Paws & Personality
Ehemals „VON NULL AUF HUND®“ – Ein Podcasterlebnis bei dem Du anfänglich den gestressten Geschäftsmann Michael Arenz auf seiner spannenden Reise begleitest, als er die Herdenschutzhündin Niki adoptiert. In diesem Hundepodcast teilt die Hundetrainerin Sandra Oliver ihre Erfahrungen, um Dir tiefgreifende, lustige, traurige, kurz: vielfältige Einblicke in die Mensch-Hund-Beziehung zu geben. Wir beleuchten die Freuden und Herausforderungen des Lebens mit einem Hund. Der Podcast bringt Hundeliebhaber zusammen und bietet einen reichen Wissensschatz – von den neuesten Themen in der Hundewelt bis zu praktischen Tipps für ein harmonisches Zusammenleben. Tauch in tiefgründige Diskussionen über Hundefutter, Tierschutz und das ideale Hundekörbchen ein, ergänzt durch spannende Gäste und unterhaltsamen Quatsch – eine perfekte Mischung aus Information und Spaß, kostenlos überall wo es Podcasts gibt!
Paws & Personality
Bisschen Hund, bisschen Wahnsinn - Grenzen setzen mal anders betrachtet
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Wir schauen uns das Thema "Grenzen setzen" mal von der anderen Seite an. Wir spekulieren, warum es manchen Menschen so schwer fällt und erörtern, warum es dennoch wichtig ist. Dabei ist unser Fokus auf der menschlichen Seite: welche Rolle spielen Glaubensätze, Erfahrungen im Aufwachsen und das Nervensystem? Und warum ist Grenzen setzen für uns grundsätzlich so ein wichtiges Thema?
Teilt gerne eure Gedanken mit uns auf Instagram oder Monnett :-)
Ihr wollt den Podcast unterstützen? Es gibt 3 Möglichkeiten:
Über eine direkte Community-Unterstützung über Steady in Form einer Monats- oder Jahresmitgliedschaft. Bei Steady findet ihr auch meine Bankdaten, falls euch eine direkte Unterstützung ohne Mitgliedschaft lieber ist: https://steady.page/de/paws-personality/about
Falls ihr zufällig noch natürliche, unbehandelte Kauartikel, Spielzeug, Zughundesportzubehör (was für ein Wort...) und vieles mehr braucht, dann werdet ihr sicher bei der Knabberkiste, meinem Kooperationspartner, fündig und mit dem Aktionscode pawspersonality erhaltet ihr 10% Rabatt und unterstützt den Podcast mit 5% von eurem Umsatz:
https://knabberkiste-shop.de/?dog=pawsandpersonality
Unterstützen könnt ihr die Arbeit am Podcast auch über einen Einkauf im Merch-Shop: https://paws-personality.myspreadshop.de/
|paws & personality® Podcast|
Fragen, Anregungen oder einfach nette Worte an:
https://www.instagram.com/sandraoliver_pawspersonality/
„paws & personality®" ist ein Podcast von Sandra Oliver.
Fotografie: Christiane Münchhausen | ...
Warm-Up Und Ziel Der Folge
SPEAKER_02Hey ho und herzlich willkommen zu einer neuen Folge. Heute wieder mit Jana. Hallo Jana. Hi Sandra. Ewig nicht im Podcast gehört hier. Ja, nee, stimmt. Irgendwie hat es lange nicht geklappt. Hatten wir beide keine Zeit oder zu den falschen Zeiten Zeit jeweils. Es hat einfach nicht geklappt. Umso schöner, dass es jetzt im neuen Jahr wieder klappt. Ja, sehr schön. Und wir versuchen uns jetzt nochmal, also ich nochmal, du zum ersten Mal, an der Folge über das Thema Grenzen setzen. Weil ich die ja schon mal versucht hatte aufzunehmen und dann so überhaupt nicht happy war mit. Ich halte 45 Minuten einen Vortrag, also ich wollte 45 Minuten, am Ende waren es irgendwie 20, weil ich so schnell da durchgerauscht war und ich glaube, es war einfach nicht schön. Und deswegen freue ich mich umso mehr, dass wir heute jetzt ein Gespräch darüber führen, anstatt dass ich monologisiere.
SPEAKER_00Ich bin wieder für die A's A. Das werde ich versuchen, gut auszubauen.
Debatte: Grenzen In Social Media
SPEAKER_02Ja, vielleicht ja auch Beispiele aus dem Alltag oder aus den sozialen Medien oder was auch immer dir so in den Kopf schießt. Und ich wollte dieses Thema Grenzen setzen mal so ein bisschen noch von einer anderen Seite beleuchten. Also im Moment ist es ja so, dass ja gerade auf Social Media, da sind wir nun mal relativ viel unterwegs, die meisten von uns. Sicherlich nicht alle, aber sehr viele. Und dort wird dieses Thema Grenzen setzen ja sehr kontrovers diskutiert und behandelt und es geht ja immer in Bezug darauf, was es quasi bedeutet, dem Hund Grenzen zu setzen, während die einen sagen, es ist unumgänglich, das zu tun. Es sicherlich auch teilweise, wenn wir jetzt ins ganz blöde Extrem gehen, es auf eine Art und Weise tun, die absolut nicht zu rechtfertigen ist, gibt es dann ja das andere Extrem, die Menschen, die sagen, oh mein Gott, Grenzen setzen ist das Böseste, was du tun kannst. Und alleine schon, wenn du Nein denkst, tust du deinem Hund Gewalt an und so. Dieses haben wir ja da und es ist aber immer sehr bezogen auf, was passiert mit dem Hund, warum soll man das tun, warum soll man das nicht tun und so weiter und so weiter. Und ich dachte mir, wir schauen mal ein bisschen, was ist denn mit den Menschen? Also, warum wird es so kontrovers diskutiert? Warum fällt es manchen Menschen vielleicht auch sehr, sehr schwer, Grenzen zu setzen? Wo liegt da eventuell die Ursache? Und natürlich können wir jetzt nicht am Ende des Podcasts sagen, so, das und das ist genau der Grund und deswegen kann kein Mensch mehr, wie auch immer, ne, darum geht es nicht, aber vielleicht mal so ein paar Gedanken, Impulse hier reinzustreuen, weswegen sich vielleicht die einen schwerer damit tun als die anderen. Und ja, so Intro. Checkhaken. Genau. So, und dann habe ich geschaut und habe halt so überlegt, okay, was kann es denn so alles für Gründe dafür geben? Habe fleißig gegoogelt, habe mit Mistral gesprochen. Mistral ist eine europäische KI. Einfach um auch mal so ein bisschen noch Werbung für andere KIs als nur ChatGPT zu machen. Ich weiß, du bist ein Chetty-Maker, aber ich versuche ja doch sehr, ja, die Sachen, die nicht so aus den USA kommen, ein bisschen zu mehr zu nutzen und habe also Mistrei genommen. Ich glaube, die sind aus Frankreich, die Franzoten.
SPEAKER_00Ich habe noch nie was von gehört, aber redet trotzdem.
Fokuswechsel: Menschen Statt Hunde
Evolution Und Angst Vor Ablehnung
SPEAKER_02Das heißt bei mir auch nichts. Nee, genau, macht nichts. Und hatte da quasi so eingegeben, kannst du mal bitte schauen, was, in welchen Wissenschaftsbereichen, beziehungsweise in welchen, jetzt habe ich gerade so ein Blackout, was, wie nennt man das denn? Sind das Wissenschaftsbereiche? Also wenn du sagst, Evolution, Biologie, Psychologie. Ich glaube schon, aber ich glaube, mit deinen Beispielen wissen die Hörer jetzt auch super, was du meinst. Also wo können an die verschiedenen Sachen drin begründet liegen. Und habe mir dann auch so ein paar Sachen mit Studien quasi begründen lassen und bin auf, ja, ich würde jetzt einfach mal anfangen mit Dingen. Evolutionär, was so die Basis von allem ist, liegt es halt zum Teil mit daran, dass wir sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, lange her ist es schon, natürlich darauf angewiesen waren, dass wir in einer sozialen Gruppe nicht ausgestoßen wurden. Also dass wir quasi Steinzeit und dann natürlich auch noch in den Folgejahrtausenden sehr darauf angewiesen waren, in einer Gruppe stabil sein zu können. Teilweise, je nach Weltregion, ist es ja heutzutage noch so, dass es schwierig ist, wenn du in deiner Kultur, aus deiner Familie oder aus deinem Bereich verstoßen wirst, dass es sehr, sehr schwer für dich ist, noch zu überleben. Das heißt, die Angst, abgelehnt zu werden, sitzt ja relativ tief in uns drin. Und diese Angst führt halt bei manchen Menschen dazu, dass es ihnen sehr schwer fehlt, Grenzen zu setzen, weil sie glauben, dass wenn sie eine Grenze setzen, dass wenn sie Nein sagen, wenn sie etwas ablehnen, dass sie dann nicht mehr geliebt werden, ausgestoßen werden, nicht mehr zur Gruppe gehören. Das ist sicherlich nichts, was total bewusst abläuft, aber halt unterbewusst in ganz vielen noch drinsteckt. Und natürlich war es auch damals so, also das fand ich in der Recherche so ein bisschen einseitig, so dieses, naja, weil in der Steinzeit keiner ausgeschlossen werden wollte, fällt es uns heute schwer, Grenzen zu setzen. Ja, aber es wird auch damals garantiert, Lebewesen, Menschen, wie auch immer gegeben haben, die sehr gut Grenzen setzen konnten, die sich sehr gut behaupten konnten und die auch dadurch natürlich einen Zugewinn für die Gruppe waren. Am Ende halt dann auch zum Teil eine Charakterfrage einfach. Es war so ein bisschen zu simpel aufgedröselt als Grund für mich, wo ich so dachte, ja, ja, zum Teil stimme ich zu und es kann schon sein, aber zu einem anderen Teil, ja.
SPEAKER_00Ich denke auch damals, wenn du da zurückgehst, es gab ja auch damals mit Sicherheit schon Anführer oder Anführerinnen. Und das sind ja dann mit Sicherheit Leute gewesen, die Grenzen gesetzt haben. Also, die gesagt haben, wir machen das jetzt so und so und folgt mir und dann klappt es besser oder halt auch nicht. Aber der Charakter des Menschen hat dann damals gesagt: so, ich gehe das jetzt an.
SPEAKER_02Ja, und ich glaube, dass sich das, wenn wir jetzt da so mal reingehen, dass sich das durch die ganze Folge so ein bisschen durchziehen wird. Dieses, es gibt ja von ganz vielen ganz vieles und letztendlich ist es ja auch wichtig für die Gruppe. Also du brauchtest vielleicht ja in einer kleinen sozialen Gruppe damals, brauchtest du Menschen, die dafür gesorgt haben, dass es eher ruhiger zugeht, dass nicht noch mehr Konflikte entstehen, dass es innerhalb der Gruppe gut ist. Und gleichzeitig brauchtest du aber ja auch Menschen, die die Gruppe zum Beispiel nach außen verteidigen konnten, die sagen konnten, so du Fremdling, bis hierher und nicht weiter, da ist unsere Grenze und probier's mal. Oder auch innerhalb der Gruppe, die vielleicht da Grenzen setzen konnten, damit es sozial funktioniert. Also dieses ganze, ja, man nennt es ja auch agonistisches Verhalten, also Verhalten, was dazu dient, seine Interessen durchzusetzen, wo das Aggressionsverhalten mit reinzählt, da zählt aber auch bei der Agonistik das Fluchtverhalten, zum Beispiel mit rein beim Hund jetzt, wenn wir darauf gehen. Diese ganzen Verhaltensweisen gehören ja dazu, um eine Gruppe stabil zu halten. Also sicher.
SPEAKER_00Ich glaube, Fluchtverhalten kannst du ja auch wieder auf den Menschen projizieren, ne? Also nicht im Sinne vom Wegrennen, aber sich halt der Situation entziehen, ist ja so gesehen auch eine Flucht, die mancher Mensch als eine Konsequenz dann in bestimmten Situationen sieht, ne?
SPEAKER_02Ja. Als Strategie halt auch manche Menschen ja tatsächlich so als gerechte Strategie, ne? Vielleicht ist das auch so, was heutzutage dann wieder in den sozialen Medien viel passiert oder bei den ganzen Chat-Sachen, WhatsApp und so weiter, jemanden zu gosten. In dem Moment entziehst du sich halt auch. Das ist ja auch easy, ne? Also aus den Augen, aus halt Sinn, es muss halt aus der Kommunikation, weil es unangenehm wird.
SPEAKER_00Genau, es ist halt auch deutlich leichter jetzt zu heutiger Zeit, ne, mit den sozialen Medien. Aber ja, es gibt auch Menschen, die machen das nicht nur in den sozialen Medien, aber gut. Ja, das stimmt.
Social Pain, Biologie Und Stress
SPEAKER_02Leider. Jedenfalls, um das vielleicht mal noch so auch dann mit in die biologische Schiene zu ziehen, aktiviert wohl soziale Ablehnungen dieselben Schmerzareale wie ein gebrochener Arm. Das heißt, wenn du sozial abgelehnt wirst, wer war das? Moment, das ist die Social Pain Theory von Eisenberger und Liebermann 2004. Ich glaube, das war irgendeine, nee, ich weiß nicht, woher es genau ist, aber es gab jedenfalls diese Studie von Eisenberger und Liebermann, die das untersucht hat und ja, das ist wirklich, es ist ja wie so ein, es ist kein körperlicher Schmerz, aber die gleichen Schmerzareale werden aktiviert im Gehirn. Das heißt, ja, du fürchtest dich natürlich vor der sozialen Ablehnung, weil es ist sehr unangenehm.
SPEAKER_00Es gibt ja auch das Broken Heart Syndrome. Ich kann dir jetzt nicht ganz genau sagen, was es ist, aber es ist halt, wenn du Liebeskummer hast, dass es halt dann nicht nur auf der mentalen Ebene ist, sondern dass du halt wirklich Herzschmerzen hast.
SPEAKER_02Also im wahrsten Sinne des Wortes einfach. Ja, und das ja wahrscheinlich nicht nur beim Liebeskummer, sondern auch bei Trauer.
SPEAKER_00Ja, ich denke da. Also bei jeglichen wissenschaftlich genug, genau. Aber dass es halt wirklich sich auf den Körper auswirkt und nicht nur auf den Geist. Ja, krass, ne?
SPEAKER_02Und wenn wir bei der Biologie bleiben, hast du halt dann zusätzlich zu diesen Schmerzerealen, die aktiviert werden können, dass dein Cortisol hochschießt. Also Stresshormon wird vermehrt ausgeschüttet. Und die Amygdala, das ist das Angstzentrum von uns, aber auch von Hunden im Hirn, die dann eher das Kommando übernimmt. Also, dass dann sehr schnell Verunsicherung eintritt. Oh Gott, meine ich das jetzt wirklich so? Will ich das wirklich so, ne? Kann ich das durchziehen, weil sonst werde ich ja abgelehnt. Das sind dann so die Mechanismen, die damit dann ablaufen. Und wenn die Amygdala einmal einsetzt, dann wird auch das rationale Denken blockiert. Das heißt, es fällt dir viel schwerer, sinnvolle Entscheidungen zu treffen, wie wenn die Amygdala halt gerade nicht dazwischen funkt. Das ist im Übrigen eine Studie der Stanford University aus dem Jahre 2021, also noch gar nicht so alt. Es dauert wohl angeblich fünf Sekunden, bis die Angst die Kontrolle übernimmt und da wird dann so gesagt, okay, wenn du das Gefühl hast, das keimt jetzt gerade auf, du bist dir nicht sicher, ob du eine Grenze setzen kannst, dann zähl einmal von fünf bis eins runter und sag dann nein. Das hat nichts mit dem Hundetraining zu tun, sondern eher so mit dem Zwischenturch.
SPEAKER_00Ich wollte gerade sagen, da haben wir gegebenenfalls dann vielleicht auch schon Probleme, dass dann das Verhalten schon wieder ein anderes ist, was dann, wo die Grenze vielleicht ist. Im Alltag zwischenmenschlich, ne? Wobei auch da wieder, ich meine, da gehen wir ja ein bisschen näher dann noch drauf ein, bei den Leuten, denen es wirklich extrem schwerfällt, eine Grenze zu setzen, wäre das da vielleicht auch einfach ein Punkt, um anzufangen. Also dass man dann vom Hund kein Verhalten nimmt, was wirklich nur diese eine Sekunde dauert, wo man vielleicht ein bisschen mehr Zeit hat und sich das dann mal vornimmt und antestet, ob das vielleicht ein Weg ist, der funktionieren könnte. Ich glaube, da gibt es aber genug Verhaltensweisen, die länger dauern.
5-Sekunden-Regel Im Alltag
SPEAKER_02Also wo du das machen kannst. Ja, durchaus, durchaus. Alleine wenn du zum Beispiel sehr aufdringliche Hunde hast. Ich brauchte ja nur an Pet denken, der sehr gerne an Menschen hochkrabbelt und ihnen seine Liebe aufzwinkt. Diese Menschen hätten lange Zeit.
SPEAKER_00Unser Besuch hier auch mit unseren Hunden und vor allen Dingen Paddys Vollbruder Rookie Bärt. Also genau. Und da wäre das ja durchaus mal eine Überlegung. Also wenn wir da bei dem Beispiel bleiben, ich weiß, dass wenn meine Mama hier ist, also die liebt den Rooks ohne Ende, aber irgendwann ist es halt auch nervig, wenn der immer auf sie raufkriegt. Und ihr fällt das aber auch unfassbar schwer, Nein zu sagen. Also ihm zu sagen, dass er runtergehen soll. Egal, ob sie da jetzt gerade ihren Kaffee trinken will oder nicht, sie kriegt das nicht hin und da wäre es durchaus vielleicht mal eine Überlegung zu sagen, so, hey, teste das doch mal aus. Sag mal, sag einfach mal Nein, nachdem du gezählt hast. Zähle von fünf runter? Ja, warum nicht? Einfach mal ausprobieren. Es kann ja nicht schaden. Das ist ja das Gute an solchen Sachen. Also kann ja jetzt nichts Negatives passieren. Ich zähle bis fünf runter und entweder ich versuche dann Nein zu sagen, ob ich das Nein dann durchsetze, ist ja nochmal eine andere Geschichte, zu der wir bestimmt auch nochmal kommen. Aber wenn ich es nicht schaffe, Nein zu sagen, ja, who cares, ist nichts passiert. Also hängt der Hund halt weiter auf dir drauf.
SPEAKER_02Ja. So, dann haben wir, können wir das natürlich auch aus psychologischer und Kindheitsentwicklungsicht besprechen, das Grenzensätzend-Thema, wo die Bindungstheorie quasi mit reinspielt. Da gibt es ja auch ganz viele verschiedene Studien dazu und Ansichten und Ergebnisse. Und dieses Thema ist sicherlich noch lange nicht ausstudiert und da werden sicherlich auch immer wieder neue Sachen kommen. Im Moment ist es aber halt so, dass wir sagen können, dass die Bindungstheorie zeigt, wer als Kind unsichere Bindung erlebte, also zum Beispiel durch Vernachlässigung, Vernachlässigung oder inkonsistente Liebe, der entwickelt später oft eine stärkere Ablehnungsangst. Und dem fällt es dann in der Folge oft schwerer, Grenzen zu setzen, weil er ja Angst hat, abgelehnt zu werden, weil er in der Kindheit die Erfahrung gemacht hat. Ich muss so lieb wie möglich sein, ich muss so nett wie möglich sein, ich muss irgendwie versuchen, die Liebe meiner Fürsorgeperson sein, ist die Elternpflegeperson, also was auch immer, wo auch immer du so als Kind stecken kannst, um die Liebe quasi zu erhalten und zu gewinnen, um versorgt zu werden, muss ich mir ganz, ganz, ganz viel Mühe geben. Und dass daraus kein Mensch wird, zwingend, der super klar sagen kann, so, da sind meine Grenzen und die überschreitest du nicht und so weiter, kann ich mir auch sehr gut vorstellen.
SPEAKER_00Das spielt doch wahrscheinlich auch mit rein, dass wenn man ein Kind als Kind die eigenen Grenzen nicht akzeptiert bekommen hatte. Weißt du, wie ich meine? Ja. Also, dass, wenn du als Kind dann schon gesagt hast, ich möchte das nicht und dann kam halt von welchem Part der Erwachsenen auch immer, ja, jetzt hab dich nicht so, komm, du musst da durch, mach, dass ich mir vorstellen kann, dass solchen Leuten das dann auch später deutlich schwerer fällt, dann Grenzen zu setzen.
Bindungstheorie Und Glaubenssätze
SPEAKER_02Wobei auch da, finde ich, kommt es wahrscheinlich drauf an, auf welche Art und Weise das geschieht und wie oft es geschieht. Mit Sicherheit. Weil es ist ja schon so, dass es Situationen gibt, wo Grenzen auch mal überschritten werden müssen letztendlich.
SPEAKER_00Und das ja nicht nur als Kind, aber auch durchaus auch noch Bins ins Erwachsenenleben. Also auch da gibt es ja Situationen, auf die haben wir vielleicht keine Lust, aber müssen dann doch durchaus mal da durch. Sei jetzt nur so ein blödes Beispiel wie ein Zahnarztbesuch. Also da habe ich auch keine Lust drauf, ich muss da ja aber durch. Also da wäre es blöd, wenn ich da eine Grenze setze im Sinne von, nee, ich gehe da nicht hin, weil dann habe ich irgendwann ein Problem. Also da bin ich bei dir. Ich meine eher so.
SPEAKER_02Genau, aber als Erwachsener kannst du ja schon sagen, ich motiviere mich jetzt auf irgendeine Art und Weise dazu, zu diesem am Zahnarzt zu gehen, um das zu machen. Als Kind hast du das ja nicht. Also als Kind hast du nicht die Möglichkeit zu sagen, ich gehe auf gar keinen Fall, sondern wenn die Fürsorgepersonen entscheiden, okay, das muss jetzt gemacht werden, weil das ist jetzt wirklich wichtig. Und dann wird auch die Grenze halt mal überschritten. Ich glaube, aber wenn man die gleichen Auswirkungen hat, wie wenn die Grenzen tagtäglich in allen möglichen Fällen sind.
SPEAKER_00Nee, und ich meinte auch eher so ein Beispiel wie zum Beispiel kuscheln. Also wenn ich jetzt ein Kind wäre, was nicht so gerne Körperkontakt hat und die Mutter aber total gerne kuschelt und das Kind fühlt sich dabei unwohl, können wir auch wieder auf den Hund projizieren. Ich glaube, da gibt es das Beispiel auch oft. Also wie viele Hunde mögen, es eigentlich gar nicht gekuschelt zu werden. Und wir drücken und knuts die trotzdem. Und das ist ja dann durchaus eine Grenze, egal ob sie bewusst ausgesprochen wird oder nur nonverbal kommuniziert wird, indem man sich unwohlführt, die dann halt überschritten wird, also nicht akzeptiert wird.
SPEAKER_02Und warum ich da jetzt einfach so nochmal so ein bisschen reingegangen bin, war einfach nur diese Sorge, dass, wenn wir jetzt sagen, wenn die Grenzen überschritten wurden, dann kannst du keine Grenzen mehr setzen, dass das zur Schlussfolgerung führt, okay, ich darf keine Grenzen mehr überschreiten. Weil so ist es ja nicht. In der Kinder- und auch in der Hundeerziehung bin ich als Verantwortlicher schon auch dazu da, um ab und an gewisse Grenzen zu überschreiten, die mir signalisiert werden, weil ich weiß, es ist für das Wohl des Lebewesens gut sinnvoll. Aber ich darf natürlich sehr darauf achten, da die Balance zu halten, den anderen trotzdem in seiner Persönlichkeit zu stärken, trotzdem zu schauen, okay, wo fangen wir das auf, wo kann dann das Kind, der Hund, wie auch immer, die Entscheidung treffen, um halt zu einer selbstbewussten, selbstwirksamen Persönlichkeit heranzuwachsen. Ja, genau das. Diese unsichere Bindung kann natürlich dann auch zu sogenannten Glaubenssätzen führen, also zu Dingen, die du fest in dir verankert hast, die dir ganz oft aber gar nicht bewusst sind. Und in diesem Fall wäre es halt dieser Glaubenssatz, ich muss immer Ja sagen, um geliebt zu werden, oder ich muss alles tun, um geliebt zu werden. Wenn ich Nein sage, werde ich nicht geliebt. Also diesen Glaubenssatz kannst du ja so ein bisschen verschieden formulieren. Und das ist dann schon so ein Thema, da können Menschen, wenn sie merken, okay, das ist so ein Ding, ja, das könnte bei mir sein. Da kann man halt letztendlich mit einem Coach, Therapeuten, was auch immer, also mit einem Menschen, der mit einem selber arbeitet, dran arbeiten. Das ist für mich halt kein Hundetrainingsthema. Also, wenn ich das so merke, okay, es liegt daran, dass ich irgendwie eine Hemmung habe, dann kann ich da halt reingehen, um zu schauen, wie kriege ich das dann später mit meinem Hund gut gelöst.
SPEAKER_00Aber du bist schon bist du der Ansicht, dass Leute, die daran arbeiten müssten oder wollen würden, wie auch immer, dass dann, also die Probleme dann auch im Hundetraining haben. Also wenn du so einen Menschen hast, der dann einen Hund hat, dass es dem dann auch wirklich extrem schwerfällt, beim Hund die Grenzen zu setzen?
SPEAKER_02Ja, oder? Teilweise ja. Also was manchmal ist, ist, dass, und auch das hatten wir ja im Vorgespräch schon so ein bisschen so dieses, dass du in verschiedenen Kontexten verschieden sein kannst. Das heißt, wenn es dir vielleicht im Menschenbereich sehr, sehr, sehr schwerfällt, Grenzen zu setzen, könnte es sein, dass du das im Hundebereich kompensierst, indem du dort besonders hart bist. Okay. Und dann halt auch zu viel bist. Aber auch da würde ich sagen, okay, dann schau mal in dich und arbeite mal daran, weil zu hart ist natürlich auch nicht gut. Und das Gleiche aber, wenn du es im Hundebereich ebenso machst wie im Menschenbereich, dass du sagst, okay, ich kann das hier überhaupt nicht, dann liebt er mich nicht, dann fühle ich mich abgelehnt, kriege ich nicht hin. Aber der Hund ist absolut grenzenlos überbordend und macht nur Sachen, die dich zum Verzweifeln, zum Heulen, zum Fertigsein bringen. Ja, dann darf ich halt in mich schauen, weil irgendwie muss es funktionieren. Und das geht halt nur, wenn da so ein bisschen eine Arbeit stattfindet. Ja. Ja. An sich. Und nicht nur am Hund.
SPEAKER_00Ja, auf jeden Fall. Da bin ich auch bei dir.
Nervensystem: Drei Zustände Erklärt
SPEAKER_02Selbstreflexion. Was heutzutage auch? So ein bisschen mit reinspielt, ist diese Angst, etwas zu verpassen und damit halt auch Angst, den Anschluss zu verpassen. Und auch das wird ja sehr durch die sozialen Medien unbewusst nochmal gefördert. So dieses, okay, guck mal, das und das und das gibt es alles und das und das könntest du alles verpassen. Gleichzeitig hängen wir die ganze Zeit am Handy, sehen nur das. Aber auch da spielt dann wieder so rein: dieses, ich könnte den Anschluss verpassen an eine Gruppe, an ein Lebewesen und so weiter, wenn ich nicht immer Ja sage, immer dabei bin, immer mitmache und dann meine eigenen Grenzen, also jetzt geht es so ein bisschen um mich als Mensch und nicht nur um den Hund, ne? Und meine eigenen Grenzen quasi dann nicht wahre. Also ich merke zum Beispiel, ich bin hundemüde, schaffe eigentlich gar nichts mehr. Aber dann fragen mich XYZ, ob ich noch mit dieses oder jenes, was weiß ich, beim Umzug helfe, auf eine Party gehe, ins Kino gehe, genau, reicht was auch immer, ne? Und dann schaffe ich es nicht, nein zu sagen. Also ich schaffe es nicht für mich einzustehen. Und jetzt könnt ihr euch, ihr zuhört, natürlich fragen, was hat denn das jetzt mit dem Hund- und einem Hundetraining zu tun? Verschiedene Sachen. Also zum einen, wenn ihr da schon keine Grenzen setzen könnt, fällt es euch eventuell schwer, auch beim Hund Grenzen zu setzen. Zum anderen, wenn ihr da keine Grenzen setzt und euch nicht um euer Wohl kümmert, werdet ihr nervlich meistens nicht fitter. Und auch dann fällt es oft schwer, wenn ein etwas herausfordernder Typ Hund mit im Haushalt lebt, das gut abfedern zu können, regulieren zu können und dem dann die entsprechende Ruhe und Klarheit zu vermitteln, die es vielleicht braucht, weil ich bin selber fix und fertig, weil ich immer den Ansprüchen anderer genüge, anstatt mal Grenzen zu setzen für mich, für mein eigenes Wohl. So, deswegen bringe ich das halt mit an, auch wenn es auf den ersten Blick weit weg von Hundetraining ist. So dieses Ich weiß nicht, ob da die Persönlichkeitstypen schon mit reinpassen würden oder ob wir die später, weil du hattest gemeint, du hast da so ein bisschen was gefunden.
SPEAKER_00Genau, also ich habe, was ich im Vorfeld ein bisschen geschaut habe, ist, wie die Wissenschaft das so sieht. Also welche Typen von Menschen gibt es, denen schwerfällt, Grenzen zu setzen. Und es gibt neuro- und psychologisch betrachtet dabei drei Haupttypen von Persönlichkeit, die immer wieder auffallen. Allerdings, was ich dann in der Recherche noch gefunden habe, ist, und das würde ich auch gerne hier nochmal reinpacken, auch wenn das so ein bisschen wie so ein Referat jetzt vielleicht dann rüberkommt, ist, bevor wir über diese Persönlichkeitstypen sprechen, ein kurzer Blick auf das Nervensystem. Ich glaube, da hast du, bist du ja jetzt eigentlich auch indirekt schon wieder die ganze Zeit reingegangen, indem wir jetzt viel gesagt haben, was wir fühlen in den Momenten. Und du hast auch schon gesagt, dass wir manche Dinge gar nicht unbedingt steuern können. Und genau darum geht es eigentlich dann auch in der Wissenschaft. Also unser Nervensystem arbeitet nicht wie so ein Lichtschalter. Also es ist nicht an-aus, an- aus, an aus, sondern das ist eigentlich permanent in verschiedenen Zuständen, die darüber bestimmen, wie wir reagieren, wie wir Entscheidungen treffen, aber eben auch, wie wir Grenzen setzen, ob wir es überhaupt können, ob wir in der Lage sind und wenn ja, wie diese Grenze aussieht. Und wir unterscheiden grob in drei Hauptzustände. Erstens das Ventralvagale, das ist der Ruhe- und Sicherheitszustand. Also, das ist ein Zustand, in dem wir uns entspannt fühlen, verbunden sind, in der Lage sind, klar zu handeln, am Ende auch in unserem Körper. Das heißt also, unser Herzschlag ist ruhig, die Atemfrequenz ist gleichmäßig und in Ruhe, wir können Geduld aufbringen und klare Entscheidungen treffen. Kurz gesagt, also in diesem Zustand können wir stabile Grenzen setzen, wenn wir jetzt wieder auf das Thema Grenzen setzen gehen, ohne dass Stress oder Emotionen das Ganze überlagern. Also wir sind total gefasst und können das auch gut in unserem Kopf am Ende bewerten. Kann ich da, bevor du zum nächsten Punkt gehst oder bringe ich dich dann raus? Würden wir sehen.
SPEAKER_02Nein, immer gerne einschübe. Ja, weil das Ventral Vagala hat mich gerade daran erinnert, Vagusnerv. Der Vagusnerv ist ja ganz und gar wichtig auch für unsere Entspannung, für Runterkommen und so weiter. Und es gibt so viele Übungen, die du nur machen kannst, körperliche, um einfach deinem Körper zu signalisieren, ach so, komm, fahr mal runter, entstresst dich mal. Hunde machen das ja ganz oft, die schütteln sich zum Beispiel. So, auch wir, es gibt ja Schüttelmeditation und so ein Kram. Und ich finde es so krass, dass es gibt so viele, die davon wissen, und es wird aber zum Beispiel Kindern nicht beigebracht. Also wir könnten uns teilweise als Menschen so viel besser regulieren, wenn wir so ein paar Techniken einfach schon Intus hätten, schon gelernt hätten, um uns selber zu helfen, um den Körper zu helfen, wieder zu entspannen, wieder runterzufahren, wieder klarer zu werden, ja, um dann halt auch sinnvolle Entscheidungen und so weiter treffen zu können. Das war einfach nur so, das blitzte gerade so auf, als du das vorher geil gesagt hast. Ja geil, es gibt Regulationsmöglichkeiten, es gibt Leute, die können das, die können das auch lehren, aber es wird nicht den Kindern beigebracht.
SPEAKER_00Ja, eigentlich schade, weil am Ende ist das ja der Zustand, der in Anführungsstrichen erstrebenswert ist. Also erstrebenswert ist das falsche Wort. Ich glaube, du weißt, wie ich es meine. Ich krieg es gerade schlecht umschrieben, weil natürlich sind auch andere Emotionen von uns wichtig und richtig und die haben einen Platz verdient.
SPEAKER_02Nee, ich weiß aber, was du meinst, ja.
Persönlichkeitstyp 1: Hochsensibel
SPEAKER_00Es wäre gut zu wissen, wie komme ich da hin, wenn ich da hin möchte. Genau, genau, genau. In den Momenten, wo es halt wie jetzt in unserem Kontext heute sinnvoll ist, eine Grenze zu setzen. Wie kriege ich meinen Körper dahin, dass mein Herzschlag ruhig ist, meine Atmung gleichmäßig ist, dass ich wirklich normal darüber nachdenken kann, wie ich jetzt reagiere, ohne dass, genau. Nämlich der zweite Punkt zum Beispiel betroffen ist hier, in den Hauptzuständen nämlich sympathisch. Also hier aktiviert sich der Körper und das ist das klassische Kampf- oder Fluchtsystem. Das hattest du vorhin auch schon angesprochen, ne? Und das haben wir am Ende auch schon oft in unseren Folgen bei den Hunden angesprochen. Wir sind oft angespannt, die Muskeln sind bereit, das Herz schlägt schneller, die Entscheidungen fallen oft impulsiv, Geduld und Ruhe gehen verloren. Also wer in diesem Zustand Grenzen setzen will, der hat es schwer, denn die Handlungen werden häufig inkonsequent, schnell emotional oder auch hektisch. Ja.
SPEAKER_02Das wäre der zweite, damit du da der Sympathikus quasi anspringt. Also es gibt ja diese Stressachsen, Sympathikus parasympathikus. Der Sympathicus ist halt das, der, der das System hochfährt und wenn er das zu viel macht und überreizt ist und auch dann macht, wenn wir das gar nicht brauchen, wird es schwierig. Exactly. Mein Strom fällt hier durch die Gegend. Sorry. Ich bin gerade erschrocken.
SPEAKER_00Sehr schön. Dann gibt es noch drittens Dorsalvargal. Das ist der Rückzugs- und Blockadezustand. Also wir fühlen uns gelähmt, erschöpft, manchmal regelrecht ausgeblendet. Entscheidungen werden vermieden, Handlungen unterdrückt. Grenzen setzen ist hier quasi eigentlich unmöglich. Also für den Hund wirkt das oft wie eine völlige Unklarheit. Also er spürt, dass kein stabiler Rahmen existiert und er testet, wie weit er gehen kann. Was spannend ist, dass diese Zustände nicht zufällig sind, sondern sie sind halt eben ganz tief im Nervensystem verankert. Das hatten wir jetzt auch schon ein paar Mal. Also wir können uns dagegen nicht wirklich wehren. Du hast jetzt gerade gesagt, es gibt Techniken, wo wir ein bisschen üben können. Aber grundsätzlich erstmal, das passiert halt einfach mit uns. Und in der Podivagaltheorie, nach Stephen Porgis übrigens, ist es so, dass unser Nervensystem auf Stressbedrohung und Unsicherheit reagiert. Und genau deshalb kann es sein, dass wir beim Hundetraining eben plötzlich anders reagieren, als wir es rational planen, als wir es eigentlich vorhatten. Und dass eben, obwohl wir das wissen und vielleicht auch die Fähigkeit dazu haben, es in dem Moment eben einfach nicht hinkriegen, das Ganze dann so durchzusetzen, wie wir es vielleicht im Kopf gerne hätten. Kurz gesagt, also wenn wir verstehen, wie das Ventralvagale, der Sympathikus oder das Dorsalvagale wirken, können wir besser erkennen, warum wir Grenzsetzungen manchmal hinkriegen und manchmal nicht. Und wir lernen auch unser eigenes Nervensystem zu beobachten und zu regulieren. Und das am besten, bevor wir versuchen, den Hund zu führen, in Anführungsstrichen. Also da sind wir wieder beim Thema, was ich halt auch schon gesagt habe, Selbstreflexion, ne? Genau, und genau diese Perspektive, die Neurobiologie als Fundament für Verhalten, damit bist du ja am Ende auch eingestiegen, ist der Schlüssel, um die verschiedenen Persönlichkeitstypen später richtig einzuordnen und zu verstehen, warum es eben manchen Menschen total easy fällt, eine Grenze zu setzen und für andere ist es mit das Schwerste überhaupt. People-Pleasing, das hatten wir jetzt ja auch gerade schon viel. Und damit, das ist so eigentlich jetzt das Vorgeplänkel gewesen zu diesen Persönlichkeitstypen, wo wir dann vielleicht jetzt auch nochmal mit ein paar Beispielen eingehen können. Ich glaube, das wäre dann nicht verkehrt. Also Forschung, wie gesagt, beschreibt grob drei Persönlichkeitstypen, wobei ich glaube, dass es da auch noch zig verschiedene Unterkategorien gibt.
SPEAKER_02Es kommt so, glaube ich, auch total drauf an, wo du, also einfach mal für die Hörenden, weil wenn wir in eine bestimmte Richtung recherchieren, dann bekommen wir natürlich Ergebnisse aus dieser Richtung angezeigt. Das heißt aber nicht, dass es nicht zum Beispiel im Business-Kontext oder in irgendeinem anderen Kontext andere Persönlichkeitstypen Einteilungen gibt. Also es gibt da ja, keine Ahnung, es gibt irgendwelche fünf Persönlichkeitstypen nach sowieso, 16 Persönlichkeitstypen nach sowieso. Also es geht einfach darum, dass wir geschaut haben, welche Persönlichkeitstypen passen jetzt hierzu gut und können etwas erklären. Das heißt aber nicht, dass es die allein gültigen sind. Und das gleiche gilt auch für ganz viele andere Sachen, die definiert werden. Also wir können ja für ein bestimmtes Ding eine Definition aus der Biologie finden und die kann ganz anders klingen als eine Definition aus der Soziologie zum Beispiel. Einfach nur, um das nochmal.
SPEAKER_00Auf jeden Fall. Wir wissen das, was wir gerade erzählen, aber ja. Aber wir sind auch weder Psychologen noch krasseste Wissenschaftler. Also das muss man jetzt halt auch mal so ganz klar sagen. Deswegen meinte ich auch am Anfang eben, das ist ein bisschen wie so ein Referat. Aber am Ende, ne, man hat sich eingelesen. Ich habe auch geschaut, dass es zu den jeweiligen Themen durchaus Studien gab. Aber ich habe mir natürlich nicht die Studien komplett durchgelesen. Das sind ja dann Wissenschaftspaper mit zigtausend Seiten. Wobei ich tatsächlich jetzt in der Recherche dachte, ey, spannend, könnte man einfach mal tiefer eintauchen, weil ich ja durchaus Thema Selbstreflexion und so, haben wir ja auch schon oft drüber geredet, ist halt einfach spannend, was bestimmte Sachen mit unserem Körper machen, die dann halt zu den jeweiligen Handlungen führen. Ob man die am Ende will oder nicht.
Persönlichkeitstyp 2: Harmonieorientiert
SPEAKER_02Das ist hier der perfekte Zeitpunkt, einen Werbeblog einzuschieben. Wenn ihr wollt, dass wir mehr Zeit zum Recherchieren und Studien gewesen haben, um euch das dann in kleinen, angenehmen Häppchen servieren zu können, dann unterstützt den Podcast. Die Möglichkeiten dazu findet ihr in den Shownotes. Danke.
SPEAKER_00Und Zusatz: Bitte kommentiert, liked und teilt fleißig. Werbung Ende. Werbung Ende. Also, die Forschung, wie gesagt, also ganz, ganz grob drei Persönlichkeitsgruppen, bei denen die Grenzsetzung besonders herausfordernd ist. Erstens, der hochempathische und feinfühlige Typ. Also der erste Typ, den die Forschung beschreibt, das sind wirklich hochempathische Menschen, die sehr sensibel sind, sehr feinfühlig und stark auf die Emotionen anderer ausgerichtet sind. Sie nehmen jede kleinste Stimmung ihres Hundes wahr, das Ganze oft sogar schneller als ihre eigenen Bedürfnisse. Und hier liegt das Problem dann nicht am fehlenden Wissen. Das Problem ist eher diese emotionale Verschmelzung mit dem Hund. Also das Grenzensetzen fühlt sich an, wie ein emotionaler Schaden, dem wir dem Hund zufügen. Auch wenn der Hund die Grenze am Ende ja eigentlich auf einer ganz anderen Ebene erlebt. Also ich weiß nicht, ob wir da dann auch noch mal später zu eingehen, wie Hunde untereinander Grenzen setzen, hatten wir auch schon in einigen unserer Folgen schon drüber gesprochen. Also als Beispiel, der Mensch möchte nicht, dass der Hund aufs Sofa kommt, dann guckt der Hund ganz traurig, dann schafft man es vielleicht immer noch standhaft zu bleiben, dann kommt noch ein leichtes Fiepen und dann in Anführungsstrichen bricht das Herz dieser Person und er sagt: Oh Gott, der arme Hund, der leidet so doll, natürlich darf er wieder aufs Sofa und kann die Grenze halt dadurch nicht setzen. Neurobiologisch reagiert hier das limbische System stark auf die Stresssignale des Hundes. Das Nervensystem könnte Ventralvagal ruhig bleiben, da sind wir wieder beim Vorschub, den ich gebracht hatte, aber die emotionale Resonanz blockiert das konsequente Handeln. Also es ist dem Menschen in dem Moment dann einfach nicht mehr möglich, obwohl er weiß, ich möchte eigentlich nicht, dass der Hund aufs Sofa kommt. Ich kann das nicht, weil der arme Hund. Für den Hund hingegen, da kannst du vielleicht jetzt gleich nochmal drauf eingehen, aus Trainersicht, ist das ja eigentlich ein total emotionales Durcheinander. Also die Struktur ist theoretisch da, der Mensch ist aber unsicher. Erst war es so, dann war es so und am Ende habe ich halt auch meinen Willen in Anführungsstrichen bekommen und durfte aufs Sofa.
SPEAKER_02Ja, und da ist es natürlich total vom Hund abhängig, wie dramatisch das ist oder nicht dramatisch. Also so dieses: Habe ich den Hundetyp, der zu mir passt, also einen harmlosen, fluffigen Typ Hund, der keine großen Probleme macht und wo das Schlimmste ist, dass er vielleicht ein bisschen bettelt oder sich aufs Sofa mogelt, dann kann ich dieser Typ Mensch auch bleiben. Habe ich mir aber aus welchen Gründen auch immer, zum Beispiel, weil auf Instagram gerade Malinoir, Herder und Co. gehypt werden, mir so einen Typ Hund geholt, der durchaus auch ein bisschen Durchsetzungsfähigkeit mitbringt. Dann könnte es sein, dass ich irgendwann in meinem Haus gar nichts mehr machen darf, wenn mir der Hund immer leid tut, weil der Hund sagt, ja, geil. Jetzt ist meins. Alles meins. Genau. So. Und dann gibt es natürlich noch ganz viel dazwischen. Aber ja, das ist halt so dieses Ding. Was bin ich für einen Menschen? Und das zieht sich. Was für ein Mensch will ich auch sein? Nehme ich dann den Hund vielleicht zum Anlass, um doch an mir zu arbeiten? Oder ist das dann der x-Te Fall, wo der Hund leider nicht passt und doch wieder abgegeben werden muss? Mit einem Jahr ist überraschend der Malli doch zu anstrengend geworden.
SPEAKER_00Und das kannst du durchziehen jetzt auch auf die nächsten Persönlichkeitstypen. Also das ist ja grundsätzlich das Problem, wenn man gar keine Grenzen setzt. Das hatten wir ganz am Anfang auch in dieser Konfliktvermeiderfolge, sind Hunde Konfliktvermeider. Wenn ihr die noch nicht gehört habt, hört da nochmal rein, weil eigentlich, finde ich, passt das sehr, sehr gut jetzt zu unserer Folge Grenzen setzen.
Persönlichkeitstyp 3: Perfektionistisch
SPEAKER_02Ah, ich muss noch ganz kurz, ich habe jetzt Malli gesagt, ich hatte nämlich letzte Woche ein Gespräch mit jemandem, wo es um Mali und Blah ging. Das hatte ich jetzt aber gar nicht im Hinterkopf. Nicht, dass die Person jetzt denkt, oh Gott, redet Sandra von mir. Nein, ich hatte gerade im Hinterkopf, dass mir gestern jemand ein Reel geschickt hat, mit lauter Ebay-Anzeigen Malli abzugeben, Malli abzugeben. Das habe ich auch gesehen. Genau, mit zwölf Monaten, acht Monate und so weiter. Deswegen, also nein, liebe Person, die ich dich jetzt nicht nenne, aus Datenschutzgründen.
SPEAKER_00Es ist ja nicht nur der Malli. Also da können wir wieder an das Thema gehen, High Drive Working Breeds. Egal, ob es der Deutsch Strata ist oder auch der Border-Collie aus Leistungslinie oder oder oder oder. Also riesenschnapp. Also alles, was wirklich richtig, auch richtig Arbeitslinie einfach ist, die einen Job brauchen. Gut, zurück zu den Persönlichkeitstypen. Wir haben dann den zweiten Typ. Wissenschaftlich beschrieben sind das die konfliktvermeidenden, harmonieorientierten Menschen, die schon früh gelernt haben, dass Konflikt gegebenenfalls die Beziehung gefährdet. Für solche Persönlichkeitstypen bedeutet Grenzen setzen, dass es Spannung erzeugt. Sie müssen Unruhe aushalten und genau dafür hat dieser Typ von Mensch Angst. Also als Beispiel. Man übt draußen eine Leinführigkeit, setzt das kurz an, der Hund ignoriert das, der Mensch sagt dann vielleicht leise nein oder wie auch immer gerade das Training aussieht, merkt diese Spannung, schafft es nicht und gibt dann doch wieder nach. Also neurobiologisch aktiviertes Nervensystem defensiv den Sympathikus. Das heißt, die Grenzen werden verzögert, inkonsequent oder halbherzig umgesetzt. Für den Hund heißt das, er weiß nicht mehr, woran er ist. Also der muss selbst herausfinden, wie weit er gehen kann. Im Alltag wirkt dieser Stil oft deeskalierend. In der Hundeerziehung erzeugt er halt auch wieder oft Unsicherheit. Also Unsicherheit für den Hund.
SPEAKER_02Ja, das sind auch viel so Menschen, die bei mir im Training etwas probieren. Und dann klappt es nicht und dann kommt ganz, ganz schnell dieses, ja, das klappt ja nicht. Also, wo so dieses Dranbleiben fehlt, diese Beharrlichkeit, dieses, da würde ich nachher nochmal reingehen.
SPEAKER_00Ich glaube, da hast du, also im Endeffekt, ich glaube, ganz vieles hatten wir ja, es überschneidet sich ja ganz, ganz viel. Du kannst es ja jetzt nicht ganz krass abgrenzen. Aber zu diesem, es klappt nicht sofort, würde ich nochmal eine andere Kategorie danach reinnehmen.
SPEAKER_02Also natürlich, also zu dem, es klappt nicht sofort, passen verschiedene Persönlichkeitstypen. Aber dieser eine Persönlichkeitstyp, den du genannt hast, bei dem geht es auch dann relativ schnell so ins Ah, funktioniert nicht, ich lasse es. So. Weil halt diese Spannung des bleiben, ist genau. Ich müsste jetzt dranbleiben, ich müsste mich jetzt ein bisschen reiben, ich müsste mal aushalten, dass es nicht sofort nach dem Hundewillen und so weiter geht und der Hund nicht sofort nach meinem Willen macht. Dieses Aushalten klappt nicht und dann ist gleich so dieses, ja, das funktioniert halt nicht.
SPEAKER_00Meinst du, dass da auch oft eine Außenwahrnehmung mit reinspielt? Also als Beispiel jetzt bei diesem Leinführigkeitstraining, man übt jetzt Leinführigkeit, wie auch immer man das übt, da jetzt dahingestellt, ob durch irgendwelche Laufschritte oder nein oder wie auch immer. Völlig egal. Aber dann übt man es im Park, die Menschen gucken, dass so eine Leute dann auch eher das Problem haben, was andere vielleicht denken, oder meinst du, das wäre nochmal ein ganz anderer Persönlichkeitstyp?
Typ Martin: Motivation Und Kontext
SPEAKER_02Ich kann mir schon vorstellen, dass die soziale Gemeinschaft ja letztendlich so ein bisschen ausgeweitet ist. Also diese Persönlichkeitstypen, wenn wir die jetzt so nehmen, die werden ja sicherlich nicht, die Grenze setzen bei, das sind meine fünf Familienmitglieder und bei allen anderen ist mir das total Schnuppe. Sondern dieses Gefühl, abgelehnt zu werden, betrifft ja dann sicherlich auch noch einen Teil der fremden Menschen in der Umgebung. Und wenn wir jetzt zum Beispiel unseren Hauspark in Anführungszeichen in unserer Stadt nehmen, wo wir ganz oft sind, dann haben wir das Gefühl, okay, man kennt mich hier, man sieht mich hier öfter. Wer weiß, was man über mich denkt. Und das kann natürlich dazu führen, dass auch da dann Konflikte vermieden werden wollen. So nach dem Motto, oh Gott, wenn ich das jetzt so mache, dann denken die vielleicht, keine Ahnung, ich bin Tierquäler. Ich meine, bei manchen jungen Hunden brauchst du ja nur mal festhalten, da fangen die schon an zu schreien, ohne dass du was machst. Also du hältst einfach nur am Geschirr oder an der Leine fest und der Hund ist so drüber und will irgendwas und schreit. Und dann wird dir schon der Tierschutz auf den Hals gerufen. Ihr könnt ja mal die Tanja Brandt-Folge nochmal hören, die hat da sehr witzige Sachen zu erzählt. Der Dio ist ja auch ganz lustig. Und das kann natürlich dazu führen, dass du sagst, nee, diesen Konflikt vermeide ich komplett und ich höre jetzt einfach auf.
SPEAKER_00Ja, da sind wir auch wieder bei den Social Media Media-Dingen, ne? Also ich finde das auch krass, wenn ich jetzt, da reden wir nicht über wirkliche Gewalt, da müssen wir nicht drüber reden. Aber mir werden manchmal Reels angezeigt, wo ich wirklich eine Trigger-Warnung vorweg habe. Achtung, Hund wird korrigiert. Und dann sehe ich mir das Real an und der Hund wird einfach nur ganz minimal weggeschoben. Als wirklich ganz leichtes Beispiel. Und ich frage mich ernsthaft, warum braucht es für sowas eine Triggerwarnung? Also der Hund springt den Person an, ist wirklich total distanzlos, ist richtig dolle, sodass es mit Sicherheit auch wehtut. Und man schiebt den Hund einfach nur weg und dafür braucht es eine Triggerwarnung. Ja, also finde ich auch tatsächlich echt krass. Also, da habe ich jetzt schon ein paar Mal gedacht, okay, wow. Ja. Okay, wow, wir müssen uns halt vielleicht auch nicht wundern, warum es auch da immer schwieriger fällt. Ja, da können wir das wie auch immer weg.
SPEAKER_02Dann haben wir das direkt weg, dann mache ich den ganz, ganz kurzen Exkurs zu Gewalt, weil das ist halt so ein Ding, was ja jetzt ganz viel immer wieder rausgekramt wird. Das ist Gewalt, das Gewalt, das Gewalt. Und Gewalt liegt halt aber auch mit daran, wie empfindet das Gegenüber das. Also nur weil ich vielleicht etwas als Gewalt empfinde, heißt es nicht, dass das Gegenüber das als Gewalt empfindet. Gewalt kann ja nicht nur körperlich sein. Gewalt kann ja auch psychisch sein, also oder verbal, wie auch immer, also ganz viele Formen kann Gewalt annehmen. Und gleichzeitig, wenn ich vielleicht als Mensch die Erfahrung gemacht habe, dass mir auch verbal Gewalt angetan wurde, auch wieder im Heranwachsen und so weiter, dann bin ich natürlich sensibler im Hinblick auf, was könnte für das Gegenüber Gewalt bedeuten. Und da liegt so ein bisschen die Krux. Ich kann halt nicht von mir auf andere schließen. Das geht nicht. Ich kann nicht von mir auf alle anderen Menschen schließen und ich kann nicht von mir auf alle Hunde schließen. Ich muss ein bisschen schauen, wie ist das gegenüber. Und wenn ich Nein sage und mir tut das körperlich weh, weil ich vielleicht während meiner Kindheit und so weiter mit einem Nein ganz viele schlimme Sachen verbinde. Aber ich sage zum Hund Nein und ich sehe, der sagt, ach ja, okay, dann nicht und geht danach und wälzt sich fröhlich auf der Wiese, dann habe ich dem doch keine Gewalt angetan. Also so dieses Beobachten, reinfühlen, nicht von sich auf andere schließen. Ich finde, das ist sowieso mit das manchmal etwas, was mich sehr nervt, so dieses, ja, bei mir ist es so und so und deswegen ist es bei allen so. Nein, schaut da genau rein. Und Gewalt, es gibt ganz viele Definitionen. Letztendlich ist es aber das, was es beim Gegenüber und wenn wir das Extrem nehmen von Schmerzen zufügen, körperlich wirklich verletzen und so weiter, natürlich ist das Gewalt, aber ich kann nicht behaupten, dass ein Festhalten, Wegschieben, von mir aus auch mal, keine Ahnung, ich weiß auch nicht. Ja, nein, also es ist ja wirklich so, dass es Leute gibt, die sagen, nein, geht nicht, weil das ist mit Angst verbunden und da steige ich dann halt einfach aus.
SPEAKER_00Ja, bin ich bei dir. Also im Endeffekt, also ich finde, man kann auch ein bisschen festhalten, Grenzen setzen ist nicht gleich Gewalt, wobei ich auch voll bei dir bin, Gewalt ist anders für jeden anders definiert. Genauso muss halt auch für jeden Hund eine Grenze anders ausfallen. Also das hatten wir ja auch schon in etlichen Folgen. Es gibt Hunde, da reicht dann ein anderer Hund, guckt dich beim noch nicht mal an. Also da kriegst du noch nicht mal ein halbes Ohr, weil er sagt, red doch weiter. Aber ja, vielleicht erstmal wieder zurück zu unseren Persönlichkeitstypen. Die ersten zwei hatten wir jetzt, jetzt fehlt noch einer im Bunde. Der dritte Typ ist der stark verantwortungsbewusste oder perfektionistische Typ. Diese Menschen wollen alles richtig machen, also zu 100% alles richtig machen und sie reflektieren dabei jede kleinste Handlung, häufig auch ein bisschen too much, also ein bisschen übermäßig. Und genau das blockiert dann die Umsetzung ganz oft. Also man verkopft sich dann so stark, dass man nicht mehr in der Lage ist, die Grenze zu setzen, weil man sich überlegt, hey, war das jetzt fair? Hätte ich das anders machen müssen? War mein Timing richtig? War meine Grenze zu doll? War meine Grenze zu wenig? Also man verkopft sich so sehr, dass man am Ende dann gar nichts mehr macht. Und neurobiologisch ist hier der präfrontale Kortex stark aktiv. Normalerweise unterstützt er Entscheidungen, aber Überreflexion führt dadurch zu so einer Handlungslähmung. Also das Nervensystem ist stabil, der Mensch emotional reguliert und trotzdem ist diese Grenze tatsächlich unsicher gesetzt für den Hund. Eben, weil man nicht in der Lage ist, wirklich zu sagen, so ich mache das jetzt so und so, weil man die ganze Zeit überlegt und nachdenkt.
Coaching, Therapie Und Grenzen
SPEAKER_02Ja. Ja, das ist auf jeden Fall auch so ein Ding. Und letztendlich ist es bei allen drei Typen, die jetzt hier quasi kategorisiert und genannt waren, ist es halt echt ein Entwicklungsding. Also das menschliche Aufwachsen. Was habe ich als Kind vermittelt bekommen? Was steckt quasi in mir drin und wie kann ich jetzt damit umgehen? Also auch dieser verantwortungsbewusste, perfektionistische Typ. Da wird von verschiedenen Seiten halt auch gesagt, dass es viel darin liegt, ob du in deiner Kindheit das Gefühl bekommen hast von deinen Bezugsperson, dass du nur dann etwas wert bist und dass du nur dann geliebt wirst, wenn du immer alles richtig machst, wenn du gute Noten nach Hause bringst, wenn die 3 zum Beispiel nicht gut genug ist, warum ist es nur eine 2 und so weiter. Also so dieses, du musst immer alles geben und am besten perfekt, damit du Anerkennung bekommst, was für dich ja dann auch eine Form von Liebe ist als Kind. Du reflektierst das ja nicht so, ne? Und es steckt immer wieder ganz, ganz viel in unserer Entwicklung drin. Und dann sind es Dinge, wenn wir merken, okay, tatsächlich sitzt in mir irgendwie sowas, es kann an allen gearbeitet werden. Also wir sind nicht so, wir müssen nicht so bleiben. Wir können uns weiterentwickeln und wir können sicherlich nicht alles zu um 180 Grad drehen, das geht auch nicht. Aber wir können dazu sagen, der Charakter bleibt Charakter. Ja, wir können aber trotzdem noch Verbesserungen erwirken.
People Pleasing Und Freundschaften
SPEAKER_00Ja, und am Ende, das betrifft ja jetzt hier, wir sind jetzt beim Thema Grenzensätzen, aber oft haben ja solche Persönlichkeitstypen, und da will ich mich auch nicht rausnehmen, und wir hatten ja auch schon gesagt, es gibt mehr Persönlichkeitstypen, ja durchaus auch andere, in Anführungsstrichen Probleme, Problemchen im Alltag, wo es sich vielleicht lohnt, dann da auch noch ein bisschen anzuarbeiten, dass bestimmte Sachen einen leichter fallen, auch abseits von Grenzensätzen. Ich, also das waren die drei Typen der Wissenschaft. Ich hätte gern noch meinen persönlichen vierten, Typ Martin. Der hört den Podcast ja ähnlich. Ich habe tatsächlich, also ich habe im Vorfeld Martin und Andrea, ganz liebe Grüße an die beiden hier an der Stelle, einmal gefragt, also ich habe ihn gesagt, ich möchte mit dir eine Folge zu dem Thema aufnehmen und habe sie gefragt, so, hey, was fällt euch dazu ein? Warum fällt es euch gegebenenfalls schwer, Grenzen zu setzen? Und hab Martin auch gefragt, ob ich ihn als Typ Martin hier betiteln darf. Nein, so direkt nicht. Aber ich habe gefragt, ob ich es quasi mit reinnehmen darf. Und ich habe sein OK. Also vielen lieben Dank, Martin. Also Typ Martin ist der Typ, der so ein bisschen ungeduldig unmotiviert ist. Also neben diesen drei wissenschaftlichen beschriebenen Typen ist das jetzt so ein Mensch, der grundsätzlich in der Lage ist, Grenzen zu setzen. Also deren Nervensystem dabei total stabil ist, die Umsetzung, aber eher an der Motivation, an der Geduld und an der Energie scheitert. Also ein typisches Verhalten in dem Fall wären eben, dass die Grenzen angekündigt werden, aber nicht richtig durchgesetzt werden. Als Beispiel, das haben wir hier wirklich regelmäßig. Martin sagt dem Brooks, er soll sich hinlegen, er macht das Ganze zehnmal, 15 Mal, Brooks steht und guckt den Martin an, weil er halt genau gelernt hat, er ist ja nicht doof, er weiß, ja, gucken wir mal, was passiert. Und wenn dann die Motivation bei Martin nicht groß genug ist, dann sagt er halt einfach, ja, dann, mein Gott, ist mir egal, komm, bleib halt stehen. Weil er wüsste, er müsste jetzt etwas tun, was nicht nur das Kommando leglich bedeutet, sondern zum Beispiel aufstehen und auf den Hund zugeht. Also einen Schritt machen. Da ist dann die Motivation nicht groß genug und deswegen bleibt er sitzen. Und am Ende sind halt auch da so ein paar psychologische Mechanismen dahinter. Also ein bisschen Impulsivität und Ungeduld. Also ich glaube, dass solche Menschen wirklich schnell Ergebnisse wollen, aber keine Lust haben auf wiederholte, langsame Durchsetzung. Ich glaube, da kommt aber auch ganz stark an, welches Thema das betrifft. Dass die eventuell je nach Thema, wenn es dann eben nicht wichtig ist, eher so einen Energiemangel haben. Also der Mensch fühlt sich eben zu müde, um die emotionale Arbeit zu leisten, die dann diese konsequente Durchsetzung erfordert. Und es ist so ein bisschen so eine Belohnungsverschiebung, also eine kurzfristige Erleichterung. Also dann liegt der Hund halt nicht, ich musste aber auch nichts machen, also aus dem Kopf, aus dem Sinn. Also das wird dann in dem Moment für den Menschen höher bewertet als eine langfristige Konsequenz, die das Ganze hätte, nämlich, dass die Diskussion ja für den Hund dann immer wieder weitergehen, immer wieder von vorne anfängt.
SPEAKER_02Und da was du gesagt hast, finde ich ganz wichtig, das nochmal hervorzuheben, je nach Thema. Also im Endeffekt je nach Kontext. Das heißt, der Martin-Typ. Wäre ich jetzt nochmal zugekommen.
SPEAKER_00Ja, na dann möchtest du, dann mach. Also genau, vielleicht noch um meinen Typ 4, meinen Martin-Typen. Mein oh Gott, Martin, es tut mir leid. Also auch da wieder nochmal kurz neurobiologisch. Der präverte, präfrontale Kortex, der könnte diese Handlung steuern. Also das Nervensystem ist total reguliert, ventral vagal, also total stabil. Das hatten wir wieder in uns ganz am Anfang. Auch das Belohnungssystem priorisiert die kurzfristige Entlastung, also über die langfristige Konsequenz. Also ja, das vielleicht als Abschluss. Also sie können neurobiologisch eine ganz klare Führung aufbauen. Das Limit in dem Moment liegt eher an der Motivation und dem Durchhaltevermögen und nicht an der emotionalen Regulation. Also sie könnten das und können das auch in ganz, ganz vielen Situationen. Also in dem Fall jetzt hier beim Thema Grenzen setzen, kann Martin das hervorragend, oft in sozialen Bereichen, aber auch auf Arbeit. Also er kann auf Arbeit eine total tolle Führung übernehmen, macht einen hervorragenden Job. Im Hundetraining macht er das oft nicht. Also ich glaube zum einen, weil er an mich abgeben kann und zum anderen, weil einfach die Energie fehlt.
SPEAKER_02Er braucht diese Energie halt für die Arbeit. Genau. Das ist wichtig. Und dann eventuell auch noch für das soziale Umfeld, für, weiß ich nicht, Menschen, die an eurem Haus arbeiten und so weiter. Also das sind ja immer wieder Sachen, wo du mit anderen Menschen in den Austausch gehen darfst und wo du gegebenenfalls auch mal Grenzen setzen darfst und so weiter. Und wenn du da deine Energie reinsteckst und dann die Energie nicht mehr für den Hund übrig hast und dich nicht dazu motivieren kannst, sie aufzubringen, bist du in Richtung Martin-Typ vielleicht.
SPEAKER_00Wir sind so böse. Wir hätten es auch einfach den unmotivierten Typ nennen können.
SPEAKER_02Ich finde den Martin-Typ ganz niedlich. Ich finde es auch ganz nett. Ich denke mal, wer von euch ist ein Martin-Typ.
SPEAKER_00Typ Martin. Ich. Typ Martin. Ja, also am Ende, ich zum Teil auch. Also auch da ist bei mir wieder so ein Punkt, dass je nachdem, was mir halt wichtig ist. Also ich kann extrem konsequent bei bestimmten Grenzen sein, die mir wichtig sind. Und dann gibt es halt durchaus auch wieder Momente, wo ich auch zu faul in Anführungsstrichen bin, weil es mir halt eben nicht wichtig genug ist. Das ist, glaube ich, halt kontextabhängig, wie eigentlich so alles.
Balance Statt Extreme
SPEAKER_02Ja, und es klingt, also ich hatte so kurz überlegt, als du angefangen hattest, diesen Typ zu beschreiben, ob das auch auf mich zutrifft. Und dann habe ich gedacht, okay, es gibt wahrscheinlich nochmal einen anderen Typ, das ist der überarbeitete Typ. Weil es kann natürlich auch sein, dass du als Mensch einen wirklich großen Workload hast, viel zu tun hast, viel, keine Ahnung, auch viele Herausforderungen im Leben hast und dann kannst du da, wo es wichtig ist, gut führen, gut da sein, gut mitarbeiten, gut Grenzen setzen und so weiter. Also du kriegst es da, wo es wirklich, wo die Existenz dranhängt, das kriegst du hin und dann ist halt keine Energie mehr da für die Hunde. Aber das Nervensystem ist hier der Unterschied. Also ich bin da garantiert nicht ventral vagal, sondern eher, keine Ahnung, ich weiß gar nicht, ich finde mich da in gar keinem Typ dann wieder in dem Moment, wo das bei uns so war, dann bin ich wahrscheinlich eher hysterisch, weiß ich nicht, verzweifelt. Und möchte einfach noch meine Ruhe, wenn ich mit den Hunden rausgehe, dann machen die Hunde Blödsinn, dann gehst du halt nach Hause und dann gehst du ins Bett und dann bist du.
SPEAKER_00Ja, aber auch das, da gehst du halt nach Hause, finde ich auch nochmal ein wichtiger Punkt. Also es ist ganz oft so, und eigentlich auch, wenn wir diese drei, Klammer auf, vier, fünf Typen, wenn wir deinen jetzt noch dazu nehmen, ist, dass diese Schwierigkeiten beim Grenzensetzen ganz selten ein Wissensproblem sind. Also man weiß, man müsste. Es scheitert dann halt eher an der Umsetzung und das halt dann halt eben wieder unterschiedliche Auswirkungen oder unterschiedliche Gründe, warum man eben das Ganze nicht kann.
SPEAKER_02Und letztendlich ist es, ich bin gespannt noch auf Andrea gleich. Letztendlich ist es aber ja ganz, ganz selten ein Hundetrainingsthema. Also wenn du diese Sachen jetzt nimmst, ist es ja, so wie du sagst, du wüsstest wie, du wüsstest, warum vielleicht auch, aber du machst es nicht, weil in dir etwas blockiert. Und das ist halt nichts, was rein über Hundetraining gelöst werden kann. Der Hundetrainer kann dir erklären, warum es vielleicht sinnvoll ist, da und da eine Grenze zu setzen und wie man das vielleicht sinnvoll machen kann, aber wenn du es selber nicht hinkriegst, aus welchen Gründen auch immer, ist es kein Hundetrainingsthema mehr.
SPEAKER_00Beziehungsweise müsste man halt wahrscheinlich vorher genau daran arbeiten, damit man es dann gut aufs Hundetraining macht.
SPEAKER_02Manchmal kommt ja erst während des Trainings raus. Und das ist der Punkt, wo ich, also das ist gerade so ein in den letzten Jahren so ein bisschen so ein Übergang, dass viel im Hundetraining auch mit Coaching gemacht wird. Und auch da ist es wieder so von einem Extrem ins andere. Also auch das finde ich manchmal schwierig, wenn es dann Menschen gibt, die behaupten, man müsse nur mit dem Menschen arbeiten und jedes Hundetrainingsthema würde sich plötzlich erledigen. Das glaube ich auch nicht. Dann gibt es wieder das andere Extrem, Leute, die sagen, oh Gott, auf gar keinen Fall. Also sobald der Mensch irgendwas hat, schick ihn weg, lass ihn das mit einem Therapeuten, Psychologen, schieß mich tot machen und gut ist. Und ich finde, je nach Thema, wenn es jetzt keine traumatischen Sachen sind, sondern wirklich so Dinge, wo es um Glaubenssätze geht, um innere Dinge, so ein bisschen anstoßen, wenn du dich selber, also ich habe mich ja auch im Bereich Persönlichkeitsentwicklung schon ein bisschen weiterentwickelt, weitergebildet, wollte ich sagen, nicht nur entwickelt, sondern auch weitergebildet. Also ich habe ja auch noch eine Masterausbildung im NLP gemacht und so. Wenn du da so ein bisschen Wissen hast und es nicht einfach nur, weil du mal eine Astro-Zeitung gelesen hast, den Leuten um die Ohren schlackerst, kannst du zumindest Sachen schon mal anstoßen. Und wenn dann ein Mensch und in dem Fall dann ich, Trainer, Coach, wie auch immer merken, okay, und hier kommen wir an einen Punkt, wo es vielleicht sinnvoll wäre, doch mal eine Therapie zu besuchen, kann man das ja besprechen. Weil es gibt ja schon so Sachen, die kommen dann erstmal ins Bewusstsein. Das geht ja nicht jeder durchs Leben und sagt, ich bin der und der Persönlichkeitstyp, das liegt an der und der Entwicklung bei mir. Und ja, so bin ich halt und ich weiß, ich muss eine Therapie machen, aber ich mache es nicht. Sondern vielen ist es ja überhaupt nicht bewusst, warum sie sind, wie sie sind. Und das kommt aber durch den Hund manchmal raus. Und dann kann ich mich ja entscheiden als Mensch, möchte ich da was machen? Oder lasse ich das mal noch ein paar Jahre, bis es vielleicht so da weh tut, bis ich dann was machen möchte. Je nachdem. Oder es tut halt gar nicht weh und ich bleibe so, weil ich komme da gut drum rum und kann managen. Auch fein, ne? Ja, okay, Andrea.
Live-Szene: Win Lernt Ruhe
SPEAKER_00Ja, ich wäre jetzt, glaube ich, gar nicht so krass darauf eingegangen. Also am Ende ich hoffe, ich darf es vorlesen, Andrea. Ich fand, also ich habe es ihr auch gefragt und ich fand tatsächlich sehr schön, was sie geantwortet hat. Ich lese es jetzt, glaube ich, einfach mal vor. Wenn nicht, müssen wir es danach rauspiepen, falls ich es doch nicht will. Wir können Andreas Namen rauspiepen. Stimmt. Nein, also wirklich ganz, ganz liebe Grüße, Andrea. Und du bist ein ganz, ganz toller Mensch. Also wirklich, einfach vielleicht da nochmal gesagt. Ich hab dich lieb. So, also ich habe sie gefragt und sie hat geantwortet, also dass du gerade mich fragst mit einem lachenden Smiley. Tatsächlich natürlich auch, weil für mich Andrea wirklich ein, sie ist einfach wirklich so ein sehr, sehr, sehr netter Mensch. Und das meine ich jetzt rein positiv betrachtet, gar nicht jetzt mit irgendwelchen negativen Sachen, aber ihr fällt das schon schwer bei, finde ich, für mich jetzt, dass sie den Hunden auf mal eine Grenze setzt. Nun ist es so, dass ihre Hunde das auch nicht doll brauchen. Also da reicht halt oft ein Nein. Aber das ist so das, wie ich sie einschätzen würde. Das weiß sie auch, deswegen erzähle ich jetzt hier nichts, was sie nicht weiß. Deswegen habe ich sie halt angeschrieben. Und Martin eben auch aus Gründen. Also, dass du gerade mich fragst. Also manchmal ist es einfach, weil sie so süß gucken. Im Allgemeinen ist es ja von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich, wie viele Grenzen man für nötig hält. Also zum einen bin ich jemand, der nicht so viele Grenzen bei Hunden und auch bei anderen Menschen braucht, um im Zusammenleben glücklich zu sein. Ganz, ganz wichtiger Punkt. Je nach Situation fällt es mir gegenüber Menschen tatsächlich schwer, Grenzen durchzusetzen. Angst vor Ablehnung, Ende oder Verschlechterung der Verbindung zu dem Menschen. Vielleicht überträgt sich diese Einstellung indirekt auf Hunde. Eigentlich ist es ja schon klar, dass Hunde nicht einfach gehen können und sagen, ich bin jetzt nicht mehr dein Freund. Ich bin gespannt auf die Podcast-Folge. Ich finde ein ganz, ganz toller Text. Am Ende spiegelt es ganz, ganz viel auch schon wieder, was wir jetzt hier besprochen haben. Und ich habe es mir auch jetzt eben erst vor drei Minuten das erste Mal durchgelesen, weil die Antwort jetzt ein bisschen knapp kam, aber ich habe auch ein bisschen knapp gefragt. Aber also wirklich mega viel tolles. Genau, also neu, jetzt sagen wir mal, People pleaser. Also einfach, zum einen fand ich aber auch wichtig, dass sie gesagt hat, dass sie halt wenig Grenzen braucht, um glücklich zu sein. Auch das ist ja ein wichtiger Punkt. Und ja, tolle Nachricht, finde ich.
SPEAKER_02Danke, Andrea. Nee, letztendlich ist es ja wirklich so, dieses, also das People Pleasing ist letztendlich auch so dieses, was wir schon mit der Bindung angesprochen hatte. Menschen, die gelernt haben, sie müssen für andere da sein und immer alles toll und gut machen, um geliebt zu werden und um die Harmonie in der Gruppe zu erhalten und so weiter. Und deswegen fällt es diesem Typ Mensch oft sehr, sehr, sehr schwer, Grenzen zu setzen. Und in die Richtung passt halt Andrea auch. Und ja, ich habe sie in der Vergangenheit auch nicht als Menschen wahrgenommen, dem es sehr leicht fällt, Grenzen zu setzen. Ja, aber es ist ja am Ende auch. Meistens kichert sie sich da so ein bisschen drüber hinweg. Also sie geht so ins Fiddeln.
SPEAKER_00Und auch das ist ja völlig okay. Und wenn wir da jetzt wieder auf den Gruppenkontext gehen, wenn wir da auf den Agility-Turnieren sind, ist das ja eigentlich auch total toll. Weil du äckst ja auch mit solchen Menschen einfach auch nicht an. Ich glaube, es ist nur wichtig, dass man sich selber eben nicht übergeht. Also da sind wir jetzt mal wieder weg vom Hundetraining, sondern dass, wenn man das nicht möchte, dass man seine eigene Grenze dann vielleicht versucht, ein bisschen besser zu formulieren, damit man ja selber eben nicht Probleme hat oder dass irgendwann man das vielleicht nicht mehr halten kann, dass einem dann schlecht geht. Also dass man die Angst vielleicht ein bisschen verliert, dass eine Grenze nicht automatisch heißt, dass man eine Freundschaft verliert. Oder auch, und ich glaube, das haben ganz, ganz viele Leute, dass der Hund einen weniger liebt. Also ich weiß auch gerade am Anfang, als Martin und ich zusammengekommen sind, hatte er tatsächlich auch diese Sorge. Also, dass er dachte, so, hey, wenn ich dem Hund jetzt sage, ich möchte das nicht, dann hat der mich nicht mehr lieb, dann mag der mich nicht mehr. Und das ist ja überhaupt nicht der Fall. Und auch das hatten wir immer wieder in unseren Folgen und auch in dieser Konfliktvermeider-Folge, wenn ich das jetzt allein unter den Hunden sehe, wie oft der Keats, dem Ruoks, eine Ansage macht und die fällt nicht leicht aus. Der Kiez macht sich da keinen Kopf drüber, ob Rueks ihn macht. Nee, der macht sich da keinen Kopf drüber. Wahrscheinlich würde er am Ende denken, ach, wenn er mich nicht mehr mag, ist mir auch egal. Aber was eigentlich ja krass ist, ist, dass der Rooks den Kiez über alles vergöttert. Also der vergöttert den und da kann die Ansage noch so doll sein, der liebt seinen Papa und der kriecht in ihn rein und sagt sich dann. Genau, aber es ist halt trotzdem, es ist, Rookie hat deswegen den Kiez nicht weniger lieb, nur weil Kiez ihm eine Grenze setzt. Und das können wir auch auch wieder auf den Mensch-Hund-Kontext ummalt, danke. Je länger die Podcast-Folgen werden, umso mehr habe ich wieder Wortfindungsstörungen. Wie immer. Genau, also man.
SPEAKER_02Vielleicht können wir Andrea mal sagen, Andrea, wenn du mal auf irgendwas keinen Bock hast und eine Grenze setzen möchtest, wir haben dich trotzdem weiterhin lieb und werden nicht aus deinem Leben verschwinden. So. Wir müssen jetzt auch mal weg vom Andrea-Thema. Aber ich fand das wichtig, diese Botschaft nochmal zu senden. So, und das halt auch dieses, es kann sein, dass wenn wir lernen, weil du auch so meintest, Freunde verschwinden nicht einfach, wenn wir Grenzen setzen. Kommt drauf an. So, wenn ich ein Typ Mensch bin, der jahrelang keine Grenzen setzen konnte, und dann sage ich vielleicht, okay, mir geht es damit nicht gut. Ich fühle mich damit nicht gut, ich fühle mich oft übergangen, also es raubt mir ganz viel Energie und ich komme damit nicht klar und ich fange an, mich zu ändern. Und ich fange plötzlich an, Grenzen zu setzen. Es wird Menschen im Umfeld geben, die sagen: Sag mal, spinnst du? Mit Sicherheit sein, dass du plötzlich das nicht mehr machst und immer machst und so weiter. Und die Frage ist, dann brauche ich diese Menschen in meinem Leben? Genau, aber diese Erkenntnis braucht man dann auch erstmal. Also es kann ein Thema Selbstreflexion, ne? Also es kann schon durchaus sein, dass Freunde dann plötzlich verschwinden. Die Frage ist, waren es echte Freunde?
SPEAKER_00Genau, und das finde ich ein ganz wichtiger Punkt.
SPEAKER_02Darauf darf ich mich dann halt auch einstellen, dass wenn ich mich ändere, wird sich mein soziales Umfeld ändern. Auf sicherlich zum Positiven, weil du das aussortierst, was dir Energie geraubt hat. Es kann natürlich auch sein, dass du ein soziales Umfeld hast, was easy peasy ist und wo du machen kannst, was du willst und es bleibt halt so. Aber ganz oft, wenn du dich in deiner Persönlichkeit entwickelst, wird es irgendwo Menschen geben, sei es, dass du auf Arbeit nicht mehr klarkommst, weil dieses Umfeld dann nicht mehr mit dir zurechtkommt, wenn du plötzlich anfängst zu sagen, hier, meine Bedürfnisse sind sowieso und ich mache hier nicht mehr 40 unbezahlte Überstunden die Woche und so weiter. Also es geht ja nicht nur um Freunde, es geht ja um das gesamte soziale Umfeld. Also irgendwo wird es wahrscheinlich Änderungen geben, aber letztendlich, wenn du da in einem guten Prozess drin bist und gut begleitet wirst, werden das dann Sachen sein, die du auch leichter loslassen kannst. Was quasi vorher auf Dauer wahrscheinlich auch einfach besser tun.
Vermenschlichung Und Autorität
SPEAKER_00Ich glaube, darum geht es, dass es auf die lange Sicht geht, wie wir auf die lange Sicht glücklich werden. Und du hast auch gerade die Begleitung angesprochen, man muss ja bei bestimmten Sachen das Ganze auch nicht von heute auf morgen ändern. In allem. Geht auch nicht. Also, das kannst du gar nicht. Geht auch gar nicht. Nee, genau, also funktioniert nicht und ich glaube, das wäre auch nicht sinnvoll. Also ja, aber ich, wenn wir jetzt über die Kleinigkeiten reden, indem man wieder das Beispiel machen, so, hey, ich lade dich jetzt abends ein auf einen Kinobesuch und du sagst mir Nein, obwohl du sonst immer mitgekommen bist und ich dann dein Nein nicht akzeptiere, dann bin ich einfach ein Freund, der in deinem Leben, glaube ich, nicht so viel zu verloren hätte. Also das vielleicht nochmal so als wichtiger Punkt.
SPEAKER_02Aber das auszuhalten, zu lernen, ist natürlich auch nicht leicht zwingend. Also wenn du dein Leben so ausgerichtet hattest, darauf jegliche Beziehungen zu halten, auf Teufel komm raus, weil das die Erfahrungen sind aus deiner Kindheit, dann natürlich plötzlich dich so zu verhalten, dass genau das passiert, wovor du Angst hast, nämlich dass Beziehungen verschwinden, ist natürlich erstmal mega schwer. Aber es ist halt, was du auch schon sagst, Selbstschutz, Selbstliebe, Selbstwert, Selbstfürsorge. Also wir dürfen uns ja um den Hund kümmern und da kommen wir dann auch zurück wieder mal zum Hund. Wenn wir uns gut um uns kümmern, senkt das unsere Cortisolwerte, also wir sind weniger gestresst. Wir werden dadurch natürlich auch stressresistenter auf Dauer, können ruhiger und klarer bleiben, können sinnvoller handeln, sinnvollere Entscheidungen treffen, quasi mehr aus einer Ruheposition heraushandeln und das wiederum ist ja letztendlich auch gut fürs Training. Ist ja auch, selbst wenn nicht nur fürs Training, fürs Zusammenleben mit dem Hund. Also jeder mag doch um sich herum Lebewesen haben, die eher in sich ruhen, als die, die ständig komplett wahllos, weiß ich nicht, Gefühlsausbrüche von oben nach unten bis sonst wohin haben. Das kann mal phasenweise so sein, wäre es 15 Jahre am Stück, so wird es ein bisschen anstrengend. Das heißt, wenn ich mich gut um mich kümmere, kümmere ich mich ja auch gut um den Hund. Und wenn das bedeutet, dass ich hier und da mal Grenzen setze, um mich selbst zu schützen, dann ist das doch gut.
SPEAKER_00Ja, eben. Und wir hatten auch schon am Anfang gesagt, es gibt halt, ich finde halt da vielleicht auch nochmal, was heißt wichtig zu sagen, aber es gibt halt Sachen, da hat man vielleicht keinen Bock drauf und muss sie trotzdem machen. Es ist ja was anderes, als also ich wäre halt jetzt kein Freund davon, nur an mich zu denken, ausschließlich, weil ich sage, das tut mir gut, da habe ich keinen Bock drauf. Also sage ich einfach zu allem nein. Das kann ja auch nicht Sinn und Zweck sein. Man muss halt irgendwie so ein gesundes Mittelmaß finden. Und ich bin jetzt nicht der krasseste People-Pleaser. Ich habe jetzt auch kein Problem damit mit meinen Hunden Grenzen zu setzen. Und trotzdem gibt es auch bei mir oft genug Momente, wo ich mir dann doch im Nachhinein dachte, hätte ich mal lieber Nein gesagt. Ich habe jetzt da so gar keinen Bock drauf und habe jetzt aber zugesagt, so ein Mist, also muss ich es halt machen. Gibt's immer und ich glaube, das gehört aber auch im Leben dazu. Also, dass man halt bestimmte Sachen mal macht und oft fühle ich mich danach dann auch besser, weil ich halt irgendwem eine Freude damit gemacht habe. Also auch das kann ja dann wieder dazu führen, dass vielleicht eine Grenze, die man im Kopf am Anfang hatte, dann am Ende sich doch umdreht und sagt, hey, so schlimm war es eigentlich doch nicht. Hat Spaß gemacht. Man muss halt irgendwie für sich so ein gesundes Mittelmaß finden, finde ich. Also an sich zu denken und an andere.
SPEAKER_02Ja, letztendlich ist es halt echt so, dieses nur in den Extremen zu sein, ist halt nicht sinnvoll. In ganz, ganz vielen Dingen. Nicht nur jetzt beim Grenzensetzen oder, keine Ahnung, bei Hundetrainingsideologien oder bei politischen Sachen und so weiter. Also wenn du immer dich im extremsten Spektrum aufhältst, finde ich das nicht sinnvoll und nicht gut, weil das ist auf Dauer für ganz viele Sachen schädlich. Und dann hast du aber dieses, die Balance finden. Und das heißt halt nicht, dass du immer in der Mitte bist. Das heißt nicht, dass du immer 50-50 alles aufteilst, sondern du hast ja auch so Pendel. Und das Pendel kann ja mal ausschlagen zu, okay, im Moment geht es mir so und so, deswegen sage ich gerade öfter nein und gerade öfter Dinge nicht, die ich vielleicht sonst machen würde oder wo ich vielleicht jemandem helfen würde oder wie auch immer, aber gerade geht es nicht, also sage ich nein. Und ich kann das und ich kann das mit gutem Gefühl, weil ich weiß, ich kümmere mich. Und dann darf das Pendel ja auch mal in die andere Richtung ausschlagen, wo ich vielleicht super erholt bin, mir geht es total gut. Und dann helfe ich vielleicht auch mal bei fünf Umzügen mehr. Ich sage Umzüge, weil Umzüge waren echt in der Leipziger Zeit so mit das Anstrengendste, wo du helfen konntest. Ich habe mit Umzügen geholfen und ganz oft gedacht, oh nein, ich will nicht. Aber natürlich so diese Abbewegung, wenn du jetzt nicht hilfst, dann hilft ja auch keiner und so weiter. Also es ist ja so ein Ding. Es ist ja auch ein soziales, wie du mir, so ich dir und geben und nehmen. Und dann darfst du halt auch mal über deine Grenze rübergehen und sagen, okay, ich habe da vielleicht keinen Bock drauf, aber ich mach's jetzt. Und so darf es sich halt so ein bisschen einpendeln. Mal ein bisschen nach links, mal ein bisschen nach rechts, dann mal halt so. Ja, ja. Und das fände ich halt wichtig. Okay, also ich finde, das war jetzt eine hochphilosophische Folge zum Thema Grenzen setzen. Und alles, was so, dieses, wie setze ich Grenzen, wie setzen Hunde Grenzen, haben die damit ein Thema, haben die damit ein Problem und so weiter, das haben wir ja eigentlich schon echt viel besprochen. Sollten dazu noch Fragen sein, könnten sich ja die Menschen, die hören, melden. Weiß ich nicht. Ja. Die Win. Jana hat gerade Win geholt. Zumindest sieht es so aus, die Sonne blendet ganz doll, aber ich kann das nicht mehr so gut.
SPEAKER_00Ja, ja, nee, es ist Win. Das war ja jetzt schön ruhig, aber Martin geht jetzt raus mit der Omi und Rux und Kids, weil die waren gestern bei der Physio und sollen heute nicht einfach nur eine kleine Runde machen und ich nehme die Ws nachher und drehe noch eine große Runde. Das finde sie jetzt natürlich richtig doof, dass sie jetzt hier bleiben muss und nicht mit raus kann. Dann hat sie eine Grenze. Wollte ich gerade sagen, da können wir jetzt schön überleiten. Das ist ja auch eine Grenze setzen. Also, so viel wie man ins Mikrofon ditcht. Okay, wenn ich einen Trick mache, klappt das dann vielleicht. Und das ist halt auch wichtig, dass sie das lernt, weil am Ende wird sie das wieder, jetzt sehen wir wieder den großen Rahmen, später ja auch beruhigen. Also sie ist ja jetzt in einem Level, sie hat gerade Stress, weil sie will raus, wird zapelig, fiebt rum, muss aber auch lernen, sich selbst zu regulieren und zu checken, hey, es bringt, ich brauche mich nicht aufregen. Wir gehen nachher noch eine Runde.
SPEAKER_02Das heißt, Jana hält sie gerade einfach nur wohlwollend, ruhig fest. Aber lässt halt auch nicht los. Aber hält sie fest. Und dann kommt noch Y von hinten und sagt, oh mein Gott, die Win ist so aufgeregt. Ich muss hier alle beschwichtigen und ganz lieb sein.
SPEAKER_00Der Piepe ist dieser Y. Das ist wirklich auch da, ne? Ich meine, auch die Hunde haben ja unterschiedliche Typen, hatten wir ja auch schon gesagt, gerade in dieser Konfliktvermeiderfolge da. Hört euch die an. Wer sie noch nicht gehört hat, hört euch sie an, weil da ist ganz, ganz viel Bezug nehmen wir da drauf. Und Wind ist auf jeden Fall jetzt nochmal ein Hund, der mir jetzt nochmal ganz, ganz klar gezeigt hat, wie wichtig Konsequenz im Hundetraining ist und nicht unbedingt eine Stärke. Also damit meine ich jetzt gar nicht Gewalt, da sind wir wieder beim Thema, sondern einfach durchzuhalten und durchzusetzen und dran zu bleiben. Sei das nur wie jetzt, dass ich sie einfach nur festhalte. Ich könnte sie jetzt in eine Box reinlaufen lassen, reinpacken und da irgendwie was gegenhauen, wenn ich wollen würde, würde aber exakt gar nichts bringen. Also das, außer dass wahrscheinlich mein Pipe-Pleaser Doc-Preaser, Pipio-Pleaser Y sterben würde, würde Win sagen, ja nö, interessiert mich halt ein Scheiß. Also für sie ist das halt eigentlich, auch wenn es gerade nicht so aussieht, besser, wenn ich sie einfach festhalte.
unknownMadame.
SPEAKER_02Oh nein, jetzt guckst du, sofort ein Foto machen für die Story. Aber da bist du ganz kritisch geguckt. Ja, jetzt lachst du. Ja, okay, liebe Leute. Ich würde das jetzt dabei belassen, glaube ich.
SPEAKER_00Viel Wissenschaft, viel über Menschen, aber ja, ich hoffe, es war irgendwie alles verständlich.
SPEAKER_02Ja, und da könnten wir jetzt, glaube ich, noch Stunden drüber reden, weil es gibt ja dann auch so dieses, woher kommt die Angst, in Führung zu gehen? Auch da, ne, was macht es mit einem, wenn wir uns überlegen, okay, wir müssen dem Hund etwas vorgeben? Dann, was du, glaube ich, auch als Frage vorher im Vorgespräch schon hattest, so dieses, warum trauen wir uns nicht? Oder warum befürchten wir, dass Grenzen setzen? Wie war diese Frage mit dem Autoritär?
SPEAKER_00Die war. Ja, ich weiß, was du meinst. Also wir hatten zum einen, dachte ich, da sind wir gar nicht drauf eingegangen, finde ich vielleicht auch noch wichtig. Und unsere Folge wird wieder länger. Welche Rolle spielt die Vermenschlichung von Hunden dabei, dass eine Grenze als in Anführungsstrichen gemein empfunden wird?
SPEAKER_02Ja, und das finde ich, da finde ich schon wieder schwierig, weil auch das ist ja, wie sehe ich die Welt? Und das stirbe ich ja dann auf meinen Hund. Das heißt, wenn ich ein Mensch bin, der sehr gut Grenzen setzen kann und es auch nicht schlimm findet, wenn jemand anderes mal nö sagt, dann finde ich es vielleicht auch gar nicht gemein, dem Hund gegenüber mal nö zu sagen. Bin ich aber ein Mensch, der sehr große Angst davor hat, Grenzen zu setzen und abgelehnt zu werden und empfinde es auch selber als Ablehnung, wenn zum Beispiel jemand, ich frage jemanden irgendwas und der sagt, nee, ich habe keine Zeit. Und zwar nicht, weil er mich persönlich blöd findet, sondern weil er keine Zeit hat. Und ich denke aber, oh mein Gott, und er mag mich nicht mehr und will nie wieder mit mir reden und warum hasst er mich so und so weiter? Und dann fällt es mir natürlich vielleicht auch schwer, dem Hund eine Grenze zu setzen, wenn ich ihn dann vermenschliche. Aber letztendlich ist es, ist auch dieses Vermenschlichen ja immer aus der Perspektive des individuellen Menschen auf seinen Hund.
SPEAKER_00Ja, aber es wäre ja, also als Beispiel wäre das ja einfach dieses, er hat mich nicht mehr lieb, ist ja auch schon eine Art der Vermenschlichung.
SPEAKER_02Aber das denkst du ja nur als Mensch, der da Sorge hat.
SPEAKER_00Ja, auf jeden Fall. Die andere Frage, die ich am Anfang noch hatte, war: Hast du den Eindruck, dass die Angst, autoritär zu wirken, in der Hundeerziehung zugenommen hat?
Ausblick Und Community-Fragen
SPEAKER_02Ja, genau das. Und das meinte ich mit, da könnte man halt auch nochmal Stunden drüber reden, was ich jetzt gar nicht machen möchte. Aber auch anti-autoritär, autoritär und was das bedeutet, diese ganzen Erziehungsstile. Und letztendlich bin ich halt auch, einfach um das mal kurz hier einzubringen und du letztendlich ja auch im autoritativen Bereich unterwegs. Und was das bedeutet, da könnten wir irgendwann auch mal noch eine Folge zumachen.
SPEAKER_00Spoiler! Sehr gut, dann haben wir doch direkt ein Thema für eine weitere Folge gefunden.
unknownJa.
SPEAKER_02Super. Sehr gut. Dann lasse ich dich mal mit den Wise spazieren gehen, äh, mit den Ws, Wise und Wins. Nee, Wise, Wise, die Wise. Ja. Und ja. Wenn ihr noch Fragen dazu habt, wenn ihr das zu philosophisch fandet oder nicht philosophisch genug oder nicht wissenschaftlich genug oder zu wisst. Da bin ich dann raus. Mehr Wissenschaftler nicht erwartet. Oder hört Wissenschafts-Podcasts. Wir freuen uns auf jeden Fall wie immer über Rückmeldungen und ja, macht es gut. Bis bald. Tschüss. Ciao. Toll, jetzt hast du gehustet. Jetzt ist das drauf auf der Aufnahme. Jetzt muss es für immer drauf bleiben.
SPEAKER_00Nee, das war bevor Recording in Progress kam. Ich glaube, das ist nicht mit drauf. Du hast leider kein Snippet für unser Ende. Schade.
unknownOkay.
Podcasts we love
Check out these other fine podcasts recommended by us, not an algorithm.
Rauszeit - Naturpodcast (mit Hund)
Jennifer Mausbach, Niklas Banowski
Furminant - Der Hundepodcast mit Johanna und Alex
Alexander Schillack, Johanna Spahr
Let´s Dog About
Let's Dog About
Soziopositiv - Der Hundepodcast für mehr Wissen und Vielfalt
Sonja | KynoLogisch
Der CANIS-Podcast – Hundeexpert:innen ausgefragt
Miriam Warwas, Michael Grewe, Iona Teichert
KI, hol Stöckchen!
Lea Eisenmenger, Jennifer Mausbach