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Alles um uns herum ist das Werk von Unternehmern und Ihren Wegbegleitern, die über die Jahrhunderte hinweg einen gewaltigen Mehrwert für uns Menschen geschaffen haben.
Willkommen bei WIP, wo wir Zugang zu den Köpfen, Gedankenmodellen und Erfahrungen von Unternehmern und Geschäftsführern in verschiedenen Branchen bekommen.
Die Gespräche variieren, im Kern gehen sie jedoch der Frage nach, welcher Mehrwert durch ein Produkt entsteht, wie dieses Produkt kreiert und an den Kunden gebracht wird und wie man eine Organisation baut, die dies ermöglicht.
Ziel ist es, von talentierten, erfolgreichen und erfahrenen Menschen zu lernen, verschiedene Ideen und Herangehensweisen zu hören und vielleicht den einen oder anderen Gedankenanstoß zu bekommen.
Das, was unter Umständen tausende von Euros oder Stunden kostet oder nur bestimmten Personen zur Verfügung steht, soll hiermit zugänglich gemacht werden.
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1. Best Worscht In Town: Eine Wurst wird Kult – Lars Obendorfer (Gründer & CEO)
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Der markante Charakter hinter Best Worscht in Town, Lars Obendorfer, teilt mit uns seine spannende Reise zum erfolgreichen Franchise-Unternehmer. Er verrät, wie die Lehren seiner Oma und seines Onkels und seine Leidenschaft für Qualität und Einzigartigkeit den Erfolg seiner spezialisierten und kleinen Currywurst-Speisekarte und Kette prägen. Lars erzählt von den Herausforderungen, die er auf seinem Weg überwunden hat, von gesundheitlichen Rückschlägen bis hin zu geschäftlichen Hürden, und wie er durch Herzlichkeit und Ehrlichkeit eine unvergleichliche Kundenbindung aufgebaut hat.
Unsere Unterhaltung mit Lars geht in die Philosophie hinter seinem Geschäft und seine innovative Herangehensweise an die Gastronomie. Er spricht über die Kraft eines motivierten Teams und wie wichtig es ist, dass Mitarbeiter ihren Job lieben und sich mit dem Unternehmen identifizieren. Er beleuchtet die Bedeutung der menschlichen Interaktion, indem er gegen die Automatisierung von Bestellprozessen argumentiert und den Wert der persönlichen Ansprache im Kundenkontakt betont. Lars teilt auch seine Gedanken und eigenen Erfahrungen zur Nutzung von Fernsehen als kraftvolles Marketinginstrument und wie dies neue Franchise-Interessenten anzieht.
Lars öffnet uns die Tür zu den strategischen Überlegungen, die hinter der Expansion seines Franchise-Systems stehen, und gibt Einblicke in die Balance zwischen Franchise-Nehmern und eigens geführten Filialen. Gemeinsam erforschen wir die Optimierung von Geschäftsprozessen und die Herausforderungen im Umgang mit Behörden und der Preisgestaltung. Wir reden auch über den Drang zur ständigen Produktverbesserung und die Bedeutung von Vertrauen und Handschlag-Abkommen im Geschäftsleben.
Lasst euch von Lars' unermüdlichem Streben nach Verbesserung und seiner Dankbarkeit für die Menschen um ihn herum inspirieren.
Best Worscht In Town
Lars ObendorferMeine Mutter hat mich ja am Anfang noch unterstützt, war mit im Laden, und ich weiß, wie ich Jambalaya entwickelt hatte mit dem Michel zusammen. Da hat meine Mutter gesagt so ein Scheiß verkauft sie nicht. Jamba Jumba, was ist denn das für ein Mist? Die Leute wollen Currywurst. Dann gib denen Currywurst.
Lars ObendorferUnd dann sage ich halt allen sei bei uns so, wie du nie hättest sein dürfen. Du darfst hier sein, wie du bist, und sei einfach so zu den Kunden, als wenn du Freunde zu Hause zu dir zum Grillen einlädst. So soll der Kunde sich fühlen, und so soll er auch weggehen.
Lars ObendorferDa ich so viel im Fernsehen war, war ich natürlich auch relativ bekannt. Und dann wurde bei mir viermal eingebrochen, einmal die Gitter aus der Wand gesprengt, ich bin vor der Haustür mit Maxi Kosi in der Hand überfallen worden von zwei Typen. und
Lars Obendorfernd da haben wir uns verklagt auf eine Million Euro. Ich habe das vor Gericht gewonnen, aber ich hatte zwei Jahre Angst. Also
Lars Obendorfer, wenn einer zu uns kommt, dann soll er an Currywurst denken, er soll an gute Qualität, an Entertainment denken, und er soll daran denken, dass es ja schon für ihn eine Erlebnisgastronomie sein soll, und auch Danke zu sagen. Also
Lars Obendorferich bin mir nicht zu fein, meine Mitarbeiter alle anzurufen und zu sagen hey, vielen Dank, dass ihr so einen tollen Job macht
Lars Obendorfer.
Thomas WeitzendoerferWillkommen bei WIP, wo wir Zugang zu den Köpfen, gedankenmodellen und Erfahrungen von Unternehmern und Geschäftsführern in verschiedenen Branchen bekommen. Branchen bekommen, die Gespräche variieren, im Kern gehen sie jedoch der Frage nach, welcher Mehrwert durch ein Produkt entsteht, wie dieses Produkt kreiert und an den Kunden gebracht wird und wie man eine Organisation baut, die dies ermöglicht. Ziel ist es, von talentierten, erfolgreichen und erfahrenen Menschen zu lernen, verschiedene Ideen und Herangehensweisen zu hören und vielleicht den einen oder anderen Gedankenanstoß zu bekommen. Das, was unter Umständen tausende von Euros oder Stunden kostet oder nur bestimmten Personen zur Verfügung steht, soll hiermit zugänglich gemacht werden. Mein heutiger Gast ist Lars Obendorfer, gründer und Geschäftsführer von Best Worscht in Town.
Lars - Talent als Entertainer
Thomas WeitzendoerferObwohl das Franchise-Unternehmen mit fast 30 Filialen nur Currywürste verkauft, sind Lars und Best Worscht in Frankfurt und der Region längst Kult geworden. Wer glaubt, dass der Erfolg darin liegt, dass die Schärfe seiner Wurst einem die Tränen in die Augen treibt, der irrt. Das Unternehmen und sein markanter Gründer stehen für vieles Herzlichkeit, ehrlichkeit, direktheit Aber vor allem wollen sie eines für ihre Kunden Freude am Essen. Ich spreche mit Lars über die Erfolgsgeschichte seines Unternehmens, sein Geschäftsmodell und wie er es schafft, kunden an die Firma zu binden. Wir reden auch über die emotionalen Höhen und Tiefen, die er durchlebt hat, über gesundheitliche und finanzielle Rückschläge sowie menschliche Enttäuschung. Lars hört nie auf, danach zu suchen, wie er sein Produkt verbessern kann. Es sind viele kleine Dinge, die er über die Jahre kreiert und optimiert hat, und in der Summe ist es genau das, was Bestwashed heute ausmacht. Ich hoffe, euch gefällt das Gespräch mit Lars Obendorfer, also steigen wir einfach mal ein.
Thomas WeitzendoerferJa, Wenn man dich ein wenig kennt und sich mit deiner Person auseinandersetzt, dann merkt man relativ schnell, dass du eigentlich eine Persönlichkeit eines Entertainers hast. Vielleicht bezieht sich das auch auf diese Entertainer-Qualität, vielleicht aber auch nicht. Was mich interessieren würde gab es für dich einen Moment in den jungen Jahren, wo du festgestellt hast, dass, Mensch, irgendwie kann ich diese eine spezifische Sache oder diese Kombination an spezifischen Sachen besser als die Leute um mich herum?
Lars ObendorferJa. Also dazu kann ich dir sagen, ja, das sehe ich teilweise so. Es gibt auch welche, die es auch können, aber ich glaube, das gibt es nicht so häufig. Entertainer zu sein, also bevor ich in den Himmels eingegangen bin ich hatte ja eine Ausbildung gemacht als Chemiker in einem Laborant. Wie ich dann fertig war, bin ich nach Ibiza gegangen und habe Animateur im Club Punta Arabi gemacht, und dort musste ich natürlich mit den Leuten Spaß machen und animieren. Dann haben mich meine Eltern angerufen und gesagt hier kannst du den Laden schon übernehmen. Der Papa ist krank, und meine Mutter möchte die Zeit mit dem Papa genießen, und ich soll jetzt schon in den Laden einsteigen.
Lars ObendorferMein Onkel, der vorher drin war, war ja schon so eine Art Entertainer im Himmels, und ich habe mir dann halt auch überlegt wie hole ich denn die Leute ab, die stehen mittags lange, wie macht man das? Und das finde ich, wichtig ist, nett, freundlich, charmant zu den Menschen sein und aber auch flapsig sein, dass die Leute mal lachen können, ein bisschen Spaß haben. Und ich glaube, das habe ich im Blut und merke auch, wo ich das darf und wo ich das nicht darf. Ich habe ja auch eingeführt und das war in den 90ern, da waren die Leute ja noch echt anders, dass wir alle duzen Das war ja absolut unüblich gewesen, und wir hatten auch immer mal so Erscheinungen, die dann gesagt haben sind wir zusammen die Treppe runtergefallen?
Lars Obendorferann haben wir gesagt, was kann ich ihnen denn auf die Pommes drauf machen, bis sofort umgeswitcht, weil gut, wenn das einer nicht mag. Aber ich glaube, so dieses das Ding war eigentlich. Ich habe ja auch immer gedacht, das kann kein anderer außer ich. Ich hatte immer gedacht, also ein Franchise war überhaupt nicht zu denken, weil ich dachte, das kann keiner. Ich war immer davon überzeugt, es kann nur ich.
Lars ObendorferEs gibt aber welche, wie man jetzt sieht die das können, aber jeder hat so seine eigene Art. Aber da hast du schon vollkommen recht. Also, ich glaube, so wie ich das mache, muss man schon als Entertainer ein bisschen unterwegs sein, sonst würde mich auch der Robinson Club nicht buchen.
Thomas WeitzendoerferUnd das hast du auch in ganz jungen Jahren schon gemerkt, dass du das kannst.
Lars ObendorferGenau, ich war im Endeffekt. In der Firma, in der ich gelernt habe, war ich eher der Pausenclown, das heißt, ich war ja in jeder Abteilung, kannte natürlich dann alle Leute und bin eigentlich von Abteilung zu Abteilung und habe da mal ein Späßchen mit den Leuten gemacht. Habe zwar auch mal gearbeitet, aber das war schon immer so mein Ding, die Leute abzuholen. Ich kenne auch viele Leute. Oder mein Optiker sagt immer, wenn du zu mir reinkommst, sagst du, du nimmst Keine Ahnung. Also, geübt habe ich es nicht, war einfach da.
Thomas WeitzendoerferOkay, und hast du es dann bewusst dann irgendwann auch eingesetzt?
Lars ObendorferJa, im Laden.
Lars ObendorferAlso, das heißt, ich habe im Laden gesagt, wie kann ich die Leute bei Laune halten? Ich habe in der Schlange gestanden, und ich habe dann halt mit denen Witzchen gemacht Und habe denen eine Cola rausgebracht beim Warten. Dann habe ich gesagt, mach locker beim W. Ich habe innen drinnen dann Sprüche besser wie ein Snickers und Mars, die Currywurst vom Lars, einfach so dumme Sprüche. Lustig sein, damit die Wartezeit überprüft wird, und das habe ich eigentlich vom Animateur sein, in den Laden Besuch zu bringen.
Thomas WeitzendoerferKannst du vielleicht einen Überblick dazu geben, wie groß die Best Worscht In Town heute ist und was euer Produkt ist, was euer Alleinstellungsmerkmal ist? Vielleicht auch ein paar Parameter, wie viele Filialen oder wie viele Produkte ihr verkauft im Jahr? alles das, was du als erwähnenswert empfindest?
Lars ObendorferAlso mittlerweile sind wir in Deutschland bei 23 Filialen, die meisten im Rhein-Main-Gebiet, aber wir haben auch einen in München, wir haben auch in Aschaffenburg, was wir haben. Auch in Ingelheim sind auch mal ein bisschen raus, also Fernheim. Wir hatten 30 Filialen insgesamt gebaut. Die mussten wir schließen. Aber die haben wir nicht geschlossen, weil es nicht gelaufen ist, sondern da kam irgendwas. Entweder war der Franchise-Nehmer nicht mehr da, oder es wurde eine Umbauaktion gemacht, wo wir nicht mehr sein konnten. Also bisher hatten wir das große Glück, dass die Läden alle funktioniert haben. In Dubai haben wir zwei Läden iniv und am Jemaira Beach, Sind aber beide momentan geschlossen, weil unser Franchise-Nehmer schwer an Krebs erkrankt ist und mich gebeten hat, ihm Zeit zu geben, und alleine laufen lassen kann er sie nicht. Also haben wir sie momentan geschlossen, und wir hoffen, dass er wieder gesund wird und weitermachen kann. Also, die Zeit gebe ich ihm auch.
Thomas WeitzendoerferToi, toi toi.
Lars ObendorferDes Weiteren sind wir gerade dran in Lissabon. Da gibt es den Fernsehkochen Christopher Krell, der ist auch bei Goodbye Deutschland, wurde der begleitet. Der macht drei, vier Jahre in Lissabon von mir auf. Der ist gerade mittendrin. Dann habe ich noch in den USA, in LA Segundo Beach haben wir schon einen Laden stehen. Also der ist schon fertig gemacht. Der ist im Rock and Blues von der Gruppe Kiss. Da liegt es aber momentan noch an den Verhandlungen. Wir verhandeln noch mit denen. Ja, und was machen wir? In Deutschland? 23 Filialen. Letztes Jahr haben wir 13,8 Millionen Euro Umsatz damit gemacht. Wir können sagen, dass wir so im Monat zwischen 150.000 und 200.000 Bürste brauchen. Also wir haben da jetzt schon eine ganze Menge. Wir erfüllen den IFS, den International Food Standard. Das heißt, wir können also weltweit schicken. Wir haben damit kein Problem. Wir schicken auch nach Fuerteventura mittlerweile.
Alleinstellungsmerkmal
Lars ObendorferWest Washington Town hat insgesamt momentan um 150 Mitarbeiter, wovon die direkt für mich arbeiten, sind es 32. Die anderen sind halt von den Franchise-Nehmern. Also ich habe nicht die Personalhoheit für die anderen Filialen. Das ist mir aber auch wichtig, weil das ist das allerschwierigste momentan Personal Zu meiner Person. Ich gehe immer noch in den Läden ab und zu mal arbeiten, weil ich Spaß daran habe. Die sagen immer warum machst du das, weil ich es geil finde? Oder wenn ich den Robinson-Tub fahre, mache ich das auch alles persönlich und selbst, weil das eigentlich mein Steckenpferd ist. Also ich liebe es auch heute noch im Laden zu stehen und mit den Kunden zu agieren.
Thomas WeitzendoerferUnd was würdest du sagen, ist euer Alleinstellungsmerkmal?
Lars ObendorferDas war ja das, was das Franchise eigentlich ausgemacht hat. Also, ich habe ja Gäste gehabt, die tagtäglich zu mir essen kamen, und ich wollte ja nicht immer dasselbe bieten, und dann ging es schon immer los, die wollten gerne was Scharfes, und dann hatten wir in Deutschland gab es noch gar keine Hot-Sauce, nichts. Es gab nichts Scharfes eigentlich, also es gab normalen Chili oder Pepperoncini, und dann habe ich angefangen, das selber zu trocknen. Dann hatte ich so einen Aha-Effekt. Ich habe in meiner Wohnung Habaneros getrocknet im rumluftofen. Dann konnten wir zwei tage nicht mehr in die wohnung, weil alles gebrannt hat.
Lars ObendorferDas war also hat meine frau gesagt nie wieder. Und dann habe ich mir ein stuart geholt in dem haus, und grüneburg wegen halte ich eigentlich nur stuart dessen, und stuart kannst du mir aus amerika so eine hot sauce mitbringen. Und die hat er mitgebracht. Und so kam ich dann auf diese extrem so, sondern gesagt zu mir kein mensch mehr, es ist nicht scharf genug. Ja, das war, zu dem zeitpunkt gab es es gar nicht. Also das war natürlich ein heiler, also ganz krasser leistungsmerkmal.
Lars ObendorferPlus habe ich dann noch die geschmacksrichtung entwickelt mit meinem kumpel michael reich, der mir eigentlich das würzen erstmal richtig beigebracht hat, der sterne koch gewesen ist. Heute macht der normale küche und hat mir das eigentlich die grundbasis beigebracht, und darauf basierend habe ich verschiedene Geschmäcker gemacht. Mir ging es aber eigentlich hauptsächlich darum, dass ich nicht verschiedene Soßen anrühre, weil dann würdest du ja viel wegwerfen, weil wenn eine Soße nicht genommen wird, schmeißt du die abends weg. Deswegen Gewürze mit einer Basics-Soße arbeiten und Gewürze auftragen kann ich jedem individuell die Wurst machen, ich muss aber nichts wegwerfen, weil die Gewürze sind ja ewig haltbar. Das heißt also relativ nachhaltig gedacht.
Lars ObendorferUnd betriebswirtschaftlich auch gut, ja, und dann habe ich Geld oder Liebe geschaut.
Lars ObendorferDas ist vom Jürgen von der Lippe so eine Sendung, und da mussten zum Schluss die Pärchen zusammengewählt werden, und dann hat er immer mit so einer Lanze da gestanden, hat den Leuten erklärt also hier ist A, also eine gerade senkrechte, waagerechte. Und wenn du die zusammenwählen musst, dann musst du A3 zum Beispiel, und so ist eigentlich mein Pränometer entstanden. Also wähle den Geschmack, wähle die Schärfe, und dann kommst du auf den Buchstaben, dass du immer dasselbe bekommst in jedem Laden. Und so ist das eigentlich losgegangen, und das war mein absolutes Alleinstellungsmerkmal, was es in Deutschland nicht gab. Nachdem, wenn es dann im Fernsehen ausgestrahlt wurde, mein erster Chili-Contest 2005, dann ist es wie Pilze aus dem Boden gesprossen, dann habe ich aber Angst bekommen, dass es dann mit Schindluder getrieben wird.
Lars ObendorferDeswegen habe ich dann meine eigenen Produkte herstellen lassen, also meine eigenen Holzsauce. Da konnte ich immer sagen mit meinen Sachen ist nichts passiert, weil die so maßlos sind. Ich will ja keinen Kunden schädigen, oder ich möchte keinen Kunden wehtun. Ich möchte ihm das geben, was er gerne möchte, und ich warne ihn auch 20 mal vor, wenn das ist, und sagt es doch lieber weniger scharf ist besser für dich, aber weiß ich, es ist ein battle, das machen aber an.
Lars ObendorferAlso von reichen zu armen leuten, von der frau zum mann, es macht jeder. Also natürlich werden es auch diverse machen, nicht dass ich hier gleich da.
Lars ObendorferAlso du weißt was ich meine, alle sind gemeint.
Lars ObendorferJa also das glaube ich, dass unser alleinsteckens mal gute Qualität, netten Spruch auf den Nippen, freundlich mit den Menschen umgehen, und dann halt noch das mit schärfekrade Geschmacksrichtung, das war so unser Ding. Oder ich war auch der Erste in Deutschland, der auf den Pommes rot-weiß Zwiebeln angeboten hat. Das gab es auch nicht. Also, ich versuche, mir immer neue Dinge rauszusuchen, um mich wieder unique zu machen, zum Beispiel wie mit der Poutine Wäre. Jetzt Original-Poutine aus Kanada gibt es in ganz Deutschland nicht, nachbauten ja, aber keine Original. Und wenn machen wir es richtig Okay.
Thomas WeitzendoerferHast du eine bestimmte Strategie, wie du deine Speisekarte gestaltest, oder wie kommt es, dass die Speisekarte heute so aussieht, wie sie aussieht, weil sie ist ja relativ klein?
Lars ObendorferGenau das habe ich auch von meiner Oma schon übernommen.
Thomas WeitzendoerferKannst du uns ein bisschen was dazu erzählen?
Markenassoziationen
Lars ObendorferJa, also, meine Oma hatte damals immer gesagt wenn du mehr anbietest, verkaufst du nicht mehr, sondern du schmeißt nur mehr weg. Das heißt, du gehst zu mir exklusiv und bist explizit eine Currywurst. Deswegen brauche ich nicht noch einen Schnitzel oder eine Frikadelle, sondern ich spezialisiere mich auf das und ie eine kleine Produktpalette, aber die ? höchster Qualität. Zum Beispiel in unseren Fritteusen werden nur Pommes gemacht, Da wird keine Wurst reingeschmissen und auch keine Chicken McNuggets. Das heißt, unsere Pommes schmecken nach Pommes und nicht nach Wurst oder nach Chicken McNuggets, oder, oder, oder. Das sind so Kleinigkeiten. Wir machen unsere pommes in ungehärteten pflanzen fett. Das heißt, es ist sehr verträglich. Werden die ganzen omi's in frankfurt sagen, die einzigen pommes, diese vertragen, sind unsere, weil wir sie nicht in öl machen öl ist einfacher zu verarbeiten. Das ganze reinschütten wir müssen das fett erst auflösen und dann in die fritteuse machen ist wesentlich schwieriger, aber es ist viel verträglicher für den Magen. Also, das sind so ganz viele Kleinigkeiten, die es dann ausmachen, was dich von den anderen abhebt, kann aber jetzt hier nicht alles erzählen. Ja, natürlich, Verstehen wir. Aber hast du eine Vorstellung davon in deinem Kopf, welche Qualitäten oder Merkmale deines Produktes sich in den Köpfen deiner Kunden verankern sollen? Also gibt es da eine Priorisierung in deinem Kopf, wo du sagst guter Preis oder der Preis ist mir extrem wichtig, die Qualität ist mir extrem wichtig, der Geschmack?
Thomas Weitzendoerferdie Schnelligkeit das.
Thomas WeitzendoerferErlebnis, die Erfahrung. Also gibt es so bestimmte Merkmale, die du verankern möchtest bei deinen Kunden, worauf du auch wirklich ganz gezielt hinarbeiten willst
Lars ObendorferJa.
Lars ObendorferAlso, was wir auf jeden Fall verankern wollen, ist, dass unsere Produkte hochwertig sind. Also das heißt zum Beispiel unsere Rindswurst hat ein BfG von 84%, das heißt, wir haben 84% reines Muskelfleisch in der Wurst
Thomas WeitzendoerferKannst du eine Referenz geben.
Lars ObendorferAlso normale Rindswurst hat so 30.
Lars ObendorferProzent Fettanteil. Unsere Wurst hat um die 17 Prozent Fettanteil. Wenn du zu wenig Fett reinmachst, wird es irgendwann krümelig. Also, wir haben genau die Grenze abgepasst. Wo müssen wir stehen? Der Vorteil ist, dass die Wurst dich nicht aufstößt. Hast du zu viel Fett in der Wurst, redet die ganzen Tage mit dir. Das war so unser Hintergrund. Aber was soll man den Leuten sagen? Die Leute sollen bei uns essen, die sollen nicht den ganzen Tag an die Wurst denken.
Lars ObendorferDas ist zum Beispiel so ein Ding Dann, dass die Leute halt wissen, dass wir wirklich nur Rindfleisch haben und Schweinefleisch gerade mit den Muslimen geschuldet. Wir braten das separat, wir schneiden das separat. Das ist auch so eine Einzigartigkeit, das kriegst du woanders nicht. Wir Veganer schneiden sogar die vegane Wurst mit der Schere und machen es in einer gesonderten Platte, damit das überhaupt nicht miteinander in Berührung kommt, weil das keiner möchte. Wir legen schon sehr, sehr viel Wert darauf, den Kunden so zufriedenzustellen, dass er auch das bekommt, was er möchte, und ich glaube, das macht es schon aus.
Lars ObendorferAlso ich sage mal, weil du sagst, wenn einer zu uns kommt, dann soll er an Currywurst denken, er soll an gute Qualität, an Entertainment denken, und er soll daran denken, dass es halt schon für ihn eine Erlebnisgastronomie sein soll. Also nicht dahingehend nur eine Wurst, sondern hey, was kann ich dir machen, mein Schätzchen, machen wir heute lecker Currywurst? ich mach dir mal, das, mach das. Wir suggerieren ja auch den Leuten, was sie machen. Die Leute sind überfordert an der Karte, die sagen erstmal boah, ich mach dir mal. Wenn es dir nicht schmeckt, gibst du einen kostenlosen Ersatz. Wir haben in jedem Laden ein Geschmacksversprechen hängen, da steht hast du dich in der Schärfe vergriffen im Geschmack? sagst deinem Boss, du bekommst einen kostenlosen Ersatz, wir machen dir. So kann der Kunde gar nicht bekommen, absolut.
Erlebnis in den Laden bekommen
Thomas WeitzendoerferDas spielt so ein bisschen in meine vorige Frage und auch in die Eingangsfrage hinein. Du kreierst ein Erlebnis, nicht nur ein Geschmackserlebnis, aber auch ein zwischenmenschliches Erlebnis, und du selbst bist ein sehr energischer Typ, positiver Mensch, und die Leute im Laden auch meine eigene Erfahrung sind auch sehr positiv eingestellt. Welche Werkzeuge benutzt du, um das in den Laden reinzubekommen?
Lars ObendorferAlso sagen wir mal so wenn ich mein Personal aussuche die kommen ja mal Probearbeiten, und bei uns ist erstmal ganz wichtig, dass diese Leute erstmal ihren Job mögen, den sie machen sollen. Also ich habe oft den Eindruck, dass die Leute auch Best Worscht leben. Also die sind auch stolz, bei uns zu arbeiten, was ich schön finde, weil sie identifizieren sich mit der Firma. Und dann sage ich halt allen sei bei uns so, wie du nie hättest sein dürfen.
Lars ObendorferDas heißt also sei verrückt, mach mich nicht nach, mach deinen eigenen Stil.
Lars ObendorferAber du darfst hier sein, wie du bist, und sei einfach so zu den kunden, als wenn du freunde zu hause zu dir zum grillen einlädt. So soll der kunde sich fühlen, und sie soll auch weggehen. Und so versucht das auch auf die leute zu projizieren. Ich sag dir nicht verzeih euch jeden fehler, die wurst nicht heiß, die pommes nicht gut genug frittiert, irgendwas vergessen? gar kein ding. Aber wo ich überhaupt nicht. Also da gibt's auch überhaupt kein Tabu. So wenn der unfreundlich ist, also wegen Unfreundlichkeit, weil das kann er selber steuern, wenn das passiert, dann gibt's bei mir auch direkt richtig Ärger, weil ich sage also, das muss nicht sein.
Lars ObendorferKein Kunde kommt hierher und möchte von dir eine Laune abkriegen. Ich habe zum Beispiel mal eine Mitarbeiterin gehabt, die kam in den Laden mit so einem Gesicht, also schlecht drauf, und dann habe ich sie gesagt geh doch mal raus. Dann sagt sie wieso? Dann sage ich geh bitte noch mal raus. Dann ist sie rausgegangen und hat gesagt jetzt ziehst du deine schlechte Laune-Jacke aus, die kannst du, wenn du heimfährst, wieder anziehen, aber dein Gesicht hier, das will keiner sehen. Und wenn man man man hat ja mal schlechten tag wenn das merkt, dass das halt nicht funktioniert, dann stelle ich dann die pommes, weil dann hat er keinen kundenkontakt. Dann noch weil es kann ja jeder. Hat man schlechten tag, dann kann man darauf reagieren.
Lars ObendorferAber grundsätzlich denke ich, nehme die leute doch an, und ich glaube, die fühlt sich auch wohl, deswegen machen sie es nicht, zahlen natürlich meinen leuten auch ein ordentliches geld, zahlt weitaus übertariflich, weil ich ich ja sage, ich möchte einen Entertainer, und sage halt, die können nicht im Laden stehen und müssen darüber nachdenken, wie sie ihre Wohnung bezahlen, dann kannst du keine gute Laune verbreiten. Das heißt, du musst wenigstens so leben können, damit du lachen kannst und gute Laune hast. Und das mache ich. Und ich sage, ich bin mir auch sicher oder bin ohne meine Mitarbeiter nicht.
Lars ObendorferIch konnte einen Laden führen, jetzt brauche ich die, das nicht. Ich konnte einen Laden führen, jetzt brauche ich die. Das heißt, die musst du pudern, die musst du streicheln, du musst mit deinen Mitarbeitern, das ist dein Kapital, und das sind deine wichtigsten Menschen, die du brauchst, weil die deinen Laden führen. Ich habe letztes Jahr einen Gastro-Stern verliehen bekommen, und es waren drei, die einen bekommen haben, und die ersten Redner oben haben sich alle selber beiräuchert. Das erste, was ich gesagt habe ich bedanke mich bei meinem Team, bei meinen Zulieferern und so weiter, weil ohne die würde ich heute hier nicht stehen. Ich finde, das ist eine ganz wichtige Sache, einfach nochmal zurückzugeben und auch Danke zu sagen. Also ich bin mir nicht zu fein, meine Mitarbeiter alle anzurufen und zu sagen hey, vielen Dank, dass ihr so einen tollen Job macht. Das gehört auch dazu, weil viele meckern immer nur Und ich finde, so kann man Leute aber positiv beschwingen dass sie das auch weitergeben.
Entstehungsgeschichte
Thomas WeitzendoerferToll. Lass uns ein bisschen über die Entstehungsgeschichte von Best Worscht reden. Du hast ja auch schon erzählt, die erste Filiale von deiner Oma übernommen. Kannst du uns ein bisschen davon erzählen, wie die Anfangsjahre waren und wie du das sukzessive aufgebaut hast?
Lars ObendorferAlso ja, meine Oma hat 1970 damit angefangen und hat es mit meinem Onkel und meiner Tante geführt. 1993 hat es meine Oma an meine Mutter abgegeben. Mein Onkel wollte auf eine Kur gehen. der war sehr, sehr dick, ist aber leider, nachdem er eigentlich den Laden an meine Mutter abgegeben hat, einen Monat später gestorben Und dann, was natürlich sehr traurig war, die Oma das auch sehr verkraftet hat. in dem Fall hat es dann meine Mutter ein Jahr gemacht, und wie ich ja vorher schon mal erzählt hatte, ist mein Papa dann relativ krank geworden, der aber dann schon alt geworden ist. aber man wusste es ja damals nicht. Dann hat meine Mutter gesagt, sie möchte die Zeit genießen, dann bin ich in den Laden rein. Mein Onkel war in Frankfurt der Unikon.
Thomas WeitzendoerferStand das jemals zur Debatte, dass du nicht reingehen würdest?
Lars ObendorferNee, das war selbstverständlich.
Thomas WeitzendoerferUnd wolltest du das in dem Moment auch?
Lars ObendorferJa, also, ich war schon immer heiß darauf.
Thomas WeitzendoerferAlso du hattest nie eine Alternative.
Lars ObendorferIch habe andere Sachen gemacht aber ich wusste, dass dieses Imbiss, also was mein Onkel gemacht hat, das fand ich geil, Mir hat das gut gefallen. Mein Onkel war ja auch schon wirklich sehr, sehr bekannt In Frankfurt. Johnny Klinke, joschka Fischer waren Stammgäste bei meinem Onkel gewesen, und der war halt auch charmant. Die haben sogar Bücher in Büchern über ihn geschrieben. Der dicke Mann, wie er durch den Imbiss gleitet und dann seine Spezialitäten da macht und so, der hatte natürlich auch solche Fußklapfen hinterlassen. Also, das heißt, ich hatte viele Kunden, die kamen und haben gesagt, wo ist denn der Dicke? Sag ich, mein Onkel ist verstorben. Die haben angefangen, zu weinen umgetreten und sind gegangen. Da stehst du erstmal da und denkst so boah, ja.
Thomas WeitzendoerferAber hat dich das dann gepusht
Lars Obendorfernochmal Ich
Lars Obendorferhab dann halt gesagt, ich muss da auch hinkommen. Und das war, das waren entertainer. Ich musste diese fußstapfen irgendwie rein, wo ich mich auch nicht so schwer getan habe, aber du musstest dich erst mal daran kämpfen, hat meine mutter mich am anfang noch unterstützt, war mit dem laden, und ich weiß, wie ich dann mal ein entwickelt hatte mit dem mittel zusammen, hat meine mutter gedacht, so ein scheiß verkauft sind ja schon mal. Was ist denn das für ein mist? die leute wollen currywurst, dann gibt den currywurst, also so in der art bin.
Lars ObendorferHeute sagt sie, ist froh, dass ich das gemacht habe, aber das waren so die diese anfangszeiten, und dann habe ich mir halt als kunden wurden freundin, muss sie vorstellen. Ich hatte dann viele stammgäste, kann morgens kaffee trinken oder nach der mittagszeit, und und das wurde mutt propaganda, weil ich bin im laden halt immer gewesen, selbst du warst ja früher auch bei mir. Ich bin im Laden immer das Gesicht, ich bin zum Pingdäger ran, dass ich immer im Laden präsent war Und auch die Leute sich gefreut haben, wenn sie zu mir kommen, mal fünf Minuten aus dem Alltag raus. Ich habe immer gesagt, ich ziehe den Banker mal für eine halbe Stunde den Stoll aus dem Arsch. Also jetzt nicht böse gemeint, ja Nee nee. Und dann können die mit einem Lächeln von mir weggehen, dann können sie wieder auf die Arbeit. So das war mein Ziel. Also, ich wollte die Leute einfach mit guter Laune und mit einem Lächeln von mir wegschicken, und das war mein Grundding. Mach was Gutes zu essen, mach noch einen guten Spruch dazu, und alles in gut. Ich habe gerade die Woche eine Bewertung bekommen von der Bergerstraße. Da hat ein Mann bestimmt eine halbe Seite geschrieben, dass er noch nie so einen tollen Service erlebt hätte und dass es so einen Spaß gemacht hätte und dass er sich so wohlgefühlt hat.
Lars ObendorferDas geht natürlich von der Regel Da geht dir das Herz auf. Das ist Wahnsinn. Ja, ja, absolut. Und wie lange hast du den ersten Laden geführt? Wie lange hat es gedauert?
Lars Obendorferbis du den zweiten laden aufgemacht hast, also den 94, habe ich übernommen. Die schärfe, geschmacksrichtung 97 gekommen, 98 die schärfe gerade das erste franchise werde vergeben 2004 und das heißt die erste filiale nach zehn jahren heißt nicht ein an, nicht nicht ein eigenes also, ich habe eine eigene. Das war die erste, und das Franchise sowie die zweite, die ich verjahre von mir, sind zeitgleich gestartet. Bergerstraße und Nordwestzentrum sind zeitgleich gestartet.
Thomas WeitzendoerferWas hat dich dazu bewegt, diesen Schritt dann zu gehen? Du brauchst ja auch Cojones dafür.
Lars ObendorferJa, also, es war auch noch so.
Lars ObendorferMeine Frau war gerade hochschwanger und die war absolut dagegen, die hatte eine Höllenangst und hat gesagt ey, uns geht's gut.
Lars ObendorferWarum willst du denn das machen? Das so@ doch nicht sein, und wir kriegen doch jetzt ein Kind. Und ich habe aber gesagt nein, ich glaube daran, wir machen das. Und dann habe ich dann in der Berger das war damals die Bergerstraße, war die Straße, und habe da einen Laden gekriegt. Dann habe hat gesagt, ich möchte das auch machen, was du machst. Und da habe ich ihn ausgelacht, habe gesagt hey, das kann keiner, außer ich, das geht gar nicht. Und der ist aber auch so eine verrückte Nudel. Naja, es ging hin und her. Also, unser erster Franchise-Vertrag, du, ja, wir probieren das. Haben wir dann Neudi aufgemacht, und ich weiß nur, am ersten Tag haben sie uns bestimmt frech gesagt scheiß toll, selber ist viel zu teuer, und was weiß ich. Aber wir haben dann wieder so meine Art des Marketings gemacht. Wir haben ganz viele Tabletts vollgestellt, sind raus, haben alle Leute probieren lassen, haben gesagt, hier probieren wir unsere Wurst, lalala, und so. Dann haben wir abends waren im Nordwestzentrum abends immer relativ viele böse Jungs, und wir haben gesagt wie kriegen wir die zu uns? Also haben wir abends, was wir über hatten, alles den Jungs geschenkt. Die haben unseren Laden bewacht. Wie ein Augapfel, sage ich dir, das war der Hammer. Somit hatten wir aber auch bei den Jugendlichen den gleichen Stein im Brett, weil wir gesagt haben komm, bevor wir was wegwerfen, ihr Jungs kommt her, wir haben noch was, hau mal euch raus. Und so kam das, dass das dann relativ schnell sich dort etabliert hat.
Lars ObendorferDas Nordwestzentrum ist auch heute noch einer mit der Bestgehendessen-Lehne, aber so hat es angefangen. Aber ich habe wirklich nicht dran geglaubt. Das war so ein Ding. Also ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass so ein anderer kann, und wenn das beim Reifen nicht positiv gelaufen wäre, hätten wir heute auch keine Franchise gehabt, bin ich mir sicher, geschweige denn, dass die Berger dann so gut gelaufen ist. Aber die Berger ist auch vom ersten Tag an gerannt, wahnsinn. Also war echt Glück.
Lars ObendorferAuch viel Glück im Leben gehabt, absolut,
Wachstumsschub
Thomas Weitzendoerferund das hat dir das Selbstbewusstsein dann gegeben, auch weiterzumachen?
Lars Obendorferweiterzumachen, weil dann kam ja irgendwann ein wirklich großer Schub Also von drei auf genau das weiß ich die.
Lars ObendorferUnd bank hat mich dann auch wieder mit leuten zusammengebracht, die auch was anderes machen wollen. Ich hatte dann die bwt ohr geht. Es waren in einer aus der modebranche, eine aus den buchverleger und anwalt.
Lars ObendorferDie haben heute auch vier läden von mir, und die haben die haben ihre tätigkeit als anwalt und neuner auf dem ländersche die nebenbei, das ist so ihre.
Lars ObendorferAltersvorsorge.
Thomas WeitzendoerferStehen die da selbst im Laden oder haben die einen Manager?
Lars ObendorferAlso zum Beispiel der Anwalt, der ist ganz süß, der ist jeden Samstag im Loop-Center arbeiten, aber nicht, weil er das muss, sondern weil er es so liebt.
Lars ObendorferEr sagt, ich habe es sonst nur mit negativen Sachen zu tun, sagt er, und jeden Samstag gehe ich mit meinem Sohn hier arbeiten, und wir lachen, und wir haben Spaß, und das liebt er. Deswegen steht er da Samstag und macht das. Also, das ist sein Ding, und die sind dann halt auch nach und nach gewachsen, und das war dann der Grund, wo es dann hieß okay, jetzt machen wir Franchise, machen wir das mit dem. Und dann ist das eigentlich auch recht erfolgreich gewesen. Und dann kam ja das Fernsehen, hat das Fernsehen das mit begleitet. Dann hatten wir ja die Eröffnung in Paderborn, eröffnung Eschborn. Dann wurde das ja dann immer nur hin und her geschaltet, wie läuft es da, wie läuft es da? und dann ist das Fernsehen halt auf mich aufmerksam geworden, dass sie mir dann irgendwann auch gesagt haben hey, moderier du mal selber, du machst das gut. Dann hatte ich ja eine Sendung Last Goes und so weiter und so fort, und das hat alles dazu beigetragen, das Fen wir in einem Jahr gemacht, 6 Läden.
Lars ObendorferDas machst du nie wieder, weil das Schlimme ist. Dann rufen die dich an, die sind auf der Baustelle und haben das Problem. Sag ich, auf welcher Baustelle bist du dann? Weil ja. Also es war Wahnsinn, das hatte ich dann auch bei meinem ersten Dämpfer bekommen. Also, ich hatte dann irgendwann relativ viel Stress und habe dann eine faciale Parese bekommen, das heißt eine Gesichtslähmung. Für drei Monate Konnte meine linke Seite gar nicht mehr bewegen, augenklappe tragen, mir ist alles aus dem Mund gelaufen wie der Schlaganfall, und das war halt Nervenentzündung im Hirn durch Stress. Und dann habe ich aber immer gedacht, ich kann nicht abgeben. Aber in der Zeit musste ich abgeben, und dadurch habe ich gelernt, das funktioniert, wenn man abgibt, man muss es halt. Es ging ja nicht anders.
Lars ObendorferDas war dann der Punkt gewesen, wo ich dann zu diesem Zeitpunkt gelernt habe okay, du kannst nicht alles selber machen, du musst andere Leute mit ins Boot holen. Also ich glaube, das haben aber eigentlich alle. Also alle Leute, die ich kenne, die in einer höheren Position sind, die haben das auch mal gehabt. Die kriegen alle so einen Dämpfer, damit sie merken, so geht es nicht weiter, das ist too much. Ich habe es selber ja gar nicht bemerkt. Ich habe mich nicht überlastet gefühlt. Ich bin morgens aufgewacht und trinke. Mir läuft alles aus dem Gesicht. Ich sage zu meiner Frau was ist denn das? Dann sagt sie ich habe auch keine Ahnung.
Lars ObendorferDann wurde es immer schlimmer. Dann habe ich quasi im Odo ausgesehen. Dann bin ich jeden Morgen aufgewacht und habe geheult und habe gedacht passt das jetzt? Jetzt habe ich Kohle, verdiene richtig Geld, aber es sieht aus wie Glöckler von Notre Dame. Du kannst dein Auge nicht mehr suchen, kannst nicht mehr pfeifen, kannst nicht mal die Zähne putzen, mal die Brühe. Hatte aber Glück, dass ich mit Elektroschocks behandelt worden bin, dass die Nerven nicht degenerieren und daraufhin konnte ich fast alles Im Auge, ist noch was, aber ansonsten ist eigentlich alles super weggegangen.
Thomas WeitzendoerferUnd hast du es dann einer Vertrauensperson übergeben in dieser Zeit?
Lars ObendorferDas waren Leute, die eigentlich schon sehr, sehr lange für mich gearbeitet haben, denen ich das dann übergeben habe, und dann war zu diesem Zeitpunkt auch noch mein Schwager bei uns in der Firma gewesen, dem ich auch sehr viel vertraut hatte, und ja, dann hat das eigentlich auch funktioniert. Aber jetzt haben auch alle Franchise-Nehmer für mich eingestanden, in der Zeit Das sage ich ja, wir sind nicht so typisch Business, wie du es kennst, sondern wir sind eher wie so ein großes Jugendzentrum.
Lars ObendorferWir haben uns eigentlich auch alle lieb. Wir treffen uns auch hier zum Grillen und am Autoschrauben, also nicht so typisch, wie man das eigentlich kennt, sondern wir sind so eine Truppe. Du siehst du, was der Christian hier drin stehen hat, der Mirko hat einen Oldtimer, der kommt hier schrauben, und man unterhält sich.
Lars ObendorferAlso, es ist schon so ein Jugendzentrum.
Thomas WeitzendoerferUnd wie kam es dazu, dass du ins Fernsehen gekommen bist? Wie aktiv hast du dann strategisch in deinem Kopf gedacht? okay, wenn ich das jetzt gut mache, dann ziehe ich auch potenzielle Franchise-Nehmer an. Erzähl mal ein bisschen.
Lars ObendorferAm Anfang war es so gewesen, dass die mit dem Fernsehen auf mich zugekommen sind wegen dem Chili-Contest und so weiter, und ich musste ja dann immer O-Töne geben, und da haben die gesagt du machst das eigentlich ganz toll. Dann haben sie mir gesagt kannst du dir vorstellen, selber mal zu modernieren? Das war ja gerade so Abenteuer, erleben das ziemlich Neue. das waren dann eigentlich einmal Komparsen oder Laien, die es gemacht haben, unter anderem ich auch, und dann haben die gesagt du machst das toll. Dann war ich auf der Eat'n'Style in Köln und hab dort das erste Mal dann halt Mario Lohninger, tim Mälzer und solche Leute moderiert beziehungsweise auch interviewt, und das hat ganz gut eingehalten und ist ganz gut gelaufen.
Lars ObendorferUnd dann haben die gesagt ey, lasi, du kannst das machen. und da habe ich schon im hinterkopf ich habe nie geld dafür genommen, weil ich immer gesagt habe, diese zeit im fernsehen unbezahlbar, weil die ich bin gar keine gage, und meine gage ist, dass wir am fernsehen sind, kostenlose werbung strategisch lau, weil natürlich ich dadurch auch mehr aufträge kommen, der macht es gut und günstig. wenn ich jetzt kohle genommen hat, hätten die wahrscheinlich irgendwie gesagt so, also, das war so mein Ding, das war ja schon ganz bewusst, diese Sendung Ja genau.
Lars ObendorferUnd dann habe ich gesagt okay, wenn ich meinen Franchise bewerben will, muss ich das machen, und in Deutschland gibt es ja so ein Kartellamt, du darfst keine Dauerwerbesendung machen. Das war beim Stefan Ralf, hast du schon mal gesehen, da steht immer oben Dauerwerbesendung. Also musste mir mein Auftrag sucht das perfekte sambal. Dann hieß es meine sendung, die ist laskos, und das heißt dann wurde ich nach indonesien geschickt und habe dann dort das perfekte sambal, oleg, gesucht. Das hat nichts mit dem, was wir in deutschland haben, sondern jede familie in indonesien hat die eigene rezeptur. das ist so, wie bei uns die frankfurter grüne soße er anders macht, so machen die ihr eigenes sambal, sondern das war dann der aurag. Damit ist es keine Werbesendung mehr, weil ich bin ja da hingefahren. Ich habe dann aber unter anderem auch noch in Jakarta im Dapur Sundar gearbeitet.
Lars ObendorferDas ist das berühmteste Restaurant dort. Da war es eher so witzig, dass die Abzugshaube dort so niedrig hängt, dass ich in der Abzugshaube drin gestanden habe, weil die Leute da drüben einsen. Das war eine ganz witzige. Dann habe ich als Reisbauer gearbeitet. Also man sollte dazu sagen du bist auch 1,95?, 1,96. Und als Reisbauer gearbeitet. Dann habe ich Baxo-Verkäufer gemacht. Baxo ist so eine Suppe wie Marktlöschensuppe, da läufst du durch die Straßen, und du musst Baxo. Dann kommen die Leute aus den Häusern raus mit ihren eigenen Tellern, und du füllst denen das dann auf und kriegst für ein Apfel und Ei.
Lars ObendorferAber ich hatte im Endeffekt ungefähr 100 Kinder hinter mir. Ich habe das ganze Ding verschenkt an die Kinder, und der Typ war voll die Krise gekriegt. Der hat gesagt, wir bezahlen dir das ja, weil er hatte gedacht, der verschenkt jetzt gerade sein ganzes Zeug. Aber so ist es natürlich mit dem Fernsehen gekommen. Also, das heißt, ich habe meine Sache ganz gut gemacht. Dann haben die mich halt immer wieder gebucht. Dann habe ich ja diese riesen XXL-Nummer da gemacht, also immer XXL Schnitzel, xxl Currywurst. Das war ja total in, und dadurch bin ich dann natürlich auch relativ bekannt geworden.
Thomas WeitzendoerferDas war Ende 2000er.
Lars ObendorferVon 2008 bis 2012 war ich fast jeden Tag im Fernsehen. Also, da habe ich wirklich für ganz, ganz viele Sachen gemacht, und dann war es aber so gewesen, dass ich zu viel im Fernsehen war, war ich natürlich auch relativ bekannt. Und dann wurde bei mir viermal eingebrochen, einmal die Gitter aus der Wand gesprengt. Ich bin vor der Haustür mit Maxi Kosi in der Hand überfallen worden von zwei Typen. Mir haben sie zwei nagelneue Autos vor der Haustür geklaut, dass sie irgendwann gesagt hat die Polizei ey, die denken schon, wir dann auch kein BMW erstmal nicht mehr fahren, weil die gesagt haben, die sind momentan nicht sicher.
Lars ObendorferUnd das war der Grund, warum ich meinen ersten Mercedes gefahren hatte, weil die haben gesagt, bmw, meine Versicherung hat auch gesagt, das kann jetzt sein. Ja, weil ich hatte ja dann immer eine Gap-Absicherung, und das Auto war zwei Wochen alt und war weg. Und für mich war es ja blöd, weil da waren immer Kindersitze und so drin, die kriegst du ja nicht ersetzt. Oder wenn dein Auto geklaut wird, und du hast deine Golf oder Tennis-Tasche da drin, die kriegst du nicht ersetzt, die musst du rausnehmen.
Lars ObendorferAber welcher Vater macht denn das? Wer nimmt denn den?
Lars ObendorferKindersitz abends raus, machst du doch nicht, und so ein Ding kostet halt auch 600, 700 Euro. Naja, also, das war schon eine Hochphase. Und dann habe ich gesagt, weniger habe es aber immer noch gemacht, sporadisch, aber nicht mehr so häufig. Und heute ist es so, dass einige mich kennen, aber ich glaube halt, ich jetzt auch schon zu alt bin. Also die Leute, die mit mir groß oder du jetzt zum Beispiel in die Schule gehst, du kennst mich noch, aber die ganz Jungen, die kennen es jetzt nicht. Deswegen gehen wir jetzt auf TikTok und machen so witzige Videos, damit sie wieder wissen, wer ist denn der Typ mit der weißen?
Lars ObendorferBrille,
Thomas WeitzendoerferAber inwiefern hat dir das Fernsehen geholfen? also hat es dir geholfen, neue Kundschaft an Land zu ziehen. Beides, ich habe ja nie einen Franchise-Nehmer gesucht Sind. ?
Thomas WeitzendoerferFranchise-Nehmer tatsächlich auf dich zugekommen haben, gesagt Lars, ich habe dich gesehen, du bist ein cooler Typ.
Lars ObendorferEs ist noch nie anders gewesen
Lars Obendorfer.
Lars ObendorferIch habe noch nie akquiriert, . ich habe noch nie einen Franchise-Nehmer gesucht. Alles ist immer nur basiert auf Ich würde gerne und ich habe, ich habe reagiert sagt, ja, würde ich mit ihr machen. aber es war nie so, dass ich gleich, ich suche franchisenehmer das war wirklich Durch das fernsehen, die haben das gesehen, wo es gerade habe ich auch bock drauf, können wir das machen? Aber es war nie so, dass ich auch der franchiseverband wundert sich immer, dass ich dem nicht beitrete. Und dann sage ich immer ganz ehrlich ich habe ja franchise anfragen, ich muss ja da rein gehen. wenn du mehr willst, sage ich immer ganz ehrlich ich habe ja Franchise-Anfragen, du musst ja da reingehen, wenn du mehr willst, also wenn du mehr Franchise-Nehmer oder schneller wachsen willst. Aber ich sage mir heute, wenn ich ein oder zwei Läden im Jahr mache, bin ich glücklich, das ist in Ordnung. Ich will gar nicht so schnell wachsen, weil sonst kannst du die Leute auch gar nicht, wie du es ja sagst, aufmachst. dann verlierst du den Überblick, du kannst die Leute auch gar nicht mehr alle so schulen, wie du das gerne möchtest. brauchst halt eine andere Struktur dann. Also, dann musst du ein Mittelmanagement aufbauen, die Leute auch darauf trimmen, dass die Leute auch in dem operativen Geschäft genauso haben. Genau Das könnte man natürlich machen.
Lars ObendorferIch habe zum Beispiel auch, wo ich mich extrem gegen wehre dieser Automaten, wo du bestellst das neue McDonald's Burger King sind. Ja nur noch Automaten.
Thomas WeitzendoerferKlar, da kannst du jeden einstellen, den du willst.
Lars ObendorferDer muss eigentlich nur noch einpacken, der muss kein Deutsch machen. Ich sehe das so, dass unser Geschäft davon lebt, dass wir im Endeffekt dieses Entertainment bieten, ansprache bieten. Mir tun die Omis leid in der Stadt, die überhaupt mit keinem mehr reden können, weil nur noch Computer da sind. Jetzt kommt die wenigstens zu uns und freut sich, dass man bei uns einen Schnack halten kann. Jetzt haben wir auch noch so Automaten da stehen, dass die Leute vereinsamen.
Lars ObendorferIch merke das. Ich laufe durch den Grüneburgweg, und weil ich dort auch alle Leute kenne, grüße ich jeden. Ich mache das aber grundsätzlich, wenn die anderen gegen das sage ich guten morgen, stützt nur höflichkeit, warum denn nicht? ja, dann kommt mir so ein omi, den gegen das wunderschönen guten morgen und laufe ich weiter. Junger mann, das ist ja drin, sich mal darum getreten. Haben sie mich gemeint, dass ich ja das sagte, dass ich das noch erleben darf? also hast du richtig, hat sich gefreut, und ich denke, das ist so schade, dass das die Leute halt so mit Ellenbogen durch die Welt gehen. Geh doch mit Lachen durch die Welt und grüß die Leute und sei nett und freundlich, dann kriegst du auch ein Nettes zurück, sagen auch ganz viele Leute in Amerika. Das ist oberflächlich, ja, aber ich bin doch froh, wenn einer oberflächlich nett zu mir ist, als wenn er mich oberflächlich ankackt.
Lars ObendorferAbsolut, absolut Also, wenn der kommt und sagt Hawaii, und das interessiert ihn nicht, aber es ist trotzdem eine nette Ansprache. Oder meine Frau hat lange blonde Haare, die steht im Aufzug, und da sagen die in Amerika immer oh, sie haben aber tolle Haare.
Thomas WeitzendoerferDas ist doch schön.
Lars ObendorferDas ist in Deutschland selten passiert. Ja, weißt du, was ich meine?
Lars ObendorferAlso ich finde das schön, weil du machst die Nachrichten und siehst nur Mist. Also dann lass doch selber jetzt gute Laune verbreiten, dann lass doch selber jetzt gute Laune verbreiten, richtig.
Prozessoptimierung
Thomas WeitzendoerferLass uns ein bisschen über das Geschäftsmodell und das operative Geschäft sprechen. Inwiefern leitest du aktiv das Konzept und die konkrete Umsetzung vor Ort in den Filialen von dem Kernprodukt ab? Also, was ich damit meine, ist Folgendes Also eure Currywurst wird ja in x-kleine, 5-6 kleine Teile geschnitten, was es ermöglicht, das in kleine Pappkartons zu tun. Die Würststückchen sind klein geschnitten, so kann man auch Holzspieze benutzen. Das gleiche gilt auch für die Pommes zum Beispiel. Da kann man auch solche Pappschälchen benutzen und auch Holzspieße.
Lars ObendorferDie haben sogar kompostierbare Schalen.
Thomas WeitzendoerferUmso besser. Also, du brauchst keine Messer, du brauchst keine Gabel, du brauchst keinen Teller. Das spart natürlich auch Platz. Du musst auch nicht spülen. Du hast keine Geschirrspüle. genau Das heißt, du sparst Platz und du sparst Kosten. Eine Wurst kannst du im Stehen essen. Das heißt, du brauchst auch keine großen Flächen, du kannst mit kleineren Flächen arbeiten, du brauchst nicht zwangsläufig Sitzplätze, du hast de facto nur ein Produkt, also die Wurst, und die Wurst. Kleine Produkte mit hoher Qualität, genau.
Thomas WeitzendoerferWas natürlich die Arbeitsprozesse minimalisiert und standardisiert und auch die Lieferkette einfacher macht, und und und. Also, wie aktiv gestaltest du all diese Aspekte in deinem Geschäft, oder hat sich das einfach über die Zeit organisch selbst herauskristallisiert?
Lars ObendorferAlso sagen wir es mal so natürlich haben wir ja grundsätzlich, wie wir angefangen haben, hatten wir noch beschichtete Schalen von meiner Oma, da gab es auch noch Poronen und was weiß ich. all so ein Kram und was weiß ich. also ein Kram. Und natürlich wächst du mit der Zeit mit oder du gehst mit der Zeit mit. Und wir haben uns natürlich dann auch immer auf die Fahne geschrieben, haben gesagt gut, wir müssen ja auch ein bisschen nachhaltig sein. Also haben wir schon, wo das noch gar nicht so grün war, unsere Welt, haben wir schon immer mit kompostierbaren Schalen gearbeitet, haben wir aber Plastikspieße gehabt, muss ich dazu sagen, weil ich diese Holzspieße auf der Zunge irgendwie nicht mag. Die haben die aber mittlerweile glasiert, dann geht es. Ich fand das immer so pelzig auf der Zunge, wenn du so ein Holzspieß hattest.
Lars ObendorferAber mittlerweile geht es Und da war es dann halt so gewesen dass das schon nach und nach gewachsen ist Aber wir uns natürlich auch Gedanken machen. Zum Beispiel To Go. Da haben wir uns so viele Schalen hier hergestellt, haben uns Pommes reingemacht, haben die 20 Minuten stehen lassen und danach probiert Und haben geguckt, welche Pommes bleibt noch knusprig, weil bei anderen entsteht Kondenswärme, ist dir schon mal aufgefallen? Dann tropft es da drauf, dann sind die Pommes matschig. Wir haben eine Schale, die ist relativ teuer, aber da bleiben die Pommes 40 Minuten knusprig, weil die Schale das auf und ist kompostierbar. Also, es ist auch wieder dieses immer musst halt nachhaltig auch mitdenken, weil die Leute auch heutzutage nicht nur auf das Produkt schauen, sondern die schauen auch darauf, wie ist es verpackt, wie nehme ich es mit?
Lars ObendorferWir haben auch Papptüten, wir haben keine Plastiktüten. Wir fragen die Leute überhaupt, ob sie überhaupt eine Tüte wollen. Wir haben es ja so verpackt, dass man es auch gut in die Hand nehmen kann. Also, wir versuchen schon, mit der Zeit zu gehen. Aber jetzt, weil du sagst, kleine Stückchen mit der Wurst, das haben wir auch immer wieder adaptiert. Wir haben früher eine Maschine gehabt, so einen Elektroschneider.
Lars ObendorferDann war das aber so, wenn das Messer nicht richtig scharf war, war das wie eine Ziehharmonika. Da ist der Darm hängen geblieben. Dann hast duend, habe ich mir natürlich auch gleich was einfallen lassen hatte, damals Haralappen. Nee, ich hatte so Haralappen, das waren so. Die Tupperware gab es von Hara, und damit konntest du aus den Hemden Mayonnaise rausruppeln. Also, die gibt es heute noch. Da haben wir meine, auch wieder so ein kleiniges Einleitstellungsmerkmal ey, der hat Sachen dabei, ich kann mich sauber machen, wenn was ist. Oder haben die Leute bei mir am Laden gestanden, und es hat angefangen zu regnen. Ich hatte Schirme, die habe ich denen geschenkt. Die haben gesagt kannst du dir vorstellen, immer so Kleinigkeiten. Jetzt bin ich wieder zu weit abgeschweift, aber grundsätzlich geht es darum. Es ist aber dahingehend, wie du sagst, das sind kleine Stücke, die hatten wir vorher schon, die hat mein onkel gemacht, was ich adaptiert habe. Ich habe dann irgendwann den elektrischen leider weg und habe einen mit hand.
Lars ObendorferSomit hand durchdrücken, du hast du mir so im endeffekt drückst es durch die messer durch vorteil ist da kann nicht hängen bleiben, da gibt es auch keine harmonika, weil du drückst es durch, und das ist kaputt gehen, in dem sinne muss nicht repariert weniger, du kannst ohne Strom arbeiten, und und und.
Lars ObendorferAlso mit so Kleinigkeiten setzen wir uns auseinander, wo auch die Mitarbeiter die sind ja immer alt eingesessen die erstmal das alles total kacke finden und sagen ja, warum machen wir das jetzt so? Dann fragst du nach zwei Wochen wollen wir tauschen? Ne, ne, das ist super so. Wir hatten früher Ketchupflaschen gehabt. Da haben wir das in die Flaschen morgens gefüllt und dann erwärmt im Wasserbad mit einer kleinen Zeit noch und dann haben die so drauf gespritzt, und irgendwann habe ich die Pumpen eingeführt.
Lars ObendorferAch, hier haben die mich alle beschimpft, so neumodische Kram, pumpen. Wir haben Flaschen, wir haben schon immer Flaschen. Nach einem Monat bin ich hin und habe gesagt wollen wir das wieder weg machen? Nein, nein, auf gar keinen Fall. Ja, eine halbe Stunde, stunde Flaschen gefüllt. Also ich will nur sagen, wir arbeiten schon dran, aber es sind immer so Kleinigkeiten nur außen. Es ist auch immer sehr interessant, wenn jemand bei dir neu anfängt zu arbeiten, dann schicke ich ihm mal verschiedene Filialen und sage klau mir den Augen, nimm dir das Beste mit, was du für dich am besten umsetzen kannst. Und die bringen mich dann auch manchmal auf gute Ideen. Ein kurzes Beispiel Wir haben immer eine Currywurstschneider und unten drunter eine Metallschale, und von der Metallschale haben wir es in die Pappschale reingemacht. Die Metallschale war natürlich dann auch irgendwie immer dreckig, so musste man wieder sauber machen. Und dann kommt eine Mitarbeiterin das war eine Bankerin, die hat bei mir nebenbei gearbeitet und dann sagt die sag mal, warum schmeißen wir das eigentlich erst in die Schale und dann da rein? warum halte ich nicht die Schale drunter?
Lars ObendorferAber du bist so in deinem Traum da sage ich ja, du hast recht machen wir.
Lars ObendorferAber ich habe ja alles von der Oma übernommen und habe das erstmal nicht geändert. Aber ich werde never change a winning team. Aber du hast dann nach und nach also, wie du sagst, eigentlich gewachsen, nicht eine Strategie. Ich habe auch nie eine Franchise-Strategie gehabt, weil ich sagen die leute mich auch mal wie hast du das geplant? ich habe das nicht geplant. Das ist gekommen. Die leute kamen auf mich zu, und ich habe reagiert. Aber ich glaube, wenn du was gerne machst, merken die menschen, dass, wenn du das, wenn du, wenn du dahinter stehst in dem produkt ich würde auch nie was verkaufen, was ich selber esse. Deswegen gibt es bei uns auch kein nierenspieß, weil ich das nicht mag ja.
Lars Obendorferalso meine immer, da gibt es doch nie. Da sage ich bei mir nicht, ich mag es, ich kann es nicht riechen. Ich weiß, dass Leute dafür sterben, aber ich kann es nicht verkaufen, wenn ich es nicht selber mag.
Thomas WeitzendoerferWie setzt du den Preis fest? Also sagst du die Wurst kostet mich x im Einkauf, ich habe Miete zu bezahlen, y Personalkosten.
Lars ObendorferTypisch im Imbiss müsstest du mal drei rechnen, das heißt, der Wareneinsatz mal 3, das ist das, was du Minimum nehmen musst, um dass du da Geld machst. Das heißt, grundsätzlich ist bei uns alles darauf ausgerechnet, dass letztendlich vom Umsatz 20% für den Franchise-Nehmer vor Steuer hängen bleiben. Das heißt der Wareneinkauf bei uns liegt im Schnitt bei 32%. 32, 33% ist der Wareneinkauf. Den kriegt der Franchise-Nehmer eigentlich auch von mir garantiert.
Thomas WeitzendoerferAh ja.
Lars ObendorferJa, das heißt, das kumuliert sich über die Produkte. Wir kaufen ja alles in einem ein, und das eine ist vielleicht mal ein bisschen teurer, das andere ein bisschen günstiger, aber letztendlich soll am Ende des Monats da ein Wareneinsatz von 32, 33% stehen. Aha, 32, 33 Prozent stehen, aber die Kalkulation ist schon so. Also, kaufe ich jetzt eine Wurst für einen Euro, dann muss ich mal drei also ich rechne mal drei plus den Euro obendrauf. Also, das heißt, ich muss mindestens vier Euro nehmen, damit ich damit im Plus arbeiten kann. Weil, wenn du eine Wurst für einen Euro einkaufst, musst du jetzt noch das Brötchen drauf rechnen oder das Brot, ketchup, den Einsatz, den Strom und so weiter. Und da haben wir einfach so eine Faustregel in der Gastronomie wenn du sitzt in der Gastronomie, da rechnen die nochmal einen ganz anderen Schnitt. Das ist, glaube ich, mal sieben oder mal acht. Stört dich das, wenn ich eine rauche? Überhaupt nicht. Ich rauche zwar hier überhaupt nicht, aber so, wenn wir so lange sitzen, dann bin ja ein alter, sucht die, aber ich trinke kein alkohol also wenigstens das nicht.
Lars ObendorferJa, nun mal, als anstoß mich nicht. Ich würde gerne wein trinken, aber irgendwie geht nicht an mich ran.
Thomas WeitzendoerferIch trinke in der letzten zeit aber auch kein alkohol mehr, als ich brauche es auch einfach nicht.
Lars ObendorferIch brauche es nicht. Ich habe nur einen dicken kopf, bin zwei Tage. Ja, ich denke mir dann wozu? Also, am nächsten Tag bin ich unproduktiv und ich habe viel zu tun, und ich leide. Wenn wir zum Beispiel im Urlaub sind, sage ich, habe ich zwei Tage Urlaub verloren, weil ich im Bett liege. Ja, deswegen mach schon, ich bin auch so lustig. Auf jeden Fall, du brauchst es. Definitiv nicht, definitiv nicht.
Thomas WeitzendoerferAlso, das heißt, aber du hast noch nie darüber nachgedacht, zum Beispiel irgendwie dein Produkt so zu bepreisen, dass du sagst also nicht, wir haben ja neue Werbeagentur, wir kriegen manche Farben nicht.
Lars ObendorferWir können manche Farben nicht verlieren, weil es die Farbe nicht gibt. Das war früher unmöglich, Und wir haben wirklich die Preise exorbitant angehoben bekommen. und ich habe wirklich auch immer alles ausgerenkt, damit die Leute
Lars Obendorfer, dass ich mir nicht die Taschen voll mache sondern dass ich effektiv das erhöht bekommen habe und es einfach nur weiter geht, es nur durch.
Lars ObendorferAber ich bin selber erschrocken, wenn ich jetzt heute sagen muss, ich dem für eine kürze musste 4,70, was sogar noch günstig ist, weil, wenn du auf die märkte überall geht, es kostet 55, 50, und wir haben wirklich gutes produkt. Aber ich finde es halt echt teuer.
Thomas WeitzendoerferJa, aber es ist halt einfach so, dass das aber deine marge ist nicht gewachsen in der zeit, die sich konstant geblieben.
Lars ObendorferIch habe einfach immer nur das dementsprechend weitergegeben. Wir haben aber trotzdem immer noch ein Menü beim Zehner Ist in der heutigen Zeit echt verdammt günstig. Ich war letztens bei Burger King und habe für einen Burger weil ich kein Menü genommen habe einen Burger und eine.
Thomas WeitzendoerferOha warst du bei der Konkurrenz.
Lars ObendorferAb und zu muss ich das auch mal essen.
Lars ObendorferIch esse auch ab und zu McDonalds gar kein.
Lars ObendorferProblem. Ich probiere auch viel bei anderen. Also, ich versuche ja auch mal, was Neues rauszufinden. Ich gehe auch zu anderen Kürbisbuden und teste das. Vielleicht haben die ja was, was ich toll finde.
Thomas WeitzendoerferKennst du Sam Walton? Bitte Kennst du Sam Walton.
Lars ObendorferNee.
Thomas WeitzendoerferKennst du bestimmt, das ist der Gründer von Walmart. Ah, okay, ja, autobiografie. Der hat sein ganzes Leben lang, war der in allen Konkurrenzläden, immer auf der ganzen Welt, ist er immer reingegangen, hat sich alles angeguckt, alles angeguckt, aufgeschrieben, abgeguckt.
Thomas WeitzendoerferDer hatte da auch überhaupt keine Scham.
Lars ObendorferJa, ich sage mal, die kommen ja auch zu mir und gucken sich Robots mit Zwiebeln war in Deutschland, gab es nicht, gab es nur in Belgien. Auf einmal gab es das überall. Also ich sage, das kann ja auch jeder, aber man kann sich ja inspirieren lassen. Also ich finde so ich gucke auch gerne Kochsendungen, wo ich so sage boah, das muss ich jetzt mal ausprobieren auf den Pommes. Also so mache ich das eigentlich. Also finde ich schon von Ordnung.
Kostenseite
Thomas WeitzendoerferUnd wenn wir jetzt auf die Kostenseite gehen wir haben jetzt ein bisschen über deinen Umsatz gesprochen. Also ich meine, du hast auf der Kostenseite Waren, also die Würste, brot, pommes, getränke, personalkosten, strom, grill, abzugshaube, miete, reinigungskosten und Backoffice Admin Buchhaltung. Wie viel Spielraum hast du da bei der Kostenseite?
Lars ObendorferAlso sagen wir mal so, ich bin eigentlich im gesunden Mittelmaß, also ich könnte natürlich noch ein bisschen runtergehen, ich kann ein bisschen hochgehen. Also das heißt ja dahingehend zum Beispiel, wenn ich einen Laden habe, wie Gießen, weil zum Beispiel die haben aus der Straße, wo wir den Laden haben, eine Fahrradstraße gemacht. Da ist der Umsatz in den Keller runtergegangen. Da kann ich dann zum Beispiel zugeben. Deswegen bin ich immer im gesunden Mittelmaß. Ich mache dann eine Standortsicherung Von der GmbH aus.
Lars ObendorferDas machst du, um die Marke zu schützen, Genau um einfach zu sagen ey, das ist schlecht für die Marke, wenn wir da zumachen, weil ich weiß, der Standort funktioniert gut. Jetzt wurde hier eine Fahrradstraße hingebaut, was kein Mensch verstanden hat. Alle Gastronomen auf der Straße sind dann abgekackt. Wir haben ein Jahr durchgehalten, die Fahrradstraße ist weg, jetzt geht es wieder nach oben. Er hat aber ein Jahr von mir Standortsicherung bekommen. Das heißt, ich versuche schon, meine Venture-Semmer zu unterstützen, und wenn es mal nicht so gut läuft, dann muss man natürlich auch mal unterstützen können. Also muss ich mich in der Mitte bewegen. Wenn ich jetzt ganz unten rumknapsen würde und denen überhaupt nicht mehr helfen könnte, das ist schlecht. Also ja, dementsprechend bin ich in meiner gesunden Mitte, ich kann nach oben, und nach unten geht es, und ich glaube, ich bin auch relativ fair mit meinen Preisen. Also, ich mache das jetzt seit 2005, habe ich das Franchise-Unternehmen. Ich habe die Franchise-Gebühr seitdem nicht einmal angehoben, nicht einmal 5%, und die bleibt.
Kundenakquise
Thomas WeitzendoerferJa, also es gibt nicht viele Unternehmen, die einen Kunden von Kind auf bis ins hohe Alter halten können. Also ich bin das beste Beispiel dafür. Ich glaube, es war das erste Mal mit 14 da und 20 Jahre später bin ich immer noch Kunde, und hoffentlich, wenn der Laden gut läuft, bin ich auch in 60 Jahren.
Lars ObendorferDas ist ja das Geile. Ich habe auch Kunden, die schon so lange bei meinem Onkel auch schon vorher waren, und das ist toll, wenn du auch so die alten Erinnerungen dann Also ich weiß auch, wie du noch in der Schule warst, wie ihr euer Abi-Feier gemacht habt und dann mit dem Helm und Bier auf dem Kopf vorbeigekommen seid. Das war ja geil.
Thomas Weitzendoerferja, Was für eine Strategie hast du für Kundenakquise? Also wie kriegst du die Leute in den Laden herein?
Lars ObendorferAlso früher war es Mundpropaganda, ganz klar. Die Leute haben gesagt wart ihr schon mal beim verrückten Grüneburgweg, weil ich da halt meinen Spaß gemacht habe? Und dann war es. Heute läuft viel über Social Media. Wir haben also in Facebook mittlerweile 27.000 Follower, insta sind wir wieder bei 1.000, aber die sind gehackt worden. Dann wollten sie von mir 2.000 Euro in Bitcoin irgendwie überwiesen haben.
Lars ObendorferIst dein Ernst? Ja, und dann habe ich gesagt wisst ihr, was am Arsch fang neu an, habe den nicht bezahlt und habe einen neuen Account gemacht. Da wachsen wir jetzt gerade wieder. Jetzt fangen wir auch noch mit TikTok an, damit wir junge Leute noch kriegen, weil ich mittlerweile von meinen Kindern gesagt habe Facebook haben nur Opas, instagram ist so die Mitte, aber TikTok musst du haben, oder Snapchat, da erreichst du die jungen Leute mit. Also das ist schon so ein strategisch wie kriegen wir die jungen Leute? weil die Alten werden irgendwann mal nicht mehr kommen können. Also müssen wir die Jungen wieder ranführen, und wir machen halt für die auch eine Snack Box mittlerweile, dass wir halt den Jugendlichen halt eine Vergünstigung bekommen, jeder, nicht nur für die Schule, sondern du kannst das Snack Box wählen. Dann hast du halt eine Currywurst, eine Pommes und so wie so eine Döner. Weißt du, gibt es ja auch Dönerboxen, und da kannst du dann halt für kleines Geld mal was essen, anstatt dass du halt jedes Mal einen Zähne ausgeben musst, weil das sind ja die Kunden von morgen.
Lars ObendorferIch muss die ja mal holen.
Wachstumsoptionen
Lars ObendorferDas wird in meinen Filialen oft gemacht. Da sagen wir immer das ist so witzig, da reden die Leute auch ewig drüber. Ich komme mit Studenten, wir haben Hunger, wir haben nicht so viel Kohle dabei. Okay, dann mach 10 Liegestütze, dann kriegst du es. Weißt du, so Dinge halt, aber das erzählen die natürlich. Kannst du dir vorstellen, ich hab Liegestütze gemacht, dann hast du die Kürbis umsonst bekommen. Also so was halt.
Thomas WeitzendoerferUnd dann hast du einen Kunden für den Rest deines Lebens. Genau, hoffentlich, ja, sehr schön. Du hast im Prinzip zwei Möglichkeiten zu wachsen. Also du machst selbst eine Filiale auf und führst sie dann selbst, oder du gibst eine Franchise-Lizenz. Du machst beides, du hast beides, jeweils eigengeführte Filialen und Franchise-Nehmer. Kannst du die Vor und Nachteile der jeweiligen Optionen erörtern?
Lars ObendorferAlso, wenn ich den Laden selber führe, habe ich die Personalhoheit, und es ist so, dass ich die Leute mehr an mir habe. Sie sind näher an mir dran. Der Vorteil des Franchise ist, dass ich nicht die Personalhoheit habe. Das heißt, er muss sich da eigenständig drum kümmern, und ein Franchise-Nehmer ist natürlich auch immer daran interessiert, gutes Geld zu verdienen. Ich sage immer nur ein Franchise-Nehmer, der Kohle verdient, der macht auch Spaß, und für mich der Unterschied geldlich gesehen ist nicht mal groß, weil unser Laden, wenn du selber einen Laden führst und nicht selbst drinne stehst, musst du natürlich dem Geschäftsführer oder dem Filialverantwortlichen ein äußerst gutes Gehalt bezahlen, damit das auch so funktioniert, wie du das wünschst. Wenn du selber drin stehst, kannst du dir die 3, 4, 5.000 Euro selber in die Tasche stecken. Dementsprechend ist unser Konzept, wenn du nur einen Laden machst, eigentlich immer nur für den auch wirklich gut, der auch selber mit drin stehen möchte. Wenn du jetzt sagst, der Anwalt aus der Modebranche, ich mache 4, 5 Läden, dann hat er ja fast dieselbe situation wie ich. das heißt, es bleibt halt pro laden, wenn du, wenn du den geschäftsführer teils, bleiben dann halt noch drei oder vier mille über. aber wenn du jetzt vier, hast du immer noch 16, also verstehst, was? ich meine ja, dass das ist so der weg, also dass ich sage man, für mich ist das franchise vergeben leichter, weil ich im endeffekt meine werbeagentur bespielt, die mit mit allem, was sie an Werbung brauchen.
Lars ObendorferIch mache die Schulung, für die ich gehe gucken, aber meistens sind das wirklich Franchise-Nehmer, die auch das Produkt kennen und zustehen, und dementsprechend ist das für mich relativ leicht, die Handhabe. Aber ich nehme auch keine Franchise-Nehmer, die kommen und sagen, ich habe auch Leute, die sagen, ich hätte gerne ein Franchise von dir. Kannst du mir mal das Produkt erklären? Was ist das für ein Produkt? Da hat sich das für mich schon erledigt, weil ich dann sage, der will das rein Kohle machen, aber nicht, weil er das.
Lars ObendorferProdukt mag.
Lars ObendorferUnd so wege ich das eigentlich ab. Also, du hast als Franchisegeber, ich als Franchisegeber verdiene an einem Laden, den ich selber betreibe, und ich selber drinstehe, und im Franchise-Laden genau dasselbe Geld Unterm Strich, unterm Strich.
Lars ObendorferAlso es ist natürlich viel leichter für mich.
Thomas WeitzendoerferAber dann stellt sich mir die Frage warum machst du beides?
Lars ObendorferWeil die vier Läden, die ich habe, die habe ich ja schon immer, und das sind ja Mitarbeiter, die auch mittlerweile seit 30 Jahren für mich arbeiten. Also meine Geschäftsführer aus Berg-Berger, bergastraße und Grüneburgweg, die sind beide Bruder und Schwester übrigens, und die Schwester ist seit 28 Jahren bei mir und der Bruder seit 31 Jahren, das ist der Wahnsinn. Ich habe viele Mitarbeiter, die weit über 15, 20 Jahre bei mir arbeiten. Also die, die am Anfang mit mir dabei waren, die sind auch alle geblieben. Das spricht ja auch für mich, dass ich dann doch ordentlich mit den Leuten mache. Und ich habe auch dann eigene Läden behalten, weil ich immer so meine Sicherheit. Das ist, wo ich so sage wenn meine Franchise immer verkacken oder irgendwie, wenn ich diese vier Läden führe, werde ich immer so viel verdienen, dass ich meine Familie ernähren kann. Das ist so der Grund, warum ich die noch eigen betreibe.
Thomas WeitzendoerferAber das heißt, du machst keine eigenen Läden mehr auf, sondern Expansion eigentlich nur noch durch Franchise.
Lars ObendorferJa, und ich mache aber jetzt noch einen eigenen Laden auf. Der ist in Niederrad in der Lyoner Straße 11, der ist auch schon unterschrieben. Da ist nur wieder, die haben kein Baumaterial, um das Haus fertig zu stellen. Das ist kein Witz, wirklich, aber wir hoffen, dass es im Januar klappt. Den übernimmt meine Frau. Meine Frau hat halt gesagt, sie möchte auch wieder eine Aufgabe haben. Die Kinder sind jetzt groß, und sie möchte selber was machen. Sie ist jetzt mittlerweile unsere Außendienstmitarbeiterin für REWE, und sie macht einen Laden. Der ist natürlich mir und ihr, wir sind ja eins. Aber sie führt ihn, also, sie betreibt ihn, weil sie einfach sagt, ich möchte auch was haben, ich möchte auch das Lob, und dass ich halt auch, was geschaffen habe, ihr eigenes.
Lars ObendorferBaby, ja, ihr eigenes Baby, wo sie auch auf ihr Konto. wir haben ja ein gemeinsames Konto. aber es ist trotzdem schon so ein Gefühl, sie hat auch ein Konto. Ja, und das war auch so ein Thema jetzt gewesen, das wir jetzt besprochen hatten in der Zeit, wo wir mal getrennt waren, dass wir gesagt haben hey, du musst auch wieder selber vielleicht mehr machen damit du dich auch besser fühlst.
Thomas WeitzendoerferUnd jetzt sind wir wieder zusammen, und es ist alles schön. Und wie machst du diesen Spagat? Weil du ja in den vier Läden, die du selbst operativ führst, da ist es ja eine andere Aufgabe als zum Beispiel bei den Franchise-Nehmern. Da hast du ja eine unterstützende Aufgabe. Da ist es ja im Prinzip deine Aufgabe, die Franchise-Nehmer so gut wie möglich zu unterstützen.
Lars ObendorferDas habe ich eigentlich so gut automatisiert, dass das für mich eigentlich wenig, sehr wenig Arbeit ist. Der Franchise-Nehmer kriegt die Anrufe von unserem Logistikunternehmen jeden zweiten Tag Was brauchst du an Ware? Der kriegt alles aus einer Hand, der muss sich um nichts kümmern, und er kann letztendlich dann befreit arbeiten im Laden und hat seinen Kopf frei. Er kriegt alles vor die Tür geliefert, kann sein Ding machen, und wenn er irgendwelche Werbematerialien braucht, ist es ein Anruf hier. Wir haben eine eigene Agentur. Also Eurideans Ort ist ja für Best Worscht, und eine Stunde später hat er das, was er braucht. Das heißt, das haben wir ja deswegen gemacht. Kurze Wege Ich habe eine Idee, muss jetzt drei Monate umsetzen. Der ruft einen Chris an und sagt ich habe das, und das kann ich das haben. Dann macht der Chris, setzt sich an den Computer, macht fertig und schickt es raus. Also das ist so, diese Art. Und dann haben wir.
Franchise
Lars ObendorferFranchise-Nimmersitzungen haben wir vier Stück im Jahr, und Schulungen mache ich, wenn neue Mitarbeiter oder wir haben jetzt wieder fünf, sechs neue Mitarbeiter dann mache ich für die auch hier nochmal eine Extraschulung, wo ich dann denen erkläre was ist Best Worscht, warum soll der? oder wie ich das vorhin erklärt habe ich sage behandelt die Kunden so, als wenn es eure Freunde sind, die ihr daheim zum Essen einladet. Und das musst du einmal noch in die Reihen bringen, habe ich aber auch mittlerweile schon meine Filialverantwortlichen, die das relativ gut briefen.
Lars ObendorferAlso die machen das schon gut.
Thomas WeitzendoerferWenn wir schon beim Franchise-Thema sind, kannst du ein paar grobe und wichtige Eckpunkte, parameter nennen, die in so einem typischen Franchise-Abkommen verankert sind? Also vielleicht die Länge, die Geografie.
Lars ObendorferAlso, wir gucken natürlich also grundsätzlich, einen Laden zu eröffnen, ist die Lage, die Lage, und die Lage Also, wenn du ein Haus kaufst, ist genau dasselbe. Ich rate jedem Franchise-Nehmer, lieber mehr Miete zu zahlen, aber in der Top-Lage zu sein, weil dann die Kunden von alleine kommen und du sie nicht ranführen musst, ja, also sie nicht zu dir ziehen musst. Ja, dann haben wir natürlich ja, was haben wir noch für Eckdaten? Also, wir sagen natürlich, es muss der Strom anliegen, dass genügend Strom da ist. Also, wir brauchen 60 kW Strom, dazu, eine Abluft muss vorhanden sein. Das sind so Dinge, die man darauf achtet, weil das kann extrem in die Höhe gehen vom Preis. Also, du kannst eine Abluft kaufen für 20.000, kann aber auch 120.000 kosten. Wenn du Strom legen lässt, kann es 10.000 kosten, kann aber auch 200.000 Euro kosten.
Thomas WeitzendoerferAlso, aber das steht tatsächlich im Vertrag drin. weil du nicht möchtest, dass der Franchise-Nehmer dann Nein, nein.
Lars ObendorferOkay, dann haben wir uns falsch verstanden. Du meinst, was vertraglich geregelt ist?
Thomas WeitzendoerferIch habe nicht gesagt, wie ich die Leute berate. Achso, nee, nee, das ist vielleicht eine separate Frage. Ich möchte ein grobes Verständnis dafür bekommen wenn ich jetzt Franchise-Nehmer werden möchte.
Lars ObendorferWas für was?
Thomas Weitzendoerferwas stehen da so grob für?
Lars Obendorferbedingungen drin, so genau. Also, wenn du fernsehen möchtest, hast natürlich eine verschwiegenheitspflicht über das, was wir, was wir dort, oder wenn wir die schulen, was wir machen. Dann steht trainer, dass der vertrag läuft fünf jahre und verlängert sich dann, wenn der franchise nicht mal erst beantragt, um immer weitere zwei jahre, wobei aber die franchise gebühren nur einmalig anfällt. Also das heißt, wenn das sich verlängert, wird jetzt nicht noch mal extra geld dafür genommen, sondern ich würde sowieso nie ein franchise niemand zwingen, weiter zu machen, weil, wenn er keinen bock macht, macht er meinen ruf kaputt. Also sehr blödsinn. Deswegen sage ich immer ein franchise muss gutes geld verdienen, hat auch spaß also fünf jahre, und es gibt eine einmal im franchise gebühr genau fünf jahre läuft er und verlängert sich um weitere zwei Jahre, sofern er nicht von einer Seite gekündigt hat.
Lars ObendorferSo, und was haben wir noch für Randbedingungen? Ja, dann halt Marketing. Das ist ganz wichtig, dass das halt alles über eins läuft, dass nicht jeder sein eigenes Ding macht. Das ist, glaube ich, auch ein ganz wichtiger. Aspekt
Thomas WeitzendoerferAlso ihr macht zentral Marketing.
Lars ObendorferWir machen das, weil sonst fängt der eine an und macht sich eine Lichterkette wie im türkischen Bazar an die Ecke ran, und so, ja, das ist passiert. Also haben wir alles gehabt. Also das ist eigentlich so ein wichtiger Aspekt.
Thomas WeitzendoerferUnd zahlen die Franchise-Nehmer dafür eine Gebühr, Also so eine Marketinggebühr. Das hatten wir mal. Das ist in den 5% jetzt drin.
Lars ObendorferWir hatten das früher mal extra gemacht. aber dann kam halt immer die Frage vom Franchise-Nehmer was kriege ich denn dafür? Da sage ich jetzt nicht im einzelnen sagen, aber, wir sponsern zum Beispiel die Löwen, wir machen mal da, wir machen mal da, und der wollte aber immer was händisch festhalten für diese Gebühr. Und dann habe ich gesagt, dann machen wir das jetzt einfach in die Ventscheidsgebühr mit rein und benennen es nicht mehr so, weil dann habe ich die Diskussion nicht mehr.
Lars ObendorferWeißt du, was haben wir noch? Ja, dass der Wareneinkaufst Ware, dass es halt dann gleich Dudu gibt und Abmahnung beziehungsweise dass mir nicht länger wie vier Wochen mehr wie 5.000 Euro geschuldet werden dürfen, dann kann ich den Vertrag auch kündigen, würde ich nicht tun, haben wir immer wieder. Aber es sind einfach so ein paar Randbedingungen, die da drin sind. Aber ich habe auch viele Pflichten. Ich muss meine Franchulen, ich muss für die Leute greifbar sein, ich muss unterstützend da sein. Also das ist von beiden Seiten. Also wir haben keinen Knebelvertrag, sondern wir haben einen Vertrag, der für beide gut ist, solange man sich gut versteht, und ansonsten, wenn es nicht passen würde, sage ich da, dann trenne ich mich lieber von diesem Franchise-Nehmer und sage, er geht wieder einen eigenen Weg, bevor ich den zwingen würde, irgendwas zu erfüllen, was dann hinterher meinen Ruf kaputt macht. Das wäre totaler Blödsinn. Also ein Fälschers Vertrag ist relativ frei bleibend dahingehend, dass du einfach nur sagst mein, also, du nimmst mein Produkt, du möchtest mit meiner Marke arbeiten, also musst du jetzt auch. Also der, der die Musik bestellt, weißt du, was ich?
Lars Obendorfermeine Also, der so bezahlt, der darf die Musik bestellen, und genau so ist es eigentlich auch im Vertrag. Also, der Vertrag ist recht easy, ist überhaupt nicht knäbelig. Da steht halt nur drin, was ich möchte, was er will, und da steht auch drin, was ich für ihn tue, und da sag ich ja also eine Franchise-Gebühr, ware bei mir kaufen, marketing über Best Worscht, was haben wir noch?
Thomas WeitzendoerferGibt es irgendwie eine Geografie Also du sagst, du darfst zum Beispiel nur in Frankfurt agieren. Du meinst mit diesem Schutz, dass der andere nicht 200 Meter von dem anderen eröffnen kann.
Lars ObendorferDas ist in Deutschland gar nicht erlaubt. Das darfst du nicht. Du darfst niemandem verbieten, arbeiten zu wollen. Aber natürlich, unter der Hand wird das schon. Ich wäre ja bescheuert, wenn ich da 50 Meter an den anderen aufmache. Die kannibalisieren sich ja gegenseitig. Das ist ja dann wieder genau gegen mein Geschäftsmodell. Einer von beiden verdient dann kein Geld Oder beide wenig. Dementsprechend würde es von mir aus nicht machen. Aber da hast du schon recht. Die Frage kommt immer auf, weil die Leute natürlich Angst haben.
Thomas WeitzendoerferSagen die, dann setzt du mir noch einen anderen hier vor die Tür.
Lars ObendorferAber es ist Interesse. Nein, überhaupt nicht und würde ich auch nicht machen. Sehe ich auch nicht, aber natürlich ist die Frage berechtigt.
Thomas WeitzendoerferUnd wie viele Freiräume oder Spielräume habe ich als Franchise-Nehmer? also, was kann ich tatsächlich im Laden selbst bestimmen? Also, du setzt den Wareneingang, setzt du ja selbst fest, welche Wurst gekauft werden muss. welche Form ist Also vom Produkten her? kann er gar nichts selbst bestimmen? Was mit der Karte?
Lars ObendorferAlso, er kann die Preise das darfst du auch in Deutschland wieder nicht vorgeben darfst eine unverbindliche Preisempfehlung ausgeben, aber der Venture-Seller kann seinen Preis machen, wie er will. Ich darf das gar nicht, das ist verboten. Ich darf ihm das nicht vorschreiben. Das heißt, sagen wir ja immer. Auch bei McDonalds ist das so. Da steht bei Teilnehmern Restaurants oder unverbindliche Preisempfehlungen.
Lars ObendorferIch weiß nicht, ob du schon mal in der Türkei warst bei Burger King War ich, aber ich glaube, ich war noch nie bei Burger.
Lars ObendorferKing Ja, da kostet dann der Burger das Vierfache wie in Deutschland, was? Die nehmen es, weil sie am Flughafen sind, und die Leute zahlen es. Aber ich habe auch einen Franchise-Nehmer, der nimmt einen Euro mehr für die Brust wie die anderen. Ich finde das nicht gut, das habe ich ihm auch gesagt. Aber ich kann ihm da nicht dazwischenhauen. Ich kann nur, wenn die Kunden sich beschweren. dann sage ich hör zu, ich habe einen Franchise-Verband, ich darf dem Mann das gar nicht verbieten. Ich berate ihn dann und sage hey, das macht keinen Sinn, wenn du das jetzt so teuer machst.
Lars ObendorferUnd meistens hören sie auch auf mich
Thomas WeitzendoerferWas ist mit Werbung? Was kann er lokal irgendwie selbst
Lars Obendorferkann er wieder mit Absprache unserer Agentur Kann er jederzeit Werbung machen, egal was er will, ob er jetzt Fußballvereine sponsert, ob er jetzt eine Zeitung oder Litwa-Säule will, aber nur vom Corporate Design, mit Absprache von meiner Werbeagentur. Das heißt, die rufen jetzt an, oder wenn die auch was posten wollen auf ihrer seite kurz und schicken, ist das okay, und dann können sie es raus, können aber nicht eigenständig machen, weil der chris sagt, wenn jeder seinen eigenen stil hat, das, dann kriegen wir nie ein corporate design, weil das sieht immer anders aus. Also heißt der chris überlagert es dann oder macht es dann schön und sagt hier so kannst du es ausschicken.
Thomas WeitzendoerferZum beispiel gab es sachen, wo es franchise nehmer in der vergangenheit immer wieder die gleichen Fehler gemacht haben.
Lars ObendorferEin Fehler, den die Franchise-Nehmer machen, ist oftmals, zu wenig Rücklagen zu bilden. Das heißt also, die Belieferer zahlen die ja eigentlich nach vier Wochen das erste Mal. Das heißt, sie müssen auch vier Wochen Einnahmen dagegen stehen. Aber es ist natürlich so. Ich meine, ich bin jetzt auch kein Kind von Deutsch, ich gebe auch gern Geld aus, und dann wird dann halt so am Ende das Wort ach, du kriegst ja noch die Rechnung bezahlt, so eigentlich ne, aber du hast ja vier Wochen Einnahmen dagegen gehabt, und das geht so ab. Also es ist oftmals in die Hose gegangen, aber haben da immer wieder die Kuh vom Eis gekriegt, war alles gut. Aber auch so ein proto netto denken, was wir noch nicht unternehmer war, ja hat er diese denkweise. Da muss erst rein wachsen.
Thomas WeitzendoerferAlso, das wird oder man hat studiert wie du, dann kannst das ja.
Lars ObendorferAber ich sag mal, wir haben ja meistens leute sind quer einsteigern, die haben damit überhaupt nichts am hut, und wir beraten die schon. Aber das geht halt ab und zu mal in die hose, wobei das aber jetzt auch nicht schlimm ist, wird nie was gravierendes passiert, sondern ist dann so, dass ich dann halt zu spät bezahlt wurde oder musste das halt, oder habe einen Kredit gegeben und habe gesagt zahlst es nach und nach ab, ja, so. Also da muss man halt drauf eingehen. Ich sage mal, was für mich ein wichtiger Aspekt ist in der Franchise-Nummer möchte ich gerne den Leuten immer wieder mitgeben Ich war immer so ein Typ, ich brauche keinen Vertrag, handschlag langt. Ja, ich hatte meine erste Werbeagentur, war ein Graffiti-Sprüher und ein Kurierfahrer Das waren meine richtig guten Freunde, mit denen ich alle Charity-Projekte gemacht habe und so weiter Habe auch nie einen Vertrag gehabt.
Lars ObendorferIch habe den monatlich viel, viel Geld bezahlt, ob sie arbeiten oder nicht, und die haben dann irgendwann gedacht, ich würde sie rausschmeißen, also ich würde nicht mehr mit ihnen arbeiten wollen, was überhaupt nicht der Fall war, und haben mir gekündigt und haben gesagt, haben mich verklagt auf eine Million Euro, dass ich ihnen zu wenig Geld für die Werbung bezahlt hätte. Ich habe das vor Gericht gewonnen. Aber ich hatte zwei Jahre Angst, weil mein Anwalt hat immer gesagt, auch vor Erziehung, vor Gericht ist nix wie immer. Ja, also da musste. Ich habe das gewonnen.
Lars ObendorferAber das hat mir, das war der Grund, warum ich eine eigene Werbeagentur aufgemacht habe. Ich gesagt, mir kommt nie wieder einer mit Urheberrechten. Die sehen die jeweils bei mir. Ja, weil es ist so, du kannst auch die Marke verkaufen, alles, aber das Urheberrecht bleibt trotzdem beim Künstler Und als Agentur.
Lars ObendorferEine Werbeagentur das ist aber nur eine Werbeagentur kann das kann sagen also er hat jetzt das Logo, sagen wir mal, von McDonald's gemacht und hat dafür 1000 Euro bekommen, und dann sagen die verdienen so viel geld damit. Ich habe viel zu wenig bekommen. Ich möchte jetzt eine million nach haben. Die nummer haben sie mit mir ausprobiert? ja, und ich sage aber das war so ein einschneidendes erlebnis. Also macht verträge, schreibt das auf, was ihr in guten tagen besprochen habt, damit schreibt, damit ihr hinterher nicht so dasteht, wie ich bin.
Lars ObendorferDann der anwalt sagt, er muss ja. Ich sage auch immer ich habe mittlerweile auch ein ehevertrag Ich sage, wir vergraben den im Garten und hoffen, dass wir nie rausholen müssen. Ja, ja. Also es ist ja kein Misstrauen dem anderen gegenüber, sondern es ist einfach nur du kommst, du gehst mit dem, wo du gekommen bist, oder wie du es halt am Anfang verhandelt hast. Und wenn dann halt natürlich Leute den Vertrag gesagt guck mal, das haben wir doch damals aufgeschrieben, lass uns doch auch so machen. Und bei mir kam der Anwalt wo ist denn Ihr Vertrag? Ich sage, ich habe keinen Vertrag. Und da war es schon scheiße.
Thomas WeitzendoerferMan lebt und lernt.
Lars ObendorferMacht Verträge genau.
Thomas WeitzendoerferWie ist das eigentlich als Franchise-Nehmer? Wer übernimmt die Kosten, wenn ich den Laden ausstatte?
Lars Obendorferdie ganze Gerätschaft. Also der Franchise-Nehmer ist ein eigenständiger Unternehmer, der den Laden komplett selbst baut und auch das alles bezahlt, Also dementsprechend den Ladenbau die Miete.
Thomas WeitzendoerferAber gibt es ihm dann vor, wo er einzukaufen hat?
Lars ObendorferWir machen eine Ladenplanung für ihn, wir sagen ihm, welche Geräte er nehmen soll. Wir arbeiten mit MKN-Geräten. Das hat einen Hintergrund, dass die sehr hoch werden, wenn der Sternegras von mir verwendet, und haben einen riesen Vorteil gegenüber anderen Fritteusen. Zum Beispiel, wenn da eine Halsspirale kaputt ist, kannst du weiter frittieren, weil es sind drei Halsspiralen in einem. Dann kannst du also weitermachen Bei jeder anderen Fritteuse. Wenn eine kaputt ist, ist komplett aus, und dann hast du Verdienstausfall.
Lars ObendorferDeswegen arbeiten wir mit MKN. Das kriegt er von mir als Vorgabe, und das Corporate Design. Er kriegt das vorher. Also der Chris macht den Laden, visualisiert den komplett, und dann sagt er dem Franchise-Nehmer also von Fließe 1 bis 14 in Rot, fließe 15, 16 in Hellgrau, dann Dunkelgrau, dann Rallton, la la, la musst du streichen Das Holz. Also es kriegt wirklich alles vorgegeben. Wir sagen aber wir wollen ja auf die Zeit mit dem Franchise nicht mehr Geld verdienen. Ich will dem ja jetzt kein Geld für die Investition wegnehmen. Das heißt, ich verdiene an dem Ladenbau und an dem ganzen Kram keinen Pfennig. Ich empfehle Ihnen einen Küchenbauer, den muss er aber nicht nehmen. Ich sage immer, wenn du einen Schwager hast, der dir den Trockenbau macht als Freund hast du einen Umbau als Freund machst, hast du einen Haufen Geld gespart.
Lars ObendorferVon mir kriegen sie nur, wie er aussehen soll. Wer den letztendlich gebaut hat, ist mir hinterher egal. Wo ich nochmal sehr viel Wert darauf lege, ist, dass die Fernseher zB da drinnen hängen. Die möchte ich von einer Firma, die auch eine echte Firma ist, installiert haben, weil stell dir vor, der Fernseher fällt runter auf ein Kind, und dann sage ich, das war der Schwager vom Schwager, vom Schwager. Da muss eine Firma greifbar sein. Ihr habt das montiert, ihr seid dafür haftbar. Also für solche Dinge muss es dann eine Firma machen.
Thomas WeitzendoerferUnd finanzieren machen das auch die Franchise-Nehmer selbst Mit Eigenkapital, Fremdkapital.
Lars ObendorferGenau, bevor der Franchise-Nehmer mit uns in engere Gespräche, muss er erstmal Kapital nachweisen, weil wir ja gesagt haben, macht ja keinen Sinn, wenn er sagt, er hat 5 Euro auf der Tasche und will jetzt ein Land mit 150.000 bauen. macht ja keinen Sinn. Also, das heißt, wir haben das mittlerweile auch schon geändert. Ich lasse dir mal ein Führungszeugnis zeigen. Ich hatte auch schon mal einen Franchise-Nehmer, da zweieinhalb Jahre gesessen. das wusste ich nicht und hat mich alles erlebt habe. Also, wir haben immer daraus aus den Fehlern gelernt und haben dann wieder was Neues gemacht.
Thomas WeitzendoerferAlso das Invest ungefähr sind 150.000 bis 200.000. Im.
Lars ObendorferSchnitt also je nachdem, wie groß unsere Läden sind, zwischen 30 und 70 Quadratmeter, je nachdem, und dementsprechend dann ist der Bau, die Damoklich-Werte sind die Abluft, der Strom, was ich dir vorhin gesagt habe. Wenn das schon vorhanden ist, dann kannst du relativ gut planen, der können. Die küche kostet im schnitt 50, 60.000, dann hast du noch den trockenhausbau, also trockenbau, dann hast du noch diesen boden spülküche, kühlhaus, also das round about. Zwischen 120, 150.000 haben auch schon laden für 250.000 gebaut. Das ist wirklichabel, aber du solltest auf jeden Fall mal ein Kapital von 150.000 haben oder nachweisen, dass die Bank dir das gibt. Wir haben aber auch wiederum Banken. Also wir arbeiten mit Sparkassen und Commerzbank, die beide eigentlich gewillt sind, um Franchise-Nehmer zu finanzieren.
Thomas WeitzendoerferOkay, Weil die das Konzept auch schon kennen. Genau Das ist erfolgreich. Und wenn ich mir die Franchise-Nehme angucken würde, gibt es da hast du ja auch schon angesprochen, es gibt welche, die mehrere Filialen auch haben. Was ist so der Vor und der Nachteil davon?
Lars ObendorferDer Vorteil ist, wenn sie mehrere Filialen haben, dass sie halt das Geschäft schon kannten, und wenn sie einen neuen Laden aufmachen, wissen die, wie der Hase läuft. Wenn du immer wieder einen neuen Franchise-Nehmer hast, musst du den ja immer wieder komplett neu einspielen.
Thomas WeitzendoerferAlso musst du im Endeffekt erklären, aber verlieren sie dann vielleicht den Fokus.
Lars ObendorferNe, weil jetzt zum Beispiel wir reden jetzt mal von meinem BWT-OAG. Die haben ja dann ein mittleres Management aufgebaut.
Lars ObendorferAlso sie haben schon wiederum Leute, die die Läden betreuen. Das heißt, die sind ja in ihrem normalen Job. Also haben sie jemanden das ist eine Mädchen, die Jenny die die ganzen vier Läden betreut. Also sie ist die Chefin von den vier Läden und fährt dann tagsüber rum und guckt, läuft das alles funktioniert? springt in der Not ein. Selber habe ich auch. Du musst ja auch solche Leute haben, die bei mir in der Not einspringen, wenn irgendwas ist Also im Zweifel, würdest du eher mit diesen Leuten wachsen wollen als mit neuen weil die natürlich die Abläufe kennen, die kennen die Prozesse Genau, genau.
Thomas WeitzendoerferAber da sind wir auch wieder bei einem ganz wichtigen Punkt.
Lars Obendorferich lasse sie aber auch nicht zu groß werden, Also wenn wir momentan Das Kräfteverhältnis, dann Genau weil das könnte natürlich zum Problem werden.
Lars ObendorferIch halte vier läden, sagen wir mal, und jetzt habe ich einen, der 19 franchise hätte. Dann sagt er was man auf den wahl einkauf, ist mir viel zu teuer, verstehst du? also, ich will mich nicht dem in die hand geben. Das heißt also, ich hab momentan ist so fünf läden, ist schicht. Also, wenn der fünf leben betreibt, dann ist gut, weiß ja auch niemand. Ich mit den leuten also je nachdem das wird, auch würde ich ihnen wieder aus dem bauch heraus entscheiden, ob ich dann noch weitermache oder nicht. Aber wir haben dieselbe Nummer. Da war doch bei Burger King ein Franchise-Nehmer, der hat, glaube ich, 300 Filialen gehabt. Der hat Burger King richtig wehgetan. Deswegen da achte ich jetzt im Vorfeld schon drauf, dass ich nicht in die Gefahr laufe, dass mich nachher der Franchise-Nehmer erpressen kann und sagt hör mal zu, ich bin viel größer wie du, was willst du von mir Deswegen da muss man schon drauf aufpassen.
Thomas WeitzendoerferNach welchen Kriterien suchst du denn deine Standorte aus?
Lars ObendorferLage, Lage, Lage.
Lars ObendorferAlso, das heißt, nach der Lage dann aussuchen, ist auch wieder so eine Sache. Wir haben das große Glück in Deutschland, dass uns die Türen von alleine aufgeben. Also, ich kriege jede Woche bestimmt drei, vier Anfragen. Wollen sie nicht, wir würden sie gerne als Mieter haben. Wollen sie dahin oder wollen sie dahin? In der jetzigen Zeit empfehle ich, meinen Franchise, den man gut besucht, das Center zu nehmen. Also, das heißt, das Center, da sind die Kunden schon da. Also Main-Taunus-Zentrum, nordwest-zentrum, hessen-center, egal was.
Lars ObendorferAlso da sind wir ja überall drin, und da sind die Kunden schon da die musst du also gar nicht erst ranführen, wenn du jetzt zum Beispiel in so einen Laden wie Grüneburg weg, das ist ja keine Top-Lage, da musst du die Kunden ja erstmal hinkriegen. Also das ist so ein wichtiger Aspekt, würde ich sagen, und ganz wichtig. Also Lage, lage, lage. Also du musst halt gucken, ist das eine Top-Lage? wie viele Leute sind da am Tag? wie viele Leute sind da rum? Zum Beispiel in Niederrad weiß ich, es gibt nichts. Es gibt eigentlich dort nicht wirklich, was Es gibt, so einen Burgerladen noch. Jetzt macht dann da unten auf wir dann dieses Papa Pasta, weiß nicht so blaue, so hellblaue Läden in Frankfurt Und eine Bäckerei. Das heißt, da sind wir drei, da eigentlich unique. Es gibt dort nichts, aber außenrum arbeiten ungefähr 7000 Leute. Das ist ja perfekt. Wenn du am Tag nur 100 davon abkriegst, alles gut. Also weißt du so, danach wählen wir aus, weil, wenn jetzt zum Beispiel ein Laden hast wie in Ingelheim haben wir ja auch einen, der musste sich natürlich erst etablieren. Ja, und was auch für deine Leute ganz, ganz wichtig, wenn ein Center neu eröffnet, müsste viel Luft mitbringen. Also das Loop-Center hat sich bei uns das erste Mal abonniert nach acht Jahren, weil dieses Center nicht angenommen worden ist. Das war unter der Woche Blair Witch Project. Du bist da durchgelaufen. Das war unheimlich, weil kein Mensch da drin war.
Lars ObendorferDonnerstag, freitag, samstag. Also Donnerstag ging es dann los, freitag wurde es schon mehr, und Samstag war es rammelvoll. Da hast du eigentlich das wieder geholt, was du die ersten Tage nicht geholt hast, aber bist gerade kostendeckend raus. Wir sind auch mit McDonalds und KFC die einzigen Läden, die da drinnen überlebt haben. Wir sind da jetzt seit zwölf Jahren drinnen, und alle haben schon gewechselt. Wir sind die einzigen, die noch drin sind. Wir waren auch auf den Quadratmeter immer der umschlöchste, der noch ein Bier trinkt, noch zwei Stunden länger in der Kneipe. Das zählt mal deinen Stundenlohn da hoch. Und wenn du jetzt zum Beispiel eine gut gehende Küche hast oder eine hochwertige Küche, dann darfst du nicht vergessen, da brauchst du viele Köche, du brauchst Spüler, du brauchst Personal, und jetzt ist der Laden nicht voll, dann legst du den einen Abend drauf, nächsten Abend ist es rammelvoll, dann kannst du den Tag schon wieder ausmerzen. Also du verdienst dann schon Geld, aber es ist wesentlich mehr Aufwand, den du betreiben musst, wesentlich mehr, und du hast viel mehr Personal.
Thomas WeitzendoerferJe größer die Fläche, desto größer der Leben, desto mehr potenzielle Kunden oder Essen brauchst du.
Lars ObendorferJa, wir haben im Endeffekt grundsätzlich einen Laden. Läuft mit zwei Festangestellten, zwei Teilzeit ist der Laden voll, fest bestückt, mehr brauchst du nicht.
Ausprobieren
Thomas WeitzendoerferUnd das ist schon geil. Gibt es da eine bestimmte Methodik, die du benutzt, um Produkte auszuprobieren?
Lars ObendorferJa, also, wenn wir was Neues haben, dann haben wir so zwei Läden, in denen wir das ausprobieren. Das ist in der Schillerstraße und Grüneburgweg. Warum die beiden? weil der franchisenehmer ist auch ein arbeit mit ihrem büro, der mirko, und der kann das immer ganz gut vorbereiten für uns, dass wir da hinkommen können, direkt loslegen. Und der andere laden ist ja meiner im grüneburg weg, und da habe ich halt viele stammgäste, die ich kenne, die ich auch testen lassen kann. Das heißt, er im produkt wie putine. Wenn wir das jetzt raus bringen, dann machen wir das in dem laden, lassen unsere stammgäste probieren, teste mal, findest du das gut? Also wir machen das nicht, dass wir es direkt ausrollen, sondern wir nehmen dann zwei Filialen und sagen komm, wir machen das jetzt mal zwei, drei Tage und gucken mal, ob wir überhaupt jemanden da ranführen können, weil es macht ja keinen Sinn, einen Monatszeit zu machen, der den ganzen Monat nicht läuft. Also dementsprechend muss man das vorher mal test.
Thomas WeitzendoerferUnd auch in diesem Zuge eine Restaurantkette ist ja ein dezentrales System, Also lokal in den Filialen ist ja eigentlich das operative Geschäft. Das bedeutet, du kannst nicht zentral irgendwas beschließen und dann per Knopfdruck einfach überall und parallel perfekt umsetzen lassen. Ein Gegenbeispiel wäre zum Beispiel ein Software-Update für Apple. Das wäre das Gegenbeispiel dafür.
Lars ObendorferWir haben noch Papier. Wenn wir ein Monatszeit machen, gibt es eine Arbeitsvorschrift. Die muss jeder Mitarbeiter unterschreiben. Da steht dann drin, wie es perfekt umgesetzt wird, und ein Video noch dazu.
Thomas WeitzendoerferAlso das ist die Frage wie setzt du das tatsächlich dann um? Genau Das heißt wir haben eine Franchise-Nehmergruppe.
Lars ObendorferDa wird dann ein Video reingestellt, wie ich das zubereite, und dann nochmal eine Arbeitsvorschrift, die auch jeder Mitarbeiter unterschreiben muss. Dass er das gelesen hat. Und da steht dann halt wirklich drin Wurst braten, wurst klein schneiden, schärfe auftragen, ketchup auftragen, käse auftragen, weißt du so?
Thomas WeitzendoerferAber das ist ja am Anfang. Das ist ja am Anfang, wenn es startet.
Lars ObendorferAber wenn du jetzt zum Beispiel neue Dinge einführst Ja, aber jeder Monatszeit beginnt ja immer wieder gleich. Also das heißt, wenn ich jetzt sagen wir mal Beispiel, wir machen jetzt einen Hotdog, ja, also, den gibt es ja auch, dann wird das wirklich vom Brötchen rösten zu der Wurstbraten.
Lars ObendorferMan muss das immer wieder wirklich ganz klein beschreiben, weil du musst immer vom dümmsten Glied in der Kette ausgehen, das heißt, du musst es wirklich. manche sagen, ich bin doch nicht blöd, das weiß ich doch. da sage ich ja, ich weiß, schreib es aber hin. Ich hatte mal einen Franchise-Nehmer, der war total aufgeregt und ruft mich am ersten Tag allein im Laden Lasi, die Wurst wird nicht fertig. Ich weiß nicht, was es ist. Ich verzweifle, die Wurst bin ich fertig. Jetzt sage ich hast du den Grill angemacht?
Lars ObendorferAch, du hast recht, der war so aufgeregt gewesen. Ich sage nur deswegen, und wir haben ja auch, wenn du den Laden zumachst, da steht dann auch genau drin Lichtschalter ausmachen, das ausmachen, kühlschrank andrücken, ist auch zu. Also, du musst wirklich das detailliert machen, und so ist auch unser ganzes Franchise Handbuch. Es ist wirklich in kleinsten Teilen beschrieben, wie man was sauber macht, wie man was lagert, und muss das wirklich Das ist ja auch über Jahre perfektioniert worden.
Lars ObendorferGenau ja, Man muss es ja auch immer anpassen, weil früher durftest du nur Holz verwenden, heute darfst du kein Holz mehr verwenden in den Imbissen. Also du sagst ja, du wächst mit der Zeit.
Thomas WeitzendoerferWas meinst du Holz für den?
Ghost Kitchen
Lars ObendorferGrill. Du hattest ja so einen Holztisch im Imbiss. Das ist absolut verboten, Weil das Holz, wenn da irgendwelches was einzieht, die Bakterien sich drinnen bilden können. Deswegen gibt es mittlerweile so Schaber, wo du diese Schneidebretter abschaben kannst, damit du die Bakterien nicht drunter bekommst. Das sind so ganz kleine Kniffe, und Und dann halt sagt boah, hätte ich ja nie drüber nachgedacht.
Thomas WeitzendoerferWie denkst du über Ghost Kitchen, also Geisterküchen nach? Ghost Kitchen vielleicht für den Zuhörer sind Restaurants ohne Gasträume oder Servicepersonal. Also es sind Küchenrestaurants, die nur ausliefern.
Lars ObendorferDas haben wir praktiziert in Dubai. Jetzt zum Schluss, wie er krank geworden ist, hat er erstmal Ghost Kitchen draus gemacht Oder Black Kitchen sagen die dazu Und haben halt rein Lieferservice. Und ich muss dazu sagen ich habe lange mit mir gehadert, ob ich überhaupt das Produkt Best Worscht als Currywurst und Pommes ausliefere, weil ich weiß, dass das Produkt am Laden immer am allerbesten schmeckt, und wenn du es auslieferst, verliert es immer an Qualität. Deswegen habe ich mir so viele Gedanken gemacht wie kann ich die Pommes knusprig, wie kann ich das warm halten und so weiter. Und das haben wir dann halt irgendwann gemacht.
Lars ObendorferDas hat funktioniert, und somit haben wir das natürlich auch in Dubai umgesetzt, eine Art Lieferando, die das dann dort rausbringen, finde die Idee eigentlich ganz gut für den Lieferbereich. Wenn ich so ein Großkettchen aufmachen würde, würde ich das immer nur mit Nudeln machen. Ich habe in der Corona-Zeit gesagt Nud, nudeln sind so dankbar. Wie kannst du im endeffekt sind es ja wie fritteuse mast runter gehst zu vier italienischen omis und nach macht mit eine beste soße und bietet vier soßen an und nudeln in spirelli, spaghetti und farfalle, was weiß ich das ist. Das ist so easy, und du kannst es einfach verpacken. Du kannst es verschicken, es verliert nicht viel an Qualität. Das ist das Dankbarste. Du brauchst keine Abluft, du brauchst keinen Fettabscheider, das ist easy going. Also, das wäre so mein Tipp in einer Ghost Kitchen mach was mit Nudeln, aber du machst es derzeit in Deutschland nicht. Nein, aber ich bin die ganze Zeit schon drum, drüber nachdenken.
Lars ObendorferAha, Also jetzt nicht Best Worscht, sondern so Achso ein alternatives Konzept, wo ich dann halt sage ich sag ja mit den Nudeln. ich verstehe das nicht. Die Leute machen ja, es gibt ja immer dasselbe Aglio e olio und Tomatensauce und so weiter. Aber ich bin so oft bei meinen italienischen Freunden von den Müttern, die haben so geile Soßen gemacht, die du nirgendwo bekommst, und so schwer ist es doch geht zu der und sagt pass auf, du kriegst von mir eine Tantieme, wenn du mir deine Soße kriegst du. von jeder, die ich verkaufe, kriegst du 10 Cent von mir. Glaube mir, du kriegst die geilste Soße, die kein anderer, absolut unique damit, weil es keiner nachmachen kann. Also eigentlich ist das schon ganz.
Thomas WeitzendoerferAber eigentlich genau dein Ding mit Soßen. Das ist ja auch ein Alleinstellungsmerkmal von Best Worscht. Aber was macht
Lars Obendorferes denn aus? Guck mal, wenn du eine scheiß Soße auf der Currywurst hast, schmeckt die Currywurst nicht. Da kann die Wurst noch so gut sein. Und auch wenn die Nudeln super gut sind, wenn die Soße, da ich mir Mann dann mach, halt nur drei, vier Soßen, was meinst du, wie schnell du bist? Drei, vier Soßen und die paar Nudeln Hey, das kann einer allein Ja. Also das ist schon ein geiles Konzept, aber bin ich doch dran. Ich arbeite dran, okay.
Thomas WeitzendoerferAber für Best Worscht, weil du einfach die Qualitätssicherung nicht halten kannst. Beim Lieferprodukt machst du es derzeit nicht, doch doch, wir liefern.
Lars ObendorferDoch ich sage, ja, ich habe ja gesagt, also in dubai haben wir das mit großkirchen, aber hier habe ich kein großkirchen, hier habe ich ja normale läden, die liefern. Wir arbeiten mit uber eats. Okay, uber eats liefert er werden. Vorher hatten wir wollt immer mal gewechselt, weil wir wollten immer, das nicht gesteckt wird, weiß, was decken ist. Nein, das heißt also, die nehmen jetzt, die fahren zur pizza, holen die pizza ab, dann fahren sie zu mir Currywurst holen, dann fahren sie zu dem anderen das und dann liefern sie erst aus.
Lars ObendorferDann ist das eben bei dem im Auto, und die anwollt, nimmt es und fährt es direkt zum Kunden und Opa. Auch Das ist mir wichtig, weil dann weiß ich, kann wenigstens das sichern, dass das Produkt heiß beim Kunden ankommt, bevor ja einer einen halben Tag mit meinem Essen durch die Gegend fährt.
Thomas WeitzendoerferDas bringt mich zum nächsten Punkt. Du bist in einem Geschäft direkt mit dem Endkunden in Kontakt. Besonders in der Systemgastro sind Bewertungen und Rezessionen sehr, sehr wichtig, und deine Bewertungen sind durchgehend sehr gut.
Lars ObendorferEigentlich ja, kann man sagen, Da haben wir immer Ausrutscher. aber die hat jeder.
Thomas WeitzendoerferHast du da eine bestimmte Strategie, wie du da vorgehst?
Lars ObendorferAlso was ganz witzig ist, was du gerade sagst, weil ich das selber mache also die meisten Kunden können überhaupt nicht glauben, dass ich denen gerade persönlich schreibe. Also die sagen Lars, bist du es wirklich? Da sage ich ja.
Thomas WeitzendoerferWeil du genau siehst, was vor Ort passiert. Genau.
Lars ObendorferUnd ich kriege auch bei jeder Bewertung, die über Bestvorstreitigung kriege ich sofort eine Benachrichtigung, und ich reagiere auch drauf. Und wenn mir einer jetzt was Negatives schreibt, dann bedanke ich mich für die konstruktive Kritik, weil nur dann kann ich meine Qualität erhalten. Ich bin nämlich böse, ich schicke denen auch Gutscheine zu. Da sagen meine Mitarbeiter immer, das machen die schon aus Masche, weil die wissen, dass ich Gutscheine schicke. Das heißt, mir ist es scheißegal, wenn da einer dabei ist, der so ist. Es ist halt so, aber ich bin froh, dass es so ist.
Lars ObendorferDann habe ich noch Mystery Checker, also das heißt so Kunden, die sich mal bei mir beschwert haben. Die schreibe ich dann Gutscheine, und du schreibst mir einmal im Monat einen Bericht, wo du warst, zum Beispiel viele im Sommer Motorradfahrer, die wollen immer ein Ziel haben, wo die hinfahren, und dann fahren die meine Filialen an, und dann schreiben die mir bin super bedient worden, war gut oder war auch schlecht, aber so habe ich mir die geholt, weil, wenn ich da hinkomme und die mich sehen, weiß ich natürlich funktioniert das, weil ich da gerade da bin, aber ein Fremder dahin kommt?
Lars Obendorferdann ist das für mich natürlich gut, einfach mal ein Feedback zu bekommen wie wurde ich denn behandelt, und so weiter. Und da habe ich mittlerweile drei, vier Leute, die das machen, und im Endeffekt kostet es mich den Gutschein mehr nicht.
Thomas WeitzendoerferClever, es gibt nämlich das andere System, wo also von der Firma aus selbst Leute in Filialen reingehen.
Lars ObendorferJa, aber die kündigen sich ja sogar noch vorher an.
Thomas WeitzendoerferBei dir ist es eigentlich noch cleverer, weil es tatsächliche Kunden sind.
Lars ObendorferGenau echte Kunden, und mein HQM-Team kündigt sich auch nicht an, die gehen dann da rein. Aber wir hauen auch nicht auf den Venture-Seminar drauf, sondern wir haben eine Liste, mit dem gehen wir dann durch, der Filialverantwortliche geht mit, und wenn der dann in die Ecke geht und die ist Also, er sagt dann oh ja, scheiße, das war jetzt nicht so, und beim nächsten Mal sagen wir dann halt, darf er nicht wieder vorkommen. Wir machen es ja nur vorm Gesundheitsamt, weil wir wissen dann, wenn wir es geprüft haben, dann kann nichts passieren. Zum Beispiel machen wir auch, wenn wir einen Laden bauen, lassen wir das erst vom Bauamt und Gesundheitsamt abhaken, bevor wir den Laden bauen. Das sagt das Gesundheitsamt, das haben die noch nie erlebt. Dann sage ich ja, wir sind doch nicht blöd, wir bauen es doch nicht. Und ihr sagt dann baut es um, sagt uns vor ey, das ist cool, wie ihr das macht, oder gibt uns Ideen, was wir anders machen können. Also, wir versuchen, mit den Ämtern zu arbeiten und nicht gegen das Amt zu arbeiten. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt, glaube ich.
Thomas WeitzendoerferWas war die schwerste, schwerste Krise deiner geschäftlichen Laufbahn, und was hast du daraus gelernt?
Lars ObendorferIch bin halt springen angerissen mit der Werbeagentur, dass ich keinen Vertrag hatte, und das hätte mir eigentlich das Genick gebrochen. Hätte ich die Millionen zahlen müssen, wäre ich pleite gewesen, und das hatte mir halt echt Angst gemacht. Und das war einfach nur, weil ich mit Freunden gearbeitet hatte, und wirklich hatte die wirklich gerne. Also es hat mir auch menschlich sehr wehgetan, und das war wirklich eine richtig schlimme Krise, weil ich zwei Jahre lang Angst hatte, ich verliere alles. Das war richtig schlimm. Und dann war auch noch eine ganz schlimme Krise, weil ich hatte meinen Schwager bei mir arbeiten gehabt und musste leider feststellen, dass der mir nicht so gut gesinnt war, wie ich dachte nach einigen Jahren. Und das ist natürlich dann so, dass du einmal Privatprobleme hast Menschlich enttäuscht.
Lars ObendorferMenschlich enttäuscht. ganz, ganz wichtig. Aber auch die privaten Probleme, die es mit sich zieht. Dass ich jetzt zum Beispiel auf eine Familienfeier auf Richtung meiner Frau im Regelfall nicht mehr mitgehe. Ich bin mit meiner Schwiegermutter super, die steht auch zu mir, aber ich will einfach der Konfrontation gar nicht im Wege stehen. Das sind so Dinge. die haben mich schon geprägt und haben mir wehgetan. Ich habe viele, viele angebliche Freunde verloren Durch Neid und Missgunst. Schade, die sagen immer zu mir, dass ich trotzdem immer noch so offen bin. zu allen, da sage ich ich werde mich so wegen ein paar Arschlöchern nicht verändern. Die gibt es halt im Leben.
Thomas WeitzendoerferWas mit der Corona-Zeit?
Lars ObendorferGanz schlimm, furchtbar schlimm. Also war eine ganz, ganz schlimme Zeit für mich. Aber das wieder war ja nicht aus meinem eigenen Ding passiert, sondern es ist passiert, weil es halt war Dann war.
Lars ObendorferViele Leute sagen ja auch, warum wir uns beschweren in der Gastronomie. Die alle haben damit gerechnet, dass wir da was bekommen. Wenn du mit sieben% vorher verkauft hast, das heißt to go, hast du nichts bekommen. Du hast nur bekommen, wenn du 19% verkauft hast. Also Leute, die Sitzrestaurants hatten Weil für die hat es sich ja verändert die konnten ja die Kunden nicht mehr bedienen. Zu uns haben sie aber gesagt, sie können ja weiterhin to go verkaufen. Aber dann habe ich an Bouvier einen Brief geschrieben und habe gesagt, wenn ich auf der Zeilenladen habe und da keiner mehr hingeht, wem soll ich was verkaufen? Da bin ich doch genauso betroffen. Letztendlich war es dann so, dass wir bei der zweiten Corona-Sache hatten wir dann ein bisschen was an Hilfen bekommen, aber es hat bei weitem nicht mal die Mieten gedeckelt, geschweige denn meine Franchise-Nehmer. Und da habe ich dann auch einen Fehler gemacht. Jetzt im Nachgang wusste ich ja nicht besser. Ich wollte, dass keiner meiner Franchise-Nehmer krachen geht, und habe ab dem ersten Tag Corona die Franchise-Gebühr ausgesetzt. Ich habe gesagt, keiner muss mehr Franchise-Gebühr bezahlen, weil ich gesagt habe, ich will nicht, dass die kaputt gehen.
Lars ObendorferIm Nachgang habe ich festgestellt, die hätten das alles bei ihrer Hilfe mit aufnehmen können. Dann hätte ich meine Gebühr weiterbekommen. Das war aber für mich natürlich einen Haufen Geld, dass ich natürlich einen sehr, sehr großen Kredit aufnehmen musste, um das aufzufangen, den man dann weil man da auch nicht damals dankbar war, dass man das Geld bekommen hat hat über die Konsequenzen gar nicht nachgedacht, weil das war ein KfW-Getritt für 1%, den musstest du aber auch in 4 Jahren zurückzahlen. Und zahlen mal 500.000 Euro in 4 Jahren zurück, das tut weh. Also, das ist dann auch wieder aufgepoppt, was dann im Nachgang kam.
Lars ObendorferIch war dann so schlau und habe umgeschuldet. Ich habe dann gesagt, ich habe lieber mehr Prozente, aber zahl es auf 10 Jahre, bevor ich mich jetzt hier krumm lege, weil alle 3 Monate, die du mir mal alle 3 Monate einziehst, hast du 30.000 Euro bezahlt. Die musst du ja erstmal verdienen, plus dass du dein Leben noch weiter führen musst. Ich will nicht jammern, ich verdiene ja auch gutes Geld, aber das war halt dann doch eine Nummer zu groß. Das ist nicht nur mir, sondern auch einigen Franchise, die mir passiert, die das aber alle gemacht haben wie ich.
Thomas WeitzendoerferWir haben umgeschuldet haben es verlängert, und dann ist auch kein Problem no-transcript, weil meine eigenen Läden zahlen auch Franchisegebühr.
Lars ObendorferNe, also, das heißt 23 mal Franchisegebühr, und wir reden hier von 1500 bis 2500 Euro pro Laden. Dann sind wir hier schon bei 40.000, die dir weggeflogen sind, bloß die Rückvergütung, die du auch nicht mehr bekommst, weil du die Ware nicht verkaufst. Und wenn dir jeden Monat 60.000 Euro fehlen, dann sind deine Rücklagen verdammt schnell aufgebraucht. Also, das ging rucki zucki. Also ich habe nicht entspannt, ich war schwer depressiv in der Zeit. Ich habe sogar Blätten nehmen müssen, ich wollte nicht mehr aufstehen. Also es hat mich schwer gerissen.
Lars ObendorferMeine Frau hat mir den Arsch getreten und hat gesagt, wenn die nicht zu uns kommen, kommen wir zu denen. Und so kamen wir dann mit der Rewe-Nummer. Da habe ich ja Guerilla-Marketing gemacht. Das heißt, wir haben dann einen Kumpel, der hat einen Rewe-Markt, dem habe ich dann Würstchen-Vierer-Packs, habe die dem gegeben. Und dann haben alle anderen Rewe mehr gesagt, wir wollen das auch haben. Und dann habe ich, die haben mir immer geschrieben, und dann habe ich Guerilla-Marketing gemacht. Ich habe gesagt geht in den Laden, fragt den Geschäftsführer da drin oder den Filialleiter, warum es keine Best Worscht-Produkte gibt. Und vier Wochen später hat Rewe bei mir angerufen sie haben ein Produkt, das wollen wir haben. Und dann habe ich keine Listungsgebühr und nichts gebraucht.
Thomas WeitzendoerferAlso du hast immer weiter Gas gegeben.
Lars ObendorferMan hat sich meiner Frau auch teilweise zu verdanken.
Lars ObendorferAlso wirklich, ich habe mich eingegraben. Ich hatte Tage gehabt, da bin ich im Bett liegen geblieben, bin nicht mehr aufgestanden, weil ich so depressiv war. Ich konnte es nicht selber mehr steuern, Ich konnte nichts machen. Ich war wirklich depressiv, habe im Bett gelegen und wollte nicht mehr aufstehen. Und meine Frau hat mir irgendwann den Arsch getreten und hat gesagt ey, wir sind Macher, Grab dich hier nicht ein. Wenn wir finden einen anderen Weg, Haben wir geschafft. Aber da muss ich auch sagen großen Respekt an meine Frau, dass sie mich da rausgeholt hat.
Kapitalallokation
Thomas WeitzendoerferStark. Kurz zur Kapitalallokation. Also jede erfolgreiche Filiale verdient ja nach einer bestimmten Zeit Geld.
Lars ObendorferIst profitabel, was machst?
Thomas Weitzendoerferdu mit dem überschüssigen Kapital?
Lars ObendorferGerne ausgeben, gerne ausgeben Und natürlich Rücklagen bilden. Also ich habe jetzt zum Beispiel so, dass ich Kapital binde in Form von Immobilien, weil ich einfach sage, dass eine Immobilie klar, die musst du auch betreuen und musst du auch mal renovieren, aber grundsätzlich ist es bisher immer bei mir so gelaufen, dass die doch wertiger geworden ist. Also das heißt, da hast du was in der Hand, das, was sicheres, und wenn du das verkaufen willst, dann kannst du es, wenn du es in einer guten Lage gekauft hast, auch immer wieder mindestens für den Preis, wo du es gekauft hast, weiterverkaufen.
Thomas WeitzendoerferAber was ist ins Geschäft wieder zurück zu investieren, Weil da weißt du ja, welche Renditen du erwirtschaften kannst, Genau genau.
Lars ObendorferAber wenn es ins Geschäft zurückgeht, ist es zum Beispiel wieder einen neuen Laden bauen, zum Beispiel jetzt der Laden in Niederrad. Das ist ein Laden, den wir aus eigenem Mittelstück machen und bauen. Ich wollte halt bisher keine Investitoren reinnehmen, weil ich jetzt ja das große Los habe. Ich kann selber bestimmen, wie mein Tag ist, was ich mache. Habe ich einen Investor drin, ruft er mich natürlich an und sagt hier oben, dorfer, wieso bist du schon zu Hause? Wir müssen doch eigentlich noch hier, wir müssen doch noch was machen, wir müssen unsere Zahlen erreichen. Das will ich nicht. Ich habe das ja gemacht, dass ich so leben kann, wie ich jetzt lebe. Also ich sehe mein Best- Worst-Leben so schon wie ein großes Jugendzentrum an. Also ich fühle mich also, ich bin nicht mehr jugendlich, aber so, wie wir miteinander umgehen, das ist schon toll. Gehen, das ist schon toll. Also wir hatten mal einen Steuerprüfer hier, der hat drei Monate mich geprüft.
Lars ObendorferDer hatte am Anfang wir waren mit dem echt nett zum Schluss der hat immer gedacht, wir spielen dem hier einen vor, wenn die kamen. Wir haben uns umarmt, wir haben uns gedrückt guten Morgen, wie geht's? können wir trinken Kaffee? Aber nach drei Monaten hat er gesagt, so lange könnt ihr das Spiel nicht spielen. Ist das wirklich so. Der konnte es gar nicht fassen, dass wir so miteinander umgehen. Ich habe den auch ganz normal behandelt. Der hat bei mir Essen und Trinken bekommen. Ich habe gesagt, hier mach deinen Job alles gut. Letztendlich hat er mich dann hinterher auch noch nicht herangenommen, aber er hat nichts gefunden. Aber er hat mir dann erzählt Also mein Bauchgefühl sagt mir, ein Sicherheitszuschlag von 30.000 € wäre gut. Dann sage ich, wieso? Ja, das ist keine Strafe und so. Aber mein Bauchgefühl sagt also, ein Sicherheitszuschlag mit meiner Steuerberatung ist ausgerastet. Letztendlich habe ich die bezahlt, obwohl ich nichts gemacht habe und er nichts gefunden hat.
Gastro Idee
Lars ObendorferAlso man ist da heute schon so wie auf dem Bazar, aber er war fair mit mir. zum Schluss alles gut.
Thomas WeitzendoerferWenn du nochmal 20 Jahre jünger wärst jüngerer Lars Obendorfer, sozusagen welches Projekt würdest du annehmen? Gastro oder nicht Gastro? Wo siehst du eine Lücke? wo siehst du eine Opportunität für einen jungen Unternehmer?
Lars ObendorferAlso, ich würde grundsätzlich erstmal alles wieder so machen, wie ich es gemacht habe, bis auf die Fehler, die ich dir jetzt genannt habe Verträge, agentur, lalala, was ich dir halt schon vorher mitgeteilt habe. Grundsätzlich würde ich es ja machen. Wenn ein Neugründer ist, der sich in die Gastronomie reinarbeiten möchte, sollte er auf jeden Fall mal Gastro gemacht haben und Gastro geschmeckt haben, weil Gastronomie ist auch sehr anstrengend, das ist nicht einfach nur eine Wurst verkaufen oder nur im Service arbeiten, sondern das ist schon anstrengend, geht auch auf den Körper, und dann würde ich mir immer einen Unique Select Point suchen. Also, ich würde irgendwas machen, was ein anderer noch nicht hat.
Lars ObendorferIch würde nicht irgendwas adaptieren oder kopieren, sondern, wie ich jetzt eben meine Nudelnummer gesagt habe, ich würde was Eigenes machen, wo ich dann auch sagen kann ey, diese Fußstapfen habe ich gemacht, und wenn es jetzt einer nachmacht, dann macht er mir nach. Und dann würde ich halt auch darauf achten, wenn ich jetzt wieder der Gastro-Neubegern bin würde, dass ich es mir so leicht wie möglich mache. Das heißt also, ein gutes Produkt anbieten kann, aber so wenig wie möglich Auflagen bekomme, also Fettabscheider, abluftanlage etc, alles, was du halt heute brauchst. In der Gasso hast du ja viele Vorschriften Weil der administrative.
Lars ObendorferAufwand so hoch ist und du dich eigentlich in den Anfangsjahren so sehr aufs Geschäft und aufs Produkt konzentrieren musst, oder warum Nein, wenn du einen neuen Laden aufmachst, also von uns, hast du natürlich Riesenanforderungen, was der Laden alles können muss, damit du diesen Laden überhaupt bespielen kannst, also Abluft, fettabschreiter, strom und so weiter Wenn du natürlich ein Konzept hast, was das alles nicht benötigt, ist es viel rechter, und du kannst dich noch mehr auf das Produkt konzentrieren. Du weißt, ich habe eine kleine Produktpalette, eine hohe Qualität.
Lars ObendorferIch sage dir das anhand eines Beispiels wir haben den hotdog ja wieder eingeführt und haben den hotdog. Wir haben gesagt, wir wollen aber nicht ein hotdog wie bei ikea. Bekommst du, denn wir haben unsere rindswurst einfach nur halb so groß machen lassen. Das ist die reine rindswurst, die wir im laden haben, genau die gleiche, nur in dünn und lang. Also die hat anstatt 100 gramm jetzt 50 gramm. Aber ein hotdog muss ja brot zu ketchup zu, zu Gewürz, zu Röstfüllen es muss ein Mundgefühl geben.
Lars ObendorferWenn du da jetzt eine große Wurst reinmachen würdest, ist es, als wenn du Bratwurst ein Brötchen isst. Deswegen brauchen wir das halt so, dass wir einmal Unique wir haben rein Rindfleisch, hotdog. Hotdog ist im Regelfall aus Hähnchen oder aus Schwein, aber aus Rind schon mal gar nicht. Da haben wir uns alleine ein Bestellungsmerkmal, und jetzt hatten wir am Anfang noch so ein Billo-Brötchen. da waren wir jetzt nicht so glücklich mit, haben aber mit den Kunden jetzt zusammengearbeitet, und jetzt machen wir ein Brioche.
Lars ObendorferDas heißt, nächste Woche haben wir die Brioche-Brötchen, die wir extra für uns machen lassen. Das heißt, wir stecken da in dieses Produkt, in die Entwicklung viel Zeit, dass es schmeckt, und auch mit dem Kunden, und wir geben lieber ein bisschen mehr aus. Also, das heißt, das Brioche-Brötchen kostet mich jetzt das Doppelte wie das andere. Ich werde den Preis aber nicht teurer machen, aber ich gebe dem Kunden ein gutes Produkt, und wenn der das einmal gegessen hat, dann kommt er das wieder essen, und wenn du anfängst zu sparen ich habe zum Beispiel, ich habe bei einer Bäckerei einen Erdbeerkuchen unwahrscheinlich gern gegessen, weil der unten drunter eine riesen Puddingschicht hatte, und da stehe ich total drauf Ich komme letztens in den Laden, und ich kenne den Typen und esse den Erdbeerkuchen und sage sag mal, was ist denn mit dem Pudding, da ist ja fast gar keiner mehr drauf.
Lars ObendorferJa, der ist teuer. Da sage ich ey, ganz im Ernst, mach das Ding 2 Euro teurer, und ich kaufe es. Sag ich, aber den würde ich jetzt nie wieder kaufen. Sag ich, das ist am falschen Ende gespart. Also, ich würde nie an der Qualität einsparen, ich würde immer auch. jeder Kunde sagt zu mir Lars, mach die Bus 15 teurer, aber behalte die Qualität. Und so mache ich das alles. alles basiert darauf, eine gute Qualität abzuliefern, weil dann kommt der Kunde wieder.
Thomas WeitzendoerferÜber 30 Jahre lang hast du ja die Firma aufgebaut. Welches Muster erkennst du immer und immer wieder in Bezug auf Erfolg und Misserfolg?
Lars ObendorferErfolg kann man klar dadurch definieren, dass also gute Lage, tolles Personal, gute Ansprache und das Produkt gut präsentiert. Das ist ein Mittel, das immer funktioniert. Ganz, ganz wichtig 50 Prozent ist der Mensch, der dahinter steht, der das Produkt verkauft, Weil wenn du kannst noch so ein gutes Produkt haben, wenn der Mensch dahinter nicht geht, dann schmeckt dir das Produkt auch nicht. Also, das ist so, ich sehe das schon so, dass das wirklich unwahrscheinlich viel ausmacht, diese persönliche Ansprache, dieses Erlebnis zu haben. Und negativ würde ich sagen, was man immer wieder hat, ist, wenn die Leute halt nicht das umsetzen, so wie ich es hätte, Also wenn sie nicht freundlich sind, wenn sie nicht pünktlich sind, wenn sie ihre Ladenöffnungszeiten nicht einhalten, dann kommt der Kunde auch, der sagt, ich will es zweimal umsonst hergefallen, das fahre ich nicht mehr her.
Lars ObendorferDann, wie ich zu diesem Produkt stehe, das entscheidet über Erfolg und Misserfolg meines Erachtens nach. Das habe ich eigentlich immer wieder gesehen. Also Leute, die zu dem Produkt stehen, waren alle erfolgreich geworden , der Gianni hat bei mir angefangen als Aushilfe Mitarbeiter, Fialverantwortlicher und hat heute den Skyline Plaza Best Worscht. Also weißt du, was ich meine.
Dankbarkeit
Thomas WeitzendoerferJa, und absolut abschließende Frage Unsere Erfolge sind ja niemals unsere eigenen Verdienste oder nur unsere eigenen Verdienste. Welcher Person bist du am meisten dankbar?
Lars ObendorferAlso sagen wir mal so die Verdienste brauchst du ja erstmal. Also, du fängst an, die Basics zu machen, und dann müssen es ja andere für dich umsetzen, weil du nicht überall antanten kannst. Also bin ich unwahrscheinlich dankbar meinen ganzen Mitarbeitern, die ich habe, die mein Produkt so schön präsentieren, bin aber auch sehr dankbar meiner Familie, die mir im Rücken steht, ob das meine Mutter, meine Frau oder meine Kinder sind, die das mitmachen, weil ich eigentlich immer arbeiten war. Also, den Weg muss man dann halt auch mitmachen, und somit würde ich halt auch sagen also alles was ringsrum um meine Firma, vom Zulieferer zum Mitarbeiter, zur Familie, denen muss ich sehr, sehr dankbar sein, dass ich heute da sitzen kann.
Thomas WeitzendoerferVielen, vielen Dank u e. Zeit, Wir freuen uns, alles Gute.