Poolcast - Inside Mühleye
Lassen Sie sich überraschen von spannenden Geschichten rund um das Schwimmbad und Camping Mühleye mit Gästen aus aller Welt. Jeden Sonntag um 09.00.
Poolcast - Inside Mühleye
Die Poolcasterin Lilo trifft auf den Chilenen Lillo
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Bereits seit 11 Jahren lebt der Chilene Christopher Lillo in der Schweiz und arbeitet als Umwelt-Ingenieur. In seiner Freizeit steigt er gerne auf seinen "Drahtesel" welcher zwischenzeitlich in die Jahre gekommen ist. Ohne elektrische Hilfe hat er damit auch schon einige Pässe überwunden und macht nun, ausgerüstet mit einem kleinen Zelt, einen Zwischenhalt auf dem Camping Mühleye in Visp.
The Poolcast mit Geschickten und Anekdoten. Rund um die Schwimmbad und Camping. Mülay Affischer. Jeden Sonntagmorgen am Mini.
SPEAKER_02Vor einem heutigen Poolcast hocken wir im Rasen, da haben wir ein Zelt auf einer Decche. Und wir sind zum Ende Lilo. Und zum anderen der Christopher Lilo. Hallo Christopher. Lilo trifft auf Lilo. Aber dein Name ist Spanisch und das spricht man ja nicht so aus.
SPEAKER_01Genau, die richtige Aussprache auf Spanisch wäre Lilo.
SPEAKER_02Ich sage jetzt einfach Christopher.
SPEAKER_01Aber ich stelle mich auch fast immer als Lilo vor, weil die Leute können sowieso nicht aussprechen.
SPEAKER_02Ich stelle mich auch immer als Lilo vor. Du bist schon seit einigen Jahren in der Schweiz.
SPEAKER_01Ja, genau. Also genau genommen, seit elf Jahren. Ich komme aus Chile. Vor elf Jahren hat mich die Liebe hier hingebracht. Eine spannende Geschichte.
SPEAKER_02Eine spannende Geschichte, erzähl mal.
SPEAKER_01Ja, also vor 13 oder 14 Jahren wahrscheinlich habe ich eine Schweizerin in Chile kennengelernt, die Reise war. Sie wollte drei Monate ins Amerika verbringen und am Schluss hat sie vor den drei Monaten fast die drei Monate in Chile verbracht, weil wir uns kennengelernt hatten. Nach einer kurzen Zeit Fernbeziehung kam sie zurück nach Chile und wir lebten zusammen in Chile etwa eineinhalb Jahr. Und dann kam der Moment, wo ich mir dachte, ja, es wäre auch nett für sie, dass wir hier mal vielleicht probieren. Sie musste noch studieren. Und dann bin ich gekommen. Obwohl dann nach einer Zeit die Beziehung nicht mehr funktioniert hat, bin ich geblieben.
SPEAKER_02Konntest du die Sprache schon?
SPEAKER_01Nein, gar nicht. Nicht mal ja oder nein. Ich konnte am Anfang einfach mit Englisch, das war ganz okay. Aber ich wollte tatsächlich einfach die Sprache lernen. Und das war auch eine Voraussetzung, damit ich hier sein kann. Weil als Chilener darf ich nicht in der Schweiz einfach so. Ich habe einen intensiv Deutschkurs besucht. Jeden Tag.
SPEAKER_02Man hört es, du sprichst wirklich sehr, sehr gut.
SPEAKER_01Ja, ich habe mir mehr gegeben und es war nicht günstig. Und dann, wenn es dich etwas kostet, dann natürlich gibt es noch mehr.
SPEAKER_02Ja, das stimmt, genau.
SPEAKER_01Gut investiertes Geld.
SPEAKER_02Du hast dann Arbeit gefunden in der Schweiz, bist du beruflich hier tätig?
SPEAKER_01Genau. Nein, eine lange Zeit. Es war nicht so einfach, weil die Sprache zuerst ein Problem. Danach war mein Diplom sowieso nicht direkt anerkannt. Ich musste so einen Prozess machen. Und irgendwann konnte ich trotzdem ein Masterstudium absolvieren, der ZHB. Und nach diesem Master habe ich endlich einen Job gefunden. Ich bin Energie- und Umweltingenieur.
SPEAKER_02Super, also da kann ich nur sagen, ich ziehe den Hut, was du da alles erreicht hast. Und jetzt bist du hier auf dem Campingplatz, hast dein Zelt aufgestellt. Hast dein Fahrrad mitgebracht, bist mit dem Fahrrad gekommen. Du hast nicht so viel Gepäck dabei. Dieses Zelt und das Nötigste, was du brauchst mit dem Fahrrad kann man ja nicht so viel transportieren.
SPEAKER_01Kann man nicht.
SPEAKER_02Das ist nicht die erste Tour, die du jetzt mit dem Fahrrad unternimmst.
SPEAKER_01Nein, also ich mache tatsächlich das, was du gerade erwähnst hast. Ich mach dieses Gefühl, einfach nur unterwegs zu sein, was man braucht. Und um mir einfach bewusst zu sein, dass tatsächlich alles andere, was man hat, das braucht man ja nicht umbringen, das will man. Und mit diesem Gefühl versuche ich einfach mein Lebens zu führen. Und dann finde ich es cool, immer mit dem W unterwegs zu sein. Einfach mit so wenigen Sachen wie du einfach ein paar Tage zu überleben. Und ja, natürlich Handy ist immer nötig.
SPEAKER_02Ja, und irgendwo eine Steckdose, wo du wieder auflaufst.
SPEAKER_01Genau, eine nette Person, die mich da Handy laden lässt.
SPEAKER_02Wenn du mit dem Fahrrad unterwegs bist, triffst du ja sicher auch sehr viele Leute. Sind da schon gute Kontakte entstanden?
SPEAKER_01Ja, aber auch nicht so viel, wie ich mich gedacht hätte. Ich glaube, Leute sind oft auch so in Grüppchen und die natürlich beschäftigen sich miteinander. Und ich bin ehrlich gesagt relativ oft einfach allein. Ich bin zweimal vielleicht mit meiner Freundin gewesen und ein oder zweimal mit Freunden. Aber ich mag eigentlich auch diese Ruhe, von unterwegs zu sein. Muss ich sagen.
SPEAKER_02Du bist nicht abhängig von jemandem. Du kannst selbst entscheiden, wo du hinfährst. Du musst dich nicht lange anpassen oder absprechen. Du hast eigentlich jetzt jede Freiheit, wenn du so unterwegs bist. Wo haben sich deine Touren bis jetzt hingeführt? Wo warst du schon überall mit dem Fahrrad?
SPEAKER_01Also ganz lange Touren habe ich ehrlich gesagt nicht viele gemacht. In der Regel nehme ich mir immer so vier oder fünf Tage. Weil ich bin auch nicht mehr der Jüngste, um immer im Zelt zu schlafen, nach drei oder vier Tagen ist mir schon alles weh. Aber eben, wo habe ich mal angefangen? In Graubünden. Als ich frisch in der Schweiz war, dachte ich mir, ey, alle reden über den Bündnerland und so. Dann war ich in Engardin. Ich wollte eigentlich über den Pass, aber habe ich angefangen in Walmerste. Und dann über den Offenpass, nach der Netz und dann nachher den Ober Engardin bis Maloya. Und da immer zwei oder drei Übernachtungen in verschiedenen Campingplätzen. Einfach richtig schön. Die Berge, das zieht mich einfach. Aber ja, mit dem Velo ist immer ein bisschen schwierig mit dem Thema, wie viele Höhenmitteln so. Mein Fahrrad ist auch nicht die beste.
SPEAKER_02Also dein Fahrrad ist vor allem nicht elektrisch. Du machst alles aus eigener Muskelkraft. Und wenn es dann bergauf geht, ist das auch ein bisschen.
SPEAKER_01Ja, mit dem Gepäck schon.
SPEAKER_02Ich sehe die Rennvelos, die schnell bei mir vorbeifahren und denke mir, ja, hätte ich ja auch kein Gepäck, wäre etwas anderes, aber vielleicht ergibt sich das noch, dass du auch mal mit Rennvelo unterwegs bist oder dass du vielleicht sogar auch mal ein E-Bike benutzt oder ist das weniger dein Ding? Du möchtest das gerne.
SPEAKER_01Ich denke, wenn ich dich so lang schaue, denke ich, du bist so sportlich. Leute im Alter, wenn man danach wirklich das nicht mehr so gut kann und trotzdem das erleben möchte, dann macht es schon Sinn.
SPEAKER_02Ja, vielleicht auch ein bisschen aufs Alter hin gesehen, ein bisschen Gelenk schon.
SPEAKER_01Ja, ganz genau.
SPEAKER_02Aber du bist noch sehr jung, wenn ich dich so ansehe. Da brauchst du dir jetzt noch gar keine Gedanken zu machen.
SPEAKER_01Treibstoff ist Kondition.
SPEAKER_02Und jetzt hier im Wall bist du das erste Mal hier?
SPEAKER_01Also im WISP schon. Ich war in der Nähe in Breckwald. Da war ich auch mit meiner Freundin und Mutter meiner Freundin, aber einfach so mit dem Auto unterwegs und habe ein bisschen Wandlung gemacht. Aber den Ronntal wollte ich immer ein bisschen besser erkunden. Und ja, diesmal hat es sich ergeben, das würde was so toll. Ich dachte, ich war mit der längeren Wochenende arbeiten und fertig.
SPEAKER_02Super Sache. Also du bleibst nur ein paar Tage jetzt hier.
SPEAKER_01Ja, also nur bis Sonntag.
SPEAKER_02Dann heißt es wieder an die Arbeit.
SPEAKER_01Ja, genau.
SPEAKER_02Aber ich denke, der nächste Ausflug ist bereits geplant in deinem Hinterkopf, was du noch machen möchtest. Und jetzt die Tage, die du hier verbringst, was hast du da alles gesehen? Was hast du unternommen?
SPEAKER_01Also bis jetzt, gestern war mit dem Fahrrad nach Sierra. Und ich wollte unbedingt einfach, ich bin jemand, der einfach zum Badenbach ein See. Also ich weiß, dass ich jeden Schwimmbad habe, aber ich mag lieber einfach in der Natur in einen See. Und da gibt es dieses Lac du Giron. Super schön. Und ich dachte mir, vielleicht gehe ich doch in den Schwimmanlagen und am Schluss habe ich gemerkt, das ist so gut ausgestattet. Das ist die Infrastruktur und es ist wunderbar. Dann haben wir ein paar Stunden verbrachlich gesund und dann nachher wieder zurückgefahren. Und auf dem Weg, mein Velo hat Bass den Löffel abgegeben. Auf einmal die Schalter nicht mehr und bin nur mit einem Gang angekommen, aber es hat geklappt. Heute war ich in Zelmart von Sonega, die diesen bekannten Filmsehen Wanderung zum Glück, weil es heute Freitag ist, war nicht so viel los. Ich hätte gedacht, dass es tatsächlich so eine Ameisenstraße aus Menschen gibt, aber es war völlig okay. Es war schön.
SPEAKER_02Du bist mit dem Fahrrad unterwegs und du hast gesagt, ja, es ist doch nicht mehr das neueste Fahrrad. Hattest du schon mal eine wirkliche Panne, wo du irgendwo hängen geblieben bist und etwas reparieren musstest oder reparieren lassen musstest?
SPEAKER_01Also doch immer wieder kleine Sachen, aber zum Glück nicht Grosses. Also immer eine Platte oder dass die Schalzungen auf einmal nicht so gut gehen, aber zum Glück nichts gefährliches oder auch nichts Großes. Ich konnte die Sachen in der Regel selbst reparieren bis jetzt. Ich glaube, das ist jetzt eine Ausnahme. Ich muss das machen bei ihnen lassen.
SPEAKER_02Wir haben vorher gesprochen, was du alles mitnimmst. Da gehört dann auch ein bisschen Werkzeuge dazu. Oder Ersatzmaterial. Ein paar Sachen hast du dazu.
SPEAKER_01Schläuche und ein paar kleine Werkzeuge für die Anpassung der Sachen von der Käthe oder die Schaltungen, die Bremse.
SPEAKER_02Christopher, wie sieht das aus mit der Verpflegung, mit Kochen? Du hast jetzt hier nur ein kleines Zelt. Hast du da einen Gaskocher dabei? Oder was nimmst du damit für die Verpflegung oder zum Kochen?
SPEAKER_01Da bin ich wahrscheinlich Sünder. Ich bin nicht unbedingt ein richtiger Camper. Also ich esse in der Regel ein bisschen auswärts, aber nicht immer im Restaurant oder so. Einfach, ich kaufe mir ein paar Sachen, mache mir ein Sandwich. Oder heute war ich in Wiesbaden in ein vegetisches Restaurant, glaube ich. Ziemlich lege ich etwas essen oder für die Wanderung einfach hole ich ein Sandwich oder sowas. Nicht Grosses, nicht Spezielles, aber eine ganze Küche ausstattung nehme ich nicht mit.
SPEAKER_02Wir sind jetzt hier auf dem, man kann sagen, Vorplatz vom Campingplatz, wo viele Zelte stehen. Wie ist das so mit dem Schlafen? Kannst du da gut schlafen oder ist da immer etwas, was man hört in der Nacht? Weil die Zelter werden, die scheinen mir doch ziemlich dünn zu sein. Oder steckst du dir da Europax in die Ohren?
SPEAKER_01Also ich habe eigentlich Europax dabei, aber ich habe die nicht gebraucht. Also ich fand es ziemlich ruhig, die Nacht. So gut konnte ich trotzdem nicht schlafen. Ich weiß nicht, was war das? Aber es war nicht ein Lärm.
SPEAKER_02Aber es ist bald Vollmond. Vielleicht war das.
SPEAKER_01Vielleicht war das innerlich.
SPEAKER_02Vielleicht war das der Grund. Oder eine innerliche Aufregung vor dem, was du jetzt noch vorhast. Oder ja, für den nächsten Tag vorhast.
SPEAKER_01Ich glaube, ich war nervös, dass ich so aufstehen muss und dass ich einfach nicht aufschlafe, danach in den Zug verpassen.
SPEAKER_02Ah, das war der Grund.
SPEAKER_01Ich wollte sehr früh da sein, weil du je später, desto mehr Leute es wird.
SPEAKER_02Aber du hast einen Wecker dabei, aber lässt du dich vom Handy weg. Dann musst du immer schauen, dass du aufgeladen hast, sonst verschläfst du dich.
SPEAKER_01Ja, genau.
SPEAKER_02Und dann passiert genau das. Was eben nicht passieren sollte. Aber heute hat alles geklappt. Morgen ist Abreise, morgen ist Samstag übermorgen. Jetzt hast du für morgen auch noch etwas vor.
SPEAKER_01Ja, habe ich doch wieder eine Wanderung, weil das Velo wir nicht mitmachen. Ich möchte gerne schon seit sehr langem den Alitsgletscher besuchen. Und vor zwei Jahren waren wir hier, es war aber immer noch viel zu viel Schnee und man konnte die Wanderung noch nicht machen. Also ich fahre nach Fiesch, glaube ich, heißt es. Und danach mache ich eine 15 Kilometer Wanderung mit guter Sicht aus den Gletschern.
SPEAKER_02Sehr gut. Und wie informierst du dich im Vorfeld? Über das Wetter sicher mal. Und dann auch gehst du über Google?
SPEAKER_01Also ich suche immer mit dem Handy eigentlich, ich bin nicht ein Oldschool. Ich habe eine App für die Outdoor-Aktivitäten und da suche ich immer meine Wanderungen und so. Und da kann man auch das Wetter danach gleich checken. Aber mir war klar zum Glück, dass das Wochenende ziemlich gut aussieht. Am Sonntag glaube ich kommt ein bisschen etwas Regen oder Gewitter.
SPEAKER_02Das kühlt dann ein bisschen ab.
SPEAKER_01Heute war auch so etwas von Gewitter die Rede, aber es ist auch nichts passiert.
SPEAKER_02Der Wind hat es wieder weggeblasen. Es war ziemlich dunkel einen kurzen Moment. Es hat stark gewindet. Aber ich denke, dank diesem Wind wurden die Wolken dann wieder vertrieben. Du kannst ja in dieser kurzen Zeit, wo du jetzt da bist, nicht all das machen, was du vielleicht möchtest. Wirst du wiederkommen?
SPEAKER_01Auf jeden Fall. Und nächstes Mal komme ich begleitet.
SPEAKER_02Sehr gut.
SPEAKER_01Ich muss meine Freundin nur mitnehmen.
SPEAKER_02Ja, du gehst jetzt ihr erzählen, was du alles erlebt hast, gesehen hast. Wie gefällt dir der Platz hier? Bist du zufrieden?
SPEAKER_01Ja, sehr. Also eigentlich hätte ich mich natürlich schon gewünscht, ein bisschen dahinter zu sein. Weil ein bisschen versteckt oder sozusagen, ein bisschen ruhiger vielleicht. Aber ja, ich meine, wenn man so spontan kommt, natürlich kriegt man nicht den besten Platz. Aber hier vorne ist es eigentlich angenehm und easy. Die Sonne hat sich ein bisschen Angst, natürlich, voll in der Sonne zu sein. Aber man ist immer unterwegs, von daher.
SPEAKER_02Ja, und du hast auch ein Bäumchen neben deinem Zelt.
SPEAKER_01Ganz genau.
SPEAKER_02Das gibt auch ein bisschen Schaffen.
SPEAKER_01Ich gehe dir alles mit, was hier in der Küche passiert und in der Kasse. Ja, genau.
SPEAKER_02Beim Eingang, beim Schwimmbad, an der Rezeption. Wir hätten dir sehr gerne einen Platz weiter hinten angeboten, aber wir haben Hochsaison, wir haben Ferienzeit. Es ist jetzt einfach alles ausgebucht anders, wenn du dich trotzdem fühlst hier vorne, was ja auch ein sehr schöner Platz is. And you sagst, es lauft immer etwas here. Christopher, I thank you that I'm set during.