Paws & Personality

Zu Gast im Revier - Julia Arnoldi über Animal Passion e.V.

Sandra Oliver, Julia Jolle Arnoldi Season 2 Episode 124

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Stell dir vor, du steigst mit einem kleinen Team in den Flieger, baust einen improvisierten OP auf und machst in drei Tagen mehr Kastrationen als manche Praxis in Wochen sieht. Genau darüber spreche ich mit Julia "Jolle" Arnoldi, Tierärztin und Mit-Gründerin von Animal Passion e.V. Wir gehen Schritt für Schritt durch die Realität von Kastrationsprojekten für Streunerkatzen und Straßenhunde in zum Beispiel Griechenland, Kroatien und Montenegro: Was muss vor Ort stehen, wie organisiert man Fangen, Dokumentation und Nachsorge und einen sauberen Workflow.

Wir reden auch über die unsichtbaren Bremsen im Tierschutz. Behörden, Arbeitserlaubnisse, Übersetzungen, lokale Befindlichkeiten und der schmale Grat, nur Straßentiere zu kastrieren, damit niemandem „Kundschaft“ weggenommen wird. Julia erklärt, warum Kastration keine Ideologie ist, sondern Populationskontrolle und Leidprävention, und wieso ohne Rückhalt der Gemeinden selbst die besten Helferinnen irgendwann ausbrennen.

Dazu kommen ganz praktische Fragen: Sachspenden vs. Geldspenden, Planbarkeit von Einsätzen und die herrlich schräg-sinnvolle Karma-Kastrationspatenschaft. Wenn dir Tierschutz, Straßentiere, Kastration und Naturschutz nicht egal sind, abonniere den Podcast, teile die Folge und lass eine positive Bewertung da!

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Fotografie: Christiane Münchhausen | ...

Hinweise Und Katzenfokus

SPEAKER_01

Bevor es losgeht, noch ein ganz kurzer Hinweis und zwar sprechen wir in dieser Folge sehr, sehr viel über Katzen. Trotzdem ist Animal Passion ein Verein, der auch Straßenhunde kastriert. Es ist einfach nur so, dass die letzten Kastrationsprojekte und auch das, was gerade erst vor einer Woche stattgefunden hat, Katzenkastrationsprojekte waren. Aber im Herbst wird es dann auch ein Hundekastrationsprojekt geben. Ich habe mir gedacht, ach scheiß drauf, ein Verein, der sich um Tiere kümmert, die vier Beine haben und ganz niedlich sind. Oder auch um Tiere, die sechs Beine haben, wie am Ende der Folge hören werdet. Oder Flügel, ist doch einfach mal eine mega coole Sache. Von daher, ja, wenn ihr Tiere mögt und es nicht ausschließlich immer nur Hund sein muss, dann hört die Folge doch sehr, sehr, sehr gerne. Und direkt noch ein kleiner Hinweis, da wir diese Folge direkt in einem Rutsch mit der Blutspendenfolge aufgenommen haben, fehlt hier irgendwie so die Vorstellung und das Hallihallo. Deswegen nicht wundern, ich spreche mit der gleichen Julia Jolle Arnoldi, mit der ich schon in der Blutspendenfolge gesprochen habe. Die Gründerin des Vereins und ja, alles andere hört ihr dann gleich. Ja, dann springen wir mal zum nächsten Thema, was ja auch so ein bisschen dein Herzensthema mit ist. Animal Passion e.V., euer Verein. Wo du, bist du damit im Vorsitz oder erzähl? Was ist Animal Gründer? Gründerin von Animal Passion. Du bist Gründerin. Sehr gut. Ja, genau. Und ihr helft Tieren in der Welt. Ich habe jetzt auf jeden Fall schon mal Kastrationsprojekte gesehen. Die Frage ist, was macht ihr noch so alles? Was treibt ihr? Was ist der Verein? Wozu ist er da?

SPEAKER_00

Erzähl. Also erstmal, es hat angefangen, also wir haben uns 2024 gegründet und die Vereinsgeschichte ist eigentlich ganz lustig, weil ich habe den Tierschutzverein, das ist ein Tiermedizinischer Tierschutzverein und ich habe den zusammen mit meiner Zahnärztin gegründet. Und es hat so angefangen, also ich habe ganz, ganz schlimme Zahnarztangst und habe dann eine Zahnärztin gesucht. Also ich wollte auch nur zu einer Frau, die ganz lieb mit mir ist und meine Tränen auch erträgt und die mir ein ruhigendes Gefühl auf diesem Sessel gibt. Und dann wurde sie mir empfohlen, das ist die Friederike Kutscher. Schließe mir auf, da muss ich auch hin.

SPEAKER_01

Ich fahre auch 500 Kilometer.

OP-Workflow, Team Und Stückzahlen

SPEAKER_00

Okay, die ist so toll. Die ist so toll. Und sie hat mir auch meine Angst nicht komplett genommen, aber zumindest gehe ich jetzt wieder regelmäßig. Und Friederike ist durch und durch Katzenmutti, Hundemutti, Tierschützerin und absolute Umweltschützerin auch. Sie interessiert sich sehr für das Thema Naturschutz und Umweltschutz. Und wie es so kommt, wir haben einfach auch sofort einen guten Weib miteinander gehabt. Wir haben dann auch irgendwann mal über Auslandstierschutz gesprochen, weil die Friederike, die hat häufiger schon Tierschutzvereine im Ausland unterstützt, also in Marokko zum Beispiel. Und dann hat mich sie gefragt, ah, wie machst du denn? Was hast du da gemacht und so? Sie hat mir dann immer so erzählt, sie würde am allerliebsten einen Tierschutzverein selber gründen und Kastrationsprojekte machen. Ich so, ich bin Tierärztin, ich kann kastrieren. Wollen wir das nicht zusammen? Und dann hat sie irgendwann mal mich nach einem Kaffeedate gefragt und hat, da hatte ich so ein bisschen so bedenken, ob ich das machen soll, weil wenn du schon mal eine tolle Zahnärztin gefunden hast und es dann aber vielleicht privat nicht matcht, musste die vielleicht eine neue suchen. Deswegen war ich so, ich weiß nicht, ob ich es machen soll. Aber dann habe ich es gemacht und nie bereut. Also wir matchen auch privat total gut. Dann haben wir 2024 im Juli Animal Passion gegründet. Und es geht da vor allem darum, dass Tiermedizin auf die Straße kommt. Und zwar wollen wir Kastrationsprojekte durchführen. Wir wollen nicht der X-T-Tierschutzverein sein, der irgendwelche Tiere importiert und vermittelt oder sowas. Das machen wir alles gar nicht. Wir arbeiten mit anderen Tierschutzvereinen zusammen und schenken denen quasi unsere Arbeitskraft, unsere Materialien und das, was die machen, ist, uns die Tiere ranbringen. Wir haben im November 2024 unser erstes Kastrationsprojekt in Griechenland gemacht. Da waren wir alle noch so ein bisschen grün hinter den Ohren und hatten viel zu viel Zeug dabei, dass wir eigentlich gar nicht brauchen und waren noch so ein bisschen unorganisiert und so. Und das hat sich aber jetzt über die letzten zwei Jahre sehr geort. Und mittlerweile sind wir sehr gut durchstrukturiert und mit unseren ganzen Checklisten und To-Do-Listen und so. Und haben mittlerweile auch echt ein großes Team aufgebaut von Tierärztinnen, auch Zahnärztinnen, die mitkommen und das Ganze mitbetreuen und auch TFAs, genau. Da haben wir unser erstes Projekt gemacht. Da waren wir alle noch sehr langsam, weil wir nicht, also ich habe vor allem sehr viel Klinik in mir und Klinikstandard und ich will, dass das alles hochprofessionell und alle müssen intubiert werden, alle brauchen Venkatheter und so. Und das frisst natürlich alles an unglaublich viel Zeit. Mittlerweile bin ich auch sehr viel schneller geworden und nicht jeder Kater muss intubiert werden und auch nicht jede Katze muss intubiert werden, aber jede Katze kriegt einen Venkatheter und so. Und mittlerweile sind wir da sehr gut aufgestellt, auch was Unterstützer angeht. Also wir sind jetzt mittlerweile fast 90 Mitglieder im Verein, genau, haben sehr viele Spenden schon bekommen an Verbrauchsmaterialien, Kliniken und andere Praxen, die uns unterstützen, Sachspenden bringen, also vor allem da Verbrauchsmaterialien. Also gerade hier aus Freiburg, da haben wir dann ganz viele Kolleginnen und Kollegen, die davon einen Wind bekommen haben, gesagt haben, hey, ich habe hier noch, keine Ahnung, abgelaufene sterile Handschuhe. Ich verwende sie nicht mehr, aber für euch sind die super. Also auch da ist es wie beim Mindesthaltbarkeitsdatum mit Lebensmitteln. Abgelaufene sterile Handschuhe sind nicht unsteril. Und genau. Also haben auch schon tolle Spenden, auch Geldspenden von Unternehmen bekommen. Und hier zum Beispiel Innovet, ich weiß nicht, ob du die kennst, die machen so auch pflanzliche Medikamente, also gerade bei Durchfall, Erkrankung und sowas. Manukka, Honig, Salve kennen ganz viele. Innovet, ganz, ganz tolles Unternehmen, die hier aus Lörrach kommen, also unterhalb von Freiburg liegend, die haben an unseren Tierschutzverein auch schon mal Geld gespendet, 1000 Euro und auch so Medikamente, die wir halt super gebrauchen können für unsere Projekte. Also richtig toll.

SPEAKER_01

Genau. Das heißt, wenn du sagst, ihr habt 90 Mitglieder, sind das dann aktive Mitglieder, die mit rumfliegen oder fahren oder je nachdem, wo ihr halt seid und die quasi mitkastrieren, sterilisieren oder sind das auch wie Fördermitglieder oder passive Mitglieder? Also, ja.

SPEAKER_00

Also die meisten sind passive Mitglieder und wir haben einen Jahresbeitrag von 50 Euro, die uns also quasi den Cashflow dann irgendwie aufrechterhalten, weil wir natürlich dann eine bessere Planbarkeit haben. Das sind vor allem Freunde und Kolleginnen, die sich alle dazu animiert haben, so es werdet Mitglied bei uns, unterstützt uns, Familie und so. Und auch alle, die mitfahren, sind auch Mitglieder. Also wir haben sehr viele aktive, aber auch sehr, sehr viele Passive, die uns, die mitbekommen haben über Instagram, dass es uns gibt, die einfach auch die Idee des Tierschutzvereins, der nicht fängt und dann importiert und vermittelt, sondern fangen, kastrieren und wieder raussetzen, weil nicht alle allen Tieren geht es schlecht auf der Straße. Also da natürlich ein paar geht es schlecht und ein paar brauchen medizinische Betreuung und auch darüber hinaus dann ein Zuhause. Aber den meisten geht es eigentlich gut auf der Straße. Genau, das ist zumindest die Erfahrung, die wir gemacht haben. Liegt aber auch ein bisschen daran, dass wir bisher in Ländern kastriert haben, also Kroatien, Montenegro und Griechenland, wo die Leute sehr gut mit den Tieren auch umgehen und die auch füttern. Also wir hatten da wirklich fette Katzen auch schon auf dem Tisch liegen, die einfach von jedem Nachbar irgendwie gefüttert worden sind. Ich finde die Gebärmutter nicht. Ja, es war wirklich. Wo ist sie? Ist sie schon kastriert? Ah, nee, da ist sie, genau. Genau, also gibt es alles. Aber es gibt natürlich dann auch so die armen Mäuse, die dann halt wirklich sehr krank sind und dann auch weitere Betreuung brauchen. Und die werden dann aber, weil wir ja immer mit Tierschutzvereinen vor Ort zusammenarbeiten, werden die auch dann weiter betreut vor Ort. Also wir arbeiten mit Sheltern zusammen, mit privaten Tierschutzfreunden, die dann die Tiere auch aufnehmen und dann auch weitervermitteln. Also das passiert dann schon. Aber wir importieren nichts nach Deutschland. Das möchten wir nicht.

SPEAKER_01

Das heißt, ihr macht das dann in eurer Freizeit. Also wenn ihr Urlaub habt, dann fliegt ihr oder fahrt ihr nach Kroatien, Montenegro, Griechenland im Moment und macht das so da. Nehmt ihr dann auch zum Beispiel, keine Ahnung, Veterinärmedizin, Studentinnen mit, die dann da natürlich auch Praxiserfahrungen sammeln können?

SPEAKER_00

Ja, das haben wir auch schon gemacht. Wir waren in Zagreb vor einem Jahr im Mai und da haben wir zwei mitgenommen, die bei mir in der Klinik Praktikum gemacht haben. Einmal der Andi aus Wien, schöne Grüße. Und die Josy, ich glaube, Hannover war es. Josy war da gerade frischfertige Tierärztin, also ich glaube, ein paar Wochen, ein, zwei Wochen oder so. Und der Andi ist im sechsten Semester damals gewesen und einfach so engagiert in der Klinik, dass wir gesagt haben, hey, kommt mit, so, ihr passt auch voll gut ins Team, entspannte, lockere Leute und die natürlich dann die Skills da lernen. Die haben bei uns dann die Venkatete geschoben, intubiert und natürlich auch castriet unter Supervision. Da haben die ganz, ganz viel mitgenommen. In Zagreb war das aber dann auch so, dass der Betreuungsschlüssel dann recht anstrengend für mich war, weil wir dann so viele Anfänger mit dabei hatten, dass ich dann quasi immer zwischen den Tischen hin und her bin und dann immer geguckt habe, dass das alles gut läuft, bis die halt dann alle sicher waren. Und dann habe ich mit so am wenigsten kastriert und dann dachte ich so, okay, das ist auch mein Projekt. Ich möchte eigentlich auch mehr Kastrier.

unknown

Genau.

SPEAKER_00

Es ist ja auch so meine Arbeit, die ich da reinstecke vorher und ich will halt eigentlich den ganzen Tag am Opetus stehen. Und deswegen haben wir gesagt, nehmen wir dann nur noch eine Studentin mit und einen, der es halt nicht so gut kann, damit, und dann halt drei, vier T-Ärztinnen, die das schon sehr gut können, damit auch einfach die Betreuung gut ist und dann aber auch jeder auch auf seine Kosten kommt und so viel wie möglich dann kastriert. Und darum geht es, die Stückzahl hochhalten.

SPEAKER_01

Wie ist denn da so die Stückzahl am Tag zum Beispiel?

SPEAKER_00

Also wir haben in Griechenland in fünf Tagen 125 Katzen kastriert, Katzen und Hunde, aber weniger, ich glaube 13 Hunde und mehr Katzen. Da waren wir ganz stolz drauf und haben aber nachher festgestellt, dass gar nicht so viel mit 4T-Ärztin, weil wir einfach noch nicht so im Flow waren. Ich bin ja auch keine Chirurgin, ich bin ja eigentlich Internistin oder auf dem Weg zur Onkologin und ich bin eigentlich nie im OP und das habe ich quasi dann dort gelernt von anderen, die dann das schon konnten und mir beigebracht haben. Und jetzt ist es so, dass wir in Kroatien waren, Ende Januar, und da haben wir 100, wie viele waren es so? 160 Katzen in drei Tagen, Kastriet, zu zweit.

SPEAKER_01

Also schon wesentlich schneller.

SPEAKER_00

Da haben wir, also mit zwei Tierärztinnen. Und da haben wir wirklich Tempo angezogen.

SPEAKER_01

40 Katzen pro Mensch und Tag.

SPEAKER_00

Ja, genau.

SPEAKER_01

Wenn ich jetzt nicht falsch gerechnet habe. Ja, ungefähr.

SPEAKER_00

Ja, das ist viel. Und da ist natürlich dann auch die Vorbereitung und der Workflow dann ganz, ganz wichtig gewesen. Also Friederike, die Zahnärztin, hat da so Gas gegeben und wirklich so toll uns versorgt mit den Katzen, die wir dann auf den OP-Tisch bekommen haben. Und dann waren da noch zwei andere mit dabei, die quasi immer umgesetzt haben, Medikamente vorbereitet und so. Diese ganze Dokumentation, man muss ja alles immer festhalten, wer gehört wohin, was ist das für ein Tier, welches Geschlecht? Und gab es noch irgendwelche Sonder-OPs, wir haben auch drei Augen rausnehmen müssen bei Katzen. Und das ist natürlich dann in drei Tagen schon ein gutes Stückzahl gewesen. Da sind wir auch sehr, sehr stolz drauf. Ich habe auch irgendwann mal echt so gedacht, so, mein Gott, was haben wir für eine steile Lernkurve jetzt mittlerweile? Und ich denke auch, dass das jetzt mit den kommenden Projekten auch immer besser wird.

SPEAKER_01

Genau. Ah, drei Tage 30. 30 Tiere pro. Ach Mensch, ich kann nicht rechnen so schnell. Aber 40 Stunden nicht. Aber ist egal.

SPEAKER_00

35, genau. Also auf jeden Fall viel. Viele. Wir haben es schon gemerkt abends. Ja, das glaube ich.

Partner Vor Ort Und Terminplanung

SPEAKER_01

Und wie sprecht ihr die Tierschutzvereine vor Ort dann an oder finden die euch? Also wie ist das? Wie entsteht so eine Zusammenarbeit?

SPEAKER_00

Die Friederike hat ein sehr gutes Netzwerk aus ihrer vorherigen Tierschutzarbeit schon und sie kennt dann wiederum Leute, die Leute kennen und so. Und wir sind immer auf der Suche nach Tierschutzvereinen, die uns aufnehmen quasi. Und das ist auch so ein bisschen die Schwierigkeit, die wir gerade feststellen. Und zwar gibt es immer ganz viele, die sagen, ja, ja, wir wollen, wir wollen, wir brauchen euch, wir brauchen Tierärztin, die umsonst arbeiten, wir machen das ja alles pro Bono, wir bezahlen unsere Anreise, wir bezahlen die Unterkunft, alle Medikamente, alle Verbrauchsmaterialien und brauchen das Einzige, was wir brauchen, ist Strom, Wasser und Tische und ein Raum. Und natürlich Leute, die uns die Tiere ranbringen. Und Fellnasen Stuttgart, das ist ein sehr großer Verein, der uns in Griechenland quasi vermittelt hat mit, also die haben uns quasi den Tierschutzverein dort in Griechenland vermittelt. Das sind so ganz viele, das sind fast immer Frauen, weil die Frauen sind immer die, die in Ehrenämtern arbeiten und wirklich total engagiert sind. Und da haben wir dann den Kontakt bekommen und dann arbeiten wir quasi mit den dortigen Leuten dann zusammen. Und die Marita, das ist die, ich glaube, eine der Vorsitzenden von Fellnaßen Stuttgart, die ist Kroatin und dort, wo sie geboren ist, haben wir jetzt im Januar kastriert. Also da hat sie den Kontakt quasi hergestellt zu dem dortigen Tierarzt, der dort eine große Praxis hat und gesagt hat, ja klar, kommt her, hier ist ein Riesenbedarf. Und dann haben die da ganz viele Mädels auch wieder organisiert, die uns dann die Katzen gefangen haben und dann haben die uns dann pro Tag 50 bis 60 Katzen rumgebracht und dann haben wir die halt kassiert, genau. Also es geht immer über Vitamin B. Und das Problem ist dann aber, wenn wir sagen, okay, wir kommen in zwei Monaten wieder, dass dann die natürlich, die müssen sich freinehmen oder es irgendwie organisieren, dass die uns dann wieder diese Riesenmenge an Katzen dann ranbringen können. Und das hat jetzt leider, also wir wollten da jetzt wieder nach Makaska, nach Kroatien. Und das hat jetzt aber nicht geklappt, weil die zwei von denen, die halt hauptverantwortlich sind, die haben keinen Urlaub bekommen und dann sind wir so in den Startlöchern und wollen dann wieder los. Und dann haben wir schon das Team zusammengestellt und so und dann klappt das dann doch nicht. Und dann waren wir jetzt gerade so ganz kurzfristig wieder so auf der Suche, wo können wir dann stattdessen hin, weil wir haben immer zwei fixe Termine, die dritte Märzwoche und die dritte Oktoberwoche. Da wissen alle Bescheid, die Person, die mit will, die weiß Bescheid, okay, von dann bis dann, kann sich schon mal Urlaub einplanen, ist ja genehmigt, super, dann bist du mit dabei. Wir können dann schon mal ein bisschen konkreter planen. Und jetzt war das halt so, okay, wir müssen jetzt irgendwie kurzfristig dann doch nochmal einen Ort finden, wo wir hin können, weil wir jetzt da noch Kroatien nicht hin können. Aber jetzt kommen wir wieder nach Zagreb, wo wir letztes Jahr schon waren. Genau. Und das ist jetzt am Samstag. Also Samstag setzen sich wieder zehn Leute in Flieger und ins Auto und fahren nach Zagreb. Und dann haben wir dort unser zweites Projekt in dem Shelter, unser fünftes Projekt dann insgesamt seit der Gründung. Cool, sehr schön.

SPEAKER_01

Das heißt, könnten sich bei euch dann auch Vereine melden, die sagen, wir sind im Ausland und wir bräuchten euch und würden euch Hunde und Katzen fangen. Ja, genau. Zum Beschnitteln.

Behörden, Erlaubnisse Und Akzeptanz

SPEAKER_00

Ja, das auf jeden Fall. Also sich melden kann man immer. Was wir immer so voraussetzen, ist eine gute Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort. Weil es gibt ganz, ganz viele Hürden, die es zu nehmen gibt. Die Bürokratie in Deutschland ist schon richtig schlimm, aber im Ausland kann sie richtig, richtig schlimm sein. Griechenland ist da wirklich Vorreiter, weil die nämlich dann alle unsere Papiere auf Griechisch übersetzt haben wollten, von dem griechischen Anwalt dann notariell beglaub ich, dass das auch wirklich die Papiere sind und so. Und das hat alles unfassbar viel Geld gekostet. Und am Ende hat es keinen interessiert, keiner hat sie kontrolliert, die Papiere. Aber was wir vor allem nicht wollen, ist Ärger vor Ort mit dortigen, mit dort ansässigen Tierärzten, die das Gefühl haben, wir nehmen denen die Arbeit weg. Also wir kastrieren auch keine Besitzertiere, sondern nur Straßentiere, um eben zahlende Kundschaft nicht wegzunehmen vor Ort. Aber das bedeutet auch, dass wir die Unterstützung der Leute dort vor Ort brauchen. Also es gibt leider immer noch sehr viele Leute, die denken, dass eine Kastration von Straßentieren wieder der Natur ist und nicht verstehen, dass es aber so wichtig ist, die Tiere zu kastrieren, um eben diese Population einzudämmen, um eben Tierleid zu verhindern, damit nicht jede, also keine Ahnung, wie viele Tiere sind das, 80, 90 Prozent der jungen Tiere sterben im ersten Jahr. Die überleben das nicht, weil Infektionskrankheiten werden vom Auto überfahren, überleben vielleicht die ersten Wochen gar nicht, weil die Mutter schon so krank ist oder so. Das ist wirklich Tierleid, das nicht zu ertragen ist. Und es gibt genügend Tiere auf den Straßen, wir brauchen nicht noch mehr, deswegen brauchen wir Kastrationsprojekte. Und wenn dann aber die Bevölkerung die Fänger bespuckt und beschimpft oder so, dann hat da irgendwann keiner Bock mehr drauf. Und deswegen ist es so wichtig, dass die Behörden vor Ort sagen, wir machen da mit und wir unterstützen das. Gerne auch finanziell. Also die dürfen uns doch gerne die Medikamente bezahlen. Aber am wichtigsten ist uns die Unterstützung und dass wir halt die Arbeitserlaubnisse bekommen. Genau. Weil das ist immer so das, was am längsten dauert. Und die Mühlen, die sind immer so ganz langsam. Gerade in Montenegro, jetzt haben wir das Problem, die wollen gerne, aber irgendwie kommen die nicht so aus dem Sprung, irgendwie, dass wir da jetzt sagen, okay, dann gebt uns den Stempel auf die Arbeitserlaubnis, dann kommen wir, dann kastrieren wir euch die Hunde. Aber irgendwie will uns keiner den Stempel so richtig geben. Und deswegen sagen wir, okay, solange wir keine Arbeiterlaubnis haben, kommen wir auch nicht zum Kastrieren so, ne? Ist klar. Genau. Ja, aber das ist alles ein Gespräch und wir haben ganz tolle Partnervereine. Also in Montenegro haben wir einen Partnerverein aus dem Allgäu, das ist Animal Soulmates. Die sind ganz toll mit Bernd und Marianne als Gründer, die ganz viel vorhaben. Also die sehen das Leiter auf der Straße, ganz viele Straßenhunde, vor allem, Katzen weniger. Und die arbeiten mit uns auch ganz eng zusammen und sind auch so richtig so Walk the Talk, das, was wir so lieben. Aber das braucht ihr, ihr braucht drei Tische, alles klar, sind die okay und dann wurden da schon Tische irgendwie organisiert. Und das ist ganz, ganz toll, wenn man da Leute hat, die genauso Zugpferde sind wie Friederike und ich, die sagen, okay, wir brauchen das dann bis dann, dann brauchen wir das und dann wird das alles umgesetzt. Deswegen macht das mit solchen Leuten besonders Spaß natürlich. Nur wenn die Behörden dann halt lernen. Aber da sind wir dran.

SPEAKER_01

Ja, Behörden sind leider, glaube ich, überall so ein bisschen ein schwieriges Thema.

Streunerkatzen In Deutschland Und GOT

SPEAKER_00

Also vor allem auch, ich muss nur ganz kurz noch einmal erzählen, weil wir würden nämlich total gerne natürlich auch in Deutschland Kastrationsprojekte machen, weil wir haben ja auch in Deutschland ein riesen Streunerkatzenproblem. Also es gibt geschätzt zwei Millionen versteckt in irgendwelchen Hinterhöfen irgendwo Streunerkatzen, die von nicht kastrierten Freigängerkatzen auch gedeckt werden. Und dann kommt es zu noch mehr Nachwuchs. Und wir würden total gerne auch jetzt hier bei uns in der Freiburger Umgebung Kastrationsprojekte durchführen. Das dürfen wir aber nicht, weil wir dürfen nicht umsonst arbeiten, weil die GOT nämlich vorgibt, dass man zum einfachen Satz diese Tiere kastrieren lassen muss. Und das muss dann jemand bezahlen. Und das wären dann Tierschutzvereine oder Gemeinden, die uns das bezahlen müssten. Und wir versuchen wirklich eine Katzenschutzverordnung bundesweit irgendwie durchzuboxen, dass wir es vielleicht irgendwann einfacher haben, diese Tiere auch wirklich zu kastrieren und mit Gemeinden vielleicht zusammenzuarbeiten, zu sagen, so, hey, keine Ahnung, wir machen vielleicht ein Lehrprojekt auch noch draus, dass wir Studierende mit dazu nehmen, TFAs mit dazunehmen, die ganz viel lernen können und würden dann gerne diese ganzen Straßenkatzen mehr endlich kassieren.

SPEAKER_01

Ja, das ist auch ein deutsches Problem. Ja, ja, ja. Ich meine, ja, also ich bin ein bisschen perplex. Ich verstehe ja, dass wenn ich in einer Praxis stehe und arbeite und dann habt ihr eure Gebührenverordnung als Tierärzte, dass ihr euch daran halten müsst. Aber ich verstehe nicht so richtig, dass wenn ihr sagt, okay, und in meiner Freizeit möchte ich ehrenamtlich besitzerlose Tiere kastrieren, dass ihr das nicht dürft. Also das ist so krass. Wer soll es denn? Die Katze kann euch ja nicht bezahlen. So. Nee. Und sie gehört ja keinem.

SPEAKER_00

Also ja, Oton, der Landestierärztekammer Baden-Württemberg, Frau Arnoldi, nur weil sie es können, heißt es nicht, dass sie es dürfen. Also Katzen kastrieren. Und das ist nicht ihr Problem, das ist das Problem der Gemeinde. So. Die Gemeinden schieben es aber von sich weg. Und es wird auf die Tierschutzvereine geschoben, auf diese ganzen tollen Leute, die in ihrer Freizeit sich ehrenamtlich... In Tierschutzvereinen, in Sheltern darum kümmern, dass diese Katzenkolonien eingefangen und irgend kastriert werden. Dann wird da irgendwie Geld zusammengekratzt, die werden gefüttert und ganz viele Gemeinden kümmern sich da nicht drum. Und das ist wirklich traurig, weil es ganz viele Leute gibt, die diese Tiere kastrieren würden. Und jeder, der keinen Besitzer hat, darf gerne bei mir auf dem Tisch landen und ich kastriere den. Das ist kein Problem. Und dann bekommen die vielleicht noch eine Impfung und auch noch eine Entwohnung obendrauf geschenkt, damit es den Tieren doch ein bisschen besser geht. Und ich weiß, dass das ein politisches Thema ist und ich verstehe auch den Punkt mit der GOT. Die GOT ist ganz, ganz wichtig für uns Tierärztinnen und Tierärzte. Aber in solchen Fällen macht man, also ich habe immer gesagt, Bürokratie tötet jedes Ehrenamt und tötet auch jede Motivation. Und ich muss wirklich sagen, dass gerade das mit der Katzenschutzverordnung überhaupt nicht nachvollziehbar ist. Wie kann es Gründe dafür geben, keine Kastrationspflicht für Freigänger zu haben? Und alles, was draußen unkastriert rumrennt, muss eingefangen und kastriert werden. Ansonsten werden wir niemals Herr dieser Lage. Und es ist wirklich schlimm. Und ich kann da auch jeden, der sich dafür interessiert, ich weiß, dass das auch so ein Bubble-Thema ist, das weiß ich. Wenn ich in der Klinik stehe und Nachdienst habe und mir bringt einer eine halb plattgefahrene, herrenlose Katze rum, die unterernährt ist, total krank, und ich kann die eigentlich nur noch erlösen, dann könnte ich heulen. Und dann kommt mir vielleicht auch noch ein entwischter Kater, der unkastriert ist, aber gechippt und auch registriert und wo ich mir denke, warum lässt du deinen Kater nicht kastrieren? Und warum ist deine Katze tragend, warum ist die unkastriert draußen? Es gibt wirklich kein Argument gegen eine Katzenschutzverordnung. Und ich muss wirklich sagen, dass das zum Himmel stinkt, dass das nicht bundesweit geregelt werden kann. Alle Tierschützer und alle, die irgendwie nur in dieser Bubble drin sind, leider halt nicht alle, und es ist auch so ein unsexy-Thema, ich verstehe das schon, dass man das nicht per Punkt 12 auf den Tisch bringen kann. Ich verstehe das. Aber es ist ein Riesenthema und es ist wirklich ganz viel Leid, was dahinter steckt. Und alle, die mal so ein Katzenwurf, so Kitten, irgendwo aufgegabelt auf dem Feld haben und dann irgendwie diese ganzen verschnupften, verrotzten, zugeklebten Augen da irgendwie reinigt und irgendwie guckt, dass diese Tiere überleben, die werden uns jetzt hier zustimmen und sagen, so, es geht einfach auch nicht mehr. Es ist wirklich nicht zu ertragen. Und nur weil man es nicht sieht, wie in Griechenland und in Kroatien, weil da sind es halt so viele, die laufen dir ja da über den Teller, heißt das nicht, dass das Thema nicht massiv ist. Und jeder kann sich da gerne über einen Tierschutzbund und über die ganzen Katzenschutzvereine und sowas mal informieren. Oder auch bei uns auf der Seite, bei Animal Passion. Und es ist wirklich ein ganz schlimmes Problem. Und Streunerhunde gibt es nicht, die werden ja sofort eingefangen, aber diese ganzen Streunerkatzen gibt es halt wirklich massiv. Riesenkolonien. Und die können halt nicht alle ins Tier haben, weil es zu viele sind. Die werden dann halt draußen betreut, ab und zu mal, also die werden regelmäßig gefüttert, aber halt ab und zu dann mal eine Wurmtablette mit rein, aber so richtig, richtig betreut, das können ja Privatpersonen gar nicht stemmen. Das ist ja auch viel zu teuer. Und dann kommen da immer diese ganzen Frühlingskitten dann auf die Welt so, ne? Es ist wirklich schlimm. Ja.

SPEAKER_01

Ist es. Ja, aber krass, dass wir eigentlich tatsächlich so das Streuner Hundeding, das ist ja so komplett weg, ne? In Deutschland. Das gibt es gar nicht. Wie ist das passiert?

SPEAKER_00

Ich glaube, die Leute interessieren sich irgendwie mehr für Hunde oder so. Und die sind halt irgendwie offensichtlicher dann auf der Straße und dann sagen so: ach, das kann ja nicht sein, dass hier ein Hund auf der Straße läuft.

SPEAKER_01

Der Gedanke kam mir jetzt gerade erst, wo du das so sagst, ne? Das ist ja, das stimmt.

SPEAKER_00

Ist ja auch gut so. Also besteht, aber das Katzenthema ist halt auch leider. Ja, ja.

Spendenlogik Und Materialbeschaffung

SPEAKER_01

Ja. Okay. Leute, ihr habt mich denken hören. So. Aber vielleicht nochmal, weil das habe ich mir notiert, als ich so auf eurer Seite rumgeguckt habe. Ihr sammelt natürlich, also zum einen freut ihr euch sicherlich auch über weitere passive Mitglieder. Wer also Bock hat, so eine Jahresmitgliedschaft zum Unterstützen, Fördermitgliedschaft, wie auch immer, abzuschließen. Aber ihr habt da auch so eine, aber die ist sehr klein, eure Wunschliste, zumindest im Moment. Ihr habt da so eine ganz winzig kleine Wunschliste mit Katheter, die ihr euch wünscht. Ja. In Russland. Ich muss sagen, woran das liegt.

Geldbedarf Und Karma-Kastrationspatenschaft

SPEAKER_00

Das liegt vor allem daran, dass wir unfassbar viel gespendet bekommen haben. Und das steht alles bei mir in der Garage, beziehungsweise die Garage von meinem Vermieter. Und der hat mir so einen kleinen Platz da reingeräumt, den ich jetzt leider auch schon überschritten habe. Und wir haben so viel gespendet bekommen, dass wir aktuell keine Sachspenden brauchen. Also, das liegt, also wir hatten ganz, ganz tolle Termine. Einmal Weihnachten 24 und dann jetzt vor zwei, drei Monaten. Und zwar hat einmal die Kinderklinik in Freiburg, die ist geschlossen worden. Also da wurde eine neue Kinderklinik gebaut für Menschen. Und ich habe irgendwann mal, also alles, was Sponsoring angeht, bin ich immer so sehr offensiv und proaktiv. Und ich schreibe einfach immer doof an. Ich frage einfach, hallo, ich bin Tierärztin in Freiburg. Und ich habe mir so überlegt, dass so die Uniklinik in Freiburg, sie schmeißen doch bestimmt auch mal Sachen weg. Und da sind doch bestimmt Sachen dabei, die wir als Tierschutzverein gut gebrauchen könnten. Oder abgelaufene Sachen oder so. Haben Sie nicht Tupfer oder Ween, Katheter, Kanülen. Und dann schrieb mir dann der Warenwirtschaftler von der Uniklinik, schrieb mir dann eine total nette E-Mail und meinte, oh, das trifft sich ja toll. Wir schließen nämlich gerade die Kinderklinik. Kommen Sie doch mal vorbei, bringen Sie Kartons mit. Und diese Kinderklinik, musst du dir so vorstellen, das waren drei Etagen, riesig groß, komplett eingerichtet alles, die war einfach wie leergefegt, aber so wie so eine Zombie-Apokalypse. Es war einfach alles dort drin gelassen und die ganzen Vorbereitungsräume und auch Behandlungsräume, die waren aber noch voll bestückt. Da sind ja in jeder Schublade hast du dann so Fächer, da liegen dann die Wehenkatheter drin und so. Und es hätte diese Klinik oder die Uniklinik unfassbar viel Geld gekostet, Personal zu beschäftigen, diese Sachen aus den Schubladen, einzelne Kanülen und Spritzen und so, aus den Schubladen rauszuräumen, das aber für jeden Raum zu machen und dann über drei Etagen das dann alles zu sortieren und dann in die neue Klinik zu packen und das da wieder einzuräumen. Deswegen haben sie gesagt, okay, scheiß drauf, wir spenden das jetzt einfach alles. Ihr nehmt das mit, was ihr braucht, und dann der Rest wird dann halt weggehauen. So ist das in der Humanmedizin dann leider. Und natürlich, Friederike und ich, wir hatten den Spaß unseres Lebens, da durch diese leere Klinik zu rennen. Und der Mann, der uns da reingelassen hat, der meinte so, überall, wo ein X drauf ist, könnt ihr auch mitnehmen. Also auch auf Möbeln, auch auf so einer Babywaage und so, können wir super viele Katzen nehmen. Und dann sind wir da mit 20 Kisten raus. Und das war so toll, weil wir einfach uns so krass angedeckt haben mit Infusionsflaschen, mit Tätern und sowas, dass wir dann erstmal gar nichts mehr brauchten. Und dann hatten wir jetzt vor ein paar Monaten, da hat eine Anikura-Praxis geschlossen in Hasloch, das ist bei Mannheim irgendwo, und eine TFA von dort kennt eine Arbeitskollegin von mir, die wiederum bei uns Mitglied ist. Und dann hat die gesagt, hey, wir schließen, und da ist genau dasselbe Problem, nämlich, dass das quasi zu viel gekostet hat, die hätten es nicht verkaufen können. Und dann haben die gesagt, ja, nehmt mit, was ihr braucht. Und dann sind wir halt durch diese Praxis und haben auch da Nahtmaterial. Alles eingesagt. Und im Moment sind wir wirklich sehr gut versorgt mit Materialspenden. Was ist uns letztens eingefallen? Da hatte ich nochmal überlegt, ach, ich glaube, da kann ich nochmal einen Aufruf machen oder so. Die Leute spenden natürlich lieber Sachspenden als Geld, weil sie immer das Gefühl haben, so, oh, mit Geld wird vielleicht Quatsch gemacht. Also bei uns auf gar keinen Fall. Aber dann haben sie lieber so Sachspenden. Und wir haben zum Beispiel letztens einen Aufruf gemacht, wir brauchten so Jodlösung. Weil mit Jod kann man ganz toll desinfizieren. Und auch, genau, also das haben wir einfach gebraucht für unsere OPs. Und dann haben wir gesagt, so, hey, es gibt gerade ein Angebot hier auf der Seite, zu 50 Prozent reduziert. Und ich glaube, wir haben 35 Liter Jod geschickt bekommen. Und dann mussten wir irgendwann so sagen, so, stopp, stopp, es ist genug, ist es genug. Und jetzt haben wir, glaube ich, für die nächsten 20 Projekte Jod da. Das ist natürlich toll. Und das ist natürlich jetzt auch wieder von der Liste runter. Und dann hatten wir letztens, uns ist aufgefallen, dass in Montenegro die Hunde, also wir hatten zwar Wolldecken, aber wir mögen am liebsten diese Fließdecken, weil die sind leichter und die sind schneller wieder trocken, wenn man sie gewaschen hat und leichter zu reinigen. Und dann haben wir gesagt, oh, ich glaube, es wäre toll, wenn wir so ein paar Fließdecken hätten. Und dann habe ich mal geguckt, bei Amazon gab es sie für vier Euro oder so. Und dann haben wir so einen Aufruf gemacht, so niemand sollte frieren müssen. So, wir brauchen für unsere Hunde Fließdecken und ich glaube, wir haben 80 Fließdecken geschickt bekommen. Und das ist natürlich toll. Und genau, also sowas brauchen wir dann immer mal wieder. Aber am meisten hilft uns, und das ist leider wirklich der Fall, die bessere Planbarkeit eben durch Geld. Wir wollen nämlich es so machen. Also die ersten Kastrationsprojekte haben wir alle immer noch komplett selbst finanziert. Also die Unterbringung und auch die Fahrt hat jeder selber bezahlt, also auch wir. Und dann die Verpflegung vor Ort, dann auch durch alle geteilt und so. Das muss man die ersten Einfahrprojekte machen. Mittlerweile können wir die Unterkunft bezahlen für dann zehn Leute. Da mieten wir uns dann immer ein Haus und das können wir bezahlen. Mit der Fahrt, da sind wir immer noch so, oh, wir können nicht für zehn Leute Flug oder eine Fahrt bezahlen. Noch ist das alles nicht drin, aber wir versuchen es natürlich. Und da wäre natürlich toll, wenn wir Spenden hätten. Was wir jetzt zum Beispiel ganz neu machen, ist eine Kastrationspartnerschaft. Und zwar haben wir uns dann noch so ein bisschen was überlegt. Wir möchten nämlich gerne so eine Art Karma-Kastrationspartnerschaft machen. Und zwar darf jeder, der möchte, dass ein Kater kastriert wird, diesem Kater einen Namen von seinem Ex-Freund geben, an dem er sich sprechen möchte. Also wir kastrieren den Ex-Freund oder die Ex-Freundin. Die es verdient, sich nicht zu vermehren. Und jeder Kater kostet 10 Euro und eine Cat sind 25 Euro. Und dann darf sich eine Pfeilfarbe ausgesucht werden, der Name darf gesagt werden und dann posten wir das bei uns in der Story und dann darf gerne noch, wenn die Person möchte, die Geschichte dazu erzählt werden. Also da machen wir uns dann schon Gedanken und es macht natürlich auch Spaß, dann, wenn ein Sven besonders böse war zu Tanja, dann hauen wir dem mit Vergnügen die Eier ab.

SPEAKER_01

Schnippschnapp. Gibt es denn auch Karmakastration für Hunde? Auch wenn ihr weniger Hunde habt, habt ihr da auch einen Preis für so eine Karmapartschaft.

SPEAKER_00

Da haben wir uns doch gar nicht so Gedanken gemacht, weil uns ist das erst beim letzten Kastrationsprojekt eingefallen. Das war auch ein reines Katzenprojekt. Aber da kamen auch 1400 Euro zusammen. Also damit konnten wir fast das gesamte Projekt finanzieren. Also das war richtig toll. Das hoffen wir jetzt natürlich auch jetzt wieder für Zagreb, dass das gut läuft. Und wenn wir im Winter nach Montenegro fahren, da sind es vor allem Hunde, dann sicherlich auch für Hunde. Aber da habe ich mir auch nicht so Gedanken gemacht, was es kostet. Ich muss es mal überschlagen. Also so eine Hündin ist natürlich dann deutlich teurer als ein Rüde. Ich denke, der Rüde wird auch so bei 25 und ihre Hündin vielleicht bei 35 Euro liegen. Genau.

SPEAKER_01

Ja, aber ist ja was, was man sich mal gönnen kann.

SPEAKER_00

Ja, genau. Und da gibt es. Gerne die Karma-Punkte, ja. Genau. Also ihr seid alle eingeladen. Schreibt unten bei Instagram und dann kastrieren wir sie für euch.

SPEAKER_01

Ist auf jeden Fall eine Möglichkeit. Ja, du kannst mich ja, wenn das Montenegro-Hundeprojekt ansteht, auch nochmal antickern vorher. Dann können wir das auch nochmal in die Storys packen im Herbst. Super gerne. Weil ob ich das bis dahin im Kopf habe, weiß ich nicht. Mache ich gerne. Ja, genau. Gibt es noch was, wo du sagst, das möchtest du gerne noch loswerden zum Verein Animal Passion?

Naturschutzprojekte Und Hilfe Gesucht

SPEAKER_00

Also werdet alle Mitglied. Sehr gerne. Also sowohl passiv als auch aktiv. Also aktiv ist sowieso immer super gerne die ganzen TFAs, ihr könnt euch bei uns melden, auch Tierärztin mit Kastrationserfahrung. Meldet euch bei uns unter kontakt at animalpassion.info. Da schreibt ihr einfach, was ihr könnt und ob ihr schon Erfahrung habt. Ihr müsst nicht zwingend Erfahrung haben, aber schön wäre es natürlich. Ihr könnt alle gerne mitfahren. Wir müssen uns natürlich ja noch immer koordinieren, können nicht random ganz viele mitfahren. Das muss natürlich auch alles machbar sein. Und folgt uns gern bei Instagram. Da kriegt ihr auch immer mit, was so ansteht. Ich würde auch total gerne noch so ein, also für mich sind natürlich die Kastrationsprojekte das Wichtigste in diesem Verein. Aber ich möchte natürlich auch Friederike nicht vergessen. Friederike ist ja unsere, also sie, für sie sind immer so alle Tiere besonders wichtig. Und sie macht zum Beispiel auch Rehkitzrettungen jedes Jahr im April, Mai, Juni, Anfang Juni macht sie bei sich in Elsach, also Schwarzwald, steht sie ganz Rümons auf. Mit der Drohne werden die Felder abgeflogen. Und dann werden die Rehkitze, also wenn der Bauer die Felder abmähen möchte, werden die Rehkitze aus dem Feld genommen und dann später, wenn er fertig ist, mit dem Mähen, wieder zurückgesetzt. Das ist ein Herzensprojekt von ihr. Wir haben vor anderthalb Jahren, knapp anderthalb Jahren, haben wir als Verein zusammen mit der SIG AG, das ist so ein großes Unternehmen hier in Freiburg, also in Freiburger Umgebung, haben wir mit den 60 Azubis 1100 Vogelnistkästen gebaut. Also es war so ein einwöchiges Programm, wo quasi die Azubis so ein Projekt, eine Projektwoche haben. Und da war das so, dass Animal Passion zusammen mit der Sik AG das Holz gekauft hat. Und wir haben dann 1100 Vogelnistkästen gekauft. Und die wurden dann umsonst verteilt, weil natürlich weniger Insekten durch Klimawandel, gleich weniger Vögel, auch durch die ganzen Katzen, die draußen rumrennen. Und je mehr Nistkästen draußen sind, desto eher kann sich die Population der Vögel erholen. Und das war auch ein ganz, ganz großes Herzensthema, als wir die gebaut haben und ist uns auch immer noch ein großes Herzensthema, dass man die Vogelnistkästen auch wartet und natürlich säubert und so. Da haben wir jetzt auch gerade wieder ein neues Real zu gemacht, dass das ganz, ganz wichtig ist, die auch weiter zu betreuen. Und genau, das sind so die Herzensthemen, die die Phoebe hat. Also auch was die Bienen angeht, also sie möchte zum Beispiel auch gerne viel mehr Flächen mit Wildwiesen und Wildblumen realisieren können. Gibt es irgendwo Freiflächen, die nicht genutzt werden? Kann man da als Animal Passion Blumensamen stellen? Können wir vielleicht mit einem Blumenhändler mal zusammenarbeiten, der Sämereien spenden möchte? Da können wir eine größere Geschichte draus machen, ist gar kein Thema. Das sind so die Projekte, die uns sehr am Herzen liegen. Für mich als Teeärztin mehr die Kastrationsprojekte und für Phi dann eher auch dieses Ganze drumherum, sodass quasi der Kreislauf auch geschlossen wird.

SPEAKER_01

So sehr ganzheitlich.

SPEAKER_00

Sehr schön. Ja, genau. Das sind unsere Themen so, genau. Ihr könnt alle gerne Mitglied werden. Und wer auch Lust hat, also wir suchen zum Beispiel auch immer händeringend Leute, die Lust haben, auch mal Beiträge zu schreiben. Wir sind natürlich, also wir sind voll berufstätig und je mehr, je größer wir werden, desto mehr steht natürlich auch an. Und wir haben so viele Ideen und so wenig Zeit und organisieren schon so viel. Und es wäre total schön, wenn wir Leute finden könnten, die mal Lust hätten, die vielleicht mal eine Zeitung anschreiben und sagen so, hey, wir haben gerade hier das und das Projekt gestartet. Ich habe einen Artikel geschrieben, habt ihr nicht Lust, den zu veröffentlichen und mal Facebook zu betreuen. Pressearbeit ist super, super wichtig. Also wer nicht sichtbar ist, den gibt es nicht. Und deswegen, genau, ja, unsere Zeit ist da begrenzt. Manchmal wünschten wir uns, wir hätten 48 Stunden pro Tag, dass wir das alles umsetzen können, was wir uns so vorstellen. Aber je mehr Leute, desto besser auf jeden Fall.

SPEAKER_01

Wenn sich so verteilt, ne? Genau. Trotz aller Leidenschaft ist die Zeit halt immer begrenzt des Tages. Ja, weil man hört dich sprühen vor Leidenschaft. Es ist wirklich ein Herzensthema, genau. Ja, sehr, sehr cool. Ich verlinke natürlich auch hier alles in den Shownotes und ja, wir machen ja auch ein Reel dazu. Und dann gucken wir mal, was da so passiert.

SPEAKER_00

Vielen, vielen Dank auch. Also auch, dass du dich für das Thema so interessierst. Also es ist jetzt animal Passion, klar, also hat jetzt nicht so ganz was nur mit Hunden zu tun, aber auch mit Hunden. Und es ist ja.

Podcast Support Und Kontaktwege

SPEAKER_01

Die meisten Menschen, die Hunde mögen, mögen zum Glück ja auch viele andere Tiere und nicht nur ausschließlich Hunde. Und letztendlich wollen wir ja auch, dass wir mit unseren Hunden durch eine Umwelt gehen können. Also gerade wenn du auch Biesen, Insektenschutz, Vogelschutz und so weiter ansprichst, dass wir noch durch eine Umwelt gehen können, die nicht total kaputt ist und hinüber. Und deswegen ist das ja ein Thema, was uns alle auch betrifft. Ja. Ja, vielen, vielen, vielen Dank. Vielen Dank, ja. Richtig toll. Dann, wo auch immer ihr seid, die ihr so zugehört habt, habt noch eine ganz wunderbare Zeit und bis zum nächsten Mal. Tschöö. Willkommen zurück aus der Folge. Ich hoffe, sie hat euch gefallen, auch wenn es diesmal nicht ganz so hundelastig war. Und auch der Podcast lebt leider nicht nur von Luft und Liebe und ist auf eure Unterstützung angewiesen. Das heißt, wie immer verteilt Herzchen, kommentiert gerne gerne die Reels zu den Folgen. Selbst wenn die Folge jetzt vielleicht schon ein bisschen älter sein sollte, wenn ihr sie dann irgendwann mal hört, macht nichts, pusht die Reels nochmal, teilt die Folgen in den Storys, auch die alten Folgen. Das ist so, so, so unfassbar wichtig für die Reichweite und damit ich eventuell auch ein ganz kleines bisschen den Podcast mal finanzieren kann, was gut wäre, damit er auch weiterlaufen kann. So, ja, damit ist glaube ich auch jetzt erstmal alles gesagt. Achso, Spotify. Die Kommentare auf Spotify kriege ich leider nicht mit, weil diese Folgen immer von meinem Host hochgeladen werden. Das heißt, ich habe keinen eigenen Spotify-Account. Wenn ihr mich erreichen wollt, wenn ihr Feedback geben wollt, wenn ihr irgendwie etwas beisteuern möchtet, dann ist das am allerefachsten momentan auf Instagram in meinen DMs. Ich wünsche euch eine ganz wunderbare Zeit.

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