Story Medicine Podcast
Ich bin Catriona, Professionelle Erzählerin, Story Coach und Story Medicine Woman, und in diesem Podcast lasse ich euch teilhaben an meinen Entdeckungen rund um die heilsame Kraft von Geschichten. Und zwar nicht nur im Bereich Storytelling und Erzählkunst, sondern auch und vor allem im Bereich der Selbstheilung und Selbstenfaltung. Ich habe schon viel gesehen in meinem Leben, vieles erlebt und vieles transformiert. Und zwar zu einem sehr wesentlichen Teil mit Hilfe von Geschichten. Und du kannst das auch!
In diesem Podcast findest du Hintergrundinfos zum Beruf der Erzählerin; vielfältige Methoden zur Potentialentfaltung, Anregungen zu einem lebendigeren Leben und natürlich: berührende, kuriose, inspirierende und spannende Geschichten - gut erzählt!
www.catrionablanke.de
Und weil's so schön ist, hier noch der Disclaimer:
Ich bin keine Ärztin und gebe keine medizinischen oder gesundheitlichen Heilversprechen ab. Alle Inhalte und Informationen wurden mit großer Sorgfalt ausgearbeitet und dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung.
;-)
Story Medicine Podcast
Episode 11: Tattoos am Traualtar (Die Folge mit den richtigen Worten)
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In dieser Episode spreche ich mir Trau- und Trauerredner Markus Horn aus Bad Waldsee. Seine Spezialität ist es, die richtigen Worte zu finden - für die Momente, die im Leben eines Menschen oder eines Paares besonders sind.
Es war eine so spannende, angeregte Unterhaltung. Darüber wie groß die Verantwortung ist, die wir als RednerInnen tragen; wie wichtig es ist, über den Tod zu reden; über Achterbahnen und New York und darüber, wie es ist, Kanal für etwas zu sein, das größer ist als wir.
Hier erfahrt ihr mehr über Markus:
https://richtigenworte.de/
https://www.instagram.com/richtigenworte/
Wenn ihr jemanden sucht, der mit Humor, Empathie und Bodenständigkeit eure Rede hält - dann habt ihr ihn jetzt gefunden ;-).
Ihr findet mich und meine Arbeit auf allen gängigen Kanälen:
Instagram ~ catrionablanke
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YouTube ~ @CatrionaBlanke
Webseite ~ www.catrionablanke.de
Meinen englischsprachigen Podcast, "What of the ground we're standing on" mit Cara Silversmith findet ihr hier:
whatoftheground.podbean.com
Herzlich willkommen zum Story Medicine Podcast. Ich bin Katriona Blanke und das hier ist Episode 11. Die mit den richtigen Worten. Lieber Markus, herzlich willkommen und herzlich willkommen alle lieben Hörerinnen und Hörer meines Podcasts. Ich freue mich, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Markus, toll, dass du da bist. Schön, dass du so spontan gleich gesagt hast: oh ja, das machen wir, obwohl du im Urlaub warst, glaube ich, als ich angefragt habe. Genau, herzlichst willkommen. Ich bin total gespannt auf das Gespräch. Wir haben jetzt gerade gesagt, wir klicken gleich auf Aufnahme, keine langen Vorgedönse. Und wie ich aus deiner Webseite hier sehe, kein Heidi-Deighty und kein Kitsch.
SPEAKER_00Niemals, das bin überhaupt nicht ich. Also, wenn jemand einen Redner sucht, der Täubchen steigen lässt bei Hochzeiten oder die Stimme ganz senkt, betroffen senkt bei Beerdigungen, dann bin ich der Falsche.
SPEAKER_01Ja, Redner. Das erstmal vorweg für alle, die dich noch nicht kennen. Markus Horn, du bist Trauerredner und Trauerredner und einfach freier Sprecher für alle möglichen Anlässe und auch an allen möglichen Orten. Ich war total begeistert über die Liste auf deiner Webseite, wo du überall hinkommen würdest. Quasi eigentlich überall hin, außer auf die Achterbahn.
SPEAKER_00Genau, außer auf die Achterbahn. Mit Achterbahn habe ich so gar nicht. Wenn ich mit meiner Familie ein Freizeitpaar gehe, dann fahren die die wildesten Fahrgeschäfte. Und mir wird es schon ganz anders beim Zuschauen. Also ich glaube, da ein Ja-Wort abzuringen, wäre eine Qual für mich und wahrscheinlich auch für die Gäste.
SPEAKER_01Wobei, du könntest ja unten stehen mit Megafon.
SPEAKER_00Ja, genau. Oder es gibt ja auch so ein nettes Pferdtekarussell oder vielleicht so ein kleines Kinderkarussell. Da wäre es dann durchaus denkbar. Aber nicht, wenn es rückwärts geht oder Überkopf oder vielleicht im schlimmsten Fall auch in einer Kombination aus beidem.
SPEAKER_01Ja, also erstmal auch für meine Hörerinnen und Hörer. Wie kommt es überhaupt dazu? Ich habe ja bisher quasi nur in Anführungsstrichen Geschichtenerzählerinnen und Erzähler eingeladen gehabt und habe dann aber, ich folge dir schon eine ganze Weile auf Instagram und beobachte, was du so treibst und finde es ganz wundervoll. Und habe viele verwandte Themen einfach gesehen und Dinge, die uns, glaube ich, beide begeistern und bewegen. Und dann dachte ich, Mensch, das wäre doch ein toller, spannender Gast. Und insofern, ja, die richtigen Worte müssen wir ja beide finden.
SPEAKER_00Absolut, ja. Ja, wie kommt man zu sowas? Ich glaube, wie so oft im Leben durch die einen wollen sagen, Zufall. Ich sage vielleicht zum richtigen Zeitpunkt gegen das richtige Türchen auf. Du musst dir vorstellen, ich wohne ja in Bad Walzee, ich war auf dem Fußballplatz mitten in Bad Walzee, mein Sohn spielte Fußball und das Handy klingelte. Und am anderen Ende war ein befreundetes Paar. Und die sagen zu mir, hey Markus, wir heiraten und wir möchten gerne eine freie Trauung machen, aber wir kennen niemanden, beziehungsweise alles, was wir so gesehen haben, ist eben Heiti Taiti und Zuckerguss. Aber das sind wir nicht. Könntest du dir vorstellen. Und ich war gerade sehr entspannt und ich bin jemand, der aus dem Bauch heraus reagiert, agiert, einem Bauchgefühl folgt und ich sage es so völlig unüberlegt, ja klar. Und beim Auflegen denke ich, Entschuldigung, also wie blöd kann man denn sein? Noch nie in die Hochzeit gemacht. Ich meine, das ist ja schon auch ein sehr besonderes Ereignis im Leben. Ja gut, aber wenn ich Ja sage, dann sage ich auch B. Dann ziehe ich es auch durch. Und habe mich vorbereitet und es war eine ganz tolle Reise mit diesem Pärchen und habe diese Trauung gemacht und war voll im Glück. Ich war voll in meiner Rolle, ich war voll an dem Platz, wo ich wahrscheinlich irgendwann hätte hinkommen sollen. Und es kam halt jetzt durch dieses Pärchen. Und so kam ich zum Rednertum. Und ich war dann schon so verrückt, Katriona. Ich dachte mir, ach, wenn mir das Spaß macht, dann mache ich doch gleich mal eine Webseite zu und hatte quasi eine Website zu Hause schon fertig und habe die einfach am Montag auf On gedrückt und dachte, jetzt bin ich Redner. Und es lief von Anfang an echt gut. Also es ist schon acht Jahre her, da war das Thema freie Trauung noch nicht ganz so aktuell wie vielleicht heute. Aber so kam das dann von Jahr zu Jahr mehr und ja, irgendwann kam die Trauer mit dazu.
SPEAKER_01Ja, da kommen wir später im Gespräch gerne, gerne dazu. Spannend. Also erstens, ich bin immer wieder fasziniert und da bist du genau eigentlich auch einfach ein Erzähler, genau wie ich und meine ganzen Kolleginnen und Kollegen. Es gibt diesen Moment, eigentlich bei allen von uns. Ich habe noch mit niemandem gesprochen, der mit Worten irgendwie so arbeitet, wie wir das tun, wo das nicht war. Dieses Bäm, ah, das ist es, dafür bin ich hier, das bin ich, hätte ich immer schon sein sollen. Da kriege ich auch Gänsehaut jetzt gerade, während ich spreche. Und das finde ich so spannend, dieses, es ist eine Berufung tatsächlich, so würde ich es bezeichnen. Siehst du das so?
SPEAKER_00Ja, sehe ich auch so. Ich hatte natürlich beruflich sehr viel mit Kommunikation zu tun. Ich war viele Jahre Pressesprecher bei einem privaten Hörfunkscenter. Also ich habe das nicht einfach nur gemacht und dachte, holla hier, ich kann gut reden, ich mache das jetzt. Ich hatte eine gewisse berufliche Vorbelastung. Aber ich bin ein Mensch mit einer großen Empathie, glaube ich. Und diese Empathie stand mir oft im Weg. Oder als Mann vielleicht mehr, wenn man einem Mann, der empathisch ist, der immer gerne sagt, jetzt stellen Sie sich mal nicht so an, Horn, jetzt seien Sie mal nicht so emotional Horn, jetzt seien Sie mal nicht so fühlig, Horn. Und es hat mich in diesem Berufsleben so oft begleitet, dass ich immer gedacht habe, ich bin falsch. Ja klar, ich darf nicht so fühlig sein, ich darf nicht so empathisch sein, ich darf nicht wahrnehmen, wie es Menschen geht. Also für mich war das viele Jahre falsch. Und ich komme plötzlich in eine Situation, wo ich denke, split. Genau dafür habe ich wohl diese Eigenschaft mitbekommen. Weil dieses Empathische hilft mir natürlich jetzt sehr, egal ob bei Hochzeiten oder bei Lebensfeiern. Und ja, ich stimme dir absolut zu. Das musste so sein, dass diese Freunde an diesem Tag in dem Moment an mich gedacht haben. Und ich einfach ja sage. Und so wie du sagst, dieses Gänsehautgefühl, das hatte ich an diesem Tag. Ich war so richtig. Genau, dafür bin ich gemacht. Dafür bin ich wohl, naja, auf der Welt klingt jetzt so ganz groß. Aber dafür bin ich da. Punkt.
SPEAKER_01Klingt für mich gar nicht groß. Also ich habe ja, also ich habe da einfach auch spirituelle Bezüge. Für mich ist das einfach auch ein, ja, wir sind letztlich gerade in so einem Ritualkontext, wie es ja ist. Es ist ja ein Ritual. Anfang des Lebens, Mitte des Lebens, Ende des Lebens, ja Wurst. Dann sind wir letztlich kanal. Das darf man, glaube ich, auch so sagen. Und nur so findest du ja auch die richtigen Worte. Die hirnen wir ja nicht raus. Ich denke, da würdest du mir vielleicht zustimmen. Das kommt ja durch dich durch, passend zu den Menschen, oder?
SPEAKER_00Ich finde es ein sehr schönes Bild, Katriona, Kanal zu sein. Ja, ja, absolut. Ich habe das ganz oft bei Lebensfeiern. Oder wenn ich bei einer Familie bin und egal Hochzeit oder Beerdigung, Beerdigung ein bisschen mehr, da bitte ich immer um ein Bild des Verstorbenen. Klar, bei einem Paar, die sitzen ja vor mir, die fühle ich und die sehe ich. Bei einem Trauergespräch sehe ich und fühle ich ja nur die Angehörigen. Und ich kenne in den meisten Fällen den Verstorbenen nicht. Also bitte ich um ein Bild, das ich mitnehmen darf. Und in meinem Büro, so wie jetzt hier, stelle ich das mir auf den Schreibtisch und sage dann Lieschen, Heinz, Fritz, was auch immer, jetzt schreiben wir dein Leben. Wir zwei. Jetzt gilt's für dich und für mich. Und dann habe ich das Gefühl, ich bin da oft auch in Zwiesprache mit denen. Oder wenn ich dann, kennst du vielleicht auch, man kommt dann so in eine Formulierung und denkt, ah, wie kriege ich den Bogen jetzt? Wie kriege ich den Satz, wie kriege ich dieses Gefühl vermittelt? Und wenn ich da nicht weiterkomme, dann sage ich das Chat-GTP, sondern sage ich Heinz, Fritz, was auch immer, sag mal, hilf mir jetzt. Und ich bin wahrscheinlich ähnlich spirituell wie du oder ich glaube an Dinge, die zwischen Himmel und Erde passieren und Energien, die um uns herum sind. Und ich habe ganz oft das Gefühl, dass genau in dem Moment dann so eine Eingebung kommt. Also ja, Kanal finde ich ein wunderbares Bild, habe ich von mich noch nie so gehört oder so überlegt, aber ja, ja, genau das.
SPEAKER_01Sehr schön. Ja, und da, also wir sind schon mittendrin, wir haben ja eine gemeinsame Bekannte, das ist die Ulrike Hess von Lichtweg. Und ich darf ja auch bei Lichtweg ab und zu einfach mitarbeiten und da geht es mir ganz genau so, wenn wir in der Hege und Pflege sind und da ist es auch, da ist vielleicht der Mensch im Körper noch da. Und das ist eine Zwiesprache, das ist ein gemeinsames Vorbereiten dieses letzten Übergangs. Und es ist für mich total besonders, was ich da auch empfange. Und ich durfte jetzt schon zweimal auch dann beim Traurgespräch mit den Angehörigen dabei sein und konnte dann durch ein, zwei Worte etwas bewirken bei diesen Menschen, das hätte ich gar nicht wissen können, weil ich ja die verstorbene Person gar nicht kannte. Und dann sitzen sie mit großen Augen vor mir, und ja, und dann ist plötzlich dieser Mensch wieder anwesend und wird wirklich nochmal gewürdigt. Das finde ich so toll. Das ist auch ein großes Privileg.
SPEAKER_00Ja, finde ich auch. Das ist ein Geschenk, dass wir das erleben dürfen, dass wir ein Kanal sind, um dein Wort nochmal zu nutzen für solche Dinge. Und vielleicht auch in dieser hochtechnisierten Welt sind Menschen wie du und ich und viele andere vielleicht genau dazu da, um vielleicht auch die Rückbesinnung oder da auch wieder den Bogen in irgendwas zu schlagen, was wir alle so verlernt haben. Ich glaube, wir haben das alle in uns, aber wir haben es halt zur Seite geschoben, weil es nicht en vogue war und nicht schick und schön. Heute wird es ein bisschen aktueller, sei es mit Räuchern oder ähnlichem. Also es finde ich erlebt, dass so eine Renaissance. Aber ja, was für ein Geschenk, um was wahrzunehmen und was zu sagen, wo dich alle wahrscheinlich groß angucken und sagen, wie kommen es jetzt auf diesen Gedanken?
SPEAKER_01Ja. Ja, also wie du sagst, wir haben es so sehr zur Seite geschoben. Ich bin immer wieder recht, was ist denn das Wort dafür, nicht mitgenommen, aber zutiefst seltsam berührt von diesen Räumlichkeiten, wo dann die Menschen aufbewahrt werden, sozusagen, um es ganz unverblümt zu sagen, bis sie dann überführt werden ins Krematorium oder zum Friedhof. Und dann denke ich, das kann doch nicht wahr sein. Also ein Menschenleben ist ja so kostbar. Da sind so viele Erfahrungen, da ist so ein Schatz, das muss doch gewürdigt werden. Was tun wir da, indem wir den Tod so ausblenden, so technologisieren, so verzerren? Und da würde mich total interessieren, du hast ja jetzt schon etliche Jahre einfach Erfahrung damit. Hat sich dein Verhältnis zum Tod gewandelt durch deine Arbeit?
SPEAKER_00Absolut, absolut. Zum einen habe ich Zugang zum Tod. Also vor meiner Tätigkeit als Trauerredner war das ja so weit weg. Ich war ab und zu mal bei einer Beerdigung. Aber auch eine Leiche anzufassen, Verstorbenen anzufassen, passiert heute ja nicht mehr so, weil die Menschen ja nicht mehr zu Hause aufgebaut werden. Also zum einen das Rein Faktische mit dem Tod hat mich natürlich verändert. Aber auch das Bewusstsein für mein eigenes Leben. Was es nicht heißt, dass ich immer nur im Hier und Jetzt lebe und immer nur in der Mitte bin und immer nur vergeistigt bin. Ich habe auch mal Scheißtage, ne? Raus aus meiner Mitte, and where ich denke, oh Gott, was war das jetzt heute? But this is bewusst to machen, so the moments, the clean moments, and for all this by me so that I feel dankbar. For things that are the family that is, for my umfeld. This can you then also in the Ulrike, which often in really traumatic situations, where a complete family system from heart of morning, from yet off now, completely verändert has. Neithm's do you have mal so wie it is? Vielleicht bin ich auch ein bisschen undiplomatischer geworden. Also auch so ein Effekt. Dankbar für mich selber und undiplomatisch in Gesprächen mit anderen, die immer nur jammern. Oder weil ihnen gerade der kleine CW tut. Also ja, ich habe so lange Antworten auf deine Fragen, aber da steckt so viel drin, so viel Botschaft, Mensch, Leute, freut euch doch über das, was ihr habt und was ihr erleben dürft und was wir hier alles so in unserer Kultur haben.
SPEAKER_01Ja, wundervoll. Bitte entschuldige dich nicht für diese wundervollen Antworten, deswegen bist du doch hier. Wir wollen dir doch zuhören.
SPEAKER_00Ich sage immer, die Redner, die reden natürlich auch sehr viel. Es ist gegenüber nicht immer ganz so einfach.
SPEAKER_01Berufsrisiko, da ich auch eine bin, weiß ich nicht zu mir über nicht.
SPEAKER_00Weißt du, ich weiß nicht, wie es dir so geht, aber jetzt haben wir das Glück, dass wir die gemeinsame Bekannte haben, die auf eine besondere Art und Weise ja auch verabschiedet. Zumindest wenn ich so vergleiche zu anderen Bestattern. Ich habe das Gefühl, solche, ich nenne es jetzt schon Wunder, weil manchmal finde ich es echt wundersam, was da passiert. Passieren aber auch nur in einem Umfeld, in dem sie geschätzt werden, in dem sie willkommen sind und in dem sie gesehen werden. Wenn ich auf einer Beerdigung bin, du kennst es ja vielleicht auch, auf den großen Friedhöfen gibt es ja die Kapellenzeit, 25 Minuten in der Aussegnungshalle mit Lied und Rede. Schaffe ich nie. Deswegen stehen sie bei mir hinten immer drin und zeigen auf die Uhr quasi. Und in so einem Umfeld habe ich noch nie was Magisches erlebt. Noch nie. Aber wenn ich merke, dass Bestatter offen sind, dass die Familie offen ist, ich glaube, die suchen sich natürlich auch immer den richtigen Bestatter und den richtigen Redner, dann passiert da so viel.
SPEAKER_01Absolut, natürlich, weil es bleibt ja im Feld. Also, das ist ja mit allem so, wenn ich auf Empfang stelle, dann kommen diese Dinge. Wenn ich aber irgendwo hindrehe, wo ich dafür stumm bin, dann werden die sich nicht zeigen. Also das bin ich ganz bei dir, ja. Also und tatsächlich eine Erinnerung, die ich habe, als meine Großmutter verstorben ist, war das so in Darmstadt auf dem Hauptfriedhof, ja, unglaublich schnell, unglaublich stressig, alle ganz furchtbar mitgenommen. Und ich sollte, durfte ein Lied singen und dann habe ich ganz spontan, zwar im Sommer, im August, habe ich meine Schuhe ausgezogen mit Barfuß durch diese ganze Kapelle nach vorne, habe ich Barfuß vorne hingestellt und habe gesungen, weil ich so stark das Bedürfnis hatte, wir müssen hier irgendetwas tun, was echt ist. Das hat sie verdient. Und es war dann auch wirklich ein Moment lang hat sich es irgendwie geöffnet. Und es ist was passiert. Und diese Abfertigung ist so würdelos und so, ja, das wird niemandem gerecht. Und ich bin sehr froh, dass jemand wie Ulrike da so wunderbar arbeitet, dass Lichtweg irgendwie ein Feld erschafft. Und die Nachfrage, ich freue mich sehr, dass es einfach immer wieder Nachfrage ist, weil es ist was sehr Besonderes. Und mit ihr eine Hege und Pflege machen zu dürfen, ist es wirklich ganz was Besonderes.
SPEAKER_00Ja, finde ich auch. Und auch da merke ich, dass sich da was verändert bei den Bestattern selber auch. Ulrike ist das sicherlich so ein Leuchtturm, aber ich glaube, durch ihre Art inspiriert sie auch so die Region Brunse-Oberschwaben. Und ich bin ja auch regelmäßig mit ihr auf einer Lesetour, auf einer Veranstaltung. Und die Menschen, meiner Erfahrung nach, sind anspruchsvoller geworden bei einer Verabschiedung. Kritischer wäre das falsche Wort, aber anspruchsvoller im Hinblick auf eine Individualität. Die lassen sich nicht mehr so leicht abfertigen mit, so macht man das halt. Und das finde ich toll und ich glaube schon, dass es auch eine Inspiration ist durch Menschen wie Ulrike, durch dich, vielleicht auch durch mich und andere Menschen, die sagen, das darf nicht sein, dass wir innerhalb von 25 Minuten einen Mensch verabschieden. Das kann nicht sein. Das macht mich richtig wütend manchmal.
SPEAKER_01Absolut. Erzähl doch mal ein bisschen. Talk about tot, oder Talk über Tod. Talk about tot. Was genau tut ihr? Ich finde es nämlich ganz wunderbar. Lass mal unsere Hörer ein bisschen teilhaben.
SPEAKER_00Wir lachen immer so und sagen, wir gehen jetzt auf große Tournee, Rom, New York und was auch immer. Es hat angefangen vor drei Jahren, weil ich dachte, ach Mensch, können wir vielleicht mal in einem öffentlichen Raum über Tod sprechen? Oder trauen sich Menschen, über Tod zu sprechen? Und habe mir dann so überlegt, naja, ich kann so ein paar Geschichten beisteuern über den Tod und bestatter natürlich auch. Und kam mit Ulrike ins Gespräch, weil wir damals auch schon geschäftlich miteinander verbunden waren, und sagte, Ulrike, könntest du dir vorstellen, mit mir gemeinsam auf der Bühne zu sein? In der Stadtbücherei, in der Schule, wo auch immer. Und wir haben es gemeinsam zum ersten Mal gemacht in der Stadtbücherei in Bad Waldsee. An einem Samstagnachmittag, April, verregnet mit einer Sängerin gemeinsam. Und im Vorfeld dachte ich, naja, wenn so zehn Leute kommen, wäre das super. Dann habe ich gesehen, dass die Stadtbücherei wahnsinnig aktiv war. Überall hingen Plakate. Da dachte ich, ja ja, durch die Plakate könnten ja vielleicht 20 Leute kommen. Aber das wäre schon mal echt richtig viel. Also lieber mal ein bisschen Tiefstapeln horn und nicht immer gleich so in großen Dimensionen. Aber Ulrike und ich, wir haben gesagt, war völlig egal, und wenn es nur zwei Personen sind, wir ziehen es jetzt einfach durch. Und im Endeffekt kamen über 150 Gäste in die Stadtbücherei Baldewald. Sie war voll, also sie mussten Stühle holen. Und das Format ist einfach ein Gespräch zwischen Ulrike und mit mir, but auch mit den Besuchern. Das heißt, wir haben natürlich schon so ein paar Themenblocke, über die weiter. Ganz faktisch Vorsorge, Hege, also wie verabschiede ich einen Menschen? Was darf ich denn so drumherum? Darf ich ihn zu Hause lassen? Aber auch wie weit stay, welche Geschichten we so links and rechts from their beerdig war natürlich emotional, when men, positiv or negative. It's one nachmittag, man, and a half minutes, where it's intensive. But my error rain and say, it was not so slim, it was not so dunk, I have not so rich get traut, but my friend meant they come, we can this and it was so shit, it was so wohltuend. While we are, and I think it's in context with the toad viel lachen over the things that so passieren. Also wir machen einfach gespräch über this thing, was uns beruflich beschäftigt, was uns als Mensch ja eh alle irgendwann mal trifft, egal ob Familie verstirbt oder we halt irgendwann auch mal selber. Das Schicksal haben wir nun mal alle. Und das kommt bei diesem Format Talk About Tod quasi zur Sprache. Und das mache ich mittlerweile mit unterschiedlichen Bestattern, je nachdem, wo ich gerade bin, mein Biberach, mit Ulrike mache ich es im November in Aulendorf wieder. Also querbeet und immer Musik dabei und immer ein guter Talk und immer ein wunderschöner Austausch.
SPEAKER_01So toll, also es ist mega. Und aus dem Nähkästchen gesagt, ich habe mit einer Bekannten, die auch Rednerin ist, hatten wir diesen Plan, wir wollen auch sowas machen und dann haben wir euer Plakat gesehen und haben gesagt, oh nee, das gibt es ja schon, das machen wir jetzt erstmal nicht. Aber letztlich, ja, lasst uns alle zusammenschließen und es verbreiten, ja. Und Thema Humor finde ich klasse, weil, also als Erzählerin habe ich etliche Märchen mittlerweile und Geschichten im Repertoire zum Thema Tod und die sind oft humorvoll. Es ist ja oft, gibt es irgendeine alte, weise Frau oder irgendeine bisschen skurrile Alte, die halt den Tod austrickst, zum Beispiel, oder sowas. Oder der Tod im Pflaumenbaum, was passiert? Oder der Tod in der Nursschale, was passiert, wenn wir so tun, als gibt es den Tod nicht. Wenn wir den Tod ausschalten, haben wir hier bald völliges Chaos. Und dieses Umgehen mit dem Tod, und das ist auch für mich tatsächlich als Frau, die ist nämlich einfach auch in der weiblichen Tradition, als Erzählerin, als Geschichtenhüterin. Und da wünsche ich mir sehr, dass ich irgendwann, wenn ich wirklich vorangeschrittenen Alters bin, diesen Humor zu Tage fördern kann, um den Menschen auch zu sagen, hey, der Tod könnte unser. Bester Freund sein. Er könnte immer mit dabei sein, damit wir das Leben voll und ganz auskosten. Dankbar sind dafür, es voll erleben. Und dann, wenn er dann kommt, sagen, hallo alter Freund, ich komme mit.
SPEAKER_00Ja. Du kennst wahrscheinlich, ich kann es schlecht aussprechen, weil ich nicht Bayerisch spreche, den Bohrhandelkramer. Kennst du das?
SPEAKER_01Nee, tatsächlich.
SPEAKER_00Mit dem Bulli, also Bully Herwig quasi, der den Tod spielt. And er wird auf die Erde geschickt. Und der HP Kerkeling ist der Teufel. And also er schickt ihn quasi los. Er muss jetzt manche upholen. Er macht er mit dem einen Deal and macht mit dem einen Deal. And of this reise over the earth, where halt so many schon mitnimmt and manche noch ein bisschen lässt, verliebt er sich. So. And it's so wonderful gespielt, weil es ein centrales Thema of so humorvolle art and we have to beleuchtet. Also ich kann jedem nur empfehlen, der man über den Tod lachen möchte, diesen film anzuschauen. Wie gesagt, mein Bayerisch ist nicht vorhanden, der Borangelcramer, irgendwie sowas. Aber wenn a bully herbig eingebeim und aborendelkramer irgendwie eintippt, wird es ganz bestimmt kommen. Ja, und auch dich in der Tradition einer Frau, einer weisen Frau, die sagt, irgendwann mag ich den Humor und vielleicht auch den Tod als hey, alter Freund, begrüßen. Das geht ja nur, wenn ich ihn kenne und wenn ich mich damit auseinandersetze, wenn ich mit ihm ins Gespräch gehe im Endeffekt. So wie alte Freundschaften ja auch entstehen. Durch den Kontakt auch schön. Und Geschichten erzählen, ich glaube, das war schon immer für die Menschen wichtig. Also vor hunderten von Jahren wahrscheinlich noch viel mehr, um Nachrichten auch zu bekommen und zu hören, was draußen passiert.
SPEAKER_01Ja, Nachrichten und eben auch solches Wissen, ja, was wir vorhin gesagt haben, was so sehr verloren gegangen ist. Wir schieben das alles weg von uns, weil es uns auch nicht mehr übermittelt wird. Wir sitzen nicht mehr am Lagerfeuer und hören die alten Mythen, die großen Sagen, das sind ja alles Codes, ja, das sind ja eigentlich letztlich Codierungen von Menschheitswissen. Und die irgendwie weiterzugeben. Ich hatte letzte Woche eine Podcast-Aufnahme mit meinem englischen Podcast, mit einer schottischen Kollegin. Da hatten wir eine bulgarische Erzählerin da und die hat berichtet, ja, dass eben die mündliche Erzähltradition in ihrem Land ist, tot. Also da ist fast nichts mehr zu finden und man findet aber noch Ritual. Und daran angeknüpft findet man dann manchmal alte Menschen, die noch, ah ja, da war doch dieses Märchen oder da war doch irgendwas. Und sie ist sehr da unterwegs, das wieder zu beleben, einzusammeln, weiterzutragen, weil das die großen Wahrheiten sind, die seit Jahrtausenden auf diesem Planeten gelten. Es ist einfach so. Und dann braucht man nicht über Ansichten streiten. Es gibt einfach ein paar Gesetzmäßigkeiten, die sind kosmisch. Und die tragen wir weiter durch Erzählung, durch Ritual, so wie du es tust, ja, dass das eben echt ist, dass es wertschätzt und würdigt und dieses Gespräch mit dem Tod einzugehen. Ich habe auch eine Freundin, die hat sich selber eine Urne getöpfert und die steht bei ihrem Wohnzimmer. Ja, und sie lebt täglich damit und die hat einen zwölfjährigen Sohn und der geht damit um und schon ist es nicht mehr so gefährlich.
SPEAKER_00Ja, Alltag. Es ist Teil unseres Lebens, unseres Alltags. Und die anderen würden sagen, ja, da habe ich aber jeden Tag den Tod vor Augen. Ja, haben wir ja auch. Nichts anderes bedeutet unser Leben, damit halt auch konfrontiert zu sein, jeden Tag im Unterbewusstsein. Und ich finde, manchmal auf eine Urne zu schauen, kann einen ja auch wieder erden und ein bisschen einorden, was wirklich wichtig ist im Leben.
SPEAKER_01Ja, und stell dir vor, wir würden wirklich jeden Morgen uns klar machen, wow, ich kann heute Abend schon nicht mehr da sein.
SPEAKER_00Ich habe vor kurzem Lutz beerdigt in Bad Zaulgau drüben. Der ging nachmittags aus dem Haus, wie immer, zum Sport, zum Joggen, kam dann nicht mehr. Seine Frau war dann schon etwas unruhig, weil sie gespürt hat, irgendwas passt nicht. Und während sie am Recherchieren war, wo Lutz vielleicht sein könnte, wer ihn vielleicht gesehen hat, hat es draußen geklingelt. War die Polizei vor der Türe und sagt, man hätte einen toten Mann gefunden in der Nähe des Hauses, geschrieben, es war Lutz. Und sie sagt, dieses, er ging einfach und kam nicht wieder, das findet sie das Schlimmste überhaupt. Der Tod an sich sagt sie, ist schön für ihn. Also wie wir es uns alle wünschen. Aber dass der einfach aus dem Haus geht und sagt, also tschüss, bis nachher. Und das nachher gibt es nicht mehr. Das nächste Mal sieht sie ihn tot im Krankenhaus. Das sagt sie, hat sie zutiefst getroffen.
SPEAKER_01Ja, absolut. Das ist so irre, wie unwiederbringlich es halt ist. Ich habe auch ein Lied dazu geschrieben, was sich immer wieder in meine Konzerte einflächt. Das heißt keine Chance. Und es ist genau dieses, ja. Es ist auch entstanden, ich kriegte einen Anruf, dass ein guter Freund in Berlin von einem Lastwagen erfasst wurde und weg. Einfach weg. Und du kannst es, wir können es nicht wiederherholen, zumindest nicht in diesem Leben. Und mögen wir doch dementsprechend leben und miteinander umgehen.
SPEAKER_00Das wäre das Schönste, wenn wir daraus lernen, gut miteinander umzugehen. Auch mal ein bisschen zanken und Konflikt und streiten. Menschlich und normal. Aber doch im Grunde genommen vielleicht versuchen, gute Menschen zu sein.
SPEAKER_01Ja, und lass uns doch jetzt mal den Schwenk machen zum Thema Trauungen. Kein Zuckerguss haben wir festgestellt, kein Heiti-Teiti, aber dennoch ganz viel Liebe. Und erzähl doch mal, mich interessiert vor allem, ich hatte die Frage: Kannst du sagen, was war die skurrilste Trauung, die du je begleiten durftest, wo du selber auch gemerkt hast, wow, das war jetzt wirklich nicht ganz von dieser Welt?
SPEAKER_00Ja, fand in München statt, mit allem drum und dran, Hintergrund, Schloss, Weddingpläne, also eigentlich gar nicht so, was ich bin, dieses perfekte Inszenieren wenig den Zufall überlassen. Und was ich sehr skurril fand, als dann das Ja-Wort gesagt wurde und es darum ging, sich die Ringe anzustecken, kam ein Tätowierer auf die Bühne. Also da wurde tatsächlich eine Bühne aufgebaut für dieses Brautpaar. Und er hat ihn dann live während der Trauung die Ringe tätowiert. Das fand ich wirklich sehr skurril, Katriona. Da dachte ich so, ja, okay, kann man machen. In Klammer muss man nicht.
SPEAKER_01Muss man nicht.
unknownSpaß.
SPEAKER_00Das fand ich schon sehr speziell. Ansonsten habe ich keine großen, skurrilen Geschichten, wo ich vielleicht weggehe und denke, was war das jetzt? Natürlich mal sehr unterschiedlich von der Inszenierung. Feuerwerk gibt es mir mittlerweile auch ganz gerne tagsüber. Also man nennt es irgendwie mal Firewall, also dass es im Hintergrund Zischbombang macht und dann so bunte Farben rausfliegen. Das hatte ich letzte Woche am Freitag auf dem Stadtsee, also im Bootshaus, im Bad Waldsee.
SPEAKER_01Ja, wo das Wetter gerade auch irgendwie mit hat. Ich habe es genau beobachtet.
SPEAKER_00Ja, ja, oh Gott, oh ganz schrecklich, ja. Zwei Minuten vor 14 Uhr fing es an, nochmal kurz zu regnen oder zu tröpfeln. Aber es war alles perfekt, war schön. Aber es ist so ganz skurril, ich glaube, das mit dem Tätowieren, das fand ich besonders skurril.
SPEAKER_01Ja, und sonst, wie ist es so für dich mit den Trauungen und der Liebe und den Menschen, die dann da sind? Also tendenziell sind ja Menschen bei Hochzeiten recht herzensoffen. Aber ja, wie geht's dir, wenn du sowas vorbereitest?
SPEAKER_00Ich bereite gerade eine Hochzeit vor, die ich jetzt am Samstag habe in Baden-Baden. Ein ganz tolles Paar. Also Paare sind ja auch unterschiedlich, wie Menschen unterschiedlich sind. Bei manchen Paaren denke ich manchmal, eben alles ins Zenier, da muss alles perfekt sein. Und jetzt am Samstag habe ich ein Pärchen, die sind extrem unterschiedlich, aber in ihrer Unterschiedlichkeit ein wahnsinnig starkes Paar. Auf die freue ich mich sehr. Also da sitze ich jetzt auch heute Nachmittag da und habe Trauerurkunde ausgedruckt und habe auch ein Grinsen im Gesicht. Also ich freue mich immer, ich glaube, ich habe das Glück, dass ich die Paare anziehe, die zu mir passen oder zu denen ich auch passe. Es sind immer so, fast immer ganz entspannte Paare. Ich mag aber schon auch so ein bisschen einen Trend, dass diese Hochzeiten so Pinterest oder TikTok orientierter waren. Also es muss hier sein und da sein. Und dann vielleicht manchmal so ein bisschen diese Liebe oder Grund, warum sie Ja sagen, ins Hintertreffen geht. Aber es ist natürlich immer schön. Ich komme so eine Stunde vorher aufs Gelände, um klar meine Sachen aufzubauen, meine Technik aufzubauen, aber vor allem, um diese Atmosphäre aufzunehmen. Wie sind die Menschen? Wie gesprächig sind die? Und da gibt es auch immer tolle Geschichten im Vorfeld. Ganz oft kommt eine Oma, Fraut oder Bräutigam zu mir und sagt, Gell, sie sind kein Pfarrer. Dann lache ich immer und sage, nein, ich bin kein Pfarrer und denke für mich, und dich krieg ich. Und die kommen dann aber im besten Fall und bisher eigentlich immer hinterher zu mir und sagen, aber es war auch schön.
SPEAKER_01Das haben sie vielleicht gut gemacht, ey.
SPEAKER_00Genau so. Und über sowas freue ich mich extrem. Weil die natürlich da hingehen und denken, ah, Kirche, weiß auch nicht. So, na, freie Trauung, was ist jetzt Audes? Ist das schau was Netz? Also ich erlebe da einfach wahnsinnig viele Menschen, die so herzlich sind und kommunikativ sind und klar, Hochzeit ist immer ein schöner Anlass. Aber auch danach, dann bleibe ich halt so ein bisschen und stoße mit den Gästen auch an und vor allem natürlich auch mit dem Brautpaar. Und ich mag das teilzuhaben an diesen Familien. Man spürt auch, wird dir ähnlich gehen, man spürt schon, sind die gut miteinander? Oder gibt es da vielleicht auch irgendwelche Animositäten untereinander? Das spürt man nicht nur bei Trauer, sondern auch bei Trauungen. Wie sind die Familien untereinander? Und das finde ich immer so interessant, so dahin zu kommen und dann zu sehen, ach, die haben alle Spaß. Auch beide Familien vermischen sich schon oder sind die so ein bisschen auf Distanz. Also Hochzeiten sind schon toll. Ich werde oft gefragt, was mache ich lieber, Hochzeit oder Beerdigung? Das kann ich so nicht sagen. Ich finde es wertvoller für mich sind Lebensfeiern, also Beerdigungen. Ich sage ja Lebensfeiern dazu, weil ich glaube, ein guter Schluss so wichtig ist. Und einen Schluss gibt es nur einmal. Gute Hochzeit im besten Fall auch. Aber es könnte ja sein, dass man vielleicht nochmal irgendwann heiratet oder vielleicht ein E-Jubiläum feiert. Also, ja.
SPEAKER_01Zweimal sterben ist unwahrscheinlicher.
SPEAKER_00Eher selten.
SPEAKER_01Ja, ja. Wow. Spannend.
unknownTotal.
SPEAKER_00Aber immer sind es große Emotionen. Also es sind, wie du es vorhin ja auch schon gesagt hast, es sind immer wichtige Lebensereignisse. Und ich glaube, wir beide oder Menschen, die vielleicht in diesem Bereich tätig sind als Dienstleister, müssen sicher auch der Verantwortung klar sein, die man so hat. Egal an welcher Position. Vom Musiker bis hin zum Sektempfang, vom Redner bis zur Location, keine Ahnung. Wir haben alle eine wahnsinnige Verantwortung, egal was da jetzt passiert, was der Anlass ist, dass wir zum Einsatz kommen. Davor habe ich manchmal Respekt und bin ehrfürchtig. Wenn ich dann so losfahre zu einer Trauung, denke ich, wow, jetzt habe ich es in der Hand. Also ich bin ja quasi mit dieser Stunde Trauung, bin ich als Sprungbrett hinein in diesen Hochzeitstag. Und wenn ich es verkacke, dann wäre es schade. Also toi, toi, toi, ist mir glücklicherweise noch nie passiert. Aber man weiß ja nie, ich bin ja auch nur ein Mensch, es kann ja auch mal schief gehen. Und davor habe ich schon großen Respekt. Also ich, um deine Frage zu beantworten, große Vorfreude, oft schmunzlich in der Vorbereitungsphase, wenn ich meinen Koffer packe, aber schon auch ehrfürchtig und mit Respekt. Es wird nie einfach nur ein Job sein.
SPEAKER_01Ja, richtig so. Also voll finde ich super stimmig und gebe ich auch immer so weiter, wenn ich zum Beispiel Erzähler ausbilde, ja, dass diese Verantwortung, die wir haben, wir arbeiten mit dem Unsichtbaren letztlich. Du arbeitest mit einem sakralen Raum. Und dann ist egal, ob du jetzt als Pfarrer betitelt wirst von irgendwem oder nicht, ja, es ist letztlich, die Aufgabe bleibt die gleiche und ist seit Jahrtausenden heilig. Wenn zwei Menschen so ein Versprechen abgeben, dann gehört das auch in einen geheiligten Raum hinein. Und es wäre furchtbar, wenn man dann hingeht und so, ja, ja, wird schon.
SPEAKER_00Ja, reiße ich so runter und dann kriege ich meine Gage und dann gehe ich wieder und alles fein. Das fände ich schwach. Also ich glaube, wenn ich mal so weit sein sollte, höre ich auf.
SPEAKER_01Doch sollen wir dann sagen.
SPEAKER_00Ein Ende gekommen. Ja, das funktioniert so nicht. Oder ich weiß nicht, wie du dich siehst, ich sehe mich oft ja auch nicht als Redner, sondern als Zeremonienmeister. So wie du vielleicht auch als Geschichtenerzählerin, ja die Menschen auch durch etwas durchleitest, ihnen Bilder in den Kopf vermittelst, ihnen Bilder ja auch schenkst. Und das tun wir ja auch. Und egal ob ein Pärchen oder eine Familie an die Hand zu nehmen und zu sagen, ich leite dich da jetzt durch, weil aufgeregt sind sie beide. Ich bin euer Anker, ich bin eure Verlässlichkeit jetzt in dieser Stunde. Ihr müsst an gar nichts denken, außer an freut euch, ans Jawert oder trauert. Und den Rest mache ich dann. Also finde ich schon, ja, dessen muss man sich bewusst sein.
SPEAKER_01Absolut, ja. Also Raumhüter zu sein auch.
SPEAKER_00Auch schön, auch schönes Wort, Raumhüter, ja, absolut. Ja, finde ich auch.
SPEAKER_01So geht es mir jetzt auch bei den Schlossfestspielen in Waldsee, ja, dass ich da einfach merke, ich halte einen immens großen Raum da gerade. Und ich bin hier zu Hause tagsüber so müde, ist unfassbar. Und ich frage mich ganz einfach, bin ich denn so müde und dann denke ich, ja, warte mal kurz, ja, okay. Ja, und es ist zum einen meine Schauspielenden, ja, die halte ich, aber dann auch natürlich alle, die dann da hinkommen und diese riesige 1100 Jahre Geschichte irgendwie da eintauchen. Das ist einfach ein sehr großer Raum.
SPEAKER_00Absolut. Ich bin sehr gespannt. Ich freue mich so drauf.
SPEAKER_01Ja, sehr gut.
SPEAKER_00Ja, wir haben uns schon Karten gekauft.
SPEAKER_01Das ist ja wunderbar. Ich musste auch gerade denken, wir haben ja eine Figur, ist ja die Standesbeamtin. Und die kommt so in deine Richtung so ein bisschen. Da gibt es eine Stelle im Stück, die ist so süß, wo sie dann halt sagt, man müsste in dieses Theaterstück ja doch die Liebenden mit reinnehmen und sie stellt sich das dann so bildlich vor, so er ruhig wie der Stadtsee, sie total aufgeregt. Und dann, ja, und so. Und ja, diese Momente, die das Leben ja auch ausmachen, die dürfen wir dann begleiten und das ist schon mega.
SPEAKER_00Ja, und auch du es als Geschichtenschreiberin von den Schloss Festspielen, als Regisseurin, aber auch als Mensch, der mit Familien in Kontakt ist, auch die Zwischentöne zu hören. Also es geht ja bei Trauer manchmal auch darum, dass der Mensch vielleicht nicht unbedingt der große Sympathieträger war. Und vielleicht tendiert jemand dazu, das unter den Tisch fallen zu lassen. Aber man spürt, dass man gerade so ein falsches Bild vermittelt bekommt. Also da auch dran zu bleiben auf eine gute Art und Weise, weil wir vorführen wollen wir ja auch niemanden, aber halt auch ehrlich sein. Dinge gut verpackt, aber auch vermitteln, dass die Menschen sagen, ja, ja, so war er. Ich habe einmal bei einem Traubergespräch, relativ am Anfang meiner Anführungszeichen Karriere, da ging die Tür auf und die Frau sagt zu mir, eins kann ich Ihnen sagen, mein Mann war ein Arschloch. Hallo, schön Sie zu. Ja, okay. Und dann saß ich da drin und sagte, ich kann Ihnen gar nichts Gutes über meinen Mann erzählen. Aber machen Sie was Schönes draus. Ich dachte leid, nur sagt, was war das jetzt, ne? Das war herausfordernd, aber natürlich auch sehr extrem. Aber wir sind ja alle Menschen, wir haben gute Seiten und wir haben schlechte Seiten, wir haben gute Eigenschaften und vielleicht weniger gute Eigenschaften. Und all das macht uns ja als Mensch aus und dann vielleicht auch als Geschichtenerzählerin, so wie du, als Redner so wie ich, das gut zu formulieren, gut zu beschreiben, eine Szene jetzt in deinem Fall, gut zu entwickeln, dass es eine Botschaft hat, aber keiner sich auf den Schlips getreten fühlt. Das finde ich so die Herausforderung oft.
SPEAKER_01Wir hätten eigentlich noch einen Lehrgang in Diplomatie gut gebraucht, alle.
SPEAKER_00Unbedingt, unbedingt, ja. Das wäre manchmal ganz gut.
SPEAKER_01Ah, schön. Ja, ich überlege gerade, was ich noch gelesen habe, auch über dich. Tatsächlich, die Bühne ist dir auch nicht fremd, habe ich gelesen. Du warst als Kind auch schauspielend tätig, hast Märchen aufgeführt und so. Wie stehst du heute zu Geschichten im weiteren Sinne? Also liest du viel, schaust du Filme, was beschäftigt dich außerhalb der Rednerei sozusagen?
SPEAKER_00Ja, ich liebe Geschichten. Ich lese ganz viel, liegt aber vielleicht auch an meinem beruflichen Wörtergang, dass ich nicht nur beim Radio war, sondern viele Jahre auch in einem literarischen Verlag gearbeitet habe. Ich war schon als Kind, glaube ich, sehr tief in Geschichten drin. Das war so meine Welt. Ich bin auf dem Land groß geworden, da gab es nicht so viel Abwechslung, außer man war draußen beim Spielen, das war natürlich schon. Aber ich habe früh gemerkt, dass diese Bücherwelt mir ganz neue Welten eröffnet. Und Bücher oder E-Books heutzutage, E-Reader, begleiten mich immer schon. Und das ist ein ganz großer Teil meines Lebens. Ich gehe wahnsinnig gern ins Theater, lasse mich mitnehmen in eine Reise oder auf eine Reise, in eine andere Welt, in andere Gedanken, in andere was auch immer. Das brauche ich schon. Kino, ja, finde ich auch gut. Ich lasse mich gern verzaubern von, im wahrsten Sinne des Wortes, von Science Fiction. Aber weniger Star Wars. Ich war ein großer Fan von Harry Potter, also immer noch, wobei es natürlich viele Jahre her ist. Aber ich mag an solche so ganz andere Welten, die ich natürlich noch nie erlebt habe, weil sie Science Fiction sind. But that finde ich schon spannend. But alles, oder andersrum is mir egal, woher eine Geschichte kommt, ob sie real ist, auf einer Begebenheit basiert oder völlig aus der Fantasie heraus. Eine gute Geschichte is for me, when in my Kopf Bilder entstehen. When ich also wie du jetzt gerade die Standesbeamtin erzählst oder beschreibst, die habe ich for mir, wie sie dann so da steht, vielleicht mit einem Dudt oder keine Ahnung, aber es passiert ein Bild oder it's ein Bild in mir. And when this jemand schafft in einer Erzählung über ein Buch, über einen Film, dann hat er mich. Dann tauche ich ein und dann bleibe ich auch dabei. Ich bin sehr bildhaft veranlagt. Es muss in meinem Kopf was passieren. Und wie ihr schon gesagt habt, bin ja auch ein empathischer und emotionaler. Es muss mein Herz berührt werden und im Kopf muss es Bilder geben, dann bin ich dabei. Ich liebe Geschichten.
SPEAKER_01Du hast ein Kind, habe ich gelesen.
SPEAKER_00Ja, Paul, mittlerweile 22 Jahre alt.
SPEAKER_01Hast du dem vorgelesen oder Geschichten erzählt, als er kleiner war?
SPEAKER_00Immer. Es war also unser Ritual. Also jeden Abend hat er entweder von mir was vorgelesen bekommen oder von der Mama. Und er durfte sich immer ein Buch aussuchen. Und dann hat es ein Hochbett, dann hochkrabbelt zu ihm hin und wir haben gemeinsam die Geschichte weitergelesen. Und jetzt erzählt er unter uns auch was. Es kam natürlich Abende, da war ich sehr müde und dachte, oh, jetzt auch noch eine Geschichte vorlesen. Ich weiß auch nicht. Naja, machen wir halt schnell und überspringen vielleicht den ein oder anderen Absatz. Und er hat es jedes Mal gemerkt. Jedes Mal, sagt er, Papa, das kann es aber nicht sein. Er hat mich jedes Mal erwischt, wenn ich es kürzer machen wollte, und dachte, naja, Kind schläft eh gleich. Der war voll mit dabei. Der ist ähnlich wie ich. Der war auch immer ganz fasziniert, ganz still, ganz ruhig bei den Geschichten. Liest heute nicht mehr so viel, aber ich glaube, das liegt einfach an der Generation, ihr Handy orientiert. Aber für mich war es wichtig, ihm zumindest in der Phase, in der ich Einfluss auf ihn habe, ihm die Welt der Geschichten, die Welt der Bücher zu öffnen. Er war, wie hieß, der Büchertieb oder irgendwie sowas. Weiß ich nicht mehr, wie es hieß. Das fand er damals, er war so sechs oder sieben Jahre alt, das fand er so faszinierend, dass er auch in diesem Kostüm dann zur Fassnacht ging. Also von dieser Hauptfigur. Das war echt toll. Das fand ich sehr schön.
SPEAKER_01Bist du ein Narr? Bist du ein Farßnetzmensch?
SPEAKER_00Ja, ich bin ein Schrettele und ein Schorrerweible.
SPEAKER_01Oh wow.
SPEAKER_00Also ich bin ja, ich komme nicht aus Walze, ich komme aus Rabensburg und also dann aber hierher gezogen sind, wenn meine Frau hier aus der Region kommt, war ich zum ersten Mal in Walze auf der Fassnacht, auf der Fastnet und habe diese hunderte von Schrettele gesehen und dachte, das will ich auch. Und habe mich dann natürlich ein paar Jahre lang beworben, ein paar Jahre lang Absagen bekommen. Und irgendwann war das dann soweit. Und ich hatte meinen Schrettle. Und wie es halt so ist, irgendwann, ich bin ja Mitte 50, so ein Schrettelesprung ist dann doch auch anstrengend. Und mein Sohn springt ab und zu Schrettele mit meinem Haus. Und ich habe mich dann dafür entschieden, auch nochmal ein Shoreweibel herzunehmen. Und in Bad Walze, in der Haus verasnet, bin ich eher ein Schorreweible, weil ich das sehr gerne mag. So ein bisschen mit den Leuten reden, Bilder erzeugen, Geschichten erzählen. Das ist ja im Endeffekt auch eine alte, weiße Frau aus dem Genre. Nichts anderes. Da haben wir es ja wieder, Mensch. Und ich mag beides. Schrettele und Genreweible, rein konditionell, vielleicht mittlerweile ein bisschen mehr das Genreweible.
SPEAKER_01Ja, ich muss ja gestehen, also Waldsee hat mich ja, also Waldsee verändert gerade mein Leben. Es beginnt sogar mich für die Fasnette zu begeistern, weil das ja auch fürs Stück einfach relevant war und wir jetzt da auch tatsächlich Unterstützung haben von etlichen Akteuren und Akteurinnen. Und ich finde es schon auch besonders, ne, wieder von wegen Tradition, Geschichten, Weiblichkeit, dass eben in Waldsee keine Hexe verbrannt wird. Dass es keine Hexen sind. Finde ich außergewöhnlich und macht es mir auf jeden Fall leichter, mich da auch anzudocken und damit zu arbeiten. Weil ich das schon, also ich finde das recht bedenklich, dass das immer noch so Teil der Folklore ist, unhinterfragt, immer weiter dieses Bild. Die Macht von Bildern, haben wir ja besprochen. Und das ist, also Waldsee ist wirklich eine Perle, muss ich so sagen.
SPEAKER_00Wie lange bist du schon in Waldsee?
SPEAKER_01Ich wohne ja nicht da, ich wohne in Schlier, aber ich arbeite jetzt eben an der Produktion seit August letztes Jahr, also seit August 25. Und so langsam wachse ich richtig rein in die Stadt. Also es ist so, ich genieße es wirklich total. So, so schön.
SPEAKER_00Kann ich auch bestätigen. Ich finde, diese Stadt hat so eine schöne Mischung aus Tradition, also auch bewusst, Tradition zu leben, auf eine gute Art und Weise. Farst Nacht sieht man es ja am besten oder fast nicht. Aber auch so eine Weltoffenheit. Ich denke manchmal so, ich habe so die ersten Jahre in Waldsee-Rabensburg so sehr vermisst. Den Besuch auf dem Wochenmarkt am Samstag, dieses Gefühl von May, könnte fast schon Italien sein. Und ich finde, Waldsee hat schon auch ganz vieles in dieser Richtung. Allein schon durch die beiden Seen, klar, aber die Menschen sind eben auch so weltoffen und man kennt sich, das mag ich ja auch, so kurz einen Schnack zu halten auf dem Markt oder vielleicht kurz in einem Kaffee zu sitzen, im legendären Charda oder wo auch immer, was zu trinken. Aber jetzt halt auch zu sehen bei diesem Jubiläum, ich habe gerade gestern zu meiner Frau gesagt, da passiert gerade so wahnsinnig viel in dieser Stadt. Die Schlossfestspiele, die ist ja, wenn ich es richtig verstanden habe, regelmäßig geben soll, vielleicht die kommenden Jahre. Ich drücke die Daumen. Dann das Woodlake Festival, habe ich heute ein Plakat gesehen, dieses Miteinander abends festbauen, einmal die Woche oder alle paar Wochen, also wo ich denke, wow ja, Jubiläumsjahr, aber wie toll, da macht jemand was. Da sind Menschen, die handeln, die Macher sind und Dinge ausprobieren, weil es könnte ja auch gut werden.
SPEAKER_01Ja, absolut. Also ich mag den Spirit auch immens gern. Das ist so einfach frisch. Frisch und zugleich irgendwie geerdet, ja, und das ist toll.
SPEAKER_00Ja, so. Das finde ich auch eine wunderschöne Mischung und ich bin total gern hier.
SPEAKER_01Sehr schön. Ja, vielleicht kommen wir Richtung Ende des Gesprächs. Gibt es noch irgendwas, was du gerne berichten magst, was vielleicht auch Menschen, die dich noch nicht kennen, dich vielleicht mal buchen dürfen, wissen sollten, was du dir wünschst für deine nächsten Jahre. Gibt es irgendeinen Ort, wo du gerne mal eine Trauung halten möchtest? Oder so? Kannst du ja mal reinspüren, ob noch was zu teilen ist.
SPEAKER_00Ich war heute ganz schön frech. Auf Instagram wurde mir ein Video angezeigt, Reel angezeigt, das sucht eine Deutsche, die am 17. Juli diesen Jahres in New York heiratet, einen deutschsprachigen Trauredner, quasi wortgemäß oder sinngemäß, ohne Heidi Tight, ohne Zuckerguss. Da dachte ich, hallo, diesen Satz kenne ich, das kann ich. Und habe ihn geschrieben, ach, wie wär's denn mit mir? Und da kam von ihr eine Antwort, ich würde dich sofort buchen, aber wir brauchen jemanden, der in New York wohnt, weil sie eben auch in New York wohnen. Und da dachte ich, ach, so eine Hochzeit und New York fände ich schon mal ganz cool oder so. Aber auch schon am Komersee wäre auch mal schön. Also Liebes Universum, New York fände ich cool, Komersee fände ich gut, aber eigentlich, bis auf die Achterbahn, eigentlich überall. Aber nie Kschistich Shasti, nie Zuckergussenheidi, sondern schön, persönlich und direkt. Oder das wünsche ich eigentlich allen Brautpaaren, aber auch allen Familien, die jemanden verabschieden. Macht's persönlich. Zeigt euch, zeigt eure Liebe, zeigt das Leben, lasst euch nicht in ein Korsett pressen. Macht nicht Dinge, weil man sie halt so macht, oder weil sie jetzt irgendwie alle auf Instagram und Co. machen. Macht nur Dinge, die zu euch passen. Hört auf euer Bauchgefühl. Und auch wenn der Redner sagt, das könnte man so machen, es passt nicht zu euch, dann sagt nein. Ich bin für euch da. Und ich würde mich freuen, wenn ihr noch viel mehr diese Variante nehmen würden und sagen, ich nehme einen freien Redner. Oder das wäre tatsächlich ein Wunsch an alle, die da draußen jetzt vielleicht zuhören und einen Bezug zur katholischen Kirche haben. Das formuliere ich jetzt ganz bewusst. An die Pfarrer und die Pastoren oder Pastoren sind ja evangelisch. Traut euch doch mal vielleicht in combination mit uns eine Verabschiedung zu machen. Denn da spüre ich durchaus einen Wunsch von ganz vielen, die diese Riten hätten. Riten sind, glaube ich, auch ganz wichtig. Vielleicht die Riten aus der Kirche, but die Rede, die persönlich zugeschnitten ist. And I have this immer wieder and erlebt es leider immer noch, dass es nicht gut ist. And jetzt, wo ich gerade darüber spreche, denke ich, das wäre meine Hauptbotschaft oder ein Wunsch. Lasst uns doch Dinge gemeinsam tun. Ich glaube, da können wir noch gemeinsam viel mehr Menschen glücklich machen und ein ganz rundes Paket stricken. Und darum geht's doch. Berührt mich jetzt gerade selber Katriona, wo ich denke, ja, den Wunsch habe ich. Botschafter außen, lasst uns Dinge gemeinsam tun, ihr lieben Kirchenvertreter und Menschen. Von beiden Elementen das Beste rausnehmen und was gemeinsam gestalten.
SPEAKER_01Dein Wunsch in das Universums ohr, Gottesohr, Göttinohr, wer auch immer da so zuhört. Ja, und vielen Dank dir fürs Gespräch, Markus Horn. Ihr Lieben, ich verlinke euch natürlich alles vom Markus hier unten drunter, Webseite und so. Also bitte sucht ihn auf, verfolgt ihn auf Instagram, heftet euch an seine Fersen. Und sollte es Bedarf geben zum Feiern, welcher Art auch immer, dann denkt an ihn und schaut mal rein, ob es für euch stimmig ist.
SPEAKER_00Vielen Dank für die Einladung an dich, Katriona, für das Gespräch.
SPEAKER_01Das war mir eine Herzensfreude. So schön. Gerne wieder.
SPEAKER_00Sehr gerne. Danke dir.
SPEAKER_01Das war die 11. Episode vom Story Medicine Podcast. Zu Gast Markus Horn. Danke, dass ihr zugehört habt. Wenn ihr Lust auf noch mehr Geschichten, Sagen, Mythen und Märchen habt auf Story Medicine, auf Breathwork oder Einzelcoaching, dann schaut sehr gerne auf meiner Webseite vorbei. www.katrionablanke.de. Ihr könnt mir auf Instagram folgen, ich freue mich, euch dort zu treffen. Und ihr könnt einchecken in meine Telegram-Gruppe Story Medicine Tribe. Ganz besonders möchte ich euch auch einladen zu den ersten Bad Walzier Schlossfestspielen. Das Stück Heimatnei wird dort unter meiner Regie am 10. Juli Premiere feiern. Bis dahin alles Liebe zu euch, Eure Katrina.