Faktor Führung: Verantwortung - Ergebnisse - Freiheit

#214 - Wenn Erfolgshunger krank macht - Ein ehrliches Interview mit Andreas Pfestroff

Timo Pommer

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Heute habe ich ein Interview für dich, dass du UNBEDINGT ansehen musst. Ich predige immer wieder, dass wir alle so im Doing gefangen sind. 
Andreas ist das lebende Beispiel dafür, warum es so wichtig ist, die Balance zu finden.

Denn Andreas ist Europameister im Karate, war super erfolgreich in seinem Job und hat sich ein Immobilienvermögen aufgebaut. 

Andreas wollte IMMER mehr - das was er schon hatte, hat ihn nicht glücklich gemacht. 

Bis irgendwann der Wendepunkt kam. 
Wie ihn der Erfolgshunger ins Krankenhaus gebracht hat er und die Wende geschaft hat, erfährst du im heutige Video!

Viel Spaß beim zuhören!


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SPEAKER_01

Herzlich willkommen zu einer brandneuen Folge des Podcastes Umsetzungsschampion. Heute habe ich wieder einen ganz, ganz spannenden Gast, auf den freue ich mich heute wieder besonders. Und zwar den Andreas Festroff. Seines Zeichens A Europameister in Karate, B sehr erfolgreicher Unternehmer und C jemand, der schon die Höhen und Tiefen des Lebens irgendwo kennengelernt hat. Und genau darüber wollen wir heute beide ein bisschen plaudern und reden. Andreas, herzlich willkommen, dass du da bist.

SPEAKER_00

Hallo Timo und ja, danke für die Einladung.

SPEAKER_01

Ja, jetzt nehmen wir uns mal mit. Wir haben eben schon kurz drüber geplaudert, als du 21 warst, warst du Europameister Karate. Und ich weiß aus früheren Gesprächen, das wird man ja nicht ebenso. Also das ist ja kein Weg, den man mal eben so bestreitet und sich ein halbes Jahr vorentscheidet, ich mach das mal und dann wird man es. Was ist das für ein Weg, den man da gehen muss, um sowas zu schaffen?

SPEAKER_00

Ich hatte sehr früh das Glück, dass, sag ich mal so, ich war schon immer jemand, der unter Strom stand als Kind. Und meine Eltern haben absolut das erkannt, dass es sinnvoll wäre, mir irgendeinen Ausgleich zu suchen. Und vor der Schule war eine Litfasssäule, da stand dran halt Karate und da war es dann um mich geschehen. Und bin dort zu einem Top-Trainer gekommen, der schon immer das Ziel hatte, halt nicht nur Breitensport zu machen, sondern Leistungssport. Und ja, so war ich relativ, ich glaube, ich war an seiner nach der Wende, ist er direkt quasi dort drüber, hat an der ersten Autobahnfahrt da sein Dojo, also seine Trainingseinrichtung aufgemacht. Und ich glaube, ich war in einer der ersten Trainingsgruppen mit dabei. Und seitdem gab es dann einfach nur Karate. Meine Eltern haben mich da immer unterstützt. Und für mich war es ein mega Ausgleich, so zu den ganzen Intellektuellen in Schule und sonstiges. Und ich konnte mich damit super identifizieren. Und ja, dann hat es mir auch noch riesig Spaß gemacht. Und dann war es um mich geschehen. Und seitdem gab es dann eigentlich nur immer Schule, Karate im Wechsel.

SPEAKER_01

Ja, und wie oft hast du da in der Woche Karate gemacht? Oder nimm uns mal mit, auch wie so ein Training ausschaut. Also das ist ja nicht irgendwie mit Wattebeuschlein werfen.

SPEAKER_00

Nee, also es gibt ja da zwei Varianten. Also es gibt einmal diesen Formlauf, das ist so eher, sag ich mal, so mit künstlerischer Note, wo man bestimmte festgelegte Abläufe macht, Cutter, und dann gibt es Kämpfen. Und da habe ich den Leichtkontaktbereich gemacht. Also ich sag mal so, es ist zwar öfters mal was zu Bruch gegangen, aber das Ziel sollte das jetzt nicht sein, dass man da aussieht wie so eine rote Tomate im Gesicht die ganze Zeit mit irgendwelchen offenen Wunden. Aber ansonsten war es schon ein intensiver Kontaktsport natürlich. Und ja, Training die Woche als Kindjugendlicher waren es zwei, dann dreimal die Woche und später dann halt fünfmal die Woche. Das war, glaube ich, normal und ich glaube, heute hat sich das Ganze noch mehr professionalisiert. Ich glaube, die Jungs und Mädels trainieren heute noch deutlich mehr und deutlich noch professioneller, als das, ich sag mal so, zu meiner Zeit schon gegeben war.

SPEAKER_01

Was hast du so mitgenommen jetzt im Nachgang, also für dein Leben oder was hat das dir an Lehren oder Erkenntnissen gebracht?

SPEAKER_00

Oh, da sind viele. Tiefsinnige Fragen von dir, Timo. Also ich glaube, was mir am meisten sofort hängen bleibt, muss ich ganz ehrlich sagen, ist dieses immer wieder Aufstehen. Also, weil ich war vor allen Dingen jetzt nicht der Talentierteste, das darf man ganz ehrlich sagen, als Selbstreflexion. Ich war aber wahrscheinlich einer derjenigen mit viel Biss und mit viel Wille. Ich habe damit vieles weggemacht. Ich war auch nicht der Athletischste, definitiv nicht. Aber ich habe viel dann halt mit dem Kopf auch wieder hinbekommen, wo vielleicht andere da noch nicht ganz so intensiv sich damit beschäftigt haben. Das war, glaube ich, so, also wie gesagt, immer wieder dieses Aufstehen auch nach Niederlagen, weil die waren relativ häufig. Man hat immer mehr verloren, als man gewonnen hat, jedenfalls bei mir. Und das war, glaube ich, schon ein ganz großes Thema. Ja, das zweite war, was mir immer im Blick bleibt, ist dieses Teamgebilde. Diese Gemeinschaft, auch wenn man alleine auf der Matte steht, eins gegen eins. Aber diese Zeit mit den Jungs und Mädels zusammen, das waren, sag ich mal, klar, sowieso die prägendsten Jahre mit Pubertät und mit allem, was man da so durchmacht. Ich sag mal so, aber ansonsten auch wirklich dieses Gemeinschaft. Der eine ist für den anderen da, der andere auch mal nicht. Man erlebt ja da auch alle sozialen Bandbreiten kennen. Aber das war einfach immer, das war einfach genial. Also das ist eine Zeit, wo ich mich auch sehr, sehr gerne dran zurückerinnere, auch wenn sie manchmal, wie du es sagst, Höhen und Tiefen machen. Ja, und was definitiv war, war auch immer auf etwas hinarbeiten. Also wenn man gesagt bekommt, man irgendwie EM-Qali oder WM-Qali und die ist halt da nächstes Jahr, oder Deutsche Meisterschaften oder was weiß ich nicht, dann war es schon mal so, dass man öfters mal sagen musste, zu irgendwelchen Sachen Aktivitäten zu Hause, nee, geht halt nicht, weil. Oder da muss ich das machen, weil. Oder da darf ich dorthin noch fahren, jedes Wochenende zu irgendeinem Wettkampf, Lehrgang oder sonstiges. Und wenn andere halt fürs Abi gelernt haben, ja, dann hatten wir die Hefte auf den Schoß im Auto oder so. Oder hatten die das so halt so nebenbei gemacht. Also ich glaube, so dieses Hinarbeiten auf etwas und dafür dann sagen, okay, ich fokussiere mich da drauf und ich gebe andere Sachen dafür auf, weil halt das eine höhere Priorität hat, ich glaube, das war schon etwas ganz, ganz Besonderes, was ich da mitnehmen durfte.

SPEAKER_01

Und ich habe jetzt, wir haben eben gerade schon darüber geredet, Olympia steht jetzt gerade vor der Haustür. So, wenn man Europameister ist, dann könnte es ja auch weitergehen. Ging aber bei dir nicht. Weil, und du hast es eben schon so schön formuliert, also warum nicht weiter dann?

SPEAKER_00

Ja, also ich darf ganz klar sagen, dass es immer natürlich eine Weltspitze gibt. Und da war dann auch irgendwann Schluss bei mir. Kann ich auch ganz einfach sagen. Also mit dem Team war das dann ja auch Europameister zu werden, das war schon echt toll. Und in meinen Einzelkategorien war ich aber immer nur Mittelmaß. Also da war ich nicht die absolute Weltspitze, da gab es einfach auch dann bessere. Und das war das eine. Und das Zweite ist, ich hätte dann sicherlich noch mehr, noch professioneller machen können, habe dann aber leider Bandscheibenvorfälle bekommen, weil ich mich nicht ganz so schon damals um meine Gesundheit gekümmert habe. Das kann ich ganz einfach sagen, da hat mir die Professionalität schon damals der Weitblick gefehlt, dass quasi der Körper ja nun mal letztendlich das Entscheidende mit ist, neben meinem Kopf. Und deswegen war dann auch, muss man dann sagen, da war dann einfach mein Leistungspeak erreicht, wo dann einfach nicht mehr in dem Moment mit den Ressourcen realisierbar waren. Heute würde ich manchmal sagen, Mensch, hätte man das noch getan oder mit dem Wissen noch das. Aber zu dem damaligen Zeitpunkt war dann halt dort einfach an der Stelle ja Ende.

SPEAKER_01

Ja, ich glaube, im Nachgang sind wir natürlich alle immer schlauer. Wenn wir so manches wüssten, hätte man bestimmt das ein oder andere anders gemacht. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch immer eine Entwicklung, wo man halt auch dann lernt und so wie du schon gesagt hast, dass man irgendwie eine Qualität entwickelt, immer weiterzumachen. Jetzt hast du gesagt, auch, Mensch, Team und so ist ganz wichtig. Wie ging es für dich beruflich weiter? Du hast es eben auch schon im Vorgespräch gesagt, Mensch, du warst richtig erfolgreich bei der Deutschen Vermögensberatung. Erzähl mal, also was hast du da gemacht oder warum hast du da so durchgestartet oder bist du so durchgestartet?

SPEAKER_00

Ganz einfach war, mein Papa hat das schon nach der Wende gemacht. Und für mich war damals klar, das ist genauso wie Karate dann die Entscheidung war, ist das meine Entscheidung, das wird mein Leben. Und da gab ja diese coolen Hefte, die man da früher mal ausgefüllt hat, was willst du mal werden und was ist nicht, Lieblingsessen und sonst was. Da stand schon immer bei mir irgendwie drin Vermögenswater. Das war irgendwie vorgezeichnet, da gab es kein Links, kein Rechts. Und deswegen bin ich da auch eingestiegen, weil was mir auch immer schon Spaß gemacht hat, war irgendwie so Lehren, Coaching, Beraten. Das war schon immer was, was mir auch wirklich mit, was mit der Freude bereitet hat und mit Zahlen arbeiten. Und das konnte ich ja nur dort definitiv dann viel. Und ich bin dann dort ganz normal erstmal den Privatkundenberatungsweg gegangen, habe dann gemerkt, Mensch, Firmenkunden macht mir aber auch Spaß. Und für, da war ich erst am Anfang überhaupt kein Held drin, das muss ich ganz klar sagen. Da hatte ich viel zu viel noch persönlich aufzuholen. Und das hat mich aber immer.

SPEAKER_01

Warum nicht? Nimm uns da mal mit. Oder was waren da deine Böcke, die du geschossen hast?

SPEAKER_00

Sagen wir es mal so, ich habe den Menschen behandelt oftmals eher so am Anfang wie so, naja, wie Mittel zum Zweck, aber nicht den Menschen gesehen. Also mit Empathie war es damals nicht so sehr weit. Und vor allen Dingen auch eher so mit den Methoden aus dem Leistungssport oftmals, die manche positiv sind, manche aber auch eher, sag ich mal, destruktiver Natur sein können.

SPEAKER_01

So, jetzt nehmen wir uns mal mit in den Filmen. Ich kann mir da gar nichts runter vorstellen. Mach's mal zum Anfassen.

SPEAKER_00

Ja, zum Anfassen kann ich dir sagen, also wenn zum Beispiel eine meiner ersten Geschäftspartnerinnen, mit der ich dann damals zusammengearbeitet habe, die ist mal, wir nennen das heute noch, wenn wir uns sehen, mal wieder das Balkon-Gespräch, ist sie zu mir gekommen und hat gesagt, dass sie das alles überfordert, dass das zu viel ist für sie und sie wollte aufhören. Und ja, meine Aussage war, und dann fing sie halt auch an mit Weinen und ich habe dann gesagt, jetzt hör auf hier mit rumflennen. Also das war so die Empathie des Andreas Festhoff, zu der er in der Lage war. Und weil ich selber überhaupt mit Emotionen gar nichts am Hut hatte. Also ich hatte solche Sätze auch immer gesagt, wie Emotionen haben im Business nichts zu suchen. Das war eins meiner Dogmen, ja, also eins meiner Glaubenssätze. Und dementsprechend so war ich auch zu den Menschen. Also wenn sie funktioniert haben, wenn sie geleistet haben, herzlichen Glückwunsch. Aber sobald wie das halt nicht stattgefunden hat, dann bin ich auch lauter geworden, ungehalten und was weiß ich nicht, also so richtig soldatenmäßig, glaube ich eher, kann man das beschreiben.

SPEAKER_01

Also da gab es klare Ansagen, ja.

SPEAKER_00

Ja, und sehr viel Kontrolle, sehr viel, also wie gesagt, also eigentlich den Menschen habe ich damals nicht gesehen. Also wirklich auch, wenn du mir gesagt hast, du hast Geburtstag oder sonst was, habe ich gedacht, naja, und ob du jetzt einen Geburtstag hast oder nicht, ist mir eigentlich scheißegal, weil wenn da jetzt irgendwas ansteht, dann hast du da da zu sein. Oder wenn es halt heißt, früh um acht ist Beginn und du hast halt abends irgendeine große wichtige Veranstaltung, ist mir das pupsegal gewesen, warst du früh um acht Uhr da. Fertig. Also da gab es, wie gesagt, hat es Vorteile, aber naja, so in dem menschlichen Führungsstil war das jetzt nicht unbedingt das Angenehmste.

SPEAKER_01

Jetzt ist natürlich eine spannende Frage. Also genau, du lachst jetzt auch darüber. Gab es da irgendwie einen Punkt? Oder weil du gesagt hast, am Anfang war das so. Wieso hast du das geändert? Weil, weil ich verstehe das schon, natürlich auch weiß ich ja auch aus dem Sport heraus, das ist dann schon, ich sag's jetzt mal so, knallhart. Da wird jetzt halt nicht gefragt, zwickt es irgendwo oder hast du heute Lust, sondern da heißt es, jetzt wird Leistung gebracht, so wie du gesagt hast. Also egal ob du gestern Party machen warst, am Morgen will ich 100% von dir. Ja, absolut. Was hat da jetzt irgendwie die Veränderung dann bewirkt?

SPEAKER_00

Ganz klar, einen Moment, das weiß ich noch. Und zwar gab es damals die Möglichkeit, über das Unternehmen halt sehr viel Weiterbildung zu machen, wo ich auch sehr dankbar dafür war und bin. Und da gab es eine Möglichkeit, quasi man hat das Team bewertet mit so Mitarbeiterbefragungsbögen. Und dort war das aber auch andersrum. Das Team durfte den Chef bewerten, quasi. Genau. Und ich habe damals diese Bewertungsbögen zurückbekommen und unten drunter stand dann so eine Abschlussfrage. Und das waren auch mal mit so Schulnoten. Und unten drunter stand eine Abschlussfrage, würdet ihr diese Person wieder als Führungskraft auswählen? Da hat halt keiner Ja angekreuzt gehabt. Und bei den Schulnoten bin ich irgendwo gewesen bei 4, irgendwas. Und die erste Reaktion war von mir: ihr seid alles Idioten, ihr habt keine Ahnung, ihr wisst gar nicht, wie ihr führt, ihr seid alles Punkt, Punkt, Punkt, und was man da noch so für nette Formulierungen hat. Und ich habe gedacht, das sind alles Vollpfosten und was weiß ich nicht. Und irgendwann dann dämmerte es mir. Wenn so viele das sagen, dann könnte es vielleicht auch an dir liegen, Andreas. Und das war immer, ja, das war absolut mein Start, dass ich an mir angefangen habe, stark zu arbeiten. Weil ich wirklich gemerkt habe, das war wie so ein Spiegel, noch deutlicher ging es nicht und jetzt gab es zwei Vanden, ich ziehe meinen Stiefel durch. Oder ich schaue da mal hin, auch wenn es nicht angenehm war. Aber da ging dann so langsam meine Veränderungsreise los und da bin ich auch sehr dankbar für die Ehrlichkeit, die mir die damals an den Tag gelegt haben, weil wenn ich das nicht so krass gespiegelt hätte bekommen, ja, dann hätte ich mich da niemals anpassen und wickeln können.

SPEAKER_01

Hättest du weiter durchgezogen. Und wie ging es denn weiter? Also hat sich das dann auch im Geschäftlichen dann widergespiegelt, deine Veränderung? Oder wie leicht ist dir das gefallen?

SPEAKER_00

Also fangen wir mal mit dem zweiten an, was du gerade gesagt hast, wie leicht ist dir das gefallen? Das war ungefähr so, als wenn mir jemand meine Füße abhackt, ja. Also, weil das war ja, ich habe das ja nur so kennengelernt. Also ich bin sehr, sehr dankbar für die sehr disziplinierte Ausbildung, auch die ich von meinem Vater angedeihen habe, bekommen lassen. Der hat immer gesagt gehabt, leichte Schule, hartes Leben, harte Schule, leichtes Leben. Und der hat auch immer dafür gesorgt, dass ich eine gewisse Stärke, also nicht nur eine gewisse, sondern sehr viel Stärke bekommen, sehr viel härter. Und jetzt auf einmal plötzlich umzuwitschen und scheinbar weich zu werden, sanft und was weiß ich nicht, das war für mich, oder sich mit Emotionen zu beschäftigen, das war für mich wie so eine Art Weltenbruch. Oder plötzlich halt mal zu sagen, okay, wenn du jetzt heute Vollgas gegeben hast, dann mach morgen mal Pause. Das hat mich noch jetzt 20 Jahre später dann beschäftigt, noch intensiv, da werden wir sicherlich noch drauf kommen. Aber das war für mich etwas, plötzlich Empathie zu haben für andere, das war für mich außerhalb jeglicher Vorstellungskraft. Also es war für mich jeden Tag wieder was Neues, wieder zurückfallen ins Alte, wieder neu, wieder zurückfallen ins Alte. Also das war so ein Auf und Ab, aber es hat sich ganz krass positiv geschäftlich bemerkbar gemacht. Ich hatte dann damals auch in der Zeit, wo viele gesagt haben, oh, wir kriegen keine guten jungen Leute mehr und die Generation ist versaut oder faul oder sonst was. Also ich hatte ganz, ganz wunderbare Menschen in meinem Team, klar, auch mit ihren einzelnen individuellen Macken, so wie ich es auch hatte, und habe, aber ganz tolle, völlig wirklich leistungsbereite Menschen, junge Menschen um mich drum herum, die genauso wie ich damals unter 30 waren und die aber wirklich Überdurchschnittliches geleistet haben, mit einer ganz hohen Qualität. Und das war was, wo ich gemerkt habe, okay, das geht nur, wenn man beide Seiten verbindet. Also Anspruch, Leistung und Menschlich sein. Und je mehr ich da gekonnt habe, obwohl ich dort sicherlich immer noch Luft habe und hatte, aber desto besser sind die Leute geworden. Auch meine Privatkundenberatungen sind deutlich besser geworden, die Firmenkundenberatung, weil halt einfach plötzlich die Menschlichkeit neben dem Inhalt noch im Vordergrund stand. Und ich glaube, das hat das dann auch ausgemacht, dass das Team so gewachsen ist und dass wir dann trotzdem so eine hohe Qualität hatten. Und da bin ich noch heute extrem stolz drauf, auf die Jungs und Mädels und auf das, was wir da zu diesen Zeiten über diese Dekade da geleistet haben.

SPEAKER_01

Ja, wow. Und du hast auch mir mal erzählt, du warst dann auch sehr, sehr schnell, also da gibt es ja so ein internes Ranking, glaube ich, oder Qualitätsstufen oder Qualifikationsstufen. Du warst da ganz schnell Top of the Pops, also im Maximum angekommen, oder?

SPEAKER_00

Also ganz schnell. Der eine würde sagen, ja, der andere würde sagen, geht schneller. Aber ich sage mal so, es war schon relativ in einer ordentlichen Zeit. Und ich habe damals, glaube ich, dann gebraucht zehn, zwölf Jahre, ja, so um die Drehe, um die höchste Stufe da zu bekommen intern. Und war dann zu der Zeit auch, glaube ich, einer der von den fünf Jüngsten da zu der Zeit, die es da halt gab. Und das Team war definitiv eins der kleinsten. Das heißt, wir haben mit sehr wenig Menschen ein sehr qualitatives Geschäft geschrieben. Und da wird ja auch gemessen, so quasi, wie viele Widerrufe, wie viele Stornos und sonst was gibt es. Und da hatten wir eine Kundenzufriedenheit, die war extrem hoch und über dem Durchschnitt weit. Und das ist etwas, wo ich sage, jo, das war schon eine gute Leistung.

SPEAKER_01

Ja, und jetzt hast du gesagt, du warst eigentlich, und das ist vielleicht jetzt mal ein ganz spannender Punkt, so für den Normalsterblichen oder wie man in der Gesellschaft jetzt sagen würde, eigentlich im Traumland angekommen. Ja, also gerade wenn man weiß, wie auch die Branche funktioniert, dass man natürlich auch von Provisionen lebt, die dann jährlich wiederkommen, also wirklich passivem Einkommen. Du hast ohne was, also ohne viel tun zu müssen, aber du wirst vielleicht besser sagen, dann 400.000 Euro Umsatz im Jahr. Aber es hat trotzdem alles nicht gepasst.

SPEAKER_00

Zu der Zeit war ich schon, vor allen Dingen die letzten Jahre, hatte ich schon extrem mit meiner Gesundheit zu kämpfen. Hab da, ich sag mal so, diesen Willen, diesen krankhaften Willen positiver Natur, habe ich da leider auch ausgelebt negativer Natur. Und halt höher, schneller weiter. Und hab da mal ein bisschen so vergessen, auf mich zu achten. Und dann kam noch Familie dazu, da wollte ich noch der perfekte Vater sein. Dann dies noch perfekt, da noch perfekt und alles extrem. Und habe da einfach die Balance dann zu dem Zeitpunkt verloren. Und da wusste ich, und es gab auch geschäftlich ein paar Sachen, die einfach für mich nicht mehr so rund sich angefühlt haben. Und letztendlich habe ich dann damals die Entscheidung treffen müssen, wie gehe ich weiter, wohin geht es weiter, mit wem geht es weiter. Und ja, so wie du es sagst, es war ein Brett. Ich habe mich lange davor gedrückt. Das kann man auch ganz klar sagen, diese Entscheidung zu treffen. Weil das war auch, ja, es war eine Sache, die jetzt eigentlich völlig außerhalb des Vorstellungsvermögens dann zu der Zeit war, weil ich ja ewig dafür gekämpft habe, dass immer in meinem Traumbild war und auf einmal soll dieses Traumbild jetzt nicht mehr da sein.

SPEAKER_01

Ja, Andreas, vielleicht nimmst du uns nochmal mit, so ein bisschen in diesen Film. Wie ist es denn, wenn man da ist? Also wie viel musst du arbeiten, dass du, ich sag mal, 400.000 Umsatz machst und ja, du hast auch ein paar Kosten, aber da bleibt jede Menge hängen, um es mal so auszudrücken.

SPEAKER_00

Also es ist so wie du es vorhin gesagt hast, man hat ja wiederkehrende beständige Einnahmen aus sowohl den Kundenbeiträgen, die da laufend kommen. Das heißt, man hat ein relativ hohes Bestandseinkommen. Und so wie in jeder anderen Firma auch, der Chef partizipiert davon, wenn der normale Angestellte gut arbeitet. Und bei hier in diesem System ist es ja provisionsbasiert mit Handelsvertretern. Wenn der Handelsvertreter gut arbeitet, partizipiere ich ja auch quasi als Teamleiter und als Führungskraft. Und ich hatte ja dann genauso wie es auch in einem normalen Unternehmen ist, quasi Zwischenmanagement, die auch selber ihren Job gemacht haben und Teams geleitet haben. Und die haben natürlich auch super viel Arbeit auch abgenommen, dass ich gar nicht mehr so eins zu eins immer arbeiten brauchte, könnte, musste. Und wenn ich damals jetzt gesagt hätte, okay, als mit einem gesunden Gedanken, es muss nicht noch immer höher, größer, schneller weitergehen, dann hätte ich sicherlich da mit einer zwei, drei Tage-Woche ein gutes Einkommen erzielt, ein sehr gutes Einkommen, wo ich mich hätte ruhig zur Ruhe setzen können. Aber ich habe ja damals dann auch noch angefangen, nebenbei Immobiliencoaching zu machen, weil Immobilien mir Spaß gemacht haben.

SPEAKER_01

Andreas, nenn mal eine Zahl so unter uns beiden. Was hättest du verdient? Naja, also mir geht es einfach auch da drum, weil kommen wir ja auch gleich dazu, ne? Ich glaube, es ist Schweineviel Geld für zwei, drei Tage entspanntes Arbeiten.

SPEAKER_00

Ja, also ich möchte das jetzt auch nicht verzerren, damit man das auch, ne, das wäre, glaube ich, jetzt ungerecht dem System gegenüber, weil das ist so wie, wenn ich ein Unternehmen habe, da habe ich auch, sag ich mal, hoffentlich, wenn ich das clever aufgebaut habe, nicht mehr durch früh um sieben rein muss und muss abends um zehn wieder raus. Wenn ich das so clever aufgebaut habe, verdiene ich auch gutes Geld. Also es ist jetzt nicht so, dass ich einfach nur zwei Tage lang abgepimmelt hätte und dann wäre es gut. Sagen wir mal so, drei Tage und ich sage immer Halbtagsarbeiten in der Definition eines Unternehmers ist ja, halbtags heißt nicht vier Stunden, sondern zwölf Stunden, den halben Tag. Also das war schon trotzdem noch normal. Also drei Tage meine zwölf Stunden da arbeiten. Deswegen, also die 40-Stunden-Woche ist trotzdem voll geworden. Nur halt komprimierter, um es vielleicht mal so auszudrücken, vielleicht hilft das, das macht das Ganze ansehnlicher oder realistischer. Dann hätte ich dieses Geld auch immer gehabt. Und dann hat mich aber halt schon immer das Immobilienthema gereizt. Und dann habe ich Halt nochmal so eine Woche, quasi so eine Halbtagswoche, so zwei, drei Tage noch hinten dran gepackt und habe mich viel mit Immobilien beschäftigt, Immobiliencoaching dann gemacht, dann selber Immobilien gekauft und wieder verkauft und das war dann einfach irgendwann zu viel.

SPEAKER_01

Ja, genau, und zu viel, dann gab es irgendwie den großen Knall, hätte ich fast gesagt, oder was ist dann passiert?

SPEAKER_00

Um ehrlich zu sein, habe ich dann zu der Zeit schon immer gemerkt, dass irgendwas mich ja antreibt, wie so ein Bekloppter, um es mal so zu formulieren. Da war ja irgendein Loch in mir drin, was dafür gesorgt hat, dass ich immer nur Vollgas gebe, Vollgas, aber nie zur Ruhe komme.

SPEAKER_01

Es musste immer mehr sein auch, ne? Also nichts war eigentlich gut genug, könnte man sagen. Oder überhaupt nicht.

SPEAKER_00

Ich habe mich nie gut genug gefühlt und im Außen war es auch nie gut genug. Ich habe immer den Wettbewerb gesucht, ich habe mich immer vergleicht mit X, mit Y und habe mir dann immer das rausgenommen, ey, das muss jetzt noch mehr und noch mehr und noch mehr. Und natürlich, höher, schneller, weiter, schönes Haus, dieses groß, alles im Außen auch schön. Und ich war nie mit mir zufrieden, selbst wenn ich dann mal eine Million auf die Seite gespart hatte, war meine damalige Lebensgefährtin und hat mir gesagt, Mensch, sei doch endlich mal stolz auf dich. Hat so einen schönen Ausdruck gemacht, mir hingestellt auf den Tisch in der Hoffnung, dass ich endlich mal irgendwann mit mir zufrieden bin und mal runterfahre und auch, dass mein Leben mal genießen kann. Aber da war nur sehr viel Fassade von mir. Das weiß ich heute. Da war innerlich halt viel anders. Ja, und dann macht man so die Dinge, die man dann halt so macht, um das Loch zu füllen. Sei es von viel Trinken, sei es exzessiv Sport, sei es alles extrem, Tabletten, um irgendwie noch weiter zu funktionieren, aber um dieses Loch zu füllen. Und das ging so ein paar Jähchen, bis dann irgendwann selbst der wunderbarste Körper sagt: So, auf mich hörst du ja gar nicht mehr, ich hatte Operationen. Es gibt Bilder, da habe ich im Krankenhaus gestanden mit diesem schicken Nafthemdchen, die es da gibt, die man da so anhat, mit einer Infusion am Arm, wo Opiate drin sind von der Schmerzen von der OP und zwei Stunden nach der OP, ich bin noch nicht richtig raus aus diesem Erholungsraum, da Aufwachraum, hänge ich halt mit dem Handy und diesem Ständer am Fenster und probiere Empfang zu bekommen, um zu telefonieren und zu arbeiten. Und da habe ich gemerkt, also heute weiß ich einfach nur, der Kerl hatte damals schon ein Problem. Also der war nicht so ganz normal mehr drauf. Aber ja, es war halt damals einfach meine Art zu leben. Es war meine Gefühlslage.

SPEAKER_01

Ja, Wahnsinn. Und also du bist eigentlich ja immer, hast immer versucht, noch immer einen drauf zu legen. Und wie soll man sagen, ich bringe mir jetzt das Beispiel aus dem Autoverkehr, du bist gnadenlos über die ersten 80 Stoppschilder mit Vollgas drübergeballert und es ist 80 Mal gut gegangen. So ist es. Beim 81. Mal, sage ich mal, kam dann irgendwann auch doch ein Auto von links.

SPEAKER_00

So ist es. Und hat mal nett getestet, ob der Airbag funktioniert. Also das kann man ganz klar sagen. Also mein Körper, heute, wie gesagt, bin ich dankbar, weil die Veränderungen, die dadurch einer entstanden sind, was ich mir alles angucken konnte, ist schön. Aber wenn man in dem, ich sag's mal, in dem Loch drin hockt, ist es jetzt nicht sonderlich schön gewesen. Und ja, ich durfte alles wieder neu lernen. Von Laufen bis Essen bis Schlaf, alles wieder einmal neu erlernen, weil wirklich nichts mehr ging. Sowohl vom Kopf als auch vom Körper her. Und ja, da beging dann meine Reise, sag ich mal, auf der ich mich immer noch befinde, zu mir selbst, zu dem, was wirklich, ja, was wirklich wichtig ist.

SPEAKER_01

Also es war wirklich so ein Knockout, Burnout, wie man es mal sagen will oder bezeichnen will, wo einfach der Körper gesagt hat, so, ja, letzte Stoppschild, totaler Crash, jetzt fahren wir dich mal auf Null runter. Damit du noch nicht mal ans Handy kannst.

SPEAKER_00

So ist es. Und das war auch etwas, ja, wenn ich es heute beschreibe, ist das Gaga. Also wenn ich mich heute in die Lage zurückversetze, schon verrückt, was da dann so alles passiert ist. Die Schulmedizin, egal wie sehr, wirklich akut, ich ganz doll dankbar bin, weil allein als Sportler hat man öfters mal irgendwas gebrochen, gerissen, was weiß ich nicht. Da bin ich sehr dankbar, dass wir so eine geile, akute Versorgung haben. Aber die Schulmedizin wusste auch nicht mehr weiter. Die wollte dann auch nur noch schnippeln, schneiden oder bei den Organversagen waren sie völlig überfordert oder was dann mit dem Darm ist oder was mit dem Kopf ist. Und deswegen bin ich sehr heilfroh, dass es halt heutzutage so viele tolle andere Wege noch gibt und Menschen, die ich dann auf dem Weg auch kennenlernen durfte, die mir dann geholfen haben, die mich unterstützt haben, mit Wissen, was sag ich mal, noch parallel existiert. Und da bin ich wirklich heilfroh drum, dass ich da diesen Weg kennenlernen durfte.

SPEAKER_01

Wie hast du dich da rausgearbeitet, sage ich mal, wirklich auch aus dem Tal der Tränen? Und ich glaube, so ein bisschen auch das, was du eingangs sagtest, was du früher schon gelernt hast in der Karate-Schule, immer wieder aufstehen. Glaube ich, kam hier auch zum Zug, auch wenn das Aufstehen diesmal anders war als vielleicht sonst reflexartig.

SPEAKER_00

Ja, also du hast ja bisher, deswegen, ich war ja total begeistert, dass du mich da einlädst. Ich habe ja auch öfters mal gesagt, ja, machen wir mal später, machen wir mal später oder sonstiges. Weil du hattest ja solche Granaten wie Jochen Schweitzer oder den Gründer von Gedankentanken oder Creator hier in deinem Podcast. Also wirklich Menschen, die ich super respektiere. Und ich habe mir immer gedacht, wenn du mich gefragt hast, ich sage, ey, nee, du kannst da nicht, weil was die dir leisten und du kleiner Pups, was willst du denn da schon irgendwie erzählen oder so? Und dann habe ich mir bei denen mal angeguckt, auf einer anderen Ebene, aber letztendlich haben die alle das Gleiche gehabt. Die haben tollen Erfolg gehabt, dann sind so tierisch auf die Kusche gefallen und haben sich dann irgendwie wieder aufgeraffelt und sind noch größer geworden. Und irgendwie, ich weiß noch nicht wohin und wie groß und in welcher Art, aber irgendwie scheint das ja eine Parallele zu sein, die man irgendwie durchlaufen darf. Und ja, deswegen war das bei mir genauso. Also ich habe dann klar erstmal tief in dem Dunkeln noch drinnen gesessen. Und heute, wenn mich jemand fragt, sage ich immer, es gab die Phase vom Überleben, dann gab es die Phase vom Durchleben und vom Wiedererleben. Und ich glaube, ich habe mich lange mich dagegen auch gesträubt, mit dir darüber zu sprechen oder so. Weil A, natürlich öffentlich immer darüber zu sprechen, ist jetzt auch nicht das Leichteste. Aber B, auch, weil ich ja noch nicht völlig in der Erlebnisphase drin bin und alles schon wieder super funktioniert. Aber ich glaube, für den einen oder anderen, der das vielleicht auch hört, ist vielleicht auch mal so ein Einblick, dass es halt nicht immer nur alles schön ist und danach schön ist, sondern dass wie man sich auch motivieren kann, während es noch nicht immer schön ist, weiterzumachen, kann das sehr hilfreich sein. Weil in der Zeit, sage ich schon ganz ehrlich, habe ich mich sehr oft unverstanden gefühlt, allein gefühlt und habe gedacht, ey, ich bin der letzte Versager, der letzte Penner, der letzte Idiot, ich lasse alle im Stich, ich kriege nichts gebacken. Also die Stimme in meinem Kopf, der innere Kritiker, der war schon echt, also so würde ich nie mit jemand anders sprechen. Nie, niemals. Und das war zu dem Zeitpunkt wirklich hart. Und ich habe damals einfach nicht bewusst Hilfe gesucht, das muss ich auch sagen. Da war mein Ego zu riesig. Und sondern eher ein Freund von mir konnte zu einem Retreat, also zu so einer Veranstaltung nicht gehen, wo es um das Thema eigentlich so Persönlichkeit, Gesundheit ging. Und hatte mich Donnerstag angerufen und gesagt, hier, Keule, du bist ja total im Sack, ich kann da nicht hin und willst du da hin? Und dachte ich, wenn es mir hilft, fahre ich halt hin. Der hat mir das auch damals sogar bezahlt, weil finanziell, ich habe große Projekte angestoßen gehabt und Banken, wenn die mitbekommen, das noch nicht mehr so richtig kann. Da sind nicht alle Banken gut drauf. Ich hatte tolle Banken. Ich hatte aber auch Banken, die uncool drauf waren. Da sah es finanziell wirklich von ganz oben nach ganz unten gar nicht gut aus. Also da gab es auch die Phasen, wo ich dann wieder vor der Tankstelle gestanden habe und geguckt habe, wie viel Sprit kann ich hier mir leisten. Und das waren alles Learnings, wo ich heute voll der Demut sage, danke. Aber damals uncool und jedenfalls, der hat mich da eingeladen und ich war dort und habe es noch nicht mal geschafft, den ersten Satz bei der Begrüßung auszusprechen. Bin dann auch laufend noch umgefallen, weil der Kreislauf ständig schwach gemacht hat. Und ja, dieser Mentor, den ich bis heute noch habe, der hat, sag ich mal, der hat hinter die Fassade geblickt und hat eigentlich erkannt, dankensweiter wäre so, was da für einer drin ist. Neben der ganzen Kacke, die er sich da so aufgemalt hat, also quasi, die ich mir so aufgesetzt habe. Und der hat dann mit ganz viel Führungsintensität am Anfang mich eingenordet, weil ich natürlich gegen alles rebelliert habe, weil ich es immer besser wusste noch trotzdem. Und hat mich mit tollen Helfern, auch einer Heilpraktikerin wieder zusammen mit Infusion am Leben gehalten und step by step wieder ins Leben zurückgeführt und hat immer so die Arbeit aus Körperlichkeit und Psyche, Seele parallel gemacht, bis ich dann wieder halbwegs auf eigenen Füßen wortwörtlich in allen Bereichen stehen konnte. Und dafür bin ich super dankbar.

SPEAKER_01

Ja, also absolut. Und ich, also ich muss sagen, ich weiß gar nicht, wir haben uns ja vor anderthalb Jahren am Strand in Cancun kennengelernt. Und ich habe das damals schon zu dir gesagt, wo ich ja deine Geschichte schon kennengelernt habe. Also A glaube ich mal, dass ja eine Geschichte auch nie zu Ende ist, sondern die ist erst zu Ende, wenn wir uns hier von dieser Welt verabschieden. Das ist Punkt 1 und Punkt 2, aus meiner Sicht, ich meine, du hast schon so viel erlebt in deinem Leben und aus vielen Coachings und so, und das weißt du ja auch, gibt es so viele Menschen, ja, die stehen irgendwo da noch. Also es gibt auch ganz viele Menschen, die sind noch komplett in diesem Tunnel drin, vier, 14 Stunden am Tag arbeiten, Gas geben und so weiter. Und also in dem Stadium noch davor, davor, davor, wo du auch mal warst. Und es gibt so viele Menschen, die vielleicht auch in so einem Loch gerade sind. Und ich glaube, da bist du ein absolutes Vorbild auch mit deiner Geschichte. Also auch, und ich bin ja sehr dankbar mit der Offenheit, mit der du darüber redest, weil den anderen geht es ja nicht anders. Und ich glaube, wir kennen alle diese tiefen Löcher, in denen wir manchmal drinstecken und meinen, es gibt kein Licht am Ende des Tunnels. Und es ist dann ein Geschenk, wenn irgendjemand das Licht anmacht und wir sehen, okay, es gibt doch irgendwo einen Ausweg, auch wenn wir da noch lange nicht sind. Aber es gibt diese Hoffnung, die extremst hilfreich ist. Absolut.

SPEAKER_00

Also das, was du auch gesagt hast, also der Mentor hat bei mir immer wieder darauf bestanden und da besteht ja bis heute drauf, dass ich mir ganz klare Bilder male von dem, wo ich mal hin möchte, diese Hoffnungsschimmer wieder zu haben, dieses Gefühl zu leben. Wie gesagt, du hast ja auch gesagt, wir haben uns ja bei Dr. Jodespenza kennengelernt, wo ich auch sage, Meditation heute gehört für mich zum Alltag dazu. Das ist für mich das Völlig Normalste. Wenn mir damals jemand irgend sowas gesagt hat, da habe ich gesagt, du esoterischer Spinner, verpiss dich. Genau so. Also wirklich, habe ich gesagt, komm, hör mir auf mit diesem Krams. Also was mit deinem Hududu und Hadata, ja, ja, alles klar, geh du mal deinen Namen tanzen. Also genau so habe ich auch geredet dann, ne? Wenn da jemand so war, heute bin ich genau derjenige, der sagt, oh, ich mache eine Kakaozeremonie mal mit oder was weiß ich nicht, was völlig, ne? Und irgendwas alles ist Energie und Schwingung und Emotionen. Wenn ich mich mit meinem besten Freund unterhalte, ich habe wirklich riesigen, riesigen, riesengöses Glück und Dankbarkeit vom Universum. Ich habe ganz tolle Freunde, die mich auf dem Weg begleitet haben, die mich immer unterstützt haben. Ich weiß, ich hatte einen Kumpel, der hat, glaube ich, fast jeden Tag mit mir telefoniert und ich habe am Anfang krass dann durch diese Körperlichkeiten auch keine Glückshormone mehr im Kopf, ich war depressiv. Ich habe jeden Tag eigentlich am Telefon nur bei dem geflänt und der hat sich das immer reingezogen. Ich habe manche, die haben einmal in der Woche frei gemacht, um mit mir spazieren zu gehen. Also auf diesem Level der Unterstützung war ich. Manche haben Geld für mich aufgenommen, Kredite mir dann gegeben, damit ich überbrücken konnte. Also dieses soziale Netz, was ich hatte an Freunden, war zu der Zeit, das war unbezahlbar. Also deswegen, egal, deswegen, wenn ich auch manchmal höre, heute, ah, ich weiß nicht, ich sage immer, egal ob es die selbstgewählte Familie ist, also Freunde oder die genetische Familie, aber irgendwie eine Familie zu haben, ist schon etwas sehr, sehr Schönes. Egal wie stark man selber ist, mit einem Team drumherum, ist man noch, ist man unbesiegbar. Und das durfte ich alles erleben. Und da bin ich ja heute noch sehr dankbar und gebe deswegen auch mittlerweile extrem viel zurück, weil ich einfach weiß, wie sich mir geholfen hat. Und diese Lichtblicke, die da auch mein Mentor mich hat immer wieder malen lassen, die haben mich auch immer wieder aufstehen lassen. Also auch wo ich nicht mehr wollte oder wo gar nichts mehr ging oder wo dann wieder krasse Rückschritte kamen, wo ich dachte, Mensch, ich habe das alles hinter mir gelassen, jetzt geht es wieder feuerfrei los und bäm, nee, dann kam es wieder und hat mir nett zu verstehen gegeben, ey, du hast dich noch nicht genug entwickelt. Da hätte ich schon manchmal am liebsten einfach nur gesagt, leck mich doch alle mal am Popopo. Und ich gebe hier auf und höre auf, und aber nee, dass irgendwann, dann sagt man sich danach, komm, mach mal weiter.

SPEAKER_01

Ja, also ich meine, das ist ja auch hochspannend, also das, was du gesagt hast, oder wir haben ja auch immer wieder telefoniert und wo du auch gesagt hast, Mensch, ich bin dann wieder in diese Falle reingetappt. So dieses, und ich glaube, das kennen wir alle, und unser Ego liefert da natürlich einen ganz großen Beitrag, sagt, ja, du hast es jetzt begriffen, du bist der Weise, du hast schon so viel gemacht, du weißt das jetzt, du bist besser als alle anderen und du kannst das ja jetzt und da bist du dann ja auch, ich sag mal wieder, ins alte Muster so ein Stück weit reingeraten.

SPEAKER_00

Ja, also Fakt, also ich war, mir ging es schon mal einmal richtig gut zwischendurch. Ich war auch in der Klinik, kann ich auch ganz offen sagen, weil halt, wie gesagt, keiner mehr wusste, ist das jetzt ein Psyche, ist das Körper, ist es, woher kommt es überhaupt? Und danach habe ich noch drei Monate Pause gemacht und dann habe ich einen Schalter umgelegt und habe wieder wie bekloppt losgelegt. Aber wirklich genauso wie früher aus dem Nichts und habe eigentlich nichts gelernt gehabt. Also gar nichts. Da kam dann die zweite Runde, sage ich immer so, wo es mich dann wirklich nochmal weggeklatscht hat. Und selbst da, als gar nichts mehr ging, war immer noch dieser kranke innere Antrieb da, weiter, weiter, weiter, diese Rakete, die immer wieder gezündet hat, völlig unkontrolliert und die sofort wieder weiter wollte. Und dieser Hustle-Modus, und für mich gab es immer nur, wenn du Ergebnisse haben willst, musst du machen, musst du tun, musst du liefern, musst du mehr machen. Willst du mehr, musst du noch mehr machen. Und wenn du ganz an die Spitze willst, musst du noch mehr machen. Also dieses Prinzip Powern und Pausieren gab es einfach für mich nicht. Und als dann Runde 3 eingeläutet worden ist, hat mir dann irgendwann mein Mentor gesagt, das wird so lange gehen, bis dir dein Körper dann als nächstes wirklich dich komplett. Ich meine, ich war schon komplett, deswegen, ich will die Worte da gar nicht in den Mund nehmen, was es da so für Krankheiten gibt. Ich bin sehr dankbar an meinem Körper, dass er das noch nicht damals gemacht hätte, aber wo er mich dann gar nichts mehr hätte entscheiden lassen auf Dauer über Monate, Jahre. Und da hat es dann irgendwann Klick gemacht, dass ich auch an die tiefen Sachen wirklich rangegangen bin und mir die angeguckt habe, wo ich früher halt gesagt habe, was ist das hier für eine esoterische Mistkacke da? Heute weiß ich, nee, nee, das sind die Gründe, warum man krank wird oder warum ich krank geworden bin und so viele Leute das sind. Und für mich war aber ein ganz großes Thema, was ich bis heute auch noch am Arbeiten dran bin, ist, mir haben Vorbilder zu dem Zeitpunkt gefehlt, die mir gezeigt haben, man kann Mensch sein und Leistung bringen und trotzdem glücklich. Es muss nicht sein, dass man sich mit Raubbau verschleißt bis zum Letzten, um irgendetwas zu erreichen. Da gibt es für mich immer noch zu wenig Menschen, die so das Ganze vorleben, die das mit Herz und Ökonomie verbinden. Und das ist was, was mir heute einfach wahnsinnig viel Spaß macht, immer mehr diese Balance zu finden zwischen, ja, ich leiste, ich erreiche auch was, aber nicht mehr damit, dass ich mich komplett runterfahre oder dass es nur zu meinen Gunsten geht und alle anderen werden nur als Werkzeuge benutzt, sondern dass das ein Win-Win für alle wird. Und das ist was, was mich heute wirklich positiver Natur antreibt, immer mehr. Und nicht mehr dieses einfach nur für andere nach außen das Loch schließen, ich bin dann irgendwie gut genug, wenn ich leiste, dann hat mich auch jeder lieb und so. Das war etwas und das ist etwas, was es heute viel, viel angenehmer macht. Und was, glaube ich, auch das Miteinander angenehmer mit mir macht.

SPEAKER_01

Ja, wobei ich sage, also, also ich meine, du hast es eben beschrieben, ne? Also so Freunde oder wie es immer so schön heißt, wer dein Freund ist, zeigt sich ja erst, wenn du ihn brauchst. Nicht, wenn die Party am Laufen ist und der Champagner fließt, in Anführungszeichen. Und ich meine, das hast du sehr, sehr eindrucksvoll beschrieben, wer dann auch da war für dich, als es halt nicht lief. Und ich glaube, dass es Gold wäre, das ist unbezahlbar. Also so Menschen zu haben, das ist wirklich dann auch der Unterschied im Leben.

SPEAKER_00

Absolut. Das war auch dieser, also das beschreibt ja jeder auch von denen, die sehr erfolgreich geworden sind, wie sich dann so der Cut ergibt. Also wie manche Menschen im Leben bleiben, manche nicht. Und ich möchte, also zu dem damaligen Zeitpunkt war ich auch sehr viel mit Vorwürfen belastet, mit sehr viel Wut. Wenn mich Leute im Stich gelassen haben, gefühlt, aber da war ich sehr enttäuscht, ne? Ende einer Täuschung. Aber ich kann dir gar keinen Vorwurf machen, weil man kann sich in so eine Situation kaum reinversetzen. Oftmals, wenn man nicht vielleicht schon mal sowas erlebt hat in der Familie hatte oder das, oder halt einfach so krass eng befreundet ist. Das ist, glaube ich, die meinen das auch gar nicht böse, sondern die schützen sich ja dann auch vielleicht selber und ihre Familien vor dieser Situation oder sonstiges. Weil ich war ja damals definitiv kein positiver Umgang zu der Zeit. Aber es war und es hat schon wehgetan, wenn man dann in dem Moment gemerkt hat, sowohl geschäftlich als auch privat, wer es da und wer ist nicht da. Und ich durfte dann einfach lernen, mich auf die zu konzentrieren, die da waren und die da sind und das Positive zu sehen und dass da auch wieder Raum entsteht für neue Menschen wie dich, der in mein Leben treten darf. Das geht ja aber nur, wenn alte, sag ich mal, Sachen auch mal nicht mehr da sind. Wenn Platz und Raum ist für neue Menschen. Und ich fand das ja damals von dir auch wahnsinnig toll, wie du da die Zeit genommen hast am Strand und mal dem Andreas noch so das ein oder andere liebe, nette, klare Wort gegeben hast oder auch zwischendurch. Du hast ja ja so eine wunderbar charmante Art, ich sage nur dazu höflich hartnäckig. Für mich bist du da ein empathischer Fels, der wirklich auch unnachhiebig sein kann, aber trotzdem empathisch. Und das hat mir ja zwischendurch auch immer wieder sehr viel weitergeholfen, diese Inspiration oder diese Impulse, die du da gegeben hast, zum drüber nachdenken. Und ich glaube, das darf man dann einfach lernen, sich auf diese wunderbaren, schönen Sachen zu konzentrieren, auf das, was dann dazukommt. Weil ansonsten fokussiere ich mich ja die ganze Zeit auf das, was scheiße läuft. Und das ist halt blöd.

SPEAKER_01

Absolut. Also an der Stelle nochmal ganz herzlichen Dank für deine Worte. Immer wieder ein Vergnügen. Vielleicht anknüpfen, Dan, darüber habe ich mich sehr gefreut, als du mir letztens eine Nachricht geschrieben hast. Wo würdest du denn sagen, wo stehst du jetzt aktuell? Also, oder noch zwei Sätze dazu, ich glaube, das Leben testet uns ja auch häufig. Dahingehend, okay, haben wir das nächste Level erreicht? Also haben wir die Lektion gelernt. And we hatten es eben so nach dem Motto, da kommt wieder, ich nenne es jetzt mal, ein dicker Business fish vorbeigeschwommen mit viel Erfolg, viel Geld, den könnte man jetzt rausholen. Und dann hast du mir geschrieben, Timo, ich habe widerstanden, so sinngemäß. Vielleicht kannst du uns da nochmal mit reinholen.

SPEAKER_00

Sehr gern. Ich krieg zwar trotzdem noch Gänsehaut gerade in dem Moment, weil es schon wirklich etwas Verrücktes ist. Also klar, ohne jetzt arrogant zu sein, ich weiß ja trotzdem, viele Menschen wissen auch, was ich kann und haben eigentlich nur darauf gewartet, dass wenn ich sage, ich bin wieder da, das mal auch wieder loslegen können. Und ja, da verlockt natürlich dann auch das Geld und ich hatte ein Angebot, wo ich wirklich mit, ja, kann man schon sagen, vielleicht in ein, zwei Tagen die Woche, also meine Tage von damals auch wieder Definition, sage ich mal ganz einfach mindestens 200.000 bis ist noch eine Umsatzbeteiligung dabei oder Gewinnbeteiligung, also das hätte auch locker 300, 400.000, 500.000 werden können, hätte ich annehmen können. Das Ganze wäre nur definitiv dann ausgeartet wieder. Also es wäre wieder so gewesen, dass ich nicht nur diese kurzen Tage gearbeitet hätte, sondern hundertprozentig wieder Vollgas gegeben hätte, weil ich einfach bin, wie ich bin. Wenn ich mich einbringe, bringe ich mich ganz ein oder gar nicht. Ich wäre außerdem, das wäre einfach nur Namen und so weiter außen vor, es wäre einfach nur wieder richtiges Geld verdienen gewesen und verkaufen, Vertrieb pur. Wo sicherlich auch, wenn man ganz lange gesucht hätte, ein Herz irgendwo in 5% Größenordnung dabei gewesen wäre. Aber ansonsten wäre es eine reine ökonomische Gelddruckmaschine gewesen, wo ich früher dafür gestorben wäre. Aber ich habe sofort als Impuls gemerkt, dass nur der Ego, das hat sofort gesagt, geil, geil, geil, bist wieder back in Business, richtig Kohle und hab wieder gesehen, und mit Dick Fett und was weiß ich nicht und Status. Und im gleichen Moment hat sich mein ganzer Körper aber zusammengezogen. Mein Bauch hat angefangen zu blähen, wie verrückt. Alles in mir hat sich verkrampft, die Muskeltonus ist hochgefahren und das weiß ich heutzutage, diese Impulse wahrzunehmen, dass das nicht das Richtige ist. Mein Kopf hat, ich habe tagelang nicht pennen können, richtig. Mir ging es einfach nur scheiße. Und ich habe mir die ganze Zeit gesagt, wie kannst du Vollhorst sowas ablehnen? Aber in mir stand die Entscheidung fest, das nicht anzunehmen. Und ja, da bin ich wirklich auch, so wie du es sagst, auf mich selber schweinestolz, mega stolz und halte mir das immer wieder vor Augen, weil ich da entschieden habe, Gesundheit und Herz vor Ego und Portemonnaie. Und ja, mal schauen, wohin mich das führt, weil ich glaube, irgendwann werde auch ich lernen, dass wenn man etwas mit Herz macht, mit Leidenschaft, ohne Raubbau, kann man trotzdem wunderbar glücklich sein und gutes Geld verdienen und anderen Menschen auch noch helfen. Das ist natürlich richtig geil, wenn man das alles so unter einen Hut bekommt. Und darauf freue ich mich einfach, wohin es da gehen wird. Da bin ich auch völlig offen. Ich darf mittlerweile schon viele Sachen, die ich mache, mit einem ganz anderen Ansatz machen. Aber das, was ich da abgelehnt habe, das war schon der Pfund für mich, ja.

SPEAKER_01

Ja, glaube ich dir. Und ich weiß ja also, es ist ja jetzt nicht so, dass du arbeitslos zu Hause sitzt, sondern auch immer wieder schicke Dinge machst, wo auch der ein oder andere Euro rüberkommt, aber eben nicht in diesen alten Reflex wieder da verfallen bist. Und ich glaube, das ist das, ganz, ganz wichtig. Was sind denn jetzt so, wenn du, ich sage mal, von deiner Reise, die du bisher so zurückgelegt hast, und das ist ja doch ein schon strammer Weg gewesen, zurückblickst, was sind denn so deine drei größten Learnings, Erkenntnisse daraus?

SPEAKER_00

Ich glaube, das allererste ist, es gibt keine wichtigere Person außer mich in meinem Leben, meine Gesundheit, mein Glück, mein Wohlbefinden. Das darf über allem anderen stehen, über jede Meinung von jemand anders, jedes gesellschaftliche Bild, jeden Euro, keine Ahnung, was auch immer ist, sogar eigene Familie, eigene Kinder. Erst muss es mir gut gehen und ich muss mich wohlfühlen. Und meine Gesundheit muss sowohl mental, psychisch, emotional als auch körperlich, das ist das A und O. Das ist Priorität 1. Wenn das läuft, kann ich allen anderen helfen, das wie im Flugzeug. Wenn meine Maske sitzt, kann ich allen anderen Menschen helfen in meinem Leben. Aber erst muss meine Maske sitzen. Und da darf ich begreifen und auch weiterhin immer wieder akzeptieren, dass wirklich Gesundheit, wie gesagt, auf allen Ebenen ist das Entscheidende.

SPEAKER_01

Andreas, 100% Übereinstimmung, bevor du die anderen jetzt nennst, was würdest du jetzt jemand sagen, der so ein bisschen entsetzt ist und sagt, Andreas, das ist ja maximal egoistisch.

SPEAKER_00

Ja. Dem würde ich nochmal dieses Beispiel bringen, wie kann ich jemandem helfen, wenn es mir schlecht geht? Wenn ich im Flugzeug bin und habe keine Luft, wie soll ich meinem Sohn, meiner Frau, den anderen Passagieren, älteren Leuten, wie soll ich denen helfen, wenn ich umfalle, weil ich keine Luft habe zum Atmen? Erst die eigene Maske aufsetzen, erst dafür sorgen, dass mein Energielevel hoch ist, dass es mir gut geht, dass ich strahle, dass ich nur hohen Schwingungen bin, dass ich gut drauf bin, dann kann ich auch anderen Menschen helfen. Meine Freunde hätten mir damals ja nicht helfen können, wenn die genauso im Sack gewesen sind wie ich. Wie soll ein Blinder denn einen anderen Blinden helfen? Das wird schwierig.

SPEAKER_01

Ja. Bin ich bei dir. Ja, was hast du noch gelernt? Zwei und drei.

SPEAKER_00

Zweites ist, auch wenn man nie, ich glaube, nie gedacht hätte ich, dass ich das mal sagen werde, aber Emotionen sind das Wichtigste im Leben und haben ganz viel auch im Business zu verlieren oder zu suchen. Ja, also Emotionen können uns krank machen, Emotionen können uns gesund machen, Emotionen sorgen dafür, dass ich gute Partnerschaften habe. Der Umgang mit Emotionen, also ich glaube einfach, gerade als Mann, muss man auch ehrlich sagen, ist es besonders wichtig, emotional intelligent zu sein und aus diesen ganzen alten Paradigmen, man darf nicht weinen, man darf nicht schwach sein. Klar bringt es nicht, wenn ich eine Heulsoße bin und wenn ich nicht aufstehen kann. Aber wenn ich nicht in der Lage bin, auch mal Schwäche zu zeigen, mir Unterstützung zu holen oder sonstiges, dann bin ich einfach nur einer von denen, die mit 50, 60 mit einem Herzinfarkt umfallen. Oder die vorher von der Welt gehen, weil sie nicht mehr können oder sonstiges. Also ich glaube einfach, der stoische, gesunde, emotionale, also Umgang mit den Emotionen ist das A und O. Und je besser ich selber in meinen Emotionen bin, desto erfolgreicher bin ich im Business.

SPEAKER_01

Absolut bin ich bei dir. Ja, schön, dass du es jetzt sagst.

SPEAKER_00

Es hat mich Überwindung gekostet.

SPEAKER_01

Ja, aber das ist immer ein Zeichen von Durchbruch, ja. Und was ist so das Dritte, was dir einfällt?

SPEAKER_00

Gib mir da ganz kurz eine Sekunde, weil da schießen mir viele Impulse rein, was mir wirklich mittlerweile wichtig ist.

SPEAKER_01

Aber ich glaube. Das ist auch ein vierten Punkt von mir.

SPEAKER_00

Echt jetzt? Ich habe gelernt, ich soll mich ja begrenzen, weißt du? Also, ich glaube, eins ist wirklich, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die auf dem gleichen Level ticken, die die gleichen Werte vor allen Dingen verfolgen. Also es muss nicht sein, dass jemand gleich ist. Da kann ein völlig anderer Charakter sein. Aber wenn er die gleichen Werte verfolgt, kann man echt geiles und gigantisches, Großes zusammen schaffen. Also dieser Satz 1 plus 1 ist drei, kommt mir da immer in den Kopf. Und das ist auch wirklich so. Also wenn man mit Menschen zusammenarbeitet, wo es harmonisiert, wo es ein Vibe ist, das ist was unheimlich Schönes. Und wenn man gemeinsam da was aufbauen kann, ich würde nie wieder alleine irgendetwas machen wollen, sondern immer nur gemeinsam. Und das ist etwas, was mir sehr wichtig ist. Also ein Team arbeiten, ein Team leben, im Team zusammen, egal ob privat, beruflich, wirklich was zusammen erschaffen und kreieren, ist für mich ein absolutes Learning.

SPEAKER_01

Super, ja, super spannend. Vielleicht so zum Abschluss noch so zwei, drei Fragen. Was würdest du jemandem raten, der, sage ich mal, ich bezeichne es jetzt mal als Phase 1, in dieser Phase 1 drin steckt und da, wo du auch drin warst zu sagen, okay, ich muss höher, schneller, weiter, ich muss gucken, dass ich noch größer werde, noch mehr Geld verdiene. Und wohl gemerkt, dagegen spricht ja überhaupt nichts. Die Frage ist nur, ist das Verhältnis zu den anderen Lebensbereichen noch intakt? Was würdest du jemandem sagen, der in dieser ersten Phase gerade unterwegs ist und nicht weiß, was er tun soll?

SPEAKER_00

Die Persönlichkeiten, die ja da drin sind, sind ja sogenannte Leister, sind ja High Performer, sind ja die, die wirklich gerade links, rechts Scheuklappen auf, Vollgas. Ehrlich gesagt, wenn man so weit ist, ich war da ja nun auch und ich kenne mittlerweile auch viele, hört man ja meistens nicht links und rechts. Das will man auch gar nicht, weil es wackelt ja am Bild. Ich würde dann einfach ehrlich empfehlen, sich mal hinzusetzen und diese ganzen Bereiche, Familie, Gesundheit, Finanzen, klar, auch Beruf, Karriere, die eigene Motivation, Seele, einfach mal sich so aufzuschreiben. Da gibt es ja auch ganz tolle Unterstützung, ganz tolle Hilfsmittel und mal wirklich ehrlich zu sich zu sein, zu reflektieren und zu analysieren, wie ist da mein Stand? Wie geht es mir da? Wie ist es da? Und vielleicht kann man sich zum Beispiel mal eine Frage stellen, die stelle ich heute immer, wenn solche Menschen mich ansprechen und wollen verändern, ohne sich zu verändern. Dann frage ich immer, okay, wenn du jetzt, wenn jetzt dein bester Freund dich anruft und sagt, du, mir geht es ganz dreckig, ich bräuchte dich zwei Tage bei mir. Musst du den Kalender rausholen und musst sagen, ich habe in acht Wochen Zeit? Oder könntest du nächste Woche sagen, alles klar, pass auf, ich bin für zwei Tage bei dir? Und bisher konnte noch nicht einer dieser Powerleister, dieser wirklich, die die ganze Zeit nur Vollgas geben, sagen, okay, ich kann das nächste Woche. Ging bei keinem. Und das ist etwas, wo ich dann einfach sage, okay, da könnte sich jeder ehrlich diese Frage stellen. Und wenn das nicht funktioniert, weil man selber wirklich so getrieben ist, dann sollte man sich jemanden suchen, einen Coach oder einen Mentor, wer auch immer, der da ehrlich, hartnäckig, tief mit dem Finger in der Wunde reinbohrt. Weil man hat ja da so eine geile Illusionskraft, so eine visionäre Kraft, alles auszublenden. Der da wie du so nette, höfliche Fragen dann stellt und die immer wiederholt, bis man dann auch ehrlich antwortet, sag ich mal, um letztendlich dann festzustellen, ey, wo ist wirklich mein Stand der Dinge gerade? Und wenn da rauskommt, es läuft alles, es ist alles geil, ja dann super, herzlichen Glückwunsch. Dann passt ja auch alles und kommt da halt raus, dass da so ein paar Punkte anders laufen, dann darf man sich natürlich auch wirklich hinsetzen und sagen, okay, will ich das denn wirklich verändern?

SPEAKER_01

Ja, absolut, absolut. Und was vielleicht, was würdest du jemandem raten, der so in dieser Phase 2 ist? Also da hat es dann schon geknallt und der struggelt jetzt und überlegt, wie es weitergeht. Hättest du da noch einen Tipp für denjenigen?

SPEAKER_00

Ja, mein damaliger Mentor hat viel auf mich eingeredet, muss man einfach sagen, hat gesagt, Mensch, mach wirklich einen sauberen Cut oder mach dies, lass mal los. Dazu war ich zu allem nicht in der Lage. Zu dem damaligen Zeitpunkt war ich nicht weit genug. Heute würde ich sagen, schaffe es wirklich ganz klare Entscheidungen zu treffen. Und zwar Entscheidung in dem Moment, dass du für dich entscheidest, ich suche mir Pause. Wenn, egal was andere fordern, egal was andere wollen, wenn du weg bist, so hart wie es klingt, wenn du stirbst, wenn du Krebs hast, keine Ahnung, dann fragt keiner mehr, dann sagt jeder, hättest du mal was gesagt? Hätten wir doch so verstanden. Nee, das ist, da darf man wirklich zu sich stehen und sagen, okay, nein, ich mache das jetzt so. Erst werde ich wieder gesund, dann kommt alles andere. Das heißt wirklich diese Priorität auf diese Gesundheit legen. Und ich bin felsenfest der Überzeugung, auch wenn wir alle Selbstheilungskräfte in uns drin haben und unser Körper echt ein Wunderwerk ist, was der alles selber heilen kann, wenn man ihn nur lässt, Wahnsinn. Ich glaube nur aber auch, man sollte sich dann Hilfe suchen. Und zwar auf allen Ebenen. Nicht nur körperlich, sondern auch für den Kopf. Und das hat nichts mit Schwäche zu tun, sondern es hat auch was zu tun damit, wenn der Körper nicht funktioniert, kann der Kopf gar nicht mehr richtig funktionieren. Das ist also auch nichts Verwerfliches. Aber in unserer heutigen Zeit ist es ja immer noch so, dass viele damit struggeln, zuzugeben, dass es ihnen kopfmäßig nicht gut geht. Und das ist immer eine Einheit. Es ist immer sowohl die Psyche als auch der Körper, die hängen zusammen und deswegen für beides bitte dringend Support suchen.

SPEAKER_01

Ja, bin ich komplett bei dir. Ja, letzte Frage. Und zwar: Was würdest du nochmal sagen? Ich glaube, du hast schon angedeutet, was war so dein Motto in der Phase 1? Und wie würdest du, und was würdest du sagen, was jetzt dein ganz aktuelles Lebensmotto? Also wie hat sich das verändert?

SPEAKER_00

Phase 1 war einfach nur leisten. Da glaube ich, ich könnte einfach einen Punkt runter, Leistung, Ausrufezeichen. Um jeden Preis. Und wirklich diese Sätze lieber sterbig als aufzugeben, das waren so meine Parolen, die da wirklich, die ich dann auch ja gelebt habe. Die waren wirklich höher, schneller, weiter, Wettbewerb, pur, all sowas. Das war, ne? Das war so das. Für den zweiten Bereich, also wo ich gestruggelt bin, bin ich ehrlich, Timo, da hatte ich gar keine, gar keine, da bin ich einfach nur geschwommen dahin und wollte eigentlich nur im Mitleid ertrinken. Und aber ich sage mal so, für die Phase danach zum Rausholen, da war es so, ich habe einen wunderbaren Satz von dem Mentor bekommen, der mich dann sehr begleitet hat. Danke, liebes Universum, dass ich so topfit, strahlend gesund und vollständig geheilt bin. Das war mein Mantra und ist mein Mantra, um das in mich, mein Körper, mein System so einzuspeisen. Und das ist auch immer was noch, weil ich ja noch auf der Reise bin, noch lange nicht wieder so topfit bin, aber das ist was, was so in meiner Vorstellung wieder ist. Und ansonsten würde ich sagen, dass das Ziel heutzutage von mir einfach Balance ist. Verdammt nochmal, ich will ein wunderschönes Auto fahren. Ich will auch in einem schönen Haus wohnen. Ich will auch, dass mein Sohn auf eine wunderbare Schule gehen kann, wo er auch immer hin möchte. Also brauchen wir nicht darüber reden, dass ich nicht gutes Geld verdienen möchte und dass mir das Spaß machen soll. Also da bin ich überhaupt nicht weg von. Nur wenn das andere, ich möchte genauso Zeit dazu halt haben, mit meinem Sohn in Urlaub zu fliegen. Ich möchte auch mal einen Tag mal nichts machen können und einfach mal abgammeln können und möchte einfach sagen, ey weißt du was, mit meinen Freunden mal grillen gehen zu können, einfach entspannt auch leben zu können, also locker und leicht. Das Ganze in Balance. Also deswegen dieser Überbegriff Balance, das glaube ich, ist so das, was Balance auf hohem Niveau vielleicht, sowas in die Richtung. Und ich habe einfach gemerkt, dass mir das mehr Freude bringt als Lebensmotto. Aber ich kann dir jetzt noch im Moment, da merkst du auch, da bin ich noch nicht klar fokussiert, da bin ich noch nicht absolut lupenrein. Deswegen bin ich da noch im Werden, da habe ich jetzt noch nicht das endgültige Motto für mich.

SPEAKER_01

Ja, ich glaube auch, dass es wichtig ist, immer oder zu verstehen, wir sind immer auf dem Weg und man muss auch kein Motto oder so in Stein meißeln, sondern das kann, darf, vielleicht soll sich sogar auch ändern, weil man sich auch selber weiterentwickelt. Das ist so. Jetzt habe ich aber noch eine Bonusfrage. Starte ich es durch. Ja, fast, fast. Und zwar, was war dein letzter Glücksmoment, an den du dich erinnern kannst, wo du sagst, Mensch, das war einfach ein Moment, wo ich total happy war, in Balance mit dem Leben war.

SPEAKER_00

Wo alles in Balance war.

SPEAKER_01

Nee, nee, wo du dich eben, also gerade happy warst, ja?

SPEAKER_00

Kann ich sagen, war mit meinem Sohnemann, als ich jetzt vor wenigen Wochen mit meinem Sohnemann einfach völlig entspannt in der Sonne gesessen habe, weil Sonne konnte ich früher mal nicht, hat meinen Körper nicht ausgehalten, wenn es zu warm war, und habe mit dem einfach gespielt. Bin ich ganz ehrlich, ich habe an nichts Schwieriges gedacht. Finanziell sieht es so aus, dass ich mir dort völlig entspannt diese Zeit leisten kann. Das heißt, ich bin völlig ruhig in mir gewesen. Ich hatte das, was ich brauchte, habe den angeguckt, der hat mit mir gelacht, da ist da rumgerannt und ich konnte mit dem rumtauben und konnte mit dem lustige sportliche Sachen machen. Das war was, wo ich wirklich anfange mit Grinsen und wo ich mich einfach super wohl gefühlt habe, wo ich gemerkt habe, okay, alles ist in Balance. Ich habe gerade Zeit, ich habe gerade finanzielles stabil, mein Körper ist gerade in Frieden. Ja, ich bin einfach glücklich in dem Moment. Das war ein schöner Moment.

SPEAKER_01

Wow, super, Andreas. Und ich meine, das ist so, finde ich jetzt nochmal so ein wunderschöner Abschluss von unserer Reise hier im Gespräch: von höher, schneller, weiter, Geld kloppen und dann der glückliche Moment ist eigentlich mit seinem Sohn zu spielen. Und das ist die Perversität, in Anführungszeichen, wie wir in der Gesellschaft so ticken und was dann aber eigentlich die Wahrheit ist, dass es dann ganz andere Momente sind. Ich sage herzlichen Dank für dieses klasse Interview. Und ich sage jetzt schon mal, Andreas, wir werden Teil 2 machen, weil ich weiß, dass es deine Botschaft, deine Reise, die du gegangen bist und die du jetzt noch gehst, total wertvoll ist, glaube ich, auch mit anderen Menschen da zu teilen und diese Menschen auch zu inspirieren. Weil es gibt sehr, sehr viele, die da in unterschiedlichen Phasen, glaube ich, gerade stecken. Also danke dir.

SPEAKER_00

Danke dir auch und ich wünsche all denen, die das gehört haben, falls es gerade mal am Struggeln ist, ganz viel Energie, schöne Bilder für die Zukunft, auf die sie sich freuen können und ein gutes Umfeld, was sie dabei unterstützt, wieder ganz heil zu werden.

SPEAKER_01

Super, danke dir.

SPEAKER_00

Bitte, bis dann, Timo.

SPEAKER_01

Ciao. Wenn du noch Menschen kennst, die diese Folge hören müssten, dann empfiehl diesen Podcast gerne weiter oder bewerte ihn. Ansonsten hören wir uns wieder in der nächsten Folge.