Paws & Personality
Ehemals „VON NULL AUF HUND®“ – Ein Podcasterlebnis bei dem Du anfänglich den gestressten Geschäftsmann Michael Arenz auf seiner spannenden Reise begleitest, als er die Herdenschutzhündin Niki adoptiert. In diesem Hundepodcast teilt die Hundetrainerin Sandra Oliver ihre Erfahrungen, um Dir tiefgreifende, lustige, traurige, kurz: vielfältige Einblicke in die Mensch-Hund-Beziehung zu geben. Wir beleuchten die Freuden und Herausforderungen des Lebens mit einem Hund. Der Podcast bringt Hundeliebhaber zusammen und bietet einen reichen Wissensschatz – von den neuesten Themen in der Hundewelt bis zu praktischen Tipps für ein harmonisches Zusammenleben. Tauch in tiefgründige Diskussionen über Hundefutter, Tierschutz und das ideale Hundekörbchen ein, ergänzt durch spannende Gäste und unterhaltsamen Quatsch – eine perfekte Mischung aus Information und Spaß, kostenlos überall wo es Podcasts gibt!
Paws & Personality
Zu Gast im Revier - Germaine Latz von Herdenschutzhunde verstehen 1
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Durch den Wolf, aber noch mehr durch den Auslandstierschutz finden sich auch bei uns immer mehr Herdenschutzhunde wieder und Menschen, die mit diesem besonderen Typ Hund weniger gut zurechtkommen als gedacht. Denn Hund ist halt doch nicht gleich Hund und alle gleich behandeln, kannst du versuchen, aber es könnte böse enden...
Viel Spaß mit der Folge!
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Germaine findet ihr hier:
Instagram: https://www.instagram.com/herdenschutz.hunde.verstehen/
Website: https://hundeverstehen.saarland/
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|paws & personality® Podcast|
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„paws & personality®" ist ein Podcast von Sandra Oliver.
Fotografie: Christiane Münchhausen | ...
Welcome And Guest Introduction
SPEAKER_00Hallihallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Post ⁇ Personality. Heute habe ich Jermaine Latz zu Besuch vom Hunde verstehen Saarland in Saarbrücken. Und Jermaine habe ich eingeladen, weil ich unbedingt mal ein bisschen mehr über Herdenschutzhunde reden wollte. Mein Podcast hat irgendwie mit dem Thema Herdenschutzhund begonnen, obwohl ich selber gar kein Herdenschutzhund-Experte bin oder Expertin und deswegen bist du jetzt da. Hallo, schön, dass du da bist, schön, dass du Zeit hast und magst du vielleicht auch noch ein paar Worte zu dir sagen?
Jermaine’s Work With Guardian Dogs
SPEAKER_02Ja, danke für die Einladung. Ich habe mich sehr gefreut. Schön, dass ich dabei sein darf und ein bisschen was über Herdenschutzhunde erzählen darf. Ich bin ganz gespannt, was du gleich erzählst, wie dein Podcast angefangen hat. Das hast du jetzt schön einmal gespoilert, das würde ich gerne genauer wissen. Genau, aber zu mir, genau, ich habe ein Kompetenzzentrum, also so nenne ich das. Es ist aber tatsächlich eher so eine One-Woman-Show mit mir und halt meinen zwei- und vierbeiligen Mitarbeitern hier. Die zweibeiligen Mitarbeiter sind die Laufenden, möchte ich sagen, keine Menschen. Ich habe meine Hundeschule und mein meinen Knabenhof hier im Saarland in Saarbrücken und beherberge aktuell so den ein oder anderen Herdenschutzhund natürlich. Also bei Hunden ist es immer ausschließlich Herdenschutzhund. Da habe ich mich vor, ja ich sag mal, vor 20 Jahren ungefähr, als ich meine Ausbildung gemacht habe, ist da mein Herz so ein bisschen dabei geblieben oder hängen geblieben, weil meine Ausbilderin damals auch oder in meiner Ausbildung Herdenschutzhunde ein großer Teil war, einfach weil meine Ausbilderin auch Herdenschutzhundert hatte. Und genau, so bin ich da irgendwie dran leben geblieben und dann sind mit den Herdenschutzhunden immer andere Tiere auch nochmal mit eingezogen. Aktuell leben hier noch Ziegen und wie gesagt eben Laufen.
unknownGenau.
The Rescue Dog Mix-Up Story
SPEAKER_00Ja. Ja, für dich einfach nur so zur Info. Wir hatten angefangen, weil der Mitch, der mit den, der den Podcast am Anfang mit mir zusammen gemacht hat, den habe ich kennengelernt darüber, dass eine andere Kundin von mir einen Zweithund wollte. Den hat sie sich aus, jetzt weiß ich gerade nicht mehr genau, ob Rumänien oder nee, doch, es war im Nord, nein, Kroatien. Es war im Norden von Kroatien. Da hat sie sich den Hund ausgesucht und sie wollte einen, dreimal das so raten, Labrador-Mischling, Retriever Mischling und sowas. Der Klassiker. Und dann hat sie mir Fotos gezeigt und ich habe gesagt, tu es nicht. Lass sein. Ja, aber die schreiben, die sind so klein und so weiter und so weiter. Und Niki heißt sie jetzt. Niki stieg da nachts aus dem Transporter aus, wurde Gabi, meiner ganz lieben Kundin, die begrüße, in die Hand gedrückt. Und du musst diese Frau vorstellen, ich weiß nicht, ob sie überhaupt 50 Kilo wiegt, ein sehr, sehr zarter Mensch. Und dann hatte sie einen Hund in der Hand, der gefühlt doppelt so groß ist wie ein Labrador und natürlich, ja, weiß ich nicht, vielleicht hat mal einer vorbeigewunken. Und dann war halt ein bisschen das Thema da, oh Gott, wie kriege ich das überhaupt hin? Bekomme ich das hin, ja oder nein? Und Mitch, ein ganz, ganz lieber Freund der Familie, hat dann gesagt, ach naja, mein Gott, dann nehme ich halt einen Hund. Und seitdem ist Niki bei ihm. Und so ging das dann auch irgendwie, dass wir in diesen Podcast kamen. Und ich hatte damals auch wirklich so dieses, ja, ich weiß, aus dem Ausland kommen ganz viele Hunde, die nach Retriever aussehen sollen, angeblich, für Leute, die da vielleicht nicht ganz so einen Blick für haben. Und es wird so ganz viel damit halt auch geworben. Also es stand ja dann auch da, Labrador-Mischling. Also es wird ja auch bewusst so ein bisschen vielleicht getäuscht. Und hatte aber selber trotzdem keine Ahnung von Herdenschutzhunden. Also ich habe dann auch, um Mitch so ein bisschen helfen zu können und um da so einen Einstieg zu haben, wie gehst du jetzt mit diesem Hund um, wie erziehst du das? Ich habe mir erstmal drei Bücher gekauft. Also musste mir erstmal Empfehlungen holen, welche Bücher sind denn überhaupt gut. Welche Bücher passen denn überhaupt? Und ja, habe aber sonst tatsächlich sehr, sehr wenige dieser Hunde im Training. Finde es aber auch echt gut, dass es inzwischen auch Experten für verschiedene Rassen gibt, weil es halt wirklich nicht einfach pauschal ist, naja, einen Hund erziehst du so und so. Ich kann halt als Hütehund Mensch mit einem Herdenschutzhund nicht ganz so viel anfangen. Tatsächlich. Also es ist nicht mein Wesen und ich wüsste auch nicht so richtig, wie mache ich es gut, damit es dem Hund gerecht wird. Und deswegen bist du da.
SPEAKER_02Ja, also du hast gerade, also oder in dieser Geschichte, die du erzählt hast, sind ja auch zwei, finde ich, ganz wichtige Themen drin. Also man hat natürlich einmal dieses Thema, ich sage jetzt mal Auslands bzw. Ausland den Klammern Tierschutzhunde, die halt einfach häufiger so ein bisschen genetisch oder auch so persönlich individuell anspruchsvoll sind. Ob das jetzt an den Herdenschutzhund liegt oder an einfach Straßenhunden, die halt auch viele mit, also in vielen Eigenschaften so ein bisschen mit Herdenschutzhunden Ähnlichkeiten haben, ne, Misstrauen, Eigenständigkeit, also das wird halt schon für viele unbedachte Halter und HalterInnen halt schon auch ein großes Problem, weil, wie du ja gerade sagst, also es gibt natürlich zum einen seriöse und unseriöse Vereine in Deutschland und auch im Ausland. Da will ich jetzt Deutschland gar nicht rausnehmen. Und es gibt aber dann noch dazu auch einfach tolle Vereine, die trotzdem vielleicht nicht ganz so viele Erfahrung oder Berührungspunkte mit Herdenschutzhunden haben. Gerade wenn die vielleicht in Deutschland sind und dann mit Rumänien arbeiten. Ich finde das Thema Auslandsierschutz trotzdem immer ein bisschen schwierig, weil ich halt, so wie du es jetzt gerade auch beschreibst, das ist ja eigentlich mein Hauptklientel. Also die meisten Menschen, die zu mir kommen, haben ihren Hund genauso bekommen. Irgendwie am Transporter getroffen, Hund vorher per Video ausgesucht, also überspitzt gesagt. Vielleicht im Vorfeld doch nochmal kurz gegoogelt und irgendwie versucht im Internet was zu lesen, wo dann drin steht, naja, der Hund, der Kangal oder was auch immer man sich jetzt für einen Herdenschutz und vorstellt, ist ein super loyaler Familienhund. Dann lesen die das und denken, ja, okay, also Bücher, was du gerade gesagt hast, lesen ja heutzutage auch nicht mehr so viele Menschen. Die Menschen fragen halt eher dann im Internet nach. Und da gibt es halt natürlich gute und weniger gute Quellen oder ja, ein bisschen umfangreichere Quellen. Genau, und dann suchen dir den Hund aus, kommen dann zum Transporter, zum vereinbarten Termin. Die Hunde sind teilweise 24 Stunden in diesen Transportern drin. Und dann gibt es, wenn es gut läuft, einen angeschneiden Hund, also einen mit Geschirr und Halsband und Leine, manchmal auch ganz ohne, das ist dann auch sehr spannend. Dann kriegt man ihn auf den Arm geworfen und dann heißt es, ja, dann tschüss. Viel Spaß. Viele der Vereine sind dann kurz danach auch gar nicht mehr präsent, also weder im Internet noch telefonisch erreichbar. Und dann stehen die Leute da und stellen dann irgendwie mit Erschrecken fest, dass das, was sie sich halt als, wenn du es ja sagst, gerade als Beispiel Labrador oder Retriever eben angeschafft haben, halt das gar nicht ist. Also selbst wenn es so aussehen würde, ist es wahrscheinlich vom Charakter her nicht so. Und selbst wenn es in Rumänien oder wo auch immer noch okay war, in diesem Shelter, was meistens am Arsch der Heide ist, und wo es trotzdem eine feste Struktur gibt in der Regel, kommen die dann hier irgendwie nach Berlin-Mitte, zweiter Hinterhof und kriegen erstmal einen Nervenzusammenbruch.
SPEAKER_00Kulturschock, ja. Genau, Kulturschock, ja. Ja, und das ist ja so fies, weil die sehen ja teilweise, je nachdem, was da so, also wenn sie jetzt keine reinen Herdenschützer sind, sondern wirklich irgendwas gemischmarschtützt, du kannst ja schon behaupten, guck mal auf dem Foto, sieht doch aus wie ein blonder Labrador-Mischling. Also Niki war halt auch sehr kurzhaarig, du hast es halt am Kopf erahnen können und ich habe so im Vergleich der anderen Hunde gesehen und habe so gemeint, du, die ist nicht so klein, wie die behaupten. Aber auch, ich kenne auch einige andere, wo dann halt angeblich Golden Retriever-Mischling irgendwie sowas, weil halt das Fell länger ist. Aber auch da, du siehst es halt dann schon so an Kleinigkeiten. Aber wenn du mit den Menschen in Kontakt bist und die haben sich da einmal drauf eingeschossen, ist es mega schwer.
SPEAKER_02Total. Die laufen dann halt ihr. Genau, und dann kriegen die, dann kriegen die noch Videos geschickt von den Vereinen aus, da, wo der Hund sich dann eben aufhält. Und das ist auch vielleicht oft so, dass das habe ich ja gerade auch schon gesagt, dass die Hunde dort dann auch gar nicht so auffällig sind. Aber durch den Transport und dann durch die neue Umgebung einfach auch ein bisschen einen Schaden mitnehmen. Manche zumindest. Also wenn die nicht vorher schon irgendwie einen kleinen Schaden hatten. Und ich glaube, dass das wirklich auch für uns jetzt vielleicht, also für dich als Trainerin, für mich als Trainerin, schon irgendwie relativ oder einfacher zu erkennen ist. Aber für so 0,8, 15 Mensch, der sich denkt, ich will jetzt was Gutes tun, ich hole einen Hund aus dem Tierschutz, was ja auch super ist und was wir sicherlich beide auch ganz toll finden, ist es halt einfach auch nicht unbedingt erkennbar für die. Und dann haben der ein oder andere vielleicht vorher noch gegoogelt, ja, aber der andere dann doch nicht. Und dann heißt es halt, ja, ich habe auch schon immer Hunde gehabt und ich habe Hundeerfahrungen, aber es ist halt wirklich, und wie gesagt, da will ich jetzt gar nicht nur die Herdenschutzhunde ansprechen, sondern auch eben diese Straßenhund-Mixe, die ja wirklich dort auch ein autarges Leben führen und sich durchkämpfen müssen und ne, Survival of the Fittest und so, ne? Also da ist halt einfach nur die Harten kommen in den Garten, ne?
Why Foreign Rescue Often Fails
SPEAKER_00Ja, das ist das eine, was ich halt auch ganz oft gehört habe, ist, dass selbst wenn die eine Familie haben und es sind ja ganz viele noch so, dass die quasi abends dann nach Hause gehen, kriegen da nochmal ihr Futter, wie auch immer, können aber den ganzen Tag sich frei bewegen, dass sie trotzdem ja auch dazu da sind, dass sie nachts aufpassen, dass sie Fremde nicht ranlassen. Also deswegen füttert man die ja auch. Und dann wird die eigene Familie natürlich lieb gehabt und die Menschen kommen gut mit den Hunden klar und haben die Hunde auch lieb, aber diese Selbstständigkeit, dieses tagsüber kann ich halt machen, was ich möchte. Nachts passe ich hier auf das Grundstück, auf das Haus auf und auf die Familie. Das ist halt was, das passt nicht so ganz gut in unsere Gesellschaft und Kultur. Also es sind ja nicht alle Straßenhunde quasi nur Hunde, die sich durchkämpfen müssen. Aber dieses Autarke ist trotzdem da.
SPEAKER_02Ja, und es ist halt auch in vielen anderen Ländern einfach auch klar, dass du zum Beispiel, wenn du jetzt, keine Ahnung, manchmal gibt es einen Zaun, manchmal auch nicht, ne? Wenn es keinen Zaun gibt, läuft da halt trotzdem, wenn die wissen, da gibt es Hunde, läuft da halt keiner bis an die Haustür. Sondern, wenn da irgendwo ein Hund auf der Bildfläche erscheint, gerade jetzt auch Türkei zum Beispiel oder eben auch Rumänien, da geht doch keiner zu dem Hund hin. Und hier hast du dann irgendwie die Uschi von nebendran, die dann erstmal versucht, den Hund durch den Zaun anzufassen und vielleicht zu füttern und noch, ach, was bist du denn für ein Feini? Und dann gibt es halt einfach Übergriffe. Das passiert dann halt vielleicht in anderen Ländern etwas weniger, weil der Abstand zu den Hunden oder die Angst ist das falsche Wort, aber dieses Wissen, dass die Hunde auch eben zum Wachen da sind, auch einfach ein bisschen ernster genommen wird. Das hat man in Deutschland mittlerweile auch. In denen, finde ich, also das habe ich schon oft erlebt, in den Bundesländern oder in den Gebieten in Deutschland, wo aktive oder arbeitende Herdenschutzhunde etwas häufiger vorkommen. Also ich sage jetzt mal Brandenburg, Bayern und so, ne, sind da ganz gute Beispiele. Da geht halt auch eigentlich, wenn jemand, wenn da steht, da ist ein Herdenschutzhund. Meistens gibt es ja diese Warnschilder, ne? Man kennt es vielleicht eher, also wir in Deutschland kennen es eher aus Schweiz und Österreich vielleicht, vom Wanderurlaub. Da gibt es dann Schilder und da steht dann drauf, da ist ein Herdenschutzhund, ne, halte dich bitte fern. Und wie gesagt, in Brandenburg und in Bayern funktioniert das auch eigentlich ganz gut, dass dann wirklich, die meistens, aber nicht alle, aber wissen, da ist ein Herdenschutzhund, der macht seine Arbeit. Und hier zum Beispiel im Saarland oder auch in vielen anderen Bundesländern, wo das eben noch nicht so stark vertreten ist, der Wolf auch nicht so stark vertreten ist. Oder wie hier im Saarland, das einfach unter den Teppich gekehrt wird, dass der Wolf da ist, weil wir sprechen nicht drüber. Und wenn wir nicht drüber sprechen, ist es auch nicht so. Da ist auch die Akzeptanz von den Hunden auch nicht besonders groß. Also es gibt natürlich dann die Menschen, die sich beschweren über bellende Hunde. Dann gibt es aber auch eben diese ganze Tierschutzfraktion. Und wie gesagt, ich zähle mich ja auch dazu. Ich mache ja auch seit 20 Jahren aktiven Tierschutz, aber dann hast du halt Leute, die dann denken, ach guck mal, der arme Hund, der ist ja ganz alleine draußen und so. Ja, aber es ist halt deine Aufgabe. Und dann rufen die den Tierschutz oder füttern den Hund an oder locken ihn an oder was auch immer. Und dann gibt es natürlich auch Schwierigkeiten. Also ich weiß jetzt nicht, wie ich zu diesem Punkt gekommen bin, wo ich da falsch abgebogen bin. Du bist gar nicht falsch abgebogen. Alles gut.
SPEAKER_00Wie sind wir jetzt da gelandet? Wir können ja direkt das nutzen und von da aus eine gute Überleitung schaffen. Denn natürlich Herdenschützschütz, Herdenschützer, Herdenschutzhunde sind ja anders. Ein bisschen. So, natürlich sind sie ein Hund und natürlich haben sie vier Beine und können bellen. Aber das, was du ansprichst, dass sie zum Beispiel auch sehr gerne draußen sind. Also es ist ja nicht mal so, dass man sie zwingt, draußen zu arbeiten, sondern das steckt ja so gut drin, dass viele auch gerne raus wollen, dass es drinnen dann auch zu warm ist, dass sie sagen, ja, ich komme mal vorbei, aber ach komm, kann ich mich nicht lieber auf die Terrasse packen oder so. Zum einen, weil sie natürlich alles ein bisschen besser im Blick haben, was ja dann wiederum ihrer Genetik entspricht und dafür wurden sie ja auch ursprünglich gemacht. Zum anderen aber sicherlich könnte ich mir vorstellen, auch wegen der Temperaturen. Also wenn ich so ein großes, dickes in Anführungsstrichen Tier wäre mit so viel Fell, dann fände ich jetzt eine Fußbodenheizung vielleicht auch nicht so geil. Das ist halt so das.
SPEAKER_02Also ich glaube, Fußbodenheizung, entschuldige, wenn ich dir jetzt Wort vergleiche, ich glaube, Fußbodenheizung ist für alle Hunde mit sehr viel Fell und Unterwolle echt der Killer. Aber ansonsten habe ich tatsächlich die Erfahrung gemacht, also du hast natürlich absolut recht, die klassischen arbeitenden Herdenschutzhunde, die das in der Genetik haben, die wirklich auch die Generation vorher Elterntiere auch draußen gearbeitet haben, die sind erstmal skeptisch mit Wohnung und Haus und Garten. Ich will jetzt auch gar nicht sagen, also jetzt soll dir keinen falschen Eindruck erwecken, dass Herdenschutzhunde auch gerne ins Haus gehen, aber es ist schon so, gerade wenn du die Hunde Secondhand hast, aus dem Tierschutz hast und so weiter und so fort, dann wissen die das schon auch zu schätzen, drin zu sein. Also wenn die mal drin waren, dann wissen die, die sind ja nicht dumm, die wissen dann, ah, da regnet es nicht, da ist halt eine schöne Temperatur. Und dann können die das schon auch gut, also auch Arbeitenherrenschutz oder gut annehmen. Die, die nie gearbeitet haben, wissen es eigentlich immer zu schätzen und sind auch oft nicht gerne alleine draußen. Das kommt wirklich immer ganz, ganz oft den individuellen Charakter an. Ich finde, das kann man so nicht verallgemeinern. Aber was man, glaube ich, wirklich jedem, und ich rede jetzt mal von den klassischeren Herden, Schutzhunden, also nicht von Mixen oder so, ne? Was man denen wirklich, wo man denen wirklich einen Gefallen tut, ist halt mit Eigenständigkeit. Also, dass die wirklich so für sich entscheiden können, was mache ich jetzt, was fange ich mit meinem Tag an, gehe ich raus, bleibe ich drin, belle ich, belle ich nicht, also was jetzt nicht heißt, die den ganzen Tag bellen, aber wenn die einfach selber für sich entscheiden können, wie ihr Tag abläuft, das wissen die schon sehr zu schätzen. So dieses, was wir im normalen Hunde, Halter, Alltag, Hunde, HalterInnen-Alltag machen, dass wir sagen, wir gehen jetzt Pipi machen, wir essen jetzt, dann haben die zwei Minuten Zeit zum Pipi machen, dann wieder rein, dann Autofahren, dann Dies, dann Hundewiese, dann, ich weiß nicht, was noch Hundeschule, das ist für die halt einfach oft zu viel fremdbestimmt.
SPEAKER_00Das ist aber so ein wichtiger Punkt, wo wir ja direkt mal hineingehen können in das, was für mich halt auch mit so einem Trainingsunterschied ist. Bei ziemlich vielen Themen, die auftauchen, die Menschen mit ihren Hunden haben können, ist es halt oft so, dass die Hunde zu viele freie Entscheidungen treffen dürfen und deswegen natürlich auch im Konflikt freie Entscheidungen treffen und so weiter. Das heißt, mein Hebel ist ja ganz oft erstmal zu sagen, ah, guck mal, wo kannst du denn jetzt mal anfangen, Entscheidungen zu treffen? Jetzt klingt natürlich das, wo du sagst, damit tätest du dem Herrenschutzhund eingefallen, erstmal sehr konträr dazu. Dann frage ich mich, wie kann ich denn denn dann, wenn ich dem diese Entscheidungen lasse, trotzdem auf einen Punkt kommen, dass dann, wenn es mir wichtig ist, der Herdenschutzhund sagt, ja, okay, ist dir wichtig, mache ich jetzt. Geht das überhaupt oder ist es eher in unserer Gesellschaft, so wie wir leben, dann ein, ich baue mir das Leben schon so ein bisschen nach dem Hund, weil jetzt habe ich den halt und der ist so und so und ich kann halt nicht erwarten, dass das und das und das funktioniert.
SPEAKER_02Also das, was du sagst, so dieses Hunden nicht zu viel Freiheiten lassen, also jetzt überspitzt gesagt, das habe ich ganz häufig, auch in dem, wenn ich mich unterhalte mit KollegInnen, dass das einfach so ein Thema ist, wo ich oft halt, ich selber, weil ich halt einfach in dieser Bubble da so drin hänge, ne, ich habe ja nicht nur Herdenschutzhunde in der Hundeschule, aber am meisten recht eigenständige Typen, wo ich auch oft einfach so denke, wenn KollegInnen dann eben sagen, ja, sie machen das jetzt so oder es gibt so eine moderierte Freilaufgruppe. Also moderiert ist ja gut, ich moderiere auch, also dass man so ein bisschen einen Rahmen schafft für die Hunde, ne? Aber ich würde schon, also ich lasse das immer schon auch viel laufen. Also ich lasse schon immer die Hunde auch selber für sich Entscheidungen treffen und halt eben, wie heißt das, muss ich kurz überlegen, was will ich da sagen, am schlausten Fauliere, also dass man sie schon unterstützt, in vielleicht auch ein bisschen aus sich rauszukommen und eben eine eigene Entscheidung zu treffen. Das ist mir persönlich in meiner Arbeit mit meinen Kunden und meinen eigenen Hunden super wichtig. Es ist wirklich, ich finde es auch immer erstaunlich, weil für mich ist das ja klar. Und wenn ich mich unterhalte und KollegInnen dann sagen, ja und nee, und das musst du, also das mache ich doch so und so und so, dann denke ich immer, ja verrückt, so mache ich das gar nicht. Also es scheint schon oder es ist schon auch durchaus unterschiedlich und teilweise natürlich auch konträr. Was du sagst, dass der Hund da natürlich immer seine eigene Entscheidung trifft, also ein Herdenschutzhund, auch wenn er schlau ist und sensibel und intelligent, trifft ja trotzdem nicht immer die richtige Entscheidung. Und du hast es aber ganz schön auch schon in deiner Frage richtig formuliert für dich, also für mich, für mein Verständnis richtig gesagt, du musst halt, du musst halt irgendwie den Hund dazu kriegen, ihn zu überzeugen, quasi, dass er das für dich macht. Also, dass man schon, dass er Möglichkeiten hat, so in seinem kleinen Rahmen. Ich hoffe, das versteht man jetzt als Zuhörer und Zuhörerin ganz gut, weil das jetzt, glaube ich, irgendwie sehr, wie soll ich sagen, sehr, ja, vielleicht nicht so richtig greifbar ist für jeden. Also wie gesagt, wir lassen dem Hund so einen Spielraum, in dem er eigene Entscheidungen treffen kann. Können die natürlich, können die man natürlich auch sagen, okay, ich fände es jetzt schon schöner, wenn du das vielleicht so machen würdest. Und er das dann, ja sie, der Hund, das dann eben auch für dich macht. Also Beziehung, um das jetzt vielleicht nochmal ein bisschen runterzubrechen, Beziehung ist und diese Basic, also diese Basis, die man halt hat, im Hundhalter gespannt, die muss natürlich irgendwie auch stimmen. Also der Hund darf schon für mich seine Entscheidungen auch treffen. Sofern sie denn richtig sind, ist das auch dann eigentlich ganz gut. Aber man kann halt auch mal sagen, ey, das ist jetzt gerade ein schwieriger Moment, ich verstehe das, dass du das gerne anders lösen würdest, aber geht jetzt halt gar nicht. Und da liegt halt auch, glaube ich, immer die Schwierigkeit für die Hundehalter und HundehalterInnen, weil das halt so schwer zu verstehen ist. Also es ist halt einfach wirklich oft so ein bisschen, mein Arbeitsansatz ist halt oft dann einfach auch so, weißt du, so hintenrum über fünf Ecken zum Ziel. Dann denken die natürlich oder kennt man das so, man macht jetzt irgendwie dies und das und dann läuft das. Und so ist es halt in dem Fall nicht. Also wir brauchen immer zuerst eine gute Basis, also eine richtig schöne Beziehung und eine gute Basis, um dann halt eben, dann funktioniert aber auch alles meistens gut. Dann kann man vielleicht nochmal so ein bisschen nachjustieren, aber dann funktioniert es eigentlich auch ganz gut, wenn die Basis stimmt. Also wirklich aktiv irgendwelche Signale, also früher hat man das Kommandos genannt oder Gehorsamsworte, übe ich zum Beispiel nie mit den Hunden. Also ich, egal, gut, die sind ja meistens auch Erwachsene, die Hunde, die hierher kommen, aber dass ich denen jetzt beibringe, auch Kundenhunde, wie man jetzt denen in den Sitz erkläre, das ist tatsächlich ganz witzig, dass die das automatisch auch alle immer schon wissen, anhand von Körperhaltung und so weiter, dass man da irgendwie, dass die das automatisch können. Finde ich immer ganz spannend.
SPEAKER_00Wenn du jetzt sagst, wenn die Basis stimmt, ist relativ viel erreichbar, gibt es da trotzdem, also ich meine, vielleicht sollten wir mal so einen Abriss machen, was es für verschiedene Herdenschutzhunde-Typen gibt. Ja, so ein bisschen. Weil das ist ja dann für das weitere Gespräch relativ wichtig, weil die Frage, die ich jetzt im Kopf habe zum Beispiel, gilt nicht für alle Herdenschutzhunde. Das heißt, vielleicht können wir das für die Zuhörenden mal so ein bisschen aufteilen, was weiß ich, die ganz im Osten und dann vielleicht eher so die südlicheren. Gibt es da Unterschiede? Das darfst du bitte erläutern.
Independence And Training Philosophy
SPEAKER_02Aber du hast, bevor ich das jetzt nämlich auch vergesse, du hast nämlich eben noch was gefragt, weil du es jetzt gerade nochmal gesagt hast. Du hast nämlich zum Beispiel, also in der Frage eben, die ein bisschen zurückliegt, weil ich so viel erzählt habe, zwischendrin, hast du ja auch gesagt, ob man sein Leben so ein bisschen dem Hund anpassen muss. Und das finde ich ist trotzdem auch noch, das möchte ich noch kurz ergänzen. Das ist nämlich auch ein wichtiger Punkt. Also es gibt für mich immer auch Grenzen. Also wenn du zum Beispiel, also der ganz häufige Punkt, der Hund bellt zu viel. Wenn man sich jetzt einen Herdenschutzhund anschafft oder egal welchen Hunderasse, die territorial agiert, Und man hat halt einfach ein entsprechendes Umfeld, also Nachbarn, Straße, Ostboote, dann muss man damit rechnen, dass der Hund bellt. Also natürlich muss man jetzt auch nicht den Hund den ganzen Tag bellen lassen, davon würde ich auch abraten, wegen der Nachbarschaft. Nichtsdestotrotz, dass ich würde nie daran arbeiten, einem Herdenschutzhund das bellen oder das Wachen auszutreiben. Also das ist das, wenn das Menschen bei mir wollen, dann sind sie bei mir nicht an der richtigen Adresse. Also das ist so eine Sache zum Beispiel. Natürlich musst du das auch ein bisschen akzeptieren, genauso wie wenn du jetzt einen Jagdhund hast und dich dann wunderst, dass der halt jagt. Das ist halt einfach so. Ich würde einem Jagdhund auch nicht abgewöhnen wollen, keine Ahnung, Mäuse zu jagen oder so. Das ist jetzt so ein Beispiel. Das ist jetzt nicht meine Rasse, die ich am besten kenne oder den Hundetyp, den ich am besten kenne, aber so im Vergleich, ja. Das heißt also, bellen, also aufpassen, wachen, wachsam sein, Besuch vielleicht erstmal kritisch sehen oder fremde Menschen misstrauisch beäugen. Das sind alles Sachen, die sind halt genetisch fest vertratet bei den Hunden. Und die würde ich auch nicht entfernen wollen. Also das fände ich tatsächlich falsch, zu sagen, der territoriale Hund darf nicht wachen oder der misstrauische Hund muss jetzt jeden mögen. Das wäre für mich der falsche Ansatz. Natürlich kann man sagen, wir bringen jetzt nicht jeden Besuch um, das wäre schön. Aber manchmal bei manchen Hunden, die kommt halt ja auch immer drauf an, wo der Hund herkommt, was er für Erfahrungen gemacht hat, ist es halt auch Management. Dann musst du halt auch einfach sagen, okay, ich habe Besuch, mache ich zum Beispiel auch so. Ich habe Besuch und da sind meine Hunde nicht dabei. Also einfach, weil wenn ich privat Besuch habe und hier am Tisch sitzen will und gemütlich Kaffee und Kuchen zu mir nehmen möchte mit meinen Freunden, dann brauche ich da jetzt nicht irgendwie noch drei Hunde, die dann alles vollhaaren und da in Anführungszeichen nerven. Da habe ich auch gerne einfach meine Ruhe und kümmere mich da um meine Gäste. Und das ist auch gar nicht schlimm, dann zu sagen, dann sind die Hunde in der Zeit einfach in ihrem Bereich oder haben halt einfach eine andere Aufgabe, anstatt da jetzt dabei zu sein. Also das finde ich an der Stelle finde ich Management halt einfach auch wichtig. Und auch die Akzeptanz von den Haltern zu sagen, wir können es auch so machen. Der Hund muss nicht die ganze Zeit dabei sein, weil der Hund das vielleicht auch einfach gar nicht möchte. Also das muss man ja auch mal sehen. Was möchte der Hund, was kann der Hund leisten, ne?
SPEAKER_00Weil ja auch der Preis teilweise einfach viel zu hoch wäre dafür, dass ich mir ein Lebewesen geholt habe, das genau dafür gemacht ist. Also ich habe jetzt zum Beispiel auch das Bild im Kopf von mir aus, ach ich weiß auch nicht, irgendeinen, der nachts besonders wachsam ist und dann willst du nachts halt noch rausgehen in Gassi gehen, bist aber vielleicht nicht auf dem Platten Land, wo dir keiner begegnet, sondern in der Stadt, wo dir Menschen begegnen und der Hund ist halt wachsam. Und das da irgendwie rauszubekommen, was willst du tun? Also das ist so fies dem Hund gegenüber, ne? Absolut.
SPEAKER_02Es muss halt immer fair sein. Also es muss für den Hund irgendwie auch lösbar sein und fair sein. Und das, was du sagtest, also diese unterschiedlichen Herdenschutz und Typen, die es ja auch gibt. Also am Ende haben natürlich viele Herdenschutz und Trassen oder viele Herdenschutz und Typen auch ähnliche Dinge im Gepäck, aber der eine halt mehr, der andere weniger. Also es gibt da schon auch Unterschiede. Trotzdem sollte man sich gerade beim Wachsamsein, Misstrauisch sein, Territorialverhalten auch, da muss man sich halt einfach ein bisschen drauf einstellen. Also es ist halt einfach, wie gesagt, so wie bei dem Jagdhund oder bei dem Hütehund, dass das einfach die Sachen sind, die da drin sind, die man da auch nicht unbedingt rausholen sollte, weil sie halt auch dahin gehören. Wenn man das nicht möchte, dann muss man sich einen anderen Hundetyp anschaffen. Natürlich ist das jetzt wieder für die, um nochmal zum Anfang zu gehen, für die, die das nicht wussten, was sie sich da anschaffen. Ein bisschen schwierig und tricky. Und ich verstehe natürlich auch, dass dann manche Hunde einfach dann auch nicht passen oder vielleicht auch wirklich, dass einfach nicht möglich ist, den Hund in diese Familie, in dieses Setting, in dieses Leben einzufügen, dann ist halt, da muss man halt irgendwie eine andere Lösung finden und einfach einen Hund, der da halt einfach ein bisschen besser passt. Also es ist halt einfach wirklich wichtig, sich vorher zu überlegen, was ins Leben passt.
SPEAKER_00Ja, und es ist teilweise wirklich so fies. Ich weiß nicht, sicherlich habe ich das vor zwei Jahren in einer der ersten Folgen erzählt. Ich hatte eine Familie in Leipzig, die sich auch Tierschutzverein, auch Retriever-Mischling, weil sie wollten gerne wieder etwas in diese Richtung. Aber sie wollten unbedingt halt einen Hund retten und dann hatten sie, ich glaube, der Hund war damals sechs oder sieben Monate und hat aber direkt an Tag zwei gesagt, ja, ich passe hier auf, ich reglementiere hier das Kind und so weiter und so weiter. Und diese Menschen waren einfach nur nett. Also die waren so lieb. Und die lebten in einer Mehrfamilienvilla mit geteilten Garten, wo Kinder ein- und ausgingen, wo Menschen ein- und ausgingen, sie wollten den Hund mit auf Arbeit nehmen und so weiter und so weiter. Und ich saß dann da mit denen und habe darüber gesprochen und habe gesagt, sicherlich ist das irgendwie machbar, dass ihr den Hund behaltet, aber überlegt euch den Preis für so, wie ihr seid, was ihr von dem Hund erwartet und so weiter. Und zum Glück hat der Verein diesen Hund dann zurückgenommen. Also sie haben den dann unter ganz vielen Tränen abgegeben, weil sie auch gesagt haben, ja, aber wir haben ihn doch geholt und Tierschutz und ich so, ja, aber ihr habt was ganz anderes erwartet. Und das ist nicht eure Verantwortung. Und er passt wirklich nicht hierhin. Also das habe ich da nicht gesehen. Und die Rasse, die es danach geworden ist, ist auch so konträr. Also ich habe ihnen dann einen Silken Wind Sprite empfohlen. Und hat super gepasst, ne? Überall. Außentermine und so weiter. Und auch da im Garten mit Menschen. Und also wirklich mitten in der Stadt so eine Mehrfamilienvilla, wo wirklich jeder rein und raus kann. Der Hund hätte ja nie alleine ohne irgendwie Sicherung oder was auch immer im Garten sein können. Hätte ja ständig jemanden reinstolpern können.
Barking Boundaries And Fair Management
SPEAKER_02Eben und es ist halt auch so, das wissen ja viele Leute auch nicht. Also vor zwei Jahren oder vor einigen Jahren war das ja auch dann noch möglich, ist immer noch bei guten Vereinen eigentlich auch so gedacht, aber einfach aufgrund der Masse der Hunde auch gar nicht mehr lösbar, dass du ja einen Hund auch einfach nicht mehr so zurückgeben, nicht mehr einfach so, so zurückgeben kannst. Also ich meine, die Vereine, egal ob jetzt gut oder schlecht, sind halt meistens auch gar nicht mehr in der Lage, die Hunde zurückzunehmen. Dann sind das auch Hunde, die man jetzt nicht einfach mal so zu irgendjemandem auf irgendeine Pflegestelle packen kann. Die meisten Tierheime sind halt einfach oberkante Unterlippe, Warteliste geschlossen. Dann stehst du halt da mit deinem Problem und kommst halt auch mit diesem Hund nicht mehr irgendwo hin. Deshalb ist es noch wichtiger, heutzutage auch wirklich zu gucken, was passt. Und wie du es jetzt auch gerade sagst, so sollte es ja auch eigentlich sein, dass man das hat. Ich hatte selten so eine Beratung vor dem Kauf, weil das die Leute auch nicht so oft buchen. Ich weiß nicht, wie es dir da geht, weil es bieten ja viele Kollegen auch an. Aber wenn es denn dann gemacht wird, dann funktioniert es auch wirklich immer gut. Also ich hatte das auch schon, ich hatte mal eine Familie, eine ganz liebe, die wollten unbedingt einen Kangal, haben sie eben gesehen. Und dann hat die in der Tierarztpraxis, haben sie das irgendwie erzählt, sie waren mit Katze, was weiß ich, beim Tierarzt und haben das dann so angesprochen, ja, sie wollen sich jetzt einen Kangal welpen und dann hat die Tierarztin gesagt, ah, vielleicht solltet ihr da mal noch mit jemandem sprechen vorher. Und so kamen die dann zu mir und dann war ganz schnell klar, dass das, was sie sich vorstellen, also diese, was du auch sagst, diese Erwartungshaltung, die sie haben an diesem Kangal, überhaupt nicht zu dem passt, was ein Kangal ist. Und dann habe ich Gott sei Dank ja immer die Möglichkeit, solche Hunde auch in live vorzustellen. Und dann war auch, also dann haben die selber auch verstanden, dass das überhaupt nicht passt. Und ich hatte dieser Familie, weil die so, die haben ja dann auch, ich habe dann auch gefragt, das machst du ja bestimmt dann auch, ne? Was stellt ihr euch vor, wie ist euer Leben so? Und dann hat man ja als kompetenter Hundetrainer und kompetente Hundetrainerin auch eigentlich immer ein gute Idee. Und dann habe ich denen, dieser Familie, weil das ihren Ansprüchen gepasst hat, ein Richback empfohlen, also als Rasse, ja. Und die haben sich eine Richback-Kündin vom Züchter geholt als Zwelbe und die sind, die haben sich wirklich auch immer mal wieder gemeldet, auch teilweise Jahre später dann noch, wo ich so dachte Gott, wie niedlich, ne? Dass sie einfach so happy und haben gesagt, Mensch, das ist so toll, das klappt alles so super. Muss nicht immer so sein, um Gottes Willen, aber mit einem Kanga wäre es auf gar keinen Fall so gewesen. Das hätte überhaupt nicht in das Leben gepasst. Und auch noch zum Thema Erwartungshaltung, es ist ganz oft so, ich hatte ja schon gesagt, dass Herr und Schutzhunde einfach super sensibel sind. Also sie sind halt extrem feinfühlig und das trifft auch auf sehr viele Straßenhund-Typen, die hier her schwappen zu, dass sie auch diese Feinfühligkeit haben und die Erwartungshaltung, die wir dann haben, also zum Beispiel jetzt, dass die Familie oder der Mensch einfach nur sagt, okay, der Hund muss mit ins Büro. Ich möchte, dass der Hund mit ins Büro kommt. Allein schon mit dieser Erwartungshaltung erschlägst du so einen Hund auch ganz oft. Weil die einfach wissen, weil sie so schlau sind, dass sie das gar nicht erfüllen können. Das heißt also, du musst halt auch in der Arbeit mit Herden-SchutzhundhalterInnen viel an dem Mindset halt arbeiten. Dass diese Erwartungshaltung, der Hund muss nicht mit ins Büro, wenn er das halt nicht kann oder er das nicht möchte. Dann bleibt der Hund einfach zu Hause, weil dort hat er ja auch was zu tun. Also da muss man halt auch viel an diesen Themen einfach arbeiten mit den Menschen. Also die das dann hoffentlich auch wollen.
SPEAKER_00Ich mache mir gerade eine Notiz für eine Frage für später, weil ich möchte jetzt tatsächlich zu den Hundetypen, zu den Herrn Schutz und Typen mal kommen. Hättest du da irgendwie, hast du da für dich so ein Grobaster oder so? Auf jeden Fall.
SPEAKER_02Also genau, es gibt eine Eselsbrücke, die ich immer gerne nutze, die habe ich aber nicht erfunden, sondern eine ganz tolle Kollegin von mir. Und zwar, jetzt muss ich kurz überlegen, wie sie das gesagt hat. Also es ist nicht der genaue Wortlaut, aber ungefähr gebe ich es jetzt so sinnhaft wieder. Also im Prinzip kann man sagen, umso weiter östlich du gehst, umso eigenständiger und umso für den normalen Menschen komplexer sind die Herdenschutzhunde. Also wenn du dir überlegst, du hast so eine Weltkarte, ne, und es fängt ja in der Regel an, es gibt ja in vielen Ländern eben eigene Härtenschutzhundrassen, auch viele, also die man kennt. Es gibt dann auch immer nochmal regionale Schläge, den muss man jetzt auch nicht alle kennen. Aber umso unbekannter und umso unaussprechlicher der Name, umso eher sollte man davon Abstand nehmen, weil die dann in dieser Region sicherlich einen ganz tollen Job machen, aber eben auch jetzt nicht unbedingt bei uns in Deutschland oder in dem normalen Hundehalter-Szenario oder Hundeszenario hier in Deutschland. Das heißt also, wenn wir jetzt mal so in Spanien anfangen, dann hast du da eher Hund eher, also wie gesagt, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber mit dem Mastin Espanyol zum Beispiel eher einen Hund, der gut in der Gruppe geht, der relativ offen gegenüber Menschen ist. Also ich habe in meiner Arbeit in den Jahren meiner Tätigkeit vielleicht mal, also ich hatte schon viele Mastin Espanyols im Training, aber nicht wegen, also einmal hatte ich einen Hund, der wirklich auch ein bisschen ein Aggressionsthema hatte im häuslichen Umfeld, das war aber auch relativ schnell wieder weg. Also das ist jetzt kein, also für mich jetzt nicht unbedingt ein sehr ausdrucksstarker Hund, also auch für die Arbeit, weil die, wie gesagt, in der Gruppe gut sind, aber so für sich alleine muss man das immer ein bisschen gucken. So, also da fangen wir jetzt mal an in Spanien. So, da geht es halt über Frankreich, ne? Also ich nehme jetzt mal nur die Rassen, die man halt auch so eher kennt, ne? Pyrenen Berghund zum Beispiel, ne, sind auch eher nettere Hunde. Also das ist alles immer noch relativ nett. Ab der Türkei wird es ein bisschen tricky. Und in Rumänien ist es schon relativ schwierig. Aber gar nicht mal in dem Fall jetzt wegen dem Herdenschutz und Rassen, sondern auch wegen diesen ganzen Auslandstierschutzmafia und so weiter, die dann irgendwie da alles zusammenmischt, was überhaupt gar keinen Sinn ergibt. Und wenn man jetzt mit Herdenschutz und weitergeht, Richtung Russland, also Kaukasen und so weiter, hast du schon so ein bisschen die Endstufe erreicht. Also das sind schon sehr, wie soll ich das jetzt sagen? Also ich lieb's, aber man muss es halt mögen. Sehr eigenständige Charaktere, die du halt auch, die wirklich auch so ihre, also mit ihrer Eigenständigkeit und ihrer Feinfühligkeit wirklich schon relativ weit oben sind. Also die kannst du nicht so viel von anderen Sachen überzeugen, als von dem, was sie so selber denken. Und ganz am Ende, ganz im Osten, hast du dann den Doki, den Tibet Mastiff, ne? Das ist wirklich, also dann Ultrain-Stufe. Also so als Idee. Also ich liebe den Osten total. Also ich finde Dokis großartig. Ich liebe Kaukasen, Zentralasiaten, ist voll meine Welle. Aber das ist wirklich, das ist jetzt nicht unbedingt das Einsteiger-Modell. Das heißt jetzt auch nicht, dass man sich unbedingt Massine-Espanyol oder Pyrenä in Berghund nehmen sollte. Aber noch eher als alles, was aus der Türkei oder Rumänien oder, wie du auch gesagt hast, Kroatien und so weiter, Slowenien, was es dann noch alles gibt. Das ist alles doch irgendwie ein bisschen, ja, schon so eher in Richtung eher schwierig.
SPEAKER_00Würdest du denn sagen, weil die Diskussion gibt es ja auch ganz oft, die gibt es ja schon bei ganz normalen, in Anführungsstrichen, Hunden, dieses Ein Hund braucht zwingend einen Garten. Und dann gibt es ja ganz, ganz, ganz viele Hunde, wo ich sage, ja, nee, überhaupt nicht, brauchen wir jetzt auch gar nicht in die Tiefe gehen, warum das so ist, braucht halt nicht jeder Hund einen Garten. Gibt es aber bei den Herdenschützern, gibt es da Typen, wo du sagst, ja, Wohnungshaltung ist schon tendenziell schwierig? Oder ist es auch bei denen so, dass, also wenn wir jetzt davon ausgehen, dass es immer wieder individuelle Ausnahmen gibt, die vielleicht auch gut in eine Wohnung passen, mir geht es so um so eine Grundtendenz. Also würdest du zum Beispiel sagen, die, die ganz im Osten sind, der zentralasiatische Of Thaka zum Beispiel, die Tendenz ist schon doof, wenn der in der Wohnung wirkt. Örgassen eher nicht.
East To West Guardian Dog Types
SPEAKER_02Okay. Nicht immer gar nicht. Nein, also genau, also es ist wirklich, es werden bestimmt viele Zuhörer und Zuhörerinnen sein, die sagen, nein, aber mein Hund, der ist in der Wohnung total happy und das glaube ich auch. Also es gibt bestimmt auch Fälle, in denen das so ist. Ich kenne selber auch, weiß ich nicht, also ich kann sie wahrscheinlich an einer Hand abzählen von Menschen, die wirklich auch mit ihren Hunden, mit Herdenschutzhunden in der Wohnung leben, ohne Garten und das funktioniert irgendwie. Also es kommt halt immer so ein bisschen wirklich sehr, wie du auch sagst, individuell drauf an. Ich würde mir für jeden Herdenschutzhund einen Garten wünschen. Der muss auch jetzt nicht acht Kilometer riesig sein, sondern also so ein kleiner Garten einfach, dass die mal für sich so ein bisschen, eigentlich würde ich mir das für jeden Hund wünschen, so ein bisschen für sich mal so ein paar Schritte tun können, ne? Und irgendwie mal sich da hinlegen und mal ein bisschen nachdenken und so. Und wie gesagt, da so ein bisschen rumdümpeln, ohne dass es jemand an der Leine irgendwie kontrolliert. Das ist ja auch oft ein Thema. In meiner Welt zum Beispiel gibt es auch eigentlich kein Laufen außerhalb des Grundstücks ohne Leine. Also das ist für mich nicht, also ist für mich nicht existent, weil meine Hunde immer selbst auch eine Entscheidung treffen würden draußen und die vielleicht jetzt nicht die ist, die ich mir so vorstellen würde. Und dann bleiben die halt an der Leine. Ist aber gar kein Problem, weil, wie gesagt, es ja in meiner Welt auch ein Grundstück gibt und noch eine Weide von Ziegen und so, wo die sich halt auch selber entscheiden können. Ich finde es schwierig, wenn die Hunde das gar nicht können. Also wenn die jetzt nur dann draußen an der Leine rumlaufen, ist es halt schwierig. Und wenn die ohne Leine laufen, ist es halt meistens aus anderen Gründen auch schwierig, was ich ja gerade schon gesagt habe. Also Garten würde ich mir immer wünschen. Aber, und das finde ich es mir ganz wichtig, weil ich das ganz oft höre, ich betreue ja viele Tierheime auch deutschlandweit. Und da geht es ja auch oft um Vermittlungen und nicht so oft, aber manchmal Interessentenanfragen für Herdenschutzhunde. Und dann höre ich ganz oft, ja, die passen auf jeden Fall, weil die haben ein großes Grundstück. Und dann denke ich, ja, schön, aber was können die noch? Also nur weil man jetzt ein großes Grundstück hat oder halt ein Haus und einen Garten, heißt es ja nicht, dass man automatisch auch ein Herdenschutzunterhalter ist. Also da gehört tatsächlich viel mehr dazu. Und dann wahrscheinlich sogar fast noch mehr die besser passende innere Haltung dazu, egal ob jetzt mit Grundstück oder nur Wohnung. Also die innere Haltung und die Einstellung zum Hund ist wichtiger als Garten oder Haus und Garten, sagen wir es mal so. Aber klar, umso mehr Platz da ist, umso besser ist es natürlich. Und gerade bei Kaukas, Zentralasiat, Doki, wahrscheinlich auch beim Stangal schon, wäre ich eigentlich immer bei Garten.
SPEAKER_00Würdest du sagen, Katzenhalter sind die besseren Herdenschutzhundhalter?
SPEAKER_02Das ist sehr schön, dass du das sagst, weil ich bin ja noch nicht so lange Katzenhalter. Ich habe ja eine Katze geerbt letztes Jahr von einem Kunden. Und so kam ich zur Katze und Katze ist für mich absolut Neuland. Ich finde das alles total schräg. Aber es ist total witzig, weil ich finde, an Katzen lernt man so, also zumindest wenn man so eine Katze hat wie ich, an Katzen lernt man so, sich zurückzunehmen, weil man ansonsten einfach ein Loch in der Hand hat. Das ist wirklich erstaunlich. Also ich fasse sehr viele Hunde an, ne? So. Und manchmal auch vielleicht mit einem gewissen Risiko. Und bei meiner Katze ist es ganz klar, dass ich sage, wenn die da liegt auf der Seite, fasse ich die nicht an. Das ist gar nicht zur Diskussion. Also ich glaube schon, dass das sein könnte. Also was ich zum Beispiel in der Arbeit mit Menschen immer toll finde, sind Menschen, die Pferdeerfahrung haben. Ich finde, die haben wirklich, also alle, die bisher bei mir so vorständig waren, die selber eben auch Pferde haben oder hatten, die haben immer, die haben immer ein grundsätzlich gutes Verständnis so zur Körperhaltung zum Beispiel, also ihre eigenen und auch Standing, weil du ja natürlich das Pferd auch im Zweifelsfall dich hältst, weil es einfach sehr groß ist und schwer. Noch mehr als natürlich ein Hund und ein Herdenschutzhund. Und ich finde, die machen das meistens sehr gut. Die haben das, viele davon haben es auch verlernt, weil die dann irgendwelche Ratgeber gelesen, gehört, wie auch immer haben, gesehen haben und dann so ein bisschen beeinflusst sind und dann denken, das muss so und so und so laufen, weil das irgendjemand gesagt hat. Aber wenn man dann die zurückführt auf dieses Standing und Ausdruck und Körpersprache, sind die wirklich gut meistens. Und deshalb, also Pferde und Katzenhalter.
SPEAKER_00Um HalterInnen das wäre toll. Genau. Ja, ich habe mir gerade eine Notiz gemacht, dass ich am Anfang, aber dann mache ich es einfach vielleicht jetzt, ich wollte es eigentlich jetzt an den Anfang der Folge noch vorschneiden, dass wir schon um eine inklusive Sprache bemüht sind. Aber ich merke tatsächlich immer wieder, dass ich nicht immer dran denke. Also Leute, fühlt euch bitte nicht ausgeschlossen. Ich versuche es ganz viel mit diesen Zuhörenden oder einfach mal Menschen zu sagen oder so. Aber als ich das Wort Katzenhalter gesagt habe, in dem Moment habe ich schon gedacht, aber ich glaube.
SPEAKER_02Es wird besser, es wird Stück für Stück dann auch normaler und ich glaube auch, dass die Zuhörer und Zuhörerinnen uns das auch verzeihen, weil wir haben am Anfang auch schon festgestellt, Sandra und ich, dass wir doch beide relativ schnell sind. Und dann in dieser schnellen Sprache man diese Endungen manchmal auch einfach nicht so auf dem Schirm hat. Aber natürlich meinen wir alle Menschen, das ist auch klar.
SPEAKER_00Genau. So. Würdest du denn, weil auch da immer, wenn du was erzählst, habe ich direkt Sachen, ich habe schon jetzt drei Notizen per Folgefragen, kann aber ja immer noch mit einer anfangen. Wenn du sagst, du hast deine Hunde draußen sowieso erstmal nur an der Leine. Immer oder gibt es so Stellen, wo du sagst, ich kann jetzt hier 50 Kilometer weit gucken und hier können sie von mir aus auch laufen, weil wenn da am Ende ein Punkt im Horizont erscheint, dann weiß ich, ich kriege die noch und alles ist gut. Oder ist es schon so, dass du sagst, nee, also auch wenn ich jetzt hier 20 Jahre Erfahrung habe, genau weil ich 20 Jahre Erfahrung habe, deswegen sind sie an der Leine. Und ja, genau, ist das auch was, was du an deinen Kundinnen empfiehlst?
Housing Garden Leash And Daily Life
SPEAKER_02Also ich werde jetzt wahrscheinlich etwas droppen, was auch nicht jeder versteht, aber ich gehe ja nicht klassisch spazieren. Ich empfehle auch ganz selten meinen Kunden das zu tun und meinen Kundinnen auch. Also es ist so, dass das Spazieren gehen, also so dieses klassische, wir gehen irgendwie dreimal am Tag eine Stunde um einen Block. Ich weiß nicht, wie das normale Menschen machen, aber ich würde jetzt mal denken, so ungefähr. Das findet bei mir nicht statt. Das hat diverse Gründe, das würde jetzt hier wahrscheinlich den Rahmen sprengen, aber ich mache es nicht. Und es ist auch einfach für die Hunde sehr unnormal. Also für den klassischen Herdenschutzhund einfach immer die gleiche Strecke da und Block oder auch andere Strecken. Da muss man ja auch wieder viel gucken, dann geht das wieder alles zu schnell, dann trifft man da vielleicht Leute, die man oder Hunde, die man nicht mag. Also ich rede jetzt aus Hundesicht, ne? Dann ist das halt alles immer so ein bisschen doll. Also spazieren gehen, normal, tägliches, täglicher Alltag, passiert bei mir nicht. Was ich sicherlich mache, sind Ausflüge. Also dass man sagt, man fährt mal, keine Ahnung, in den Wildpark, statt jetzt vielleicht nicht, unbedingt, wobei es auch Hunde gibt, die das auch können. Aber eher so Richtung Ausflug. Ich habe also Hunde ganz oft dabei, auch wenn ich einkaufen gehe, dann sind die mit dem Auto. Das hat so ein bisschen den Hintergrund, dass ich da auch immer Aufgaben für die mir überlege. Also die sind im Auto mit dabei und passen dann aufs Auto auf. Logisch, ja. Also ich ist aber für mich auch okay. Also es ist dann für mich auch okay, dass die sich im Auto ausregen. Ich hatte heute Morgen eine sehr schöne Begegnung, ich war sehr unschön, mit einem sehr wütenden Jogger, weil ich irgendwie ihm im Weg stand mit meinem Auto und er dann irgendwie an mir vorbeilief und sich fürchterlich drüber beschwerde, dass dieser Köter, also das hat er gesagt, in meinem Auto sich hier so lautstark drüber ausregt, dass er schon zehn Minuten hinter meinem Auto steht, weil ich ja da anscheinend sehr blöd geparkt habe und er da nicht vorbeikommt. Da sagte ich ihm auch so. Ja, okay, aber mein Hund.
SPEAKER_00Ich versuche mir gerade vorzustellen, wo ein Jogger nicht vorbeikommt. Naja, also. Hast du zwischen zwei Hauswänden geparkt, wo genau nur ein Auto vorbei reinpasst?
SPEAKER_02Nein, ich hatte heute Morgen in meiner Tätigkeit als Ziegenhalterin, habe ich heute Morgen ein bisschen. meinem lieben Freund so ein paar Roundpans aufgestellt, weil wir die Ziegen demnächst einfangen müssen zum Clownstein. Und auf diesem der Weg ist halt sehr eng, aber ich möchte auch dazu sagen, das ist ein Weg, wo auch Jogger langlaufen sollten. Da stand also mein Auto schon zwischen zwei Brombearhecken. Also ich verstehe schon, dass es sehr eng war, aber er darf da halt auch praktisch nicht joggen. Also sollte er vielleicht einfach abwarten, bis ich als Landwirt da jetzt weg bin. Gut, also das war so ein bisschen das Dilemma. Aber er regte sich, glaube ich, viel mehr als über die Brombeerhecken, regte er sich ja darüber auf, dass der Hund sich im Auto so aufregte. Also das war irgendwie ganz spannend. Nein, aber ich nehme meine Hunde oft mit, nehme aber dann natürlich auch in Kauf, dass die sich drüber beschweren, wenn da jemand vorbeigeht. Beziehungsweise das einfach auch ihr Job ist in dem Moment. Also ob das jetzt für alle, die zuhören, immer so Sinn macht, was ich sage, weiß ich jetzt nicht. Aber wenn man da tiefer in die Materie gehen möchte, kann man mich natürlich auch immer gerne kontaktieren. Ich wünsche mich jetzt gar nicht zu weit. Ich möchte mich eigentlich auf seine Frage antworten. Also der klassische Spaziergang findet bei mir nicht statt. Wenn ich jetzt aber mit den Hunden außerhalb meiner eigenen Flächen unterwegs bin, dann sind die an der Leine. Immer. Auch nicht dann, also auch dann, wenn ich jetzt weit sehen könnte. Das hat einfach damit zu tun, dass der Spaziergang für mich immer so eine gemeinsame Sache ist mit dem Hund. Also ich bin dann halt an der Leine, die ist, keine Ahnung, dann zwei Meter, drei Meter lang, ja. Und dann erforsche ich den Weg zusammen mit meinem Hund. Also wir gehen beide in einem, oder alle, die dabei sind, in einem langsamen Tempo. Wir gucken uns das an. Wir nehmen die Umwelt wahr. Wenn ich jetzt so ein Hund freilaufend hätte und der wäre dann, keine Ahnung, fünf Meter vor mir und da irgendwie was am Schnüffeln, am Machen, am Tun, dann kriege ich das ja gar nicht so mit. Also mir ist da die Leine auch einfach wichtig als auch Beziehungsarbeit, wenn man so will. Also dass man zusammen einfach draußen unterwegs ist. Also die Leine ist da gar nicht irgendwie jetzt eine Fessel und ein Hindernis. Je nach Hund vielleicht schon, auch als Sicherheit gedacht, absolut. Aber es ist eigentlich eher so, dass man so zusammengehört, dass man jetzt an der Stelle einfach zusammen spaziert. Genau. Es wäre aber eben auch so, da ich ja mit vielen Hunden arbeite und lebe, die durchaus auch gefährlich werden könnten, in gewissen Situationen wäre es halt auch so, dass ich nicht die Garantie hätte, also auch nicht nach 20 Jahren und auch nicht als Hundetrainerin, nach 20 Jahren Herdenschutzhund, ist es nicht so, dass ich da, dass ich da 100 Prozent davon überzeugt bin, dass die Hunde kommen, wenn am Ende des Firmaments irgendwas passiert, wo sie sagen, das geht nicht. Also da die Eigenständigkeit, über die wir schon gesprochen haben und dieses Mut zur eigenen Entscheidung, das wäre dann an der Stelle etwas fraglich. Und da bin ich ja natürlich in der Verantwortung auch aufzupassen. Deshalb würde das nicht passieren.
SPEAKER_00Da höre ich immer wieder raus und wahrscheinlich wird das dann auch am Ende nochmal so das Statement der Folge. Letztendlich ist es halt ganz, ganz viel Akzeptanz. Akzeptanz von dem, was ich mir da ins Haus geholt habe, sei es bewusst oder unbewusst.
SPEAKER_02Aber auch gegenseitig, ne? Also man muss sich schon natürlich auch gegenseitig akzeptieren. Also du brauchst ja auch, wenn du jetzt gerade mit Second-Hand-Hunden, also mit Hunden, die eine Vorgeschichte haben, wenn du mit denen auf eine Ebene kommen willst, musst du sie akzeptieren und die müssen dich auch irgendwie akzeptieren. Also das, was ich schon gesagt habe mit dieser Basis und der Beziehung, das ist so unfassbar wichtig, dass man sich auch gegenseitig einfach gut versteht. Und dann gibt es halt auch einfach weniger Missverständnisse, die dann vielleicht auch irgendwie böser ausgehen können. Weil am Ende, ich will jetzt nicht sagen, dass ein Herdenschutzhund immer per se gefährlich ist. Also Aggression ist jetzt nicht ein Zuchtmerkmal eines Herdenschutzhundes, aber sicherlich eine Ernsthaftigkeit und eine gewisse Wehrhaftigkeit schon. Und Ernsthaftigkeit oder ernsthaft, das verstehen manche Leute halt auch nicht immer, also ich glaube, der Wortlaut ist einfach anders gemeint. Also mit Ernst meine ich nicht ernst böse und ernst wie streng, sondern mit Ernst meine ich, die meinen halt alles sehr ernst. Die meinen es ernst, wenn sie dich lieben. Also wenn sie sagen, ey, wir sind hier ein Couple, um das mal in Anglizismen zu sagen. Die meinen, die sind aber auch ernst, wenn sie halt dich umbringen wollen im Zweifel. Und da hast du dann natürlich im Gegensatz vielleicht zu einem Chihuahua, wobei ich die auch sehr gefährlich finde, möchte ich sagen. Ich glaube da meine Erfahrung gemacht. Aber wenn dich jetzt ein kleiner Hund beißt oder irgendwie angreift oder mit dir ein Thema hat oder einfach nur einen Konflikt mit dir hat, dann ist das vielleicht ein bisschen ungefährlicher oder etwas besser lösbar für uns als Menschen, als wenn es halt ein Hund ist, der irgendwie, keine Ahnung, 60, 70, 80 Kilo hat und dann auch ernst ist. Also was ich oft erlebe, ist, dass Leute sagen, ja, wir hatten man eine Dogge oder ein Irish Move Found oder was weiß ich, irgendwelche großen Rassen, Bernardiner, wie auch immer, so im Vergleich. Ja, ich kenne das, ich hatte auch meinen großen Hund. Ich denke immer, nee, kennst du nicht. Also klar, eine Docke, Irish Woolfound, die ganzen Rassen, die sind auch schwer und groß und haben vielleicht ein ähnliches Gewicht, aber sie sind nicht so ernst.
Part One Wrap And Next Week
SPEAKER_00Du meinst damit vielleicht so um ein Bild für die Zuhörerinnen zu schaffen, dass wenn sich ein Herdenschutzhund dazu entschlossen hat, zu sagen, so, und jetzt bist du blöd, jetzt bist du über eine Grenze gegangen und jetzt möchte ich dich, was weiß ich, ich hier weg haben oder was auch immer, dann bleibt der da halt auch. Also dann ist es wie eingelockt und dann bleibt es so dabei. Währenddessen vielleicht eine Dogge oder ein Irish Wolfhound, wenn du dann beherzter auftrittst oder was auch immer, nochmal sagen würde, ah, vielleicht war diese Idee doch blöd. Ich gehe mal noch drei Schritte zurück, auch wenn ich groß bin. Und der Herdenschützer würde halt sagen, ja, nee, ich habe jetzt die Entscheidung getroffen, du bist scheiße. Nur gucke, da habe ich die Folge doch einfach mal geteilt. Wenn ihr wissen möchtet, wie das weitergeht, dann darf ich euch um eine Woche Geduld bitten. Denn Germain und ich haben so lange und so viel geredet, dass ich das Ganze in zwei Teile geteilt habe. Ich hoffe, euch hat diese Folge, der erste Teil, schon mal gefallen und es war viel Informatives für euch dabei. Und ich freue mich natürlich wie immer über Rückmeldungen oder auch Empfehlungen, Weiterempfehlungen des Podcasts. Und wünsche euch auf jeden Fall bis nächste Woche eine ganz und gar hervorragende Zeit.
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