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Thorsten Plößer: Von Insolvenz zu unternehmerischem Durchbruch
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In unserer heutigen Folge tauchen wir in die Welt des Unternehmertums ein und beleuchten die faszinierende Geschichte von Thorsten Plößer. Thorsten ist ein erfahrener Unternehmer, der uns Einblicke in die turbulenten Höhen und Tiefen seiner Karriere gewährt.
In dieser Episode schildert er seine Erfahrungen mit dem Franchise-Restaurant "Hooters" in Frankfurt, das er trotz einer Betrugsaffäre und finanzieller Probleme erfolgreich führte. Sein Weg war gepflastert mit Herausforderungen wie falschen Umsatzmeldungen, Insolvenz und dem Verlust von 300.000 Euro. Doch Thorsten ließ sich nicht unterkriegen und kämpfte sich durch alle Widrigkeiten, um das Restaurant am Laufen zu halten.
Die Geschichte nimmt eine dramatische Wendung, als Thorsten von einer polizeilichen Durchsuchung überrascht wird und in ein Ermittlungsverfahren gerät. Trotz fehlender Beweise und einem vermeintlich milden Urteil wurde sein Vertrauen in das Rechtssystem stark erschüttert. Dieser lange und belastende Rechtsstreit dauerte bis 2021 und hatte tiefgreifende persönliche und berufliche Auswirkungen auf Thorsten.
Doch das ist noch nicht alles. Thorsten teilt auch seine Erfahrungen in der Finanzdienstleistungsbranche, wo er über Jahre hinweg viele Unternehmen gründete und führte. Er spricht offen über seine finanziellen Höhenflüge und schmerzhaften Verluste, darunter ein Schaden von 1,6 Millionen Euro in einer Immobilienfirma.
Neben den beruflichen Aspekten gewährt uns Thorsten auch einen Blick in sein Privatleben, spricht über den Verlust seines Vaters und die Geburt seines Sohnes, die ihm wertvolle Zeit abverlangte. Trotz all dieser Rückschläge hat Thorsten es geschafft, sich zu erholen und sogar in andere unternehmerische Herausforderungen zu investieren.
Begleitet uns auf dieser eindrucksvollen Reise von Thorsten Plößer, einem Mann, der trotz schwerer Misserfolge nie den Mut verlor und immer wieder aufstand. Eine inspirierende Geschichte über Resilienz, Entschlossenheit und den unerschütterlichen Willen, niemals aufzugeben.
Socials' von Thorsten:
Website: https://thorstenploesser.de/
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Dominik Groenen [00:00:01]:
Willkommen zu Fails and Flavors, wo wir das Scheitern feiern und den Geschmack des Erfolges entdecken. Tauche eine inspirierende Geschichten und wertvolle Erkenntnisse, die dein Leben verändern werden. Ich bin
Thorsten Plößer [00:00:17]:
ja nicht eingeschüttet und verurteilt worden mit allem. Wir reden von einem echten Fail. Und das ist der Moment, wo ich auch so ein bisschen dem Glauben ans Rechtssystem, das heißt ein bisschen, sehr stark sogar, es gab keinerlei Beweise. Das sind Kunden bekommen.
Dominik Groenen [00:00:31]:
Lieber Thorsten, was lange braucht, weil oder wie ist diese Sprichwort? Jetzt haben wir mehrere Anläufe gebraucht, die Folge aufzunehmen. Ich freue mich auf jeden Fall mega, dass das heute geklappt hat Und du dir die Zeit genommen hast und du ja gerade schon spannend berichtet hast, ich hatte nämlich noch in der Intro erzählt, dass du in Dubai bist, aber kannst ja gleich noch mal ein bisschen was zu erzählen, was sich bei dir da auch so ein bisschen verändert hat. Also vielleicht für diejenigen, die dich noch nicht kennen oder die mit dem Namen noch nicht in Berührung gekommen sind, erzähle vielleicht mal ganz kurz so ein bisschen was zu dir und zu deinem Background.
Thorsten Plößer [00:01:10]:
Ja, sehr, sehr gerne. Also, erstmal vielen, vielen Dank für die Einladung. Es hat mich sehr gefreut.
Dominik Groenen [00:01:15]:
Gerne.
Thorsten Plößer [00:01:16]:
Vor allem, wie du sagst, hat es ein bisschen länger gebraucht, da gab es ja technische Herausforderungen. Aber wie gesagt, wir sind da, wir sind online, alles gut. Du hast es schon angesprochen, ich bin Unternehmer seit 2001, wobei, wenn man es auf die Spitze treibt, eigentlich bin ich ja selbstständiger seit 2001. Unternehmer kam dann ja später, aber ich bin also seit 2001 selbstständig, komme aus der Finanzdienstleistung, habe angefangen in der Finanzdienstleistung klassisch Versicherung verkaufen. Du kennst das ja, Strukturvertrieb, Millionär in 14 Tagen und so. Das ganze Programm habe ich durch. Kleiner Spoiler-Alarm, funktioniert nicht. Aber das war ein sehr cooler Start, hat mir sehr viel gegeben, die Finanzdienstleistung.
Thorsten Plößer [00:01:59]:
Weil du lernst einfach sehr, sehr viel, was Verkaufen angeht, was Skills angeht. Und ich war dann auch bis 2001 selbstständig, bis 2000, ich mache einen Kurzabriss, bis 2009 hauptberuflich in der Finanzdienstleistung. Und 2009 hatte ich dann so, das ist wirklich gut gelaufen bei mir. Also das erste Jahr war eine Katastrophe von nicht überleben können ohne Sponsoring. Im zweiten Jahr 0 auf 0, im dritten Jahr sechsstellig verdient, die ersten sechsstelligen Monate. Das ist also richtig gut gegangen das Thema. Hatte mir dann Mitarbeiter geholt und habe das Ganze massiv über das Thema Leads, das ist ja mein Thema seit 2002. Das Thema Leads damals noch als Käufer, das Thema Leads war damals so neu, das hieß noch gar nicht Leeds, das hieß noch Interessenten aus dem Internet.
Thorsten Plößer [00:02:48]:
Also so lange ist das schon her. Und bin dann 2009 mit meinem Höhenflug, muss man heute sagen, ich bin doch kein Versicherungsfuzzi, ich verkaufe doch keine Versicherung, ich bin doch Unternehmer, ich bin doch jetzt zu höheren Berufen und habe dann auch wirklich in diesem Höhenflug, heute würde ich es anders machen, kommen wir bestimmt später noch drauf, bin in diesem Höhenflug dann ins Unternehmertum gestartet. Das heißt, ich habe eine Beteiligungsreserve gegründet, die TPV, mit der wir heute noch arbeiten. Ich habe bestimmt locker 20 Unternehmen gegründet in meinem Leben schon, zum Teil verkauft, zum Teil am Markt etabliert, zum Teil gibt es die heute noch, zum Teil betreibe ich selbst, wie du siehst und bin also dann mehr in die Unternehmensberatung. Wir hatten unglaubliches Henschen für das Thema Neukunden, Neukundengewinnung und haben dann gesagt, hey pass auf, ich zeige jetzt einfach Menschen das größte Nadelöhr im Vertrieb, diese Neukunden gewinnen. Das war 2009 rum und dann ging die geschichte quasi weiter wir haben dann viel offline gemacht ich habe call center betrieben in sarajevo in der türkei in deutschland 30 caller in deutschland knapp 100 in der türkei 200 in sarajevo und haben pkv vollgemacht in dem in dem Segment und haben hier an die Achse ein Punkto Impuls, die ganzen großen Namen, die es damals gab, Deutschlands größte, haben wir haben wir Leads verkauft und haben dann 2014 rum umgeschwenkt nach dem Verbraucherschutz und anrufen. Wir hatten zwar im Ausland eine komfortable Situation, dass das deutsche Recht uns nicht so wirklich betroffen hat, zumindest nur am Rande. Sind dann allerdings auch online, weil ich fand es bequemer zu sagen, Mensch, der Kunde kommt zu dir, er trägt sich ein, er gibt dir seine Daten und es ist okay, dass du ihn anrufen darfst oder schreiben darfst oder was auch immer und machen dann seit 2013, 2014, also seit auch über 10 Jahren schon im Online-Bereich das Thema Marketing Schwerpunkt Finanzdienstleistung.
Dominik Groenen [00:04:47]:
Okay, jetzt hast du erzählt mit Versicherungen, hast du angefangen. Ich bin ja auch, sage ich mal, als junger Heranwachsender in die Branche reingekommen. Damals noch ein bisschen beeinflusst durch meinen jüngeren Bruder. Also ich habe ja zwei Brüder, aber einer davon, der hat so eine ganz klassische Ausbildung bei der Provinzial Rheinland dann angefangen. Wirklich so Versicherungskaufmann, also ganz normal drei Jahre Ausbildung. Und dann bin ich so ein bisschen mit dem Thema in Berührung gekommen. Wie war das bei dir? Weil du stehst ja jetzt, also in der Regel kenne ich jetzt wenig Leute bis gar keinen, der jetzt irgendwie aufsteht und sagt, hier, ich will Versicherungskaufmann werden, Fachmann werden, beziehungsweise ich will irgendwie in den Versicherungsbereich rein. Meiner Meinung nach ist das schon sehr ungewöhnlich, weil wenn du irgendwie von der Schule kommst, dann ist es vielleicht Bankkaufmann.
Dominik Groenen [00:05:40]:
Und über das Thema Bankkaufmann oder ich sage mal eine Sparkasse kommst du an das Thema ran. Wie war das konkret bei dir? Also was war so dein Weg in diese erste berufliche Laufbahn oder Karriere?
Thorsten Plößer [00:05:56]:
Ich habe tausende Finanzdienstleister kennengelernt in meinem Leben, tausende. Und mir fällt spontan niemand ein, der aufgewacht ist morgens mit dem Traum Versicherungskaufmann zu werden. Ja, ist so. Also bei mir war es relativ einfach. Ich habe bis ich 16 war, war mir klar, dass ich Kfz-Mechaniker werde, weil Autos sind geil. Ich habe mir eine Lehrstelle besorgt, selbstständig und hatte die Ausbildung quasi schon parat und habe damals mit meinen Eltern gesprochen, speziell meiner Mutter, die gesagt hat, Mensch Junge, guck doch mal, es ist gerade kalt draußen, dreckige Hände in der Werkstatt, willst du das wirklich? Wir machen einen Deal. Ich sage, Mutter, ich brauche Cash. Sie sagt, pass auf, wir machen einen Deal.
Thorsten Plößer [00:06:38]:
Du machst Abitur und dafür finanziere ich dir dein Schülerdasein. Das war der Deal. Mir ging es Autos und Geld. Das war das Thema. Und Geld ist jetzt kein Einkommen, aber ich wollte, was man halt macht, also ich wollte in Diskotheken, ich wollte Autofahren, ich habe Benzin gebraucht. Das waren jetzt nicht die Unen-Summe, das konnte man also stemmen. Das Thema, es ging nur darum, dass einfach ein bisschen Cashflow da ist im Rahmen eines 16- bis 18-Jährigen. Und der hat gesagt, wir machen einen Deal, du machst Abitur und ich finanziere dir dein Schülerdasein.
Thorsten Plößer [00:07:12]:
Ich so, alles klar, Hand drauf Und so bin ich zum Abitur gekommen.
Dominik Groenen [00:07:18]:
Aber was glaubst du, Thorsten, jetzt Ich mein, jetzt gibt's ja wahrscheinlich Eltern, die sagen, ey, pass auf, ich bin erst mal happy, dass du jetzt eine Lehrstelle hast. Weil, ich sag mal, wenn du dir jetzt Kfz-Mechaniker anguckst, da hättest du ja auch noch ein, zwei, drei Dinge draufbauen können. Keine Ahnung, hättest hinterher auch studieren können oder whatever. Was glaubst du, war das bei deiner Mom, warum die gesagt hat, glaubst du einfach so diese Rahmenbedingungen irgendwie jetzt deiner Werkstatt von morgens bis abends als Azubi oder glaubst du, hat sie damals auch schon gedacht, okay, weil ich meine, du hast jetzt konkret Abitur angesprochen, dass du gesagt hast, du pass auf, sie hat da vielleicht schon einen anderen Weg gesehen, den du einschlägst.
Thorsten Plößer [00:07:57]:
Also mit Sicherheit ist erstmal das Grundbedürfnis von Eltern den Kindern die beste Möglichkeit zu geben. Gerade wenn es selbst jetzt die Möglichkeiten auch vorhanden sind und es finanziell möglich ist. Also grundsätzlich schickst du auch in Amerika deine Kinder lieber studieren irgendwo, auch wenn Yale, Harvard und so teuer ist, aber wenn du es kannst, machst du es. Ich glaube einfach, dass sie erstens natürlich das Beste für mich wollte und mir zumindest die Möglichkeit geben wollte, dass ich alles machen kann, was ich will und nicht irgendwann später eingeschränkt bin. Ich habe das ja in meinem Schülerumfeld damals erlebt, viele nach der Realschule weg, die dann später auf der Abendschule Musik Abitur nachgeholt haben mit dem Ganzen und also mit Sicherheit hat sie damals, mir ist vieles von der Hand gegangen. Ich hatte diese Leichtigkeit, die hatte ich lange auch, die ist erst später, kommen wir drauf, die ist erst später verloren gegangen eine Zeit lang, Aber ich hatte diese Leichtigkeit, dass mir alles von der Hand ging. Gerade die Sachen, wo ich Bock drauf hatte. Ich kannte keinen in meinem Umfeld, da haben sich die Eltern eine Lehrstelle gekümmert.
Thorsten Plößer [00:08:55]:
Ich habe die selbst besorgt, weil ich wusste, was ich wollte. Ich wollte dahin. Und diese Zielstrebigkeit, sagt sie auch heute, hat sie immer gesehen, hat gemeint, Mensch da muss mehr kommen, weißt du, du musst mehr machen mit der Nummer. Und das war die Basis daraus.
Dominik Groenen [00:09:09]:
Und dann bist du auf das Gymnasium gegangen und hast dann ganz normal weitere, also 11., 12., 13. Klasse?
Thorsten Plößer [00:09:17]:
Ich habe gesagt, pass auf, wenn ich das schon mache, Thema Physik, Biochemie ist nicht meins. Also überhaupt nicht. Wir machen Wirtschaftsabitut. Bin also auf ein Wirtschaftsgymnasium dann gegangen und habe das Ganze gemacht. Ich hatte zu dem Zeitpunkt, ich war 16, 17, 18, was hat man da? Ich hatte drei Interessen. Das waren Frauen, das war Geld, das waren Autos. Jetzt habe ich gewusst, pass auf, der Kfz-Mechanikertraum, da werde ich nicht das verdienen, was ich eigentlich will. Weil damit kam mir dann, es ging so los, wo ich sage, Mensch, was machst du, was verdienst du da? 2.000, 3.000 Euro? Das soll jetzt nicht irgendwie hochnäsig klingen oder so, aber ich hatte einfach andere Formen im Leben und gesagt, pass auf, mit 3.000 Euro Familie, Frau, Kind, Baufinanzierung, und da habe ich an Inflation und Co.
Thorsten Plößer [00:09:57]:
Noch gar nicht gedacht, gesagt, Mensch, wo komme ich damit hin? Das funktioniert nicht. Schnelle Autos, ich kann keinen Porsche fahren, wenn ich 3000 Euro brutto verdiene. Das geht nicht. Geschweige denn Ferrari oder sonst irgendwas, diese Kindheitsträume, die man so hat. Also war für mich so zwischen 16 und 17 klar, ich muss Unternehmer werden. Ich muss selbstständig werden, muss viel Geld verdienen, das war mein Antrieb damals. Ich muss viel Geld verdienen, weil eins ist klar, Geld, Autos, Frauen haben wir eben gesagt, mit Frauen Geld verdienen geht irgendwann schief, mit Autos Geld verdienen geht, ist aber in dem Moment dann auch schwierig, wenn du es nicht groß aufziehst das Ganze, also blieb Geld übrig. Jetzt hatte ich ja nur keine Ahnung von Geld und das ist der Sprung, wo du deine Frage gestellt hast, Wie kannst du mit Geld Geld verdienen? Und da bin ich dann recht schnell damals auf, ich habe es eben so scherzhaft gesagt, Millionär in 14 Tagen, Strukturvertrieb, bin ich damals in diese Finanzdienstleistung tatsächlich reingerutscht und habe mir angeschaut, Mensch, was geht da? Andere Menschen finanziell beraten, damit selbst finanziell wohlhabend werden.
Thorsten Plößer [00:11:04]:
Das war der Weg, den ich dann für mich beschlossen hatte.
Dominik Groenen [00:11:08]:
Aber wie kam das? Weil ich meine, deine Mom hat dir erstmal den Rücken freigehalten, du bist dann auf das Wirtschaftsgymnasium gegangen, du hast gesagt, die Sachen sind dir so leicht von der Hand gegangen? Das heißt also, erstmal waren die Dinge, die du so während der Zeit brauchtest, wo du Schüler warst, die waren gesichert, weil du gesagt hast, deine Mama hat das finanziert. Und wie kam dann der Erstkontakt? Also wie bist du dann damit in Berührung gekommen?
Thorsten Plößer [00:11:31]:
Wir sprechen ja von einer Zeit, wo das Thema Internet kein Thema war. Wir sind ja jetzt, so hart es auch klingt, wir sind älter als Google, wir sind älter als Facebook. Das gab es noch nicht, als wir in dem Alter waren. Das heißt, wir sprechen hier von, ich war 16, 96. Das heißt, wir sprechen dann mit Wirtschaftsabitur, mit Bundeswehr, sprechen wir dann von einem Zeitrahmen irgendwo 98, 99, 2000 in dem Bereich. Wie gesagt, Internet war kein Thema. Ja, es gab es. Ja, man hatte irgendwie eine WebDE-Adresse und eine Gmx-Adresse, weil das gerade neu war, man halt eine E-Mail-Adresse hatte, als man cool war mit 18.
Thorsten Plößer [00:12:08]:
Aber es war ja weit weg von der Digitalisierung, die es heute gibt, die heute da ist. Das heißt, ich habe mir Stellenanzeigen genommen. Damals hast du die Zeitung genommen, du hast reingeschaut, was gibt es so. Und ich bin damals auf eine Stellenanzeige aufmerksam geworden, von einem Finanzdienstleister in Deutschland und habe gesagt, okay, pass mal auf, das klingt spannend und habe mich da klassisch beworben, so richtig mit Unterlagen, Brief und allem drum und dran, habe mich da beworben, habe dann gesehen, dass die in der Nähe sind, dass die aufbauen, die ganze, was im Prinzip das gleiche Wording, die gleiche Rhetorik wie heute, Aufbau, junge Führungskräfte, jetzt die Chance und habe gesagt, wunderbar, junge Führungskräfte, die meinen mich, es geht gar nicht anders. Und bin dann wirklich voller Euphorie, bin ich dahin in meinem Golf gefahren, damals von Mutti finanziert, wie du weißt jetzt. Bin ich dahin gefahren, habe mich erstmal mit Hemd und Krawatte dort vorgestellt.
Dominik Groenen [00:13:06]:
Und wo war das dann? Also was war dann das erste Vorstellungsgespräch? Welche Firma war das? War das eine größere?
Thorsten Plößer [00:13:14]:
Ich habe da wie gesagt keine Berührungsbünden, keine Angst, ich sage dir alles offen. Das war damals Makroplan hießen die und die sind fusioniert mit noch einem anderen zu Venturion. War damals riesig mit Börsengang, mit Aktien und so. Die gibt es heute
Dominik Groenen [00:13:28]:
nicht mehr, die waren
Thorsten Plößer [00:13:28]:
relativ schnell insolvent, ich schwöre es
Dominik Groenen [00:13:30]:
lag nicht
Thorsten Plößer [00:13:31]:
an mir.
Dominik Groenen [00:13:33]:
Okay, gut. Und dann bist du da hingefahren, in deinem Golf, hast das Vorstellungsgespräch gehabt. Und wie war das dann? Hast du dich da wohlgefühlt? Wie war das Feedback Von denen, die dann mit dir das Gespräch geführt haben, kannst du dich noch daran erinnern?
Thorsten Plößer [00:13:49]:
Ja klar, Stand heute ist das alles wirklich, das ist richtig schön, weil es ist so der klassische Weg, den es heute noch gibt. Du kommst da hin, stellst dich vor, heute wüsstest du eigentlich, wenn du jetzt irgendwie gerade ausgucken kannst und einigermaßen Deutsch sprichst, bist du genommen. Da geht es ja gar nicht darum, ob du Qualifikationen hast bei dem Ganzen, zumindest im ersten Step. Aber es war, mir hat es gefallen, muss ich sagen. Ich bin dort ins Gespräch gekommen, sehr gutes Gefühl und ich war Schüler, Ich war Abiturient, da war ein großes Büro, da war eine Assistentin, die hat mir Wasser gebracht. Das war beeindruckend in dem Moment. Du bist ernst genommen worden. Ich war, wie gesagt, das muss ich 20 gewesen sein zu dem Zeitpunkt.
Thorsten Plößer [00:14:27]:
Und kommst da rein, gerade die Bundeswehr hinter dir, hast Bock irgendwas zu reißen, weil Gefühlstillstand war in der Zeit, wo du bei der Bundeswehr warst, und bist irgendwo dann voller Tatendrang da reingestartet, also wie gesagt gutes Gefühl, alles super, bin dann eingeladen worden zu einem klassischen Kick-Off, bei der HME ist das Grundseminar und Karriereabend bei der DVRG und so weiter. Ich bin dann klassisch zum Kick-Off-Meeting eingeladen worden und unfassbar beeindruckend. Eine Halle, eine Halle gefüllt mit jungen Menschen, die…
Dominik Groenen [00:15:01]:
Wo war das damals? Also örtlich?
Thorsten Plößer [00:15:02]:
Ich kann es nur sagen, das war in Hamm. Ich bin von Darmstadt nach Hamm gefahren. Ich bin da zwei, drei Stunden hin gefahren, zwei eher. Da bin ich hingefahren und richtig krass, wenn du dir das mal überlegst heute, wie sie alle rumzicken und rummachen und so faul sind, morgens überhaupt aufzustehen. Ich bin nach Hamm gefahren, im Anzug mit Krawatte, habe mich dahin gesetzt, neben zig anderen Leuten. Die Halle war wirklich voll, ein Ferrari vor der Tür, so wie du dir die Strucki-Bude vorstellst. Ferrari vor der Tür und bin, ja wirklich beeindruckend, beeindruckt gewesen auch, es war beeindruckend Und in der Pause hatten sie Leute rausgeworfen. Jeder haben sie dann gesagt, Ihr werdet euch jetzt wundern, warum wir nicht mehr so viele sind wie vor der Pause.
Thorsten Plößer [00:15:51]:
Wer diese Sache hier nicht ernst nimmt, das heißt, wer hier saß in Sandalen, in T-Shirt, in sonst was, der ist für die Branche nicht geeignet und da haben wir uns eben verabschiedet, nur dass sie das wissen. Und das war natürlich, also heute muss ich auch sagen, okay, aber damals natürlich, oh mein Gott, sitzt gerade, hast du schon guten Tag gesagt, hast du geguckt, also das war wirklich eine lustige Entwicklung, wenn du das heute siehst.
Dominik Groenen [00:16:15]:
Und was ist dann passiert nach diesem Seminar? Hast du dann bei denen angefangen quasi als Junior-Vermittler, Tippgeber, so der klassische Einstieg oder wie war der Weg? Wie hat das angefangen?
Thorsten Plößer [00:16:30]:
Ich habe angefangen, ja genau. Ich habe klassisch angefangen, wie man eben anfängt. Das heißt, ich bin in dem Büro eingeladen worden zu Schulungen, habe meinen klassischen Handelsvertretervertrag damals unterschrieben und habe das Karrieresystem kennengelernt mit Firmenwagen, mit Einheiten, mit Beförderungen, mit allem drum und dran, was da so nötig ist. Und dann ging es los. Versicherung verkaufen, Freundeskreise, wie man es kennt, Bekannte, Sportvereine, alles. Goldene 20er-Liste, haben wir eine 100er-Liste draus gemacht. Im Prinzip wie es heute noch läuft.
Dominik Groenen [00:17:04]:
Und wie war das dann, Torsten? Weil ich kenne das jetzt von mir auch. Ich habe damals auch, wie gesagt, ich habe dann bei der Provinzial angefangen. Das war da nochmal ein bisschen was anderes. Aber ich hatte davor schon so sechs Wochen bei der Deutschen Vermögensberatung reingeguckt. Bei der Provinzial war das dann am Ende des Tages noch ein bisschen so, du hast quasi deinen Kundenstamm, du hast nicht bei null angefangen, du hast da angerufen. Die Provinzial war eben auch durch die Sparkasse war das nochmal ein bisschen anderes Setup. Wie war das bei dir? Freunde, Bekannte und so, wie haben die reagiert, wo du da angekommen bist und gesagt hast, hier lass uns mal unterhalten bzw. Ich mache jetzt das Thema Finanzdienstleistung, Finanzberatung.
Dominik Groenen [00:17:50]:
Wie war da so das Feedback?
Thorsten Plößer [00:17:53]:
Komplett durchwachsen. Also du musst dir ja vorstellen, dass das Thema Versicherungsvertreter ist ja noch nie wirklich sonderlich gut besetzt gewesen, in Deutschland zumindest, weil es sieht wieder anders aus. Aber mein Vater damals auch, mein Gott, wir lassen dich Abitur machen und du verkaufst Versicherungen, was habe ich nur falsch gemacht? Also das war tatsächlich interessant, aber haben sich auch recht schnell erholt und gesagt, okay, pass auf, mach. Wir sind da, mach.
Dominik Groenen [00:18:23]:
Was haben deine Eltern gemacht? Also, wie ist da so das Setup? Gab es da schon in irgendeiner Art und Weise das Thema Unternehmertum, selbstständig, eine eigene Firma, sodass du da bestimmte Skills und bestimmte Dinge schon erfahren hast oder mitgenommen hast?
Thorsten Plößer [00:18:39]:
Gar nicht. Ich bin der Erste, der Abitur hat in der Familie. Der erste, der Abitur gemacht hat. Mein Bruder auch nicht, auch nach mir, kleinerer Bruder, der auch kein Abitur gemacht hat. Ich bin der erste, der Abitur gemacht hat und auch der erste, der sich wirklich selbstständig gemacht hat. Es gab kein Unternehmersein. Mein Vater ist ein klassischer, gut verdienender Angestellter, immer über Höchstsatz hinaus und auch alles solide, bodenständig angestellt.
Dominik Groenen [00:19:08]:
Was glaubst du war das bei dir? Weil du hast gesagt, ganz am Anfang schon mit 16, Frauen, Autos, Geld verdienen. Was war der Tipping Point oder was war der Punkt, wo du diese Sichtweise entwickelt hast? Weil ich meine, du beschreibst jetzt gerade, also es wäre jetzt ein bisschen was anderes gewesen, wenn man sagt, du pass auf hier, mein Vater ist irgendwie Unternehmer, der hat Mitarbeiter, der hat eine Firma aufgebaut, der hat vielleicht Firmenwahlen dies, das, das. Aber bei dir war das jetzt nicht so. Gab es im Umfeld jemanden oder gab es eine Situation, wo du mit dem Thema dann in Berührung gekommen bist oder wo du gesagt hast, okay, deswegen ein Film oder gab es so was oder woher kommt das?
Thorsten Plößer [00:19:50]:
Es gab nicht den einen Punkt, wie man so diese eine Szene, wo man sich vorstellt, du bist als als Kind, läufst durch die Straße und siehst von der Sonne angestrahlten Porsche und Unternehmer steigt ein. Und du denkst, das will ich auch. Also sowas gab es nicht. Es war ein Prozess, muss man sagen, durch viele, viele kleine Events. Also in meinem Freundeskreis waren sehr viele, ich überlege gerade, in meinem engen Freundeskreis eigentlich alle Eltern selbstständig, Unternehmer mit Mitarbeitern, mit Geschäftsbetrieb und dann merkst du ja schon, die fahren irgendwie ein cooleres Auto. Die sind ständig essen gegangen. Wir waren auch mal essen gegangen, aber das war bei uns Bodenstände. Da ist gekocht worden zu Hause, ohne Wertung jetzt.
Thorsten Plößer [00:20:34]:
Das war ein anderes Thema. Die sind ständig essen gegangen. Dann auch nicht in so eine Dönerbude nebenan, ich weiß gar nicht, ob es damals noch Döner gab, aber in die Dönerbude nebenan, sondern die sind dann nach Darmstadt zum teuersten Italiener gegangen und dann haben die mich mitgenommen. Man erinnert, du kannst mitkommen, wir gehen essen mit dem Nico. Ja klar, können mitkommen. Dann waren wir da essen, haben Pizza gegessen, die teuer war. Also es war tatsächlich was anderes und ich glaube, es ist der Punkt, dass du gesehen hast, Mensch, irgendwann, ich habe überlegen, vorhin angesprochen, dann geht ja der Denkprozess los. Okay, pass auf, was verdienst du? 3000 Euro, 4000 Euro, damals ja noch Mark dann umgekehrt.
Thorsten Plößer [00:21:10]:
Was machst du damit? Fährst du damit Porsche? Kaufst du damit eine Hütte? Gehst du damit ins Ausland? Bist du damit wirklich frei und kannst selbst entscheiden? Oder musst du aufs Weihnachtsgeld warten, dass irgendwie der Dispo ausgeglichen wird? Wie gesagt, nochmal, alles nicht respektlos gemeint, gar nicht. Aber das waren die Überlegungen, die ich damals hatte. Möchte ich das? Und dann kam eben, wie gesagt, durch die Selbstständigkeit, dann kommst du ja in Wirtschaftsabitur, dann haben sie ja alle plötzlich VWL, BWL, die Lehrer, plötzlich redest du über Unternehmen, dann denkst du nach, wie kann ein Mensch so viel Geld haben, Porsche, Ferrari zu fahren. Wie geht das? Und dann ist es dieser Prozess, der wieder und wieder, dann habe ich nach dem Wirtschaftsabitur ja kurz Bundeswehr, habe eine Ausbildung gemacht. Das war relativ einfach, weil ich konnte aufgrund von schulisch guten Leistungen und wegen der Vorbildung, Wirtschaftsabitur, konnte ich auf anderthalb Jahre verkürzen von dreieinhalb. Und da Konntest du das direkt noch easy mitmachen, hattest aber eine Basis irgendwo.
Dominik Groenen [00:22:07]:
Und was war das? Was war das für eine Aufgabe?
Thorsten Plößer [00:22:09]:
Außenmann im großen Außenhandel habe ich gelernt.
Dominik Groenen [00:22:11]:
Okay, okay. Genau, im Kaufmännischen.
Thorsten Plößer [00:22:13]:
Und dann bist du bei Bosch in Darmstadt und siehst auch wieder große Zahlen. Gucken, was da durchläuft. Dann siehst du die Geschäftsführer. Dann haben wir in der Buchhaltung, wie alt war ich? 19, also relativ am Anfang. 19, 20. Wie gesagt, nach Bundeswehr, hast du die Gehaltslisten mal. Darfst du natürlich reingucken, was haben wir gemacht? Wir haben reingeschaut, selbstverständlich haben wir reingeschaut. Und dann siehst du das und siehst die Gehälter von den Führungskräften, dann siehst du die Gehälter von den Geschäftsführern und das waren damals, verklagt mich Lungs, waren damals 30.000 Mark.
Thorsten Plößer [00:22:48]:
Und dann denkst du dir, der verdient 30.000 Mark in einem Monat, plus Bohnen. Und dann denkst du, das war unvorstellbar. Das war ein Jahresgehalt von mir so ungefähr als Angestellter dran, weißt du, also weiß der Schweine. Mein erstes Gehalt waren 3.000 D-Mark, kann ich dir sagen. Aber
Dominik Groenen [00:23:08]:
was ja schon gut ist. Ja, das war als Berufseinsteiger.
Thorsten Plößer [00:23:11]:
3000 Mark, ich bin mir vorgekommen wie der König, hab erstmal ein Cabrio geholt und so. Alles was irgendwie, weißte Finanzdienstleistung, muss erstmal rausgehauen werden. Hab mir ein Cabrio geholt, war wirklich cool und dann hat der in einem Monat, hat der mein Jahresgehalt und denkst dir, verdammt nochmal, das sind so diese kleinen Momente immer wieder, die dir hängen geblieben sind, wo du denkst, wie kann es möglich sein, so viel Geld in einem als Angestellter, ja da war GGF, da war mir damals alles nicht so bewusst, aber als Angestellter ein Gehalt von 30k, das ist im Prinzip die Antwort auf deine Frage, es gibt nicht den einen Moment, es sind viele kleine und größere kleine Momente, die mich dahin gebracht haben, sagen, pass auf, ich muss Gas geben, ich möchte Gas geben.
Dominik Groenen [00:23:53]:
Okay und dann hast du da bei dem Finanzdienstleister hast du angefangen. Wie war das dann so am Anfang? Also kannst du den Weg mal so ein bisschen beschreiben? So erste Gespräche und wann hat das dann eingesetzt, dass du gesagt hast, okay, das ist das, was ich machen will und das ist das, wo ich vor allen Dingen auch für mich eine Perspektive sehe.
Thorsten Plößer [00:24:17]:
Also es war der klassische Weg, wie es heute noch ist. Du fängst dort an, du überlegst dir, du kriegst heute natürlich deine Schulung, kriegst dein Wording, du lernst Verkaufsgespräche. Das ist ja das Schöne an einem strukturierten Vertrieb, dass du im Prinzip das System multiplizierbar hast. Da ist ganz klar, HMI zum Beispiel, das ist ihre Lebenslinie, aufbereitet in drei Teile, Ausbildung, Arbeit, Rente, so steigt das Gehalt, wenn was passiert, müssen wir also, jeder kann das Gespräch von oben, kann ich heute noch, wie du siehst, ich habe es jetzt glaube ich zwei Jahrzehnte nicht mehr gemacht und trotzdem ist es drin. Und so hast du diese Verkaufsgespräche, so ging es auch los. Menschen fragen, ich mache hier was Neues, kannst du das bitte mal anschauen, ich brauche dein Feedback. Klassisch, was du heute noch so ein bisschen durch die Hintertür in die Brust, ins Auge. Meine engen Freunde haben mich sofort supportet, also mein Bruder sofort beraten lassen, meine engen Freunde damals, Stefan und Co.
Thorsten Plößer [00:25:08]:
Alles klar, los geht's. Die haben auch was gemacht, die waren selbst dann ausgelernt gerade, hatten Cash, mussten was machen. Und die haben dann, wie gesagt, die haben dann Verträge abgeschlossen, geguckt und dann war ja der Moment, wo du plötzlich einen Kunden berätst und kriegst dafür richtig Geld. Also, wo du denkst, verdammt noch mal, das kann doch nicht sein, dass du jetzt für zwei, drei wirklich nette Gespräche und die Unterschrift dafür, dass du plötzlich 1000, 2000, 3000 Euro bekommst für sowas. Das war der Moment und da habe ich gesagt, wenn ich das jetzt noch einem Klientel mache, die vielleicht nicht 100 Euro im Monat anlegen, sondern wesentlich mehr, dann wird das Thema für mich interessant. Und
Dominik Groenen [00:25:54]:
wie lange warst du dann bei der ersten Firma oder in der ersten Station? Wie viele Jahre oder Wie lange hast du da verbracht?
Thorsten Plößer [00:26:01]:
In der ersten Station gar nicht lange. Die sind, wie eben schon angesprochen, die sind relativ schnell insolvent gegangen. Die sind Makroplan mit Venturion zusammen. Die waren eigentlich, das war kein halbes Jahr. Dann waren die wirklich, ich betone nochmal, es ist nicht meine Schuld da draußen. Und dann habe ich im Prinzip weiter, dann war ich ja schon drin, dann habe ich Blut gelegt, dann habe ich weiteres gesucht, bin dann damals zu Eurofinanzconsulting, die hatte ich damals gefunden. Dann auch, nachdem du ja ein paar Branchenkontakte hattest, ein paar Leute kennengelernt hattest, die waren in der Nähe bei mir, das war so ein Hauptausschlagegrund und habe bei denen im Prinzip weitergemacht. War immer noch im ersten Jahr Selbstständigkeit.
Dominik Groenen [00:26:39]:
Okay. Und dann hast du das weitergemacht und dann hast du irgendwann gesagt, okay, ich gründe eine eigene Firma oder wie kam dann der Switch von Handelsvertreter und HGB 84 zu okay ich gründe jetzt eine eigene Firma und ich mache das jetzt auf eigene Rechnung?
Thorsten Plößer [00:26:57]:
Ja das kam, also ich war wie gesagt 2001 selbstständig, Das erste Jahr eine Katastrophe, hat nicht geklappt ohne Stütze. Quasi damals war ja die, wie hieß das, die Selbstständigkeit hast du vom Arbeitsmarkt. Gründungszuschuss. Gründungszuschuss. Hast du einen Gründungszuschuss bekommen und das waren glaube ich 900 Euro im Monat. Das hat mir gereicht, es war cool, noch zu Hause gewohnt, Hotel Mama, alles super. Von daher bin ich da recht schnell reingekommen in das ganze Thema, aber wie gesagt, es hätte aus eigener Kraft nicht funktioniert. Ich habe das Unternehmen erst aufbauen müssen.
Thorsten Plößer [00:27:31]:
Im zweiten Jahr ging es dann Null auf Null, das war 2002 und 2003 war dann tatsächlich selbstständig sechsstellig im Jahr zumindest. 2004 kam dann der erste sechsstellige Monat Und das war auch der Moment, wo ich dann gedacht habe, okay, pass mal auf, du hast gerade 110.000 Euro auf dein Konto bekommen. Hammer, aber der Vertrieb, der hat nichts für dich gemacht. Also dadurch, dass das bei mir, ich war kein Senkrechtstarter. Wie gesagt, zwei, drei Jahre zu Beginn, also zwei Jahre speziell waren nicht schön mit dem Ganzen, wo du gucken musst und rechnen musst und zum Teil schieben musst alles. Und ich weiß noch, mein Coach damals hat gesagt, du pass auf, wenn das nicht funktioniert, dann müssen wir uns von dir trennen. Das war Anfang 2004 war das noch. Ende 2004 war ich der unser stärkste Berater im Unternehmen.
Thorsten Plößer [00:28:23]:
Und das ist der Moment.
Dominik Groenen [00:28:25]:
Und das war immer noch diese Eurofinanz? Eurofinanz-Consulting, ganz genau. Eurofinanz-Consulting, okay, okay, gut. Die F10
Thorsten Plößer [00:28:31]:
geht sogar heute noch.
Dominik Groenen [00:28:33]:
Okay, okay. Das heißt, also da hast du dann quasi ein Jahr schon mal sechsstellig verdient, was ja schon mal krass ist und dann darauf folgend eben den ersten Monat. Und das war dann damals, Du hattest das vorhin angesprochen eingangs, Thema private Krankenversicherung. Was war ausschlaggebend für diesen Umsatz? War das das Thema oder was für eine Strategie und für eine Struktur steckte dahinter, also dass du den Umsatz gemacht hast?
Thorsten Plößer [00:29:02]:
Kann ich dir sagen, mein Thema ist damals schon geboren worden, das was ich heute noch exerziere, die Leads, also Thema Leads. Ich bin 2000, also ich hatte keine Kunden, ne. Ich hatte meine engsten Freunde, die haben mich supportet und dann wurde es unglaublich schwierig. Ich weiß noch, ich habe aus dem Telefonbuch, damals ging das noch ohne mit einem Bein im Gefängnis zu stehen, habe aus dem Telefonbuch telefoniert, gewählt und ich habe den Schweiß jetzt noch auf der Stirn, wenn ich daran denke, wie schlimm das war, diese Kalterquise. Und rufst du an, wählst du durch, ja, Schmidt, ja, Thorsten Klöser, finanzielle Vorteile, ist das interessant für Sie? Ne, danke. Wunderbar. Ich war erleichtert, als die keinen Interesse hatten und hab dann irgendwann gedacht, pass mal auf, du träumst hier von Millionen Und hast keine Kunden. Das geht schief, Junge.
Thorsten Plößer [00:29:47]:
Da musst du jetzt kein Genie sein. Das geht schief. Und dann habe ich überlegt, scheiße, wie komme ich an Kunden? Und dann ging 2002 mein Thema los. Das Thema Leads. Wie gesagt, das war damals noch so neu das Thema. Da hießen Leads noch nicht Leads. Da waren das noch Interessenten aus dem Internet, so lange ist das her. Ich habe damals angefangen Leads zu kaufen mit britischer Altersvorsorge.
Thorsten Plößer [00:30:08]:
Clerical Medical, Standard Life, Canada Life, die klassischen britischen Anbieter.
Dominik Groenen [00:30:15]:
Ja, okay gut. Und dann hast du quasi Leads gekauft und hast die Leads dann verwandelt in Beratungsgespräche, ergo in Abschlüsse und Provisionen.
Thorsten Plößer [00:30:24]:
War für mich der Gamechanger, was den Zusatz angeht, weil plötzlich war Cash da. Ich hatte auch keine Kohle gehabt zu dem Zeitpunkt. Das heißt, ich konnte nur Krankenzusatz-Leads kaufen für 10 Euro damals und habe denen dann halt den, klar Krankenzusatz, ich habe die BU, die Altersvorsorge und habe dann einfach den Kundenwert recht nach oben getrieben für einen 10 Euro Einstieg mit dem Ganzen und habe da angefangen Geld zu verdienen. Und dann ging das Thema auch los. Ich habe dann wirklich plötzlich, mein erster Monat, wo ich mal 3000 Euro verdient hatte. Hammer! Und dann ist es auch nicht mehr runtergegangen. Da waren es 3000, 4000. Plötzlich war ein fünfstelliger Monat, dann wieder lange Vierstellen, wieder mal fünfstellig mit dem Ganzen.
Thorsten Plößer [00:31:02]:
Dann ging das im Prinzip los. Und dann hatte ich auch das Cash, ich sag mal die Kriegskasse, anfangen zu können, selbst Mitarbeiter aufzubauen. Also selbst Leute ranzuholen, Overhead-Provisionen, plötzlich ein Einkommen dazu zu kriegen, was nicht von mir getrieben ist und auch in schwachen Monaten plötzlich. Zusätzlich habe ich das Game plötzlich verstanden. Ich glaube, so muss man es sagen, das Thema Vertrieb habe ich plötzlich verstanden. Multiplayer, also Leads, schon mal mega. Je mehr Erfolg du hast, je mehr Leute werden aufmerksam. Dann fragt mein Steuerberater, wie machst du das? Du bist jetzt Anfang 20, hast hier sechsstellig, hast jetzt einen sechsstelligen Monat, wie zur Hölle funktioniert das? Versicherungen.
Thorsten Plößer [00:31:44]:
Und dann habe ich mit ihm, das war wirklich ein geiler Typ, ist heute noch mein Steuerberater übrigens, hat damals gesagt, Mensch, pass auf, ich habe Kunden, die brauchen das auch. Und dann hatte ich meine erste Kooperation, der hat mich direkt auch zu seinem Kollegen gebracht, dann hatte ich zwei Steuerberater. Und ich kann dir das sagen, weil ich vor kurzem jetzt erst die Zahlen in der Hand hatte. 2008 habe ich 180.000 Euro verdient, nur mit einem Steuerberater. Ohne mein eigenes Geschäft, ohne die anderen, ohne Lidl. Also 180.000 Euro mit nur einem Steuerberater. Und habe gedacht, verdammt nochmal. Und das war easy, Dominik.
Thorsten Plößer [00:32:18]:
Du gehst hin und sagst, hi, mein Name ist, ja, ja, ich weiß schon, ich brauche die Universa genau wie der Steuerberater auch hat. Hey, hast du Kinder und so, wollen wir nicht erstmal reden, wer du so bist und, ah Kinder, ok, ja, musst du extra, ok. Also musstest du die zwingen zur Beratung, so einfach war dieses Steuerberater-Game. Und dann kamen natürlich auch Summen, dann hast du plötzlich keine 100 Euro mehr gemacht und hast eine U-Kasse gemacht. Weiß ich noch, U-Kasse, Canada Life. Habe ich 28.900 Euro Provision an einem Vertrag, wo du denkst, wer kann 1.500 Euro im Monat nur in Altersvorsorge legen und er ging nicht ins Stornoas. Das ging langfristig dann. Wie funktioniert das? Aber es waren andere Summen.
Thorsten Plößer [00:33:02]:
Dann kriegst du 30k aus einem Vertrag plus den Rest, plus das. Und es geht ja monatlich dann irgendwie so weiter. In der Canada Live war mein bester Freund. Ich bin zum Essen eingeladen worden, Incentive, sonst irgendwie. Also über gar nicht mal so viel PKV. Ja, ein Rand, PKV, aber hauptsächlich Altersversorge. Das war mein Thema. Okay.
Thorsten Plößer [00:33:20]:
Und
Dominik Groenen [00:33:20]:
dann ging es los. Okay. Und dann hast du gemerkt, okay, das funktioniert. Du hast das, sag ich mal, professionalisiert, das ganze Modell. Und wenn du jetzt mal so zurückblickst, was war so ein Moment, weil du jetzt gerade so beschreibst, dass sich das ja ganz gut entwickelt hat, gab es dann auch irgendwie so einen Einschnitt, wo du gesagt hast, okay, jetzt ist mal irgendwie der Umsatz eingebrochen oder du hast da einfach ein Thema gehabt, eine Herausforderung oder eine schwierige Phase in der ganzen Zeit, wo du das aufgebaut hast?
Thorsten Plößer [00:33:57]:
Einen Einschnitt gab es nicht, also ein Umbruch irgendwie, ein Umsatzeinbruch oder irgendwo. Bis 2011 ist alles also senkrecht nach oben in meinem Rahmen, in meinen Möglichkeiten. Es wird immer mehr, es wird immer besser, es wird immer einfacher, die Kontakte sind gestiegen. Also du hast plötzlich Geld verdient, du konntest Dinge machen, die ich vorher nicht konnte. Wir haben plötzlich ein Jahresauftakt-Meeting gemacht mit, Blödsinn, Kollegen hieß das Unternehmen damals, mein Versicherungsmakler, mit einem Jahresauftakt. Ich habe die Leute, die Mitarbeiter eingeladen, ich habe die Unterkunft bezahlt, selbstverständlich natürlich, aber es war für mich was Neues, es ging nicht. Ich habe das einfach Cash bezahlt. Das sind so die Momente, wo du sagen kannst, ja, das kostet 1000 Euro die Übernachtung.
Thorsten Plößer [00:34:37]:
Alles klar, Cash oder Karte, wie wollt ihr es? Das ging damals nicht, also in meiner Anfangszeit. Und plötzlich alles kein Thema. Essen, trinken, Autos, haben wir rausgelegt, das ganze Thema. Und dann ist durch diese Entwicklung ist quasi der Moment gekommen, ein bisschen angestoßen von der Vermittlerrichtlinie damals, weil ich war ja quasi ungelernt, wenn du es so siehst. Ich bin dann in die Finanzdienstleistung als Quereinsteiger rein und ich habe die Althasenregelung irgendwie vier, acht Wochen verpasst und musste dann die Sachkunde machen. Hat mich unfassbar aufgeregt, das ganze Thema. Stand heute, wieder mit ein bisschen mehr grauen Schläfen und so, denkst du dir, das ist eigentlich ganz cool, dass so was da ist und dass nicht jeder Metzger plötzlich anfängt über Geld mit dir zu reden. Mach die Wurst, mach die beste Wurst der Welt, aber sag Leuten nicht, wie sie ihre Altersvorsorge gestalten sollen, wenn du es nicht gelernt hast.
Thorsten Plößer [00:35:31]:
Und da ging das los. Dazu kam dann die Stornohaftung von drei Jahren auf fünf Jahre, bei manchen Gesellschaften auf acht Jahre hoch. Dann hatte ich ein Storno bekommen von der Standard Life, musste 400 Euro zurückzahlen für einen Vertrag, der vier Jahre alt war. Und ich gedacht, sorry, 800 Euro musste ich zurückzahlen für einen Vertrag, der vier Jahre alt war. Ich dachte, verdammt nochmal, 800 Euro. Ich habe die Arbeit gemacht und ich habe die gut gemacht. Die Dame kriegt jetzt ein Kind, auch die hat nichts falsch gemacht. Die wollen nur die Prämien noch nicht mehr im Moment zahlen.
Thorsten Plößer [00:36:00]:
Die wollen den Beitrags freistellen, nicht mal gekündigt. So, dann habe ich meinen Storno bekommen und das war der Moment, wo ich sagte, okay, pass auf, du bist zwar sehr gut unterwegs, aber du bist ja wirklich ein Höhenflug. Stand heute muss ich sagen, ich habe zu früh zu viel Cash dann verdient und konnte nicht damit umgehen. Wenn man ganz ehrlich ist, ist das der wahre Grund dabei. Ich bin durchgedreht in meinem Rahmen.
Dominik Groenen [00:36:25]:
Aber wie hat sich das, weil worauf ich hinaus will, Es ist ja ein Phänomen, sage ich mal einfach generell in der Branche. Also man beobachtet das ja schon bei vielen. Und was glaubst du, war das bei dir? Also weil, ich meine, du hast ja beschrieben, du kommst aus einem sehr bodenständigen Elternhaus. Woher glaubst du einfach, dass dann irgendwann dieses Umfeld so prägend ist, dass man dann eben da so reinschlittert? Weil es hätte jetzt auch einen anderen Weg sein können, dass du sagst, ey pass auf hier, ich weiß ganz genau, wo ich herkomme. Mein Dad hat einen bodenständigen Job, meine Mom auch, ja. Und ich gucke, dass ich im Grunde genommen hier mehr auf Sicherheit gehe. Aber es ist ja schon ein Phänomen, was man bei vielen, sage ich mal, in dieser Branche einfach, also ich glaube, man muss so fair sein, das gibt es in vielen Branchen, ja, aber ich glaube in der Finanzdienstleistungsbranche ist es immer so am präsentesten. Also wenn wir jetzt mal so ein bisschen psychologisch reingehen, glaube ich einfach, dass das ja ein Thema ist, wo diejenigen, also du hast das ja selber beschrieben, dass diejenigen, die dort am Bild jetzt einfach mal diese Halle, die du beschrieben hast, deinen Hamm, wo du hingefahren bist, dass ja erstmal jeder genommen wird.
Dominik Groenen [00:37:47]:
Und man hat sich das ja nicht über Jahre aufgebaut. Also wenn du jetzt einfach mal guckst, nehmen wir jetzt einfach mal einen Gas-Wasser-Installateur, der fängt als Gas-Wasser-Installateur an, dann baut er den ersten Mitarbeiter auf, den zweiten, das ist eher so ein schleichender Prozess, wo du dich halt über viele, viele Jahre, teilweise über Generationen einfach entwickelst. Und das, was du jetzt gerade so exemplarisch mit dem Vertrag von Canada Life beschrieben hast, ist ja, dass du von jetzt auf gleich auf einmal in sehr viel Geld kommen kannst oder Verdienst kommen kannst. Und ich glaube, dass das vielleicht auch einfach ein Thema ist, was dann für den einen oder anderen schwierig ist, irgendwie einzuordnen, zu verarbeiten oder was auch immer. Weißt du, wenn du auf einmal mit 20 Jahren 30.000 Euro auf dem Konto hast, dann kann das, glaube ich, gut passieren, dass man dann sagt, okay, man verliert so ein bisschen den Bezug zur Realität.
Thorsten Plößer [00:38:39]:
Du denkst ja auch, es geht immer weiter. Das kann ich dir sagen. Und das ist, wie gesagt, so fair wollen wir sein. Da bin ich bei dir. Das ist in jeder Branche so. Ich habe damals über den Steuerbereiter viele Musiker bekommen, das heißt die bei DSDS gewonnen hatten, die in den Top 4 waren, Popstars, also ich hatte wirklich so C-Prominente, B-Prominente, wie auch immer, an Kunden und da kann ich dir sagen, es ist genau das Gleiche. Ich habe zum Beispiel einen, den bin ich heute noch sehr eng befreundet, wir waren Vorstand gemeinsam im Verein, gemeinnützigen für Kinder, denen wir da helfen. Megatyp, menschlich super, hat damals, war auf der Bravo Hits, ich weiß gar nicht, 25 drauf mit Titeln und so, macht heute Roland Kaiser, Xavier Naidoo produziert und so, also wirklich erfolgreich und der sagt von seiner ersten Bravo Hits Geschichte, da kam plötzlich 100.000 Euro und er hat Freunden Geld gegeben und da, Also das geht immer so weiter, aber naja, kommt der nächste Hit einfach nicht, weißt du.
Thorsten Plößer [00:39:35]:
Und dann hast du das Problem, dass du eben dann plötzlich in ein Loch reinkommst. Also lange Rede, kurzer Sinn, ja es ist in vielen Branchen so. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und möchte mal die Branche ein Stück weit auch angreifen bei der Nummer. Du kriegst in der Finanzdienstleistung, das habe ich so in anderen Branchen nicht erlebt, du kriegst in der Finanzdienstleistung aber auch sehr gut gezeigt und ich behaupte mal, ich weiß es, kalkuliert, wie du Geld ausgibst. Fakt ist, du bist im Hamsterrad. Du musst dir, beim AWD war es damals so, du musst dir einen Laptop holen, da ist das Dings drauf, du musst da monatlich Geld für zahlen, du wirst in ein Büro reingetrieben, du kriegst erzählt, du bist doch Unternehmer. Wie willst du denn High-Value-Kunden generieren, wenn du selbst in einer 3-Zimmer-80-Quadratmeter-Bude lebst? Das ist ja peinlich. Du bist Single, du brauchst mal mindestens 140 Quadratmeter mit dem Blick über die Stadt und so weiter.
Thorsten Plößer [00:40:27]:
Du kriegst, ja, es fließt viel Geld. Du kriegst aber auch gezeigt, wie du es ausgibst. Dein Golf ist nice, aber wenn du Hartz-IV-Laborats machst, mach genau so weiter, mein Freund. Aber wenn du Unternehmer beraten willst, brauchst du Audi, BMW, Mercedes, Porsche, sowas brauchst du. Wir haben günstige Rahmenverträge, Leasing, du wirst reingetrieben in ein Hamsterrad, das ist nichts anderes, wo du gezeigt bekommst, wie du Geld ausgibst. Du machst Urlaub auf Ibiza und bist nicht im Pasha, bist nicht im Space, bist nicht im wo auch immer, musst aber 5000 Euro am Abend raushauen. Du kriegst es schon sehr, sehr gut gezeigt, wie du Geld los wirst, dass du nicht rauskommst. Dann haben sie Vertragssperren, teilweise ein halbes Jahr, teilweise bis zu zwei Jahren, auch heute noch.
Thorsten Plößer [00:41:11]:
Das heißt, du kommst da gar nicht raus. Aus Vertriebssicht sicherlich sehr schlau, aber für denjenigen, diesen jungen Menschen, den machst du damit zum Teil kaputt.
Dominik Groenen [00:41:23]:
Ja. Jetzt könnte man ja denken, Thorsten, irgendwie es geht dann immer so weiter. Du hast gesagt Finanzdienstleistungen, man orientiert sich vielleicht ein bisschen Auch das ist ja dann oft so der Fall, dass man sagt, okay, man geht vielleicht in andere Produkte, man geht vielleicht in andere Konzepte rein oder sowas. Jetzt haben wir im Vorfeld ja schon gesprochen. Warum kommt man dann auf die Idee zu sagen, ich mache jetzt in Frankfurt ein Restaurant auf?
Thorsten Plößer [00:41:49]:
Ja, ich war zu höherem Beruf. Ich habe dir gesagt, der Höhenflug, also Stand heute würde ich das alles anders angehen, bodenständiger mit dem Thema. Ich hätte viel, viel mehr Geld auf der Seite, auch wenn ich nicht diesen Lifestyle gelebt hätte mit dem ganzen. Auf der anderen Seite muss ich ja sagen, ich habe die Welt gesehen. Ich war überall. Ich habe von Afrika, Amerika nach Asien, also ich habe die Welt gesehen, wirklich. Und die Sachen mit dem Restaurant, also ich bin ganz kurz einen Schritt vor, ich bin damals ja wie gesagt mit Vermittlerrichtlinie und so weiter, Storno gesagt, Mensch pass auf, ich möchte in ein Business rein, wo kein Storno ist. Ich bin unglaublich gut, 2002 angefangen Leads zu kaufen, 2005 habe ich selbst produziert, habe das Unternehmen, den Neukundenportal GmbH, habe ich damals gekauft mit dem Achim Schmidt als Geschäftsführer.
Thorsten Plößer [00:42:41]:
Wir haben den integriert bei uns, hat uns sehr viel geholfen, damals was Kontakte angeht, so in puncto, in puls, hat alle eher auf Vorstandsebene dann hergestellt. Es ist richtig gelaufen alles. Wir haben den Leads selbst produziert, erst über das eigene Unternehmen, wo ich Caller, also Telefonagenten eingestellt hatte, die dann für uns eigenterminiert haben und hab dann gesagt, pass auf, es funktioniert einfach, es nervt mich mit Stornow, mit allem drum und dran. Ich möchte Unternehmer werden, möchte ich mehr diversifizieren, ich will nicht als Versicherungsvertreter quasi in Rente gehen und mit 40, 50, 60 noch bei fremden Leuten auf der Couch sitzen, mir Katzenhaare vom Anzug streichen und eine Haftpflicht erklären. Das will ich nicht. Also nächster Schritt. Und dann kam das Thema Unternehmertum. Ich habe dann damals die TPV, die es heute noch gibt, die TPV GmbH, damals als UG sogar, als Projektgesellschaft.
Thorsten Plößer [00:43:35]:
Deswegen, die war nie groß gedacht als Projektgesellschaft gegründet, aber gesagt, pass auf, mit der kaufst du mal, gründest du mal ein paar Firmen, kaufst dazu, machst mal so ein bisschen Beteiligungsgeschäft und da mal rein zu schnuppern. Und so ging das im Prinzip los. Parallel dazu, 2008, 2009, habe ich mich mit einem damaligen Kunden, der ist seit 2003 Kunde gewesen, wir haben uns super verstanden, Aldi, Filiarleiter, stabiles Einkommen, 85.000 im Jahr ungefähr, sagt easy Job, 40 Stunden Woche ist okay, aber ich kann nicht in Rente gehen mit diesem Job, weil du musst es den Leuten vormachen. Du sagst nicht, lad den LKW ab, du sagst hier, das ist die Kiste, die nimmst du jetzt, dann trägst du die rüber und stellst die da hin Und dann war es das für dich. Weil du musst es vormachen. Und er sagt, er würde gerne, ist gelernter Koch ursprünglich, würde gerne was selbstständig machen. Und wir sind, er hat gerade bei der Uni Golf gespielt, da waren wir in Frankfurt auf einer Driving Ranch, haben einfach nur über Bälle nach vorne gehauen. Einfach aus Spaß.
Thorsten Plößer [00:44:30]:
Danach waren wir essen im Vapiano, das war ganz neu in Frankfurt am Goetheplatz. Und wir sitzen da, essen die Pizza und da sagt er, ey, ist eigentlich genial so ein Konzept. Wirklich, Fließbandarbeit, jeder weiß, was ist richtig cool, sowas müssten wir machen. Und da sind wir beim Essen, sind wir auf die Idee gekommen, er muss sich selbstständig machen und ihm das ein bisschen zu erleichtern, wir haben uns echt super verstanden, ihm das ein bisschen zu erleichtern haben wir gesagt, pass auf, mein Unternehmen macht die Buchhaltung, alles Finanzielle, das machen wir für dich, du musst einfach nur den Laden leiten und genau damit ging es auch los dann. Dann haben wir gesagt, pass auf, dann lass uns mal was suchen und da haben wir uns alle Konzepte von Vapiano, von McDonald's, Burger King, Subway, haben wir sehr lange angeschaut, waren wir sehr tief drin. Grüße gehen raus an den Peter Hobby hier übrigens. Da waren wir sehr tief drin und sind dann auf eigene Restaurants gekommen, ohne Franchise-Gruppe, ohne alles. Ich kürze es ab, er war 2008 in Amerika, kam wieder ende 2008 im november kam wieder sagt das ist mega müssen wir mal gucken und solche akuten fernsehwitz ist untergegangen wir haben uns lange da siehst du wie lange über ein jahr mit dem thema beschäftigt und im november 2009 andersrum er war 2007 ich war 2008 genau Im November 2008 war ich in Florida, war in Hooters.
Thorsten Plößer [00:45:56]:
Also ich war vier Wochen in Florida, bin von Key West unten hoch, im Auto bis Jacksonville quer durch, Everglades, überall. Ich war in bestimmt 20 Hooters in der Zeit. Und auch im ersten Hooters in Clearwater, das 3.8 schon geöffnet worden ist, war ich drin und kam wieder und sagte, ey, du hast doch vor einem Jahr gesagt, Hooters ist geil, du hattest recht. Und dann haben wir gesagt, Mensch, lass doch mal gucken, ob es das in Deutschland gibt. Und dann ging es Schlag auf Schlag. Ich kam wieder aus dem Urlaub, habe gehört, hier, lass gucken, ob es in Deutschland gibt. Ich habe Hutas Deutschland, die gab es in Saarbrücken damals nur, habe ich eine E-Mail geschrieben, hi, wir würden gern Hutas machen, sinngemäß. Nächsten Tag kam ein Anruf, sagt, hey, wir haben Ihre Mail bekommen, ein Kaufmann und ein Koch, sensationelle Kombination.
Thorsten Plößer [00:46:34]:
Könnt ihr morgen? Morgen, morgen? Da sagen die, ja morgen, morgen. Und dann, okay, dann morgen. Da sind wir nach Valserbrücken gefahren und haben den Vorstand direkt kennengelernt, den Vorstand von Gutes Deutschland damals und super Gespräch mit mir. Pass auf, wir haben schon jemanden in Frankfurt. Ich will ehrlich zu euch sein, Jungs. Wir werden den irgendwie los. Ihr müsst es machen. Ihr müsst es machen.
Thorsten Plößer [00:46:58]:
Und das war wirklich, das ist so gelaufen, das Thema. Und dann haben wir, das war der Startschuss, da haben wir gesagt, okay, pass auf, wir machen Hooters, mussten ein paar Rahmenbedingungen klären, du hast damals eine knappe Million Kapital gebraucht für Hooters, also für ein Hooters. Und da haben wir das alles irgendwie zusammengeworfen, das in die EKA reingeschmissen und haben das langsam geplant und haben dann tatsächlich November 2009 das Hutas in Frankfurt eröffnet.
Dominik Groenen [00:47:26]:
Okay krass, quasi dann als erstes Hutas Restaurant in Deutschland?
Thorsten Plößer [00:47:31]:
Nein gar nicht.
Dominik Groenen [00:47:32]:
Oder gab es schon welche?
Thorsten Plößer [00:47:33]:
Genau, das erste Hutas stand in Neunkirchen, in dem waren wir damals und in der Zeit, da ging gerade die Expansion los, also wir sind auch genau richtige Zeit, richtiger Ort, wenn man das so sagen kann, sind wir da rein gerutscht Und als wir eröffnet haben, gab es, ich glaube, zehn Standorte rum schon. In Köln, in Düsseldorf, in Potsdam, in Berlin, Tiergarten, Straße 17 Junis, also es gab knappe zehn Restaurants, als wir dazu gestoßen sind.
Dominik Groenen [00:48:00]:
Okay, krass. Okay, und dann hast du dich quasi den ganzen Bereich Zahlen, Buchhaltung, Financials und sowas gekümmert. Und er hat quasi so ein bisschen das Thema Betriebsleitung gemacht, weil er eben aus dem Bereich als Koch kommt. Das heißt also das war auch dann für ihn näher als sich jetzt mit den anderen Dingen zu beschäftigen. Also ihr habt euch dann da ganz gut ergänzt.
Thorsten Plößer [00:48:19]:
Wir haben uns super ergänzt zu dem Zeitpunkt. Es war wirklich cool alles. Muss man sagen, er hat den Laden geschmissen mit allem drum und dran. Hat die alte Mentalität, high on fire, war da ja ganz groß. Das heißt, wir haben recht schnelles Personal auch auf Spur gebracht. Wir haben, das sind ja so Momente, aus der Finanzdienstleistung kanntest du ja quasi nur Handelsvertreter. Und plötzlich, das war ja, es ist mein erstes, also mein erstes Unternehmen gewesen, was nicht Finanzdienstleistung ist. Und ich überlege gerade, das glaube ich sogar bis heute, ne, ich hatte noch eine Eventagentur, aber es ist das ziemlich einzige im ernstzunehmenden Rahmen, also mit über einer Million im Jahr Umsatz, im ernstzunehmenden Rahmen, was nicht Finanzdienstleistung oder nahe Finanzdienstleistung ist.
Thorsten Plößer [00:48:59]:
Es war ja eigentlich, wie gesagt, eine Schnapsidee. Ich mache die Zahlen, es war nie geplant, dass ich Bier zapfe abends oder so irgendwas. Das war nicht der Plan. War seine Aufgabe, das Restaurant zu leiten. Ich habe einen Businessplan mit den Banken, Darlehen und so weiter, haben wir dann dazu geholt und haben das ganze Thema dann so angegangen.
Dominik Groenen [00:49:17]:
Okay. Und wie ist es dann weitergegangen mit Huters, weil du ja schon beschrieben hast, dass das dann auch so eine Phase war, die jetzt entgegen der Phase, die du vorher beschrieben hast, Finanzdienstleistungen, ist es immer so nach oben gegangen und immer positiv. Hat sich dann ja da ein bisschen anders entwickelt. Wie ist es dann weitergegangen?
Thorsten Plößer [00:49:40]:
Also das Thema wie gesagt mit Huters hat ja quasi richtig Fahrt aufgenommen. Überlegt gerade, wir hatten ja locker über der Million Umsatz bei dem Ganzen und das ist also recht schnell zum Selbstläufer geworden, wenn man das so sagen kann. Das war das erste Unternehmen, das quasi Fremdfinanzdienstleistung war. Trotzdem war mein Fokus immer im Bereich Finanzdienstleistung. Ich bin dann mehr in die Unternehmensberatung reingegangen. Das bedeutet, ich bin in das Thema Neukundenbereich reingegangen. Das heißt, ich bin weg von der Finanzdienstleistung hin zu, ich zeige dir, wie du Kunden gewinnst. Und dann haben wir das Thema Neukundengewinnung gelöst.
Thorsten Plößer [00:50:35]:
Ich habe auch da recht schnell eine Lösung gefunden. Das heißt, ich hatte einen Kunden gehabt, den habe ich klassisch noch in der TPV Unternehmensberatung, GmbH, habe ich ihm damals gezeigt, wie er Neukunden gewinnt. Er sagt, er hat ein tolles Produkt, keine Vertriebler, keine Kunden. Ich habe ihm Vertriebler besorgt, ich habe ihm Neukunden besorgt bei dem Ganzen und das Ding ist durch die Decke gegangen. Es war cool. Wir hatten also, plötzlich hatten wir eine Million Euro Geld im Monat eingesammelt mit dem Thema und ist richtig gut gelaufen, kann man nicht anders sagen. Und das war der Startschuss eigentlich für die TPV, weil daraufhin, da kommen wir zu dem Game Changer für mich in dem Moment. Wir haben überlegt, wie macht sein größter Konkurrent den Umsatz und das war über Callcenter.
Thorsten Plößer [00:51:22]:
Also ich sage, pass auf, wir machen das einfach, wir Modeling of Excellence, wie der Ami es nennt, wir kopieren das Ganze und machen auch ein Callcenter, weißt du. Wir machen auch das gleiche Modell und bauen das Ganze auf. Und so kam das. Also so war der Anfang für das größere Rad. Wir hatten dann ein Callcenter im Ausland aufgebaut und haben das ganze dann easy gelöst.
Dominik Groenen [00:51:49]:
Und okay, das ist die Schiene, aber ich meinte jetzt nochmal zurück zu Hutas. Wie ist das weitergegangen? Weil du hattest ja im Vorgespräch, hattest du ja so ein bisschen beschrieben, dass es dann dahinter ja auch zu Unstimmigkeiten gekommen ist. Also Hutas gibt es ja jetzt heute nicht mehr. Also ihr habt das Restaurant nicht mehr oder habt das noch?
Thorsten Plößer [00:52:08]:
Also die Hutas-Story ist eigentlich super spannend und eigentlich sollte man ein Buch darüber schreiben, weil ich habe damals unfassbar viel gelernt und wenn wir über, ich lese da das Thema Fails über dir gerade und wenn wir über dieses Thema sprechen, habe ich, aus meiner Sicht, du lernst nicht ganz oben, du lernst nicht ganz unten, du lernst auf dem Weg nach oben oder du lernst auf dem Weg nach unten. Da gibt es die größten Learnings. Und bei Hutas ist auch wieder ein Musterbeispiel, das ist erst steil nach oben gegangen. Das heißt wir hatten plötzlich, du musst dir das vorstellen, also ich konnte mir es nicht vorstellen, du hast plötzlich ein Restaurant in Frankfurt und da stehen Menschen, Schlange, anderthalb Stunden, bei dir zu essen und du denkst, bist du hier in New York City oder irgendwas, du kannst es gar nicht wirklich greifen. Es kommt plötzlich Fernsehen, RTL fragt dich an, ProSieben treten, RTL 2 kommt, Frankfurt Nachtleben, du hast Interviewanfragen. Mein erstes Interview, ich habe die Pressearbeit gemacht, war mit der Bundesfrauenbeauftragten. Superspannend, im Hut hast du. Also plötzlich hast du wirklich Learnings dabei und es ging wirklich cool.
Thorsten Plößer [00:53:14]:
Wir hatten dann im ersten, du musst überlegen, Wir haben im 21. November hatten wir die VIP-Eröffnung 2009, hatten da 400 Gäste eingeladen. Das Ding ist aus allen Nähten geplatzt, war geil, war richtig cool. Am 22.11. Haben wir dann offiziell eröffnet und haben in diesem Restmonat, das sind was, acht, neun, zehn Tage, maximal zehn, neun, haben wir 142.000 Euro Umsatz noch gemacht. Und das ist aus Nähten geplatzt. Das ist übrigens auch eine unternehmerische Erfahrung. Stimmt, da bin ich abgebrochen.
Thorsten Plößer [00:53:45]:
Du kennst ja, in der Finanzdienstleistung kennst du ja nur Handelsvertreter. Im Hutas hatte ich plötzlich, wir hatten dann ein Hotel gemietet, eine Suite und hatten dann die Bewerbungsgespräche dort geführt, hatten dann eine Schlange stehen. Wir haben am ersten Tag zum Vertrag unterschreiben, haben dann am ersten Tag haben wir 71 Leute, ich glaube 71 waren es genau, 71 Leute angestellt. Das heißt, ich hatte aber auch plötzlich in dem Moment 70 Menschen auf der Payroll und noch kein Umgang. Ja, ja, safe. Und du denkst so, Okay, wenn das ding schief geht, mein freund Ist irgendwas ziemlich strange also Du hast plötzlich 70 festangestellte nix schreiben vertrag davon kriegst du eine provision sondern die wollen ihr geld ob du geld hast oder Nicht ob du geld verdienst oder nicht und das sind so die erfahrung zum Thema auf dem Weg nach oben lernen, wo du plötzlich Verantwortung übernehmen musst, wo du weißt, ey ich brauche am Ende vom Monat eine sechsstellige Summe safe, alle Kosten zu zahlen. Du musst dir überlegen in so einem Restaurant, Ich hatte auch Miete in der Finanzleistung. Okay, das war es.
Thorsten Plößer [00:54:48]:
Aber hier hast du plötzlich eine Miete. Ich glaube, wir haben 11.500 Euro kalt bezahlt. Miete. So. Elf fünf, muss man machen. So. Dann haben wir Personal ungefähr, Das waren zu dem Zeitpunkt, also deutlich, ich meine die 70.000 insgesamt, dadurch, dass auch 500-Euro-Jobs dabei waren, hatten wir die 70.000 Euro Personalkosten bei 70 Leuten. Wir hatten Wareneinsatz, haste plötzlich 30, 40, 50.000 Euro je nach Umsatz.
Thorsten Plößer [00:55:16]:
Und dann hast du eine sechsstellige Summe mit drei Positionen und da sprechen wir nicht von Sky zum Beispiel. Geht übrigens auch hier ein Zeigefinger raus, ihr seid total wahnsinnig. Wir haben angefangen mit 425 Euro im Monat für Sky und hatten irgendwie sechs Jahre später wollten sie 1800. Nur mal so zum Vergleich. Also die Kosten entwickeln sich ja auch, wollte ich damit sagen. Also du hast aber plötzlich, da fragt auch keiner, geht ein Kühlschrank kaputt, kostet 2500 Euro. Jetzt, da ist nicht raten oder so irgendwas, zahl das Ding und so weiter. Also du hast eine andere Verantwortung bei dem Thema und hast plötzlich, wie gesagt, ein ganz anderes Businessmodell.
Thorsten Plößer [00:55:54]:
Das heißt, ich bin am Anfang auch sehr stark aus meiner Finanzdienstleistung, Beratung raus und habe gerade am Anfang sehr stark im
Dominik Groenen [00:56:00]:
Hut,
Thorsten Plößer [00:56:00]:
dass du das unterstützt.
Dominik Groenen [00:56:04]:
Und wie ist es dann weitergegangen? Wie lange hattet ihr das Restaurant dann?
Thorsten Plößer [00:56:10]:
Ich habe meine GmbH-Anteile nach 10 Jahren verkauft.
Dominik Groenen [00:56:15]:
Ah, 10 Jahre. Okay, doch schon eine lange Zeit.
Thorsten Plößer [00:56:17]:
Also ich kann dir, das Problem ist, uns läuft ja auch die Zeit weg, ich versuche das immer ein bisschen kurz zu machen. Hutas ist, wie gesagt, eine spannende Geschichte, eigentlich ein Thema für ein Buch. Da sind wir eben stehen geblieben, bevor ich wieder zurückgesprungen bin. Wir hatten das Restaurant im November eröffnet und ich war November 2009, 2010 war ich gerade auf Mallorca, lag am Pool, Also ein Jahr später, das ist nicht lange, ein Jahr später lag am Pool und habe einen Anruf bekommen. Genau, ich lag am Pool, habe einen Anruf bekommen von meinem Geschäftspartner, der anruft und sagt, hey, Huters ist insolvent. Ich sage, hä, was? Sage ich, Rupert, ich kenne die Zahlen, wir sind nicht insolvent. Sagt er, nee, nicht wir. Huters, eine Art Huters Deutschland Insolvenzangemeldete.
Thorsten Plößer [00:57:07]:
Und auch das kürze ich ein bisschen ab. Beruhigung, alles gut, kein Problem, kein Stress und so. Doch Stress. Also das heißt, Huters Deutschland, die zentrale Insolvenzangemeldete, wie sich dann rausgestellt hat durch einen Betrug. Das heißt, die Jungs von Hutas Deutschland, Michael Renneck, Eric Graber, Grüße gehen raus an euch. Das kann man ruhig mal die Namen noch nennen. Der Grache des kleinen Mannes, weißt du. Und die haben betrogen.
Thorsten Plößer [00:57:34]:
Es fehlen 19 Millionen Euro in dem ganzen Spiel und Hutas ist dementsprechend. Wir hatten damals den Vorteil, ich habe gesagt, wir machen die Betreiber GmbH, machen wir nicht, wenn jemand anderes groß mitbeteiligt ist, weil es war immer ein Local Hero Modell. Hut aus Deutschland hält 51% und der Local Hero 49%. Ich habe damals gesagt, das machen wir nicht, sonst sind wir nicht dabei. Und haben eine Betreibergesellschaft, wo der Rupert und ich 100% der GmbH hatten. Das hat uns in dem Moment den Arsch gerettet, weil andere Betreibergesellschaften, sämtliche Standorte, Köln, Düsseldorf, egal wo überall waren, ich habe zehn Stück, sind umgefallen logischerweise. Mutterpleite, alle anderen Pleite sind umgefallen. Und plötzlich waren wir das einzige Hutas in Deutschland mit einem Schlag.
Thorsten Plößer [00:58:18]:
Hatten dann mit Amerika Kontakt, die sagen, hi, auch lustig, ich kann dir Geschichte nach Geschichte erzählen, klopft es an der Tür, noch zu, steht jemand dann mit Karo-Hemd und so weiter und sagt, hi, mein Name ist Henri Thomae, ich müsste mit euch reden. Und du denkst, okay, komm rein, mein Freund, wir haben es doch noch geschlossen. Da oben hängt ein Huderschild, das müsst ihr abnehmen. Setz dich erst mal. Magst du einen Kaffee? Worum geht es hier denn? Und dann hat Amerika auch gesagt, pass auf, wir waren hier. Also riesig Betrug. Deutschland muss Umsätze gemeldet haben in Berlin, Rekordumsätze, das Restaurant gab es gar nicht mehr. Die haben ein halbes Jahr danach noch Umsätze gemeldet, das ganze Konstrukt aufrechtzuhalten.
Thorsten Plößer [00:58:57]:
Also schon Wahnsinn. Und lange Rede, kurzer Sinn, Wir haben uns super mit diesem André verstanden, war der Europachef dann. Haben uns super mit dem André verstanden, haben das Restaurant weiter betrieben. Das heißt, wir haben in dem Moment ohne Mutter, ohne alles, aber mit Herausforderungen. Weil jetzt stell dir vor, du hast die Klimaanlage, geht nicht, die ist wichtig, Abzug in so einem Restaurant. Jetzt rufst du da an und sagst, hi, hier ist Hudas in Frankfurt.
Dominik Groenen [00:59:22]:
Krass.
Thorsten Plößer [00:59:24]:
Alles wahre Geschichte. Und kurz gewartet, dann nochmal angerufen, hi, ich sage Ihnen jetzt gleich meinen Namen. Also Sie versprechen mir, dass sie nicht auflegen, oder? Worum geht es denn? Ja, ich suche das Fahngut. Oh Gott! Vielleicht ganz kurz, was ist denn? Die kriegen noch 200.000 Euro von euch und sag ich, stopp, lass es mal. Wir haben bei der Nummer knapp 300.000 Euro verloren, der Robert und ich. Wir haben 300.000 Euro verloren bei dieser Pleite, die uns keiner wiedergibt. Also wir sind auf deiner Seite. Wir sind auch die Gelackmeierten.
Thorsten Plößer [00:59:51]:
Und dann war das auch cool. Dann hast du Verbrüderung wieder gehabt. Dann war es cool. Dann sind sie gekommen. Aber ihr zahlt Cash, wenn wir es machen. Ja, ja, da kriegst du dein Geld auf die Hand. Alles gut. Also das war eine coole Geschichte.
Thorsten Plößer [01:00:02]:
Hast du viel gelernt. Brauerei, die uns nichts gibt, die dann da sitzt und erzählt, ja, die Umsetzung, wir haben so viel, die haben es uns überlegen. Die haben Coca-Cola 90.000 Euro WKZ bezahlt. 90.000 Euro pro Restaurant. Geschenktes Geld, Werbekostenzuschuss. Also Die Industrie hat da richtig Geld auf seinen geballert. Die Brauerei, also Binding hat damals 4 Millionen Euro Darlehen gegeben, die waren natürlich auch weg. Dementsprechend waren die auf uns schlecht zu sprechen und haben uns eigentlich Steine in den Weg gelegt, wo es ging, bis wir sie eingeladen haben und gesagt haben, pass mal auf, was? Sagen sie, ja hier ist der Vertrag, dann sage ich, okay wunderbar, verstehe ich, tut uns leid, aber kann ich doch mal sehen, das ist gar nicht meine Unterschrift.
Thorsten Plößer [01:00:41]:
Rupert, ist das deine? Auch nicht? Also ich weiß nicht, mit wem ihr den Vertrag habt, mit uns nicht. Und haben dann auch die Brauerei rausgekickt, haben sie dann logischerweise bedauert. Wir waren in den Top 3 der Bierumsätze in Frankfurt. Also wir haben richtig Bier verkauft in dem Laden. Klar, bierlastiges Konzept. Haben eine neue Brauerei gehabt, die wir dann bespielt haben, den Bierumsatz gemacht haben. Also es sind so, so viele Dinge passiert. Der Insolvenzverwalter wollte Geld von uns haben, wo ich sagen kann, naja, kannst du ja haben, aber der Vertrag ist nicht rechtens.
Thorsten Plößer [01:01:16]:
Deswegen, also ich sollte jetzt Geld bezahlen auf einen Vertrag, den es quasi nie gab. Ausgerastet, der Insolvenzfall. Da lernst du wirklich, wenn du plötzlich Gelb nach Gelb nach Gelb nach Gelb bekommst und da Stück für Stück erstmal aufräumen musst, dass du das nicht wisst, dass du selbst ein Thema hier hast und die dich bitte nicht mit der Mutter in einen Topf werfen sollen. Wir können nichts dafür.
Dominik Groenen [01:01:37]:
Krass.
Thorsten Plößer [01:01:37]:
Aber wir haben
Dominik Groenen [01:01:38]:
im Prinzip seit neun
Thorsten Plößer [01:01:39]:
Jahren den Laden oben gehalten.
Dominik Groenen [01:01:41]:
Okay, aber immer auch noch unter Hutas dann?
Thorsten Plößer [01:01:44]:
Ja, ja, ja. Wir hatten den Deal dann mit Amerika, das ist weiter Hutas mit allen Gerütern. Nur mit Amerika direkt und nicht mehr mit Hutas Deutschland.
Dominik Groenen [01:01:51]:
Okay, verstanden. Und es gab dann keine neuen Restaurants mehr, sondern ihr wart dann quasi das einzige in Deutschland? Oder haben die aus Amerika dann hinterher nochmal neue Restaurants eröffnet oder übernommen oder sowas?
Thorsten Plößer [01:02:01]:
Es ist ja ein Franchise-Konzept. Das heißt, es gibt nicht wie bei McDonalds, die machen ja zum Teil Company-Owned und zum Teil Franchise. Es gab Company-Owned, gab es nicht in dem Bereich. Es gab noch Huters Hamburg, Das gibt es immer noch übrigens. Es gab noch Routers Hamburg dann später. Wir haben das, also ich habe meine GmbH Anteile, lasst mich lügen, Ende 2020, nee, nee, es war kurz vor Corona. Ende 2009. Es war wirklich, das war
Dominik Groenen [01:02:31]:
in den acht Wochen. 2019. Genau. 19.
Thorsten Plößer [01:02:33]:
Genau. Also Ende 2019 habe ich angefangen zu verkaufen. Dann, ich glaube im März 2020 kam ja Lockdown mit Corona. Also es waren ein paar Wochen vor Corona habe ich die GmbH Anteile verkauft. Und an ein Huters Girl übrigens, eine damalige Angestellte von uns, die hat das mit ihrem Freund glaube ich gemeinsam haben das gekauft und ich habe jetzt auch nur durch Zufall dann gesehen, dass Huters vor einem Jahr oder so insolvent angemeldet hat. Also sie sind insolvent gegangen, scheinbar Gehört wohl auch Talent dazu in der Zeit, wo der Staat fördert ohne Ende und die Leute froh sind wieder raus zu dürfen. Aber wie gesagt, sehr schade, weil damit ging eine Ära und auch eine sehr, sehr gute Zeit von mir zu Ende.
Dominik Groenen [01:03:17]:
Krass. Okay. Mega. Alrighty. Ja, das war auf jeden Fall spannend. Ja, krass, ich hätte gedacht, irgendwie, ich meine, klar, Huters, ne, man kennt das natürlich aus den USA, aber ist natürlich dann heftig, wenn man irgendwie merkt, okay, da passiert dann irgendwas mit so einer Deutschlandgesellschaft und die aus den USA sind dann auch ein bisschen weit weg irgendwie. Das ist natürlich dann irgendwie schade, weil grundsätzlich ist es natürlich irgendwie wie ein cooles Konzept und ist da drüben natürlich auch super erfolgreich. Aber gut, dann merkt man halt auch einfach wieder, dass Märkte unterschiedlich sind.
Thorsten Plößer [01:03:54]:
Es ist weltweit sehr erfolgreich, es könnte auch in Deutschland erfolgreich sein, wenn man es ein bisschen angleicht. Ich gebe dir nur einen Ansatz. In Amerika haben sie knapp 20 Hooters Girls da drin und sagen, hey in Deutschland ihr braucht Hooters Feeling, ihr braucht jetzt 20 Hooters Girls und dann erzählst du denen was von Löhnen, von Mindestlohn, Geld und allem. Dann sagen die, du kannst 20 nicht bezahlen hier in Amerika, du hast nur 2 Dollar, zum Teil gibst du ganz viel Trinkgeld als Gehalt. Die leben vom Tipp. Also das ist ein ganz anderes Konzept bei dem Ganzen. Das könnte auch hier erfolgreich sein.
Dominik Groenen [01:04:26]:
Krass, ok, mega. Alrighty, also hast du dann quasi die Anteile verkauft und dann war quasi die Huta-Story war quasi erledigt.
Thorsten Plößer [01:04:35]:
Im Prinzip ja, also die ersten vier Jahre, die ersten zwei war ich richtig eingebunden, die ersten vier war ich oft noch da, aber ab dann hatte ich wirklich wenig Berührungspunkte mit dem Ganzen und bin in meiner Aufgabe, mit der TPV bin ich da aufgegangen. Da hatte ich ja dann selbst noch die deutlich größeren Herausforderungen zu bestehen, mit deutlich mehr Schmerz, deutlich mehr Gerichtsverfahren, deutlich mehr Fails, wenn ich es da oben wieder lese. Was mich...
Dominik Groenen [01:05:04]:
Aber was war da, also was war da dann das Thema, einfach weil du dich dann Zahlen gekümmert hast, Finanzen und so und du dann auch darunter zu leiden hattest quasi unter dieser Insolvenz?
Thorsten Plößer [01:05:17]:
Gar nicht, überhaupt nicht. Ich habe das Hutersgeld nie gebraucht. Das war immer im Prinzip nice, wenn du dann auch Zahlungen bekommen hast und so. Das war immer nett, aber es war nie wirklich lebensbestimmend für mich. Da waren die Events, also die Lebensmomente, die ich drin gesammelt habe, war viel viel teurer. Die kannst du mit Geld gar nicht bezahlen. Was wir da drin an Spaß hatten auch mit dem Ganzen. Und deswegen Grüße nochmal raus an Robert.
Thorsten Plößer [01:05:43]:
Es war eine sehr sehr coole Zeit, die da in den ersten Jahren war.
Dominik Groenen [01:05:50]:
Was würdest du sagen, Torsten, wenn du jetzt mal so auf dein Leben bis jetzt zurückguckst? Was war so für dich, sag ich mal, der größte Fail und der größte Einschnitt, wo du gesagt hast, okay, krass, ich komme wirklich psychisch, körperlich einfach komplett an meine Grenzen, was mich auch komplett dann irgendwie einnimmt. A, gab es so einen Moment und B, kannst du den vielleicht mal kurz beschreiben?
Thorsten Plößer [01:06:21]:
Ja, also es gab den Moment, wenn du psychisch, ist eine Frage, von welchem Moment wir sprechen, gibt ja privat, geschäftlich, mit allem drum und dran, vor einem knappen Jahr ist mein Vater verstorben. Das ist hart. Heute noch, muss ich sagen, ist ganz ehrlich, ein tolles Verhältnis. Das ist ein Einschnitt, was das Thema psychisch irgendwo antritt, mit einem Rückschlag irgendwo, Lauf der Dinge, Alles verstanden, alles cool. Trotzdem, geschäftlich zu sehen, kann ich dir sagen, war der härteste Moment, der mich am meisten viele Jahre, also mindestens zehn Jahre, zurückgeworfen hat und viele Jahre beschäftigt hat. Der Moment von einem Betrugsfall wieder, da bräuchte man eigentlich dieselbe Sendezeit nochmal, das auszuschmücken, aber ich sage es ganz kurz, weil das ist der Moment, wo du wirklich lernst in der Scheiße zu stehen und quasi die Nase nicht mehr über Scheiße, sondern wirklich, wo du kurz absinkst mit dem Ganzen. Ich habe in der TPV ja einen Kunden beraten, tolles Produkt, alles super, keine Vertriebler, keine Einnahmen bei dem Ganzen, keine Kunden und habe die ja beraten. Das Ding war super, das war wirklich, das Produkt war geil, das war alles toll.
Thorsten Plößer [01:07:37]:
Was ich nicht wusste ist, dass der Geschäftspartner, also ich bin dann auch recht schnell dort, weil es wirklich gepasst hat, wie Arsch auf Eimer, bin dann recht schnell zum Geschäftsführer auch geworden mit dem Ganzen, habe mich an der Bude beteiligt in allem Umfang, weil es ein cooles Konzept war an sich. Was ich nicht wusste ist, dass mein Geschäftspartner im Hintergrund Kohle veruntreut, die raus gibt mit dem ganzen, da zum Teil sein Lifestyle finanziert, okay. Und dass im Prinzip, als ich eingestiegen bin, schon staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gelaufen sind, weil Gelder an Kunden nicht ausbezahlt worden sind. Dinge, die ich so nicht wirklich prüfen konnte. In meinem Erstauftrag war es mit der TPV, der Deal, dass ich Neukunden gewinne und Vertriebler aufbaue. Das haben wir gemacht, haben wir mit Bravour gemacht. Also von null auf, ich glaube, ich bin im Oktober eingestiegen, Oktober, November, immer der November merke ich gerade, wenn ich das so erzähle, Oktober, November bin ich eingestiegen. 2010 war das und wir hatten dann recht schnell aufgebaut, wie gesagt, Callcenter im Ausland.
Thorsten Plößer [01:08:44]:
Ich bin runter geflogen nach Sarajevo, ich habe das alles mit aufgebaut, habe das Ganze bekleidet, die ganze Arbeit gemacht da unten, wir haben ein Topcenter dahin gestellt und im Januar hat es einfach nicht funktioniert, also im Dezember war es fertig, im Januar haben wir festgestellt, es funktioniert einfach nicht, bin ich runter geflogen, habe die Mojte da unten eingeschult, habe die Peitsche ausgepackt und im Februar haben wir 1, 5 Millionen Euro Kapital eingenommen. Richtig
Dominik Groenen [01:09:10]:
krass. Und was war das für ein Produkt? Wir haben
Thorsten Plößer [01:09:14]:
Kundengelder, das war ein klassisches Investment. Wir haben Immobilien aus Zwangsversteigerungen rausgekauft, Besenreihen durchsaniert und haben die teurer verkauft, haben somit die Rendite erzielt. Also das war der Plan. Wie gesagt, was ich nicht wusste ist, dass im Hintergrund da schon im Prinzip Schieflage war. Das war super. Ich bin recht schnell Geschäftsführer geworden und ich glaube, ich war drei Wochen Geschäftsführer, da klingelt morgens das Telefon, mein Vater am Telefon damals und sagt, Junge, die Polizei ist da, ich fahre mal nach Hause zur Mutter. Sag ich, okay, mach dir keine Sorgen, ich bin gleich da, da stimmt was nicht. Und da sagt er, das werde ich nie vergessen, ich habe dir jetzt gesagt, mein Vater ist topkonservativ, topbodenständig.
Thorsten Plößer [01:09:54]:
Da kommt dieser Satz raus, nein Junge, bleib weg, sonst kriegen sie dich. Das passt nicht zu meinem Vater, überhaupt nicht. Ja, wirklich, also was Eltern und so weiter, was die Eltern nicht beschützen wollen, sage ich, Vater, mach dir keine Gedanken, da ist überhaupt nichts, da muss was schieflaufen, ich krieg keiner, da gibt's nichts zu kriegen. Also ich würde es dir aufrichtig sagen, das ist so lange her, ist alles verjährt, aber ich würde es dir sagen, es gab nichts. Ich bin zu dem Zeitpunkt wirklich da richtig rein und dann sage ich, pass auf, ich komme gleich. In dem Moment klingelt es an der Tür und ich habe, kennst du das, wenn du einfach dieses Gefühl hast, du hattest ein ganz schlechtes Gefühl gehabt und denkst mir so, hier klingelt es gerade, ich glaube, ich werde aufgehalten. Geh mal hin, ihr sagt nichts, ich bin da so schnell es geht. Aufgelegt, aufgemacht, Polizei vor der Tür.
Thorsten Plößer [01:10:43]:
Wir haben hier einen Beschluss, dürften wir reinkommen. Ich schaue den Beschluss an, ich sage, sieht so aus, als dürften sie reinkommen. Hat er gelacht, also es war ein sehr cooler Typ. Der muss kurz vor Rente gewesen sein, kurz vor Ruhestand. War ein sehr, sehr guter Mann. Sind da fünf Leute reinmarschiert und hat mir kurz erzählt, Thema, Name, kennen Sie, Verlobte, kennen Sie, ja, wissen sie das und dann Staatsanwaltschaft, bum bum und dann ist es okay, nein wusste ich nicht. Ich habe gesehen sie sind Geschäftsführer von sieben Unternehmen aktuell, sage ich ja das stimmt, das ist verboten. Sagt er, nee, ich wollte es nur wissen.
Thorsten Plößer [01:11:17]:
Okay, vielleicht eine Frage, bevor es weitergeht, was genau passiert hier denn, was bin ich denn? Zeuge, Beschuldigter, was passiert? Nee, sie sind Zeuge, Zeuge im Strafverfahren. Sag ich, okay, cool. Da müssen wir trotzdem die Räumlichkeiten durchschauen und das ist der Moment, mein größter Fail in dem Moment, wo ich sagen kann, ich bin da aufrichtig rein, Stand heute, zu naiv, zu blauäugig, ich habe natürlich reingeschaut, aber ich habe keine tiefen Bohrungen für so ein großes Projekt gemacht, Wo ich sagen kann, ich hätte da tiefer bohren müssen, auch ein bisschen mehr Zeit geben müssen. Lange Rede, kurzer Sinn. Die Idee, grundsätzlich war die richtig. Ich hätte mir vielleicht nur das Umfeld näher besser aussuchen müssen bei dem ganzen Unternehmen.
Dominik Groenen [01:11:58]:
Aber ich meine, das ist natürlich dann schon krass, Wenn du sagst, du bist da irgendwie kurz, sage ich mal, Geschäftsführer und auf einmal klingelt das, ja, und dann irgendwie Ding Dong. Ich meine, das ist natürlich dann irgendwie schon, vor allen Dingen, ich meine, es ist ja nochmal was anderes, wenn die bei dir stehen und dann morgens klingeln, aber du hast die Situation ja jetzt auch beschrieben, irgendwie mit deinem Dad, der dich dann anruft. Das ist natürlich dann einfach nochmal unabhängig jetzt davon, das ist einfach krass.
Thorsten Plößer [01:12:21]:
Krass. Fünf Standorte durchsucht zur gleichen Zeit, wo alles komplett hochgeht. Und dann hast du überlegen, nach außen hin sieht das ja auch, ich verstehe das ja grundsätzlich auch mal. Ich meine, so eine Unschutzvermutung sollte man vielleicht haben, aber was weiß ich schon von deutschem Recht, was weiß die deutsche Politik schon von deutschem Recht. Also von daher war das tatsächlich in dem Moment, du musst überlegen, große Klappe, dicke Autos, nach außen hin, arrogant und was alles. Das ist der Moment, wo du das alles verlierst, wenn die Polizei vor dir steht und sagt, pass mal auf, junge Sohn, so sieht es aus. Und dann kann mir jeder erzählen, wie er will. Kannst du noch so dicke Vertriebseier haben? Das ist der Moment, wo du kurz den Mund hältst und zuhörst, ohne mit dem Ganzen da zu machen, weil das ist ernst zu nehmen.
Dominik Groenen [01:13:15]:
Wie ging es dann weiter? Wie viele Jahre hat dich das dann beschäftigt, das ganze Thema?
Thorsten Plößer [01:13:22]:
Sehr viele Jahre. Weil es geht ja im Prinzip los, du bist Zeuge im Strafverfahren und klärst noch auf, die Polizei kommt rein und dann merkst du auch Unterschiede. Für mich war das zum Thema Lernen, auch menschlich Lernen, der Redelsführer, sag ich mal, der war cool, der war wirklich cool. Hier ist ein Laptop, ich war damals noch verheiratet, hier ist ein Laptop, sag ich, der gehört meiner Frau. Muss denn jemand sehen? Nö, nö, alles klar, weg. Die haben den gar nicht aufgemacht. Wir müssten durchsuchen, das heißt, sie durchwühlen jetzt die Unterwäsche. Dann sagt er, nee, mach keine Sorgen, Schlafzimmer auf.
Thorsten Plößer [01:13:53]:
Ja, ist ein Schlafzimmer, Kinderzimmer auf. Ja, ist ein Kinderzimmer, Badezimmer. Da, sag ich, hier unten finden sie nichts. Hier liegen drei Briefe von gestern noch, die sind ungeöffnet. Die hab ich auch im Briefkasten geholt. Die liegen hier auf dem Küchentisch, so ein freistehender Küchenblock, da habe ich draufgelegt und ansonsten den Rest finden Sie, also eine Maisonettwohnung über zwei Etagen, 180 Quadratmeter, sag ich, oben haben Sie 50 Quadratmeter Bürofläche, Homeoffice für mich, da finden Sie alles, an der Unten finden sie gar nichts. Ja okay, ihr Laptop müssten wir mitnehmen, sage ich, damit machen sie mich tot. Sie machen locker fünf Unternehmen plus einen gemeinnützigen Verein tot.
Thorsten Plößer [01:14:24]:
Ich mache Ihnen einen Vorschlag, hier ist ein USB-Stick, den schenke ich Ihnen, Sie ziehen sich jetzt drauf, was Sie wollen und lassen und sagt, ist das okay für jeden? Ja. Also wirklich super angenehm. Es war einer dabei, der war strange, der kommt schon rein, der war in meinem Alter ungefähr Anfang 30, kommt rein und sagt, Krasse Bude, was zahlt man Miete für sowas? Was willst du dem sagen? Mehr als du verdienst allemal, aber kannst du ja nicht machen. Und zu dem Zeitpunkt hatte ich fünf Autos vor der Tür. Das heißt, da ist von ein 3er Cabrio, Mercedes ML, ein Routers Mini war davor, ein Ferrari, ein 911er, stand ja alles vor der Tür. Und dann merkst du diesen Neid auch von dem Ganzen. Brauch mal denn fünf Autos. Also der ist immer auch wirklich so auf den Sack gegangen, dass der Moment, wo du wirklich dann auch die Manieren verlierst, das ist halt hier, pass mal auf, Autos durchsuchen, du nimmst den Ferrari, so nah kommst du nie wieder ran.
Thorsten Plößer [01:15:20]:
Und dann wirklich auch dich nerven bei dem Ganzen. Aber wie gesagt, im Großen und Ganzen, super professionell, super cool die Leute auch, haben das alles, haben dann ein paar Unterlagen mitgenommen, dass das Unternehmen die GmbH betroffen hat, für mich vollkommen okay. Und dann bin ich erstmal ins Unternehmen gefahren, das war in Lütwigsburg zu dem Zeitpunkt, also erstmal knapp anderthalb Stunden runtergefahren, hab da mal die Angestellten abgeholt, sag ich, wie geht's? Ja, scheiße, müssen wir gucken und was nicht alles. Und dann ging ja erst im Prinzip, und das war der leidige Prozess, bis dahin war alles cool, Aber ich bin dann später wieder zur Kripo runtergefahren. Die haben mich dann, nachdem, also mein Geschäftspartner und seine Lebensgefährtin direkt verhaftet wurden, U-Haft, direkt rein. Und er hat dann im Gefängnis, hat er eine Aussage gemacht mit den Worten, das ist alles meine Schuld gewesen, er konnte ja gar nichts dafür. Vielen Dank auch heute nochmal. Und dementsprechend bin ich vom Zeugen zum Beschuldigten geworden, weißt du.
Thorsten Plößer [01:16:14]:
Und plötzlich bist du Teil in einem Strafverfahren mit gewerbsmäßigen Bedrohung, Bandenkriminalität, mit Sachen, die du nicht haben willst, die du auch... Nochmal, Dominik, ich würde es dir heute sagen, es ist relativ lange her, ich habe nichts gemacht. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen Unternehmen aufgebaut mit dem Ganzen und nicht Gelder veruntreut, was dann später rauskam. Und übrigens, das abzukürzen, nachdem strafrechtlich alles durch war, war dann mit allem, durch zwei blaue Augen, bin da noch raus aus der Nummer, mit zwei blauen Augen und einer gebrochenen Rippe, Er ist, ich glaube, da waren noch zwei, drei Sachen offen. Er ist mit acht Jahren Gefängnisstrafe wirklich dabei gewesen. Oder mit sieben Jahren, ich weiß es nicht. Ich war wenigstens draußen
Dominik Groenen [01:16:53]:
und konnte arbeiten
Thorsten Plößer [01:16:54]:
und alles.
Dominik Groenen [01:16:55]:
Und du bist da quasi raus oder das Verfahren wurde eingestellt? Nein, nicht
Thorsten Plößer [01:17:00]:
eingestellt, verurteilt worden mit allem.
Dominik Groenen [01:17:02]:
Also wir reden vom
Thorsten Plößer [01:17:03]:
echten Fail. Und das ist der Moment, wo ich auch so ein bisschen den Glauben ans Rechtssystem, was heißt ein bisschen, sehr stark sogar, es gab keinerlei Beweise. Da sind Kunden...
Dominik Groenen [01:17:13]:
Und verurteilt heißt, Also du hast dann irgendwie auf Bewährung bekommen?
Thorsten Plößer [01:17:19]:
Ich bin dann gerade noch rausgeschrappt mit dem Ganzen, aber es war sehr knapp. Das Verfahren mit seiner Lebensgefährtin wurde abgetrennt, weil sie krank war, MS gehabt. Und der Rechtsanwalt hat das Verfahren abgetrennt. In dem Moment ist die Bandenkriminalität weggefallen, weil wir nur noch zu zweit waren laut denen und dementsprechendes Strafmaß massiv nach unten. Sonst wäre das richtig schiefgegangen, Dominik. Also richtig schiefgegangen. Und nochmal, ich habe nichts gemacht. Nach bestem Wissen und gewissen kann ich dir das sagen.
Thorsten Plößer [01:17:48]:
Es waren Zeugen da, Kunden bei denen ich selbst, ich war bei drei Kunden selbst, das Konzept zu testen. Die waren da, die haben ausgesagt, also Kunden aus München, der war da der Plöser, der war seriös, der hat uns auf Totalverlust hingewiesen, Ich bin Bankkaufmann gelehrter, meine Frau und ich haben gedacht, wir zocken mal. Das sind Wunschaussagen, das ist nicht mehr, die haben uns betrogen, unser Geld ist weg. Das war die Wahrheit, die sie gesagt haben. Die anderen beiden Kunden haben genau dasselbe gesagt, was mich heute noch wundert. Die haben nicht gejammert, die haben die Wahrheit gesagt. Es gab keinen Beweis gegen mich. Und trotzdem war denen das Ganze egal.
Thorsten Plößer [01:18:19]:
Und da muss ich sagen, auch der Moment, wo ich für mich beschlossen habe, Deutschland ist... Ich liebe Deutschland, das ist mein Heimatland, aber mit dieser politik und so weiter mit dieser möchte ich nicht umgehen wo ich für mich beschlossen habe auch zu gehen das mit dem ganzen thema das das ist nicht fair das ist nicht gerecht hat nicht mit rechtsprechung zu tun was ich was ich noch sagen wollte wie gesagt die kunden sagen sagen voll aus mit dem Ganzen und du bist trotzdem drin in dem Ganzen. Und das hat mich tatsächlich, er hat übrigens ein Jahr später, das war ja strafrechtlich, ein jahr später hat er ja in Zivilrechtlichen prozess weil die kunden wollten ja dann geld er wieder von uns haben mit allem Hat er im zivilrechtsprozess gesagt es tut ihm leid er gibt es ein gerichtsprotokoll schwarz auf weiß es tut ihm leid Er hat damals ein strategisches Geständnis abgelegt, ich hatte zu keiner Zeit, was damit zu tun. Ich wusste zum Teil nicht, was da hinten abging mit dem Thema und er möchte sich dafür entschuldigen. Danke, Vielen Dank. Jetzt auch nicht mehr, weißt du. Also das ist das Thema. Aber das zu deiner Frage hat mich lange begleitet, weil dann hast du natürlich eine gewisse Zeit, die dann vergeht, wo du Zivilrechtsprozesse hast, wo du Gelder zurückzahlen sollst, du hast eine Bewährung, drei Jahre laufen, wo du quasi nicht mal schwarzfahren darfst, so ungefähr.
Thorsten Plößer [01:19:39]:
Die Bewährung haben sie übrigens einfach mal nicht darauf reagiert. Nach drei Jahren habe ich gefragt, hey, wie sieht es aus? Gar nichts. Haben die drei Jahre quasi verlängert. Einfach keinerlei Reaktion. Hatte ich quasi sechs Jahre Bewährung. Da gab es noch natürlich zig Folgeprozesse. Gab es mit Insolvenzverschleppungen, weil sind Gesellschaften dann platt gegangen. Ich konnte zum Teil da nicht mehr eingreifen und so.
Thorsten Plößer [01:20:01]:
Sind dann platt gegangen. Dann war Insolvenzverschleppung im Raum, Steuerhinterziehung, das ist alles eingestellt worden dann, aber Jahre danach, ich glaube 2021, überleg dir das mal, 2011 ist das passiert, 2021 kam die letzte Einstellung von irgendwas.
Dominik Groenen [01:20:19]:
Wie, Thorsten, hast du diese Zeit durchgestanden? Du musst ja schon ein extremes Mindset haben. Du musst für dich auch eine gewisse Art und Weise haben, wie du mit diesen Dingen umgehst. Wie hast du das diese zehn Jahre geschafft?
Thorsten Plößer [01:20:46]:
Ich sage dir jetzt ganz offen, das macht was mit dir, dieses ganze Thema. Wenn du plötzlich dich rechtfertigen musst und auch erlebst, was hier überhaupt abgeht, weit weg von Realitäten, also allein dieser Kripobeamte, ein Riesen, ich möchte es nicht sagen, Der Kommissar Fude aus Ludwigsburg, Grüße gehen auch hier raus, ein Riesenmensch, der einfach andere Sachen zu mir sagt, als dann vor Gericht ausgesagt worden sind. Da war ein Verhör, acht Stunden Verhör mit meinem Anwalt nebendran, eine Einlassung zu der Sache dann, Anwalt nebendran, Dinge in den Mund gelegt, wo der Anwalt mir sagt, stopp, stopp, stopp, hat er das gesagt? Ich glaube nicht, das haben Sie ihm gerade in den Mund gelegt, streichen Sie das. Das hat er nicht gesagt und auch nicht gemacht. Also richtig krass, wie die versuchen, dich da rein zu drücken in das Thema. Und ich habe damals gesagt, ich gehe ohne Anwalt hin. Ich kann jedem da draußen empfehlen, wenn irgendwas ist, mach das nicht. Wir können das gar nicht wissen, was da teilweise, was die dir reinlegen.
Thorsten Plößer [01:21:45]:
Also deine Frage, die zu beantworten, unfassbar schwere Zeit, über viele Jahre, man kann das nicht einschätzen, wenn ständig dieses Damoklesschwert über dir hängt, dass irgendwas noch passieren kann. Überleg dir mal, du hast nichts gemacht, du hast eine Bewährung und darfst dir in dem Moment nichts erlauben. Und jetzt lustige Anekdote, ich habe die, wie gesagt, ich habe einen Kundenberater damit, am Bodensee, riesen Unternehmen, eine AG, der Vorstand, die Hütte vom ehemaligen Bundeskanzler gekauft am Bodensee direkt. Ich war vor Ort in der Villa, richtig cool, direkt am Wasser. Riesenunternehmen, Riesennamen. Habe ich beraten, die haben nach drei Monaten meine Rechnung nicht mehr bezahlt. Und da habe ich eine Mahnung gestellt, hat er gesagt, wer sind Sie denn, nach dem Motto, wir kennen Sie gar nicht. Sag ich mir, habt ihr gesoffen? Es gibt Fotos von mir, wie ich die Mitarbeiter schule, es gibt Videoaufnahmen davon und ich hätte nie was gemacht für das Unternehmen und hab die zweite Mahnung geschickt, zack, kam ein Schreiben von der Polizei, Anzeige, Strafanzeige, wegen ihm, wegen Erpressung, dass ich hier Gelder von ihm erpressen will.
Thorsten Plößer [01:22:46]:
Also ich will einmal sagen, wenn es läuft, dann läuft es hoch, aber auch runter. Wenn einmal die Scheiße läuft, dann läuft sie. Und das war wirklich die Abwärtsspirale dann. Nichts gemacht, aber dann hast du plötzlich die Bedenken wieder. Du hast Angst, Sorgen, dass es schief geht, weil es ist schon mal was schief gegangen, das du nicht gemacht hast. Und überlegst dir, kack, was machst du jetzt? Aber auch das ist eingestellt worden, weil total lächerlich, war dann auch recht schnell weg, aber trotzdem hast du plötzlich mit so Themen zu kämpfen, die dich beschäftigen. Und wie gesagt, es macht was mit dir. Mental bist du gelähmter, blockierter, du denkst immer über Konsequenzen nach, die eigentlich gar nicht, also unrealistisch auch, was gar nicht passieren kann.
Thorsten Plößer [01:23:26]:
Wie kannst du dich jetzt doppelt und dreifach absichern, dass da nichts, wie hast du das dokumentiert, Kannst du ein Bild machen, ein Screenshot? Kannst du die Mail ausdrucken? Wie kannst du dich hier absichern, dass wenn irgendwas passiert, du sagen kannst, nee, nee, nee, Freunde, hier, nix. Und das, wie gesagt, also 2021 wurde das letzte Verfahren eingestellt dann vom, ich weiß gar nicht, war wegen Steuerhinterziehung, glaube ich, was auch lächerlich war und haltlose, deswegen ja auch eingestellt. Und dann hatte ich, so blöd es auch klingt, erst wieder den Kopf frei, vernünftig Gas zu geben und auch heute, also das ist Jammern auf hohem Niveau, Ich gucke gerade raus, gucke aufs Meer direkt von hier, von meinem Arbeitsplatz aus. Alles cool, alles gut, aber der Weg dahin, gerade die Jahre 2011 bis 2021, waren für mich persönlich die Hölle geschäftlich gesehen.
Dominik Groenen [01:24:21]:
Krass. All right, Thorsten. Also erstmal vielen, vielen Dank für deine Zeit. Danke für deine sehr offenen Worte und auch die Schilderung so ein Stück weit. Also wie gesagt, ich glaube zehn Jahre, das ist ja nicht irgendwie mal so ein Ja, sondern ich glaube einfach, das ist natürlich dann auch eine sehr einschneidende Zeit, die man dann ja auch einfach rückblickend, Ich glaube, das sind ja jetzt, sage ich mal, so drei Jahre. Aber ich glaube, man braucht da vielleicht gerade bei so einer Sache noch ein bisschen länger, dass man dann zurückguckt und sagt, okay, alles klar, man hat ansatzweise so eine Sache irgendwie verarbeitet. Aber es ist natürlich dann schon ein Thema, wo man einfach sagt, okay, es ist natürlich einschneidend und auch prägend, weil das ist ja nochmal ein Unterschied, ob man jetzt hingeht und sagt, okay, da ist mal irgendwie eine Sache schiefgegangen oder man hat dann so eine Sache, weil in dem Moment sieht man da natürlich auch alle Dinge in einem anderen Licht, über die wir eingangs gesprochen haben. Jetzt mache ich nochmal den Bogen zurück.
Dominik Groenen [01:25:20]:
Angefangen von Geld, Frauen, Autos, dies und das. In so einem Moment ist alles egal und du willst eigentlich nur in irgendeiner Art und Weise deinen inneren Frieden. Und wenn du über zehn Jahre dann eben diesen Frieden nicht hast und wenn du auch diese angespannte, also ich meine du hast ja selber angesprochen, so Blockade hast, dann macht das was mit dir. Und du hattest vorhin mal so, Stück eingangs gesagt, irgendwie die Hutas-Geschichte, da müsste man eigentlich ein Buch drüber schreiben. Aber ich glaube, dass gerade solche Erlebnisse vielleicht auch ein Stück weit dann die Seele frei machen, wenn man die zu Papier bringt. Also unabhängig jetzt mal von irgendwie dem Fall, aber das, was das persönlich mit einem macht. Und ich glaube einfach, dass das vielleicht dann auch irgendwie ein Medium sein kann, gibt es ja verschiedene, aber auch ein Medium sein kann, wie man irgendwie mit der Sache abschließt oder sagt, okay, Man hält da nicht hinter Berg mit, sondern man geht damit offen weil unabhängig jetzt davon, ob irgendwas Also man macht ja nie Dinge vorsätzlich. Also gerade wenn du jetzt eine Firma gründest, du machst ja in der Regel die Dinge immer mit besten Absichten.
Dominik Groenen [01:26:31]:
Und du hast das ja auch in anderen Firmen gemacht, aber ich glaube, dass man dann selber vielleicht auch ein Stück weit sich damit therapieren kann, wenn man die Zeilen zu Papier bringt.
Thorsten Plößer [01:26:42]:
Mit Sicherheit geht da was. Also ich muss sagen, ich bin gefühlt, das war nicht immer so, habe ich dir ja gerade gesagt, aber ich bin gefühlt über das ganze Thema weg. Das merkt man auch, sind wieder plötzlich sechsstellige Monate möglich und so weiter. Also du bist wieder frei, was nicht möglich war. Ich habe zum Teil nach dieser Zeit keine fünf Euro am Geldodomat bekommen. Also wir könnten ja hier wirklich krass von Ferrari fahren auf auf wirklich, hier ist Tuck. Und du kriegst ja plötzlich auch, wir könnten nochmal eine Folge füllen mit den ganzen Konsequenzen, mit allem drum und dran, was da so passiert. Du musst dir überlegen, noch während des Ermittlungsverfahrens wurde uns in Huters, das hat nichts damit zu tun, wurde uns in Huters zum Beispiel von der Deutschen Bank das Konto gekündigt.
Thorsten Plößer [01:27:21]:
Wo du sagen kannst, also ihr habt vermutlich gerade 5.000 bis 6.000 Strafverfahren gegen euch, gegen den Vorstand, Ermittlungsverfahren laufen und Ihr kündigt anderen das Konto für ein Ermittlungsverfahren? Für irgendwas? Also das ist, du kriegst Steine in den Weg gelegt ohne Ende mit der ganzen Nummer. Und du musst dir überlegen, wir sprechen von einem Schaden, bei Hutes waren es 300.000 Euro, bei dem Unternehmen in den Immobilien sprechen wir von knapp 1, 6 Millionen Schaden oder was es dann war. Also es sind einfach mal sieben Stelle in die Luft geflogen im 2011, war ziemlich zeitgleich alles. Oder 2012 dann, genau zu sein, war dann der Prozess und allem. Das heißt, es war ein ziemliches Scheißjahr 2012, für mich zumindest. Und du hast dann, ich behaupte, und das meine ich nicht arrogant, aber ich behaupte, dass 98 bis 99 Prozent liegen geblieben wären, mit meiner Situation, nicht wieder aufgestanden wären. Weil das war eine wirklich schlimme Zeit, wenn du es siehst. Dann hast du gerade frisch Familienpapa.
Thorsten Plößer [01:28:17]:
Mein Sohn ist 2011 geboren. Das ist voll in die Zeit reingefallen. Du hast im Prinzip, haben die dir hier eine wertvolle Zeit genommen, auch eine Unbeschwertheit mit allem drum und dran und für nichts. Nochmal, ich würde mir heute wünschen, Ich hätte besser mal eine Million eingesteckt, weil das Ergebnis wäre das gleiche gewesen. Aber so schnell geht es.
Dominik Groenen [01:28:39]:
Okay Thorsten, also nochmal vielen, vielen Dank. Danke für deine Zeit, danke für deine ehrlichen Ausführungen und Auf diesem Wege wünsche ich dir erstmal alles, alles Gute. Genieß die Zeit in Kroatien und danke nochmal.
Thorsten Plößer [01:29:00]:
SWR 2021