können. Und ja, die nächste Frage, was ich auch schon gleich stellen will, als ich mein Buch veröffentlicht habe, wo es um innere und äußere Schönheit geht, da hat der Verlag gesagt: Ja, aber wir setzen dich da mal auf diese Buchmesse und dann finden wir jemanden, aus dem du gar nichts machen kannst.

SPEAKER_00

Okay.

SPEAKER_01

Und da habe ich gesagt, das willst du nicht finden.

SPEAKER_00

Also das musst du doch mal festhalten, ja. Also eigentlich, je größer die Selbstzweifel, jemand hat, also weil du sagst ja, jeder ist von Natur aus schön und man muss nur die Schönheit richtig dazu. Herauskitzeln. Also wo du sagst eigentlich, mir ist das egal, ich mache aus jedem Menschen, ich will jetzt nicht sagen schönen Menschen, aber verwandel ich.

SPEAKER_01

Absolut, dass der in den Spiegel gucken kann und sagen kann, ja, das bin ich, das kann ich so annehmen und damit kann ich rausgehen. Und du die ganze Styling-Bandbreite, was haben wir zur Verfügung? Es gibt Haarextensions, Perücken, es gibt ja alles, falsche Wimpern, Fingernägel, Korsets, Push-Up-Bras. Also es gibt ja nichts, was es nicht gibt. Und also, wie gesagt, ich bin in einem Travesti-Kabaré aufgewachsen, da sind Männer reingekommen, als Frauen wieder rausgegangen.

SPEAKER_00

Als Models rausgegangen, total.

SPEAKER_01

Also das einzige, wo du nicht so wirklich dran feilen kannst, ist deine Größe, außer natürlich durch High Heels. Aber sonst kannst du doch die Frau, die sagt, I have so dünnes Haar, then gibt es Extensions. Und ja nur von meiner Warte. Wenn jetzt jemand sagt, ich habe so dünne Lippen, die kann ich dir durch bestimmte Schminktechniken voller erscheinen lassen. Aber jetzt hat die ganze Chirurgie ja noch ganz andere Möglichkeiten.

SPEAKER_00

Da gibt es natürlich auch noch Potenziale, ja.

SPEAKER_01

Ich bin für die natürliche Schönheit. Ich liebe auch Fältchen hier und da und ich bin eben dafür, dass jemand von Natur, also sieht, was die Natur dir mitgegeben hat und wie man das so ein bisschen noch unterstützen und herausarbeiten kann.

SPEAKER_00

Und genau, jetzt, wenn ich nochmal einen Schritt zurück gehe, du hast so schön gesagt, du hast dir immer die schwierigsten Kunden ausgesucht.

SPEAKER_01

Achso, genau, ja.

SPEAKER_00

Das war so deine Herausforderung, hey, super, das macht richtig Spaß. Und wie bist du dann zu den Promis der Promis gekommen zurück? Ich verstehe.

SPEAKER_01

Also es hat sich irgendwann rumgesprochen. Ich bin von der kleinen Friseurin, habe ich die Ausbildung in London gemacht und dann musst du erstmal damals so ein bisschen ins Ausland gehen, um zu gucken. Ich wollte für Fotoshootings arbeiten, fürs Fernsehen, für Zeitschriften. Und bin ins Ausland gegangen, nach Madrid, nach Miami, also nach London, Madrid, Miami, New York. Und dann gibt es so Agenturen, die dich an solche Kunden vermitteln. Und dann spricht es sich irgendwann rum. Und dann habe ich zum Beispiel für den Otto-Versand hier in Hamburg gearbeitet, für die ganzen Katalog-Shootings. Und dann haben die gesagt, oh, jetzt haben wir aber Claudia Schiffert, raus du dir das zu. Und dann habe ich gesagt, ja klar, warum nicht? Also es ist doch ein ganz normaler Mensch, wie wir alle, mit Bedürfnissen, ja, und dann muss man sich einmal miteinander gucken, was braucht der Mensch einfach in dem Moment. Also was ist es, womit kann sie sich wohlfühlen oder eher, womit vertraut sie mir, dass ich ihr das richtige Styling anbiete? Und dann hat sie es rumgesprochen, wo andere Leute eben gesagt hatten, oh, eine Susan Sarrandon. Kennst du Susan Sarrandon? Eine US-Schauspielerin, ich glaube die ist 70, die mit den roten Haaren.

SPEAKER_00

Ja, ich glaube, wir hatten eine Idee, ja.

SPEAKER_01

Ganz bekannt. Die hat schon mit allen gearbeitet, die es gibt, mit den besten Leuten. Ich glaube, sie hat sogar einen Award bekommen. Sie ist nach Hamburg gekommen und in einem Hotel und auf internationaler Ebene macht einer die Haare, einer das Make-up, einmal die Hände und einer die Füße.

SPEAKER_00

Oh, vier Nägel.

SPEAKER_01

Genau. Und dann hast du eine Stunde Zeit, was schon viel ist, weil oftmals hast du nicht so viel Zeit. Und dann ist es okay. Zack, los geht's. Und dann sind vier Leute an der Frau. Ich glaube, sie hatte gerade eine Trennung, sie war am Telefon und aufgebracht. Und wir waren zu viert, du darfst dir mit dem anderen nicht ins Gehege kommen, du musst dein Gewerk kennen, du hast jetzt keine Zeit, irgendwas auszuprobieren. Also es war einfach feuerfrei und man weiß, also feuerfrei auf die Frau, man weiß einfach, die hat schon mit allen gearbeitet, mit allen aus Hollywood, mit den besten.

SPEAKER_00

Maximal Anspruch.

SPEAKER_01

Ja. So, eine Frau, mit, ich weiß nicht, damals war sie so Mitte 60, in einem emotional instabilen Zustand. Und ja, das macht mir Spaß, das bringt mir Spaß. Hinterher zu wissen, wenn sie hinter dir sagt, oh danke, ich habe mich wohl gefühlt, ich habe mich gesehen gefühlt, ich habe mich wohl gefühlt und oh mein Gott, I look amazing, dann denke ich, hm, cool.

SPEAKER_00

Cool, hab ich gemacht. Gab es einen Moment auch, wo du mal irgendwo so in deiner Karriere gezweifelt hast, wo du sagst, ist das so richtig oder bin ich auf dem richtigen Weg noch unterwegs?

SPEAKER_01

Nein, weil selbst wenn ich mir etwas überlegen würde, was ich lieber machen würde oder was ich anders machen würde, wo ich vielleicht mehr Geld verdiene oder sowas, mir würde es fehlen. Ich finde es erstmal die künstlerische Arbeit, einen Look zu kreieren. Zum Beispiel mit der Sylvie Mais arbeite ich auf einer Produktion, wo wir so zehn, zwölf Drehtage haben. Und bei ihr kann man schön mit den Looks spielen. Da kann man sagen, heute machen wir mal so einen Jennifer Lopez-Look oder heute machen wir mal einen Beyoncé-Look. Oder dann hatten wir ein Shooting in Rom und da habe ich gesagt, du, du musst irgendwie so eine Mischung zwischen Anita Eckstein und Brigitte Badeau. Und sie ist zum Beispiel jemand, die sagt, oh ja, lass mal machen, lass mal machen, die sich da gut reinfühlen kann. Eine andere Frau möchte vielleicht einfach bestmöglich aussehen, wie sie selbst aussieht. Die hat gar nicht so eine Lust, in so eine Rolle zu schlüpfen. Ja, und ich habe versucht, als ich schwanger war mit meinem Sohn und nicht so richtig unterwegs sein konnte, habe ich gedacht, was würde ich denn machen? Da habe ich so doll vermisst. Da habe ich angefangen zu malen und habe dann mit so Kreide gemalt und alle Leute haben gesagt, kann es sein, dass du gerade mit Lidschatten malst?

SPEAKER_00

Und da habe ich gedacht, okay, es ist meine Berufung. Jemand, der auch so erfolgreich sein will, gibt es ein, ich sag mal, Erfolgs, ich will nicht sagen Rezept, aber Faktor, wo du sagst, also das hat mich da auch hingebracht. Also neben diesem Talent, was du hast, muss man was für tun, oder?

SPEAKER_01

Ja, absolut. Also erstmal definieren, was du gerne möchtest, was ist das Ziel, und dann fokussiert sich nicht abbringen lassen. Und die Anfangszeiten waren richtig hart. Also ich habe mit 24 Madrid gelebt. Ich konnte kein Spanish, ein bisschen English. Wir hatten kein Geld mit meinem damaligen Freund. We hadden kein Geld, haben in so einem kleinen Hostel gewohnt. Und wir haben nur gegessen, also mit Models und Photographen. And the Models wurden abends eingeladen in die Diskothekes, die Models natürlich damit in den Discotheken, in den Bars, die wunderhübsche Models sind. And we wurden mitgenommen, also die Models haben gesagt, wenn du mich schminkst, darfst du mit. Und da haben wir gegessen.

SPEAKER_00

Weil sie sonst nicht leisten konnten.

SPEAKER_01

Weil wir das Geld nicht hatten, zu essen, zu wohnen. Und da glaube ich, haben mir viele meiner ehemaligen Assistentinnen erzählt, hätten sie aufgegeben. Und ich habe gedacht, nee.

SPEAKER_00

Aufgeben.

SPEAKER_01

Was ist die Alternative? Du hast ein Ziel, du hast einen Traum, du willst es machen. Und der Anfang war super hart und super schwer. Aber ich bin auch wirklich der Meinung, wenn du einmal dein Ziel definiert hast und dann wirklich consistency-mäßig weitergehst, weitergehst, jeden Tag auf dein Ziel einzahlst, kann es gar nicht anders sein, als dass du das erreichst. Also zum Beispiel, wenn du mich jetzt fragst, mit wem möchte ich gerne nochmal arbeiten.

SPEAKER_00

Ja, schöne Frage. Wer ist es?

SPEAKER_01

Ich habe noch nie mit Beyoncé gearbeitet. Ich habe auch noch nie mit Jennifer Lopez gearbeitet. Sonst habe ich schon mit so vielen Giselle Böhnchen, mit Heidi Klumm und so weiter. Wenn ich jetzt denke, ich möchte unbedingt nochmal mit den Stars, die vielleicht in LA won, to arbeiten, dann würde ich dahin gehen. Dann würde ich dahin gehen und würde jedem erzählen, I'm Make-up Artist and I can this and this.

SPEAKER_00

Du bist ja, this habit gele. Make-up artist is very coach.

SPEAKER_01

But you must raise and what you can. And there are moments told the Instagram, YouTube, um to tell what you can, the people of them can.

SPEAKER_00

But for me, even assistant and so on, they then say, when I hear, Serena, what a stylistic and styling you bist. I had should be able to do it. Oder wo man dann denkt, der Auftrag kommt, aber wird miss dich bezahlt, oder there wird dann wieder abgesagt oder keine Ahnung, was alles so passiert. Was hat dich da immer wieder oder was würdest du auch Leuten empfehlen, zu sagen, okay, ich bin trotzdem dran geblieben, ich bin trotzdem weiter in der Umsetzung geblieben.

SPEAKER_01

Für mich gab es keine andere Alternative, ehrlich gesagt. Und was mein Motor war, war, dass viele Leute damals gesagt haben, ach, das schaffst du gar nicht. Wie sollst du, nee, du bist nicht der Typ dafür. Und da habe ich gedacht, wieso soll ich nicht der Typ dafür sein? Also, nee, und also wenn du es nicht schaffst, ist es auch nicht schlimm. Ich habe immer alles selbst finanziert. Mein Vater hat immer gesagt, das kriegst du gar nicht hin, das kannst du nicht. Und ich wollte damals einfach zeigen, dass ich das kann. Also dass ich nicht nur meine Ausbildung alleine zahlen kann, sondern dass ich mich auch im Ausland durchsetzen kann. Dass ich nicht umsonst in London gesessen habe, eine Ausbildung auf Englisch gemacht habe, mir die Ohren geklingelt haben und ich gedacht habe, ich verstehe hier gar nichts, aber dass eben jeden Abend dann übersetzt habe. Ich wollte einfach, ich wollte es. Und ich wollte mich nicht damit zufrieden geben und zu sagen, hab ich nicht geschafft.

SPEAKER_00

Also das war immer wieder, da hast du alle Mauern durchbrochen, die da sich vielleicht im Weg gestellt haben, ja?

SPEAKER_01

Ja, das konnte ich nicht so richtig auf mir sitzen lassen, den anderen Recht zu geben, die nicht mein Potential gesehen haben.

SPEAKER_00

Plus natürlich auch diesen Traum oder diese Vision, die du hattest. Also es ist ja, wie du gesagt hast, diese Klarheit zu haben, ich habe ein klares Ziel, da will ich unbedingt hin.

SPEAKER_01

Und meine Vision war ja eigentlich Frauen, Männern, Menschen zu helfen, sich zeigen zu können und ihr volles Potenzial zeigen zu können. Egal, mein Ziel war nicht mit Prominenten zu arbeiten. Ich habe irgendwann gemerkt, es bringt mir Spaß, weil da oben ist die Luft relativ dünn und es bringt mir Spaß. Ich kann das gut. Aber meine Vision war, oder ist, immer noch Menschen zu unterstützen, kraftvoll, selbstbewusst und voller Stärke ihre Sachen rauszubringen.

SPEAKER_00

Genau, und ich glaube an der Stelle, wenn ich es auch richtig verstanden habe, ist ja nicht nur, dass du nur CV Mais und die Promis machst, sondern auch jeder kann zu dir kommen, der genau so eine Verwandlung braucht oder mal so eine wirklich intensive Beratung braucht oder ich sag mal so einen Boost in einer Krise. Oder vielleicht auch einfach diese Erkenntnis zu haben und jetzt, ich weiß auch, du arbeitest mit ganz vielen Männern, auch zu erkennen, hey, wie kann ich mich eigentlich, ich nenne es jetzt mal so, besser präsentieren.

SPEAKER_01

Genau.

SPEAKER_00

Und dabei aber auch gleichzeitig authentisch zu sein.

SPEAKER_01

Ja, absolut. Und das denken viele nicht, dass es mitgeht. Also eigentlich klassisch heißt mein Beruf Maskenbildnerin. Und ich habe immer gesagt, ich möchte keine Maskenbildnerin sein. Ich möchte keine Maske bilden, sondern ich möchte das Authentische, was da ist, unterstützen und supporten, dass es raus kann. Also es war ja nicht mein Ziel, mit den Stars zu arbeiten, sondern für jeden diese Unterstützung zu geben. Und ich denke, die Stars, die mussten sich irgendwann mal an ihrem Punkt in ihrer Karriere damit auseinandersetzen. Wie fühle ich mich wohl auf der Bühne? Wie fühle ich mich authentisch und was möchte ich von mir zeigen? Und da haben sie sich irgendwie gut bei mir gefühlt.

SPEAKER_00

Klasse. When jetzt jemand sagt, okay, ich würde davon auch gerne so ein bisschen was haben, die Tipps und Tricks, die du in Promis. Wo finden Menschen dich, or wie kann man dich contact?

SPEAKER_01

Also man findet my tips and tricks auf YouTube, auf Instagram, auf LinkedIn, sogar ein bisschen auf TikTok. Aber da stehen auch meine Kontaktdaten, meine E-Mail-Adresse, einfach E-Mail schicken und.

SPEAKER_00

Also wenn ich jetzt so einen, ich sage nur einen Boostertag haben will, sprich, wie wirke ich am besten, was kann ich mit meinem Haaren Lidschatten weiß ich nicht.

SPEAKER_01

Dann schreib mir, wenn du einfach nur mal wissen willst, wie gleiche ich meine Augenschatten aus oder wie sehe ich morgens ein bisschen frischer aus. Instagram YouTube oder wie schminke ich den Sunset Glow, dann YouTube und Instagram. Aber wenn du sagst, ich möchte mein volles Potenzial, ich möchte strahlen, E-Mail schreiben nach Hamburg oder vielleicht bin ich ja auch bei dir in der Nähe, ich reise ja überall, ich bin ja überall. Also ich habe Aufträge in überall, wie gesagt, vor drei Wochen war ich in LA, Mallorca, ich bin für viele Bräute unterwegs, die sagen, ich möchte einfach so wichtig in my life aussehen wie.

SPEAKER_00

Genau, das zauberst du ja standard, egal wie it is. Serena, top of unser interviews on dich. And so, all those Instagram posts, all this what you created is back. And ironic on this air, and then you have so much error in deiner. Was wären so drei Dinge, die du sagst, die würde ich gerne als, ich nenne es jetzt mal, Botschaft, Tipp der Welt hinterlassen? Was wären so deine drei großen Dinge?

SPEAKER_01

Also für mich ist das Al, aller, Allerwichtigste und da bin ich sehr oft für belächelt worden. Für mich steht die Liebe an allererster und übergeordnetster Stelle. Die Liebe mit dir selbst, mit dem Umfeld. Egal in wie du das ausdrücken möchtest. Für mich ist es ein Akt der Liebe, freundlich zu anderen Menschen zu sein, zu unterstützen, zu helfen, aber auch zu dir selbst. Gesundheit ist für mich auch der Oberbegriff, Liebe, voll mit dir selbst umzugehen. Das ist, wie mein Sohn, mein sehr einfühlsam Sohn, immer gesagt hat, Mama, also ich bin mit einer Mutter aufgewachsen, die sagt, Liebe steht an erster Stelle. Was soll denn aus mir werden? Und ich kann einfach nur sagen, es ist immer noch so. Ich finde, es ist das Wichtigste, die Lösung für alles, für alle Krisen auf der ganzen Welt, ist es einfach so. Also das ist schon mal das Erste und das Größte und das Wichtigste. Und dann finde raus, was dein Ziel ist. Wie möchtest du leben, wie möchtest du dein Leben verbringen? Und nicht aufgeben.

SPEAKER_00

Nicht aufgeben.

SPEAKER_01

Ich weiß nicht, waren das drei?

SPEAKER_00

Das waren drei. Die Nummer drei war nicht aufgeben, ja. Also glaube ich, ganz wichtig. Serena, ich sage herzlichen Dank für dieses spannende Interview mit den ganzen Insights. Und wenn ich dann meinen nächsten Auftritt habe, da weißt du, sitzt du neben mir und sorgst für alles andere.

SPEAKER_01

Sehr, sehr gerne.

SPEAKER_00

Danke.

SPEAKER_01

Sehr gerne.

SPEAKER_00

Wenn du noch Menschen kennst, die diese Folge hören müssten, dann empfiehl diesen Podcast gerne weiter oder bewerte ihn. Ansonsten hören wir uns wieder in der nächsten Folge.