Paws & Personality

Zu Gast im Revier - The Amazing Hazel

Sandra Oliver Season 2 Episode 118

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Ein Hund im Rollstuhl und trotzdem pures Strahlen: Gemeinsam mit Manu und Marie erzählen wir die Geschichte von Hazel, einer Border-Collie-Hündin, die nach einem Rückenmarksinfarkt nicht mehr laufen kann und trotzdem das Leben genießt und damit besprechen wir auch die gar nicht so einfache Frage: Was bedeutet Lebensqualität wirklich?

Wir reden darüber, wie es war, plötzlich einen gelähmten Hund zu haben, welche Komplikationen dabei auftreten können und was alles dazu gehört, woran wahrscheinlich die wenigsten im ersten Moment denken.

Unser größtes Learning: Ein Rollstuhl nimmt nichts weg, er gibt Mobilität, Handlungsspielraum und Lebensfreude zurück. Hazels Mut machende Videos findet ihr auf TikTok, Instagram und Youtube:

https://www.instagram.com/the_amazing_hazel

https://www.youtube.com/@The_Amazing_Hazel

https://www.tiktok.com/@the_amazing_hazel?_r=1&_t=ZG-93LxcExLIAb

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Fotografie: Christiane Münchhausen | ...

SPEAKER_00

Hallihallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von eurem hoffentlich Lieblingspodcast Post and Personality. Und heute habe ich Manu und Marie zu Gast, und auf die beiden bin ich gestoßen. Im Endeffekt gar nicht, weil sie sie sind, sondern weil sie einen coolen Hund haben, nämlich die Hazel. Und Hazel ist ein bisschen, ja, wie sagt man, besonders. Also sie ist mir ins Auge gefallen, weil sie im Rollstuhl. Bei einem Hund sagt man ja nicht, sitzt, sie steht. Also sie bestreitet einen Teil ihres Lebensalltags im Rollstuhl. Ich habe das gesehen und habe gedacht, ah ja, stimmt, da gibt es ja so einiges, wo sicherlich auch kontrovers diskutiert werden kann und was manchmal so ein bisschen blöd ist, wo so Vorteile im Kopf sind. Und was gibt es Schöneres, als mit Menschen zu sprechen, die so einen Hund haben, um genau mit sowas aufzuräumen und um genau da mal zu zeigen, wie wertvoll das sein kann, dass es inzwischen so geiles Equipment wie halt Rollis für Hunde gibt. Also, herzlich willkommen, ihr zwei. Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr bereit seid, so ein bisschen über Hazels Geschichte zu sprechen.

SPEAKER_03

Ja, vielen Dank für die Einladung. Wir freuen uns sehr. Dann legen wir mal los.

Hazels Temperament Vor Der Lähmung

SPEAKER_00

Ja, wollt ihr Hazel einfach direkt mal so ein bisschen vorstellen?

SPEAKER_02

Also Hazel ist eine mittlerweile sechsjährige Border-Collie-Hündin. Wir haben sie mit acht Wochen vom Züchter bekommen. Und ja, sie war immer ein sehr lebensfroher Hund, war alles gut. Sie war auch selten krank. Also wir waren nicht oft mit ihr beim Tierarzt. Ja, und dann passierte das eben von einem Moment auf den anderen, dass sie nicht mehr laufen konnte. Und natürlich merkt man mittlerweile eine Veränderung. Also sie ist nicht mehr ganz so pfiffig und flott unterwegs wie früher. Aber ja, ich denke, wenn man es mit anderen Hunden vergleicht, könnte man trotzdem sagen, es ist genauso wie bei anderen Hunden, weil sie vorher halt wirklich extrem sportlich und bewegungsfreudig war.

SPEAKER_03

Ja. Früher war sie ein Border-Collie, jetzt ist sie so, ich weiß nicht, vielleicht ein Mops.

SPEAKER_00

Es gibt auch echt verrückte Möpse.

SPEAKER_02

Sie ist einfach eine ruhige, als wäre sie einfach eine ruhigere.

SPEAKER_00

Ja, es macht ja auch was mit einer Persönlichkeit.

SPEAKER_02

Ja, absolut. Merkt ja auch, dass sie einfach nicht mehr so schnell von A nach B kommt.

SPEAKER_03

Ja, also eigentlich ist es, als wäre sie auf einen Schlag fünf Jahre älter geworden. Also sie ist auch nicht mehr ganz so verspielt wie früher. Die war brutalst verspielt früher. Also schon echt aufdringlich. Das ist jetzt, also die will zwar immer noch spielen, ne? Ball, aber jetzt ist halt nur noch im Liegen und dann rollt sie einem den Ball zu und man soll ihn ihr zurückwerfen oder kicken am besten, dass es ein bisschen Action gibt und naja.

SPEAKER_00

Ist sie euer erster Hund?

SPEAKER_02

Ja. Also ich hatte als Kind, meine Eltern hatten meinen Hund, aber da habe ich jetzt nicht viel in der Erziehung mitbekommen. Ja, und wir wollten eigentlich auch gar keinen Hund. Also. Dann gleich ein Border Collie. Wenn dann schon richtig. Nee, das war ganz lustig. Weil wir haben irgendwie einen Film geguckt mit einem Hund und dann war so, ach, es wäre doch eigentlich auch ganz schön, einen Hund zu haben. Und dann haben wir so eine Nacht drüber geschlafen und dann war so, nee, doch nicht. Und dann haben wir uns aber irgendwie unabhängig voneinander trotzdem noch damit beschäftigt, auch gerade mit der Border-Colli-Rasse, weil Manu auch gesagt hat, er will den schlauesten Hund der Welt. Und dann haben wir einen Welpen gefunden aus einem Wurf. Und da waren irgendwie, ich glaube, vier schwarz-weiße und zwei braun-weiße. Und ich weiß, man soll nicht nach dem Aussehen gehen, aber ich war dann so, wenn, dann will ich eine braun-weiße Hündin. Und dann war so, ja, als ob die noch da ist. Dann haben wir angerufen und dann hieß es, ja, es ist nur noch die braun-weiße Hündin da. Dann dachte man das Zeichen. Und dann haben sie mitgenommen.

SPEAKER_03

Naja, genau genommen sind wir hin und haben gesagt, okay, wir wollen keinen Hund, wir gucken sie uns einfach nur mal an.

SPEAKER_00

Der Klassiker.

SPEAKER_03

Einfach nur mal sehen und zur Sicherheit nehmen wir noch eine Transportbox mit. Man weiß gar nicht, was passiert. Auf dem Weg dahin wurden wir dann erst noch am Kreisverkehr von einem Auto, von einem anderen Auto hinten reingefahren. Und als wir dann da angekommen sind, ja, dann war es eigentlich recht klar. Hazel ist sehr unabhängig, das war sie damals schon. Die kam, hat uns begrüßt und dann ist sie auf dem Hof dort los und war einfach weg. Und ihr Geschwisterchen war super nervig, das hing die ganze Zeit auf den Schuhen und hat immer die Schuhbändel aufgemacht. Und das war klar, niemals wollen wir diesen Hund haben. Das ist so nervig. Und ja, Hazel war es dann einfach.

SPEAKER_02

Dieser unabhängige Hund, der keine Drehse für uns hatte.

SPEAKER_03

Ja, das war einfach so, dachten wir, ja, perfekt, der ist drin für uns.

SPEAKER_00

Und jetzt habt ihr gemeint, es ging recht plötzlich, dass sie von heute auf morgen nicht mehr laufen konnten. Wie alt war sie da?

SPEAKER_03

Vier. Fast fünf. Also sie hat am 24.01. Geburtstag und das war, ich meine, am 14. November. Also fast fünf. Und ja, es war alles wie immer. Zu der Zeit sind wir oft Pilze suchen gegangen, fast täglich. Bei uns gibt es viele Steinpilze und allerlei andere Parasole. Wenn man Glück hat, vielleicht auch mal Pfefferlinge, aber das selten. Naja, und wir waren oft unterwegs und wollten wieder gehen. Morgens war dann alles wie immer, sie war gut drauf und es hat sich dann ein bisschen verzögert. Und es war dann so um zehn, halb elf, als wir wirklich los wollten. Und sie hatte nochmal ein bisschen geschlafen und dann haben wir uns die Schuhe angezogen und sie ist mit. Und als wir auch zur Haustür raus sind, haben wir gesehen, dass die ganz seltsam läuft. Also sie humpelte, hat so einen leichten Buckel gemacht und die Hinterbeine waren halt steif und ganz seltsam sah das aus. Ja, dann haben wir erstmal alle möglichen Tierärzte angerufen. War wieder so eine Uhrzeit, wo die normalerweise Mittagspause machen. Also die, die am nächsten hier sind, im Dorf nebenan, die haben gesagt, nö, wir können nicht vorbeikommen, sie sind zwar noch da, aber nö, nö, wir gucken sie jetzt nicht an. Ich würde sagen, es ist ein Notfall, es ist wirklich dringend, das sieht schlimm aus. Aber wir haben echt schlechte Erfahrungen mit Tierärzten schon gemacht, leider. Und dann haben wir eine Tierklinik gefunden, die bereit war, sie anzugucken. Da mussten wir zwar dann vor Ort auch noch ewig warten, bis wir dran gekommen sind. Und ja, die Tierärztin hat sie angeguckt und meinte dann, ja, wir rönten mal, vielleicht ist ja ein Bahnscheibenvorfall. Achtung, Achtung, dann wurde sie gerönt, das Röntgenbild war tiptop, man hat nichts gesehen. Und dann meinte die, ja, die hat einen Hexenschuss. So, okay, einen Hexenschuss, na gut, was es nicht alles gibt. Man hat eine Schmerzspritze mit Cortison noch reingejagt und gesagt, alles gut, nach Hause gehen, beobachten und wenn es die nächsten Tage nicht besser wird, sollen wir nochmal kommen. Zu Hause angekommen, lief die Hazel auch wieder besser. Also die Spritze hat scheinbar gewirkt, sie hatte weniger Schmerzen und wir sind einmal kurz im Garten noch, um Geschäfte zu verrichten. Und dann war sie fix und fertig, wahrscheinlich von der Sprit, und hat sie schlafen gelegt. Und sie hat lang geschlafen, also Stunden war untypisch. Und als sie aufgewacht ist, das war dann so am späten Nachmittag, frühen Abend, war sie komplett gelehnt.

SPEAKER_00

Also wirklich so richtig, richtig, richtig schlagartig. Ich meine, schlagartig ist ja auch schon über mehrere Tage, finde ich, im Vergleich zu, dass es so monatelang degeneriert, ne? Aber so von, also wirklich von einem Tag auf den anderen. Da geht aber natürlich auch einiges in einem vor, ne?

Klinikodyssee Und Diagnose

SPEAKER_03

Ja, ja, klar. Also das war echt richtig heftig. Und es war dann halt Abend, ne? War es schwierig noch, irgendeinen Tierarzt zu finden. Wir leben hier halt auf dem Land, ne? Notdienst, das ist immer so eine Sache, sehr weit weg. Und wir haben dann mit allen möglichen Tierkliniken, also zum Teil auch 200 Kilometer entfernt, telefoniert. Und wir hatten dann nachts um vier war das dann, glaube ich, da hatten wir in der Uni Gießen, im Universitätsklinikum Gießen in der Tierklinik, da hatten wir dann einen Chirurgen am Telefon, der meinte, wir können kommen und er kann sie operieren. Der wusste zwar überhaupt nicht, was los ist. Er hat einfach gesagt, es klingt für ihn nach einem Bandscheibenvorfall und wir können kommen und er operiert sie. Na gut, dann haben wir noch in Mayen die Tierklinik erreicht und die meinten auch, wir können kommen und die gucken sie erstmal an, machen ein CT. Sehr sinnvoll, erstmal zu schauen, was wirklich ist. Und dann sind wir direkt, mittlerweile war es morgens um sechs, losgefahren nach Main. Und dann hat der Arzt sie dort angeguckt und meinte, boah, bei dem Lähmungsgrad kann man eigentlich nichts machen und ein CT bringt euch nichts. Die braucht dann dann ein MAT. Und er hat uns dann direkt weiter nach Gießen geschickt. Dann sind wir halt doch nach Gießen noch gefahren und da kam dann eine Neurologin. Und die hat sie auch angeguckt und meinte, boah, bei dem Lähmungsgrad ist eigentlich nichts mehr zu machen. Also selbst wenn es ein Bandscheibenvorfall wäre, könnte man operieren. Aber da ist die Chance auf Heilung so gering und sie war in so einem schlechten Zustand, dass man nicht wusste, ob sie die Strapazen mit Narkose überleben würde, weil sie wirklich sehr schwach war. Und die Neurologin meinte auch, es deutet alles auf einen Rückmarksinfarkt hin, nicht auf den Bahnsteigenvorfall. Und da kann man nicht operieren. Da kann man eh nichts machen, außer Physio und hoffen, dass es halt wieder wird. Und dann hat sie uns davon abgeraten, überhaupt auch das MRT zu machen, weil die Vollnarkose wäre für Hazel wohl auch sehr übel gewesen. Und sie meinte einfach, ja, wir sollen es lassen und man kann eh nichts machen. Selbst im unerscheinlichen Fall eines Bandscheibenpfasser könnte man mit einer OP da nicht wirklich was retten. Da sind wir nun.

SPEAKER_00

Ja, krass, so ein Rückenmarks-Infrakt, so aus der, also ich habe schon davon gehört, aber dann oft bei Hunden, während sie getobt haben, also dass sie irgendwie angerempelt wurden, was auch immer, und sich dann in der Bewegung das so geäußert hat. Aber so aus der Ruhe ist natürlich auch echt fies, ne? Also so, damit kannst du ja auch nicht rechnen. Also es ist ja nichts, wo du so sagst, ja, hätten wir mal oder so, sondern nee, es ist einfach so, ja, scheiße. So, das heißt, anderthalb Jahre dann jetzt ungefähr, wenn ich richtig gerechnet habe. Nicht ganz. Wie ging das weiter? Also seid ihr relativ schnell dann zum Rolli gekommen oder war das irgendwie so ein Prozess, wo ihr darüber nachgedacht habt, was für Fragen habt ihr euch gestellt? Also wenn das irgendwie jemandem passiert, aus welchem Grund auch immer der Hund gelähmt wird, ne? Aber dann gehen ja ganz viele Fragen so durch den Kopf und das wird bei euch ja auch passiert sein. Was können Menschen vielleicht so mitnehmen, denen das hoffentlich nicht passiert, aber vielleicht doch.

Leben Mit Der Lähmung Akzeptieren

SPEAKER_02

Also sie hatte erstmal sechs Wochen Boxenruhe verschrieben bekommen, also da sollte sie sich so wenig wie möglich bewegen, was wir dann auch eingehalten haben. Also sie wollte sich eh nicht viel bewegen, die hatte auch Schmerzen zu der Zeit noch. Und ja, also wir haben dann erstmal, es war ja eine komplett neue Situation. Wir waren auch wirklich überfordert, wir wussten überhaupt nicht, wie, wo, was, und hatten jetzt auch von den Tierärzten keine Unterstützung bekommen. Also es hieß dann so, ja, macht mal Physio. Punkt. Also mit allem anderen wurde man echt so ein bisschen alleine gelassen. Ich habe dann in Facebook-Gruppen auch so ein bisschen recherchiert, wo auch Leute so Rolli-Hunde hatten oder irgendwie mit, ja, die gelähmt waren und habe darüber dann versucht, so ein bisschen Wissen anzusammeln. Aber es war schwierig, weil eben dieser Fall auch habe ich jetzt nicht häufig was zu gelesen. Auch nicht bei der Rasse und ja, dann mit so Komplikationen wie einer Darmentzündung, die nicht erkannt wurde. Aber erstmal zum Rolli. Also wir haben, glaube ich, es fühlte sich sehr lang an, wie sie keinen Rolli hatte, aber wir haben eben vorhin auch mal nachgerechnet. Ich meine, nach zwei Monaten hat sie einen bekommen. Und es war auch so, wir wussten auch überhaupt nichts darüber. Also es war jetzt nicht so, dass viele Leute gesagt haben, ja, holt euch da und da den Rolli, das und das ist super, das müsst ihr beachten, sondern wir haben nicht viel dazu gefunden. Und dann habe ich auch mal so bei Ebay Kleinanzeigen einfach geschaut, ob es irgendwas in der Nähe gibt von Leuten, die einem den vielleicht auch anpassen können, weil es gibt ja so ein Reha irgendwas, ich weiß gar nicht mehr, wie es heißt.

SPEAKER_03

Reha-Technik für Tiere.

Rollstuhl Finden Und Anpassen

SPEAKER_02

Genau, aber das ist auch weiter weg gewesen. Und ja, dann habe ich bei eBay Kleinanzeigen geguckt, weil die neuen Modelle sind halt auch wirklich sehr, sehr teuer. Und dann hatten wir mal wirklich Glück, weil ich glaube, ich habe zwei oder drei Tage geschaut und dann schrieb mir eine Bekannte, ja, sie hat ganz viele Rolli-Hunde und sie will einen Rollstuhl verkaufen, sie kann vorbeikommen, sie kann uns den anpassen und uns auch ein paar Tipps und Tricks geben, etc. pp. Ja, die kam dann auch schon am nächsten Tag und hat eben den Rolli, den wir jetzt auch haben, Häsel angepasst und uns erzählt, wie das so klappt und wie das mit ihren Hunden war. Und das war echt schöner Austausch, weil sie uns dann auch noch ein paar Physio-Übungen gezeigt hat und auch selber schon ein paar Hunde wieder zum Laufen gebracht hat. Genau, und das war ganz schön, einfach auch von jemandem mal positive Wörter zu hören, weil vorher war es immer so, ja, da gibt es keine Chance. Und sie hat mal gesagt, doch, das kann durchaus wieder werden und selbst wenn nicht, ich habe ganz viele Rolli-Hunde, denen geht es super. Und das hat einem so ein bisschen Hoffnung gemacht.

SPEAKER_03

Ja, und was ich noch dazu sagen wollte, natürlich, der Prozess, sich überhaupt mal damit abzufinden, das war schon so eine Sache bei uns. Also, ich meine, wir hatten einen Border-Colli aus einer Arbeitslinie, so, die war auch reitbegleithund und einfach immer super aktiv. Und wir wollten es nicht wahrhaben lange. Also das muss man dazu sagen. Am Anfang, weiß ich noch, da haben wir auch oft gesagt, nee, wir wollen auf keinen Fall einen Rolli-Hund. Das muss wieder werden. Also nicht im Sinne von, wir müssen die abgeben, sondern das muss einfach wieder werden. Und es kam aber dann einfach nichts zurück. Selbst das Tiefenschmerzempfinden ist auch nach wie vor noch weg. Und wenn das halt immer so das schlechteste Zeichen, wenn nicht mal der Tiefenschmerz da ist, dann sieht es eigentlich relativ schlecht aus. Und es kam überhaupt nichts zurück. Also wir hatten keine Erfolge, dass da irgendwelche Funktionen wiederkamen. Und dann ging das so nach und nach. Wir haben halt gesehen, wie Hazel leidet, so im Sinne, dass ihr die Bewegung fehlt. Wir haben sie dann in so einem Fahrradwagen rumgeschoben immer und sind so immer mit ihr spazieren gegangen. Das war okay, aber sie wollte dann natürlich immer raus auf die Wiesen und schnüffeln. Das haben wir dann auch gemacht und sie halt hochgehalten hinten. Aber das ging nicht auf Dauer. Also ich habe dann auch schon Rückenschmerzen irgendwann bekommen. Und ja, so hat es dann nur ein paar Wochen gedauert, bis wir gemerkt haben, das muss sein mit dem Rolli, es geht nicht anders. Und mittlerweile, wir haben uns schnell daran gewöhnt und haben gesehen, wie viel Lebensqualität ihr das zurückgegeben hat. Und dann war das auch für uns nicht mehr so tragisch. Wir dachten natürlich, das ist für sie ein Riesenproblem. Aber sie hat das so toll gemacht. Sie hat sich so schnell an diesen Rolli gewöhnt. Also heutzutage kriegen wir nämlich viele Nachrichten über Social Media von Leuten, die einen Rolli-Hund haben und Tipps wollen, weil es nicht klappt, weil die nicht gut zurechtkommen mit dem Rolli. Und da hatten wir scheinbar riesiges Glück, weil Hazel ist eingeschnallt worden. Sie fand es natürlich doof. Sie findet es heute auch noch doof, den anzuziehen. Aber sobald sie dann losgeht, ist alles gut.

SPEAKER_02

Ja. Ja, direkt losgedüst. Sie musste dann natürlich erstmal die Muskulatur aufbauen. Also wir haben dann am Anfang sind wir echt nur so die Straße hoch und runter fünf Minuten und dann konnte die auch schon nicht mehr, weil die ja ganz andere Muskeln brauchen. Und die ja auch vorher dann sechs Wochen sich kaum bewegt hat. Also das war dann auch ein Prozess, dass wir das jeden Tag gesteigert haben, bis die eben mittlerweile so eine Stunde locker wieder runden laufen kann. Aber ja, das hat auch eine Weile gedauert. Und ich würde auch sagen, das Akzeptieren, also dass wir das akzeptieren, dass es nicht mehr so ist wie früher, das war echt so das Schwierigste an der ganzen Nummer.

SPEAKER_00

Kann ich mir vorstellen. Also es ist halt auch schwierig. Gerade wenn das so ein krasser Kontrast ist. Es ist ja ein Unterschied, ob du mein Lieblingsbeispiel, irgendwann werden mich Basset-Besitzer mal schlagen, glaube ich. Mein Lieblingsbeispiel für einen Hund, den ich mir sehr ruhig vorstelle, ist ein Basset. Und ich glaube, es ist ein Unterschied, ob du quasi einen Basset plötzlich im Rollstuhl hast und der bewegt sich halt immer noch nicht so viel gefühlt. Oder ja, so ein Bordercollie, der mit am Pferd lief und sich ganz viel bewegt hat. Pilze sammeln, sind ja auch oft stundenlange Aktionen. Also es ist ja sehr, sehr viel Bewegung gewesen. Habt ihr jemals darüber nachgedacht, sie einzuschlepern? Wurde euch das geraten? Ist das irgendwas, was ein Thema war oder habt ihr das direkt verworfen?

Training, Aufbau Und Fortschritte

SPEAKER_03

Also direkt in der Klinik in Gießen wurde uns die Option auch nahegelegt, sag ich mal. So, also zu dem Zeitpunkt hätten sie es gemacht, also weil ihr ging es wirklich sehr, sehr dreckig. Und ja, also es war ein Prozess. Also auch vor Ort, wir waren sehr verzweifelt. Wir wollten es natürlich nicht, aber es war knapp, würde ich mal sagen. Also wir hätten es fast gemacht, weil es ging ihr wirklich schlecht. Aber sie hatte noch dieses Funkeln in den Augen so. Weil sie hatte noch immer diesen Lebenswillen trotz allem. Und ich dachte so, das kann ich, das geht nicht. Ich kann das nicht machen, weil ich weiß ja, wie sie ist und ich sehe ja, sie ist schon immer eine Kämpferin und steckt Schmerzverhältnismäßig gut weg. Also selbst wenn die sich irgendwie beim Spielen mal wehgetan hat oder so, dann wird einmal kurz gejault und dann geht es direkt weiter. Also es ging einfach nicht. Aber im weiteren Verlauf gab es leider ein paar Komplikationen. Vor allem hat sie eine Darmentzündung entwickelt, eine wirklich schlimme Darmentzündung. Da hat sie dann, finde ich, fast mehr drunter gelitten als unter dem eigentlichen Rückenmarksinfarkt, weil sie ist schon immer ein sehr reinlicher, sauberer Hund gewesen. Also sehr sauber. Und bei der Darmentzündung hat sie quasi über Wochen konstanten Durchfall gehabt, sehr blutigen Durchfall. Vermutlich nicht so wirklich viele Schmerzen, querschnittsgelähmt, das hat sie nicht so doll gespürt, aber sie hat trotzdem immer gemerkt, dass sie ein bisschen was verloren hat. Da kam immer so ein entzündlicher Schleim raus. Und das hat sie sehr genervt. Sie war die ganze Zeit damit beschäftigt zu putzen und dann hat man ihr natürlich immer eine Windel angezogen, damit auch nicht ständig in der Wohnung irgendwas verloren wird, logischerweise. Und das hat sie so gestresst alles, dann hat sie einen Kragen bekommen, damit sie nicht immer sich putzen möchte, aber hat es natürlich trotzdem die ganze Zeit versucht. Und das haben wir uns ein Weichchen angeguckt und das wurde immer schlimmer eigentlich. Und da hatten wir uns auch eine Deadline gesetzt, da haben wir gesagt, boah, wenn das mit dieser Darmententzündung nicht aufhört, weil die ist ja nur noch am putzen und am Jammern, die hat ihn nur Stress. Wenn es in 14 Tagen nicht besser wird, dann müssen wir sie einschläfern lassen, weil das war wirklich kein lebenswertes Leben mehr für sie. Und ja, wie das Schicksal so wollte, wurde es dann ein Tag beforte die Deadline rum war, sehr viel besser. Man muss aber auch wieder dazu sagen, Ärzte haben uns ja wieder allein gelassen und nicht geholfen. Wir kennen einen Humanmediziner, der dann meinte, gib dir doch noch mal Cortison. Und dann haben wir ja wieder zwei Milligramm Cortison pro Tag, ist ja eine recht geringe Dosis, wohl auch für Hunde. Ich dachte immer, es wäre viel. Jetzt mittlerweile weiß ich es gar nicht so viel. Es gibt Hunde, die kriegen über 100 Milligramm. Aber dieses bisschen Cortison hat so gut geholfen, die Darmententzündung ging quasi sofort weg. Und seitdem kriegt sie zwei immer noch, also sie kriegt durchgehend Cortison seitdem. Wir haben es ein paar Mal versucht zu reduzieren. Und wenn wir dann auf ein Milligramm jeden zweiten Tag unten waren, kam die Darmententzündung zurück. Sind wir momentan auf ein Milligramm jeden Tag und die Darmententzündung ist weg.

SPEAKER_00

Ja. Ja, cool. Also einerseits total cool, dass sie sich quasi vor der Deadline verappeln konnte und dass ihr da den Bekannten habt, der Humanmediziner war, der gesagt hat, macht das doch einfach mal. Andererseits genauso stark drüber nachzudenken, okay, ab wann ist es noch lebenswert und ist das sinnvoll? Ist ja irgendwie auch gut für den Hund, wenn er solche Menschen hat, die irgendwann auch mal sagen, okay, und hier ist mal Schluss. Gleichzeitig ist es natürlich schön, wenn man sie jetzt so durch die Gegendzappeln sieht. Also, Instagram bin ich ja da auf euch gestoßen und sehe die Reels und freue mich so, wie sie, ja, sie sieht ja echt fröhlich aus. Das ist schon, man sieht dir quasi an, dass sie das genießt und dass sie da durchaus noch Lebensfreude hat, auch wenn das vielleicht manchmal hakt oder blöd ist, aber von daher, ja. Wie ist es, also glaubt ihr, die Damenentzündung kommt daher, dass sie sich nicht so gut bewegen kann, dass der Darm dadurch auch weniger in Bewegung ist, weil nicht mehr so eine, keine Ahnung, durch Muskeln und Organe, da findet ja sonst auch immer eine Art Massage statt, wenn wir Menschen oder Tiere uns bewegen? Das fällt ja komplett weg, wenn da hinten keine Bewegung stattfindet. Könnt ihr da irgendwas machen noch zum Unterstützen außer dem Cortison? Also gibt es Darmmassage, Bauchmassage? Ich weiß es nicht. Also was gehört vielleicht jetzt so zu eurem Lebensalltag, abgesehen vom Darm, noch dazu, wo ihr sagt, wir machen vielleicht auch Kontrakturprophylaxe bei den Beinen und müssen immer die Beine bewegen, damit sich die Muskeln nicht verkürzen. Also, was ist es so alles? Was macht es so aus, das Leben jetzt mit Hazel?

Einschläfern? Abwägungen Und Darmentzündung

SPEAKER_03

Ja, also jetzt gezielt Darm-Massage, damit der Darm besser funktioniert. Funktioniert, machen wir nicht so. Also, aber das passiert passiv natürlich, dadurch, dass wir sie ja jeden Tag mehrfach auch ausdrücken müssen. Und das funktioniert am besten bei ihr eben dadurch, dass man den Bauch so ein bisschen auch mitmassiert. Sie bekommt natürlich immer mal wieder Präbiotika und diverse Zusatzmittelchen für einen Darm. Bewegung, sodass man die Beine bewegt, macht man ja mit Physio jeden Tag. Aber das wird speziell was noch zusätzlich für den Darm machen, außer in der Ernährung ein bisschen. Sie kriegt dann immer mal, wenn sie auch nur leicht zu Durchfall neigt, hilft bei ihr immer so ein Brei aus Möhren, den wir selber machen. Den isst sie gerne und das beruhigt immer sehr den Darm bei ihr. Aber sonst für den Darm nicht so viel, aber wir machen sehr viel anderes Zeug. So für sehr viel. Wo fängt man da an? Natürlich Physiotherapie jeden Tag, diverse Übungen, klar, Beine bewegen, Radfahren sozusagen, alles halt dehnen und auch mit bisschen Gegendruck, dass die Muskeln bewegt werden. Hazel hat mittlerweile starke Reflexe, also die Beine reagieren auf Reize von außen, dass die dann austreten und zappeln, zittern und so weiter.

SPEAKER_00

Das ist quasi wieder eine Entwicklung, also eine positive Entwicklung, oder? Das war am Anfang gar nicht da.

SPEAKER_03

Nee, es war alles weg. Es war alles weg. Und da vielleicht kurz eingeschoben die positive Entwicklung ist auch, dass sie am Anfang komplett Inkontinenz, ne? Also sie hat auch oft Urin verloren. Aber mittlerweile hat sie auch dahingehend eine Kontrolle über ihre Blase zurück, dass die sechs bis acht Stunden den Urin einhalten kann und sie spürt auch wieder, wenn sie muss und kann uns das mitteilen. So, sie kann ihn nicht selbstständig absetzen, da müssen wir sie dann manuell ausdrücken. Was auch ein Prozess war, das zu lernen. Also, ja, es war nicht leicht. Vor allem am Anfang, man hat uns nur, die Tierärzte haben uns nur gesagt, wie wichtig das ist, dass wir sie mindestens dreimal am Tag ausdrücken, wegen Blasenentzündung. Aber das war schwierig für uns, das zu tasten. Uns hat niemand wirklich gezeigt, wie das geht. Die Tierärzte haben immer nur dann gesagt, schaut mal so. Und dann haben sie es einfach mal ganz schnell ausgedrückt. Und dann lag sie da auf dieser komischen Metallwanne immer in so einer riesen Pfütze. Ja, super, Dankeschön. Jetzt wissen wir ja, wie es geht. Hahaha. Und also das hat lang gedauert, bis wir das hinbekommen haben. Anfangs die ersten zwei, drei Tage, weiß ich noch, da haben wir es nur ein bis zweimal am Tag hinbekommen und haben uns echt Sorgen gemacht wegen der Blasenentzündungsgeschichte. Aber dann haben wir uns glücklicherweise so langsam eingegroovt. Aber es macht auch heute noch manchmal Probleme. Also manchmal ist irgendwie der Schließmuskel verengt und dann kannst du drücken, wie du willst. Und du darfst ja auch nicht zu stark drücken, du willst die Blase ja auch nicht verletzen. Und dann kommt einfach nichts. Und dann dauert das ewig, bis man es hinkriegt, dass der ganze Urin abgesetzt wird. Also das war ein Prozess, das zu lernen. Wir machen aber trotzdem viel. Also sie hat dann auch Medikamente bekommen, dass dieser Blasenschließmuskel ein bisschen lockerer ist zwischenzeitlich. Vor allem, wenn sie eine Blasenentzündung hatte. Sie hatte jetzt schon zweimal eine Blasenentzündung. Einmal auch eine sehr, sehr heftige. Da mussten wir auch vom Tierarzt eine Antibiose verstreiben lassen. Das ging nicht anders. Sonst kriegt sie viel so Cranberry-Extrakt und so Sachen. Also wir geben ihr viel zu Unterstützung, vor allem für die Blase jetzt mittlerweile. Da kann vielleicht Marie nachher noch was dazu sagen. Das ist ihr Metier. Aber sonst haben wir viele alternative Sachen mit ihr auch probiert. Wir haben Akupunktur gemacht, traditionelle chinesische Medizin, Moxerkerzen heißt das, sollten wir machen. Das hat auch wirklich was gebracht. Das sind solche, wie so Zigarren kann man sich vorstellen. Die zündet man an, dann ist vorne halt so eine Glut wie bei einer Zigarre. Und das hält man dann quasi an der Stelle, in etwa, wo der Rückenmarksinfarkt war, über der Wirbelsäule. Und das ist eigentlich genau genommen einfach wie eine Wärmetherapie. Diese Wärme von dieser Zigarre geht halt in die tieferen Kulaturschichten. Ich meine, das hat was gebracht. Also als wir das angefangen haben, da kamen dann zum ersten Mal auch die allerersten Reflexe zurück in der Zeit. Wir haben auch viel anderes, seltsames Zeug probiert, so zum Beispiel mit so Stimmgabeln. Es gibt irgendwie so Stimmgabeln, auch für irgendwelche Therapieformen beim Mensch, da kenne ich mich jetzt nicht so aus, aber die haben wir dann immer anklingen lassen und an ihre gelähmten Füßchen gehoben, so zwischen die Zehen. Und je nachdem, welche Frequenz man da gewählt hat, bei manchen Frequenzen, wenn man die Vibration an den Füßen ausgelöst hat, da haben die dann reagiert und gezuckt und gezappelt. Das war natürlich für uns, immer hat sich das wie ein Riesenfortschritt angefühlt, wenn man solche Sachen gemacht hat und die Füße sich bewegt haben. Aber es sind halt nur Reflexe. Sie kann die nicht selbstständig steuern, muss man leider dazu sagen.

SPEAKER_02

Manchmal vielleicht doch.

Blasenmanagement Und Lernkurve

SPEAKER_03

Jetzt so langsam kam ein bisschen was dazu. In den letzten Wochen ist das aber erst passiert. Einmal hat sie, also eigentlich kann man es, es ist so selten passiert, dass man alle drei Sachen erzählen kann, die passiert sind. Aber immerhin, in den letzten drei, vier Wochen so. Einmal lag sie auf der Seite, wie immer beim Schlafen, und auf einmal hat sich das eine Bein gehoben und über das andere überkreuzt. Okay, das war so das allererste Mal. Da war natürlich, das war ein Highlight. Das habe ich auch zufällig gefilmt. Das kann man auch auf den Social-Media-Kanälen sehen. Da war ich so ganz aus dem Häuschen. Dann haben wir beobachtet, einmal, ja, eigentlich sind es schon vier Sachen passiert, genau. Einmal ist sie auf dem Sofa gelegen, hat geschlafen und ihr gelähmtes Hinterbein hat meinen Fuß berührt. Und im Schlaf habe ich gemerkt, wie auf einmal ihr Bein mitläuft im Schlaf, im Traum. Weil die Hunde rennen ja immer so im Schlaf. Und bei ihr rennen natürlich nur noch die Vorderbeine. Und dann habe ich gespürt, dass da irgendwas war und ich dachte, die Hinterbeine sind mitgelaufen. Gibt's das denn? Und kurz darauf habe ich sogar gesehen, wie die Hinterbeine einmal im Schlaf mitgerannt sind. Und das nächste große Ding war, dass sie wieder geschlafen hat und dann ist sie aufgewacht und hat sich gestreckt. Alle Vierer von sich gestreckt und hat ihre Hinterbeine mit von sich gestreckt gestreckt und ist halt weiter, hat wieder eingeschlafen, als wäre nichts gewesen. Und wir dachten so kim nicht.

SPEAKER_02

Vor allem ist das immer so kurz, dass wir dann denken, haben wir uns das eingebildet? Hat sich das nur mitbewegt oder hat sie das jetzt wirklich? Also wir trauen uns da auch überhaupt nicht und starren das dann immer zwei Minuten noch an, ob nochmal was passiert, um zu gucken, ob das jetzt stimmt oder ob das einfach nur so aus dem Augenwinkel eine Einbildung war. Aber das haben wir beide gesehen. Das war echt.

SPEAKER_00

Na krass, ne? Cool. Ja, aber es gibt ja so viele Geschichten, sei es jetzt von Menschen oder auch von Tieren, wo sich mit genügend Zeit ja durchaus auch Strukturen im Körper wieder so reparieren können oder auch vielleicht umgangen werden. Vielleicht gibt es dann Workarounds im Körper. Also da bin ich jetzt nicht Neurologin oder was auch immer Arzt genug, um das einzuschätzen. Aber es gibt ja diese Phänomene, dass Leute auch wieder laufen lernen. Vielleicht nie wieder so gut wie vorher, aber sie lernen es wieder oder sie können wieder Sachen bewegen, die auch zwei, drei Jahre sich nicht bewegen konnten oder länger. Und warum soll es das nicht auch bei Hunden geben?

SPEAKER_03

Ja, ich habe mich viel damit beschäftigt, andere Fälle gelesen, egal ob es jetzt Rückenmarksinfarkt oder was für Gründe es auch immer gab. Rückenmarkt ist halt abgestorben und Hunde waren gelähmt. Und weil uns haben ja auch viele dazu geraten, also wenn es nach sechs Monaten nicht wiederkommt, dann kommt es nie wieder, haben Tierärzte gesagt. Naja, und dann könnte man auch nach sechs Monaten, wenn man weiß, es kommt, nicht wieder noch über eine Einschläferung nachdenken. Das fand ich natürlich dann allerhand. Wieso soll man einen gesunden, sonst gesunden Hund einschläfern dann? Ich habe dann oft von Fällen gelesen, die wurden alle aufgegeben, die Hunde, und bei manchen ist es nach zwölf Monaten, bei manchen nach 24 Monaten erst wiedergekommen. Also es gibt wohl durchaus Fälle, bei denen einen habe ich jetzt gesehen, ein Labrador war das, glaube ich, da ist es nach drei Jahren wiedergekommen, dass die Beine wieder aufgewacht sind quasi. Also wir geben da die Hoffnung nicht auf, vor allem solange es immer noch diese kleinen Fortschritte gibt. Ich meine, das kommt ja nicht von ungefähr, dass sie plötzlich die Beine streckt alle oder im Schlaf mitrennen. Also ich habe oft so das Gefühl, dass sie eigentlich die wieder steuern könnte, es nur noch nicht genau weiß. Aber es ist natürlich ein bisschen paradoxal, der Tiefenschmerz ist nach wie vor weg.

SPEAKER_00

Wie kriegt man das denn raus, Entschuldigung? Kannst du dir deinen Gedanken merken? Ja, ja. Also gibt es da Tests von Tierärzten, die dann, pieksen die dann mit einer, keine Ahnung, Nadel da rein und schauen, ob der Tiefenschmerz wieder da ist? Oder woher weiß man das?

SPEAKER_03

Ja, beim Tiefenschmerz, die Tierärzte machen das in der Regel mit so einer kleinen Metallzange, Klammer. Die zwicken in den Zeh rein und man muss die Knochenhaut, das Periost, quetschen. Und wenn du so doll zudrücken an dem Zehnknochen, bis die Knochenhaut gequetscht wird und dann ja die Hunde normalerweise auf. Aber bei ihr kannst du da drücken, so viel du willst, die reagiert auf nichts. Also da kommen dann nur diese typischen Reflexe, dass die Beine zucken und zappeln, aber sie spürt da nichts.

SPEAKER_00

Okay. Ja, was wolltest du?

Alternative Therapien Und Erste Zeichen

SPEAKER_02

Ein weiteres gutes Zeichen ist, oder ist wahrscheinlich ein gutes Zeichen, und zwar hatte sie jetzt, war sie anderthalb Jahre nicht läufig und jetzt vor kurzem auf einmal wieder. Also irgendwas hat sich scheinbar im Hormonhaushalt wieder zurechtgeschoben, dass sie wieder läufig war. Also ich fand sie jetzt ein bisschen nervig, weil sie dann auch wieder windel und kragen, weil sie sonst die ganze Zeit sich gebutzt hätte. Also so ein gelähmter Hund, weiß auch nicht, ob man das jetzt braucht, aber es ist ja an sich ein gutes Zeichen, dass der Hormonhaushalt sich wieder eingependelt hat. Oder ich hoffe, er hat sich wieder eingependelt und dass sie jetzt wieder zweimal im Jahr läufig ist. Und noch zur Blasenentzündung. Also das ist ja nach wie vor so ein großes Thema oder eine große Komplikation, die immer wieder kommt, wo wir uns auch immer wieder Sorgen machen müssen. Ja, also wir unterstützen sie mit Cranberry und mit Demanose und achten halt darauf, dass sie viel trinkt, aber das macht sie in der Regel auch und dass wir eben die Blase vollständig entleeren. Aber manchmal hat man halt auch das Gefühl, dass man dann die so aufpassen muss, dass man die Blasenschleimhaut, dass man die Wand nicht beschädigt und dann kann man es aber nicht vollständig ausdrücken und dann bleibt halt Resturin und dann können sich wieder Bakterien da bilden. Dann neigt sie dazu, dass ihr Urin zu alkalisch ist und dann bilden sich solche Kristalle, die wiederum die Darmstück die Blasenschleimhaut angreifen. Und das sind immer so Kleinigkeiten, wo wir dann jeden Tag so, und wie war es? Müssen wir wieder irgendwas anpassen? Gibt es noch was, was wir tun können? Dann darf sie im Moment nicht so viel raus, weil es so kalt und nass ist. Das findet sie dann auch doof. Ich meine, es ist immer noch ein Border-Collie, die will auch was für den Kopf tun. Und die Spiele, die wir jetzt spielen oder die Tricks mussten wir auch anpassen, weil diese ganzen vielen Sachen, die wir früher mit ihr gemacht haben, die kann sie halt nicht mehr. Und sie ist aber trotzdem immer noch so wuselig, dass es schwer ist, so, ich sag mal, so kleine Intelligenzspiele zu machen, weil sie dann immer 150 Prozent gibt. Ja, da müssen wir noch so einen Weg finden, weil sie fordert das durchaus noch ein, dass man sie halt beschäftigt, weil sonst fängt sie auch an zu rupfen. Also sie ruft dann an den Teppich rum oder an ihren Decken und ja, halt so verhalten, was halt Hüte und oder auch andere Hunde zeigen, wenn sie nicht genug ausgelastet sind. Und da mussten wir uns sehr umstellen.

SPEAKER_00

Kannst du da vielleicht mal so, keine Ahnung, ein, zwei, drei Beispiele von was könnt ihr jetzt mit ihr machen, was macht ihr Spaß? Wo sagt ihr, ach, das ist eigentlich eine coole Beschäftigung für sie? Jetzt, wo sie sich nicht bewegen kann. Oder nicht so gut?

SPEAKER_02

Die liegt Suchspiele, also wir können einfach Leckerlis in der ganzen Wohnung verteilen und sie sucht die, da ist sie dann auch irgendwann recht ausgepowert.

SPEAKER_00

Macht sie das dann im Rollstuhl oder kann sie sich auch vorwärts roppen auf den Vorderbeinen?

SPEAKER_02

Also sie läuft quasi im Handstand. Also der Popo ist dann auch in der Luft und sie läuft dann auf den beiden Vorderbeinen und die Hintervötchen, die schleifen dann so auf zwei Stellen über den Boden und der Rest ist quasi in der Luft und da kommt sie sehr gut klar, kann sich gut drehen, also so springt sie halt auch immer auf. Und so darf sie auch in den Garten. Alleine, da kriegt sie halt hinten Söckchen an, weil diese zwei Punkte, die den Boden berühren, die scheuern sich sonst auf, wenn die draußen so viel rumläuft. In der Wohnung geht das ohne. Ja, Suchspiele sind ganz hoch im Kurs. Dann gibt es so ein paar Tricks, die man noch machen kann, halt im Liegen. Ja, also so, dass sie den Kopf ablegt, dass sie was aufhebt und schüttelt auf Kommando oder halt einfach hält. Was wir jetzt auch neu angefangen haben, war aufräumen, dass sie halt Sachen von A nach B bringt. Das mochte sie früher mal nicht so gern. Sie hat ungern Sachen apportiert. Das muss sie halt jetzt machen, weil sie das andere nicht mehr kann. Und was sie halt ganz toll findet, ist unsere Laufenden hüten. Also gerade wenn es jetzt wärmer ist, im Winter darf sie es nicht so viel. Liegt sie dann entweder, wenn sie allein im Garten ist, bei denen am Zaun und schmachtet die an. Und wenn wir mit draußen sind, dann lassen wir die Enten auch raus und dann liegt sie auch mit denen da rum. Und wir haben ja halt beigebracht, dass sie die nicht aus Spaß so rumtreiben darf. Dann läuft sie manchmal mit denen halt ein paar Meter mit und legt sich wieder hin. Und manchmal treiben die Enten auch sie. Genau, sie musste halt lernen, dass sie dann die nicht wie wild durch den Garten scheucht. Aber das findet sie auch ganz toll und da ist sie auch schön ausgelastet. Also wenn sie das dann mal eine halbe Stunde machen durfte, schläft sie auch.

Neuroplastizität Und Langfristige Hoffnung

SPEAKER_03

Ja, und ihren Hütebedarf darf sie dann auch noch stillen, wenn man die Enten quasi wieder zurück ins Gehege bringt. Das macht sie dann auch gut, da hilft sie dann mit und guckt, dass sie schön auf geraden Wege in ihrer Gehege zurückkommen.

SPEAKER_02

Ja, und dann haben wir noch eine Katze und die starrt sie auch gerne an. Da weiß sie auch, die darf sie auch nicht durch die Gegend fläuchen, aber wenn die Katze drin ist, dann ist Hazel halt auch beschäftigt, weil sie muss dann gucken, wo die Katze liegt. Ist dann auch ganz gut. Also bis die Katze schläft. Wenn die Katze schläft, kann Hazel auch wieder schlafen, aber wenn die dann frisst oder trinkt, dann muss das schon beobachtet werden. Genau, ganz wichtig. Könnte aber schief gehen. Aber das ist super, weil dadurch wird die halt auch ausgelastet. Und hat was zu tun.

SPEAKER_00

Was ich so krass finde, es gibt ja schon, also das Thema Rolli-Hunde, keine Ahnung. Also so im Bewusstsein habe ich das bestimmt jetzt schon seit 25 Jahren oder so. Ich finde es so total krass, dass es da immer noch so wenig Informationen zugibt, dass ihr auch quasi jetzt von den Ärzten, also ich kann mir schon vorstellen, dass es in Deutschland Tierärzte gibt, die da vielleicht gut weiterhelfen können, aber die muss man ja finden, es sind ja unfassbar viele, dass aber quasi sehr viele, an die ihr geraten seid, euch dann nicht allzu doll weitergeholfen haben. Also, dass das einfach noch so ein sehr verstecktes Thema ist, finde ich sehr erstaunlich. Weil wenn man dann mal in so Gruppen ist, Facebook oder sonst irgendwo, dann sieht man ja auch viele Rolli-Hunde. Also es ist ja nicht so, als gäbe es davon nur drei in Deutschland, sondern das sind ja wahrscheinlich schon auch hunderte.

SPEAKER_03

Ja, das also das hat uns zum einen natürlich auch gewundert, aber auch, es war schwierig. Man hat sich schon allein gelassen gefühlt mit der Thematik erstmal, also vor allem von den Profis, von den Tierärzten. Und ja, es war ein schwieriger Prozess. Wir hatten einfach ein riesengroßes Glück, was Maria schon erzählt hat, mit dieser Bekannten. Das wussten wir nicht. Also Bekannte ist vielleicht auch ein bisschen viel gesagt. Wir haben die einmal zuvor gesehen auf so einem Weihnachtsmarkt oder sowas.

SPEAKER_02

Aber sie hatte meine Nummer und dann hatte ich ihr bei Ebay geschrieben und dann hat sie mir über meine private Nummer geschrieben und war so, bist du nicht die Marie? Wir kennen uns doch. Klar helfe ich euch. So war das.

SPEAKER_03

Ja, und das war halt ein Riesenglück, weil die kannte sich so gut aus. Und jetzt, seit wir diesen Kanal angefangen haben, ist es halt, da wird mir das nochmal so deutlich. So viele Leute kommen nicht zurecht mit ihrem Hund und diesem Rolli. Und die wissen nicht, was sie tun sollen und die sehen, wie toll Hazel darin läuft und fragen halt uns nach Hilfe. Aber wir können es ja auch nicht immer so viele Tipps geben. Wir hatten halt, wie gesagt, ein Riesenglück, dass Hazel das so gut angenommen hat. Aber die Informationen zu der Thematik sind wirklich rar gesät. Und ich würde mir wünschen, dass Tierärzte, dass die sich zu weiterbilden müssten und dass sie da immer wirklich sinnvoll was zu beitragen könnten. Weil es ist wohl häufiger geworden, dass Hunde im Rollstuhl landen auch landen. Also unsere Physiotherapeutin und die, die auch Akupunktur gemacht hat mit ihr, hat gesagt, dass sie das jetzt schon öfters hatte in den letzten Monaten, dass Border Collies und Australian Shepherds einen Rückenmarksinfarkt hatten und im Rollstuhl gelandet sind. Irgendwas muss vorgefallen sein. Die Zahlen bei diesen Hütehunden mit Rückenmarksinfarkt sind wohl hochgegangen im letzten Jahr. Aber das Bewusstsein dazu ist leider noch nicht da.

Alltag, Beschäftigung Und Hüteinstinkt

SPEAKER_02

Ja, es wäre ja auch schön, wenn man uns in der Klinik damals gesagt hättet, ja, selbst wenn das nicht wiederkommt, gibt es ja Möglichkeiten. So, dann schafft ihr euch einen Rollstuhl an und dann wird die immer noch ein schönes Leben haben können. So, das hätte uns ja auch total die Hoffnung gemacht, selbst wenn sie nicht laufen lernt, dass das Leben weitergeht für sie. Aber das stand überhaupt nie zur Debatte. In keiner der Kliniken, keiner der Tierärzte hat auch nur gesagt, dass es diese Möglichkeit gibt. Und wir hatten das auch gar nicht auf dem Schirm. Also ich habe vorher auch noch nie einen Hund im Rollstuhl gesehen. Jetzt vor kurzem das erste Mal, dass im Dorf nebenan auch jemand mit einem Rollstuhlhund war. Und vorher hatte ich das auch wirklich nicht auf dem Schirm. Also, das war auch nichts, was ich dann in dem Moment dachte: ach, wenn sie nicht mehr laufen lernt, dann holen wir uns halt einen Rollstuhl. Und das hätte ich mir gewünscht, dass diese Aussicht besteht.

SPEAKER_03

Ja, und insgesamt, dass sie einfach ein bisschen positiver in ihrer ganzen Orientierung, in ihrem Umgang mit uns gewesen wären. Es war immer alles so pessimistisch, so defizitorientiert. Es war einfach so, ja, ja, wenn das bis nach sechs Wochen nicht wiederkommt, sechs Monaten, dann ist Sense. Dann können wir in einschläfern den Hund, dann wird es nichts mehr. Und das ist so, also, als würde man die Lebensqualität des Hundes nur an den vier Beinen festmachen. Und ja, also.

SPEAKER_02

Und das dachten wir ja damals auch, dass wenn sie nicht richtig laufen kann, dass es keine Lebensqualität mehr gibt.

SPEAKER_03

Ja, so wurde uns das ja vermittelt. Und deswegen war das für uns ganz klar. Und deswegen war eben der Rolli so lange kein Thema für uns. Also solange es waren ja am Ende dann doch nur acht Wochen, bis sie ihn bekommen hat. Und uns hat sich das mit der Ewigkeit angefühlt. Also rückblickend, für mich fühlt es sich so an, als hätte sie sechs Monate kein Rolli gehabt. Und erst dann hätten wir eben durch diese Zufallsbekanntschaft ihr den Rolli gegeben. Weil das ist ja auch eine finanzielle Sache. Das ist schweineteuer, so ein Ding zu kaufen. Dann brauchst du eigentlich noch jemanden, der den auch wirklich anpassen kann auf ihren Körper. Das kostet ja alles Geld und Geld, was man vielleicht auch nicht hat. Also es ist jetzt nicht so, dass wir da unendliche Mittel für hätten. Deswegen bin ich so froh, dass wir den quasi gebraucht bekommen haben, zu einem echt guten Preis.

SPEAKER_00

Ich weiß gar nicht, ob sowas, da bin ich echt raus, ob die Tierkrankenversicherung, also wenn man so eine richtige Rundumversicherung hätte, ob die so Hilfsmittel auch bezahlen, das weiß ich gar nicht. Müsste ich direkt mal in meinem Vertrag irgendwie durchwühlen. Aber ja, das ist ja sowas, was so ein bisschen außerhalb vom Tierarztbesuch in Anführungsstrichen steht. Und ich weiß, sie zahlen so, keine Ahnung, ein paar Tier, äh, Physio, genau, ein paar Physio-Besuche bezahlen die, aber dann hört es wahrscheinlich schon wieder auf.

SPEAKER_02

Ich könnte mir auch vorstellen, dass sowas nicht übernommen wird, weil sie dann sagen, es geht ja auch ohne es. Man braucht es ja nicht zwingend.

SPEAKER_00

Aber da weiß ich, wie weit es. Vielleicht weiß es ja jemand. Vielleicht schreibt dann mal jemand, der das schon mal hatte.

SPEAKER_03

Wir hatten immer weiße keine so eine Versicherung. Wenn es so eine gibt, ich hätte sie gern gehabt.

SPEAKER_02

Beim nächsten Hund.

SPEAKER_00

Ja, alleine schon die ganzen Kosten für die Klinikbesuche und so, ne? Oder dann nachts irgendwo aufzutauchen, das ist ja auch immer nochmal so, da läppert sich einiges. Ja.

SPEAKER_03

Oder so, ne, dann hier dreifacher Gebührensatz und also ist ja wahnsinnig, was da, ich nenne es mal, Wucher betrieben wird zum Teil. Also was die da zum Teil in Rechnung gestellt haben.

SPEAKER_00

Ja, macht Spaß. Glaube ich. So, aber jetzt hat die Hazel den Rolli. Und ja, auf Instagram kann man ja sehr, sehr gut verfolgen. Ihr seid auch auf Facebook, ne? Aber ich bin halt mehr auf Instagram unterwegs. Nee, also Instagram, TikTok und YouTube sind alle. Okay, ne, also The Amazing Hazel, ich werde es natürlich auch in die Shownotes packen. Auf jeden Fall kann man da sehr gut sehen, dass sie sehr, sehr viel Lebensqualität hat. Also, dass sie da echt viel Spaß damit hat. Trotzdem, ich glaube, euer letztes oder vorletztes Reel hat sich auch damit so ein bisschen befasst. Trotzdem stoßt ihr natürlich auch immer mal wieder auf Leute, die sagen, wie blöd ist das denn? Der arme Hund im Rollstuhl und besser wäre doch, er wäre nicht mehr Hund. So, wie geht ihr damit um? Macht es was mit euch oder könnt ihr das, weil ihr Häsel tagtäglich seht und wisst, wie es er geht, könnt ihr das so abschütteln und sagen, ja komm. Und ja, wie ist das so?

Informationslücken Und Tierärzte

SPEAKER_02

Also man muss dazu sagen, die aller allermeisten Kommentare sind wirklich, wirklich lieb. Wir haben uns da von Social Media eigentlich sogar was anderes vorgestellt, wenn ich das so bei anderen Kanälen sehe, wo es vielleicht auch um was ganz anderes geht, finde ich, gibt es da immer sehr, sehr viel Hate, wo es auch überhaupt nicht angebracht wäre. Deshalb haben wir eigentlich gedacht, dass es noch mehr negative Kommentare gibt, die es in der Menge so nicht gibt, aber natürlich immer so einzelne. Also eigentlich, da es vielleicht aber auch jetzt noch nicht in dieser Menge ist, finde ich diese Paar nicht so schlimm. Also die, ich muss da jetzt nicht Tage drüber nachdenken oder liegt nachts wach. Aber ich finde es trotzdem jedes Mal so ein bisschen traurig, wenn jemand sowas schreibt. Vor allem, ich finde auch, dass es offensichtlich ist, dass sie Lebensfreude ausstrahlt und man dann sagt, ja, ihr Tierquäler, so klar, das sagt dann vielleicht auch mehr über die anderen aus, aber es ist natürlich nicht schön zu lesen. Was aber dann hilft, ist einfach, sich halt auf die hunderttausend anderen netten Kommentare zu konzentrieren und das außen vor zu lassen. Also ich antworte da auch in der Regel gar nicht drauf. Manu muss da schon immer was zu sagen. Ja.

SPEAKER_03

Also es ist wahrscheinlich eine männliche Qualität. An mir tropft das alles total ab. Also mir ist das völlig wumpel, wenn die sowas schreiben. Ich mag gerne dann auch den noch einen reinzudrücken. Wir kommentieren ja auch oft quasi aus Hazels Sicht so. Und bisher war es immer so, wenn wirklich ein wirklich doofer Kommentar kommt, von wegen, ihr seid Tierquäler und er löst den armen Hund. Wenn ich dann eine entsprechende Antwort geschrieben habe, haben die immer ihren Kommentar wieder gelöscht. Also in der Regel hat es wirklich keine Stunde gedauert, dann war der Kommentar wieder weg. Wir persönlich, wir löschen keine Kommentare. Also ich finde, das macht man nicht. Also außer es ist völlig unter der Gürtellinie oder daneben, aber sowas gab es bisher noch nie. Die Leute löschen die in der Regel selber. Oft ist es dann auch die Community, die dann direkt eingreift und sagt, ey, ihr Idioten, raus hier.

SPEAKER_00

Die Community ist auch relativ schnell gewachsen, oder? Also das zeigt ja auch, dass es durchaus auch so ein Interesse daran gibt, zu sehen.

SPEAKER_03

Raketenartig. Also ich hätte da niemals mit gerechnet. Also ich glaube, wir hatten nach, also YouTube haben wir ja noch später angefangen. Wir haben am 7. Januar angefangen, unsere Instagram- und TikTok-Accounts zu reaktivieren. Also wir haben die schon gestartet vor Jahren. Jetzt gar nicht mit irgendeiner Intention, da Influencer, Petfluencer, was auch immer zu werden. Einfach so ein bisschen zum Spaß.

SPEAKER_02

Du vor allem, ich wollte es eigentlich gar nicht machen.

SPEAKER_03

Du wolltest es gar nicht machen. Ich habe einfach immer mal wieder so gedacht, ey, es gibt so süße, lustige Videos von Hazel, die muss man doch einfach posten, fertig. Und das lief aber nie so richtig.

SPEAKER_02

Bei TikTok hatten wir ganze sieben Follower.

SPEAKER_03

Ja, sieben Follower auf TikTok. Auf Instagram waren es immer in 49, aber es waren alles Bekannte. Und vor über anderthalb Jahren war dann quasi der letzte Post. Ja, da. Und dann ist ja schon ein paar Monate später die Sache passiert. Dann habe ich öfters mal gesagt, boah, wir müssten doch mal ein Video machen zu dieser Rolli-Geschichte. Marie war dann auch immer so, boah, nee, kein Bock, lass mal.

SPEAKER_02

Nee, ich wollte mich auch gar nicht damit beschäftigen, so und alte Videos durchforsten. Also das war immer ganz schwer zu sehen, wie die noch läuft. Das konnte ich nicht zu der Zeit. Das war nicht möglich. Ich konnte mir die Sachen nicht atten.

SPEAKER_03

Verstehe ich. Und dann waren wir eben Anfang Januar auf dem Spaziergang und dann meinte ich, jetzt lass es uns doch nochmal versuchen. Ich mach mal ein Video einfach und poste es, bis er einverstanden. Und sie hat es gesagt, ja, mach halt. Und dann habe ich halt das erste Video gemacht. Du hast es gemacht. Du hast es eingesprochen.

SPEAKER_02

Ich habe es sogar geschnitten.

Social Media Wachstum Und Community

SPEAKER_03

Ja, du hast den entschnitten. Okay, es war ein Joint Venture. Ja, und dann war es online und ging einfach von jetzt auf gleich. Wir haben es sogar zu einer recht blöden Uhrzeit gepostet, meine ich, abends um halb zehn. So, ist eigentlich, habe ich gehört, ist der wichtigste Traffic schon rum. Dann plötzlich Follower, Follower, Follower, Likes, Likes, Likes, Kommentare. Noch am selben Abend und wir waren so, was ist denn hier los? Dann am nächsten Tag war klar das Video, also für einen sieben-Follower-Account auf TikTok ging das quasi viral. Am nächsten Tag waren es, glaube ich, schon 100.000 Views. Wow. Ja, dann war klar, okay, Mist, wir müssen das jetzt scheinbar weitermachen. Da gab es viel Interesse und Zuspruch. Auf Instagram lief es erstmal überhaupt nicht an. Mittlerweile haben wir gelernt, der Algorithmus funktioniert da einfach ganz anders als auf TikTok. Und da kam das dann so ein bisschen zeverzögert. Aber für Insta-Verhältnisse wurde es dann auch relativ erfolgreich.

SPEAKER_02

Ich glaube, das erste Video hat allein 2.500 Follower angezogen.

SPEAKER_03

Ja, auf TikTok hat das erste Video, glaube ich, 7000 Follower angezogen insgesamt. Naja, und dann hatten wir innerhalb von einer Woche, also ich glaube, innerhalb von einer Woche hatten wir dann so 6.000, 7.000 Follower auf TikTok. Auf Insta waren es nur vier oder so.

SPEAKER_02

Ja, das geht langsamer.

SPEAKER_03

Aber ich meine, wir machen es jetzt noch nicht mal einen Monat. Also es sind noch nicht mal ganz vier Wochen. Eher drei, ja, drei Wochen in etwa. Auf TikTok und Insta. Und auf TikTok haben wir jetzt ja schon über 11.000 und auf Instagram gehen wir auf die neun zu. YouTube war dann noch viel verrückter. Ich dachte dann, das war erst vor 14 Tagen, da dachte ich so, komm, ich lade das Video mal auf Shorts hoch. Kostet ja nichts, ist ja egal, kann man ja mal machen. Und da ging so gar nichts. Drei Tage später, da war nichts. Das hatte vielleicht 100 Views oder so. Ich dachte so, okay, hier zieht das einfach nicht. Und war quasi YouTube war quasi, war gelöscht in meinem Kopf. Egal. Und irgendwie nach sechs, sieben Tagen hat Marie mal in YouTube reingeguckt und hat mir dann geschrieben, können wir mal bitte über YouTube sprechen. Und ich dachte so, hä, was ist denn jetzt los? Haben wir reingeguckt und dann ging das da auch viral. Mist, das müssen wir auch noch YouTube machen zusätzlich. Und YouTube hat dann alle überholt. Da sind wir jetzt schon, da gehen wir jetzt, glaube ich, auf die 16.000 Abstimmung schon zu. Nach zwei Wochen. Das ist, also ich würde mal sagen, für so ein Content war das ein raketenartiger Start.

SPEAKER_02

Hätten wir einfach niemals mit gerechnet, dass so viele Leute sich für die Geschichte interessieren. Also, und das hat uns natürlich dann auch animiert, weiterzumachen und noch mehr Videos zu posten, wenn da so viel positives Feedback auch kommt. Also dann wird das auch.

SPEAKER_00

Das ist ja auch cool, ja. Um das so ein bisschen mehr ins Bewusstsein quasi noch zu holen und vielleicht auch noch mehr Tierärzten, die auf Social Media unterwegs sind.

SPEAKER_03

Ja, wirklich. Das hat eigentlich nur positives Leiten. Ich meine, jetzt ging dann ganz schnell, dass wir auch schon Kooperationsanfragen bekommen haben von irgendwelchen Unternehmen, selbst von so Sachen wie Temu. Temu ist richtig hart, eigentlich. Die wollen ständig irgendwie, dass wir ein Video mit denen machen, aber ich weiß nicht, schwierig. Wir sind da sehr, sehr selektiv, was das angeht. Bisher sind wir noch keine Kooperation eingegangen, haben immer alles abgesagt. Muss ja auch irgendwie dann passen. Aber wir sind der Sache nicht abgeneigt, weil wenn das am Ende noch ein paar Tierarztrechnungen entdeckt, wundervoll.

SPEAKER_00

Ja, das ist halt das, ne? Die ganzen Kosten müssen ja auch irgendwie gedeckt werden. Und es ist ja nicht so, als würde Hazel jetzt den Rest ihres Lebens super billig unterwegs sein. Das ist eher unwahrscheinlich. Aber was ich so cool finde, ist, dass ihr den Account, also ich weiß gar nicht, ob ihr auf allen Social-Media-Kanälen gleich heißt, aber auf Instagram ist es ja The Amazing Hazel. Das heißt, der Fokus ist ja wirklich auf Hazel, darauf, wie sie so ist, was sie so ausstrahlt. Und es ist ja nicht so dieses, ah, hier der arme, arme Rolli-Hund, sondern eher so dieses, ach guckt mal, ja, da ist ein Rolli dran, aber trotzdem, dieser Hund genießt sein Leben, macht Dinge. Sicherlich gibt es auch mal so ein paar Tage oder Stunden oder was auch immer, wo es ein bisschen blöd ist, aber letztendlich immer wieder aufrappeln und Hazel macht halt so, ja, geil, guck mal, Wiese, schnüffeln, unterwegs sein, spazieren und genießt das ja so in vollen Zügen und das finde ich so schön. Also dass der Fokus wirklich nicht auf dem, was alles blöd ist und was alles nicht klappt, liegt. Dass das natürlich für die Leute mit erwähnt wird, damit man auch so ein bisschen weiß, ist vielleicht nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen, aber geht halt trotzdem und kann trotzdem sehr, sehr schön dann auch sein. Ja, das fand ich so cool.

SPEAKER_02

Ja, das ist auch so ein bisschen unsere Art, damit umzugehen. Ich glaube, sonst könnten wir das auch gar nicht aushalten, wenn wir immer nur gucken würden, ah, guck mal, jetzt das kann sie nicht mehr und da kann sie jetzt nicht mehr mit so einem Pferd. Und da in die Stadt ist auch immer schwierig und der nächste Urlaub müssten wir am Hund ausrichten, aber dann fahren wir lieber nicht. Am Ende klappt das nicht. Aber wenn man so die ganze Zeit denkt, dann kommt das ja in so ein Negativspiel rein. Und das merkt ja dann auch der Hund. Und deshalb gucken wir einfach, was geht noch und was ist alles lebenswert und schön. Und dann machen wir das.

Umgang Mit Kritik Und Öffentlichkeit

SPEAKER_03

Wir haben das nämlich auch selbst gemerkt, vor allem am Anfang, also in den ersten Wochen dann, als sich unsere Einstellung geändert hat, als wir mal so eine gewisse Akzeptanz hatten und nicht mehr in so eine Traurigkeit ständig verfallen sind, da hat man gemerkt, wie Hazel auch wieder viel mehr Lebensfreude bekam. Als hätte sie das wirklich verstanden, nee, wir akzeptieren deine Situation jetzt so und machen das Allerbeste draus. Und das hat also in ihr auch einen großen Wandel dann verursacht. Und ja, ich finde, also bei Menschen ist es ja mittlerweile auch klar, auch mit Inklusion und so weiter, dass Behinderung nicht mehr so ein Tabuthema ist, wie es ja auch lange war, dass alles quasi barrierefrei sein muss. Und ja, wir wollten das einfach mal zeigen, dass es mit einem Rollihund so nicht sein muss. Weil nochmal zurück zu den Hatern, jetzt außerhalb von Social Media, gibt es das durchaus auch. Viele Leute, vor allem der älteren Generationen, wenn die das sehen, die sagen immer natürlich, oh, der arme Hund. Wir hören ständig, oh, der arme Hund, der arme Hund. Und dann erzählen sie von ihrem Hund früher und dass sie den natürlich eingeschläfert haben oder hinterm Haus erschossen haben, als der nicht mehr die Treppen laufen konnte, richtig. Weil wenn er nicht mehr Treppen laufen kann, dann muss man den Hund erlösen. So Zeug haben wir schon gehört. Und ich denke immer so, boah, Freunde, seht doch mal, wie glücklich die ist. So einen muss man nicht erlösen.

SPEAKER_02

Es gibt aber auch ganz viele, die wir auf Spaziergängen treffen, die es ganz toll finden und die uns auch ansprechen darauf. Also das hatten wir früher nicht, dass uns irgendwelche Leute beim Spaziergang angesprochen haben. Da war aber Hazel auch, also war immer so süß oder gruselig, ist die böse. Hatten wir auch schon, weil sie so gestarrt hat. Aber mittlerweile werden wir oft einfach angesprochen, ach, verrückten Rolli, das haben sie ja noch nie gesehen, wie schön, wie glücklich sie aussieht.

SPEAKER_03

Ja, also die positiven Begegnungen überwiegen bei weitem. Vor allem die älteren Damen sind so süß, die sehen das immer, die sind immer interessiert, die fragen immer oft auch, ob man Hilfe braucht. So, nö, alles gut, wir kommen gut zurecht. Und dann erzählt man denen kurz so in zwei Sätzen, was los ist. Und dann sind die immer so, ach, ach Gott segne sie. Das haben wir jetzt schon so oft gehört, Gott segne sie, sie sind so gute Menschen, dass sie das machen. Und ich denke so, okay, nett.

SPEAKER_02

Auch wenn man die Nachrichten liest und wenn die Leute sagen, wie toll sie das finden oder auch wie viel Mut man ihnen damit macht. Da geht mir immer das Herz auf, da freue ich mich. Dass wenn wir irgendwem durch das, was wir mit Hazel machen oder was wir zeigen, Mut machen können, dann lohnt sich das alles ja auch schon.

SPEAKER_00

Ja, und das passiert echt ein wichtiger Aspekt, ja.

SPEAKER_03

Also wir kriegen, also in den Kommentaren, ich wunderset, wir lesen täglich, dass Leute sagen, Hazel, du bist mein Vorbild oder du hast mir den Tag gerettet oder dank dir kann ich mit meiner eigenen Behinderung besser umgehen. Also solche Kommentare haben wir schon bekommen und in einer Regelmäßigkeit jetzt, dass ich denke, wow, Wahnsinn. Also es hat wirklich einen Rattenschwanz des Guten sozusagen mit sich gezogen.

SPEAKER_02

Oder auch wenn dann geschrieben wird, dass es ja doch noch gute Menschen gibt. Und mir gibt es aber so viel positive Stimmung durch diese ganzen Kommentare, denke ich, ach, wie toll die Menschen doch auch sein können. Und andersrum ist es scheinbar auch. Also ich sehe das aber auch so, dass ich diese ganzen Kommentare lese und denke, ach, die Menschheit ist doch nicht verloren, wenn es so viele tolle Menschen gibt.

SPEAKER_00

Also so ein gegenseitiges gute Energie bringen.

SPEAKER_01

Ja, toll.

SPEAKER_00

Ihr könnt es geben und ihr zieht es raus. So beides. Gibt es etwas, wo ihr sagt, wenn jetzt jemand in eine ähnliche Situation kommt, was wir, wie gesagt, nicht hoffen, das würdet ihr den Menschen mitgeben für ihren Hund. Das wäre für euch wichtig, einmal zu sagen. Entweder etwas, was Mut macht oder was auch immer. Keine Ahnung. Gibt es irgendetwas, wo ihr sagt, das ist.

Mindset, Inklusion Und Positive Effekte

SPEAKER_03

Also erstmal, erstmal, auch wenn es super schwer sein wird, einfach nicht den Kopf hängen lassen. Also es geht ganz schnell, dass man da wirklich in so eine depressive Spirale stürzen kann. Ein Profiti-Tipp, nicht alte Videos und Fotos gucken erstmal. Das stürzt einen sonst wirklich in eine absolut unerträgliche Sentimentalität. Nicht so sehr an sich denken. Wirklich den Kopf freimachen von seinen eigenen Gefühlen dahingehend. Also mir hat es sehr geholfen, dann wirklich so, mir so eine Teflons-Schicht anzuziehen und sozusagen, ey, ich lasse das jetzt erstmal von mir abprallen. Ich muss jetzt einfach für den Hund erstmal stark sein und da sein und gucken, dass ich ihr die bestmögliche Umgebung schaffe. Das wurde dann recht schnell belohnt. Also wirklich, das war eigentlich so, um das in Neudeutsch zu sagen, das größte Learning für uns, nicht selber dran verzweifeln, nicht so viel Negativität ausstrahlen und auch nicht verspüren. Also das hat den größten Wandel auch in Hesel herbeigebracht, dass wir sagen, nee, alles ist gut, sie ist ein gesunder, glücklicher Hund und seitdem ist sie wieder ein gesunder, glücklicher Hund. Also sie hat sich da so angepasst auf unsere Gefühlswelt, das wäre eigentlich so das Einzige. Weil ich weiß, es ist schwer, wenn sowas passiert, ist es schwer, da irgendwie den Kopf oben zu halten. Aber es, also mir sicher, bei den allermeisten, wenn jetzt nicht irgendwelche fiesen Komplikationen dann dazukommen, wird das belohnt, wenn man stark bleibt.

SPEAKER_02

Ja, und einfach auch zu wissen, es gibt Möglichkeiten, auch mit einem gelähmten Hund weiterzumachen. Also durch diese Rollstühle eben. Dass es nicht heißt, jetzt der muss wieder laufen lernen oder er wird eingeschläfert, sondern es gibt auch andere Möglichkeiten, dass einem das einfach bewusst ist, dass es nicht das Ende bedeutet.

SPEAKER_00

Ja, und dass es auch wieder tatsächlich in Bewegung kommen kann. Nicht muss, aber kann. Ja, dass man die Hospizia. Dass man das auch länger dauern kann, als es prognostiziert wird. Absolut. Ja, cool. Ja, das mit der Stimmung ist so ein Ding. Ich hatte vor ein paar Wochen die Folge mit einem Tierhospiz und die meinte halt auch, wenn da die alten Hunde hinkommen, die eigentlich zum Sterben hinkommen, dadurch, dass sie im Hospiz aber, also die sind unfassbar toller Mensch, was das auch angeht, also sie sagt halt, okay, wir genießen halt jetzt einfach jeden Tag und das Leben ist toll. Und sie hat diese innere Grundeinstellung und die Hunde blühen da halt echt auch nochmal auf. Also so dieses, wie wir Menschen damit umgehen, dass das so entscheidend für die Hunde ist, zeigt sich dann ja offensichtlich nicht bloß im Hospiz, sondern auch in Krankheitsfällen oder in Lähmungsfällen. Also das ist auch nochmal so ganz, ganz wichtig. Also ich glaube, das wird auch immer wieder auftauchen, dass das so ein Ding ist. Wir können ganz viel machen durch unser, wie gehen wir mit dem Ganzen um. Für den Hund.

SPEAKER_03

Und wie gesagt, Ärzte sagen dann zwar, man kann nur Physio machen. In der Regel hat die haben ja immer nur Physio gesagt, aber wir haben so viele andere Sachen probiert. Also das würde ich auch noch jedem mitgeben. Probiert auch alternative Sachen, vielleicht auch Dinge, an die ihr selber nicht glaubt. Also wirklich, wir hatten so eine, wir haben Magnetfeldtherapie noch gemacht, zum Beispiel. Wir hatten so eine Magnetfelddecke und anfangs, die Häsel lag da immer total gern drauf. Die kam immer zur Ruhe abends, wenn sie sich auf diese Decke gelegt hat. Und das hat uns natürlich auch viel gebracht, dass sie so schön zur Ruhe kam. Aber irgendwie, sie hat da was gespürt offensichtlich. Also einfach verschiedene Dinge probieren.

SPEAKER_00

Ja, offen sein. Ja. Das haben wir so. Sollen wir das als Schlusswort so stehen lassen? Ja, sehr gerne.

SPEAKER_03

Das wäre ein gutes Schlusswort vermutlich.

SPEAKER_00

So, wie gesagt, ihr Lieben, die ihr zugehört habt, ich verlinke die Accounts, einfach alle, die ihr wichtig findet, in den Shownotes. Da findet ihr das dann. Und ja, schön, dass ihr da wart. Vielen, vielen, vielen Dank. Und liebe Zuhörenden, bis zum nächsten Mal. Tschüss.

SPEAKER_02

Ja, vielen Dank, dass wir da sein durften. Das war ein sehr schönes Gespräch.

SPEAKER_00

Das freut mich.

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