wie man‘s nimmt

Donna Savage - Hip Hop is a Superpower

Sarah Pia Liebe

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Donna Savage macht Hau drauf Hip Hop in Wien. Ehrlich und authentisch. Wie sie dazu gekommen ist und warum Dosen und Marker einfach besser schmecken als Champagner und Rosen hört ihr in dieser Episode. Bashing ist clearly out of fashion gekommen, aber einen klaren Geschmack sollte man schon haben, findet ihr nicht auch? Wie kommt man dazu Rap zu machen? Was sind Momente des Zweifelns? Gibt es Techniken, um die eigene Stimme zu finden? All das und viel mehr hört ihr hier. 

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Spotify: DONNA SAVAGE
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SPEAKER_03

Donna macht Rap in Wien. Ehrlich und authentisch. Mehr müsste ich eigentlich gar nichts sagen, um es schon auf den Punkt zu bringen, aber es lohnt sich auf jeden Fall genauer hinzusehen und hinzuhören. Hinter fast jeder Lein versteckt sich eine höhere zweite Story. Dafür haben Donna und ich uns heute die Zeit genommen, um die auch mal zu erzählen. Dafür bleibt in den meisten Fiction L gerappten Bars nämlich überhaupt keine Zeit. Wie kommt man dazu, Rap zu machen? Wie geht man mit Momenten des Zweifels um? Und warum schmecken Marker und Dosen eigentlich so viel besser als Champagner und Rosen? Außerdem hat Donna ein Paratschläge parat, wie man mit Abuse im näheren Umfeld umgehen kann und sollte. Sorry for the hard cut amendment. Okay. Ohne weitere Umschweife and for all weitere Verzögerungen. Let's go. Donald, du hast super früh schon begonnen, Hip-Hop zu machen und einen anderen Alias and with another attitude. Aber jetzt würde mich halt interessieren, wie es jetzt gerade ausschaut. Du hast acht Singles herausgebracht, an EP namens Ballerfrauen anders noch ganz viele videos, which helfen. You were designed by Wave Planet Records. Oh my god, Wife. Also, so the hard facts. And now make a deep dive. When has you this last one loud or in a text game?

SPEAKER_01

I think 18 was my best friend so ein Beat angemacht and me stift and papier in the hand gedrückt. When du Basta Rams rappen kannst, dann kannst du auch selber rappen und schreib einfach mal was. Du hast genug to talk about so we were in a Freundesgruppe, where viele Leute gerapped haben, and ich habe das nie in Betracht gezogen, selber zu machen, aber irgendwie war es ein chilliger Nachmittag. Es hat irgendwie total Sinn ergeben. Und der hat auch eine Möglichkeit gehabt to record and then we're direct aufgenommen. Ich war da zum Supporten. And auf einmal aus dem Nichts beginnt halt dieser Beat, auf dem ich recorded hatte, zu spielen. And er schreit so ins Mikro, hey Alice, komm auf die Bühne. And ich war so, ah, du Pisser, Alter. And wusste, das habt ihr überhaupt nicht damit gerechnet. Und da habe ich auch direkt eben zwei Wochen später meinen ersten Auftritt sozusagen gehabt. Und hab dann einfach auf der Bühne, so ich war ja schon seit ich klein, war auf der Bühne wegen Tanzen und so, wegen Breakdance und Popping-Locking, also auf der Bühne stehen an sich war kein Problem, aber halt nicht in dem Surrounding. Das war halt alles sehr, sehr neu. Hat mir aber total Spaß gemacht. Und dann war es halt irgendwie so, hat sich das so ergeben, dass ich dann auch selber geschrieben habe und irgendwie damals dann mit Mucke begonnen habe.

SPEAKER_03

Very nice. 2021 hast du dann Ja Ja rausgebracht, also einer deiner Singles. Und du rappst da. Ich weiß das jetzt vielleicht so ein bisschen, aber I wanna have a statement. So irgendwo. Du rapst, ich bin auf die Fresse und nicht Baby gib ihm. Und damit machst du ja eine ziemlich klare Reference an Sheerin Davids gehypten Track, Gib ihm.

SPEAKER_01

Yeah.

SPEAKER_03

And wie bist du zu dem Phrase gekommen?

SPEAKER_01

Man muss dazu sagen, der Song Ja hat schon zu dem Zeitpunkt zwei Jahre existiert. And Shereen hat ganz schön nachgelegt in dieser Zeit, aber ich hatte keinen, ich hab ehrlich gesagt so, okay, drauf geschissen. Die, die checken, werden checken. Mittlerweile so, ich feier Shereen, so ich höre sie persönlich nicht so, weil es einfach nicht so mein Vibe ist, wie sie mit ihrer Stimme umgeht. Aber ich finde mittlerweile würde ich sowas, glaube ich, nicht mehr jetzt im At the moment schreiben. Weil es irgendwie, ich will andere Frauen nicht shaden und so, ist einfach irgendwie nicht notwendig. Und keine Ahnung, soll jeder seinen Scheiß machen. Sie hat genug für uns alle getan. Aber ich glaube, was damals so ein bisschen mein Film war, war halt so ein, okay, du bist halt einfach eine Industry-Plant. Du bist für mich keine Rapperin an sich, die ihre Texte selber schreibt. Oder die alles, was gibt ihm vor allem damals, diese erste Single, das war ja auch ihre fette erste Single. Alles, was das verkörpert hat, war so ein Okay, we have a pretty girl, let's make her a pop star. Und das ist mir ein bisschen so am Arsch gegangen, wo ich mir dachte: Keine Ahnung, wenn du das selber fühlt, die war halt vorher irgendwie YouTube Star and Influencen and this and this. Und dann war halt so ein Ja lustig, lass halt einen Song machen. Ich finde, das war halt damals nicht so wirklich ernst zu nehmen. Und mittlerweile denke ich mir, und es war halt auch irgendwie die Art, wie das alles präsentiert wurde. Das war halt so ein Irgendwie, ich bin voll für starke Persönlichkeiten anders, die sich durchsetzen anders, so gib ihm alter, was so. Aber es hat so unnatürlich anders and so unecht gewirkt. Das hat wie als hätten sie eine Maske aufgesetzt anders, so du verkörperst jetzt Frauenpower. Und irgendwie habe ich das einfach nicht abgekauft. And that was so ein bisschen the reference auf so, keine Ahnung. Ich bin kein Baby Gibim, damit mein ich halt einfach irgendwie, wie sagt man das jetzt? So auf die Art, ich bin real, weil ich brauche keine Geschichten erzählen, ich brauche nicht mich. Auch wenn so dein einziges Alleinstellungsmerkmal ist, ist, dass du eine Frau bist. Keine Ahnung. Und das war halt auch ein bisschen ihr Aufhänger. So ein Ahnung, auch the says, the attitude, ich habe das nicht abgekauft einfach. Und es hat mich dann irgendwie, weiß ich sein. Weil auch damals dann irgendwie jede Frau, die gerappt hat, wurde halt mit Shereen verglichen. Und das war so ein, falls, weil ich wollte ja, das war ja so mein Introduction-Song und das war so ein, hey, damit ich es euch mal klar machen kann, ich bin auf jeden Fall nicht das.

SPEAKER_03

Keine Weiterführung von Dr. Betray. There's something different. Lady Betray.

SPEAKER_01

Ja, und Lady Betray war auch so, Alter, die hat mich ja so aufgeregt, jahrelang. Und dann irgendwann habe ich halt gecheckt, dass sie so einfach einen Film fährt und das halt eigentlich für so eine Studie für ihre Uni und so benutzt hat und dass sie eigentlich voll den Plan hatte, einfach die Leute anzupissen. Und das fand ich dann irgendwie wieder geil. Wo ich mir dachte, ey, du hast einfach absichtlich provoziert und du weißt ganz genau, was du tust. Aber das war auf den ersten Blick, vor allem in dem Alter, wo ich sie halt das erste Mal gehört habe, also Lady Betray, da war ich, weiß ich nicht, 13 vielleicht oder so, das war mir nicht ersichtlich, dass sie da voll den Sozialstudienfall betreibt irgendwie und irgendwie schaut, wie die Gesellschaft darauf reagiert und dass sie eigentlich alle Hops nimmt gerade. Das war halt nicht ersichtlich.

SPEAKER_03

Ja, Rap Goes Academic generell schwieriges Thema, so, aber genau.

SPEAKER_01

Ja, voll. Also das war ja auch bei Moneyboy eigentlich am Anfang der Plan. Ein bisschen in die Hose gang. Aber ja.

SPEAKER_03

Ja, ja, und das ist auch das Ding. Ich wollte nämlich ein bisschen deine Musik chronologisch aufrollen, um vielleicht eben genau da diese Lücken zu füllen. Weil ich finde eben auch, das passt jetzt viel besser, was du gesagt hast, gerade als das, was man vielleicht beim ersten Mal, wenn man es dann hört, denkt. Weißt du, wie ich mein? Genau. Ein anderes Gem, da sagst du, hau mal ab mit deinen Rosen and Candlelight Dinner, bring lieber Mathe und ein paar Dosen Liebe dafür. Was gibt's in der Story dazu?

SPEAKER_01

Tatsächlich gibt's eine Story.

SPEAKER_03

You wanna share?

SPEAKER_01

Yeah, can I ruhim? The person will show, falls hurt. Liebe Grüße. Ja, ich hatte echt eine lange Journey zu meiner Weiblichkeit und das hat da irgendwie voll mitgespielt, dass halt einfach diese klassischen Konventionen von was Romantik bedeutet und was Liebe bedeutet, mir komplett fremd waren. Und ich sehr, sehr abstoßend fand und auch teilweise noch immer finde, ich bin eine sehr romantische Person, wenn so der mich kennt, weiß das. Aber halt auf eine sehr nischige Art. Ich finde zum Beispiel, ich finde es romantisch, wenn der eine Person zeigt, dass sie dich wirklich gut kennt. Das finde ich das Schönste, was du jemandem zeigen kannst. Und wenn du, keine Ahnung, wenn ich von einem H, zum Beispiel, meine besten Freundin jetzt so, ich habe vor einem, vor zwei Jahren über so H-Clip-Teile aus den 2000 gesprochen, die es nirgendwo mehr gibt, und jetzt zwei Jahre später schenkt sie es mir zum Geburtstag, weißt du? That's halt so ein ey, da merkt man einfach, dass the person interessiert sich for dich, die hört dir zu. And that, finde ich, is so the true affection, die man jemandem zeigen kann. Und ich hatte damals einen Freund, der war, muss man auch dazu sagen, ziemlich jung noch damals. Ich war auch sehr jung. And also wir waren beide noch nicht mal 20. Und er war halt, glaube ich, auch seine erste Freundin. Ja, und er wusste halt einfach noch nicht, wie er das Ganze so angehen soll und so. Und dann hatten wir anscheinend Monatstag. Sowas habe ich noch nie gefeiert. Ich wusste auch nicht, dass wir Monatstag haben. Und dann wollte er mich halt überraschen und hat mir halt so richtig Candlelight-Dinner hergerichtet, hat Champagner gekauft, Rosen, Teelichter. Und ich habe mich so not seen gefühlt. Und was so angepisst auf ihn, wo ich mir gedacht habe, was glaubst du, wer ich bin? Einfach das so in der Bravo nachgelesen, wie man mit Frauen umgeht. Es ist unnischig, aber es hat mich halt so aufgeregt einfach. Und ich war sein, ich hasse Rosen. Ich mag Tulpen. So, Champagner trinken schon gar nicht, ich will Dosenbier. So es hat mich einfach so sein, als ob du mich nicht kennen würdest. Das hat mich dann so angepisst, dass ich tatsächlich die Rose, uh, die Rosen gegessen. No shit. Und einfach so, ich habe wirklich so die Rosenköpfe abgebissen anders gekaut und den Champagner auf X runtergesoffen.

SPEAKER_03

What?

SPEAKER_01

And bin richtig angepisst gegangen. And er tut mir echt noch bis heute leid, er hat es nur gut gemeint so. Und dann war ich so dieses, dann hatten wir eben einen Streit danach, wo ich dann eben meinte: Hättest du mir Dosen und Marker geschenkt, fände ich das, hätte ich das romantischer gefunden als das. Weil es mir irgendwie, wenn ich das Gefühl hatte, du gibst mich einfach hin, so, du bist eine 0815 Frau, also wirst du ja wohl Rosen und Kerzen toll finden. Ja, ja. Ich fände mittlerweile Rosen und Kerzen probably eh süß, wenn wir die im U-Bahn-Schacht haben oder so. Aber ja, daher kommt auf jeden Fall die Zahl.

SPEAKER_03

Großartig, Mann. Großartig. Nein, ich verstehe das total gut. Ich hab da in meinen vergangenen Beziehungen auch oft die Erfahrung gemacht, dass man so ein stereotypisiertes Bild von was möchte eine Frau aufgedrückt bekommt, wo du dann echt bist so. Hey, wie kann das? Wir waren jetzt zwei Jahre zusammen. How do you not like act like that?

SPEAKER_01

Es wird einfach so das Standardprogramm runtergefahren und das ist halt.

SPEAKER_03

Ja, nein, aber geil. Immer noch ein guter Move. Was macht deine Liebe zu Rap aus? Und da kannst du auch echt gerne ins Detail gehen und dir Zeit lassen mit der Antwort.

SPEAKER_01

Weil das ist auch echt eine große Frage. Das ist so wie was ist Kunst? Ich liebe es.

SPEAKER_03

Aber lass dir Zeit, so was macht das, dass du sagst, du kannst eben genau mit solchen Lines ausdrücken, was eigentlich in dir drin steckt.

SPEAKER_01

Boah, wo fangt man da an? Also erstens, weil beginnt es ja einfach schon mal einfach von dem, wie man halt irgendwie groß geworden ist und was für Art von Beats man geil findet und welchen Vibe irgendwie das Ganze vermittelt. Und bei Rap war es halt irgendwie einfach dieser instant Wohlfühl-Modus in mir drin. Ich habe mich einfach, auch wenn es sogar ein trauriger Rap-Song ist, ich habe mich immer total in alles reinflashen können. Zum Beispiel so Immortal Technique, Dance with the Devil, ist eine Story, mit der ich null relaten kann. Gar nicht. Ich habe nichts davon erlebt. Gott sei Dank, Alter. Amen. Aber man kann so viel einfach damit ausdrücken, was eh bei anderen Musikrichtungen auch da ist, aber alleine durch die Schnelligkeit und du kannst einfach so viel mehr Zeilen reinpacken und so viel die Geschichte richtig mit Bildern vollpacken und richtig gut. Du kannst bis zum Geruch alles so viel genauer und intensiver und viel mehr Worte da auch reinpacken als bei anderen Songs, wo du vielleicht singst. Und ja, ich weiß nicht, da fängt es schon mal irgendwie an. Und auch irgendwie so mein ganzes Leben, wie ich mit meiner Mom groß geworden bin, es gab einfach so viele Themen von Leuten, wo ich relaten konnte. Wo ich einfach, keine Ahnung, ich habe mich einfach gesehen und gehört und verstanden gefühlt irgendwie sehr früh schon. Und ja, was glaube ich auch so the main part, was bis heute so ist, du hörst einfach einen Song. Musik hat einfach die Kraft, dich in gewisse Zustände und Emotionen zu versetzen. Das ist so, wie wenn du einen richtig guten, traurigen Song hörst, du wirst trotzdem heulen, weil er einfach, wenn er dich berührt, berührt er dich. Und das muss gar nicht deine Geschichte sein oder die von wem, den du kennst. Das kann wie in Molto Technique, es kann irgendwas sein. Aber weil es einfach so viele Emotionen deliver, berührt es dich. Und Rap hat einfach irgendwie immer diese Macht über mich gehabt, mich richtig gut anders. Ich bin herumgelatscht, Alter, und habe Eminem und Dr. Dre gehört und bin mit zehn, als hätte ich die größten Kochons von allen. Da gehst du, also deine ganze Körperhaltung ändert sich. Du gehst breitbeiniger, du gehst gechillter, du hast einen anderen Blick auf einmal drauf. Das ist so arg, was das einfach mit einer Person machen kann. Und ja, auch die ganze Kultur rundherum, ich habe schon von eben vorher auch schon erwähnt, ich habe mit so fünf oder sechs mit Popping, Locking und Breakdance angefangen und habe das dann, bis ich 17 war, gemacht, also doch eben fast zehn Jahre. Oder mehr als zehn Jahre, elf Jahre. Und war da halt dadurch einfach schon sehr in dieser ganzen Hip-Hop-Kultur grundsätzlich zu Hause. Und irgendwie diese ganzen, alles rundherum, so Beatboxen, TJ, auch irgendwie, dass dann irgendwie Skaten da so ein bisschen involviert ist und einfach diese ganze Welt war voll meine. So, es war einfach komplett wurscht, weil beim Tanzen sind irgendwie alle gleich, kommen alle zusammen. So, bei mir wurden Gott sei Dank, ich hatte echt coole Lehrer, wurden keine Unterschiede gemacht. Und irgendwie auch die Movements haben sich nicht. Es gibt keine Classic-Hip-Hop-Movements, die dann eher für Frauen sind oder eher für Männer, sondern alle machen dasselbe. Und ja, dadurch, dass ich halt irgendwie so eine starke Löwen-Mama hatte, habe ich halt mir mit Sex gedacht, ich muss halt auch so sein. Und dadurch habe ich I might come off stone sometimes. Und war halt vor allem als Kind da einfach so sehr burschikos auch immer unterwegs. Und habe mich da in dieser ganzen Szene und Welt einfach sehr zu Hause gefühlt. Und Rap war halt die Cherry on top, was das Ganze anging. Und ja, das ist eigentlich bis heute so, dass ich halt einfach so Songs höre, um einfach meinen Mut ein bisschen abzubursten. Und ja, es ist einfach mittlerweile dann auch, seitdem ich dann selber Mucke gemacht habe, hörst du die Texte anders. Du verstehst viel mehr, wenn jemand ein Genius ist und bist so dieses Bann, wie ist er da drauf gekommen? Oder es ist halt so kreativ einfach. Und es ist halt, ja, eine der wenigen Musikrichtungen habe ich das Gefühl, die halt einfach sich sau viel mit Problemen und mit sehr individualistischen Geschichten beschäftigen. Und ich habe das Gefühl, dass andere Musikrichtungen, es geht immer sehr viel um Liebe und so weiter. Und das ist halt klar, das hat auch jeder erlebt, kann auch jeder relaten, probably. Aber es ist sehr viel tiefgründiger und weitgehender und ins Detail gehender Rap an sich, so weil es halt, ja, auch Probleme anspricht, auch mit einem Witz vielleicht oder mit Humor. Und irgendwie Kopen dann alle gemeinsam über sich drüber lustig machen oder ich weiß nicht was. Es gibt halt mittlerweile so viele Sparten auch nochmal von Rap an sich. Ist ja echt so ein riesiger Überbegriff, auch was man da dann reindefiniert. Und ja.

SPEAKER_03

Darüber reden wir dann eh auch nochmal ein bisschen, also generell über Sparten und wie viel Sinn es macht, Rap abzugrenzen als Kategorie per se, wenn man jetzt vor allem die letzten Jahre betrachtet, wo fast auf jede Musikrichtung gerappt wurde und wo man nicht mal mehr sagen kann, okay, das ist ein Hip-Hop-Type-Beat oder so. Genau. Du hast gesagt, eben genderless. Und ich glaube, das ist auch einer der vielen Gründe, warum ich mich da so reingeflasht habe, auch schon sehr früh noch bevor alle meine anderen Freundinnen begonnen haben, überhaupt Hip-Hop zu hören oder in irgendeine Richtung, wie das zu gehen. Da gab es damals auch Original-Crow, so 14-Jährige halt. Of course, nimmt ihr einfach vor allem hört immer wieder so ein paar Gläser, weil wir ein bisschen Säck trinken, genau, und natürlich dann nicht wundern. Ja, aber eben die zweite Single von dir war Blutwiese, wenn ich es richtig im Kopf habe, genau. Und da ist dann auf einmal doch wieder sehr klar, dass es zwar genderless sein kann, aber dass es dann doch irgendwo wieder wichtig ist, gewisse Sachen zu thematisieren, weil sie halt uns einfach jeden Tag begleiten. Absolut, ja. Bei Blutwiese nur als kleines Intro, da sieht man eben, wie du mit deiner Clique auf einer Wiese sitzt, und da kommen dann zwei Dudes, einen von drei, einen davon kenne ich ganz gut, den Elias. Und es endet so, also sie belästig euch in einem Video, und dann endet das in einer Schlägerei, die ihr gewinnt, so auf der Blutwiese. Und du hast mir damals sehr nice erzählt von dem Dreh, was da, wie das war. Sorry. All good, bitte. Es ist also schon wichtig, auch ein Gegenbild zu setzen. Aber wie war der Dreh zum Beispiel? Also, wie waren die Vibes da? Kannst du auch, wenn du case personal, vielleicht für die Leute.

SPEAKER_01

Yeah, es war halt echt, also klar, dass das halt einfach für die Jungs in meinem Umfeld sind ja alle stabile Arzt und so, dass das für die nicht geil ist, so eine Rolle zu spielen, das war mir klar. Aber ich habe versucht, ihnen halt zu erklären, wie wichtig das ist, dass wir das machen. Und dass ja auch jeder, der das Video ansieht, weiß, dass das gespielt ist und dass die nicht actually so drauf sind. Aber dass das schon, also wir haben dann auch am Set irgendwie viel drüber geredet, weil das war alles sehr, sehr spontan. Und es war nicht genug Zeit, denen jetzt genau vorher schon, sagen wir mal bis los, niesen, rübsen. Lass raus, alles muss raus muss, muss raus raus. Muss eh nichts. Es war sehr schwer ihnen, oder es war schon eine Journey, ihnen auch zu erklären, dass wir da jetzt auch nicht lachen währenddessen, sondern dass sie auch die anderen, also der eine von den Jungs kommt jetzt so her und so, hey, was geht? Blablabla, labert halt irgendwas. Dann steht die Kollegin vor mir auf und ist so, hey, hast du ein Problem, was ist? Woraufhin er dann zwischen den Peace-Fingern sozusagen die Zunge durchstreckt und halt nasty signs macht. Und da haben wir ein paar Takes gehabt, wo die anderen beiden gelacht haben, was verständlich ist, weil man kennt das ja, wenn einem was unangenehm ist, lacht man irgendwie. So bei richtig, richtig problematischen News lacht man dann auf einmal, weil man nicht weiß, wie man mit der situation umgehen soll. Und weil es halt auch, wir wissen ja alle, dass it was gespielt is und es war jetzt niemanden actually, also von den Mails war es ja jetzt niemanden unangenehm. But for the Jungs, du hast schon gemerkt, dass die da echt, vor allem bei dieser ganz kurzen Anfangsszene, da haben wir echt lang gebraucht, als wir die drin hatten, damit die anderen ernst schauen. And da war ich auch so, Leute, nehmt das bitte ernst, weil this is ein ernstes Thema, das we here thematisieren. So deswegen, bitte get it together and hab dann auch nochmal erklärt, warum ich das mache und wieso anderes, weshalb. Und dann waren sie so, okay, passt. Wir reißen uns ein. But bei den Kampf-Szenen und so waren sie eh wieder alle in ihrem Element, weil das war ja wie eine Chore, die wir da gemacht haben. Es hat dann uns allen auch wieder sehr viel Spaß gemacht. Tausendmal hinfallen, wieder aufstehen, miteinander rumraufen. Das war dann eh am Set selber sehr lustig und dann auch irgendwie blutig geschminkt zu werden und so. Aber eben wirklich diese Anfangsszene hat man echt gemerkt, dass das ihnen einfach scheiß unangenehm ist. Und auch mal wieder gemerkt, wie fernab Männer, sogar in meinem Umfeld, Alter, von der Realität von Frauen sind. Es ist einfach, hä, sowas passiert doch eh nie. Doch, täglich, Bruder, täglich, Alter. Jeden fucking Tag passiert irgendwas in diese Richtung. Und zwar wirklich jeden Tag. Oder sonst jeden zweiten. Aber es passiert andauernd. Also bei mir vergeht keine Woche, wo sowas in die Richtung nicht passiert. Also nicht, dass ich mich jetzt jede Woche prügel, aber dass mir irgendwer hinterherpfeift, irgendwas hinterher schreit, zu nahe neben mir sitzt, mich die ganze Zeit anschaut, irgendwie unnötig versucht, Gespräche aufzubauen, unnötige Blicke, Berührungen, whatever the fuck it is. Das passiert mir jede Woche. Und da kann ich, glaube ich, für alle meine Freundinnen sprechen. Das hat mit so 12, 13 begonnen, and I'm going fucking forever. Deswegen habe ich da auch im Intro wollte ich dann auch nochmal wirklich realitätsbezogene Stories, wo die Mädels halt echte Sätze, die sie wirklich gehört haben im echten Leben, nochmal wiederholen und sagen. Was auch eine harte Task ist, überhaupt von Leuten zu fordern, weil das sehr, sehr traumatizing ist. Sowas dann auch laut nochmal zu wiederholen, was man sich da angehört hat. Und dadurch, dass ich so viele gefragt habe und eigentlich ich hätte da eine halbe Stunde Material nur von diesen Sätzen gehabt.

SPEAKER_03

Könnt ihr euch übrigens auch auf deinem Instagram, also Donna Savage-Official, glaube ich, genau. Da könnt ihr auch die längere Version von den Aussagen nochmal anhören. Da bin ich, glaube ich, eh auch einer von denen, die genau very important, also für mich auch ein riesiges, was ich sehr, sehr gerne mit beobachtet habe. Mich would also interest.

SPEAKER_01

My mom is all drinks. And my Oma sogar gefragt, but she had leider not, woman filmen konnte. Aber die mir auch bestätigt hat, die ist jetzt 1984. Das kennt kein Alter. Das hört auch nicht auf. Und das ist halt so fucking ekelhaft und das sind so zare Aussichten für uns. Dementsprechend, man sieht, das ist halt wirklich einfach komplett altersunabhängig und das wird auch sich nicht so schnell ändern, wenn du nicht ein bisschen das Bild der Leute änderst.

SPEAKER_03

Eben, das ist das Ding, the Aftermath. Also gab es da auch Feedback in die Richtung, haben sich da Leute abgeholt gefühlt, jetzt männlich gelesene Personen?

SPEAKER_01

Es waren natürlich mainly Frauen, die mir geschrieben haben, die meinten, ey, starkes Video, hab mich total angesprochen gefühlt, auch danke für die Trigger Warning am Anfang, weil die war notwendig war. Und ja, einfach sehr viel, ja, also Frauen waren wenig überrascht. Warum auch? Aber haben sich einfach sehr gesehen und sehr abgeholt gefühlt. Und von Männern war es echt spannend, weil bei den meisten, vor allem damals, hat das ja alles noch super neu, das war der zweite Song. Und es gab dann schon ein paar, auch die ich nicht gekannt habe, die mir dann geschrieben haben, hey, ist das wirklich so? Oder sind die Sätze am Anfang gespielt oder erfunden und so? Und ich war so, nö, sind sie nicht. Und man hat einfach wieder gemerkt, wie schockiert einfach Männer darüber sind, wie andere Männer sich verhalten und es so sein, ja, ich weiß nicht, läuft es halt auch ein bisschen wie ein blinder Koffer durch die Gegend, wenn du das nicht siehst. Weil du musst ja nur einmal mit weiblich gelesenen Personen unterwegs sein und du merkst, dass das Realität ist und dass das Alltag ist. Also da bin ich dann auch immer so ein bisschen klar, wenn jemand das zum ersten Mal schreibt und sagt, hey wow, ist mir nie aufgefallen, werde ich jetzt meine Augen mehr aufmachen, sag ich nichts. Aber wenn ich das Gefühl habe, ich habe mit dir schon 300 Mal drüber geredet, du warst bei tausend Abenden, wo das so war dabei und dann kommt noch immer so eine Ansage, dann denke ich mir dann so, du bist Teil des Problems, Bruder.

SPEAKER_02

Absolut.

SPEAKER_01

Und irgendwann ist man sick and tired, eben drüber zu reden. Und deswegen war auch der Song für mich wichtig, weil ich da eben nicht reden musste. Und es geht ja auch thematisch in den Lyrics überhaupt nicht darum, außer in der Hook. Und das war auch, der Song ist natürlich vor dem Video schon da gewesen, aber auch die Idee zum Video kam super spontan. Weil ich mit irgendwem geredet habe, das war so ein Ja, aber was meinst du mit Blutwiese? Und dann war sein, naja, wir treffen uns auf der Blutwiesen, ist wienerisch für wir hauen uns auf die Goschen später. Und dann war sein, ja, aber warum willst du dem auf die Goschen hauen? Und dann habe ich halt irgendwie überlegt, wann ich tatsächlich Leute geschlagen habe. Und das war halt immer, wenn Männer übergriffig waren. Und wenn Männer Freundinnen von mir oder mir gegenüber einfach ekelhaft verhalten haben und einfach zu weit gegangen sind. Und dann war irgendwie die Idee für das relativ schnell da. Und dann war ich so, hey, eigentlich lass doch wirklich die Wiese zur Blutwiese werden.

SPEAKER_03

Grosartig. Nein, wirklich. I'm a big fan and a big recommendation, dass you this auch neer anschaut. Bis dadurch der Aufnahme, zumindest is Big Mama dein letzter Release. And da sagst du auch Deutschrap is an fucking mess. And you bist der, der retten muss, oder? Wat the was genau? Eine musst den Scheiße retten. Was retten?

SPEAKER_01

Wie retten? Ja, Alter, da geht's mainly darum. Also es geht, was man vielleicht raushören könnte, wäre irgendwie so, Rap is nicht mehr rap, that mein's gar nicht. Sondern ich sag auch, eine muss den Scheiße retten. Weil irgendwie immer Frauen und Männer hinterherräumen müssen, für was für Scheiße die fabrizieren. Und irgendwie Rap ist besser geworden in den letzten Jahren, nicht wegen der 90 neuen Hanseln, die es gibt, sondern wegen den Frauen, die es jetzt gibt, die Genregrenzen gesprengt haben, bevor sie Männer gemacht haben, die einfach alles neu und anders angegangen sind, als es davor der Fall war. Und dass es ein Mess ist, damit meine ich eher einfach diese ganzen innerlichen Strukturen, die im Deutschrechen, diese Freundewirtschaft, die herrscht, dieses gegenseitig sich nicht zu porten, aber irgendwie immer so ein Auge auf die anderen haben, so Leute, die Storys schauen, aber nicht supporten. Warum schaust du mir dann zu, dann schau halt weg.

SPEAKER_03

Weil die Line hätte auch, weißt du, so vom Vibe her so in Blutwiese reingepasst. Weil genau das ist das, du musst Männern immer noch zeigen und erklären, wie eine Realität deiner Frau ausschaut. Und dann gibt es eben so hypersexualisierte Charaktere, die sich super gut vermarkten lassen. Und wie gesagt, ich gönne auch jedem, einen Shearing David gönne ich auch so. Aber ich sehe es eben auch ein bisschen kritisch an, ein Frauenbild immer wieder zu replizieren, wieder zu vermarkten, was dann halt nicht.

SPEAKER_01

Sie macht es halt einfach so. Leider wenn du irgendwas for the Mail-Gaze machst, finde ich es grundsätzlich unsympathisch. So, wenn du zum Beispiel dir eine Laila anschaust oder so, die lebt ihre Weiblichkeit auch extrem aus. Ich habe aber bei ihr nicht das Gefühl, dass sie es für irgendwen macht, damit sie irgendwer toll findet. Und zwar wurscht jetzt, ob Frau oder Mann oder sonst wer, sondern du hast bei ihr das Gefühl, sie macht es für sich und sie macht's, weil sie es fühlt in dem Moment gerade. Und so die ist auch ultra hot in ihren Videos und auch freizügig angezogen. Dagegen habe ich genau gar nichts einzuwenden. Aber es ist einfach, ja, es hat einfach alles einen gewissen Unterton und zum Beispiel bei ihr hat es einfach den Unterton, Attitude, Selbstbewusstsein. Ich bin ich und hier bin ich und mir ist wurscht, was sie von mir haltet.

SPEAKER_03

Kann man ja auch so sagen, weißt du, weil ich supporte auch jede Frau, egal mit was sie macht. Ich finde es super wichtig, dass es auch einfach, aber eben verschiedene Typen gibt, die funktionieren. Und das ist das, was ich mich frage. Also wie macht man das dann so auf nicht?

SPEAKER_01

Ich hatte dann auch Angst, zu dieses in irgendeiner Sparte gehau zu werden mit so, ah, da ist eine Frau, die macht Männer-Rap oder so. Das will ich auch, null. Sondern man macht das, was sich für einen richtig anfühlt. Und für mich hat sich genau diese Art von Howding-Rap richtig angefühlt, weil ich auch so bin. In echt. Ich kann nicht anders, wenn ich da jetzt, weiß ich nicht, natürlich habe ich auch, ich bin nicht immer so. Aber das ist so das Ehrlichste, was ich machen kann. Und natürlich gibt es dann eben Nuancen, wie zum Beispiel bei Crush oder so, wo man dann eine andere Seite von mir sieht. Aber es ist noch immer eigentlich dieselbe Seite, nur mit einem anderen Farbton.

SPEAKER_03

Because you can be more than one identity. Und das ist eben das, wo ich das Gefühl habe, das ist so, das verschluckt Deutschrap einfach manchmal. Darüber haben wir jetzt vorher auch, ohne wo wir noch nicht aufgenommen haben, geredet, so die Jagd nach Authentizität und du suchst halt einen Typen, der funktioniert, dann bleibst du dabei und der ist nicht mehr veränderbar.

SPEAKER_01

Und dann gibt es halt tausend andere, die diesen Art von Typ kopieren und sich wundern, dass es nur für einen Song funktioniert. Das ist halt, ich weiß nicht mehr, wer hat das gesagt? Ich glaube Anastasia. In irgendeinem Interview, oder? Oder war das Share? Ich weiß nicht. Irgendwer von den beiden hat gemeint, ob man, also der Interviewer hat gefragt, ob sie Tipps hat für Leute, die die Mucke machen. Und sie war so, ja, das Einzige, was du machen kannst, ist einfach 100% dich zu erforschen und du selbst zu sein. Weil wenn du jetzt merkst, ah, okay, das und das funktioniert gerade, dann mach ich das auch. Klar, mach's auch und es funktioniert vielleicht auch für zwei, drei Songs, aber danach kommt ja wieder ein anderer Vorreiter oder Vorreiterin und macht was anderes vor und dann ist das, was du gemacht hast, ja schon wieder Schnee von gestern. Das heißt, es macht null Sinn, sich an sowas zu orientieren. Und das habe ich auch ein bisschen mit der Line gemeint: es gibt halt so viele fucking Copycats, die einfach gemerkt haben: zum Beispiel, ey, wie viele Young Hurn-Replikas sind aus dem Boden geschossen gekommen in die letzten Jahre, wie viele Paschanim-Replikas auf einmal, die genauso die Stimme benutzen, die genau solche Flows benutzen, die teilweise sogar the gleich Wortwahl and so, where du denkst, ey, du bist einfach die ärgste Kartoffel, du bist mega deutsch. And auf einmal readst du irgendwie so mit Yolla and was daher, where du denkst, this hast du vorher auch nie gesagt, it's not that many Yolla sagen darf. Wenn zum Beispiel dein ganzer Freundeskreis so ist und du bist als Kartoffel aufgewachsen, and haben alle immer rund um dich gesagt, dann bürgert sich das natürlich ein. Also das meine ich nicht. But ich glaube, du verstehst mich schon richtig, das ist halt einfach irgendwie. Ich meinte halt einfach eher Copycats, die sich halt drauf verlassen, wenn sie anderen Leuten was nachmachen oder so, dass das dann halt irgendwie zu irgendwas führt. Und das ist halt, es ist langweilig zum Zuhören, es ist langweilig zum Zuschauen. Und am Ende des Tages werden eh nur die Leute dauerhaft erfolgreich sein und funktionieren, die ehrlich zu sich sind und die auch sich selber immer wieder überwinden, was Neues zu versuchen und vielleicht auch was zu versuchen, was eventuell nicht funktioniert. Sondern einfach for the sake of doing it, so und um es rauszubringen und auch seine Journey zu verfolgen und zu sagen, gut, dann mach ich immer das, probiere ich immer das. Und irgend so ein Falco hat es auch nicht anders gemacht. Ein Falco war auch revolutionär, weil er Sachen gemacht hat, die keiner davor gemacht hat. Leute, Künstler, die in ihren Zeiten gehasst wurden und geächtet wurden, jetzt Jahre später, wo sie tot sind, gefeiert wurden, weil sie genau das Gegenteil von dem, was alle gemacht haben. Und das meinte ich so ein bisschen mit so einem Mess einfach, weil es so viele Replicas irgendwie voneinander gibt und auch irgendwie, jetzt wo man so ein bisschen mehr Einblick in die Szene hat, wie komisch manche Dinge ablaufen und wie so viele misogyne Arschlöcher einfach an der Oberfläche künstlich gehalten werden, obwohl publik ist und wirklich öffentlich gesagt wurde, dass sie zum Beispiel Vergewaltiger sind oder weiß was ich was alles aufgeführt haben und einfach scheißegal ist, weil sie sich gut vermarkten und keiner traut sich, das anzugreifen. Und das geht bis in die kleinsten Strukturen über, dass man zum Beispiel ein Booker sagt, ja, ich kann aber, keine Ahnung, da und darüber nichts reden mit dem oder ich darf nichts Böses über den sagen, weil dann hört das der und der sagt es dem weiter. Und wenn das dann der erfährt, dann kriege ich den nicht mehr gebucht, weil der hat ja mit denen zu tun. Das ist halt so verlogen und unloyal alles. Einfach damit man ja nicht untergeht und das ist halt.

SPEAKER_03

Guter Punkt, doch vielleicht für die eine Frage, die ich eigentlich woanders platziert habe, aber vielleicht macht die da mehr Sinn. Gab's ein Momentum, wo du sowieso ein Momentum, wo du genau wegen solchen Strukturen vielleicht auch an dieser Liebe zu deinem Metier gezweifelt hast und gesagt hast so, ha geil, okay, perfe.

SPEAKER_01

Weil dass Menschen Arschlöcher sind, ist mir auch ohne Rap klar. Und dass Menschen ambivalent sind und sich anpassen wie kleine Nacktschnecken, damit sie das bekommen, was sie wollen. Ja, Karma wird es schon richten, so denke ich mir immer. Ganz ehrlich, so wenn du unehrlich zu anderen bist, bist du unehrlich zu dir selbst. Und das wird sich alles bezahlen, also es wird sich nicht bezahlt machen für diese Leute. Wenn du dich immer durchschleimst durchs Leben, du wirst auch nicht großartig viel erreichen. Du musst für dich einstehen können, auch mal Nein sagen können. Und wenn etwas gegen deine Werte geht, musst du auch, auch wenn es zum Beispiel viel Geld ist, auch wenn es ein Feature mit jemandem ist, der extrem groß ist, aber verwerfliche Scheiße macht. Tja, auch wenn man es jetzt nicht öffentlich weiß, aber du weißt es. Das ist deine Entscheidung, ob du dich richtig entscheidest oder nicht. Und ich denke mir immer, das Leben wird das schon richten, Karma wird richten und dementsprechend nö. Es gibt so viele coole Leute auch. Und am Ende des Tages ist das einfach ein Problem der Gesellschaft, welche Leute groß künstlich groß bleiben. Es könnten ganz andere Leute an der Spitze stehen, aber die Gesellschaft hört die ja. Also es ist halt ein Problem von Nachfrage. Und wenn die Nachfrage nach solchen Leuten da ist, dann wird sich auch die Musikindustrie nicht umwinden und sagen, nein, das sind aber scheiß Werte. Die denken an Geld. Und wenn sie da mehr Geld rauskriegen, als aus jemandem, der vielleicht kreativer ist, vertretbare Werte hat, nicht jemanden vergewaltigt in seiner Freizeit, ist das denen halt leider wurscht. Und das ist halt, wenn man das jetzt mit anderen Businessarten vergleicht, ich bin mir sicher, wenn du in eine Bankstruktur reinschaust, schaut es da auch nicht wahnsinnig viel besser aus. Und das liegt nicht am Banker-Dasein und es liegt genauso wenig am Rap-Dasein oder an der Musikrichtung, sondern es liegt an den fucking Menschen. Und dementsprechend, die werde ich, ich kann keine komplette Gesellschaft ändern. Das kann nur die Zeit tun und wir sind schon auf einem guten Weg. Und es gibt genug Leute, die laut sind und die was verändern, indem sie es einfach anders vorleben, weil dieses immer drüber labern. Ja, das kennen wir jetzt schon seit Jahren und im Endeffekt hat es überhaupt nichts gebracht. Und diese Leute, die vielleicht nicht so denken wie wir beide jetzt, die wirst du durchs Labern nicht überzeugen, weil die haben das Gefühl, dass sie sich verteidigen müssen dann. Das heißt, die werden erst recht in einer Verteidigungs- und in einer Opferhaltung vielleicht gleichzeitig gehen. Aber du wirst nicht von denen hören, ah ja, hast recht, wirst du nicht hören. Du wirst es aber vielleicht von denen Jahre später hören, wenn du einfach die ganze Zeit was anderes vorlebst und die mitnimmst auf deine Reise. Also wenn es Leute sind, die noch zu retten sind, muss man auch dazu sagen. Ich werde jetzt nicht Vergewaltiger zeigen, wie der Weg des Lebens funktioniert. Aber wenn du halt merkst, du hast Freunde, die einfach hier und da irgendwie Ansichten haben, die du nicht teilst, machst sie darauf aufmerksam, wenn sie übergriffig sind, logisch. Aber ich glaube, du kannst echt nur bei den Leuten was ändern, wenn du es anders machst.

SPEAKER_03

Du stehst eben dafür. Donna Savage steht für mich auch für einfach einen Gegensatz in der Szene: so ein Dazwischensein, so was einen Platz aufmacht für Menschen, die eben genau diesen Strukturen nachfolgen und nachgehen möchten, so weißt du, und eben nicht nach einem Stereotyp suchen, der halt einfach funktioniert. Und das finde ich sehr nice. Und eben, du hast auch beim AUX Magazin einen, wie sagt man, bei einem Video mitgemacht, mit den Panky Boys, mit zwei von denen zumindest gesessen bist. Und da fand ich auch sehr nice, sie haben dich als Wiener Rap-Hoffnung, also very strong introduction for you, so angekündigt. Und da ging es auch so ein bisschen eben um Rap als Massenphänomen, darüber haben wir jetzt vorher eh auch schon ein bisschen gesprochen. Wenn jemand zum Beispiel jetzt beginnen möchte zu rappen und sich denkt, ah, eben, ich passe nicht in diesen Stereotypen hinein, ich bin nicht Straße genug, um Rap zu machen. Was würdest du so einer Person raten? Wie startet man damit, seine Identity auch zu finden, wenn es sich geht?

SPEAKER_01

To start with, muss Rap überhaupt nicht Straße sein.

SPEAKER_03

Danke, ich finde es eben auch nicht. Aber das ist sowas, wo ich mir denke, das könnte was sein, wo jemand ist so, ey.

SPEAKER_01

Voll, nein, muss gar nicht sein. Ich höre ja zum Beispiel, ich höre extrem gern Straßenrap oder harten Rap, wenn man das so sagen will. Aber ich höre das ja auch nur deswegen, weil ich einfach mit vielen Dingen relaten kann. Vielleicht nicht mit allen. Ich habe nie wen gemerkt. Ich habe viele harte Dinge auch nicht erlebt und meine Kindheit war all in all geil, aber es gibt einfach trotzdem sehr viele Dinge, mit denen ich relaten kann. Und deswegen höre ich halt diese Art von Mucke. Aber alter Crow ist auch nicht Straße, weißt du? Null.

SPEAKER_03

Der Fokus der Frage war so ein bisschen klarer auszudrücken. Klar, also wenn du beginnen möchtest, ja, und du, wie soll ich sagen, hast du deinen Talent zum Schreiben nicht?

SPEAKER_01

Ja, ich glaube, das Wichtigste ist eh erstmal einfach, sich, das ist urschwer, aber das muss man einfach, das ist einfach Disziplin, Selbstdisziplin, auf keinen Fall mit anderen vergleichen. Auf gar keinen Fall. Und zwar at no point in time. Ich vergleiche mich jetzt auch nicht mit anderen. Natürlich macht man es hier und da mal unterbewusst, wenn man sich denkt, boah, die und die Person hat viel später angefangen und ist aber jetzt schon da und keine Ahnung was. Und dann denke ich mir, eigentlich für mich in meinem Hirn zum Beispiel hat meine Rap-Karriere auch erst vor einem Jahr begonnen. Und dafür, ganz ehrlich, bin ich unzufrieden, wie es gelaufen ist. Und was man auch auf jeden Fall dazugeben kann, wenn es irgendeine Möglichkeit gibt, selbst zu recorden, einfach dich selbst mal auch zu recorden in verschiedenen Tonlagen, bis du deine gefunden hast, mit der du happy bist. Viele, viele Demos machen, Dinge verwerfen, Demos machen und neu schreiben, einfach viel herumtüfteln, bis man irgendwie was hat, wo man sagt, ey, das finde ich nach einem halben Jahr noch genauso geil wie beim ersten Mal hören. Ich glaube, wenn man das hat, dann ist man auf einem saugeilen Weg.

SPEAKER_03

Ja, voll. Nein, finde ich sehr gut. Es ist ja auch so, ich habe verdammt viel Research über dich gemacht in der Zeit. Hab dann auf Hip-Hop.de einen Artikel gefunden. Ich weiß jetzt echt nicht mehr von wem. Ich weiß, dass es ein weißer Mann war, der das geschrieben hat, was es auch schon mal auf einen gewissen Hintergrund vermuten lässt, auch wenn ich da sehr dagegen bin, gleich einen Stereotypen drüber zu hauen. Aber er hat den Satz gedroppt. Jeder, der Hip-Hop interessiert ist, sollte dich weiter beobachten. Ich meine, auch der Artikel ist schon ein bisschen älter, muss man jetzt schon noch dazu sagen. Aber so die Kernessenz war für die zweite Masse wird nicht so gut. Genau, genau. So wie geht man mit so einem Statement um? Macht das was auch mit der Eigenmotivation, Hip-Hop Day is ein Medium, es lesen viele Leute. Man denkt sich dann vielleicht so als Artist, hey yo, hallo? Wo bin ich da drin?

SPEAKER_01

Yeah, also ich kann mich erinnern, das war halt auch eben genau in dieser Anfangszeit. Das war glaube ich der dritte Song oder so, der rausgekommen ist. Und ich war so, echt hat sich bei mir so aufgesträubt. Ich war so, woher willst du das wissen, Alter? So, woher willst du das jetzt nach drei Songs beurteilen können? For the breadmasse is it. When I 30 Jahre Musik machine and the gleich of my concerts are in Ruhe schreiben, Kein Problem. But the audacity to have an anfang of a carrier to suffer is high lash, where ich mir denke, wer bist du? Was hast du geleistet in deinem Leben? And yeah, ich freue mich, um das Gegenteil zu beweisen.

SPEAKER_03

Gibt's mal ein Statement from jemandem? Ich wollte a personal question, kannst du sagen, kein Bock drauf zu antworten. But so the most insecure moment for dich, wood echt hast, okay, wow, ich hinterfrage nochmal, müsste hinterfragen, wo ich sta mit mir selbst.

SPEAKER_01

Oh yeah, all right. Also, insecure moments kommen immer wieder. And that is halt einfach, wenn du kreativ bist, ist das nun mal so. Und dadurch, dass ich das durch die bildende Kunst und durch mein Studium schon brav geübt habe, damit umzugehen, ist es bei der Musik auch leichter geworden. Weil es einfach ein Kreativität überkommt halt einen und ist einmal in einem Extremmoment so da und ist in einem Extremmoment so da und ja, entfaltet sich komplett und du denkst dir, am nächsten Tag, wie habe ich das gemacht? Wo kam das alles her aus meinem Kopf? Und dann funktioniert es halt mal eine Woche überhaupt nicht. Und das ist halt, denn es kommt so auf so viele Faktoren an, für die man einfach nichts kann. Es kann alles sein, und ich rede wirklich von absolut allem, was sich dann daran hindert, es kann Stress sein, es kann irgendwelche persönlichen Issues sein, gerade, die du hast, oder die Tage, oder whatever the fuck. Und selbst wenn du gerade zum Beispiel, dir geht es extrem gut und du hast keinen Stress und es funktioniert mal einen Tag nicht, das gibt es nun mal. Und diese Wellen und dieses Auf- und Ab, Alter, darüber schreibe ich zum Beispiel meine Masterarbeit gerade. Weil dieses Auf und U kennt absolut jeder Künstler, egal aus welcher Branche man kommt. Das ist sehr, sehr schwierig, damit irgendwie umgehen zu lernen und auch zu lernen, das macht dich nicht schlechter, wenn es mal nicht funktioniert. Und du bist genauso gut, wenn es mal länger dauert und dann kommt es eh wieder von alleine. Und bei mir ist es total oft so: ich setze mich dann hin und denke mir, so jetzt habe ich ein Zeitfenster, da mache ich jetzt einen Song. Und genau auf dieser Herangehensweise ist nur scheiße rausgekommen. Es ist was rausgekommen, aber es war Kacke. Und ich fand es in dem Moment schon Kacke. Und dann am nächsten Tag denke ich mir so, boah, warum mache ich das überhaupt? Ich kann das ja gar nicht. Und das klingt alles total scheiße. Was für ein Film habe ich gelebt, dass das geil ist? Und ich schwöre dir, zehn Minuten später machst so einen Song und bist so, BAM, Alter, wie geil ist der geworden. War bei Crush zum Beispiel so. Da hatte ich, glaube ich, komplette Schreibblockade und war schon so am Zweifeln an allem and so fuck, fuck, fuck. And then war ich irgendwann aus diesem Grund heraus, dass mich das alles so angepisst hat, dass nichts funktioniert, wie ich das gerade will. Bin ich dann zu Hause gesessen und habe eine Flasche Rot rein gehabt und was so ein Rand and so I make this what I mean? I've been in my feelings aufgeschrieben and began so to sing-summen, which I mach. And I schware, a vierty fucking street later was this song fertig. And I dachte so joke gemeint. And then habe ich das to Brand geschickt und war so, schau, was ich gerade gemacht habe, lol. And I ruft an und so, Elise, was ist das? What the fuck, what? Also, this is halt wirklich einfach, damit muss man einfach umgehen lernen. Also, diese insecure Moments, die kommen einfach, das ist so ein bisschen der innere Schweinehund, der einen einfach immer wieder einholt. Wo man einfach irgendwann akzeptieren muss, so das hat nichts mit dir zu tun, es schmälert dein Können und dein Dasein genau gar nicht. Und das ist bei Kreativität so. Man kann nicht auf Knopfdruck kreativ sein. Und natürlich lernt man seine Manuhrisms und wie man damit umgeht und so weiter, lernt man mit der Zeit. Und ich kann mittlerweile so geübt im Schreiben, ich kann dir zu jeder Tages-Uhrzeit einen Song hinklatschen, aber die Qualität vom Song ist noch immer davon abhängig, ob ich gerade in einem Kreativ hoch oder down bin.

SPEAKER_03

Weißt du, für mich war die Frage oder ist diese Frage so etwas, was ich sehr vorsichtig versuche, in diesen Podcast mit einzubauen, weil das ist vor allem dann, wenn es eben um diese Attitude-Frage geht. So, das ist was, was du nicht so mitbekommst, einfach bei Artists. Und ich glaube aber, dass das vielleicht auch Leuten eventuell diese Angst verstärkt, überhaupt damit anzufangen oder dieses Medium für sich zu nutzen.

SPEAKER_01

Ich habe da auch letztens mit einer Freundin ein Gespräch geführt, die gemeint hat, ja, sie kann mit dem und dem nicht anfangen, weil sie ist so perfektionistisch und sie will, dass das halt direkt klappt und so. Und sie hat so Angst vorm Scheitern und deswegen macht sie es lieber gar nicht. Und weil ich auch so, so, ey, ganz ehrlich, für mich ist Scheitern, wenn du es überhaupt nicht erst versucht hast. Das ist Scheitern, weil du hast dich selber aufgegeben und du hast dir selber nicht vertraut. Das ist aufgeben und das ist Scheitern. Aber wenn du es probierst, ey, irgendwann wird was dabei rauskommen. Ist so. Und dann kann es sich nur verbessern, wenn du am Ball bleibst. Das kann nur besser werden.

SPEAKER_03

Und da baut sich doch auch ein Support System auf, so mit der Zeit. Also ich nehme an, ich liebe deine Freunde, deine Freundinnen, manchmal mit denen allen ungut zurecht. Und auch wenn du, als du begonnen hast, das war ja sicher auch so eine Phase, wo du gedacht hast, okay, wie wird das angenommen? Oder vielleicht war dir das auch klar, dass es gut angenommen wird.

SPEAKER_01

Ja, von meinem Freund des Kreis, die sind the most supportive people I've ever met. Also da bin ich dann teilweise eher so, dass ich sage, ja, aber jetzt sei mal ehrlich. Weil sie halt, ich könnte, glaube ich, echt sein komplettes Lied lang einfach nur ins Mikro furzen und sie werden so, Ballis, also wie du diesen Furz gemacht hast, ne? Das hast du ganz super gemacht. Also, ich habe einfach so ein supportive Umfeld und auch meine Mom, seit ich denken kann, ist so supportive. Und sie ist sehr wohl auch kritisch und so und hinterfragt dann oft. Und haben wir eh damals bei der Bachelorarbeit geredet, glaube ich. Wo meine Mom gefragt hat, ja, warum, aber du bist in so einem feministischen Haushalt groß geworden, warum sagst du Bitch?

SPEAKER_04

Yeah.

SPEAKER_01

So, wo ich dann auch mit ihr geredet habe und irgendwie in meiner Sicht von dem Wort und wie ich es für mich nehme erklärt habe. Und es ist bei meinem Freundeskreis eher so, dass ich dann wirklich frage: Ja, aber euch schau mal, ich bin da und da unsicher. Und jetzt sag mir mal wirklich ehrlich. Und wenn dann auch darauf ein Nein sehe ich gar nicht so, du bist gerade einfach in deinem Kopf gefangen und kommt, dann weiß ich, also die lügen mich dann auch nicht an. Aber dadurch, dass das mein ganzer Freundeskreis ja auch schon davor unter meinem anderen Namen mitbekommen hat, hatte ich von meinem Freundeskreis überhaupt keine Angst, wie das angenommen wird, sondern eher, weiß ich nicht, von Leuten, die mich davor schon kannten, die das dann vielleicht mit meinem alten Namen vergleichen. Und aus dem Grund habe ich auch alles von damals einfach auf Privat gestellt oder gelöscht, weil ich diese Art von Vergleichen nicht wollte. Ich dachte, für mich war es ein neues Chapter, neuer Name, komplett andere Art, Texte zu schreiben, andere Stimmlage, alles anders. Und ich wollte einfach nicht die Möglichkeit geben, da irgendwie eine Rewatch-Queen zu machen für die anderen, die dann irgendwie schauen, schau. Aber da hat sie das so und so gemacht. Und den Song haben die dann vielleicht schon im Ohr und sitze, der ist aber besser als der.

SPEAKER_03

Auch das Vertrauen echt zu sagen, so, okay, ich definiere mich neu, ich mache das neu, ich mache das anders und steht zu dem, was ich bin und was ich mache. Und das finde ich sehr nice. Eben, ich kann auch etwas löschen, ich kann auch etwas neu sagen, ich kann etwas neu definieren, anders.

SPEAKER_01

Und auch mittlerweile jetzt, es ist schon ein bisschen Zeit vergangen und ich überlege mir, die alten Sachen wieder hoch, also online oder öffentlich zu machen. Weil einfach diese, ich wollte einfach, dass diese Introduction von Donna Savage, dass die halt einfach sehr, sehr eindeutig und sehr klar ist so und eben keine Fläche bietet für Vergleiche mit alten Sachen. Und ich stehe auch zu den alten Sachen, die man fan, Alter. Es war einfach eine ganz andere Era und eine ganz andere Timekapsule, in der ich mich da bewegt habe. Ja, weil man wird halt älter und ändert sich auch irgendwie. Und deswegen mittlerweile ist es halt wie so ein süßes Foto, was man sich anschaut, aber ich würde es jetzt nicht so ernst nehmen mehr.

SPEAKER_03

Einfach. Well. Gibt es so einen konkreten Tipp, den du jemandem geben würdest, der jetzt beginnen möchte zu rappen, der diese Liebe dazu hat, weiß, er könnte, sie könnte etwas performen, eigentlich geben, so ähnlich wie es dir wahrscheinlich auch gegangen ist. Da gab es auch sicher diesen Breaking Point, darüber haben wir ganz am Anfang schon geredet. Es war dein Umfeld eh klar, ja. Aber gibt es jetzt so eine konkrete Sache, die du jemandem empfehlen würdest, der anfangen möchte?

SPEAKER_01

Ich glaube, es ist grundsätzlich natürlich schon mal ein Vorteil und leichter, wenn du ein Umfeld hast, die das auch machen oder in die in die Richtung gehen. Dann kannst du dich mit denen austauschen. Vielleicht hat irgendwer von denen mittlerweile ist es ja wirklich sehr viel leichter als früher, eine Möglichkeit zu haben zu recorden.

SPEAKER_02

Ja, voll, das hast du vorhin schon gesagt, stimmt.

SPEAKER_01

Also ich fände, eins der wichtigsten Sachen wäre eigentlich viel, viel aufnehmen und sich nochmal anhören.

SPEAKER_02

Ja, voll einen Stil finden, genau.

SPEAKER_01

Und sich einfach denken, okay, da habe ich das so und so ausgesprochen, ich probiere das mal so auszusprechen. Und diese wirklich Feintuning, sag ich mal, ist natürlich alleine am chilligsten. Weil wenn alle irgendwie da sind und so weiter, wirst du jetzt nicht dreimal ein Wort neu aufnehmen oder eine Zeile neu aufnehmen. Und das macht sie einfach leichter, wenn du das mit dir selber machst, weil dann traut man sich auch viel mehr. Sobald Leute zuschauen und zuhören, muss man, finde ich schon, oder ja, merkt man einfach, es ist leichter, wenn man sich da schon ein bisschen sicher ist, was man tut. Und dieses wirklich rumprobieren und einfach spielerisch an das Ganze rangehen und das Ganze nicht so ernst nehmen, was ich für schwindlige Demos rumliegen habe. Ciao. Weil ich mich eben ausprobiert habe und weil ich geschaut habe, ey, kann ich singen? Kann ich das? Will ich das? Will ich die Stimmlage? Will ich das so aussprechen? Wie klingt das, wenn ich mit übertriebenster Attitude was sag? Klingt auf der Aufnahme dann eigentlich nur geil und es fühlt sich für mich aber im Moment vielleicht super unnatürlich an, klingt aber urgeil dann.

SPEAKER_03

Yeah, just take it as a playground, I think. So, das wäre so die Kernesset.

SPEAKER_01

Genau, einfach das nicht so ernst nehmen, sich ausprobieren und einfach schauen, wo fühlt man sich am besten. Wie klingt es für einen selber am geilsten? Und auch wenn du es dir dann eben nochmal anhörst, einfach zu sagen, auch wenn du einen Song releasst, dass du wirklich mit jeder Stelle zufrieden bist. Das hat dich früher zum Beispiel voll drauf geschissen. Und immer wenn dieser Song gelaufen ist, hat mich diese eine Stelle genervt, wie ich das ausgesprochen habe. Oder was auch immer, da einfach zu sagen, ne, ich mach keine Abstriche, ich will komplett dahinter stehen können. Und im Zuge dessen, dass man das kann, muss man halt einfach viel rumprobieren. Viel ausprobieren einfach. Und wenn es damit beginnt, dass du karaokemäßig einfach mal Beats anmachst und von anderen Leuten Sachen nachsingst, um zu merken, bei welcher Stimmlage fühle ich mich cool. Bevor du überhaupt einen Text schreibst, zum Beispiel.

SPEAKER_02

Ja, voll.

SPEAKER_01

Ist sicher auch eine Idee. Oder es macht es natürlich nochmal sehr viel schwieriger, wenn dein Umfeld überhaupt nicht in dieser Welt unterwegs ist, weil einfach der Access schwieriger ist. Aber es gibt so viele coole Einrichtungen, wie zum Beispiel diese Open Stage oder so, da hatte ich auch meine ersten Auftritte damals.

SPEAKER_03

Ich glaube, Herrst Hip-Hop, Open Stage oder so, ja, da haben auch einige Freunde von mir.

SPEAKER_01

Und wenn du einen Song fertig hast, ist doch komplett wurscht, dann geh da hin und perform den mal. Also auch mal diese Life-Experience hast und auch merkst, wie gehe ich live mit meiner Stimme anders um, wie reagieren die Leute drauf? Und wenn du dann dort einfach mit den Leuten redest und dir Feedback einholst und natürlich nur erfragtes Feedback bitte, ungefragt ist nicht. Sondern wenn du Feedback haben willst, dann geh zu einer Person, die dir sympathisch vorkommt, so, hey, was sagst du, was sind so deine Gedanken dazu?

SPEAKER_03

Eben, don't take the shit of everyone, das ist super wichtig, glaube ich.

SPEAKER_01

Und vor allem am Anfang und vor allem als Frau, by the way, großes Surprise, es wird einem oft reingelabert. Ungefragt. Und das muss man einfach, vor allem wenn es von Personen kommt, von denen man kein Feedback braucht, muss es einfach gestoppt werden. Also ja, Tipps für den Anfang viel rumprobieren, sich nicht reinreden lassen von irgendwem und einfach irgendwie sich mit Leuten connecten, die du selber feierst, und schauen, wie die das machen im Studio zum Beispiel. Oder auch mal eine Schreibsession mit Freunden ausmachen und schauen, wie gehen die an das Ganze heran. Da kriegt man auch immer Ideen. Es gibt mittlerweile sogar extrem süße YouTube-Tutorials, wo einem so die Basics erklärt werden. Zum Beispiel especially für Rap, irgendwie, wie was aufgebaut ist, was für Reimarten es gibt, was für Möglichkeiten du hast irgendwie. Und die kannst du ja, ich bin immer ein Fan davon, so die Regeln lernen, um sie zu brechen. Das heißt, du musst das ja auch nicht dann alles genauso umsetzen, aber dass du einfach weißt, wie du sie gekonnt umgehst, wenn du Bock hast. Oder sie genauso lebst, wie du willst halt. Aber ja, es gibt da auch mittlerweile ganz coole Videos. Oder ich habe mir zum Beispiel damals einfach von Songs, die ich gefeiert habe, die Texte ausgedruckt und bin wirklich mit so verschiedenen Textmarkern in verschiedenen Farben da gesessen und hab mir unterstrichen, wo sich was, wie und warum reimt und wie viele Reimarten und welche Struktur dieser Text überhaupt hat eine Hook, die im Ohr bleibt. Warum? Ja. Und da waren teilweise, Alter, wenn man sich zum Beispiel, das hat mich damals aus dem Häuser gebracht. Yu-Yu had teilweise vier, fünf Zeilen lang keinen einzigen Reim. Nicht einen. But at the vibe der Text and the Song total, and sie führt dich in die Illusion, dass sie sich reimen würde. Tut es aber überhaupt nicht. Sondern es ist einfach, wie sie delivered and so weiter, dann auch wieder saugeil. Und weil ich sagen, ah, okay, crazy. Das kann man auch machen. Ich glaube, das öffnet vor allem das, wenn du es dann wirklich so ausgedruckt vor dir hast, ist es einfach sehr viel leichter, das zu erkennen, als einfach nur beim Hören.

SPEAKER_03

Ja, voll.

SPEAKER_01

Also, ja.

SPEAKER_03

Danke dir für deine Zeit. Wirklich. Literally. Ganz, ganz, ganz großes Danke. Bedeutet mir die Welt, dass du heute auch da bist. Und die Folge kommt in ein paar Wochen raus. Ich bin schon richtig excited. Release-Datum werde ich auf Instagram, Sarah XPia XLiebe posten. Früh genug. Wahrscheinlich so ein Datum der Aufnahme macht keinen Sinn, ein Datum genau zu nennen, aber ihr werdet das dann schon sehen. Und den Link zum Interview mit dem Augs Magazin, den werde ich auch in die Shownotes packen. Dein Instagram natürlich. Und gibt es noch irgendwas, was ich reintun soll, was dir wichtig wäre? Irgendeinen Link zu irgendwas, wo du denkst, Spotify. Das sowieso, das sowieso. Also Instagram, Spotify, die Sachen.

SPEAKER_01

Aber ja, danke für deine Zeit, danke für deine tollen Fragen, danke für deine gute Recherche, danke für dein ehrliches, echtes Interesse.

SPEAKER_03

Ganz viel Liebe. Ganz, ganz, ganz viel Liebe. Wirklich. Supportet Donner, weh, wenn nicht, okay, es gibt eins, was. Supporte diesen Podcast.

SPEAKER_01

Oder ich komme und wir treffen uns auf der Blutwiese. Blutwiese. Kreativität überkommt halt einen und ist einmal in einem extrem Moment so da. Und.