3 Männer Podcast
3 Männer Podcast
Der etwas andere Podcast über Emotionen und Dinge, die nicht nur die drei Männer (Dr. Holger Liekefett, Christoph Theile und Christian Sega) im Alltag bewegen.
Hintergründig, mit Tiefgang und doch auch locker und lustig werden spanende Phänomene und Erlebnisse im Alltag rund um unsere Emotionen und Gefühle diskutiert, mit Fakten und erlebten Beobachtungen unterlegt sowie interessante Gäste zu ihrer Meinung und Einschätzung befragt.
Der 3-Männer Podcast klärt auf, analysiert und hinterfragt die „stereotypischen Klischees“ im täglichen Umgang mit unseren Emotionen. Er hilft uns, auf eine ganz andere Art, Emotionen zu erkennen, diese besser zu verstehen oder sie gezielt aktivieren und mit ihnen in jeder Lebenslage souverän umzugehen zu können.
Schreibt uns gern Euer Feedback oder sendet uns spannende Themen, die Euch interessieren: info@3m-podcast.de
3 Männer Podcast
#47 Warum uns die Gier niemals satt macht
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Warum uns Gier nie satt macht
Folge: Warum uns Gier nie satt macht
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des 3 Männer Podcasts! In dieser Episode widmen sich Christoph Theile, Holger Liekefett und Christian Seeger einem Thema, das uns alle auf die eine oder andere Weise betrifft: der Gier. Warum haben wir oft das Gefühl, nie genug zu haben? Und was macht dieses ständige Streben nach mehr mit uns und unserer Gesellschaft?
In dieser Folge erfährst du:
Die drei Männer starten mit einem spannenden Gedankenexperiment, das unsere innere Haltung zu Fairness und Vergleich auf die Probe stellt: Würdest du 100 Euro nehmen, wenn jemand anderes dafür 1.000 Euro bekommt? Wir klären die Begrifflichkeiten und schauen uns an, wie die Psychologie Gier als extreme Form der Motivation und Belohnungssuche definiert.
Warum das ständige "Haben-wollen" (Wanting) uns nicht glücklicher macht und wie sich die Messlatte für Zufriedenheit immer weiter nach oben verschiebt, wird anhand des Belohnungssystems im Gehirn erklärt. Wir beleuchten, wie der ständige soziale Vergleich unsere Gier anfeuert und warum Menschen mit hoher Gierneigung oft eine geringere Lebenszufriedenheit aufweisen.
Von überladenen Tellern am All-Inclusive-Buffet bis hin zu rücksichtslosem Verhalten im Straßenverkehr – wir beleuchten alltägliche Beispiele für maßloses Verhalten. Zudem wird erklärt, wie sich Gier aus den Emotionen Erstaunen und Zorn zusammensetzt und warum dabei die Klarheit und die Freude auf der Strecke bleiben.
Wir diskutieren, ob Gier in unserer modernen, konsumgetriebenen Welt noch eine Daseinsberechtigung hat oder ob sie uns letztendlich schadet. Wie können wir gelassener mit unserem eigenen Verlangen nach mehr umgehen? Die drei Männer teilen wertvolle Routinen wie den "Enough-Marker", das Praktizieren von Dankbarkeit und die 24-Stunden-Regel beim Online-Shopping.
Zitate aus der Folge:
"Gier frisst Hirn."
"Will ich das wirklich oder will ich nur mehr?"
"Seid neugierig, aber nicht gierig."
Über den 3 Männer Podcast:
Der Podcast über Emotionen und Dinge, die uns bewegen. Immer mit dabei: Christoph Theile, Holger Liekefett und Christian Seeger.
Kontakt & Feedback:Habt ihr Themen, die wir im Podcast diskutieren sollen? Schreibt uns gerne eine E-Mail an: info@3m-podcast.de
Mehr über die Basis-Emotionen und den Globe of Emotions:Besucht unsere Website: www.globeofemotions.com
Viel Spaß beim Zuhören und bleibt uns gewogen!
Weitere Informationen über uns findest du...
Dr. Holger Liekefett =>LinkedIn
Christoph Theile => LinkedIn
Christian Sega => LinkedIn
oder schaue auch gern auf www.eqting.com und www.globe-of-emotions.com und finde viele weitere Informationen rund um das Thema Emotionen
Das Buch zum Thema Emotionen mit dem Globe of Emotions: "Denken wir noch oder fühlen wir schon" von Christoph Theile und Nadja Kahn
Schickt uns Eure Wünsche und Feedbacks an info@3M-podcast.com
Holger, Christoph, also würdest du, Holger oder du, Christoph, 100 Euro nehmen, wenn jemand anderes dafür 1000 Euro bekommt?
SPEAKER_02Trotz ihres vielleicht schon hohen Status immer eher in Richtung, ich bin nicht zufrieden. Die Lebenszufriedenheit ist eher nicht gut.
SPEAKER_03Also es gibt diese schöne Coaching-Frage, die wir immer wieder benutzen. Du hast so ein Ziel, was du unbedingt erreichen willst. Und dann kommt die Frage, was ist denn, wenn du da bist?
SPEAKER_02Herzlich willkommen zum Drei Männer-Podcast.
SPEAKER_01Der Podcast über Emotionen und Dinge, die uns bewegen. Immer mit dabei Christoph Teile, Holger Lickefett und Christian Seger. Und häufig spannende Gäste. Einen wunderschönen guten Nachmittag hier aus dem Studio am Stadtteich von und den drei Männern. Da sind wir wieder.
SPEAKER_03Moin, Holger ist da. Moin Holger. Moin Christoph. Moin Christian. Und dann mache ich heute mal Moin, liebe Leute.
SPEAKER_01Ich weiß nicht, ob ihr es bemerkt habt. Ich musste mich so zusammenreißen, dass ich nicht, liebe Leute, sage, heute von Christoph, exklusiv. Super.
SPEAKER_03Fühlt sich gut an. Fühlt sich gut an. Also genau, fangen wir mal damit an. Bist du jetzt traurig? Nein, nein, ich bin geflasht. Komm, wir machen mal eine kleine Emotionenrunde heute. Was ist dein vorherrschendes Gefühl heute?
SPEAKER_01Mein vorherrschendes Gefühl heute, hier am Montagnachmittag, die Sonne scheint, es hat geregnet, das ist schön, dass die Sonne scheint. Mein vorherrschendes Gefühl ist Freude, mit euch hier zu sitzen. Ich bin allerdings in Hektik hierher geeilt durch die Stadt mal wieder, die ein bisschen verkehrstaosmäßig unterwegs ist und ich war zu spät. Und ich schulde euch dafür mal wieder die ein oder andere Pizza. Ich weiß.
SPEAKER_03Ohne dünner wurden schöner, wunderbar.
SPEAKER_01Wunderbar. Ansonsten ein vorherrschendes gutes Gefühl. Das Gefühl war schön. Holger.
SPEAKER_02Ja, ich fühle mich dankbar. Dankbar, dass ich hier sein darf. Außerdem bin gesund, bin glücklich und bin erfüllt. Oh ja, ja. Oh, das ist Wahnsinn. Das ist ja schon fast nicht eklig. Nö, nö, überhaupt nicht. Sich immer wieder gut, steht dir gut. Tatsächlich sich immer wieder bewusst machen, wie gut es uns geht und nicht sich über irgendwelche Dinge ärgern. Das ist einfach ein gutes Gefühl.
SPEAKER_01Und bei dir, Tustor.
SPEAKER_03Ah, ich glaube, ich habe heute Morgen schon fünf interessante Gespräche geführt. Fünf? Und also bei einem Kunden und das war wirklich spannend. Also ich fühle mich eigentlich voll dynamisch. So voll, bin voll gut in Action fokussiert. Gut. Und freue mich voll auf unser heutiges Thema.
SPEAKER_01Ja, und da sind wir direkt in der Überleitung. Das ist viel diskutiert, auch im Vorfeld von uns dreien hier und sicherlich auch, ich will nicht sagen kontrovers, aber schon reflektierend. Und insofern steigen wir direkt ein mit der Folge, die heute um das Thema Gier handelt wird. Gier und die Folge, der Titel dieser Folge soll heißen, warum uns Gier nie satt macht. Warum uns die Gier nie satt macht. Mein Schatz. Mein Schatz. Mein Schatz. Ich will mehr meins. Und wir haben natürlich wie immer so ein bisschen überlegt, wie gehen wir durch und fangen auch gerne mal ganz vorne mit einem Mini-Experiment an. Nicht mit der Definition. Und dieses Mini-Experiment, das könnt ihr dann zu Hause mal in euren Gruppen draußen probieren. Es ist eine ganz simple Frage an euch beide von mir. Holger, Christoph, also würdest du, Holger oder du, Christoph, 100 Euro nehmen, wenn jemand anderes dafür 1000 Euro bekommt? Ja.
SPEAKER_03Snapcall. Das war jetzt ganz spontan. Ja, ganz spontan. Wenn du jemand anderes sagst, ist das einer von euch beiden? Nee, das habe ich nicht gesagt. Egal wer.
SPEAKER_01Also so interpretiere ich jetzt mal die Frage hier, die ich nicht mehr ausgedacht habe, aber die hat sich ein schlauer Wissenschaftler ausgedacht.
SPEAKER_03Ja. Also die. Wenn ich so ganz in mich reinfühle, spüre ich so ein klein bisschen Widerstand. Aha. Also, das ist halt keine, das hat jetzt nicht so eine Leichtigkeit. Na klar könnte ich sagen, ja, habe ich ja 100, das ist gut. Aber so ganz, ich bin, also wir sind ja nur, wir sind ja nur zu dritt hier, bin mal ehrlich.
SPEAKER_02Also so ganz ohne, weiß ich nicht, ne? Komisch, bei mir war es so, wenn jemand anders beschenkt wird und ich dafür sogar 100 Euro kriege, klar. Ja.
SPEAKER_01Völlig in Ordnung. Also insofern sind wir ja schon genau beim Thema. Was, also bei dir, Holger, war das ein Snap-Call, wie man im Pokern so sagen würde. Also instant ja gesagt, gecallt, gekauft und ja, du nimmst die 100, aber egal, die 1000 gönnst du. Ja. Völlig unreflektiert.
SPEAKER_02Komplett unreflektiert.
SPEAKER_01Ich meine, du hättest ja auch die 1000 haben können, ne? Im Zweifel.
SPEAKER_02Da habe ich gar nicht drüber nachgedacht. Wirklich nicht, weil mir, also wie du die Frage gestellt hast oder das kleine Experiment gestartet hast, heißt es, jemand anders bekommt 1000 Euro und dafür kriegst du 100, würdest du es machen, ja. Okay.
SPEAKER_01Und was erzeugt bei dir, Christoph, so diesen kleinen inneren Nicht-Widerstand oder dieses Gefühlchen. Gefühlt nenne ich es mal.
SPEAKER_03Also, ich habe ja viel trainiert mit Körper und Emotion. Und das ist so ein, das ist so ein Gefühl, das kommt so aus der Bauchseite und erzeugt so einen kleinen Druck. Und dann sage ich so, hm, also deswegen dachte ich, reflektiere ich mal. Der Kopf sagt sofort, ja klar, der Körper sagt, bist du sicher. Ja, und da sind wir ja schon drin. Der Elefant, ne? Ja, genau. Und deswegen dachte ich so, und wie ist es bei dir?
SPEAKER_01Ich habe lange über diese Frage nachgedacht. Also ich kann das nicht gut beantworten. Tatsächlich. Ich denke zu viel und zu kompliziert. Also wer ist jemand anderes? Das war auch dein Punkt, als ich das gelesen habe. Wieso jemand anderes? Das ist doch für mich nicht realistisch. Wenn es jetzt einer von euch beiden wäre, ja klar, sofort, ja. Und dann 100 zu 1000, also das Zehnfache, fand ich dann auch schon ein bisschen unfair. Aber da bin ich dann rational unterwegs. Thema Gerechtigkeit. Genau. Ja, war spannend. Ich glaube, ich hätte auch keinen Snapcall gemacht, so wie Holger, sondern ich wäre ähnlich wie du, Christoph, bin ich auch ganz ehrlich, so ein bisschen am Zweifeln da unterwegs gewesen.
SPEAKER_03Genau, diese Frage ist jetzt ja leistungsfrei. Die ist leistungsfrei. Wir haben das ja häufig in Unternehmen, wenn du sagst, es gibt zwei Leute, die haben einen vergleichbaren Job gemacht, da kriegt mehr als der andere.
SPEAKER_01Jetzt sind wir schon mal drin.
SPEAKER_03Das ist ja, deswegen, es gibt diese schöne Geschichte von Hirschhausen. Ich erzähle sie einfach mal, weil ich die halt so ist. Ja, Eckhard von Hirschhausen und Gehaltserhöhungsrunde. Ja, Klassiker. Und einem Mitarbeiter beide kriegen eine Gehaltserhöhung, beide waren beim Chef drin. Natürlich dürfen sie nicht drüber reden, das ist ja vollkommen.
SPEAKER_01Das passiert ja auch nie in der Praxis auch.
SPEAKER_03Und dann machen sie natürlich trotzdem. Und dann sagt er, ja, ich darf sie eigentlich nicht sagen, komm, sag, was hast du bekommen? Sagt er 500 Euro, sagt der andere, ach nur. Ach nur, so, ja, ich habe 1000 bekommen. Also am Abend vorher hat natürlich der mit den 500 mit seiner Frau gefeiert und so weiter super und alles toll. Und dann sagt Eckhardt hinterher, und dann kommt dieses schale Gefühl hoch, und dann sagt er, er würde seine 500 sofort zurückgeben, wenn der andere seine 1000 zurückgeben muss. Und das fand ich, das finde ich ein sehr schönes Bild, und da sind wir genau an dem Thema, dass das Gier ganz viel auch mit Vergleich wahrscheinlich zu tun hat.
SPEAKER_01Ja, da kommen wir gleich noch drauf zurück, also auf dieses Thema Vergleich, aber auch auf das Thema Gerechtigkeit und Fairness. Aber wenn wir es mal einsortieren, fangen wir mal wieder vorne an. Also Begriff und Definition. Ja, genau, Christian, GoFoW. Also wir haben in der Begriffsdefinition tatsächlich ein Bedürfnis dahinter, also in der Abgrenzung. Und wir haben aber auch einen Wunsch. Und wir haben hier in der Wissenschaft beschreibt Gier sozusagen, wird Gier beschrieben als ein übermäßiges, oft unstillbares Verlangen nach Ressourcen. So, Ressourcen können sein, jetzt in unserem Kontext hier in unserer Kultur auch Geld, Macht, Status und Besitz. Mein Haus, mein Auto, mein was auch immer. Mein Boot. Mein Boot, so, ne, hier die schöne damalige Werbung einer großen Hamburger Bank. Meine Briefmarkensammlung. Meine Briefmagensammlung. So, und aber in der Psychologie ist es ganz interessant, wird Gier als extreme Form von Motivation plus der Suche nach einer Belohnung gesehen. Also Belohnungssuche. Und wenn wir bei der Belohnung sind, sind wir auch gleich bei diesem Thema eine zentrale Struktur, Belohnungssystem, Nukleus Akumbens. Uh, ja, ja, ja. Ich habe es nachgelesen. Also ich bin ja zwar alter Lateiner, aber nicht das große Latino, aber Nukleus Akumbens, das Belohnungssystem bei uns im Kortext. Und da wird dann immer wieder unterschieden, dass man sagt, okay, Belohnungssystem denkt man ja, ja, das ist doch Glück. Nee, nee, das ist nicht Glück, sondern es steht eigentlich für Wollen. Und wenn wir bei Wollen sind, sind wir so bei haben wollen. Und im Englischen wird das als Wanting bezeichnet. Wow. Wanting. Und dann kommt am Ende raus, man kann immer mehr wollen, ohne zufriedener zu werden. Yes. Und das kennen wir doch irgendwie.
SPEAKER_02Wahrscheinlich, wahrscheinlich werde ich sogar unzufriedener. Ja, so.
SPEAKER_01Habt ihr schon mal beobachtet?
SPEAKER_02Ja. Immer mehr, mehr, mehr. Höher, schneller, weiter, mehr. Ja.
SPEAKER_03Ja, genau. Und das hat kein Ende, ne? Nee. Gibt es nicht. Ich muss gerade so ein bisschen an Casino denken.
SPEAKER_02Ja, klar.
SPEAKER_03Weißt du, wenn der gewinnt jemand und ist erstmal vollkommen begeistert, dann gewinnt er nochmal und dann kommt die Gier und dann gewinnt er so lange, bis alles weg ist.
SPEAKER_01Genau. Ja, ist das die Gier, die da mehr ist, ist das, ich will mehr tatsächlich noch mehr Belohnung und dann irgendwie nicht mehr sehen, dass man jetzt eigentlich den Stopppunkt setzen könnte.
SPEAKER_02Du sagst es gerade, du setzt keinen Stopppunkt und es hört nicht auf. Das heißt, du bist nicht irgendwann in einem Zustand der Zufriedenheit, sondern willst, ah ja, komm, einmal kann ich ja noch. Jetzt nochmal kommen.
SPEAKER_01Die Messlate verschiebt sich, ne? Also wir werden nicht satt.
SPEAKER_03Ich glaube, wir haben das im Pokern gibt es diesen Begriff Tilt. Das heißt, du hast gewonnen, dann verlierst du und verlierst du nochmal und dann willst du das alles zurückhaben. Und dann setzt deinen Kopf aber aus. Und dann musst du aufstehen und aufsetzen. Damit du dich nicht in diesen Stuhl reinziehen lässt.
SPEAKER_01Ja, aber das ist Casino ist das ja beim Roulette, ne? Also ich meine, du verlierst einmal, setzt das Gleiche nochmal auf die, ne, Rot oder Schwarz. 50, 50 Chance, verlierst einmal, da musst du danach das Doppelte, das Vierfache und so weiter. Bis du irgendwo an dem Punkt bist, wo es im Zweifel, wo deine Ressourcen erschöpft sind. Und dann bist du, dann bist du nicht am Arsch. Alles weg ist, genau.
SPEAKER_02Alles weg ist. Sehr spannend, ja. Ja, was natürlich auch spannend ist, wenn du Menschen begegnest mit dieser hohen Gear-Neigung, nennen wir es immer so, dann wirst du sehen, dass ihre Lebenszufriedenheit, trotz ihres vielleicht schon hohen Status, immer eher in Richtung, ich bin nicht zufrieden. Die Lebenszufriedenheit ist eher nicht gut. Das heißt, dieses permanente Streben nach mehr oder was du jetzt gerade gesagt hast, ich wieder nächstes Bonus-Level erreichen, damit ich halt mich selber wiederum Haken setzen kann. Aber dann kommt ja die Messlatte, die bleibt ja nicht da, wo sie ist, sondern sie wird wieder höher gesetzt. Das heißt also, dieser Kontext zwischen Gear und Neid, weil ich gucke natürlich dann auch rechts und links und dann wird die Gear nochmal angefeuert. Ja, das könnte sein, ne? Ja, das ist leider sehr krass. Und es wurden ja auch Verhaltenstests dazu durchgeführt. Und was man sehen kann, ein Mensch, der gierig ist, gibt seltener und auch ungern ab. Ja, klar, genau. Passt ja auch nicht zusammen. Haben kommt von Halten. Genau. Und ich muss das doch, was ich habe, halten, sonst verliere ich ja vielleicht meinen Status oder mein Ansehen oder ähnliches. Und ich muss ja nach oben was drauflegen, damit ich noch mehr Status und noch mehr sozusagen Anerkennung bekomme. Und da wird es dann wirklich irgendwann kritisch. Auch Regeln. Regeln im Sinne von Regularien sind ja dafür da, dass man vielleicht auch gewisse Grenzen einhält. Diese Grenzen werden überschritten.
SPEAKER_01Ja, die werden überschritten. Und ich glaube, also da müssen wir mal gucken. Es ist ja ganz interessant, die Gier ist ja so alt wie die Menschheit. Also das schon Aristoteles, griechisphilosoph, hat gesagt, dass Maßhalten eine Tugend sei. Schon spannend. Und auf der anderen Seite steht irgendwo in der Bibel, dass Gier eine der sieben Todsünden ist. Also auch spannend. Das hat es also schon immer gegeben. Ja, die Maßlosigkeit. Die Maßlosigkeit.
SPEAKER_03Genau, ja, das ist natürlich klar.
SPEAKER_01Ja, ja, so, ne? Völle, Überfluss.
SPEAKER_03So herrlich, ich muss, wenn ich an Maßlosigkeit, muss ich an einem Bild aus meiner Jugend denken. War doch sehr lustig. Oh, jetzt kommt was der Warte. Ich habe irgendwann mit, ich glaube mit 16 habe ich angefangen, Bridge zu lernen. Bridge ist ja ein hochkomplexes Kartenspiel und habe ich einen Volkshochschulkurs gemacht und habe dann Bridge gespielt und dann gab es immer so Einladungen, hat also jemand bei sich zu Hause eingeladen, da gab es so ein Buffet und dann kamen halt so 30 Leute, 30 Spieler und so dahin. Und dann habe ich einen Menschen erlebt, das war das Beispiel für Gier. Und ich nenne das mal Abwesenheit von Fremdschäden. Auch schön. Also dann eröffnete also die Gastgeberin den Abend und was machte er? Er nahm seinen Stuhl und setzte sich ans Buffet und begann zu essen. Vom direkt am Buffet. Hat sich ans Buffet gesetzt und fing an, da die Sachen reinzuschaufeln. Während sie noch die Begrüßung machte. Und da hatte ich so, also ich glaube, deswegen Fremdschämen und Gier. Ja.
SPEAKER_01Also ich meine, die Beobachtung, die du da gemacht hast, ich weiß nicht, ob ihr mal, ich war mal auch mal, da kann ich ja nicht verhehlen, auch mal in einem sogenannten All-Inclusive-Hotel. Und wenn du dann dir teilweise mal das Verhalten dort auch anschaust am Buffet mit den Tellern, ich meine, die Buffets werden natürlich irgendwann erst weggeräumt, aber die werden nicht von Eröffnung des Befühls jetzt weggeräumt. Und was passiert? Gefühlt ist jeder Teller doppelt bis dreifach überfüllt. Abfressen. Abfressen und bloß alles drauflegen, weil dann habe ich es ja. Das ist doch auch irgendwie eine Symptomatik, oder? Ja, total. Die da einzahlt.
SPEAKER_03Und dann haben wir wahrscheinlich den einen Faktor, das steht mir zu.
SPEAKER_01Ja, ich habe es ja auch bezahlt, ist ja all-in.
SPEAKER_03Also steht es mir zu. Ja, steht mir zu. Und ich kann nicht genug für mein Geld bekommen. Ja, ja, okay. So, und das ist krass, ne? Vielleicht könnte was drin sein, genau.
SPEAKER_01Dann haben wir noch ein Thema, das kommt aus der Sozialforschung. Gier ist, und ich glaube, also das beobachte ich in Deutschland doch sehr stark. Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber Gier ist sehr stark vergleichsgetrieben. Klar. Also man nennt das im Kontext der Wissenschaft relative Deprivation, Deprivation. Also nicht die Frage, was habe ich, sondern habe ich mehr als andere? Habe ich mehr als andere. Und das ist in unserer Gesellschaft schon ein Thema, oder? Ja, ja. Also ist das nur meine Beobachtung.
SPEAKER_02Nö, guck dich jetzt mal selber an, Christian. Du wirst jetzt anstatt in deinem Auto X, wir wollen ja hier keine Schleichwerkung machen, da heißt es ein schönes Auto, kann ich sagen, und ein Cabrio. Aber jetzt setze ich dich mal in ein wirklich altes gebrautes Auto. Und jetzt fährst du mal die gleiche Strecke zurück. Wie fühlst du dich dann in dem Auto im Vergleich zu deinem eigenen Auto? Dann steht neben dir ein G-Klasse. So, und jetzt guckst du zu dem hoch in deiner alten kaputten Schlorre. Und wie guckt er dich an und wie guckst du ihn an?
SPEAKER_01Ja, weiß ich nicht. Also ob das auf mich zutreffen würde. Ich weiß, was du meinst, ich weiß auch, wo du herkommst. Ich kann das aber für mich nicht so in Anspruch nehmen. Also Autos sind mir nicht so wichtig an der Stelle tatsächlich. Ich könnte auch mit dem kaputten Auto fahren. Ob ich es will, ist eine andere Frage, aber ich kann und ich muss auch nicht das andere Auto fahren. Aber ich kann es mir leisten. Und das ist, glaube ich, ein Unterschied. Ich kann mir ein anderes Auto leisten, während ich manchmal das Gefühl habe, dass einige Menschen da durchaus konsumgetrieben über ihre Verhältnisse leben und sich Dinge anschaffen. Oder Autos fahren, die sie sich nicht leisten können.
SPEAKER_02Das ist eine Kompensation von mangelndem Selbstbewusstsein. Ist das so? Ja, das ist ganz schlimm. Und in dem Moment, Leute fühlen sich ja im wahrsten Sinne erhaben, weil sie ein teures Auto verhindern. Ein Status, ne? Ein Statusvergleich. Und in diesem Status, genau, kommt automatisch dieser soziale Vergleich. Der kann sich das leisten, ich nicht. Ich muss hier sogar, keine Ahnung, ein Auto fahren, wo ich halt in dem Moment mir für die, keine Ahnung, 20 Minuten irgendwie so ein Ride, ne, Paint Ride oder sowas hole. Ja, das ist, das ist schon krass, was da betrieben wird. Und natürlich, je lauter, je schneller und je teurer, desto mehr Selbstbewusstsein befindet sich im Auto und in dem Moment, wenn du diesen, genau diese Person austauschen wirst und sagen wirst, so, jetzt setze ich dich mal in ein und du musst die gleiche Strecke nochmal fahren. Der Mensch guckt dich ganz anders an, verhält sich auch ganz, hat auch weniger Blickkontakt mit anderen Menschen, weil es natürlich für Leid für ihn shit peinlich ist. Das ist diese soziale Kontrolle, die in dem Moment auch ein Stück weit verloren geht, leider Gottes. Und auf der anderen Seite, die Regeln gehen verloren, wenn manche Leute in solchen Autos sich befinden, weil sie in dem Moment sagen, ich habe jetzt Sonderrechte. Also auch das passiert in dem Kopf. Also was Gier und The Factor Night und Co. Alles mit uns macht, ist es schon echt vielfältig. Die haben in dem Moment das Recht, mit einem schnellen Auto in einer Zone 30 trotzdem 50 zu fahren, glauben sie.
SPEAKER_01Da passiert schon echt viel. Vorhin war ich am Flughafen ein schönes Beispiel erlebt, dann war das auch so. Am Flughafen Hamburg gibt es ja diese absoluten Sperrzonen. Du darfst eigentlich nirgendwo parken. Auch nicht für ein paar Sekündchen, um jemanden einsteigen zu lassen. Und jetzt könnte ich sagen, der Klassiker, ein großes, wirklich sehr großes Auto mit dunklen Scheiben und Schwarz, parkte einerseits vor dem Zebrastreifen, aber nicht um jemanden rübergehen zu lassen, sondern um eine Gruppe von Menschen abzuholen, einsteigen zu lassen und hinter ihm war eine Schlange von 20 Autos. In einer absoluten Haltverbotszone, wo du denkst, sag mal, geht's noch so in deinem System? Und ich glaube, da haben wir ganz viele Beispiele so.
SPEAKER_03Aber da sind wir wahrscheinlich in so einem Bereich, wo die Gier vorher stattgefunden hat.
SPEAKER_01Vorher schon und jetzt dann die Haltung dazu. Jetzt hast du hast du deine Statuskontrollen geschaffen. Ja, genau. Und jetzt kann ich mir das auch.
SPEAKER_03Ich glaube, das ist so da, das ist das Ergebnis. Demonstration. Weil ich habe bei der Gier das Gefühl, dass sie zu den Emotionen gehört, die sich deiner Kontrolle entziehen. Wenn die Gier wirklich Überhand nimmt, dann merke ich nichts mehr. Das ist so dieses.
SPEAKER_01Ja, irgendwie keine, wie sagtest du vorhin, keine Messleite, keine Grenzen. Genau. No boundaries. Keine Selbstboundung. Und die Ethik ist komplett im Eimer.
SPEAKER_03Das ist dann Hauptsache, also es hat was extrem Egomanisches. Hauptsache ich. Also das, was man vorhin hat mit den Buffets und so weiter, wo ich sage, ganz egal, so Ellenbogen.
SPEAKER_01Ich meine, ein bekannter deutscher Fußballmanager hat es ja zugegeben, der ist dafür in Knast gegangen. Er war an einem Punkt angelangt, wo er nicht mehr die Selbstkontrolle hatte. Immer mehr, immer mehr, immer mehr gezockt mit einer Börse und dann auch Gietsteuern nicht bezahlt. Weil er meinte, das war nicht notwendig. Ich weiß nicht, ob das Gier war, aber ich glaube schon, dass das ein gewisser Trieb dahinter war.
SPEAKER_03Kannst du mir vorstellen. Und deswegen das Thema Gier macht niemals glücklich, weil du niemals genug haben kannst, per Definition.
SPEAKER_01Ja, ne, das ist so.
SPEAKER_02Ja, ich definiere es ja nochmal ein bisschen brutaler, Gierfristhirn. Ja. Schaltet so ein bisschen gewisse, ich sage jetzt mal, gewisse Grundregeln oder gewisse Wertesysteme bei uns leider Gottes aus, was ich sehr, sehr schade finde. Und ich finde, grundsätzlich ambitionierte Menschen, die auch mehr erreichen wollen, super gut. Wenn sie es nicht übertreiben, aber Gier schaltet ja dieses Thema Ambitionen aus. Das heißt, das ist ja, da geht es ja in die Übertreibung.
SPEAKER_03Da geht es ja, da wird es für mich betrachtet, angenommen. Wir können mal wieder den Globe auf Emotions zu Rate ziehen. Weil die Deep, die es gibt ja die Interferenzemotionen, die ungünstig sind. Das heißt also eine Emotion, die nicht konstruktiv ist. Ich glaube, wir können uns darauf einigen, dass Gier nicht konstruktiv ist.
SPEAKER_02Warte. Lass mich kurz.
SPEAKER_01Ich sag mal, Jein, also zum großen Teil ja, aber es gibt eben auch Überlegungen, wo Gier durchaus, und da gehe ich ja in die Forschung, auch das Thema Innovation treiben kann. Also die Gier, die nach mehr Wissen. Und das ist Innovationsforschung.
SPEAKER_03Ja gut, die deutsche Sprache hat dem einen Namen gegeben, das ist die Neugier. Die Neugier.
SPEAKER_01Sehr schön. Klassischer Konter. Wunderbar. Applaus, wow. Die Gier nach Neugier.
SPEAKER_03Die Neugier. Das ist so genau.
SPEAKER_02Christoph lässt sich nicht alles teilen.
SPEAKER_03Sehr schön. Und interessanterweise, die Neugier ist ja im Globe of Emotional eine Basis-Emotion. Und wenn sie sich aber mit Zorn, mit Zorn zusammenbindet. Also Erstaunen und Zorn. Erstaunen und Zorn. Also wir sagen ja immer, Erstaunen ist unser bildgebendes Verfahren, ich sehe das alles vor mir. Und ich will meine Macht ausspielen, das alles zu haben. Aus dem Zorn kommt das Haben, dann ist ganz interessant, in der Mitte zwischen Zorn und Erstaunen liegt die Freude. Und die Freude ist Emotion des Ankommens. Und wir können auch Freude nehmen an sich. Wenn ich immer nur mehr will, ich werde nie Freude haben. Nee, ich komme nicht an. Das kann nicht sein. Und was wir jetzt auch haben, wo wir gesagt haben, die Emotion übernimmt, neben dem Erstaunen liegt die Emotion der Klarheit. Das heißt, das klare, unser klares Positionieren und zu Ort fehlt verloren. Und so haben wir schon einen, haben wir einen Cocktail hier, der uns zeigt, diese Emotion, die treibt uns mehr, als dass wir sie kontrollieren. Und der schöne Begriff der Neugier, der ist super. Es kommt halt und das kippt sein eigenes.
SPEAKER_02Das kippt durch diese Kombination, die ist dann in dem Moment tatsächlich ungesund. Also aus meiner Betrachtung ungesund. Und denn dieser Zustand, des nie ankommens oder des nie zufriedenseins, der kann nicht gesund, der kann nicht gut sein, weil letztendlich lässt er mich wahrscheinlich nicht mal genug schlafen, weil da ist gerade wieder mein Nachbar, der hat auch gerade das und das gemacht hat und jetzt muss ich da noch oben einen drauflegen. Also wie schaffe ich es, immer oben drauf und immer einen weiter zu sein?
SPEAKER_01Ja, aber das ist für mich natürlich, also wenn ich mir das mal anschaue, ist natürlich ein echtes Problem. Also wir haben evolutionär betrachtet, haben wir irgendwie ein Steinzeitgehirn. Weil früher war ja das Ressourcensammeln überlebenswichtig, klar. So, und jetzt sind wir mit unserem Ressourcengehirn hier in der modernen Welt angekommen. Und dann kommt das Belohnungssystem und Dopamin dazu und auf einmal habe ich eine Smartphone und die Sucht nach mehr Likes und den Konsum dieser ist allgegenwärtig. Man könnte fragen, ist Gier heute ein Bug oder ein Feature? Ja, also das fand ich ja ganz interessant, Gedankengang. Und dann kommt ja noch hinzu, unser Gesellschaftssystem und das Wirtschaftssystem, in dem wir leben. Also Kapitalismus oder auch soziale Marktwirtschaft in Deutschland ist letztendlich auf dem Basisprinzip des Wachstums gebaut. So, und ohne funktioniert das nicht so gut. Sehen wir ja auch gerade, wir haben kein Wachstum. So, was machen wir denn jetzt? Und dann haben wir noch Social Media, da geht es nur um Vergleich. Also habe ich jetzt 100.000, eine Million oder zehn Millionen Follower. Und dann kommen noch, was du gesagt hast, Hirschhausen, ne, Boni macht Statussymbolgehalt. Das ist doch Wahnsinn. Also brauchen wir das irgendwie, brauchen wir Gier für Fortschritt? Und dann kommen zwar Neugier in der Wissenschaft, aber brauchen wir die Gier. Also ich finde es schwierig. Ich finde es echt schwer.
SPEAKER_02Ja, sich dem System zu entziehen. Genau, schauen wir uns. Kampagnen an, die draußen sind. Genau. Ich will dann Part of sein. Und dieses FOMO, Fear of Missing Out. Ja, FOMO. Was ist jetzt FOMO? Das ist so Fear of Missing Out. Ja, das ist so krass. Weil wenn ich nicht dabei bin und ich werde nicht eingeladen zu der Veranstaltung, das ist die Gier, ich muss noch wichtiger und ich möchte noch dreimal dann in der Zeitung erscheinen. Also wir haben ja dieses Phänomen an so vielen Dingen und wenn du nicht mehr diesen Zufriedenheitsstatus erreichst, das ist halt dieser Dauerzustand nie genug, der ist absolut kritisch. Der ist tödlich, gerne.
SPEAKER_01Aber wie gehen wir damit um? Wir kommen ja so langsam auch mal so zum Schluss. Wir haben ja noch ein paar Tipps mitgeben. Wie können wir denn jetzt mit dieser Gier gelassener umgehen? Bei sich, also bei dir selbst, bei uns und auch bei anderen.
SPEAKER_02Vielleicht erstmal einen Selbstcheck für unsere lieben Hörer. Wir stellen einfach mal ein paar Fragen, vielleicht jeder von uns eine. Stellt euch mal selbst die Frage, will ich immer mehr haben? Ich will immer mehr haben. Also ist das so? Oder gibt es auch bei mir einen Zustand der Zufriedenheit? Das wäre eine von den Fragen.
SPEAKER_01Ja, oder andersfollered, also ich würde es umformulieren, will ich das wirklich oder will ich nur mehr? Will ich das wirklich oder will ich nur mehr?
SPEAKER_03Ja, das ist eine gute Frage.
SPEAKER_01Genau. Das ist nämlich für mich die Kernfrage. Will ich das wirklich oder will ich nur mehr?
SPEAKER_03Genau. Und bin ich zufrieden? Das ist eine kleine Frage. Kann ich, also es gibt diese schöne Coaching-Frage, die wir immer wieder benutzen, dass ich sagen, du hast so ein Ziel, was du unbedingt erreichen willst. Und dann kommt die Frage, was ist denn, wenn du da bist? Was kommt dann? Was ist denn dann? Ja, was ist denn dann? Was ist denn dann? Und das ist ein bisschen dieses Ding, das Thema hier. Ich sage, will ich will ich will das? Okay, verstanden. Wenn nicht mehr davon, mag sein, aber wenn es keine Grenze gibt, dann gebe ich die Macht über die Emotion ab. Und dann sind wir nicht mehr emotional souverän. Und das ist genau unser Spiel, wo wir sagen, sich das bewusst zu machen. Finde ich ein sehr schönes Ding. Es gibt diese schöne Geschichte von Buddha, der mit seinen Mönchen durch die Lande marschiert und dann sitzen sie auf einem Berg und dann kommt einer vorbeigerannt und ist vollkommen fertig, weil eine seiner Ziegen weg ist. Und er sucht und sucht und findet sie nicht. Und ist vollkommen gestresst und dergleichen. Und dann gucken sie sich so an, sagt, Bruder, irgendwie, mein Gott, wie gut geht es uns, dass wir gar keine Ziege haben. Ja, genau. Ja, ja. Weil so ein schönes Bild so. Turn Black and the White. Einfach mal umdrehen. Dass wir besitzlos sind.
SPEAKER_02Ja. Ja, aber das sind jetzt, genau, diese Fragen, was du jetzt gesagt hast, mit Zufriedenheit oder was ich jetzt gesagt habe oder was Christian gesagt hat, schaut mal in euch selbst hinein, wie viel ihr davon mit Ja oder Nee, so ist es bei mir nicht, beantworten könnt. Und dann werdet ihr merken, das ist so ein kleines Diagnosel-Label, was ihr euch selber geben könnt. Wenn ihr zu oft Ja sagt, ja, ich bin nicht richtig zufrieden, ja, ich will immer mehr haben und für mich ist das, welchen Zustand ich gerade erreicht habe, auch nicht genug. Dann solltet ihr euch selber fragen, ob ihr nicht schon eine sogenannte Gear-Tendenz habt. Ein Gear-Marker.
SPEAKER_03Ein Gear-Marker. Ganz genau. Und damit, ich glaube, was auch heute klar geworden ist, dass je gieriger die Menschen sind, umso weniger empathisch sind sie.
SPEAKER_01Das ist ein ganz wichtiger Zusammenhang. Ich glaube, das unterschreibe ich sofort. Weil du guckst gar nicht mehr auf die anderen.
SPEAKER_03Du bist nur bei dir. Genau. Und dann kommen wir in so ein Bild, das gibt es auch so ein, dieses Thema, Hauptsache, ich habe mehr, auch wenn du dafür weniger hast. Zu lassen anderes ein anderer und das natürlich. Und da bin ich raus, das würde ich, da kommen wir in eine Ethik, die nicht funktioniert.
SPEAKER_01Funktioniert nicht, aber haben wir leider viel zu selten, also viel zu oft.
SPEAKER_02Es gibt über die Zustand bei mir, da muss ich ja sagen, vielleicht ist es Neugier, aber auf jeden Fall ist eine Form der Gier. Also was ich tatsächlich nicht erreichen werde, ist immer den Zustand der Zufriedenheit. Ich will immer noch dazu lernen. Und das ist auch eine Form von Gier.
SPEAKER_01Aber genau, aber da sind wir, glaube ich. Da sind wir schon in einem anderen Kontext. Weil die Frage ist nämlich, wenn du das Thema Lernen nimmst, ist das ein materielles Gut oder eben ein immaterielles für dich ein wichtiges. Aber wenn du es in Ressourcen formen, dann ist es eben nicht Geld, Macht, Status oder sonst was, sondern es ist ein innerer Antrieb. Ja, definitiv.
SPEAKER_03Aber auch das hat so ein Haltungsthema. Es gibt da ein schönes Bild zu. Ich will immer lernen und dann gibt es diesen schönen Satz, sind wir alle Wissensriesen und Umsetzungszwerge. Umsetzungszwerge. Guter Punkt. Weil ich will immer mehr lernen. Ich habe das im Seminar so hoffe gehabt, komm, wir wollen immer was Neues machen, aber es bloß nie ausprobieren.
SPEAKER_01Ja, das glaube ich auch schon mal gesagt. Viele Leute in der Coaching-Ausbildung, dann noch ein Seminar und noch ein Seminar, bis sie dann, ich sage, wann fangt ihr denn an? Genau. Komm nochmal ins machen, komm mal ins tun.
SPEAKER_02Das große Problem, einfach mal machen in unserer Mannschaft.
SPEAKER_03Und das ist natürlich bei der Gier, wenn wir das die Wissensgier haben, kann das auch die Rückseite sein.
SPEAKER_01Wenn wir auf Tipps gehen, da haben wir so drei Routinen. Also es gibt so ein paar Möglichkeiten, damit umzugehen. Das eine fand ich ganz interessant, Christoph, du hattest jetzt gemacht, dieser sogenannte Enough-Maker oder Marker, nicht Maker, Marker. Also erklär mal.
SPEAKER_03Genau, also am Ende sagst du, bevor ich anfange, setze ich mir ein Ziel, wo ich sage, wenn ich da bin, dann definiere ich meinen emotionalen Zustand als zufrieden. Und dann bin ich da und dann darf ich das auch feiern. Und darf ich auch sagen, was, was? Und jetzt halte ich inne und sage, das habe ich geschafft, großartig. Und mache was damit. Und dieses, ich finde das super, wenn man sich vorher mal bewusst macht, ob es Geld ist, ob es eine Position ist, ob es was auch immer es ist. Oder eine Fähigkeit oder eine Ausbildung.
SPEAKER_01Ja, Holger hat auch noch einen Tipp, das weiß ich, das ist so dein, das hast du auch im Intro gesagt.
SPEAKER_02Ja, das Thema Dankbarkeit.
SPEAKER_01Dankbarkeit, genau.
SPEAKER_02Das sollte eine Routine sein, sich einfach bewusst machen, wirklich klar machen, ich habe heute etwas Tolles erlebt. Also jetzt zum Beispiel der Podcast mit euch. Ich bin darüber dankbar, dass ich hier sein kann. Ich bin darüber dankbar und deshalb kann man sich darüber freuen. Und man kann auch mehr als nur einen Punkt nehmen, man kann auch zwei oder drei Punkte nehmen. Und dann seht ihr, es ist kein Mangeldenken mehr, sondern ein Erfülltsein-Denken. Und das macht eine Menge mit euch, das kann ich versprechen.
SPEAKER_01Ich habe einen sehr praktischen Tipp, auch an mir schon ausprobiert, funktioniert, kann ich bestätigen. Also wir haben ja so das Thema auch, es ist ja so schön einfach geworden, heute online shoppen zu gehen. So einfach One-Click-Shopping, so ein Klick und du kaufst. Und da habe ich mittlerweile so zwei Tipps und einmal nicht sofort drauf drücken, sondern vielleicht doch mal zehn Sekunden warten. Und das können sehr lange zehn Sekunden werden. Oder bei größeren Entscheidungen auch wirklich 24 Stunden. Und der Grund, weswegen man sagt 24 Stunden, ist, dass das Belohnungssystem dann irgendwie das nicht mehr so spannend findet am nächsten Tag.
SPEAKER_03Das finde ich ganz interessant. Das ist das cool. Das mache ich ganz häufig, dass ich das dann, ich lege es in den Warenkorb und lässt es erstmal liegen.
SPEAKER_01Genau.
SPEAKER_03Und dann die Frage, brauche ich es wirklich? Und dann kriegst du andauernd wunderschöne Erinnerung, da wäre noch was. Da wäre noch was genauer. Und das kann auch genau bewirken, dass man sagt, brauche ich es wirklich? Finde ich ein ganz schönes Ding.
SPEAKER_01Das Problem, was ich sehe, ist heute, und das ist mir vorhin wieder so gegangen, da hat sich irgendwo ein Abbbuchung bei mir gemeldet von irgendeinem Abo, was ich schon nicht mehr wusste. Und ich bin so genervt, dass mir das durchrutscht ist. Und das ist sozusagen die Flip Side von dem Ganzen. Also ja, man kann das liegen lassen, aber bei Abos ist es schwierig. Nee, nee. Die muss den Blick haben. Gleich kündigen sofort kündigen.
SPEAKER_03Genau, einfach machen, sofort.
SPEAKER_02Ich habe gestern gar nichts bei gekündigt. Aber passiert ganz schnell, dass das durchrutscht. Ja, definitiv. Nur wobei ich, ich bin dann, jetzt kommt der Struggiolger, ey. Ich lege mir dann tatsächlich Termine, wo ich genau sage, jetzt zum Beispiel am Samstag, will ich noch haben. Dann gucke ich rein, gucke, wie oft ich es benutze. Das ist so wie mit meinem Kleiderschrank, da bin ich ganz brutal. Ich gucke da rein und sage, wie lange habe ich es? Habe ich es angezogen? Ja, nein. Nein, raus. Dann habe ich auch wieder Platz. So ähnlich sollten wir grundsätzlich denken. Aber wer hat denn auch gesagt, dass du kein Strucki bist? Weiß ich nicht. Hat das jemand gesagt?
SPEAKER_01Du hast selber gesagt jetzt.
SPEAKER_02Nicht wir gesagt. Nee, weil du Edge gesagt hast.
SPEAKER_04Nein.
SPEAKER_02Das war wichtig.
SPEAKER_01Die Vorreuterrolle als Strucki hat hier unser Christ. Ja, danke, danke. Deshalb schließen wir jetzt auch so langsam, deshalb schließen wir so langsam und kommen zum Ende. Vielleicht noch ein letzter Punkt, also diese kleinen Methoden. Es gibt ja auch das Thema Umgang, also emotionale Gelassenheit. Da haben wir die Achtsamkeit, das haben wir schon ein paar Mal angesprochen, immer wieder. Aber auch nicht zu unterschätzen, wissen wir alle drei, sehr gut. Körperliche Bewegung hilft immer. Und zunehmender Trend und auch ein richtig schwieriges Thema, Digital Detox.
SPEAKER_03Ja, das stimmt.
SPEAKER_01Also ja, ja, mal wieder ein gutes Buch lesen und nicht irgendwie online und hier und da und nochmal und gucken. Und weniger Reiz, damit auch weniger haben wollen. So und das andere Thema, abschließend jetzt noch, der Umgang mit den gierigen Menschen. Finde ich ja auch mal spannend. Also da habe ich jetzt gelernt, so in meiner Welt hilft es nichts, da als Moralapostel aufzutreten. Das funktioniert nicht. Sondern ich gehe dann immer so in dieses Verstehen. Also ich innerlich habe ich so diesen Rhythmus, ich sage mir, oh, das ist ja interessant, wie der Mensch auftritt. Und oft ist die Gier nämlich eine Spiegelung aus Unsicherheit und Angst. Und das, was du sagst, Christoph, da überlagern sich ja zwei Emotionen. So, und deshalb kann man dann mit solchen Menschen auch ganz anders umgehen. Und auch definitiv Grenzen setzen. Also für mich gibt es auch moralisch-ethische Grenzen, mache ich nicht mit. Ich glaube, das geht jedem so. Und was ich überhaupt nicht tue, aber andere tun das, dieses Invergleichsspiralen einzusteigen. Das ist so ein Riesending. Das ist schon schwer.
SPEAKER_03Ja, das ist ja vielleicht einfach auch mal eine Frage stellen: so, warst du schon mal zufrieden?
SPEAKER_01Tja. Wann war das? Ja, das ist die falsche Frage. Wann bist du zufrieden? Oder womit? Weil warst du, ist ja Ja, nein, das ist ja geschlossen. Ja, manchmal ist eine Ja-Nein-Frage gar nicht so schlecht. Ja, natürlich. Ja, ja, natürlich.
SPEAKER_03Und dann machen wir genau.
SPEAKER_01Ja, also ich denke, eine schöne Folge zum Thema Gier. Das war es von uns dreien hier heute Nachmittag. Ja. Eine neue Folge. Bleibt uns gewogen. Schreibt uns gerne an info3m-podcast.de. Alles zum Thema der Basisemotionen natürlich auf www.globofemotions.com. Oder bei uns dreien im LinkedIn-Profil. Oder sonst wo. You're welcome. Hat viel Spaß genau. Seid neugierig, aber nicht gierig. Ja. Bleibt uns gewogen. Vielen Dank. Dankeschön.
SPEAKER_02Ciao. Ciao. Vielen Dank, dass ihr dabei gewesen seid. Wir freuen uns auf euer Feedback auf www.3m-podcast.de.
SPEAKER_03Und sollte es Themen geben, die euch so sehr interessieren, dass ihr sagt, könnt ihr die nicht mal in eurem Podcast diskutieren, schreibt uns eine Mail an info at 3m-podcast.de
Podcasts we love
Check out these other fine podcasts recommended by us, not an algorithm.