Digital Public Health Podcast
In einer Welt, in der digitale Technologien tief in unseren Alltag eingebettet sind, steht die öffentliche Gesundheit an der Schwelle zu einer bedeutenden Transformation. Der "Digital Public Health Podcast" öffnet Dir die Tür zu den vielschichtigen Facetten dieses faszinierenden Wandels. In jeder Episode führen wir Gespräche mit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Politikerinnen und Politikern sowie Pionierinnen und Pionieren aus der Start-up-Szene, die an der Schnittstelle von digitaler Innovation und öffentlicher Gesundheitsförderung wirken.
Gemeinsam beleuchten wir nicht nur die Chancen, die digitale Gesundheitslösungen bieten – von verbesserter Informationsverfügbarkeit über die Stärkung präventiver Maßnahmen bis hin zum Kampf gegen globale Gesundheitskrisen. Wir setzen uns auch kritisch mit den Herausforderungen auseinander, die diese Technologien mit sich bringen, wie Ungleichheiten beim Zugang, Datenschutzprobleme und die Gefahr sinnloser Zusatzaufgaben oder gar Schäden durch die Nutzung digitaler Angebote.
Der "Digital Public Health Podcast" zielt darauf ab, ein Licht auf die Arbeit derjenigen zu werfen, die die digitale Transformation im Gesundheitswesen vorantreiben, und gleichzeitig einen kritischen Diskurs über die Notwendigkeit einer ethischen, gerechten und nachhaltigen Integration digitaler Technologien in die öffentliche Gesundheit zu fördern.
Egal, ob Du eine Expertin oder ein Experte auf dem Gebiet bist, oder einfach nur neugierig auf den Einfluss der Digitalisierung auf unsere Gesundheit, dieser Podcast bietet Dir tiefe Einblicke, Inspiration und anregende Diskussionen. Begleite uns auf dieser wichtigen Reise, denn das Thema betrifft uns alle.
Digital Public Health Podcast
048 - Dr. Serge Autexier: Können Technik und KI älteren Menschen den Alltag erleichtern?
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In der aktuellen Folge des Digital Public Health Podcast spricht Host Rasmus Cloes mit Dr. Serge Autexier, dem Leiter des Bremen Ambient Assisted Living Lab (BAALL) am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen. In einer nachgebauten Wohnung erforscht das Team, wie Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen und Assistenzsysteme Menschen im Alltag unterstützen können.
Serge erklärt, warum das Living Lab nicht „Smart-Home-Spielzeug“ zeigt, sondern Alltagstauglichkeit prüft: Welche Technik hilft wirklich? Was ist intuitiv bedienbar? Und was braucht es, damit eine Umgebung „intelligent“ wird – ohne dass sie Menschen überfordert oder ihnen Entscheidungen abnimmt, die sie selbst treffen wollen?
Ein zentrales Thema ist die Lücke zwischen Forschung und Produkt. Im BAALL entstehen Demonstratoren, die Besuchende oft sofort überzeugen – inklusive der typischen Frage: „Warum gibt es das nicht zu kaufen?“ Serge beschreibt, warum Projektlogiken, Zuständigkeiten und Marktreife oft verhindern, dass gute Ideen direkt als Produkt landen – auch wenn Teilideen später an anderer Stelle wieder auftauchen.
Konkretes Beispiel: Sturzprävention mit einem „smarten Rollator“. Aus der Praxis kam der Hinweis, dass falsch genutzte Rollatoren mit höherem Sturzrisiko zusammenhängen. In einem Projekt wurden Bewegungsdaten aufgenommen, durch Physiotherapeut:innen bewertet und genutzt, um eine KI zu trainieren, die Fehlbedienung erkennt und Hinweise geben kann. Das zeigt, wie nah KI im Gesundheitswesen an echter Prävention sein kann – und wie schnell man dann bei Fragen nach Medizinproduktanforderungen, Evidenz und Finanzierung ankommt.
Auch geht es um Datenintegration: Wie kann man Krankenhausdaten und Alltagsdaten zusammenbringen, um Prognosen zu verbessern – etwa zur Steigerung der Lebensqualität bei Menschen nach einer Krebstherapie? Serge macht deutlich, warum das in der Praxis so schwer ist: Daten sind oft nicht verfügbar, Fragen im Kontext von Ethik und IT-Sicherheit kosten Zeit, und am Ende bleibt in vielen Projekten zu wenig Raum für saubere Evaluation.
Zum Schluss ordnet Serge den KI-Hype ein: Große Sprachmodelle sind im BAALL nicht „einfach Teil der Lösung“ – Datenschutz, lokale Verarbeitung und Zuverlässigkeit sind gerade bei vulnerablen Gruppen entscheidend. Der Fokus liegt deshalb auf robusten, sicheren Systemen, die auf kleinen Geräten laufen können, nicht „mithören“ müssen und im Alltag nicht plötzlich ausfallen. Und er erklärt, warum viele Assistenzideen nicht an der Technik scheitern, sondern an Umsetzungspfaden: Wer baut es? Wer haftet? Wer bezahlt? Und wer weist den Nutzen nach?
Staff:
Host: Rasmus Cloes
Redaktion: Maren Emde
Regie: Sebastian Budde
Kamera: Thomas Leleko
Audio: Tristan Vogel
Social Media: Leonie Hammen
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