3 Männer Podcast
3 Männer Podcast
Der etwas andere Podcast über Emotionen und Dinge, die nicht nur die drei Männer (Dr. Holger Liekefett, Christoph Theile und Christian Sega) im Alltag bewegen.
Hintergründig, mit Tiefgang und doch auch locker und lustig werden spanende Phänomene und Erlebnisse im Alltag rund um unsere Emotionen und Gefühle diskutiert, mit Fakten und erlebten Beobachtungen unterlegt sowie interessante Gäste zu ihrer Meinung und Einschätzung befragt.
Der 3-Männer Podcast klärt auf, analysiert und hinterfragt die „stereotypischen Klischees“ im täglichen Umgang mit unseren Emotionen. Er hilft uns, auf eine ganz andere Art, Emotionen zu erkennen, diese besser zu verstehen oder sie gezielt aktivieren und mit ihnen in jeder Lebenslage souverän umzugehen zu können.
Schreibt uns gern Euer Feedback oder sendet uns spannende Themen, die Euch interessieren: info@3m-podcast.de
3 Männer Podcast
#20 Die Macht der Stereotpye
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Folge 20: Die Macht der Stereotype
In dieser Folge des Drei-Männer-Podcasts gehen Christoph, Holger und Christian der Frage nach, wie Stereotype unser Denken und Verhalten beeinflussen – und warum wir oft schneller in Schubladen stecken, als uns lieb ist. Es wird spannend, es wird nachdenklich, und ja, es wird auch gelacht!
Shownotes:
- Was sind Stereotype wirklich, und warum übernehmen sie oft die Kontrolle über unser Denken?
- Beispiele aus dem Alltag und Business: Wie schnell urteilen wir über andere – und was tun wir dagegen?
- Überraschende Fakten: Wie lange brauchen wir, um Menschen in Schubladen zu stecken?
- Coaching-Tipps: Wie du deine inneren Vorurteile entlarvst und mehr Offenheit entwickelst.
- Emotionen im Spiel: Warum Verachtung uns blockiert und wie wir wieder offener werden können.
Warum du reinhören solltest: Dieser Podcast bringt dich zum Nachdenken über deine eigenen Denkmuster. Hol dir neue Impulse, um Vorurteile zu hinterfragen und eine offenere Sicht auf Menschen zu entwickeln – mit ein paar Aha-Momenten und jeder Menge Humor!
PS: Die Folge auf Youtube folt in Kürze. Wir posten den Link auch hier.
Weitere Informationen über uns findest du...
Dr. Holger Liekefett =>LinkedIn
Christoph Theile => LinkedIn
Christian Sega => LinkedIn
oder schaue auch gern auf www.eqting.com und www.globe-of-emotions.com und finde viele weitere Informationen rund um das Thema Emotionen
Das Buch zum Thema Emotionen mit dem Globe of Emotions: "Denken wir noch oder fühlen wir schon" von Christoph Theile und Nadja Kahn
Schickt uns Eure Wünsche und Feedbacks an info@3M-podcast.com
Die Macht der Stereotype
Wie wir in unserer Generation aufgewachsen sind und mit welchen gesellschaftlichen Normen oder Erwartungen wir als Männer konfrontiert wurden. Was für ein Männerbild haben wir für uns selbst? Herzlich willkommen zum Drei-Männer-Podcast, der Podcast über Emotionen und Dinge, die uns bewegen. Immer mit dabei, Christoph Theile, Holger Liekefett und Christian Seeger und häufig spannende Gäste.
Ja, da sind wir wieder, hallo, hallo, moin, moin aus unserem Studio, in einer neuen Folge des Drei-Männer-Podcasts. Heute wieder im Studio: Holger Liggefett – moin, moin, moin Holger – Christoph Theile – jawohl – und ich, Christian Seeger. Schön, dass du auch da bist. Und heute wieder eine Folge, die wir auch als Videocast aufnehmen. Für alle, die uns dann mal live sehen wollen, die Folge gibt es auf YouTube. Wir werden auf LinkedIn natürlich dazu schreiben oder auch in den Shownotes den Link zur Folge posten.
Ja, das können die sprechenden Männer auch nochmal hören, wie schön. Und sehen. Also falls wir hier das eine oder andere Mal, liebe Zuhörer, Zuhörende, uns sehen möchtet, dann könnt ihr das machen und nicht wundern, falls wir hier an der einen oder anderen Stelle einen Joke machen, den ihr vielleicht gar nicht sehen könnt. Ja, genau. Das ist das Spannende. Genau, das sind die, ja, wie Christoph, jetzt, die Emojis, aber die Freude-Emoji, die Freude-Emoji.
Heute haben wir uns ein sehr spannendes Thema, wie ich persönlich finde, rausgesucht und auch schon im Vorfeld ein wenig gelacht, aber auch sehr ernst drüber geredet. Ja. Die Folge lautet oder der Titel der Folge lautet „Macht der Stereotypen“, „Macht der Stereotypen“. Und da bietet es sich an, vielleicht zunächst mal einzuordnen, Holger, was ist denn ein Stereotyp? Genau, so eine Art von Definition, denn man spricht oder man benutzt diesen Begriff ja so häufig und so im normalen Kontext, aber man macht sich ja gar keine richtigen Gedanken dazu. Und Stereotypen, im Grunde genommen sagt man, einer Gruppe von Menschen oder von Typen, also einfach einer Gruppe, gibt man gewisse Eigenschaften und diese Eigenschaften entsprechen dann dieser Gruppe. Und wenn man das jetzt mal auf die Männer überträgt, dann sagt man halt, die Männer sind eine Gruppe und in dieser Gruppe gibt es halt gewisse Eigenschaften, die einfach dieser Gruppe zugesprochen werden.
Und ja, wenn man dann nicht diese Eigenschaften aufweist, dann würde man nicht zu dieser Gruppe gehören. Oder du wirst automatisch in die Gruppe reingesteckt und sie werden von dir automatisch erwartet und noch nicht mal hinterfragt. Genau. Auch das könnte ja sein. Ja. Männer sind so. Genau. Männer sind so, Männer müssen so sein oder Männer haben sich so zu verhalten. Wir haben ja verschiedene Beispiele auch schon im Vorwege diskutiert und ich denke, wir sollten mal genau das beleuchten, wie wir jetzt in unserer Generation aufgewachsen sind und mit welchen, ich sage jetzt mal, gesellschaftlichen Normen oder Erwartungen an die Männer herangetragen wurden.
Was für ein Männerbild haben wir sozusagen für uns selbst, vielleicht vorgelebt durch unsere Eltern, vorgelebt durch unsere Gesellschaft, bekommen überhaupt? Ja, da können wir vielleicht noch einmal, bevor wir da reingehen, noch einmal einen Schritt zurückgehen. Also ich darf das noch einmal kurz zusammenfassen, was wir jetzt hier im Intro hatten. Jeder von uns hat gelernt, und das ist qua Natur so, auf bestimmte Merkmale zu achten, insbesondere wenn wir im Gespräch mit anderen Menschen sind oder in einer Gruppe oder wie auch immer, also wenn wir nicht mit uns alleine sind.
Und was passiert da im Gehirn? Passiert eine Einordnung, man könnte auch sagen eine Einschätzung, eine Kategorisierung, manche sagen auch Schublade. Bei Schublade sind wir ganz schnell bei Landkarte, unserer eigenen inneren Landkarte, und da sind wir dann gleich auch ganz schnell bei Stereotypen. Und das brauchen wir, glaube ich, in gewisser Hinsicht und so auch die Forschung, wenn ich das richtig gelesen habe, um uns besser zurechtzufinden.
Nur, und ich glaube, da kommt das große Nur oder auch ein großes Aber, wenn wir das zu stark ausgeprägt tun, dann haben wir Stereotypen, die auch natürlich dazu führen können, dass wir bestimmte Urteile treffen wollen oder treffen oder Voreinschätzungen vornehmen über Gruppen, Menschen, Personen, die nicht gut sind, sprich, können auch zu negativen Effekten führen. Und ich glaube, das sehen wir ganz häufig zunehmend in unserer Gesellschaft, und diese negativen Stereotypen, leider, das ist auch wissenschaftlich bewiesen, verankern sich schneller in unserem Gehirn als positive. Ja, vielleicht, ich springe nochmal rein, das Thema, du hast es gerade gesagt, wissenschaftlich bewiesen, es gibt da spannende Untersuchungen zum Thema Schublade, also du hast es gut gesagt, die wir brauchen, das Schubladendenken, um zu überleben, und da gab es also Untersuchungen, wie schnell stecken wir eigentlich einen Menschen in eine Schublade, und wie schnell geht das eigentlich? Wenn man Leute fragt, die sagen, meistens so zwischen drei bis fünf Sekunden, die Wahrheit heißt 0,3, 0,3 Sekunden ist die erste Schublade, und sie ist immer noch eine ganz alte, und das führt uns auch dahin, und die älteste heißt gefährlich, nicht gefährlich. Genau, Angst und nicht Angst. Genau, und wahrscheinlich die zweite heißt dann sympathisch, nicht sympathisch und so weiter, also das verästelt sich dann so, aber wir brauchen natürlich diese Schubladen, um ganz schnell reagieren zu können, und hat was Überlebenstechnisches, immer noch. Das heißt, es hat ja wirklich dann auch historische und kulturelle und sehr alte Hintergründe.
Genau, und es hat also, da gibt es im Grunde eine günstige und eine ungünstige Seite drin. Die günstige ist halt einfach, Herr Clark, sie sichert uns das Überleben. Du kommst in eine Situation, die gefährlich aussieht, und du hast sofort eine Chance, das zu beurteilen, einzuschätzen, und wie wir jetzt mittlerweile wissen, das Gehirn ist ja ständig dabei, Prognosen zu erstellen. Das heißt, ich erstelle sofort ganz viele Prognosen, die mir helfen, da lebendig rauszukommen. Und auf der anderen Seite, genau das, was Christian gerade gesagt hat, schaffen wir uns wirklich dann so Schubladen, aus denen Menschen auch einfach dann nicht mehr rauskommen, und wir sehen dann nur noch das eine große Merkmal. Wir gehen da mal rein.
Wir können das ja auch auf ganz konkrete Alltagssituationen übergreifen, oder auch wieder, wir sind ja auch hin und wieder im Business-Kontext hier unterwegs, ich stelle mal eine simple Frage, hat ein voll tätowierter, muskulöser Mann dieselben Chancen in einem Bewerbungsprozess, wenn er jetzt irgendwo physisch stattfinden würde, oder auch virtuell, im Vergleich zu einem schlanken Mann mit Brille ohne Tätowierung, und wird dieser muskulöse, voll tätowierter Mann mit total ausgeprägten Kompetenzen auf die Rolle, um die es geht, mit negativen Vorurteilen behaftet und allenfalls gar nicht erst zum Gespräch eingeladen, oder wenn er schon da ist, kriegt er überhaupt den Job?
Jetzt könnte ich mit einer doppelten Schublade antworten. Es kommt drauf an, wer ihm gegenüber sitzt und wer das Bewerbungsgespräch macht. Die erste Schublade wäre, wenn es so ein alter, eingesessener und in seinem alten Denken Personaler, Personalchefin ist, dann könnte das schon passieren, dass die doch gewisse Vorbehalte hat. Vielleicht ein junger Personalchef wäre dann anders. Das sind jetzt schon wieder zwei Schubladen, die ich eröffne und sage... Jung und alt, genau. Und was ist, wenn der ältere Personalchef eigentlich sein Leben lang immer mit der Harley durch die USA gefahren ist und unter dem Anzug voll tätowiert ist? Genau. Genau das ist es nämlich. Wir haben doppelten Vorbehalten und wir reden über Jung und Alt und vielleicht ist es genau umgekehrt. Vielleicht ist der Junge total konservativ und der Alte total entspannt und sagt, das ist ein cooler Typ, genau den brauche ich jetzt nämlich.
Ich erinnere mich an ein Seminar, was ich mal gemacht habe. Da ging es auch um Stereotypen. Da gab es acht Bilder. Da mussten die Menschen einschätzen, mit wem würden sie gern zusammenarbeiten. Da waren ehemalige CEOs von Männern und Frauen und so weiter. Es war ein Massenmörder dabei und ein Typ, der war voll tätowiert und hatte eine fünfstellige Zahl auf dem Arm tätowiert. Mit dem wollten die wenigsten zusammenarbeiten und das war am Ende. Der war Bürgermeister einer großen Stadt in den USA und hatte sich praktisch die Postleitzahl auf den Arm tätowiert, weil er so sehr mit dieser Stadt verbunden ist und war unfassbar beliebt und ein ganz großartiger Typ. Mit dem Massenmörder, den fanden alle ganz sympathisch.
Das war eine starke Übung, weil du guckst, worauf guckst du. Der hat so einen ganz netten Blick gehabt und sah gut gekleidet aus. Das ist übrigens auch in diesem Beispiel, wenn man das mal weiterdenkt. Was ist der Unterschied, das ist ja auch ein Leidenschaftsthema von uns dreien hier, zwischen Coaching und Beratung. Im Coaching ist in unserer Ausbildung, haben wir alle drei ja gelernt, die ganz große Maxime, deine innere eigene Landkarte zur Seite zu legen, in dem Moment, wo du mit dem Coachee in den Dialog kommst. Und in der Beratung ist es so, da hast du deine gesamte Lebenserfahrung, Berufserfahrung, Karriereerfahrung und gibst die weiter mit den Tipps und Tricks oder auch andere haben an anderer Stelle dieses gemacht.
Das ist ja auch ganz schwierig im Coaching, wenn man in die Ausbildung geht, das zu erlernen. Übrigens kleiner Spoiler, vielleicht nochmal für das Ende dieser Folge, eine Frage an euch beiden. Wie nennt man denn in unserer Gesellschaft eine Frau mit Kopftuch, die ein Flugzeug fliegt? Müsst ihr jetzt nicht beantworten. Könnt ihr aber mal euer Bild im Kopf jetzt dazu bringen und wir lösen das am Ende auf. Alles klar. Sehr gut.
Definitiv eine spannende Frage. Ich hätte da eine Idee, aber wir gucken ans Ende. Dann darf ich auch nochmal eine Frage stellen an dieser Stelle. Wie sieht für euch das Bild eines CEO aus? Nicht beantworten. Aber da müsst ihr jetzt ja auch mal drüber nachdenken, liebe Zuhörer und auch Zuschauer, für die, die den Videostream irgendwann mal klicken. Für uns ist natürlich die große Frage, was machen wir jetzt damit? Wir haben jetzt diese Stereotypen, die sind menschlich, die sind da, die sind nicht zu vermeiden. Wie gehen wir damit um? Und im Bereich zum Beispiel der Bewerbung hat sich ja schon so ein Trend herausgearbeitet, dass zum Teil jetzt Bewerbungen geschwärzt werden, dann Fotos nicht mehr mitgeschickt werden oder anonymisiert werden, um einfach vorurteilsfreier damit umzugehen. Nur, wie machen wir das in anderen Bereichen? Und was machen diese Stereotypen noch? Wir hatten ja im Titel gesagt, „Macht der Stereotypen“. Wie können wir damit umgehen?
Genau, also am Ende, du hast es, Christian, ja sehr schön gesagt, eigentlich die eine Übung heißt ja, die wir aus dem Coaching lernen, hänge deine Landkarte zur Seite. Und wir sind dann emotional beim Erstaunen und versuchen einfach nur wahrzunehmen und zuzuhören und zu erkennen, was mit meinem Gegenüber ist, aber dafür brauchen wir Zeit. Das ist das Thema, weißt du, du gehst über die Straße und siehst jemanden, also kleines Beispiel auch, was wirklich sehr spannend war, ich war im Seminar und dann gucke ich so aus dieser Glastür raus und dann kamen zehn Männer in Lederjacken, stramm Schritt auf diese Tür zu. Jetzt stand ich da und dachte so, ich habe das dann in dem Moment mir angeguckt, ausgehabt, habe mir die Gesichter angeguckt, dachte, ne, die sehen nicht böse aus, das ist alles gut. Die sind dann genau zum Nachbarseminarraum gegangen, der genau daneben war. Aber da kommt genau dieses Thema, weil da kommen natürlich hohe Emotionen hoch, ganz häufig natürlich mit Sorgen bis hin zu Angst. Du siehst solche Bilder vor dir und auf einmal denkst du, okay, da reagiere ich halt in so einem Automatismus drauf. Das haben wir durch diese Erfahrung, die ich jetzt da gemacht habe, wir haben schon ein bisschen über die Prognosen gesprochen, meine Prognose hat sich bestätigt, die waren vollkommen okay. Beim nächsten Mal, wenn ich jetzt zehn Leute in Lederjacken sehe, habe ich schon gelernt, dass ich da anders hingucken kann. Das ist gar nicht so schlimm. Die mit ihrem schnellen Schritt da los, das ist okay. Diese Fähigkeit, diese Vorurteile, die wir haben, aufzulösen. Für mich das Learning aus deinem Beispiel, was ich sehr anschaulich finde, Christoph, ist ja, dass ich lernen kann oder am Ende vielleicht auch wieder mich darauf konditionieren kann, mich zunächst mal in diesem Beispiel von äußerlichen Eindrücken nicht ablenken zu lassen. Was sehr, sehr, sehr schwer ist, weil einer der Sehsinn, den wir haben, ist der ausgeprägteste überhaupt von allen unseren Sinnen. Das ist ein ganz, ganz starker Sinn und macht viel mit uns. Ja, genau. Es gibt ja ganz diese Wahrnehmungsfehler. Die fallen einem natürlich da sofort ein. Es gibt diesen einen Effekt, der heißt Halo-Effekt. Ich habe den einmal im Vorstellungsgespräch erlebt. Ich habe ein Vorstellungsgespräch geführt mit einem Bewerber, der zufällig an der gleichen Uni, wie ich, studiert hatte. Sofort steckst du den in die Schublade, oh, der ist gut. Ja, du hast sofort so ein, ah, wir verstehen uns, wir können gleich über die Professoren reden, die wir da erlebt haben und ach, wie das da war und dergleichen. Und schon überstrahlt, dieser Halo-Effekt ist ja so ein Überstrahlen, überstrahlt der alles und schafft sofort auch da einen Stereotypen. Du sagst genau, wir beide aus, es war nur Marburg, wir beide als Marburg. Und sich davon zu lösen, anspruchsvoll. Wir haben so ein paar Sachen. Auch das Thema, wenn du Leute auf der Bühne siehst, die vielleicht total schlank sind und in unserer Welt gut aussehen oder du hast Leute auf der Bühne, die mit 150 Kilo kommen. Und beide reden über Entschlossenheit. Beide können das natürlich in Perfektion tun, nur dem einen nehmen wir es nicht ab und dem anderen sofort. Und lerne dich von diesem Vorurteil zu lösen. Am Ende sind wir ja bei Stereotypen jetzt beim Thema Vorurteil gelandet. Oh, du bist eingefroren, oder? Bin ich jetzt auch eingefroren? Ich hatte gerade einen Frozen-Effekt. Ja, das ist bei Video manchmal da, das ist nicht schlimm.
Also wir schneiden das jetzt gleich raus. Aber in Zukunft nicht kommentieren, weil das läuft alles weiter und dann wird es sonst kompliziert. Einfach weitermachen. Aber was ich so mitnehme jetzt aus der Diskussion hier ist ja, dass wir natürlich uns mal wieder darauf besinnen sollten, was den Menschen ausmacht. Und wenn ich noch mal zurückkomme auf unser Eingangsbeispiel, voll tätowierter Mann, Frau mit Kopftuch. Alle diese Menschen haben sicherlich auch schon mal um jemand anderen getrauert in ihrer Art und Weise. Also haben ihre Gefühle gehabt, haben dieselben Gefühle, wie wir sie auch haben, wenn wir über jemanden trauern jetzt mal als Beispiel. Oder diese Menschen haben dieselben Neigungen, wie beide mögen Katzen, ich weiß es nicht, oder Hunde oder Tiere im Generellen. Und nur durch den Stereotyp des Äußeren und den Eindruck und unsere Schublade sehen wir das nicht mehr. Und das heißt für mich, das Learning heraus ist, sich mal wieder ein Stück zurückzunehmen. Und das ist, glaube ich, das, was du sagst, Christoph, die ganz, ganz große Herausforderung auch in diesen Zeiten, die Menschen als Menschen zu sehen und nicht sozusagen gleich nur noch mit unseren Stereotypen, mit unseren Schubladen unterwegs zu sein und die überlagern dann alles. Das ist die Herausforderung. Und ich denke, dass das ein großes, großes Thema ist. Und wir haben ja zusätzlich dann noch das Thema, dass wir durch unsere Medien, die wir nutzen, dann auch noch in unserer Bubble sind, die das noch zusätzlich befeuert. Filter-Effekt, Filter-Bubble-Effekt, leider. Ja, wir müssen im Grunde genommen zwei Sachen lernen. Einmal für uns selbst, dass wir unsere eigene Historie ein bisschen ablegen und unsere Lernmuster, die wir hatten, ablegen und versuchen, nicht in diesen Schubladen zu denken. Und wenn wir uns jetzt selber in einer Situation befinden, und da sehe ich nochmal eine Besonderheit drin, wenn wir halt noch diese alten Denkmuster im Kopf haben, dass wir uns davon selbst dann lösen. Also ich bin jetzt mal ein Mann, ein selbstbewusster junger Mann. Ich versuche, mich mal in eine Rolle zu ersetzen. Mein Sohn ist 25 Jahre alt und der vielleicht nicht in diese klassische Rolle reingehen möchte. Eine große Gefahr ist doch da tatsächlich, dass ich mich in eine emotionale Isolation reinbegebe, wenn ich mir nicht zutraue, einfach so zu sein, wie ich wirklich bin und dann mich verändern muss, damit ich halt in dem Moment dem Stereotypen entspreche. Das sind ja wirklich Dinge, die wir in unserer Gesellschaft, in der Veränderung mit dem Gender und allem, was dazugehört, mit der Rolle der Frau, der wirklich starken Rolle der Frau, diesen lösen, aber nicht im Sinne von Quoten, sondern im Sinne von Anerkennung, dass da wirklich genau das Gleiche vorhanden ist. Und genauso muss man auch sagen, dass der Mann nicht immer die starke Rolle ist und nicht immer die Dominanz hat. Der darf genauso weinen. Christoph, du hast dieses schöne Beispiel von Stromberg gebracht. Wie großartig ist das, dass dieser wieder in einer sehr ironischen, überzogenen Art und Weise sich darüber aufregt, dass die Frau da hinten bei irgendeinem Tierfilm anfängt zu weinen und er dann sagt, ja, ich weine ja auch, wenn mein Verein abgestiegen ist. Dann weine ich auch im Stadion. So wie schön überzogen. Männer weinen, aber nur in ganz extrem emotionalen Situationen. Und genau diesen ganzen Denkmustern, von diesen Stereotypen müssen wir uns halt lösen. Und zwar in unserer eigenen Sichtweise, aber auch im Verständnis der Menschen, die gerade vielleicht in diesem Zwang drin sind, sich daraus lösen zu wollen. Ja, und ich glaube, da kommt noch ein weiteres Thema dazu oder ein weiterer Effekt, was ich auch immer wieder an mir selber feststelle. Wir sollten uns immer mal wieder auch bewusst sein oder ins Bewusstsein heben, welche Privilegien wir haben. Also was wir sind, was uns ausmacht. Ich lebe hier in Frieden und aktuell nicht im Krieg, obwohl der Krieg nicht weit weg ist. Ich habe Zugang zu Wasser und Strom. Ich kann hier mit euch einen Podcast machen über Stereotypen und viele andere spannende Themen. Und ich kann mich auf andere verlassen und, und, und. Und das sind ja alles Privilegien, die nicht nur selbstverständlich sind und gerne aber doch einfach vergessen werden. Und nicht alle Menschen haben dieselbe Ausgangslage. Richtig, ja. Ja, ein Stück weit diese Dankbarkeit, Demut, ein Stück weit auch, finde ich gut, ja. Guter Ausblick. Ja, klar, genau. Und wir haben ja über die Macht, die Macht der Stereotypen ist der Name der Folge. Ja. Und ich finde diese Macht, wir gucken ja auch immer gerne emotional drauf. Wir haben jetzt hier eine Emotion, die uns sehr stark dazu bringt, Urteile zu bilden. Das ist die Emotion der Verachtung. Oh ja. Und die Nebenemotion ist das Erstaunen. Das heißt, die Offenheit, die Flexibilität, das Hinhören, Zuhören, wahrnehmen wollen. Und da siehst du wieder genau das Thema, dass die beiden sich ausschließen. Das ist das, was wir vorhin im Coaching noch mal hatten, diese Offenheit. Wir haben vorhin immer wieder über das Thema Tätowieren gesprochen, was ich total spannend finde. Ich habe vor vielen Jahren begonnen, mir Tätowierungen genau anzuschauen. Das ist so spannend. Also ich habe selber keine, aber ich habe dann mal angefangen, wirklich hinzuschauen, habe die Leute mal angesprochen, was denn diese Tätowierung bedeutet. Und ihr habt vorhin gefragt, wie kann man mit solchen Sachen umgehen? Ich glaube, genau so. Na ja, klar. Also seien Sie selbst offen, sage ich nur. Sei du offen. Geh offen dazu. Ich gebe mal ein anderes Beispiel. Früher, wenn man so in einem größeren Unternehmen mal war, auch als Berater oder Coach oder als Lieferant, und da mal reinguckt, also wenn du mal in die Kantine gehst, wer sitzt da mit wem zusammen? Oder sitzen immer dieselben zusammen oder nicht? Also ich meine, befasst man sich auch mal zu anderen oder nicht? Also wie ist da das Muster? Und das ist ja auch schon was. Also bist du immer mit derselben Person zum Mittag oder was auch immer, machst du immer mit derselben Person Sport? Ja, das hat Vorteile, es hat aber auch Nachteile. Also was ich damit sagen möchte, ist, dass die Offenheit ganz wichtig ist. Und die geht uns ab, zunehmend. Absolut. Und das wird befeuert noch durch Polarisierung, weil das ja so schönheitliche Botschaften sind, die man dann multipliziert und befeuert. Und das geht dann ganz schnell auch in das Thema Negativität. Ja, genau. Aber wenn man sich das wirklich betrachtet, das ist, was du gesagt hast, Christian. Also die Offenheit, der offene Umgang, auch die Kommunikation und dann vielleicht auch sich Trauen. Da gehört natürlich auch ein Stück weit Selbstvertrauen mit dazu. Und vielleicht auch das Umfeld, was er da unterstützen würde, aus diesen traditionellen vorgegebenen Schubladenrollen einfach auszubrechen, sie zu durchbrechen. Und mal sagen, wie auch immer diese Männlichkeitsstereotypen aussehen. Ich muss da raus. Das ist für mich dann auch ein Stück weit befreiender Prozess, damit ich der bin, der ich wirklich bin und nicht der gewünscht wird sozusagen von der gesellschaftlichen Norm, wie ich sein sollte. Und ich denke, das wäre für die Menschen, die sich auch momentan da vielleicht so eingezwängt fühlen, dass die einfach die Chance hätten, durch das Durchbrechen und mit der offenen Kommunikation in ihrem Umfeld auch da rauszukommen aus dieser Geschichte. Wir reden immer über den Begriff der Authentizität, dass du ein authentisches Leben führen kannst, wo du so bist, wie du wirklich bist. Ja, genau. Wenn ich das zusammenfassen darf, Holger, ich finde, auf die Persönlichkeit mehr zu achten, des Gegenübers oder der Menschen, mit denen wir uns umgeben, auf die Werte und auch auf die Einstellung. Und das macht es dann deutlich anders in der Bewertung, als immer mit dem Vorurteil, einem Stereotyp da reinzugehen. Und vielleicht, wenn wir mal jetzt so ein bisschen auch zum Ende kommen, Christoph, was ich ganz interessant fand, vielleicht kannst du das noch einmal eben kurz zusammenfassen, diese Verachtung als Kernemotion der sieben Basisemotionen, Grundemotionen, die wir haben, und die Nachbaremotionen, das war ja ganz interessant, weil du gesagt hast, Verachtung ist hier sozusagen im Kern auch mit drin bei den Stereotypen, die blockiert aber die Nachbaremotionen und unter anderem das Erstaunen. Ja, genau. Also die Verachtung ist ja eine von den Emotionen, die immer sehr schwer zu greifen ist. Wir haben darüber auch schon einen Podcast gemacht über die Sonderformen der Verachtung. Das ist im Grunde die Emotion, mit der wir unsere eigene Identität bilden, weil sie sehr viel mit Werten zu tun hat. Ich grenze mich über meine Werte ab von anderen und ich fordere den Respekt für mich ein und sage auch ganz klar, hier ist eine Linie. Und wenn ich dann feststelle, dass andere wirklich einfach meinen Werten nicht entsprechen, dann stelle ich sie in eine andere Gruppe, mit der ich im Moment nicht viel zu tun haben möchte. Und wenn ich das tue, dann geht das ganze Thema Wahrnehmen, Lernen, lernt über die anderen, geht sofort verloren, weil das Interesse dafür ist abgeblockt, weil ich mich abgegrenzt habe. Genau darum geht es hier, wo wir sagen, die beiden können nicht miteinander. Wir kennen das aus typischen Kreativprozessen total gut. Da kommen Leute und sagen, wir wollen heute ein Brainstorming machen und dann kommen ganz viele mit dem Bild, das geht nicht, weil das haben wir schon mal so ausprobiert, hat nicht funktioniert, die ganze Linie. Das ist übrigens der Effekt der selbsterfüllenden Prophezeiung oder auch Golem-Effekt genannt. Den sehen wir ja ganz häufig in Unternehmen. Sag noch mal mehr zum Golem-Effekt. Das ist eine alternative Beschreibung dessen, weil ich meine, am Ende des Tages ist es genau das. Du gehst irgendwo hin und sagst, ein Meeting, ein Event, das wird schlecht. Was soll ich da? Du gehst trotzdem hin und fühlst dich nur bestätigt, dass es schlecht war. Ja, genau. Du spiegelst das ja da schon hinein. Genau. Weil wir unsere Emotionen spiegeln, wenn ich von vornherein so drauf bin, es geht sowieso nicht, dann wird mein Gegenüber auch keine Lust mehr zu haben. Spiegelneuronen. Ja, ganz genau. Immer wieder auf das System zurück. Und hier bei den Stereotypen haben sich da so Sachen so festgesetzt über diese Emotionen der Abgrenzung und Verachtung, dass es vielen Menschen sehr schwerfällt, das aufzulösen. Das ist so. Es gibt einfach diese Gruppen und dieses Clan-Denken, was wir schon haben. Im Unternehmen erleben wir das ganz häufig unter Silo-Denken. Ja. Das heißt hier meine Abteilung, da ist alles super. Aber die anderen. Es gibt immer wir und die anderen. Und dann sind wir in einem Stereotyp, der jetzt nicht so alt ist wie Männer und Frauen oder ähnliche dieser Art oder politische Gruppen. Aber am Ende bauen wir uns immer so diese Abgrenzungsglocken und erstellen unsere eigenen Stereotypen, an die wir dann auch noch glauben. Jetzt muss ich mal heute in Timekeeper spielen. Ja. Wir haben uns schon recht weit geschritten. Und wir müssen noch eins tun. Wir müssen noch etwas auflösen, was wir ganz am Anfang angesprochen hatten. Christian. Ja, ich meine, die Frage war ja recht simpel, wie man in unserer Gesellschaft, also in einer westlich geprägten Gesellschaft, wir leben in einem Industrieland, eine Frau mit Kopftuch nennt, die ein Flugzeug fliegt. Und die Antwort ist simpel. Das ist die Pilotin. Ja. Es ist nur die Frage, welches Bild wir hatten, als ich euch die Frage gestellt habe. Ja, die Pilotin. So einfach. Und bei mir war es auch eine recht einfache Antwort. Denn viele werden jetzt im Kopf gehabt haben, CEO, alter weißer Mann. Genau. Also jetzt auch wieder bei uns geprägt. Wenige werden wahrscheinlich eine junge dynamische Frau, vielleicht sogar noch farbige Frau vor Augen gehabt haben. Ja, auch da sind wir in dem Moment irgendwo so in unserem Schubladendenken halt so vorhanden. Vielleicht, wenn wir ein bisschen moderner denken, denken wir tatsächlich auch schon zum Beispiel jetzt an eine junge Frau oder einen jungen Mann. Und welcher Couleur auch immer. Oder welche Art auch immer. Und da findet das Umdenken statt. Und Christoph, eigentlich wäre es jetzt zu lang, aber es gäbe ja noch dieses schöne Beispiel, was du hattest mit dem Unfall. Ja, genau. Eine kleine alte Geschichte zum Abschluss. Das ist ein Rätsel, an was wir uns erinnert haben. Ich werde es einmal ganz kurz vorlesen, was uns einfach nochmal die Stereotypen zeigt. Ein Vater und sein Sohn haben einen schweren Autounfall. Der Vater stirbt und der Sohn wird schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Dort angekommen, bereitet man also alles für die Notoperation vor. Die Fachkraft für Chirurgie betritt den Raum, sieht den Jungen und sagt, ich kann diesen Jungen nicht operieren. Er ist mein Sohn. Wie ist das möglich? An der Stelle würde man natürlich immer eine Pause machen. Da kann man die Pausetaste drücken und vergleichen. Und da kommen wir genau auf das Bild, was sehen wir vor. Also die Auflösung ist natürlich relativ einfach. Die Fachkraft für Chirurgie ist die Mutter des Jungen. In der alten Version hieß es noch, der Chirurg betritt den Raum. Aber damals gab es noch nicht die weibliche Form, weil das ein sehr altes Rätsel ist. Und deswegen ist genau das. Die Macht der Stereotype heißt am Ende, was wir heute schon alles im Kopf haben, bestimmt unser Denken, und wir fühlen so sehr, dass es sich lohnt, daran zu arbeiten. Durchbrechen von Tradition, durchbrechen von alten Schubladendenken. Und das kann man damit machen, indem man sich mit seinen Emotionen beschäftigt. Da könnt ihr auch jederzeit auf uns zurückgreifen, wenn ihr wollt, liebe Zuhörenden und Zusehenden. Und insofern vielen lieben Dank an euch beide. Das war eine spannende Folge. Wer weitere spannende Themen hat, gerne an info@3m-podcast.de oder www.globeofemotions.com LinkedIn, dort sind wir alle drei zu finden. Oder sonst wo, wie ich immer gerne sage, in diesem Universum. Vielen lieben Dank. Ihr freut uns. Bis zum nächsten Mal. Danke euch. Tschüss. Vielen Dank, dass ihr dabei gewesen seid. Wir freuen uns auf euer Feedback auf www.3m-podcast.de Und sollte es Themen geben, die euch so sehr interessieren, dass ihr sagt, könnt ihr die nicht mal in eurem Podcast diskutieren, schreibt uns eine Mail an info@3m-podcast.de Bis zum nächsten Mal
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