Stadt Graz Podcast
Von der Stadt Graz gibt es was für die Ohren: Mit dem Podcast wird das breite Informationsspektrum der Stadt Graz um einen weiteren digitalen Baustein erweitert. Die Themen aus dem Magistrat und den Dienststellen sind bunt gemischt, die Tipps praktisch, knackig verabreicht und hilfreich, die Geschichte der Stadt launig erzählt. Alle zwei Wochen gibt‘s eine neue Folge.
Stadt Graz Podcast
Kein eigenes Auto? Kein Problem: Dank 10 Jahren tim!
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10 Jahre tim: Mobilität neu gedacht. Carsharing, E-Mobilität, Öffis und Fahrrad an einem Ort. tim verbindet verschiedene Wege, mobil zu sein, und hat damit die Grazer Mobilitätslandschaft mitgeprägt. Zum 10. Geburtstag blicken wir mit Vertrieb & Mobilitätsservices Spartenbereichsleitung Katharina Mayer zurück auf die Anfänge, die wichtigsten Meilensteine und die Pläne für die Zukunft.
Teaser/Katharina Mayer:
Man braucht einen Parkplatz, man braucht eine Vignette, man braucht einen Reifenwechsel. Und wenn man tim-Kundin oder tim-Kunde ist, braucht man sich um das alles gar nicht mehr zu kümmern, weil wir das im Endeffekt für unsere tim-Kundinnen und tim-Kunden übernehmen.
Jingle/Simone Koren-Wallis:
Braucht eigentlich wirklich jede und jeder von uns ein eigenes Auto? In Graz gibt es mittlerweile seit zehn Jahren ein Angebot, das zeigt: Es geht auch anders. Nämlich mit tim. tim verbindet Carsharing, Öffis und vieles, vieles mehr. Und wie das genau funktioniert, das hört ihr jetzt.
Katharina Mayer:
Mein Name ist Katharina Mayer und ich bin bei der Holding Graz Spartenbereichsleiterin für Vertrieb und Mobilitätsservices.
Simone Koren-Wallis:
Liebe Kathi, zehn Jahre tim, das feiern wir heuer 2026. Für alle, die es vielleicht nicht kennen: Wie würdest du tim beschreiben?
Katharina Mayer:
Also, tim steht für täglich.intelligent.mobil. Und tim ist eigentlich der perfekte Begleiter durch den Mobilitätsalltag.
Simone Koren-Wallis:
Was kann man mit tim alles machen? Man hört es ja auch in der Straßenbahn. Da gibt es ja Haltestellen, wo es heißt: tim. Was bedeutet das überhaupt?
Katharina Mayer:
tim ist im Herzen Carsharing. Aber damals, im Jahr 2016, als wir tim entwickelt und gegründet haben, haben wir uns gedacht, wir brauchen einen sogenannten Mobilitätshotspot, wo wir mehrere Services miteinander bündeln. Und jeder tim-Standort, so wie du schon richtig festgestellt hast, ist in unmittelbarer Nähe zu einer Straßenbahn- oder Bushaltestelle. Das heißt, was war Sinn und Zweck davon? Wir hätten sehr gerne, dass alle Bürgerinnen und Bürger in Graz ihre alltäglichen Wege zu Fuß oder mit den Öffis zurücklegen. Aber dann, wenn sie ein Auto brauchen, sollen sie auf tim zurückgreifen können. Wir haben unsere Standorte bewusst so gewählt und so platziert, wo sie eben sind, weil unsere Bürgerinnen und Bürger dann einfach zu Fuß, mit dem Rad oder mit den Öffis zu den tim-Stationen fahren können und sich dort für ihre Wege, also zum Einkaufen oder für den Besuch bei der Oma im Burgenland, ein Auto ausborgen können. Und dann bringen sie das Fahrzeug wieder zurück und brauchen einfach kein eigenes Auto mehr.
Simone Koren-Wallis:
Das ist die Theorie. Wie funktioniert das in der Praxis?
Katharina Mayer:
Du meldest dich online auf unserer Homepage an, gibst dort ein paar Daten von dir bekannt und lädst unter anderem auch deinen Führerschein hoch. Man muss mindestens 18 Jahre alt sein, damit man tim-Mitglied werden kann. Und man braucht logischerweise, weil man ein Auto mieten kann, einen gültigen Führerschein. Dann wirst du bei uns als Mitglied angelegt und bekommst auch deine Zugangsdaten für die App. Mit dieser App kannst du dann deine Fahrzeuge buchen und auch dein Fahrzeug aufsperren. Das ist ganz praktisch, weil du bei uns keinen Schlüssel im Fahrzeug findest. Das heißt, mit dieser App kannst du ganz einfach das Auto auf- und wieder zusperren. Du steigst ins Auto ein, drückst den Startknopf und die Fahrt beginnt.
Simone Koren-Wallis:
Wie lange kann ich das buchen? Also, wenn ich zur Oma im Burgenland fahren möchte oder ein bisschen weiter wegfahren will. Kann man das auch tageweise machen?
Katharina Mayer:
Ja, natürlich kann man das tageweise machen. Wir haben eine Mindestbuchungsdauer von einer Stunde. Das reicht aber für viele Wegstrecken des alltäglichen Lebens völlig aus. Ja, bei uns kann man auch längere Fahrten buchen. Die durchschnittliche Fahrtdauer beträgt allerdings vier Stunden. Also gar nicht so lange. Die Fahrt ins Burgenland zur Oma geht auf jeden Fall. Aber wir haben wirklich auch Familien bei uns als Mitglieder, die bewusst auf ein eigenes Fahrzeug verzichtet haben. Die fahren dann beispielsweise mit einem tim-Auto nach Kroatien auf Urlaub.
Simone Koren-Wallis:
Das geht auch? Also man kann auch ins Ausland fahren?
Katharina Mayer:
Ja, kann man. Mit all unseren Fahrzeugen.Das ist erstaunlich, weil ein Großteil unserer Flotte bereits elektrisch ist. Da gibt es natürlich auch eine gewisse Hemmschwelle, mit einem Elektrofahrzeug wirklich über die Grenze zu fahren. Aber mittlerweile sind die E-Autos von der Reichweite her so gut, dass auch das eigentlich kein Problem mehr ist.
Simone Koren-Wallis:
Wie zahle ich dann? Und tanke ich selbst?
Katharina Mayer:
Im tim-Tarif sind generell die Tank- beziehungsweise Stromkosten inkludiert. Im Idealfall bekommst du dein Fahrzeug so vollgetankt oder so aufgeladen, dass du deine Strecke absolvieren kannst. Natürlich kann es aber auch sein, vor allem bei längeren Fahrten, dass du zwischentanken oder zwischenladen musst. Dann fährst du einfach selbstständig zur Tankstelle beziehungsweise zur Ladesäule und bezahlst zunächst selbst. Diese Rechnung kannst du anschließend bei uns einreichen. Beim Laden haben wir sogar noch ein spezielles Goodie dabei. In jedem unserer Fahrzeuge gibt es eine Ladekarte. Mit dieser Ladekarte kann man österreichweit laden.
Simone Koren-Wallis:
Gibt es auch etwas, wo ihr sagt, das möchten wir in den nächsten zehn Jahren noch erweitern? Habt ihr Zukunftsvisionen?
Katharina Mayer:
Ja, wir haben einerseits die Vision, dass bis zum Jahr 2040 alle Grazerinnen und Grazer innerhalb von zehn Minuten eine tim-Station erreichen können. Das ist unsere große Ausbaustrategie. Das wäre natürlich wünschenswert und würde auch sehr gut zur Strategie der Stadt Graz beziehungsweise zum Mobilitätsmasterplan passen. Wir möchten außerdem weitere Fahrzeuge in unseren Fuhrpark aufnehmen. Wir sind da schon relativ weit. Vorletztes Jahr haben wir einen Inklusionstransporter in das Sortiment aufgenommen. Das heißt, dass auch Personen im Rollstuhl leichter von A nach B mitfahren können. Er ist mit einer Rampe ausgestattet. Das hat auch eine schöne Doppelwirkung, weil Familien mit einem Doppelkinderwagen ebenfalls leicht einfahren können. Wir haben außerdem seit Neuestem Caddys im Angebot, weil wir gemerkt haben, dass unsere Kundinnen und Kunden unsere Transporter sehr gerne zum Siedeln nutzen. Oft braucht man keinen riesengroßen Transporter, sondern einfach einen kleineren. Darum haben wir jetzt vier Caddys im Angebot. Also mehr Stationen, mehr Fahrzeuge. Natürlich wünschen wir uns auch mehr Kundinnen und Kunden, die auf unser Angebot zurückgreifen.
Simone Koren-Wallis:
Aber sprechen wir einmal über Zahlen, Daten und Fakten. Wie viele Stationen gibt es aktuell?
Katharina Mayer:
Wir haben aktuell 14 tim-Knoten. Das sind jene Stationen, an denen wir mehrere Fahrzeuge vor Ort haben und auch öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur anbieten. Das heißt, jeder mit einem privaten E-Auto kann dort laden. An manchen Knoten haben wir außerdem noch Lastenräder vor Ort.
Simone Koren-Wallis:
Die kann man auch ausborgen?
Katharina Mayer:
Ja, die kann man ebenfalls ausborgen. Ergänzend dazu haben wir 22 kleinere E-Carsharing-Stationen. Dort stehen meistens nur ein oder zwei Fahrzeuge. Sie sind die ideale Ergänzung zu unseren großen Knoten. Wir haben aktuell 90 tim-Fahrzeuge im Fuhrpark. Davon sind 53 Elektrofahrzeuge und 37 Fahrzeuge mit fossilem Antrieb. Mittlerweile haben wir über 8.000 Kundinnen und Kunden allein in Graz. Das macht uns schon stolz. Wir sehen hier wirklich eine deutliche Wachstumskurve. Uns gibt es ja nicht nur in Graz, sondern auch in den Bezirken Graz-Umgebung und Voitsberg sowie in Linz. Wenn man alle Kundinnen und Kunden zusammenzählt, liegen wir mittlerweile bei über 11.000 Kundinnen und Kunden. Das ist schon eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass wir ganz klein angefangen haben. Unser erster tim-Standort war jener am Hasnerplatz. Dann hatten wir bald fünf Standorte, danach elf und jetzt bereits 36. Mit diesen 36 Standorten können wir auf eine sehr erfolgreiche Entwicklung zurückblicken.
Simone Koren-Wallis:
Wo sehe ich jetzt, welches Fahrzeug oder auch welches Rad frei ist?
Katharina Mayer:
Das siehst du am einfachsten in unserer tim-App. Dort siehst du übersichtlich, welches Fahrzeug zu deinem gewünschten Zeitpunkt an deinem gewünschten Standort verfügbar ist. Wenn ich kurzfristig etwas brauche, ist das natürlich super, weil die Daten aktuell sind. Wenn du ein Fahrzeug buchen möchtest, musst du angeben, wie lange deine Fahrt ungefähr dauern wird beziehungsweise wie viele Stunden du das Fahrzeug buchen möchtest. Der große Vorteil von tim ist aber: Wenn du sagst, du möchtest doch nicht die Oma im Burgenland besuchen, sondern nur zum IKEA fahren, weil du dort Besorgungen zu erledigen hast, und du brauchst statt der geplanten vier Stunden nur eineinhalb Stunden, dann kannst du deine Buchung jederzeit beenden. Verrechnet werden dir tatsächlich nur jene Stunden, die du auch genutzt hast.
Simone Koren-Wallis:
Kann es passieren, dass ich für morgen ein Auto buche und die Person vor mir das Fahrzeug dann doch länger braucht?
Katharina Mayer:
Der Vorkunde beziehungsweise die Vorkundin kann eine Buchung nur dann verlängern, wenn das Fahrzeug im Buchungssystem frei ist. Verlängern ist manchmal etwas schwieriger, wenn es sehr spontan sein muss. Aber unser Serviceteam ist rund um die Uhr telefonisch erreichbar und hilft in solchen Fällen weiter. Es kann natürlich vorkommen, dass ein Termin länger dauert. Unsere tim-Mitarbeiterinnen und tim-Mitarbeiter sind stets bemüht, die passende Lösung zu finden. Dann kann es sein, dass du statt des ursprünglich gebuchten Fahrzeugs ein anderes Fahrzeug zur Verfügung gestellt bekommst. Wir versuchen aber immer, alle Kundenwünsche bestmöglich zu erfüllen.
Simone Koren-Wallis:
Hast du selbst eine Oma im Burgenland oder war das frei erfunden?
Katharina Mayer:
Neni, hab ich nicht 😊
Simone Koren-Wallis:
Das heißt also: Mobilität in Graz neu gedacht. Man möchte die Öffis weiter ausbauen. Aktuell ist das aufgrund des Sparkurses vielleicht nicht ganz einfach. Aber auch mit diesen tim-Fahrzeugen möchte man sicherstellen, dass alle Grazerinnen und Grazer überall hinkommen können.
Katharina Mayer:
Ja, genau. Das ist unser großes Ziel. Wir merken natürlich alle, dass die Inflation nicht spurlos an uns vorbeigeht. Für viele ist ein eigenes Fahrzeug nach wie vor ein Statussymbol. Vor allem bei jüngeren Menschen merkt man aber den Trend zum Teilen statt Besitzen. Das spielt tim natürlich in die Hände. tim ist im Vergleich zu einem eigenen Fahrzeug deutlich günstiger. Wenn man bedenkt, dass das eigene Auto den Großteil der Zeit nur herumsteht. Wir sagen immer: Ein Auto ist eigentlich kein Fahrzeug, sondern ein Stehzeug, weil es 90 Prozent der Zeit steht. Wenn man Leasingraten, Parkplatz, Vignette und Reifenwechsel zusammenrechnet, dann braucht man sich als tim-Kundin oder tim-Kunde um all das nicht mehr zu kümmern, weil wir das im Endeffekt übernehmen. Wenn man die Kosten gegenüberstellt und vergleicht, ob man ein Auto least oder tim nutzt, dann kommt man mit ungefähr einem Drittel der Kosten aus.
Simone Koren-Wallis:
Können wir auch über Preise sprechen? Wie teuer ist eine tim-Stunde?
Katharina Mayer:
Die erste und zweite Stunde kosten aktuell 5,90 Euro. Zusätzlich kommt ein Kilometertarif dazu, wobei im tim-Tarif auch freie Kilometer inkludiert sind. Wir haben ein sogenanntes progressives Preismodell. Das bedeutet: Je länger man ein Fahrzeug mietet, desto höher wird der Stundenpreis. Das hat damit zu tun, dass wir möchten, dass unsere Kundinnen und Kunden ihre Fahrten bewusst planen und Fahrzeuge nur für jene Zeit buchen, in der sie diese tatsächlich benötigen. Dadurch haben wir wiederum den Vorteil, dass die Fahrzeuge schneller an den Standort zurückkommen und somit auch anderen tim-Mitgliedern zur Verfügung stehen.
Simone Koren-Wallis:
Jetzt wird der zehnte Geburtstag gefeiert. Was wünschst du dir für die nächsten zehn Jahre?
Katharina Mayer:
Wünsche habe ich natürlich einige. Allen voran wünsche ich mir, dass es in jedem Bezirk mehrere tim-Standorte gibt. Dass unsere Kundinnen und Kunden im Idealfall innerhalb von zehn Minuten ein tim-Fahrzeug in ausreichender Verfügbarkeit buchen können. Und dass tim das Stadtbild prägt.