Kompass - Wege zum Ziel
In unserem neuen Tarbiyyat Format beantworten wir Fragen, mit denen ein Ahmadi Muslim im religiösen Alltag konfrontiert ist. Wir präsentieren Antworten im Lichte des Heiligen Quran, der Praxis des Heiligen Propheten (SAW) 🕋 und den Worten des Verheißenen Messias (AS) und seinen Kalifen. Außerdem gibt es praktische Tipps für die tägliche Umsetzung.
In der ersten Folge behandeln wir die Frage, was überhaupt unser Ziel ist und wie wir dieses erreichen können. Außerdem gehen wir auf das Thema der Selbstreflexion ein und erklären, warum das überhaupt wichtig ist.
Die Sendung wird immer freitags um 20 Uhr auf MTAGermany ausgestrahlt. Diese Sendung wurde in Zusammenarbeit mit der Nationalen Abteilung Tarbiyyat Deutschland produziert.
www.tarbiyyat.de / 069 – 506 88 791
Islamische Eulogien:
SAW steht für »ṣallallāhu ‘alaihi wa-sallam« d. h. »Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm« und wird nur mit dem Namen des Heiligen Propheten Muhammad (saw) gesprochen.
AS steht für »‘alaihi s-salām« d. h. »Friede sei auf ihm« und wird mit den Namen aller übrigen Propheten gesprochen.
RA steht für »raḍiyallāhu ta‘ālā ‘anhu/‘anhā/‘anhum« d. h. »Möge Allah an ihm/ihr/ihnen Gefallen finden« und wird im Anschluss an die Namen der Gefährten des Heiligen Propheten Muhammad (saw) oder des Verheißenen Messias (as) gesprochen.
RH steht für »raḥmatullāhi ‘alaih / raḥimahullāh« d. h. »Möge die Barmherzigkeit Allahs, des Erhabenen, auf ihm sein«
ABA steht für »ayyadahullāhu ta‘ālā bi-naṣrihi l-‘azīz« d. h. »Möge Allah sein Helfer sein und ihn mit Seiner Kraft unterstützen« und wird nach dem Namen des Kalifen der Zeit gesprochen.
©Copyright
Kompass - Wege zum Ziel
Herausforderung Soziale Medien Teil 2 | S3F2
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Soziale Medien fesseln uns mehr und mehr ein. Was ist der richtige Umgang mit den sozialen Medien und welche Instrumente und Tipps könnten uns im Alltag helfen. Das erfahren sie in dieser Sendung.
🎧 Hören Sie diese Folge des Tarbiyyat Formats jetzt hier:
Spotify: https://open.spotify.com/show/0hAkR5qqhDf4LVykn5XhOU
Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/kompass-wege-zum-ziel/id1736413478
In unserem Tarbiyyat Format beantworten wir Fragen, mit denen ein Ahmadi Muslim im religiösen Alltag konfrontiert ist. Die Antworten basieren auf dem Heiligen Quran, der Praxis des Heiligen Propheten Muhammad (saw) 🕋 und den Worten des Verheißenen Messias (as). Zudem erwartet Sie ein inspirierender Auszug von *Hazrat Mirza Masroor Ahmad (möge Allah sein Helfer sein)*, sowie praktische Tipps für die Umsetzung im Alltag.
📅 Neue Folge immer Dienstags um 20:00 Uhr auf MTA Germany!
Diese Folge wurde in Zusammenarbeit mit der Nationalen Abteilung Tarbiyyat Deutschland produziert.
---
Über MTA Germany:
MTA Germany ist Teil der internationalen Sendergruppe MTA International. Der Kanal bietet theologischen Inhalt, um Muslime in ihrer religiösen Bildung zu unterstützen. Grundlage sind der *Heilige Quran*, die Sunna des Propheten Muhammad (saw), die Ahadith sowie die Schriften und die Lehren des Verheißenen Messias (as).
Für Nicht-Muslime und Interessierte bietet unser YouTube-Kanal MuslimTvDe Einstiegsformate und weitere Inhalte rund um den Islam.
📱 Folgen Sie uns auf Social Media:
Instagram: / muslimtvde
X (ehemals Twitter): https://x.com/MuslimTvDe
Facebook: / muslimtvde
💬 Haben Sie Fragen über den Islam?
📞 Kostenlose Hotline (24/7): 069 – 506 88 791
🌐 Mehr Informationen: https://www.tarbiyyat.de
#Islam #Ahmadiyya #Religion #Glaube #Frieden #Kalif
©Copyright MTA International Germany Studios
Hedivanuma. Hed Sivilanuma. La ilaha. Kompass.
SPEAKER_03Basmalahi Rahman Iraim. Assalamu alaikum Arahmatullahi wa Rakatuhu. Liebe Zuschauer, herzlich willkommen to the sending Kompass, Wege zum Ziel. And we have in the last sending medien and their nutrition. And he's weitergehen. And heute wird der Schwerpunkt eher darauf sein, was das eigentlich für Auswirkungen auf unsere Psyche hat. And da bin ich froh, dass wir zwei competente Gäste haben, einmal Sade Zapis mit dabei und Raleb Schicksal, der Psychiater ist und sich damit auch gut auskennt. Und Ralipsa, wir sehen ja, dass die sozialen Medien auch tatsächlich einen Einfluss haben, wie sich unsere Persönlichkeit, unser Charakter und unser Verhalten auch verändert. Klar, Konsum, da ist auch ein Einfluss da. Aber dann entsteht halt auch ein Einfluss, besonderer Einfluss, wenn Leute selbst von sich posten. Bei zum Beispiel das, was es zum Essen im Restaurant gab, bestimmte Gerichte, oder auch einfach, dass sie draußen irgendwo sind, eine bestimmte Leistung gebracht haben, sei es Sport oder sei es dann halt einfach nur ein Urlaub, irgendwo, schöne Bilder. Und was macht das mit einer Person, die einfach so ganz das, was wir eigentlich am alltäglichsten sehen, sind Bilder von bestimmten Gerichten, bestimmten Urlaubfotos. Was macht das mit einer Person, wenn, nehmen wir mal an, besonders viele Leute sich das anschauen oder es Retreats oder Likes gibt? Was passiert eigentlich im Gehirn?
SPEAKER_02Ja, es ist mir auch Oslamikum von meiner Seite aus, alles des Gliedigen, des Barmherzigen. Es geht da im Gehirn, fängt sofort das Belohnungssystem an. Wir haben ja Dopamin als Botenstoff bei uns im Gehirn, das dann mehr ausgeschüttet wird, weil wir Belohnung erfahren, dadurch, dass wir Retreats haben oder geliked werden. Und das fördert auch die Abhängigkeit im Endeffekt, weil wir ja dann dadurch glücklicher sind und sagen, okay, wenn ich das Handy zur Seite lege und dann alltägliche Dinge mache, bekomme ich nicht so schnell meine Dopaminausschüttung. Das heißt, wenn ich wieder ein Bild poste, dadurch habe ich wieder so ein Glücksgefühl und mache es wieder. Und Sie können sich vorstellen, dass der Mensch ja sich oft vergleicht mit anderen Menschen. Und ich zum Beispiel, wenn ich mir das anschaue und gerade nicht so ein Gericht vor mir liegen habe, könnte es natürlich auch mit meiner Psyche etwas machen, dass ich mich dann vergleiche und sage, okay, ich war jetzt, ich habe jetzt nicht das zu essen gehabt oder ich bin jetzt nicht da und da in Urlaub gegangen. Und das führt dann natürlich langfristig dazu, wenn es immer wieder solche Erfahrungen sind, die mich eher herunterziehen und eher in depressive Denkmuster verfallen lässt. Wieso kann ich mir das nicht leisten? Ich muss mehr arbeiten, ich bin nicht gut genug und sowas. Und auf der anderen Seite derjenige, der sowas postet, der erfährt ja nur Belohnungen und Positives, dadurch, dass er Anerkennung und dergleichen bekommt. Wir sollten aber nicht außer Acht lassen, dass es natürlich auch Menschen gibt, die was posten, was nicht geliked wird. Mit den Menschen, in den Köpfen wird wahrscheinlich eher der Ehrgeiz vorhanden sein, dass die noch mehr posten sollen, noch verschiedene Dinge, vielleicht riskantere Dinge, ob das irgendwie eine Aktion ist, die sie machen, um irgendwie mehr Aufsehen zu bekommen, damit man dann geliked wird. Und da muss man natürlich immer aufpassen, inwiefern man sich, wie man sich darstellt zum einen, und zum anderen auch, wie viel man von dem consumieren möchte.
SPEAKER_03Ich würde die gleiche Frage nochmal wirklich noch konkreter und klarer formulieren. Before er auf posten drückt, before er auf Senden drückt, über was sollte er sich Gedanken machen? Warum mache ich das so?
SPEAKER_01Ich habe die Gedankenmacher gemacht. Wenn ich jetzt was posten würde, was ums Essen ging oder auch um die Urlaubsbilder, was habe ich davon? Was will ich damit erreichen? Da kann doch jemand sagen, da habe ich Glücksgefühle, was ist daran so schlimm? Ja, aber egoistische Glücksgefühle. Also ich glaube, dieses Egozentrische, das weitet sich noch stärker aus und das sehen wir heutzutage auch in der Gesellschaft, dass die Menschen eigentlich sich nur noch für sich selbst interessieren und gar nicht mehr für das Gemeinwohl da sind. Also viele Menschen, da geht es nur noch um sich selbst, um die Karriere oder um das, dass man selbst der Beste und derjenige ist, der eigentlich alles hat, auch wenn es nur Schein ist. Also bei den Jahr ist es, glaube ich, auch nur Schein. Vieles ist auch gefiltert, vieles ist halt einfach nur, weil man gut etwas dargestellt hat und dann kann man, wie es Essen hören, auch posten.
SPEAKER_03Für viele gab es wahrscheinlich sofort 30 Versuche, so will es zu machen.
SPEAKER_01Das ist auch sehr interessant. Also man sieht das ja, also ich frage mich manchmal, was in den Köpfen da wirklich vor sich geht, wenn man jetzt ein Essen postet, was will man damit eigentlich erreichen? Will man den anderen zeigen, ich bin besser als du oder ich kann mir etwas Besseres leisten? Oder will man denen sagen, hier gibt es was Gutes zu essen, da solltest du auch dabei sein?
SPEAKER_03Aber dann sollte man doch einfach nur, wir haben ja alle irgendwo, wenn wir was Schönes erleben. Und da haben wir doch alle, diesen Drang, das auch mit unseren Liebsten zu teilen, mit jemandem zu teilen. Das ist eine Freude, Freude teilt man ja gerne. Und vielleicht ist es doch.
SPEAKER_02Da muss doch bald das Essen noch in Kunst sagen, ja. Es kann natürlich auch aus dem Vergleich herauskommen. XY hat vorher was gepostet, so jetzt muss ich mich irgendwie noch mehr aus der Masse herausstechen und muss was Besseres posten. So eher Konkurrenzverhalten, eher, ich muss mich selbst darstellen, ich muss doch zeigen, dass ich jetzt Person XY bin und viel mehr zeigen möchte, dass es mir besser geht oder ich ein besseres Gericht habe und deswegen poste ich. Das ist natürlich die Intention dahinter, also die Niert. Die Absicht dahinter kommt ja auch Nein zu mir zum Essen. Das wäre natürlich eine schöne Intention, wenn man das postet, um zu sagen, kommt alle vorbei zu mir zum Essen. Das wäre ja schön. Jetzt hatten wir Ramadan vor kurzem auch unser Fastenbrechen, aus das Idol-Fitte-Fest. Und da haben wahrscheinlich sehr viele sehr gut gegessen. Das ist ja ein besonderes Fest für uns Muslime. Aber auch da überlege ich ja zweimal, ob ich das Bild poste von meinem Teller oder von den Gerichten, die ich gekocht habe. Oder denke ich an die Menschen, die vielleicht gerade nicht die Möglichkeit hatten, so etwas Leckeres zu kochen und zu essen.
SPEAKER_01Was Gerichte angeht, ich weiß noch zu unserer Zeit früher, also jetzt heute auch noch. Aber früher noch gab es ja jetzt keine Smartphones in der Zeit. Also dann hat man was gekocht und hat es dann geteilt. Also wirklich auch geteilt. Wenn man zu der Nachbarn hingegangen, hat das auch den Nachbarn gegeben, hat gesagt, hier, ich habe was Gutes gekocht und möchte, dass du auch daran teilhast. Aber heute geht es, glaube ich, nicht um dieses daran teilhaben, wenn man jetzt Gerichte weiterverbreitet, eher mehr zu zeigen, ich habe etwas Gutes quasi, was ich mir leisten kann. Um wie geht es dir da? Aber auf der anderen Seite, ich glaube, es hat auch was Gutes. Also wenn es um Wettbewerb oder um Vergleich geht. Ich weiß noch, ich habe eine Zeit lang über WhatsApp-Status halt auch meine Läufe mal gepostet. Aber da ging es immer darum, weil es gab auch in England und irgendwo anders noch einige, die dann auch gelaufen sind. Da ging es immer um eine Motivation zu zeigen, hier, ich bin jetzt so viel gelaufen, wie viel kannst du am nächsten Tag laufen. Und dann musste der dann halt am nächsten Tag was posten. Dann hat man gesagt, okay, der ist besser. Der ist halt mehr gelaufen, dann versuche ich da nochmal mehr hinzukriegen.
SPEAKER_03Genau, also auch da gibt es mittlerweile Studien, dass, also zum Beispiel bei Strava ist ja eine Sports App und dort werden auch die Leistungen gepostet. Und man hat dann an den Studien festgelegt, dass die Verletzungswahrscheinlichkeit sich steigert, weil man nicht mehr auf den Körper hört und horcht, wo die Grenzen sind, sondern eher sich vergleicht mit anderen und dann doch eine Leistung dabringen möchte, die eigentlich der Körper jetzt im Moment gar nicht stemmen kann. Und dass es dadurch Verletzungsrisiko gestiegen ist. Also das gibt's auch. Aber was mich alles auch hier noch interessiert, ist diese Frage, was macht es eigentlich mit einer Person, die selbst das postet? Nehmen wir mal an, jemand hat was gepostet und es geht durch die Decke. Also das sind wirklich tausende Likes oder zehntausende Views, die die Person noch nie zuvor hatte. Was passiert da in dem Gehirn und wie wird sich das jetzt auswirken?
SPEAKER_02Dass dasselbe passiert wie bei einem, der gerade im Lotto gewonnen hat. Das sind so viele Glückshormone und der ist so glücklich, dass er sich schon überlegen wird, wann mache ich es nochmal. Da sind ja schon die nächsten Pläne werden geschmiedet, die nächsten Überlegungen, was Inhalt sein soll oder was, welches Setting, was er sich vielleicht dafür oder sie sich dafür kaufen muss, um das dann zu posten. Also da wird ja alle Anstrengungen getan, um nochmal das Gleiche zu erleben.
SPEAKER_03Und ich kann mir, kann man sich das so vorstellen? Ich habe mir jemanden kennengelernt gehabt, der hat, der ist zum Glücksspielautomaten, hat da zwei Euro reingemacht. Und das war das erste Mal überhaupt, dass er so einen Automaten benutzt hat. Und er hat gesagt, das war mein erster Wurf und da sind 800 Euro rausgekommen. Und er hat gesagt, in seinem Gehirn war ein Feuerwerk. Und er hat gesagt, das war dieses Moment, dieser Moment war es, der ihn sein Leben ruiniert hat. Weil er komplett in diesem Moment abhängig geworden ist. Er hat gesagt, er hat nicht mehr gebraucht, das war's. Danach ist er dann abhängig geworden. Kann man das so ein bisschen vergleichen mit sozialen Medien oder ist das doch zu extrem?
SPEAKER_02Auf jeden Fall, also ich würde es nicht so als zu extrem bezeichnen. Ich sehe schon da die Vergleiche oder die Parallelität. Es geht ja darum, für sich zu überlegen, mit welcher Absicht ich das mache. Wenn er die 2 Euro reinwirft und sagt, mit dem, was ich gewinne, das spende ich an die Obdachlosen und mache denen eine nette Geste und kaufe den allen Pizza. Islamisch würde das aber dann noch nicht gehen. Ja, ja, aber nichtsdestotrotz gut, dass er ein Individuum macht, dann wäre das eine Absicht, die er dann ja für jemanden getan hat. Wenn ich aber ein Bild poste, nur darum, um mich selbst zu darstellen und irgendwie Likes zu bekommen und irgendwie von anderen beneidet zu werden, dann werde ich das natürlich wieder in dieser Absicht erneut und erneut machen. Ich glaube, das spielt ein großer Part, spielt auch die Absicht einfach dahinter, wieso man überhaupt sowas tut. Weil ich meine, früher, als wir noch jung waren, als wir klein waren, da gab es sowas nicht. Und wir sind trotzdem groß geworden und sind, denke ich mal, glückliche Menschen geworden. Und heutzutage haben das die Jugendlichen so, dass das deren Alltag bestimmt, zum einen, weil sie so viel Zeit darin investieren und zum anderen die Notwendigkeit, für die selber da ist, dass sie sagen, ich muss das machen. Andere machen es, ich muss doch mitlaufen. Und dieses anderen hinterherlaufen, das Problem sehe ich eher und sollte man eher aufklären, dass man dahingehend, die Jugendlichen vor allem aufklärt. Und da sind natürlich die Eltern auch gefragt. Sie hatten das in der letzten Sendung hier auch gesagt, ich kann ja als Vater schlecht meinen Kindern sagen, so, ihr sollten ja nie auf Social Media was posten und bin dann selber ständig am Posten. Das verträgt sich nicht, da mache ich mich auch gegenüber meinen Kindern unglaubwürdig, das nicht hinhauen.
SPEAKER_03Ja, hier ist nochmal, also nehmen wir mal an, dieses eine Post ist viral gegangen. Diese Glücksgefühl ist ja entstanden. Was passiert jetzt im Gehirn, wenn der nächste Post nicht viral geht? Der so gut wie gar keine Aufmerksamkeit bekommt. Was macht das dann mit der Person?
SPEAKER_02Wir haben das eben in dem Vergleich mit dem Glücksspieler gehabt. Also der wird ja beim zweiten Wurf von den zwei Euro nicht wieder 800 Euro bekommen haben. Der wird aber dann sagen, okay, beim nächsten Mal. Beim nächsten Mal. Und so bleibt er dran. Genauso ist das bei den Posts, dass er sagt, okay, der zweite war nichts, aber komm, der dritte wird besser und dann macht er noch riskantere Videos, wie ich eben schon gesagt hatte. Dass er dann vielleicht noch teurere Zutaten nimmt, wenn wir jetzt beim Essen bleiben, ja, und sich v Ausgab dort und hunderte Euro ausgibt, damit er irgendwie ein bestimmtes Steak machen kann und dann sagen kann, so, das war dies und jenes.
SPEAKER_03Alles mögliche, um überhaupt Aufmerksamkeit zu bekommen. Genau. Das erinnert mich so ein bisschen an kleine Begebenheit. Wir haben eine Nachbarn gehabt damals früher und da war so ein kleines Kind, das war vielleicht drei, vier Jahre alt, drei Jahre alt. Und waren bei dem zu Besuch und das Kind hat nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die es eigentlich wollte. Und er hat irgendwie alles Mögliche versucht, irgendwie die Aufmerksamkeit zu bekommen und hat die nicht bekommen und dann hat er einfach seine Hose runtergezogen, um einfach die Aufmerksamkeit zu bekommen. Er war gerade nur zwei, drei Jahre alt. Ja, süßes Verhalten, aber was es eigentlich so ein bisschen zeigt, ist, um Aufmerksamkeit zu bekommen, die man eigentlich möchte, dass man umso mehr wie das Verhalten sich verändert. Also dass man einfach Schritte gibt, die man normalerweise nicht gehen würde und eigentlich diese Persönlichkeit und Charakter gar nicht dementspricht, aber diese Dinge tut. Das nimmt man vielleicht selbst gar nicht wahr, aber die, die das sehen, für die ist das natürlich albern. Sagen, wieso mach ich, wieso stellt er sich so an oder sie so an? Und ich glaube, das prägt natürlich nochmal das Verhalten, genau diese Glücksgefühle im Nachhinein, die dann entstehen.
SPEAKER_02Aber jetzt zu den Beispielen, also das Problem ist ja, dass wenn heutzutage die Jugendlichen mehr auf Social Media sind, dann wird, wenn es etwas Schlimmes passiert, sei es eine Prüfung verhauen, Führerschein nicht geschafft oder irgendwas anderes, wo man dann einfach soziale Nähe braucht, die werden diese Menschen über soziale Medien nicht bekommen. Ja, da gehört ja schon jemand, dass jemand da ist, dass man Freunde findet. Genau, dass man die Familie trifft, dass man mit jemandem zusammensitzt und sich unterhalten kann. Und ich glaube, das wird unterschätzt. In der heutigen Gesellschaft ist es viel so, dass jeder für sich in seinem Zimmer sitzt und am Smartphone swiped und dort postet oder auch nur zuschaut. Ja, aber so aktiv Freundschaften bilden, sich mit Leuten unterhalten, das kommt immer mehr in den Hintergrund. Und da muss man sich echt, sollten sich Eltern überlegen, wie sie es schaffen, dass die Kinder Alternativen bekommen. Weil sobald sie keine Alternative ist, ist es sehr einfach. Habe ich moratlich 20 Euro ausgegeben für ein gutes Smartphone, das hat mein Kind und dann ist es beschäftigt. Ich muss keine Folgekosten, gar nichts. Nur moratlich 20 Euro. Ist ja ein günstiger Beschreibung. Keine Ruhe, kein Stress. Genau. Ich kann meinen drei Jobs nachgehen. Die Frau geht ihren Jobs nach und die Kinder sind ruhig. Die meckern nicht, weil die haben ja darauf, eine Spielekonsole ist da drauf, da ist dann was zum Chatten drauf, da ist soziale Medien haben die da drauf. Die haben da auch, die könnten natürlich auch was lesen, ja, die könnten auch Videos schauen, die ihr Wissen erweitern, aber sind wir mal ehrlich, wie viele Kinder nutzen das dann so, ohne irgendwie da Hinweise zu bekommen, dass sie das machen sollen, da sind die ja eher bei den Spielen und nutzen ihre Zeit so, statt effektiv für sinnvollere Dinge.
SPEAKER_03Ja, so als hat sie wollten nur was da hinten.
SPEAKER_01Ich habe mir gerade die ganze Zeit, also gerade die ganze Zeit überlegt, wenn man, also an dem Beispiel, wenn man eine Prüfung verhaut. Ich meine, wenn ich jetzt zu meinen Eltern gehe und mit meinen Eltern spreche, ich habe die Prüfung verhauen, dann kriege ich ja dieses Mitgefühl. Und wenn ich das jetzt auf sozialen Medien mache, bei meinen Eltern sind es halt nur zwei Personen, die mir dieses Mitgefühl geben, vielleicht auf sozialen Medien sind es vielleicht 100. Macht das etwas aus mir? Wird das etwas aus mir machen, wenn da 100 Leute mir zusprechen und sagen, hier, schade, du hast jetzt die Prüfung verhauen. Ich würde ja eher sagen, ich gehe dann doch lieber zu den sozialen Medien und hole mir mein Mitgefühl dort, als bei meinen Eltern, weil da sind es halt nur zwei Personen innerhalb der Familie. Und mein soziales Umfeld kann ich ja eigentlich durch, in der realen Welt kann ich das nicht so weit quasi so ein größeres soziales Umfeld für mich selber gestalten, als das, was ich jetzt in den sozialen Medien habe. Da habe ich ja unendlich viele Leute, die mit mir gehen oder auch gegen mich gehen können, natürlich, als im realen Leben.
SPEAKER_02Wenn ich direkt dazu was sagen darf, aber eher, dass es so sein wird, dass die Menschen ja dann gegen sie gehen und sagen, wie, Kapführschein geschafft, ne? Also es wird ja kaum Leute, also fertig machen. Ich bin jetzt selbst nicht so viel auf sozialen Medien, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass dann dort sehr empathische Leute sitzen und dann sagen, ach du armer, komm, was weiß ich, gehen wir mal zusammen irgendwie raus oder gehen wir mal spazieren oder wir unterhalten uns mal. Sondern wird eher sein, ach Quatsch, ich krieg dir noch nicht mal das hin. Also das ist ja das Leichteste oder die Abi-Prüfungen nicht so und so bestanden. Was auch immer für Prüfungen da sind. Ich glaube eher, es wird eher angreifbar vielleicht noch. Genau, das zur Meinung, diese Freunde, auch wenn es Tausende sind, die man auf Social Media hat, das sind nicht Freunde, die real da sind, gerade wenn es einem schlecht geht. Und das ist ja genau das, was die Betroffenen einfach fühlen, dass sie sich dann innerlich leer fühlen und einsam fühlen. Und dann, wenn sie nach links und rechts schauen, sind sie gar keinen. Sind sie nur das leere Zimmer und selbst die Eltern und die Familie innerhalb der Familie distanzieren sich. Man weiß gar nicht, was macht die Schwester nochmal, was macht der Bruder? Okay, ne, ach so, ja, ja, der geht irgendwo arbeiten. Was arbeitet ihr denn? Weiß man gar nicht. Er hat schon dreimal den Job gewechselt, aber man hat sich mitbekommen, weil man selber so mit sich und mit den fiktiven Freunden auf Social Media beschäftigt war.
SPEAKER_03Ralepser, wir, also die Statistiken sind eigentlich sehr eindeutig. Man sagt, dass das weibliche Geschlecht, also besonders junge Mädchen, besonders gefährdet sind durch soziale Medien. Also dass sich der Schaden nochmal viel stärker ist. Es ist teilweise bis zu dreifach höhere Suizidrate unter den Mädchen. Warum ist das so? Weshalb, warum sind Frauen da empfänglicher für die Schäden bei sozialen Medien? Was ist da, was ist da los?
SPEAKER_02Man muss das, man kann das ja allumfassend erklären. Also die Frau ist ja auch medizinisch gesehen anders als der Mann aufgebaut. Dann gerade die Jugendlichen bekommen ja irgendwann ihre Regelblutung und da ist es so, dass dann die Hormone auch anders sind als bei den Jungs, sage ich mal. Und es da natürlich zu Veränderungen kommen kann, die sind etwas emotionaler, sage ich jetzt einfach mal allgemein. Und da kann es darüber sein, dass die dann, wenn sie solche Posts sehen und nicht geliked werden, darüber eher es ihnen schlechter geht als Jungs beispielsweise, die dann sagen, ja gut, dann mache ich das nochmal, ne? Puste ich halt was anderes. Aber bei den Frauen könntest du dann in dieser vulnerablen Zeit einfach kommen, dass die einfach anfälliger dafür sind, dass die dann so auch für sich, ja, ich sage jetzt mal automatische Gedanken bilden, dass man, oh Gott, mich mag keiner, bin ja so hässlich, die sieht so hübsch aus, die hat diesmal diesen Körperbau, ich hab den nicht, ne? Und dieser Vergleich dann auch und diese Schönheitsideale, die dann geschaffen werden, die teilweise auch KI oder auch so mit Filter oder mit Programmen verändert wurde oder was auch immer, dass man dann sich daran knüpft und dann ja auch sein Essverhalten verändert, keine vernünftige Nahrung mehr zu sich nimmt und damit natürlich auch psychische Erkrankungen fördert. Ja, also ich habe einige Patienten behandelt, die einfach zu wenig gegessen haben und deswegen gar nicht mehr in der Lage waren, richtig zu denken, also richtig sich zu konzentrieren auf Dinge, sie richtig zu arbeiten, richtig irgendwie auch am Leben teilzuhaben. Und dann erst, wenn die im Laufe der Zeit dann vernünftig essen, nur das Essen erstmal, ging es denen schon besser, dass sie sich auch besser konzentrieren konnten, Aktivitäten, wieder aufgenommen haben. Also vorher diese pseudodepressive Symptomatik, die da war, war eigentlich aufgrund der Fehlernährung auch da.
SPEAKER_03Also ich denke, da spielt natürlich, also interessant ist auch da die islamische Theologie, wenn wir schauen, das Bördagebot in dieser Form gibt es für Frauen, nicht für Männer. Dass wir haben, und das ist doch, das belegte sehr, sehr gut. Warum, also einige Fragen, ja, Externe, warum gibt es das? Warum müssen Männer sich nicht verhüllen? Warum müssen Frauen das machen? Warum nicht beide gleich behandeln und so? Aber der Punkt hier ist ja, Männer und Frauen sind unterschiedlich, Männer haben eher den Drang hinzuschauen und Frauen haben eher den Drang, ihre Schönheit und ihre Reize zur Schau zu stellen. Auf Basis dessen findet ja überhaupt die Fortpflanzung statt. Und der Islam hat dementsprechend genau dort gemäß der Veranlagung die Gebote sich zu füllen für die Frauen und für die Männer und natürlich auch die Blicke auf den Boden zu schlagen, Frauen ebenfalls. And here sehen wir aber in den sozialen Medien, dass genau dieser Drang, der da ist, von den sozialen Medien wirklich anders im Internet kaltblütig ausgenutzt wird. Also da wird dann richtig ausgebeutet, wo alles oder die Frau auf die Schönheitsideale, die gerade im Trend sind, reduziert wird. Was dann wiederum diesen heftigen Druck aufbaut and ständige Vergleiche dann wiederum da sind. And gerade in einer empfindlichen Phase, wo die Hormone und die Pubertät da, da ist, dass da besonders die Suizidrate nochmal hoch schält. Das zeigt einfach nochmal, dass wir das so ein bisschen in der Zeit. Es gibt Frauen, die machen Barda natürlich gerellbar an den sozialen Medien dann teilweise nicht, und das widerspricht sich ja dann nochmal. Also, dass da die islamischen Gebote natürlich einen unglaublichen Schutz bieten können, der da ist, so wie für Männer, auch für Frauen, weil bei den Männern ist das ja die Schwierigkeit, dass ihre Vorstellung, also die Schönheitsideale, die sie dann halt übernehmen, dass sie diese in der Realität nicht auffinden. Und dass es dann zu wirklich realen Problemen führt, sei es bei der Partnerwahl, Partnersuche oder auch in der Ehe. Und das ist auch mal ein Aspekt, der schon große Probleme verursacht, gerade bei der Partnerwahl und Partnersuche auch nochmal gleich. Und das Interessante ist ja, Schönheitsideale, ja, da passt man sich an. Also gerade Frauen, und nach vielleicht einigen Jahrzehnt sind die komplett nochmal anders. Und da hat man schon die Schönheits-OP hinter sich und muss dann eventuell irgendwie eine andere Richtung gehen. Und zufrieden wird man nicht sein. Und dann ist ja nochmal, wir haben ja darüber gesprochen, wie das Belohnungszentrum nochmal aktiviert wird. Und bei Frauen ist es ja, dass man dann halt nochmal eher auf Komplimente ausisst, die über die sozialen Medien dann halt gegeben werden. Und dass das nochmal einen noch weiter motiviert, dran zu bleiben, noch mehr Komplimente einzuholen. Und wenn man nicht genügend Komplimente bekommt, dann geht das dann jedes Mal einen Schritt weiter und gefährdet das nochmal.
SPEAKER_02Der erste Punkt, der eigentlich passieren sollte, ist, dass man sich selbst darüber im Klaren ist, dass man zu viel von diesen sozialen Medien konsumiert und dann sich professionelle Hilfe sucht. Das gemeinsam mit der Familie auch bespricht, weil gerade da der erste Anker sein sollte, wo man sich gegenseitig unterstützt, um dann vielleicht so Beratungsstellen aufzusuchen. Oder auch im Internet gibt es verschiedene Applikationen oder Webseiten, die einen einfach dabei unterstützen, da wieder wegzukommen. Die Technik ist ja, also bei Abhängigkeitserkrankungen, bei Alkohol beispielsweise sollte man nicht abrupt absetzen. Bei dem Rauchen ist es ja Tabakrauchen zum Beispiel, würde man sagen, man soll sich ein Datum setzen und es dann durchziehen und es abrupt absetzen. Bei den sozialen Medien ist es natürlich so, dass wenn das nicht wegen der Schule gebraucht wird oder man irgendwie ständig da am Handy sein muss, dann sollte man auch versuchen, meines Erachtens das sofort, also so einen kalten Entzug zu machen, dass man direkt davon weglässt. Aber dass man das mit der Familie bespricht und dann Alternativen sucht. Das heißt, man kann nichts tun. Das sagen schon mal Patienten zu mir, die dann sagen, ich habe nichts gemacht. Das geht einfach nicht. Man hat einen Gedanken gehabt, man hat sich irgendwie überlegt, man hat ferngesehen, man hat irgendwas gemacht. Und diese Alternativen sollte man mit den Kindern besprechen oder mit den Betroffenen dann, auch wenn es Erwachsene sind. Was macht man stattdessen, am Handy zu zwipen? Dieses sollte lukrativer sein, als wieder am Handy zu swipen. Sollte gesellschaftlich vielleicht anerkannt, jetzt hatten wir Ramadan. Im Ramadan ist es ja meines Erachtens sehr schön, immer, dass man nochmal für sich reflektiert, was ist eigentlich der Sinn des Lebens? Wofür bin ich hier? Ich fokussiere mich sehr auf Gott, ich faste ja für Gott, das mache ich ja nicht für mich. Das Fasten. Und wenn mein Fokus gesetzt ist, dann habe ich eine ganz andere Motivation, etwas zu tun. Ja, weil ich selber von diesen sozialen Medien weg will, von diesen möchte gern Idealen oder von den Idealen, die mir vorgelebt werden, die ich aber nicht aufrechterhalten kann oder wo ich nur hinterherlaufe und unzufrieden bin? Und wenn ich das erkannt habe, dann sollte das Gefälle dahin gehen, dass ich mein Verhalten verändere und dafür.
SPEAKER_03Ja. Ralibsab, gibt es ja Zuschauer, die der Meinung sind oder der Auffassung sind, die brauchen jetzt schon professionelle Hilfe. Gibt es diese Angebote hier, wo man, wir wissen ja über Alkohol und andere Drogen und so weiter, aber gibt es genügend Angebote für Social Media Abhängige?
SPEAKER_02Ja, wie gerade erwähnt, der Betroffene sollte es selbst erstmal anerkennen, dass er eine, dass er Unterstützung braucht. Weil wenn er selber nicht bereit ist, sein Verhalten zu verändern, dann kann man nichts passieren. Und meines Erachtens, ich bin ja schon jetzt länger Psychiater und auch Psychotherapeut, ist das Schwierigste, sein Verhalten zu verändern. Wir haben uns wahrscheinlich alle heute Morgen die Haare gekämmt, vielleicht mit rechts, mit links, wenn ich jetzt sage, ab morgen mal mit der anderen Hand, dann machen sie das ein, zweimal und danach machen sie es wieder mit derselben Hand wie immer. Also ein Verhalten langfristig zu verändern, das dauert. Man braucht mit Geduld mit sich selbst und man muss dranjben. Und da kommen zwei Worte mit rein: Disziplin und Motivation. Und ich finde, heutzutage fehlt das sehr vielen Menschen, weil sie sagen, ja, wozu soll ich das machen? Was bringen wir das jetzt?
SPEAKER_03Aber wenn jemand das hat, wie kommt er zu dieser Therapie? Was muss er googeln? Oder wen ruft er an? Wo geht man hin?
SPEAKER_02Genau, es gibt Beratungsstellen, Suchtberatungsstellen, ob auch Drogenabhängige, Alkoholabhängige, aber auch Medienabhängige können da hingehen, sich vorstellen, mit denen sich unterhalten, sind Sozialpädagogen oder auch manchmal Psychologen, die da sitzen, mit denen man sich austauschen kann. Aber wie ich eben schon gesagt habe, der erste Schritt ist vielleicht mit der Familie. Das Erkennen, das mit der Familie besprechen, weil auch da Alternativen geschaffen werden können.
SPEAKER_03Und wenn das nicht klappt, sozusagen professionelle Hilfe.
SPEAKER_02Genau. Und ansonsten auch selber nach Psychotherapeuten suchen, wo man das auch besprechen kann, gucken kann, wie man davon wegkommt. Wenn es sehr ernste Problematiken sind, kann man zur Not auch Psychopharmak, also medikamentös unterstützen. Aber in erster Linie ist es nicht gegeben. Also in erster Linie ist es wirklich, das Verhalten zu verändern. Nur wenn das Depriminsystem so weit kaputt, sage ich jetzt mal, ist, dass es dann damit eine Depression schon vorhanden ist oder eine Angststörung vorhanden ist oder vielleicht sogar psychotisches Erleben da ist, dann muss halt auch ein Fachmann rein, ein Psychiater oder ein Psychotherapeut, der dann dementsprechend diese Komorbidität, also die weiteren Erkrankungen, die dadurch entstanden sind, mitbehandeln.
SPEAKER_03Das heißt, da gibt es Leute, vielleicht haben sie die auch mal kennengelernt, es gibt Personen, die sagen, die sind immun vor den negativen Einfluss von sozialen Medien oder sie sind matur genug, also reif genug, dass sie das eigentlich sehr gut selbst sowas handhaben können. Ist das überhaupt möglich? Noch nicht.
SPEAKER_01Also man ist nicht immun gegen irgendetwas. Also gegen sozialen Medien generell gar nicht. Also man ist schon immun in einer Hinsicht, also man jetzt definieren müsste, inwieweit man sich oder wo man sich bewegt. Aber bei den sozialen Medien wissen wir ja, was alles angezeigt ist. Und wenn ich, ich würde zu mir selber sagen, dass ich immun bin, wenn ich nicht weiß, was richtig und was falsch ist. Wenn ich da keinen Unterschied mehr machen kann, was richtig und was falsch ist, und zwischen Illusion und Realität, dann würde ich sagen, ich bin immun. Das müsste jetzt sechs Tage lang.
SPEAKER_03Chemisch, wäre das chemisch möglich? Dass jemand sagen kann, nee, mein Gehirn ist so trainiert, da sind die Hormone voll unter Kontrolle.
SPEAKER_02Nein, das Gehirn ist ja nichts Festes, sondern es ist ja plastisch, es verändert sich ja ständig. Und von daher denke ich, dass so eine Immunität es nicht geben muss.
SPEAKER_03Ist eine Illusion. Also das ist auch ganz wichtig, weil es gibt tatsächlich viele, die meinen, okay, das hat jetzt mein Verhalten, das wird dadurch nicht beeinflusst. Und ich glaube, das festzuhalten, einmal naturwissenschaftlich, dass das nicht geht. Und dass das einfach eine Illusion ist, ist, glaube ich, sehr, sehr wichtig, umhaupt eine Erkenntnis zu haben, dass man auch selbst gefährdet ist, egal wer man ist, und Kinder natürlich viel, viel gefährdeter. Jetzt kommen wir eigentlich zu dem letzten Punkt, den haben sie ein wenig schon angeschnitten. Das ist ja Ramazan gewesen, dass der Ramasan uns ja die Möglichkeit gibt, die Sinnesfragen zu stellen. Und die sozialen Medien nehmen ja unglaublich viel Raum ein. Wie wirkt sich das eigentlich auf dem Alltag eines Konsumenten aus in Bezug zu seinen Gottesdiensten? Also wenn jemand sozialen Medien nutzt, nehmen wir mal an, dass die Gebete die Koran-Rezitation anbelangt, wie wird das zum Hindernis, die Sozialen Medien?
SPEAKER_01Ich glaube, also es kommt immer auf das Bewusstsein an. Wir haben sehr viel darüber gesprochen, ob man sozialen Medien bewusst oder unbewusst nutzt bei Erwachsenen. Wenn sie es wirklich bewusst nutzen, dann kann man das Handy zur Seite legen, da kann man den Gebete nachgehen. Und das war früher nicht so wirklich möglich. Also heutzutage durch das Fernsehen oder durch Netflix und Disney und so weiter, ist es zum einen Teil möglich, weil man sich alles nochmal anschauen kann. Und früher weiß ich noch für was halt immer so gewesen ist. Es lief eine Serie. Man musste linear reinsehen, sozusagen. Serie oder das Gebet. Und dann hat man jetzt kann man das so nachgucken. Dann stand man noch und dann kamen die Eltern, erst das Gebet, dann hat man erst gebetet und dann hat man wieder weitergeschaut. Und heutzutage hat man eigentlich diese Möglichkeit, das ist auch etwas ganz Gutes zu sagen, okay, ich lege es zur Seite, aber dieses Bewusstsein muss eigentlich generell da sein. Und wenn das Bewusstsein nicht da ist, dann wird natürlich auch das Gebet darunter leiten. Und die andere Sache, ich glaube, wir als Ami-Muslime versuchen ja auch die sozialen Medien mitzugestalten. Und die sozialen Medien können eigentlich auch Faktor dafür sein, dass man die dazu nutzt, um seine Geräte auch zu vollziehen. Also ich meine jetzt nicht, dass eine Maß ist, das kann man jetzt nicht über soziale Medien. Aber daran zu erinnern. Genau, aber es gibt manchmal Gebete, die angezeigt werden. Wenn man diese Gebete rezitiert hat, macht das ja schon das ein oder andere mit jemand. Oder jemand postet einen Koran-Vers, und das bringt einem dann schon zum Nachdenken. Und es geht dann nicht nur um den Nutzer, sondern auch um den, der Sachen postet, um den Content Creator, wie er dann auch die Sachen in den sozialen Medien dann auch weiterbringt für die anderen.
SPEAKER_02Ja, aber wobei, man muss ehrlicherweise da sagen, sie sprechen so pro soziale Medien. Das hat aber bestimmt auch Vorteile. Das mag sein. Man kann, also ich kenne auch Imamen, die sehr viel auf sozialen Medien posten und dergleichen. Und wenn man denen folgt, dann wird auch mein Wissen sozusagen sich aufbauen und ich werde mehr und mehr verstehen über den Islam oder über andere Dinge. Aber es ist, die Algorithmen sind so gemacht, dass dazwischendrin immer wieder Videos kommen, die genau das Gegenteil bewirken. And ich glaube, gerade die heranwachsenden Menschen sollten lieber die Finger davon lassen und lieber gehe ich in eine Glas oder gehe ich in die Moschee und rede dort mit den Imam and weiter dort mein Wissen. Statt the Gefa, dass beim nächsten Swipe direkt ein Video kommt, wo jemand.
SPEAKER_03Das ist viel sensationeller ist oder viel mehr im Gehirn dafür Bewegung sorgt.
SPEAKER_02Oder unsittlich ist für uns Muslime, wo wir sagen, sollte sich keine Frau präsentieren oder sowas, schaut man sich sonst nicht an, aber das kommt dann einfach. Da stecken so Algorithmen hinter. Und deswegen würde ich eher versuchen, so wenig wie möglich das zu nutzen. Und die Dosis ist das im Endeffekt. Wenn ich das natürlich sehr gezielt für die Schule im Internet surfen muss und irgendwas machen muss, dann ist es so. Aber wie unser Kalif, unser Oberhaupt auch sagt, dass man maximal eine Stunde am Tag, das sagen auch deutsche Studien, also die DAK-Studie hat das genauso auch dargelegt, dass Kleinkinder ab sechs vielleicht nur eine halbe Stunde und dann selbst Erwachsene nur eine Stunde am Tag das Smartphone nutzen sollen. Weil es ja auch wieder, wie gesagt, man ist immer woanders, statt bei sich. Ja, und ich als Psychiater weiß ja, dass viele Menschen, gerade denen es schlecht geht, die wollen immer woanders sein, statt bei sich. Aber man kommt da ja nicht weiter. Man verblendet ja nur dann in dem Moment.
SPEAKER_03Ja, Jazak Mullah Jaza, das waren, glaube ich, sehr wichtige Aspekte. Und liebe Zuschauer, wir haben durch dieses Gespräch auch gemerkt, dass tatsächlich die Verantwortung bei jedem Einzelnen von uns liegt, wie wir mit welchem Bewusstsein und wie wir die sozialen Medien nutzen. Und wir haben auch über die Nachteile gesprochen, die unserer Meinung nach schon stark, also so ist der Eindruck, dass die schon eine starke Oberhand haben über die Vorteile haben. Und ich glaube, mit diesem Bewusstsein sollte man halt auch sehr bewusst und mit Samthand schon mit den sozialen Medien umgehen, besonders Kinder davor auch schützen. Und ja, möge Alataraus das ermöglichen. Inshallah, we werden diese Sendung weiter fortsetzen. Das Thema der sozialen Medien ist nun erstmal abgeschlossen. Und Inshalla sind wir das nächste Mal für Sie mit einem neuen Thema da. Herzlichen Dank, Tja, Mullah, Slaulikoram tulabato.
SPEAKER_00La ila ha il la ila kompassa.