Kick-off Call - Insights aus dem Legal Workstream

Innovation durch Austausch! Sonderausgabe: Live von der innoSTA (#41)

ROHDE BAIER Rechtsanwälte PartmbB Episode 41

Mut, Timing, Kontakte: Wer bringt die nächste große Idee ins Rollen? Wir eröffnen die Podcast-Saison 2026 mit einem echten Highlight: Unsere erste Live-Aufzeichnung vor Publikum. Wir waren mit dem Kick-off Call by ROHDE BAIER Rechtsanwälte zu Gast auf der innoSTA, der Gewerbemesse im Landkreis Starnberg.

ROHDE BAIER Gründungspartner Dr. Johannes Baier hat mit Stephan Eck, Geschäftsführer, eMoSys GmbH und Christian Velbinger, Gründer, The Royal Jungle zwei spannende Gäste auf dem Panel zu Gast und diskutiert: „Innovation durch Austausch: Wie gestaltet sich Innovation durch Netzwerkbildung?"

Zu Gast ist Stephan Eck, Geschäftsführer, eMoSys GmbH, der zur Übernahme des Starnberger Elektromotorenentwickler eMoSys GmbH durch MTU Aero Engines spricht. Die Frage „Wie viel Exklusivität braucht Innovation?“ beantwortet uns Chris Velbinger, der uns davon berichtet, wie er mit The Royal Jungle die klügsten Köpfe Münchens kuratiert.

Natürlich landet das Gespräch bei KI: Wo automatisiert sie Routinen in Recht und Steuern, wo bleibt der Mensch unersetzlich, und wie unterstützt sie Engineering, Testing und Predictive Maintenance, ohne Zertifizierung und Sicherheit zu unterlaufen? Die Antworten sind pragmatisch: KI als Verstärker, Netzwerke als Multiplikator, echte Begegnungen als Katalysator. Am Ende bleibt ein klarer Auftrag: Räume schaffen, in denen man sich traut, offen zu sprechen, zu verknüpfen und gemeinsam größer zu denken.

Neugierig auf die Storys und Learnings? Jetzt reinhören und mitdiskutieren: Community oder handverlesener Kreis? Was macht ein gutes Netzwerk aus?

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Website
www.rohdebaier.de



SPEAKER_00:

Herzlich willkommen, liebe Gäste, liebe Podiumsteilnehmer hier auf der InnoStar. Wir sind hier in unserem Vortragsraum und wir starten heute mit unserem ersten Vortrag. Möglicherweise stehe ich zu nah an der Box. Kann das sein? Nein. So, es geht darum, wir machen heute, wir sind auf der Innovationsmesse und zumindest für uns machen wir heute was relativ Innovatives, nämlich indem wir eine Podcast-Aufnahme hier live aufnehmen. Das haben wir als Region Starnberg-Amersee, als GWT noch nicht gemacht. Von daher freuen wir uns umso sehr, umso mehr, dass wir damit heute starten. Und unser Podcast-Host ist der liebe Dr. Johannes Bayer. Alles drei erstmal vorneweg sind Unternehmer der Region, Landkreis Starnberg. Und wie gesagt, Johannes Bayer als Podcast-Host. Wir werden uns heute uns einen Podcast, einen Podcast aufnehmen oder ein Gespräch führen zum Thema, wie gestaltet sich Innovation unter anderem auch durch Netzwerkbildung. Weil hier neben mir sitzt direkt ein Netzwerkexperte, Chris Felbinger, der mit seinem Unternehmen Netzwerke schmiedet und Menschen, Gründer und Unternehmen zusammenbringt. Und das Unternehmen heißt The Royal Jungle. Und hier zu meiner Linken ist der Stefan Eck, ein Unternehmer hier auch, wie gesagt, aus dem Landkreis. Das Unternehmen heißt Amosis. Und er wird, denke ich, am allerbesten selbst erzählen, was die Innovation und was das Unternehmen umtreibt. Und in diesem Sinne gebe ich auch schon an dich, lieben Johannes. Wir freuen uns sehr und wir freuen uns auf das Gespräch sehr. Vielen Dank.

SPEAKER_01:

Vielen Dank, liebe Annette. Und ich freue mich sehr, dass wir heute in einem ganz besonderen Format und Setup auf der InnoStar in Starnberg, der Innovationsmesse vom Landkreis Starnberg, tatsächlich einen Live-Podcast aufnehmen. Nun haben wir mit unserem Podcast schon verschiedene Formate, waren auch hier schon häufiger am See, also hier in der Heimat sozusagen, um Podcasts aufzunehmen. Und jetzt natürlich hier in einem total spannenden Setup. Eingangs bei der Eröffnungsrede des Landrats ging es natürlich auch darum, wie bringen wir Innovation aus der Region in die Welt und auch umgekehrt. Deswegen freue ich mich umso mehr jetzt hier bei unserer Podcast-Folge zum einen bei mir begrüßen zu dürfen, den Chris Felbinger, die, Anette, hatte dich schon anmoderiert. Du bist Gründer und sehr umtriebiger Unternehmer und Betreiber von The Royal Jungle. Und auf der anderen Seite freue ich mich auch sehr, hier mit mir in der Podcast-Folge den Stefan Eck begrüßen zu dürfen, den mittlerweile Geschäftsführer und Mitgründer auch bzw. Vorantreiber und ehemals Gesellschafter der Emosis. Mit sehr beide sehr innovative Unternehmern aus der Region. Ich freue mich sehr aufs Gespräch mit euch. Vielen Dank, dass ihr da seid. Herzlich willkommen. Vielen Dank für die Einladung.

SPEAKER_02:

Danke dir für die Einladung, Johannes.

SPEAKER_01:

Wir wollen sehr gerne und wir wollen ja jetzt in unserer Podcast-Folge sprechen über Innovation durch Austausch bzw. Innovation durch Netzwerkbildung. Und was das Ganze mit euch zu tun hat als jeweiligen Profi seines seiner Branche, das werden wir, glaube ich, gleich im Gespräch entwickeln. Was aber für uns immer total spannend ist und auch für die Zuhörer total spannend ist, zu erfahren, woher kommt ihr, was macht ihr, was treibt euch um. Und vielleicht, lieber Stefan, machst du den Eingang und nimmst uns so ein bisschen mit auf deine Reise.

SPEAKER_03:

Sehr gerne, ja. Also mein Name ist Stefan Eck. Ich bin Geschäftsführer der Emosis GmbH mit Sitz in Starnberg. Ich selbst habe Wirtschaftswissenschaften in Würzburg studiert, war dann einige Jahre in der Wirtschaft, bis ich dann von meinem Vater gefragt worden bin, ob ich Interesse hätte, die Geschäftsführung der Emosis GmbH, die er schon gegründet hatte, zu übernehmen. Und ich habe mir eben angesehen, was die EMOSIS GmbH also macht. Wir entwickeln elektrische Hochleistungsantriebe, das heißt Motor und in Werteinheit und sind darauf spezialisiert, eben besonders hohe Leistungsdichten zu erzielen oder besonders gute performante Motoren zu designen und zu entwickeln. Wir selbst sehen uns als Innovationsgeber für unsere Kunden. Also wir haben keine Produktion in dem Sinn. Wir bauen bei uns Prototypen auf, machen aber schwerpunktmäßig eben das ganze Konzept Design, Auslegung und Simulation. Genau. Und ich freue mich sehr, dass ich heute hier sein darf.

SPEAKER_01:

Ja, sehr spannend, vielen Dank. Und auch vielleicht noch ein Punkt dazu, den ich total spannend finde und über den man, glaube ich, auch öffentlich sprechen darf. Ihr habt ja dann auch als Emosis eine total atemberaubende Reise hingelegt. Also vom, wir hatten gerade jetzt so im Vorgespräch unternehmerisch darüber gesprochen, wie es dann so ist, wenn man so die ersten Mitarbeiter einstellt und nun seid ihr ja aber auch zugehörig mittlerweile einer international agierenden Gruppe, sage ich mal. Also das war ja auch eine total spannende Reise. Auf jeden Fall, ja.

SPEAKER_03:

Wie es immer so ist, ja, als kleines Startup damals ohne Mitarbeiter, als ich eingestiegen bin, haben wir die ersten Projekte realisiert, erfolgreich realisiert, haben dann auch im Motorsport unser erstes großes Projekt, Entwicklungsprojekt gewonnen, einen E-Antrieb zu entwickeln. Das haben wir tatsächlich während Corona verloren, sodass wir dann da schon ein Team rund von 15 Leuten hatten. Die Schwierigkeit war damals nach wie vor Ungewissheit, wie für viele Unternehmen zu dem Zeitpunkt. Wie soll es weitergehen? Schickt man die Leute nach Hause oder investieren wir in unsere jungen Kollegen damals? Wir haben investiert, das hat sich auch positiv ausgezahlt. Ich persönlich als Geschäftsführer und natürlich auch Vertriebsverantwortliche habe mich in Corona-Zeiten auch da sehr boomentriebig auf digitalen Messen und was das alles gab, weniger erfolgreich, muss ich sagen, aber beschäftigt und habe dann eigentlich durch Glück eben zu unserem heutigen Konzern gefunden. Das ist die M2 Aero Engines in München. Mit denen haben wir 2021 dann eben das Flying Fuel Cell Projekt, also wo wir den elektrischen Antrieb, einen 600 kW Antrieb entwickeln, gestartet anders the Grundstein for the heutige Partnership gelegt. It wäre doch sinnvoll when we are strategischer zusammenarbeiten, not nur über Projektgeschäft, was weitens EMOSIS. Weil Luftfahrt bedeutet natürlich entsprechend hohe Anforderungen an Qualität, an Aufwand in Zulassungsthemen, nicht zuletzt aber auch an Industrialisierungs-Know-how, was man haben muss. And that hat für uns MTU alles gebracht und das passt eben sehr gut heute auch das entsprechende Netzwerk innerhalb des Konzerns, sage ich mal natürlich, aber auch zu Lieferanten, Speziallieferanten, die dann vielleicht auch schon in dem Fall auch schon eine entsprechende Qualifizierung für die Luftfahrt mitbringen. Das hat uns einen enormen Hub nochmal gebracht in der Entwicklung und ja, sehr spannende Reise. Und so kam es dann im April 2023, dass wir die Anteile an MTU verkauft haben und seitdem 100% Tochter der MTU Aero Engines AG sind.

SPEAKER_01:

Total, also total spannend, wo mich natürlich als Transaktionsanwalt, wo mich jetzt sozusagen alle Fasern jucken und reizen, das weiter aufzubauen und vor allem auch den Netzwerk gedanken. Chris, du machst keine Hochleistungsantriebe, aber du machst Hochleistungsevents, hätte ich mal gesagt.

SPEAKER_02:

Hochleistungs-Networking. Bevor ich erzähle, was wir machen, kannst du vielleicht kurz ein Bild von uns hier auf der Stage machen, sonst glaubt mir, dass meine Mutter nie, dass ich hier eingeladen bin. Das ist ja Wahnsinn. Und auch als Erinnerung und dann schickst du es mir nachher per WhatsApp. Ja, was mein Team und ich, was wir machen, ist, wir veranstalten ein Happening für Tech Internet Founder in München seit zehn Jahren. Und da laden wir immer berühmte Unternehmer als Speaker ein und quatschen mit denen. Hey, sag mal, wie hast du deine Company aufgebaut? Was machst du jetzt? Was kommt als nächstes? Und das sind die ganzen großen Namen, die wir in Deutschland haben. Also den Founder und CEO von Flixbus, den Founder und CEO der N26 Bank von Delivery Hero, von Ebay Deutschland und so weiter und so fort. Dreimal im Jahr, immer in einer super exklusiven Venue, Location, die du nicht einfach mieten kannst, an die du nur durch Kontakte kommst. Deswegen Networking, da werden wir wahrscheinlich nachher gleich nochmal drüber reden. Und für die Tickets braucht man Passwort. Das ändert sich alle 24 Stunden, gibt es nur direkt bei mir, um diesen Hype zu kreieren. Und wer kommt zu dem Event? 200 Gäste, 200 junge Founder zwischen 20 und 40, die gerade selber ihre Companies aufbauen, die gerade selber die Welt verändern, in der wir hier leben, weil alles wird dir digital, total Wahnsinn, crazy. Und DJs legen auf, Gin Tonic Bars und natürlich immer am Abend, also nicht tagsüber. So muss man sich ungefähr vorstellen. Und 10 Jahre, das heißt, da lernt man schon den einen oder anderen kennen. Und ja, und jetzt bin ich hier. Vielen Dank. Ich freue mich sehr.

SPEAKER_01:

Ja, sehr spannend. Und ich finde das auch, ich finde das auch total interessant. Ich war ja, ich war selbst mal, glaube ich, bei euch. Ah, wo warst du? Erinnerst du dich noch? Auf welchen Jahr? Am Viktualienmarkt letztes Jahr oder Anfang des Jahres kam es ja.

SPEAKER_02:

Hör auf, du warst auf der Zehn Jahres-Edition, Anfang des Jahres, da oben. Ja, ja, ja. Genau. Blick auf den Viktualienmarkt, konnte man auch nicht mieten, ist ja verrückt.

SPEAKER_01:

Wie bist du da hingekommen? Das ist eine gute Frage. Nämlich, mein Gründungspartner, der Thorsten, sagte: Mensch, lass uns doch mal bei dem Chris Felbinger vorbeischauen. Da gibt es sicherlich viele interessante Gesprächspartner, die auch bei uns den Horizont erweitern. Und nun ist es ja bei uns so, als Transaktionsanwälte hast du natürlich immer zwangsläufig sehr viel mit beiden Seiten, gerade im Venture Capital, zu tun. Also wo du sagst, wo passiert Innovation und wer hat Appetit nach Innovation? Und meistens ist es so, man würde es jedem Tech Founder wünschen, dass praktisch die Erfolgsstory so ist. Ich war beim Chris auf dem Event, hab die richtigen zwei Leute getroffen und zehn Jahre später waren wir in Unicorn und haben für 1,2 Milliarden verkauft.

SPEAKER_02:

Naja, du wirst lachen, aber das ist tatsächlich schon passiert. Also der Hanno Genner, der Gründer von Personio, ich weiß nicht, wie viele Milliarden sind die jetzt wert, die waren bei mir auf dem Event 2016 ganz am Anfang und der Fabi Behringer, der seine Kompanie ja für 70 Millionen verkauft hat, jetzt der Speaker auf dem Event war, wo du warst, der hat tatsächlich seinen Founder bei mir kennengelernt auf dem Event. Und dann haben die gesagt, komm, lass uns doch mal was machen. Also deswegen ist es ja so wichtig, dass man zusammenkommt. Da steht man an der Bar, ich weiß nicht, wie es bei dir und deinem Co-Founder war. Wie habt ihr euch kennengelernt?

SPEAKER_03:

Ja, wir hatten das Glück, wir haben schon ein Projektgeschäft gemacht, wir kannten uns eigentlich schon. Und aus dem Geschäftsverhältnis sind dann eben strategische Gespräche entstanden. Aber ich stimme dir zu, das Networking ist super wichtig und ich finde es auch sehr spannenden Ansatz. Wie kommst du an deine Gäste oder an deine potenziellen Gäste, sag ich mal? Die Speaker, meinst du?

SPEAKER_02:

Die Speaker, ja, ja, das sind ja alle Superstars. Den schickt man ja nicht in eine E-Mail und sagt, hast du Lust vorbeizukommen und dann kommen die vorbei. Nee, nee. Sondern also man muss jemanden kennen, der die kennt. Also es läuft alles über Intros, weil du jemanden kennst, der die kennt. Und deswegen ist es so wichtig, dass du super viel rausgehst. Ich hatte Susanne Porsche aus der Porsche-Familie als Speakerin da und das ist ja wirklich die oberen 1% hier in Deutschland. Wie kommt man an so jemanden? Auch spannende Geschichte. Aber beantworte ich vielleicht ein bisschen später, weil Johannes, du hattest gerade eine Frage und warst gerade dabei, irgendwas auszuführen, dann bin ich dir ins Wort gefallen.

SPEAKER_01:

Nee, du, du, das ist ja das Schöne am lockeren Austausch ist, dass man ja auch da die Kreativität nutzen kann. So, nun hatten wir gesagt, man kommt da zusammen, trifft sich und das ist auch, glaube ich, so ein bisschen der rote Faden unseres Gesprächs heute, nämlich wo, also für mich zum einen total spannend, wie funktioniert eigentlich so der klassische Deutsche und wie funktioniert Innovation? Man denkt immer, Innovation ist bei uns, ich drehe mich erstmal nach Fördergeldern um und sage, wir müssen erstmal investieren und Fördergelder. Statt dass man sagt wie du, was ich total spannend finde, hey, Innovation funktioniert doch dadurch, dass ich viele schlaue Köpfe zusammenbringe, bringe jemanden mit dazu, der vielleicht für diese vielen schlauen Köpfe vielleicht schon ein, zwei Schrittchen weiter ist, wo man sagt, hey, wie hat denn der das gemacht und viele Gleichgesinnte zusammenbringt und wenn man dann praktisch einen, ich sag mal, einen Nährboden an vielen Gleichgesinnten, offenen, nach vorne denkenden Menschen hat, dann entwickelt sich daraus viel Tolles. Und wenn man das jetzt, glaube ich, noch so ein bisschen technischer fasst und sagt, ich bin ein Großkonzern wie MTU, ja, mach Corporate Venturing, mach Venturebuilding aus Sicht eines Großkonzerns, dann stellt sich natürlich auch immer die Frage, wie komme ich zu meiner Innovation? So, und dann hat der CFO mit dem technischen Vorstand oder mit dem technisch Verantwortlichen und Produktverantwortlichen sitzen dann zusammen und sagen, okay, was investieren wir jetzt in Innovationen? Und dann stellt sich immer die Frage, baue ich das organisch auf oder baue ich es irgendwie anorganisch auf? Und um aber anorganisch Innovationen aufzubauen oder dazu zu bringen, braucht man sicherlich auch immer ein starkes Netzwerk und vor allem auch ein starkes lokales Netzwerk. Und das ist, glaube ich, so ein bisschen der rote Faden, weil wir, wie gesagt, eingangs in der Eröffnungsrede der Inus da schon gehört haben. Wir hier, das sagte der Staatsminister für Wirtschaft so schön, wir sind der Backbone der bayerischen, auch der deutschen Wirtschaft. Und da ist, glaube ich, sehr viel Wahres dran, ja, wenn man hier durch die Stände geht, nach rechts und links guckt und sagt, Horch, was haben wir eigentlich alles in der Nachbarschaft? Ja, und was kann sich denn dann daraus entwickeln, dass man dann irgendwie Schwuppsti-Wupps Teil eines internationalen Großkonzerns ist?

SPEAKER_03:

Absolut richtig, ja. Und gerade wir hier, also Landkreis Starnberg oder auch München, ja, das liegt ja auch gleich ums Eck, ist natürlich super innovativ, technologisch. Sehr viele Startup-Unternehmen, aber auch alteingesessene Unternehmen, die dort auch irgendwie weltweit bekannt sind, jedes Jahr oder alle paar Jahre neue Innovationen auf den Markt bringen. Und natürlich profitieren wir auch davon, als Unternehmen in so einem, in so einer Region tätig sein zu dürfen.

SPEAKER_01:

Jetzt sind wir gleich in Medias Rees gegangen, lieber Chris. Ich will aber jetzt natürlich unseren Zuhörern nicht unterschlagen. Wie bist du denn dazu gekommen, den Royal Jungle zu machen? Also was war der Ausgang? Ich meine, das hast du vor zehn Jahren überlegt. Warst du selber Tech-Founder?

SPEAKER_02:

Nein, die Geschichte hat so angefangen, wie eigentlich jede gute Geschichte anfängt. Ich wurde gefeuert. Ich bin eigentlich aus der Uni geflogen. Ich habe BWL hier in München studiert und dann habe ich eine Klausur nicht geschafft. Das war Statistik und dann bin ich aus der Uni geflogen. Aber ich habe währenddessen für das LMU Entrepreneurship Center gearbeitet. Das ist die Einheit der LMU, die sich um die ganzen Startup-Founder gekümmert hat. Und eines Tages kam ein Kollege von Telefonika rein, das liegt alles zehn Jahre in der Vergangenheit und sagte, wir haben 1000 Quadratmeter über dem Benetton in der Münchner Fußgängerzone gemietet. Und das ist unser Startup Accelerator und da sitzen die ganzen Startups, in die wir als Telefoniker, das ist O2E Plus, investiert haben. Und ich fand das ziemlich cool und ich habe mir das mal angeschaut. Und das muss man sich so vorstellen wie das Google Office. Nackter Betonfußboden, die Technik oben an der Wand zu sehen. Und da saßen diese ganzen jungen Founder, die Gas gegeben haben und die sich am Sonntagabend eben nicht gedacht haben, shit, morgen ist Montag, ich muss ins Büro, ich habe keine Lust, sondern die da am Sonntag auch schon waren und gearbeitet haben. Und das hat mir voll gut gefallen. Und Weilger hat mich dann, also so heißt der Accelerator, gehiiert und hat gesagt, Chris, du kommst jetzt zu uns. Ist egal, ob du einen Uni-Abschluss hast oder nicht, aber was wir brauchen, ist eine gute Reihe für Startup-Founder, eine Event-Reihe. Weil so ziehen wir die alle an. Und das habe ich ein Jahr lang gemacht und am Ende, alle vier Wochen, am Ende waren 600 Leute da und am Ende wurde ich dann tatsächlich da auch gefeuert. Warum ist eine andere Geschichte? Aber das war dann der Beginn von The Royal Jungle, weil ich mir natürlich gedacht habe, hey, das kann ich doch einfach selber machen. Und Garen, der damals der Director war und der mich gefeuert hat und ich, wir sind mittlerweile gute Freunde, seine Tochter hat bei mir ein Praktikum gemacht. Also alles gut von der Seite aus. Ja, also, um es kurz zu sagen, es war nicht mein Teenager-Wunsch, sondern das hat sich einfach so ergeben. Also ich bin auf die Uni gegangen, war im Entrepreneurship Center, war im Accelerator und ja, und plötzlich mache ich die Events seit zehn Jahren.

SPEAKER_01:

Und was ich jetzt, was ich ganz spannend finde, was man ja von außen, weil ihr ja das sehr gut hinbekommt, die Exklusivität auch zu wahren. Ich glaube, das ist ja auch ein zentraler Verkaufspunkt oder ein zentrales Merkmal. Ist es auch so, dass ihr gezielt praktisch von größeren Unternehmen angesprochen werdet, die dann sagen, Horch, was passiert eigentlich bei euch für Innovationen? Können wir nicht bei euch irgendwie mitmachen? Ja, weil da müsste ja eigentlich total viel passieren. Wo man sich jetzt, wenn man sagt, ich bin jetzt ein großes Tech-Unternehmen, fände ich das doch sicher sehr spannend, irgendwie bei euch mitzumachen. Und wie stehst du dazu?

SPEAKER_02:

Ja, also ist es so, und zwar, wir haben natürlich die ganzen großen Konzerne als Sponsoren gehabt in der Vergangenheit. Also SAP, Philip Morris, Red Bull, Telefonica, Hippo-Vereinsbank, Deutsche Bank und so weiter und so fort. Und die Frage ist, warum sind die Partner der Veranstaltung? Weil die natürlich an dieses Talent wollen, ja, weil diese Veranstaltung zieht ja die smartesten jungen Köpfe an, die wir hier haben. Und die Unternehmen sind an denen interessiert, um auf der einen Seite mit denen zusammenzuarbeiten, gemeinsame Projekte zu machen oder auf der anderen Seite, nicht jedes Startup ist erfolgreich, ja. Manchmal legst du auch eine Pleite hinten. Das liegt nicht, heißt aber nicht, dass du ein schlechter Unternehmer bist, weil da gehören so viele Faktoren dazu, dass du erfolgreich bist. Und du bist ja trotzdem, kannst ja smart sein. Und an dieses Talent wollen die Unternehmen ganz. Das ist das auf jeden Fall, was passiert. Eine andere spannende Frage ist: Das wollte ich dich fragen, ist mir eingefallen. Warum glaubst du, ist München und auch diesen Landkreis, denzähle ich ja auch dazu, den Starnberger Landkreis, warum ist hier so viel Geld, warum sind so viele erfolgreiche Unternehmen hier, warum sind so viele Startups hier, warum ist so viele Innovation hier? Warum ist das hier so und sagen wir mal nicht in Ulm jetzt übertrieben gesagt? Was glaubst du? Hast du eine Theorie?

SPEAKER_01:

Also ich glaube, was wir haben, was wir in Starnberg haben und das ist, glaube ich, oder im Landkreis Starnberg haben und ich glaube, das ist ein zweischneidiges Schwert tatsächlich. Wenn wir uns nämlich zum einen so ein bisschen die blaue Banane angucken über Deutschland und sagen, wo passiert Innovation, wo sind die sogenannten Hidden Champions, dann liegen wir voll in der blauen Banane drin. Weil du jetzt Ulm angesprochen hast. Ich glaube, und das ist was, was wir in Bayern, glaube ich, auch immer noch sehr darauf achten sollten, dass wir da im Tritt bleiben. Nämlich, wie funktioniert der Austausch zwischen den Führenden im Markt und zwischen denen, die in den Markt kommen, ja, also die ja, die ja weitermachen. Was wir, glaube ich, in Starnberg tatsächlich haben, ist ein Landkreis, ist eine sehr eng aufgestellte Unternehmerschaft, die auch einfach, auf Bayerisch würde man sagen, die gut zusammenlangt. Und das ist, glaube ich, schon was, was viel ausmacht, dass man hier nicht sagt, ich lau irgendwie mit Scheuklappen durch und in der klassisch deutschen Mentalität, naja, was soll ich jetzt seitdem und interessiert mich eigentlich eh nicht und meins erzähle ich wahrscheinlich mit vorauseinendem Gehorsam sowieso keinem, sondern dass man, glaube ich, hier schon sehr darauf achtet zu sagen, wie funktioniert denn Austausch, dass man Plattformen hat und Räume, wo auch Austausch stattfinden kann, beispielsweise den UWS. Also ich glaube, wir haben einen sehr, sehr starken Unternehmerverband in Starnberg, was ich auch so viel höre, wenn du auch sonst irgendwo in Bayern unterwegs bist, in Rosenheim, Richtung Berchtesgadener Land, und dann sagst du: Mensch, hier gibt Ein Unternehmerverband, wo man sich regelmäßig trifft, austauscht, wo man auch zum Beispiel der Unternehmerverband mit dem Verband der Kulturschaffenden zusammenarbeitet, also auch das, ja, wo wir Richtung, zumindest mal in deine Richtung, aber wo wir am Ammersee waren und man dann ein kombiniertes Event gemacht hat, was steht immer dahinter? Das, was letztlich du, glaube ich, Par Excellence zu einer sehr erfolgreichen Unternehmung geführt hast, dass man die richtigen Köpfe zusammenbringt und sagt, und jetzt lasst es wirken miteinander, weil dann kann viel Tolles draus passieren. Absolut. Was denkst du?

SPEAKER_03:

Ja, ich denke auch, wir haben hier, hatte ja vorher schon angesprochen, eine super spannende Region, sehr viele Technologieunternehmen, also wir haben auch Infrastruktur jetzt in unserem Fall ist natürlich auch Luftfahrt, Flughafen ist natürlich auch immer relevant. Das brauche ich, glaube ich, auch nicht erwähnen, dass Ober Pfaffenhofen da auch nicht zuletzt auch durchs DLR, aber auch andere Unternehmen da schon einen gewissen Vorteil bietet, Tech-Unternehmen anzieht und das spielt jetzt für uns speziell in dem Fall natürlich auch positiv in die Karten.

SPEAKER_01:

Ja, ich glaube auch, tatsächlich wird es wahrscheinlich eine gute Kombination sein oder eine richtige Mischung, die man braucht, aus zum einen sicherlich einem Selbstbewusstsein, zum anderen aus richtigen Netzwerken und aber sicherlich auch, was du, glaube ich, auch angesprochen hast, wir haben so viel Geld in der Region. Dahingehend, dass man sagt, es ist Appetit auf Innovation da. Es ist Appetit dafür da, zu sagen, wie können wir eigentlich in gewissen Bereichen und dazu zählt sicherlich, wie du sagst, Luft und Raumfahrt ist, glaube ich, da bist du viel mehr der Profi als ich, aber ich glaube, Oberpfaffenhofen steht für sich und alles, was sich darum entwickelt. Und das dann aber auch in dem Gesamtkonzept einzugliedern und zu sagen, wie funktioniert es eigentlich politisch, was müssen wir dafür tun, wie müssen wir richtige Eventformate aufziehen. Und das ist, glaube ich, was, was man in jeder, in jeder Hinsicht kultivieren sollte, um auch so ein bisschen auf unseren Ausgang zu kommen oder das unterstreiche ich den auch. Ich glaube, dieses Innovation durch Netzwerkbildung ist was, wo wir in Deutschland irgendwie noch, und jetzt wir hier, glaube ich, im Landkreis sehr gut aufgestellt sind, aber ich würde mal sagen, gedanklich so 10 Prozent von dem, was eigentlich möglich ist. Interessante These auf jeden Fall. Ich hatte immer so ein bisschen das, und ich möchte das überhaupt nicht pauschalieren, aber wenn du, wenn ich mit amerikanischen Kollegen zusammenarbeite oder wenn man in den USA unterwegs ist und es gibt irgendwie einen großen Deal, dann sitzt du am Schluss zusammen und dann sagen irgendwie alle, was machst du und was machst du? Und dann kommen Leute aus unterschiedlichsten Branchen zusammen und sagen, ja, hier, ich mach das und ich kenn den und ich kenn den, kennst du den schon, ich vernetze dich mal hier und ich vernetze dich mal da. Und man hat meines Erachtens häufig, ich möchte jetzt auch gar nicht zu politisch sein oder da jetzt, aber ich finde, wir täten gut daran, mit einem gewissen Selbstbewusstsein auch zu sagen, das tue ich und was tust du eigentlich und wie können wir uns irgendwie miteinander befruchten? Ja, so wie wir drei jetzt mit ganz unterschiedlichen Disziplinen hier auf der Bühne sitzen, aber als Stellvertreter für eine starke Region stehen und jeder für sich letztlich eine Aufgabe wahrnimmt, die dann im Gesamtpuzzle das Bild abgibt, dass der Landrat vorne stehen kann und sagen, hey, in der Region passiert was. Das ist, glaube ich, ein ganz spannender und auch zentraler Punkt. Du hast ja jetzt praktisch den Weg gemacht vom geschäftsführenden Gesellschafter, wo man ja, ich würde mal sagen, aus eigener Erfahrung mehr oder weniger schalten und walten kann, wie man möchte, dahingehend zu sagen, ich muss jetzt Innovation auch ein ganzes Stückchen globaler denken, nämlich für einen Großkonzern. Und was ich total spannend finde, ist oder fände zu erfahren, hat sich an deinem Blickwinkel was gewandelt, spricht man mit anderen Leuten, wenn man selber auch aus dem Hintergrund kommt, wie geht ihr jetzt Innovation an? Weil ihr seid ja so ein bisschen, du hattest vorher das Tanker Speedboat-Bild bemüht. Ja, genau.

SPEAKER_03:

Also grundsätzlich ist es so, wir denken natürlich immer noch in Innovation. Wir haben nicht mehr diese ganz schnellen Entscheidungsfindungen beim Mittagessen, wie es halt früher war im Gesellschafterkreis. Wollen wir das machen, ja oder nein? Aber letztlich habe ich einen sehr starken Support durch unsere Mutterunternehmen. Meine Ansprechpartner sind immer offen. Natürlich muss man das Ganze jetzt ein bisschen belastbarer aufbereiten. Das ist klar. Ganz wichtig ist natürlich, dass man die Perspektiven aufzeigt, dass die Ideen schon beleuchtet sind aus verschiedenen Richtungen. Und idealerweise auch immer ganz wichtig, auch im Sinne des Netzwerks, dass man dem auch schon weiß, mit wem man was, mit welchem Lieferanten wir aus unserem bestehenden Netzwerk hier aus normalerweise möglichst aus der Region zusammenarbeiten wollen, die dann vielleicht spezielle Werkstoffkombinationen für uns fertigen können in dem Projekt und so weiter, dass man das eben auch schon aufzeigt, um da die Risiken aus so einem Entwicklungsprojekt rausnehmen zu können. Genau. Macht mir aber immer noch sehr viel Spaß, das Ganze voranzutreiben. Und wie gesagt, Innovation, das leben wir, wir leben es bei uns, wir leben es mit unserem Mutterunternehmen gemeinschaftlich. Und wir hoffen, dass wir damit unsere Kunden weit nach vorne bringen.

SPEAKER_01:

Das ist, glaube ich, das ist, glaube ich, was, was. Ich hatte eine überschaubare oder eine kurze Konzernerfahrung, wo ich interimistisch für ein Projekt verantwortlich war. Und an sich war das, wenn man so will, eigentlich ein innovatives Projekt. Aber ich glaube, es ist total spannend, dieses, wenn man sich auch so ein bisschen andere Unternehmen noch aus der Region anguckt. Also wir hatten, ich weiß gar nicht, warst du da auch, Chris, vor anderthalb Jahren, als diese gemischte Veranstaltung war am Ammersee im Groundloft, wo sich der Kulturkreis praktisch mit dem Unternehmerverband getroffen hat. War ich nicht, klingt aber spannend, ja? Was da passiert? Es war total spannend. Und da war der Innovationsverantwortliche oder der Head of Innovation von Vebasto da, auch ein starkes Unternehmen der Region. Und ich fand es total spannend, wie er praktisch berichtet hat, eher aus einem, wie soll man sagen, ich will jetzt nicht sagen, Spirituellen, ja, aber aus fast zu einem übergeordneten Gedanken heraus, wie machen wir eigentlich Innovationen aus Konzernsicht? Und auch was du beschreibst, ja, ist ja letztlich gelebte Praxis dessen, was in der GoPro Google-Villa passiert, ja. Und das hat ja Bebasto beispielsweise mehr oder weniger auch eine Zeit lang für sich, wie es aktuell ist, also ich habe das Projekt jetzt persönlich nicht weiter verfolgt, aber ich fand es total spannend, da nachzuvollziehen, wie er das als Head of Innovation beschrieben hat, weil er genau sagte, du, erstmal brauchen wir eigentlich einen weißen Raum. Ein Raum, wo man, wo Kreativität zugelassen wird. Und das funktioniert wahrscheinlich in einem großen Konzern mit Reporting Lines, bei Weekly Surefix und jeder berichtet hier und da, jeder bewegt sich in seiner Mühle, aber wenn du Innovation, also einmal außerhalb des gewohnten Rahmens denken möchtest, dann musst du dafür auch einen Raum schaffen. Und sie bei Weasto hätten das wohl damals geschaffen, ich glaube, in einer Art Hof oder Gebäude, was sie extra dafür auserkoren haben und da auch ganz verschiedene Köpfe zusammengebracht haben, um zu sagen, hey, was ist eigentlich, also wo steht unser Unternehmen und was ist eigentlich für uns der nächste, vielleicht der über und auch der überübernächste Schritt? Und dann kam man wieder dazu, dass man gesagt hat, naja, man muss vielleicht auch das richtige Netzwerk adressieren, man muss die richtigen Events machen, die richtigen Leute treffen. Und das ist dann sicherlich auch, glaube ich, ein ganz wesentlicher Baustein. Und du hattest jetzt schon uns so ein bisschen auch mitgenommen auf eure Erfolgsstorys, ja, und mal beiseite gestellt, dass ihr oder dass du mit dem The Royal Jungle eine tolle Erfolgsstory schaffst und die auch weiter vorantreibst. Aber wie du schon berichtet hast, es gibt ja auch ganz viele tolle Begegnungen, ja, und wo dann aus Austausch aus Netzwerk Innovation und dann irgendwann auch monetarisierter Erfolg wurde.

SPEAKER_02:

Ja, absolut. Also da ist ganz viel passiert. Aber was ich vorhin noch sagen wollte zum Thema Innovation und Standort, weil das vergisst man oft. Ich weiß nicht, wo habt ihr beide studiert, wo hast du studiert? In Würzburg habe ich. Würzburg, bei dir? Ich habe auch in Würzburg studiert. Okay. Also, was ich finde, was mega wichtig ist, sind die beiden Top-Unis, die wir hier in München haben. Warum? Weil die ziehen das Top-Talent aus aller Welt an. Das darf man nicht vergessen. Deswegen ist es wichtig, dass wir so dermaßen starke Unis haben. Das heißt, du hast aus Lateinamerika, aus Asien, von überall kommen die hierher, um hier in München zu studieren und bleiben dann im besten Fall auch und sind smart und denken sich dann, hey, lass uns mal was gründen, lass uns was machen oder lass uns mal an der oder an der Idee arbeiten. Also das ist für diesen für München und den Großraum München, zu dem ich auch Starnberg zähle, mega wichtig, sehr, sehr wichtig. Und dann auch, dass du dir zufällig über den Weg laufen kannst, weil wenn die Stadt zu groß ist, dann gibt es diese Zufallsbegegnungen nicht, weil dann verläuft sich alles. Das ist der Grund, warum die Bay Area, das Silicon Valley, so erfolgreich ist, weil die sich alle ständig über den Weg laufen. Und das ist auch, da bin ich ganz fest davon überzeugt, einer der Gründe, warum München so erfolgreich ist, weil man sich hier ständig über den Weg läuft und die ganze Zeit dann, da hier hinten, hier, wir kennen uns high, so siehst du, man läuft sich ständig über den Weg. Völlig verrückt.

SPEAKER_01:

Ja, ich glaube auch, dass das, also das finde ich einen total spannenden Punkt, weil wir vorher auch, weil du vorher sagtest, was ist eigentlich, was macht uns hier in der Region so aus? Und ich glaube, es ist dann wahrscheinlich immer eine Mischung aus, habe ich zum einen das sicherlich auch akademische Know-how, ja, also habe ich, habe ich zum anderen den finanziellen Background, dass ich das machen kann. Als weiteren Baustein dann natürlich habe ich die Politik, ja. Und habe ich aber dann auch einfach Menschen, die sagen, ich habe irgendwie den Mumm, was eigenes zu starten, zu wagen und dann auch voranzutreiben und mich vielleicht nicht nach dem ersten Rückschlag irgendwie unterbuttern zu lassen, sondern zu sagen, nee, unternehmerisch packe ich es an.

SPEAKER_03:

Das finde ich eben auch immer super spannend. Im Prinzip bei allen Startup-Unternehmen meistens von jungen Leuten getrieben, die auch den Mut haben, auch in der heutigen Zeit einfach was auszuprobieren. Wir haben eine Idee, wir wollen es umsetzen und dann startet man mit der Idee und einige haben ja auch echt Erfolg und das finde ich klasse zu sehen.

SPEAKER_01:

Ja, das ist also wenn wir in unserer täglichen Arbeit Gründerinnen und Gründer unter anderem begleiten dürfen, von jeder Seite, dann finde ich das auch immer sehr bereichernd, wenn man dann sich häufig anguckt, also der klassische Fall, ein großer Konzern beteiligt sich einem kleineren Unternehmen oder kauft es gänzlich oder man findet irgendeine Form von Joint Venture oder wie auch immer, wenn man dann praktisch mit auf die Reise genommen werden darf, der jeweiligen Gründerinnen und Gründer, die dann sagen, und Gründer hat für mich jetzt gar keine physische Komponente. Also auch der Gründer, der in der Nachfolgesituation ist, was uns ja auch sehr viel umtreibt im deutschen Markt, der aber immer noch mit Mitte Ende 60, mit dem Feuer in den Augen für sein Produkt dasteht und sagt, hey, wir haben mal angefangen, irgendwo in Andex in der Garage, ja, und jetzt verkaufe ich irgendwie mein Unternehmen mit 500 plus Mitarbeitern. Und diese Reise mitzugehen, also da dann auch zu sagen, das finde ich total spannend, wie du auch sagst, und finde ich sehr bereichernd. Und das ist aber sicherlich auch eine Komponente des Austauschs, die immer wichtig ist.

SPEAKER_02:

Wer war ein Gründer, wo du sagst, wow, den du in letzter Zeit getroffen hast, wo du sagst, wow, der hat mich wirklich beeindruckt und warum?

SPEAKER_01:

Nun ist es bei mir immer so ein bisschen so, dass du darfst nicht reden, oder? Ja, genau. Nun ist es bei uns ja immer so ein bisschen so, dass wir so ein häufig sehr hilfreich, aber dann in so einer Situation auch sehr maulkorbmäßiges Berufsgeheimnis haben. Ich darf, aber an der Stelle ist es tatsächlich so, wir haben einen, und da hatten wir auch eine Podcast-Folge dazu aufgenommen. Und zwar kommt er tatsächlich aus unserem Bereich auch, aber einen, und deswegen kann man auch recht offen dazu sprechen, der hat in einer total, vermeintlich, total verstaubten Branche, wie es unsere sicher auch ist für viele Juristerei. Da sagt man, hey, paah, also Anwälte, ja, Seuche, Tod und Teufel, bleibt mir fern. Und der hat tatsächlich eine Steuerberatungskanzlei übernommen. Und das ist ein Kopf, der mich, der mich immer wieder sehr umtreibt, auch mit der Art, wie er das angeht, weil er in einer Region, wo man jetzt sicherlich sagen würde, ist es keine Metropolregion erstmal, aber eine Steuerkanzlei übernommen hat und diese Steuerkanzlei jeden Tag so vorantreibt, dass man sagen kann, er ist eigentlich im süddeutschen Raum ganz führend mit seiner Steuerkanzlei. Und auch jetzt in einer ähnlichen Konstellation als Familienvater, hat irgendwie jetzt mittlerweile große Kinder, hat das alles irgendwie unter einen Hut bekommen, treibt aber immer noch jeden Tag, also Englisch würde man sagen, is always the hardest work in the room, treibt jeden Tag sein eigenes Unternehmen voran in einer Branche, wo du sagst, also da ist jetzt keine Innovation mehr möglich und dann macht er es doch. Und das finde ich ist, also dieser Hunger, das ist was, was mich total umtreibt und was ich auch spannend finde selber als Unternehmer.

SPEAKER_02:

Aber mal Hand aufs Herz, glaubst du, also vor allies diese beiden Branchen, Rechtsanwaltskanzleien und auch Steuerkanzleien, wird KID ersetzen? Was glaubst du? Wie machst du dir da Sorgen oder Gedanken? Ich glaube, also ganz kurz, aber ich frage, weil ich kenne ja viele Gründer, die da gerade da aktiv sind, die ganzen Steuerberater abzuschaffen mit ihren digitalen Lösungen. Deswegen, also wie siehst du das?

SPEAKER_01:

Das ist, Chris, das ist ja so, als hätten wir uns abgesprochen. Also das ist tatsächlich ein Thema, das gerade den Transaktionsmarkt sehr umtreibt. Ich glaube, man hat immer noch bei den Steuerberatern ein sehr großes Monopol. Es gibt sehr viele total spannende Lösungen. In Deutschland aber haben wir ein sehr großes Monopol technologisch. Also die Datev ist einfach eine Riesengenossenschaft. Und das ist, glaube ich, so jetzt die Gründer, die daran, die da so ein bisschen am Stuhl zeigen wollen und sicherlich auch häufig sehr gute Lösungen haben. Ich für mich bin sehr confident, weil unser Produkt ein sehr individuelles Produkt ist. Ich glaube aber, dass, also du rufst Sonntagabends vorm Notartermin, wenn du dein Lebenswerk verkaufst, dann fragst du nicht ChatGPT, hey, soll ich jetzt cool bleiben? Sondern dann rufst du deinen Anwalt an und dann ist es 22.12 Uhr und du sagst, haben wir alles richtig gemacht, bist du sicher, ja? Und dann zu sagen, jetzt müssen wir den richtigen Durchblick haben, auf die richtigen Themen achten. Und ich freue mich im Gegenteil, also proaktiv, ich freue mich über all das, was man mir abnehmen kann, was eigentlich nicht anwaltlicher Natur ist, weil Sachen aufschreiben und wo reintippen. Ich wäre heilfroh, wenn es eine KI gäbe mittlerweile schon, die Verträge so ausspuckt, dass ich praktisch das tun kann, was wirklich der Transaktionsanwalt tun muss, nämlich Dinge vorantreiben, moderieren, über die Ziellinie schieben. Und deswegen bin ich da relativ confident. Auf der anderen Seite natürlich gibt es, glaube ich, sehr viele Bereiche, gerade wenn du jetzt Steuerberatungsmarkt ansprichst, also die ganze Compliance, Jahresabschluss, Buchhaltung, das sind, glaube ich, alles Sachen, da wird sich der Markt sehr verändern. Da verändern sich ganze Arbeitsbilder, ja. Und ich glaube auch bei ganz vielen Kollegen anwaltlicher Natur, wo du sagst, also repetitive Prozesse. Bußgeld, ich bin irgendwie zu schnell gefahren, geblitzt worden. Ich habe ein großes, habe einen Online-Job und ein großes Mahnwesen. Da braucht man, glaube ich, auf kurze oder Frist, auf kurze oder lange Frist keine Anwältin mehr, die dann da sitzt und da irgendwie händisches Schreiben verfasst.

SPEAKER_02:

Ja, ja, ja. Also ich bin gespannt, wie es weitergeht. Aber Dein Markt, der ist ja sehr interessant, weil die Maschinen mit KI zu verbinden, das ist ja die Zukunft. Wie sieht es bei dir aus? Ich meine, da können wir bestimmt stundenlang drüber gehen. Ja, das könnten wir sicherlich.

SPEAKER_03:

Das ist ja auch bekannt, dass das heute schon gemacht wird, ja, sei es jetzt auch aus Maintainance-Gründen oder ja, generell auch in der Auslegung, auch im Testing bei uns natürlich, die Algorithmen, die man da einführt und die KI, die man da einführen möchte. Da gibt es schon sehr viele kreative Ansätze. Es geht ja sogar noch eins weiter vorher bei den ganzen Tools los. Auch da ist auch immer wichtig, machen wir jetzt auch viel über Veranstaltungen, Symposien und so weiter, da die richtigen Leute an Bord zu bekommen, die vielleicht dann auch Startups sind, die eine eigene Messtechnologie mit KI entwickeln oder eine Simulationstechnologie mit KI, die uns dann wieder weiterbringt. Und ja, wie es so ist, kleine Unternehmen sind normal nicht global bekannt oder nicht so schnell global bekannt und an die Spezialisten kommt man halt auch nicht einfach so. Deswegen ist auch da Netzwerk schaffen oder vertrauenbildende Maßnahmen in Networking zu betreiben, ist natürlich super für uns als kleines Unternehmen.

SPEAKER_02:

Übrigens, also ich bin gespannt, wo es hingeht. Ich saß neulich mit einem Founder zusammen, der seine Company auch verkauft hat, für einen dreistelligen Millionenbetrag und ich habe ihn gefragt, sag mal, ich nenne jetzt keinen Namen, aber ich habe ihm gesagt, sag mal, was machst du denn jetzt? Ich meine, du kannst ja auch gar nichts machen, bis ans Ende deines Lebens gründest du noch ein Startup, machst du was Neues? Weil viele Founder, die ihren Exit hinter sich haben, bauen ja gleich die nächste Company auf. Und er sagte zu mir, was ganz Interessantes, er sagte, nein, er baut kein neues Startup und er würde auch kein neues Startup gründen und er kennt auch viele Founder, die einen Exit hinter sich haben, die sagen, sie würden in der aktuellen Zeit kein neues Startup gründen. Warum? Weil KI viele der Aufgaben übernehmen und lösen wird, für die man früher ein Startup gegründet hat. Und das finde ich ist eine ganz interessante Frage. Das heißt, jetzt haben wir ja ganz viele Apps zum Beispiel auf dem Telefon und Services und nutzen die. Wird es am Ende so sein, dass wir nur noch einen einzigen Dienst auf dem Telefon haben, der alles für uns machen kann? Da bin ich mal gespannt, wo dir Geise hingeht. Da habe ich mir gedacht, oh, interessant, was er gesagt hat. Der Nick, jetzt habe ich den Namen gesagt.

SPEAKER_01:

Also ich glaube im Technologiesektor sicher. Ich glaube im, also ich meine, im Technologiesektor dahingehend, dass du sagst, im Softwarebereich, ja, also wenn du früher irgendwie für die Programmierung einer App irgendwie ein Riesenteam beschäftigen musstest und sagst heute, wenn ich mich bei Lovable, wenn ich bei Lovable drei Tage reinfuchst, vielleicht habe ich dann auch eine App, die einigermaßen funktioniert. Da glaube ich sicherlich. Ich glaube, es gibt Bereiche, immer da, wo es menschelt und immer da, wo du Hardware brauchst, oder wo du, glaube ich, auch bestimmte Komponenten brauchst, wo du sicherlich KI viel einsetzen kannst als Hilfsmechanismus und Beschleuniger, wo aber, glaube ich, die Hardware immer noch irgendwie zusammenfinden muss. Also jetzt in eurem Bereich, könnte ich mir vorstellen.

SPEAKER_03:

Absolut, ja. Also die KI wird so schnell keinen Ingenieur ersetzen können, aber sie wird sie unterstützen. Davon bin ich fest überzeugt. Die Hardware letztlich muss immer erstmal, gerade bei Entwicklungen, es ist so komplex, die Themen da auf eine KI zu vertrauen, das sehe ich heute nicht, sehe ich auch nicht in fünf Jahren.

SPEAKER_01:

Jetzt haben wir ja, haben wir, finde ich, also wie mir das immer geht im Podcast, ja, also eigentlich könnten wir jetzt, haben wir schon so viele Themen angerissen, mit denen wir unendlich weitermachen könnten. Aber so zum Abschluss hin, was ist der Ausblick? Was treibt euch in nächster Zeit so um? Lieber Chris, was sind die nächsten Schritte für The Royal Tunker?

SPEAKER_02:

Also ich beschäftige mich tatsächlich ziemlich viel mit KI und bin deswegen echt happy, dass ich Veranstaltungen mache, wo echte Menschen aufeinandertreffen, weil das ist ja einer der wenigen Bereiche, denen KI nicht ersetzen kann und der sogar immer wichtiger wird. wird und deswegen habe ich erstmal die Ticketpreise auch erhöht. Das treibt mich an. Das hat aber auch noch andere Gründe. Nein, die nächste Veranstaltung ist und du weißt ja, wie Franz Beckenbauer immer gesagt hat, nach dem Spiel ist vor dem Spiel und das gilt ja auch für Veranstaltungen, nach dem Event ist vor dem Event und der nächste ist nächste Woche auch eine mega Location. Da bekommen wir ein Luxushotel am Stachus. Das wird ab 1. November komplett renoviert. Ab nächste Woche steht das leer und wir übernehmen die oberste Etage mit den ganzen Penthouse-Suiten, machen in einer Suite den Talk mit dem Speaker, in der anderen Suite, legen die DJs auf, in der dritten Networking und Bars. Also wenn du mich fragst, was mich in naher Zukunft beschäftigt, dann dieser Event, ja. Sehr spannend. Und was treibt dich um? Ja, Karten für das Event zu bekommen. Da naja, ich kann dir das Passwort sagen. Sehr gut. Genau. Ganz öffentlich, oder? Danach kann nichts mehr kommen, weil ich geh auf Low. Das Passwort ist Cashflow.

SPEAKER_01:

Okay, ja. Das ist tatsächlich ein gutes Stichwort, bei dem ich sagen würde, dann jetzt zur Afterparty. Vielen Dank, dass ihr mit uns hier den Live-Podcast auf der Inno-Star aufgenommen habt. Ich freue mich jetzt auf den Austausch danach, auf eine gute Veranstaltung. Und bis zum nächsten Mal. Vielen Dank für die Einladung. Danke dir, Johannes. War euch cool, danke.