DERMOBILIST
DERMOBILIST – Der Podcast für alle, die E-Mobilität verstehen und erleben wollen
Die Welt der E-Mobilität verändert sich rasant – und ich bin mittendrin! Ich bin Volker Fröse, E-Mobilitäts-Enthusiast mit fast 20 Jahren Erfahrung in der Schweizer Verkehrspolitik. Bei DERMOBILIST teile ich mit Leidenschaft, Expertise und einer guten Prise Humor Mythen, Trends und Fakten rund um Elektromobilität – zusammen mit spannenden Gästen.
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🔋 Ehrliche Einblicke – Keine trockene Wissenschaft, sondern praxisnahe Diskussionen rund um Ladeinfrastruktur, Fahrzeuge, Technologie und Politik. ⚡ Aufklärung statt Hype – Ich decke Mythen auf, hinterfrage Marketingversprechen und zeige, was wirklich wichtig ist – manchmal auch selbstkritisch. 🚗 Perspektivenwechsel – Von Early Adoptern über Skeptiker bis zu Insidern: Ich bringe verschiedene Sichtweisen zusammen. 🎙️ Gute Gespräche, spannende Gäste – Experten aus der Branche, persönliche Erfahrungen und Diskussionen über die Zukunft der Mobilität.
Warum solltest du einschalten? DERMOBILIST ist kein Technik-Podcast für Ingenieure, sondern ein authentischer Talk für alle, die sich für die Zukunft der Mobilität interessieren – egal, ob du schon elektrisch fährst oder einfach neugierig bist.
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DERMOBILIST
Dein E-Auto verdient Geld, während es nur dasteht (#019)
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So wirst du in Österreich zum kleinen Stromscheich
Wie weit ist Österreich wirklich bei der E-Mobilität? Marcella Kral vom ÖAMTC bringt Zahlen, die überraschen: Laden zu Hause, das dir Geld zurückbringt, Flotten, die ihre LKW im Depot laden, und ein Akku, der dein Haus eine Woche lang versorgt. Volker und Marcella reden über Förderungen, TCO, ESG-Pflichten und warum das Elektroauto bald ein Kraftwerk ist. Ehrlich, konkret und mit Blick über die Grenze.
Key Takeaways:
- In Österreich kannst du dein Dienstfahrzeug zu Hause sachbezugsbefreit laden und bekommst pro Kilowattstunde teils mehr zurück, als dich der Strom kostet.
- Ladezeit ist Arbeitszeit: Flotten laden im Depot oder beim Mitarbeiter daheim, sogar 42-Tonnen-LKW kommen ohne öffentliche Säule aus.
- Nicht der Staat zahlt die THG-Prämie, sondern Unternehmen mit hohem CO2-Ausstoss. Verbrennerfahrer finanzieren so die E-Mobilität mit.
- Der Akku hält länger als gedacht: 2'000 bis 3'000 Ladezyklen Garantie, gerechnet sind das oft über 600'000 Kilometer.
- Das Auto als Speicher: Mit V2H und V2G versorgst du dein Haus, hilfst dem Netz und kannst pro Jahr mehrere hundert Euro verdienen, ohne zu fahren.
Kapitel: (00:00) Begrüssung und wer der ÖAMTC wirklich ist (02:45) Wo Österreich bei E-Autos und Ladepunkten steht (05:40) Taxi, Nutzfahrzeuge und Depotladen (10:00) Laden zu Hause: sachbezugsbefreit und THG-Prämie (17:00) Blick in die Schweiz: Steuern und Förderung (19:00) TCO, ESG und warum Scope 3 so schwierig ist (28:30) Klimaziele 2030 und das Risiko der Strafzahlungen (34:30) Das Auto als Kraftwerk: V2H, V2G und eine Hochwasser-Story (45:45) Roaming-Wildwuchs und das komplexe Ökosystem Laden (54:40) Ausblick auf eine eigene Folge zu Vehicle-to-Grid
Erwähnt in der Folge:
- ÖAMTC ePower und ePower.Business: https://www.oeamtc.at/oeamtc-epower/
- V2G Alliance Austria (bidirektionales Laden)
- Marco Piffaretti, sun2wheel, Operating Agent IEA Task 53: https://task53.org/
- E-Control, Österreichs Energieregulator: https://www.e-control.at/
- e-movotion Podcast von Jérôme Brunelle: https://e-movotion.podigee.io/
Zu Gast: Marcella Kral, E-Mobilitätsexpertin beim ÖAMTC und verantwortlich für die B2B-Kooperationen bei ÖAMTC ePower.Business. Sie begleitet Unternehmen und Privatpersonen beim Umstieg auf die E-Mobilität, von der Wallbox bis zur Flotte. LinkedIn: https://at.linkedin.com/in/marcella-kral-343bbb91
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Herzlich willkommen bei der Mobilist, dem Podcast für E-Mobility und Themen rund um die Mobilität von morgen. Mein Name ist Volker und ich begleite dich durch diese Folge. Lass uns loslegen. Ich habe ja so als Thema meistens die Schweiz und blicke öfters auch mal nach Deutschland, was in der Elektromobilität los ist und werde nicht müde, auch immer wieder zu sagen, ja, Österreich gehört auch mit dazu. Aber so richtig in Österreich war ich jetzt mit der Mobilist noch nicht. Das soll sich heute ändern. Und ich tue ganz herzlich begrüßen, die Marcella Kral vom ÖAMTC. Und jetzt hoffe ich, ich habe dich richtig ausgesprochen, sonst darfst du mich gleich korrigieren. Und wir wollen uns heute ein bisschen darüber unterhalten, was so in Österreich los ist, was beim ÖAMTC los ist und was der Club mit Ladestationen, mit Elektromobilität und so weiter zu tun hat. Herzlich willkommen, Marcella.
SPEAKER_01Danke, Volker, danke für deine Einladung.
SPEAKER_00Möchtest du dich ganz kurz vorstellen, damit die Leute, die dich noch nicht kennen, es soll solche geben, dass die wissen, wer du bist.
SPEAKER_01Danke, lieber Volker. Ja, also mein Name ist Kral, Marcella Kral vom MTC, auch schon länger beim Mobilitätsclub. Wir sind tatsächlich ein Mobilitätsclub und kümmern uns ganzheitlich um unsere Mitglieder. Wir haben derzeit 2,6 Millionen Mitglieder in Österreich und haben auch knapp 40.000 Firmenmitglieder. Und die verlangen ja, ich sage mal, leistbare Mobilität und wir begleiten die Unternehmen oder auch die Privatpersonen beim Umstieg auf die E-Mobilität.
SPEAKER_00Okay, eben Mobilitäts-Club, also nicht nur Pannenhilfe, wie man so die Mobilitätsclubs kennt, sondern eben auch aktive Hilfe zur Mobilität.
SPEAKER_01Genau, also du kannst nur ohne Fahrzeug, entschuldige, dass du sage. Du musst gar kein eigenes Fahrzeug besitzen, du kannst auch ein Touring-Mitglied sein. Das heißt, du bist auch ohne Fahrzeug unterwegs, bist aber trotzdem geschützt, wenn du zum Beispiel in die Berge gehst und du hast einen Schutzbrief und es passiert etwas, dann kommt genauso der Hubschrauber und rettet dich und solche, ganz viele Dienstleistungen haben wir.
SPEAKER_00Ich glaube, dass der Hubschrauber kommt, das ist nicht so unbedingt das Problem, nur wer die Rechnung am Schluss bezahlt.
SPEAKER_01Die musst du nicht bezahlen, wenn du Mitglied bist. Das ist der große Vorteil. Weil auf einer gewissen Höhe steckt ja dann die Sozialversicherung aus und deswegen haben wir nicht nur Rettung am Boden, Boden gebunden, sondern natürlich auch in der Luft.
SPEAKER_00Gut, aber wir bleiben so ein bisschen am Boden heute und widmen uns eben dem Thema, das ja so dem Podcast mitschwingt, der Elektromobilität. Magst du mal so ein bisschen einordnen? Wo steht Österreich gerade? Vielleicht auch wenn du magst, wenn du die Zahlen hast, sonst kriegen wir das zusammen. So im Vergleich im Dachraum.
SPEAKER_01Ja, sehr gerne. Also in Österreich liegen wir ganz gut. Wir sind unter den Top Ten auf alle Fälle, was jetzt die Zulassungszahlen betrifft. Auch bei der Anzahl der Ladepunkte sind wir sehr weit vorne in der EU. Wir haben 38.000 Ladepunkte knapp in Österreich. Und knapp 285.000 reine Elektrofahrzeuge. Und das ist in der EU schon sehr, sehr gut. Wir haben halt die Situation, dass die öffentlichen Ladepunkte natürlich niemand kennt. Und da sind wir voll dabei, auch als MTC, also auch interne Ladepunkte sozusagen bereitzustellen und auch die zu forcieren. Nicht jeder hat eine Möglichkeit, sich natürlich internen einen Ladepunkt zu bauen oder zu haben, der angewiesen auf öffentliche Ladeinfrastruktur. Das bauen wir auch als MTC. Wir haben 115 ÖMTC-Stützpunkte und dort, was möglich ist, bauen wir selbst AC und DC-Ladepunkte auf. Aber um auf deine Frage zurückzukommen, Österreich ist eigentlich gut aufgestellt, was das Thema E-Mobilität betrifft. Auch was das Thema regenerative Energie betrifft, also wir haben einen Hochlauf an PV-Anlagen. Wir haben Wasserkraft in Österreich zu über 80 Prozent. Und jetzt geht es darum, diese regenerative Energie auch zu speichern. Zum Beispiel das Burgenland ist fast autark, was jetzt Windkraft betrifft. Und da macht es natürlich Sinn, das in ein Elektroauto zu speichern. Insgesamt haben wir knapp 5,2 Millionen Fahrzeuge in Österreich, die noch nicht alle elektrisch fahren, knapp ein Anteil von über 5% sind es derzeit.
SPEAKER_00Aber doch, also das klingt immer so nach wenig, aber das braucht natürlich auch so seine Zeit, dass bei Zulassungszahlen um 30, 40 Prozent, also Anteil an den Zulassungszahlen, dass dann halt doch die Durchmischung dann irgendwann mal steigt. Aber sie steigt dann auf jeden Fall und kontinuierlich. Das haben wir ja auch in der Schweiz das Thema. Und da trotzdem noch belächelt wird. Und dann habe ich trotzdem das Gefühl, wenn man so im Alltag schaut, sieht man doch sehr viele elektrische.
SPEAKER_01Ja, Gott sei Dank. Also wir haben ja auch einige Gesetzesänderungen und Rahmenbedingungen in Österreich. Zum Beispiel für heuer müssen die neu zugelassenen Taxis Elektrotaxis sein. Und das führt halt dazu, dass die Schrittweise sich erhöht. Die brauchen auch überall Ladeinfrastruktur.
SPEAKER_00Ja. Wie ist das? Hast du da ein bisschen Insights? Thema Taxi, Ladeinfrastruktur. Ich weiß noch aus einer früheren Diskussion, dass Taxi-Betreiber gesagt haben, da können wir dicht machen. Das funktioniert nicht. Weil da stehen wir einen halben Tag an der Ladestation, da verdienen wir nichts.
SPEAKER_01Ja. Das hat sich ein bisschen gedreht, denn tatsächlich, zum Beispiel, wenn du bei uns mit Taxi 40-100 sprichst, die sehr gut verbreitet sind in Österreich, dann fahren die ungefähr 200 Kilometer am Tag. So. Jetzt kann man das locker bewältigen mit den Elektrofahrzeugen, die bis zu 400 Kilometer Reichweite mittlerweile haben. Also niemand muss da eine Reichweitenangst haben. Und in Österreich haben wir tatsächlich die Situation, dass wir alle 60 Kilometer eine Schnellladeinfrastruktur vorfinden. Und allein in Wien, damit ich dir ein bisschen so einen Anker geben kann, allein in Wien haben wir über 4300 Ladepunkte. Jetzt sind das zwar nicht alle Schnelllader, das ist schon klar, kein Drittel davon sind Schnelllader, aber doch auch ausreichend Ladepunkte, um gemütlich laden zu können. Für Privatpersonen noch spannender, denn die Ladezeit kann man ja besser nutzen, indem man etwas tut, währenddessen man lädt. Also dort, wo ich lebe, wo ich wohne, wo ich arbeite, möchte, ich auch als Privatperson einen Ladepunkt vorfinden. Aber wie gesagt, für Taxibetreiber gibt es auch sogar ein Projekt, wo man dort, wo eben die Taxi bucht ist, wo die faktisch stehen, dass die dort Ladeinfrastruktur haben.
SPEAKER_00Die dann aber auch nur für die Taxis wahrscheinlich zur Verfügung steht.
SPEAKER_01Genau, richtig, richtig. Was noch eine Herausforderung ist, um etwas Kritisches anzumerken, also gerade Nutzfahrzeuge N1, N2, die natürlich größere Ladebuchten brauchen, da gibt es auch jetzt gerade Diskussionen, dass man sagt, okay, die Ladepunkte müssen für Nutzfahrzeuge zugänglich sein und wahrscheinlich nur für Nutzfahrzeuge, weil da genügt eine Ladebucht von vier Meter mal zwei Meter nicht mehr. Die müssen vielleicht doch dann sechs Meter lang sein. Das heißt, da ist gerade eine große Diskussion, dass man gewisse Abschnitte, zumindest in Wien, für Nutzfahrzeuge macht, die halt rein elektrisch hineinpendeln, während des Entladens natürlich laden können und dann wieder elektrisch rausfahren können. Das ist auch gerade eine Diskussion bei uns.
SPEAKER_00Ich habe jetzt gerade vor kurzem mit dem Wernherr Box gesprochen über Zürich und er hat mir da berichtet, sie haben dann einen rechten Boom erlebt, dass Lastwagen oder eben auch Transporter dann in die Stadtnähe fahren, dort eigentlich abstellen, ob elektrisch oder fossil, natürlich immer mehr elektrisch auch. Und dann kommen so die ganz Kleinen, die so die fleißigen Bienen, die da rumschwirren und die Pakete und die Materialien aufnehmen und dann in die Feinverteilung gehen. Ist das so ein Trend, den ihr auch beobachtet?
SPEAKER_01Also wir merken den Trend ganz stark, dass das Depotladen mehr wird. Das heißt, das, was wir vorhin festgestellt haben, dass eigentlich die Reichweite immer höher wird, weil die Akkus immer größer werden und das Elektroauto auch immer effizienter wird. Das heißt, die müssen eigentlich gar nicht zwischenladen. Also wir haben solche Projekte zum Beispiel mit Coca-Cola gemacht. Und da reden wir wirklich vom Schwerverkehr. Also immer mehr Nutzfahrzeuge, weiß ich nicht, 8,5 Tonnen oder 15 Tonnen, sondern da reden wir wirklich von 42 Tonnen. Auch die fahren schon elektrisch. Und was machen die? Die sagen, es geht sich eigentlich aus mit einer Fuhr, dass ich von Depot zu Depot fahre. Dort entlade ich und während ich eben meine neue Ware belade, lade ich den ELKW. Das heißt, die sind nicht abhängig von öffentlicher Ladeinfrastruktur. Und auch bei den Nutzfahrzeugen sehen wir es. Also gerade die österreichische Post zum Beispiel hat von uns mobile Ladeeinheiten gekauft, wo die Zusteller daheim laden können müssen. Das heißt, Ladezeit ist Arbeitszeit, das haben die Firmen schon erkannt und sind sehr stark darauf bedacht, entweder am Depot zu laden oder eine Lademöglichkeit auch die Mitarbeiter daheim zu schaffen.
SPEAKER_00Dass eben diese Stehzeiten nicht mehr haben.
SPEAKER_01Genau, genau. Das ist das eine und das zweite ist auch der Preis. Also wenn der Mitarbeiter daheim einen günstigeren Stromtarif hat als öffentliches DC-Laden oder AZ-Laden, dann gibt es in Österreich auch die Besonderheit, dass du sachbezugsbefreit laden kannst zu Hause. Das bedeutet, wenn du daheim zum Beispiel 20 Cent pro Kilowattstunde an Stromkosten hast und du lädst dein Dienstfahrzeug daheim, du bist der Dienstagnutzer, dann bekommst du bis zu 32,806 Cent pro Kilowattstunde rückvergütet vom Arbeitgeber, wenn du daheim lädst, also mal den Kilowattstunden. Das machen wir als MDC oder mit EMTC E-Power und E-Power Business, dass wir diese Ladevorgänge mit-tracken, also mit einer Wallbox oder einer mobilen Ladeeinheit und schicken diese Daten an HR, weil dort gehört es eigentlich hin, also dort, wo du arbeitest, in deinem Personalbüro. Und die refundieren dir mit der nächsten Gehaltsabrechnung nicht nur deine Stromkosten, sondern sogar mehr. Das heißt, statt deine 20 Cent eigentlich 32,806 Cent pro Kilowattstunde. Das heißt, du magst eigentlich einen wirtschaftlichen Gewinn mit dem Laden zu Hause, musst es aber nicht versteuern. Das Unternehmen hat wiederum den Vorteil, okay, so günstig kannst du in Österreich eigentlich nicht laden. Und, was ich vorhin gesagt habe, es ist die Ladezeit eigentlich Arbeitszeit. Und somit werden mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen, wenn ich es so sagen darf. Und es führt auch dazu, wenn die Mitarbeiter, geht es sogar noch weiter, wenn die Mitarbeiter sogar PV-Anlage am Dach haben und tatsächlich Sonnenenergie laden, dann minimieren sich seine Ladekosten sowieso und er macht noch mehr Plus. Also dann redet man immer mehr von 20 Cent pro Kilowattstunde, was seine tatsächlichen Stromkosten sind, sondern wirklich vielleicht nur von 9 Cent oder wenn die PV-Anlage abgeschrieben ist, sogar von 0 Cent pro Kilowattstunde.
SPEAKER_00Ja, und das wirtschaftlich abgeschrieben machen ja die meisten nicht die Rechnung, die haben einmal investiert und ab da ist der Strom vom Dach gratis. Also ich rechne ja auch mit dem, was bekommen wir jetzt, irgendwas um die 10 Rappen kriegen wir noch. Wenn man Ökostrom bezieht, kriegt man eben so ein bisschen mehr bei uns. Aber das ist nicht mehr wirklich das, was es mal war. Also mit 17, 18 Rappen, da haben wir den Sommer gemerkt. Aber mittlerweile ist das doch deutlich zurückgegangen. Und wenn ich da natürlich dann 32,806.
SPEAKER_02Ja, richtig.
SPEAKER_00Ich würde mich wirklich interessieren, wer die 0,806 erfunden hat.
SPEAKER_01Nein, das ist keine Erfindung. Das ist tatsächlich die E-Kontrolle, das ist unsere oberste Instanz in Österreich, die faktisch auch zum Beispiel öffentliche Ladepunkte abbilden muss. Und was macht die? Das ist faktisch jene Stelle, die vom letzten Jahr den Durchschnitt nimmt der Stromkosten. Und das umlegt, das ist immer meistens so Ende November, meldet die E-Kontrolle, wie viel Rückvergütung wird es für das nächste Jahr geben. Das waren schon einmal mehr, das waren schon über 33 Cent, jetzt waren es ein bisschen weniger. Das heißt, es kann auch weniger werden nächstes Jahr, es kann aber auch mehr werden nächstes Jahr, je nachdem, wie die schnurdurschnittlichen Tarife waren in Österreich. Und bis zu diesem Betrag kannst du sachbezugsbefreit eben rückvergütten. Und das befeuert halt schon die E-Mobilität oder auch die Dienstrangnutzer, die sagen, ja bitte, ich hätte kein Elektroauto, weil eigentlich verdiene ich unter Anführungszeichen Geld damit, ist das eine. Und es ist halt extrem bequem, weil du kannst mit einem konventionellen Auto, sprich Diesel und Benzin, hast du im Normalfall daheim in der Garage keine Ölquelle. Also du kannst aber in der E-Mobilität ein kleiner Stromscheich werden, um das so einmal positiv zu formulieren.
SPEAKER_00Also ich stelle mir das gerade vor, das ist ja eigentlich schon noch recht knackig. Also jetzt, wenn das Fahrzeug noch vom Arbeitgeber ist und der ja eigentlich für den Strom aufkommen müsste, dann ist ja wie noch eins. Aber wenn das jetzt mal mein eigenes Dienstfahrzeug ist, also ich stelle mir jetzt vor, also ich als Selbstständiger mit meiner eigenen kleinen Firma, habe ein Dienstfahrzeug von meiner Firma bekommen und lade das zu Hause mit meinem PV-Strom und bekomme dann nachher noch Geld zurückvergütet dafür. Das ist ein Deal.
SPEAKER_01Es geht sogar, ich könnte uns noch eins erhöhen. Also bevor sie haben schon gesagt.
SPEAKER_00Ich bin vor dem falschen Ort.
SPEAKER_01Naja, das ist immer die Frage, weißt du, mit Steuern steuerst du? Und jetzt kommt es aber dazu, das ist eine Steuer, die man halt nicht hat beim Elektropartikel. Es gibt auch keine Normverbrauchsabgabe, jedes Elektroauto ist vorsteuerabzugsberechtigt. Also da gibt es schon noch ein paar Hebeln. Das einzige, die motorbezogene Versicherungssteuer, die eigentlich eine Straßensteuer ist, die wurde letztes Jahr im April 2025 eingeführt für Elektrofahrzeuge. Aber das ist jetzt auch nicht der wahnsinnige Hebel, ein wahnsinniges Minus, was jetzt diese TCO-Rechnung zerstreuen würde oder zerschießen würde. Sondern auch in einer Gesamtkostenrechnung sind das, glaube ich, maximal 500 Euro im Jahr, um jetzt eine Größenordnung dir zu geben. Aber es gibt noch eine Förderung und die ist ziemlich smart, weil das ist keine staatliche Förderung, sondern das ist eine Förderung, die eigentlich Mineralölkonzerne oder Unternehmen, die viel CO2 emittieren, bezahlen an E-Mobilisten. Und da ist egal, ob du Firma bist oder privat, der Besitzer des Fahrzeuges bekommt eine sogenannte THG-Premie, eine Treibhausgasminderungsprämie oder E-Prämie, wie wir sie nennen. Das kannst du beim MDC auch bekommen. Das heißt, du meldest dich einfach an als Privatperson, welches Fahrzeug, beziehungsweise den Zulassungsschein lädst du hoch. Du musst nur bekannt geben, wie viele Kilowattstunden lädst du daheim, wenn du eine geeichte und eine intelligente Wallbox hast. Wenn du eine Dumme hast, die halt nichts ausweisen kann, dann kriegst du eine Pauschale ausbezahlt. Und das gilt aber auch für Unternehmen. Das heißt, auch das Unternehmen bekommt Geld für dein Dienstfahrzeug, wenn es beweisen kann, dass es hauptsächlich entweder am Firmenstandort oder bei dir daheim lädt. Und das sind teilweise noch einmal 8 Cent, 7 Cent, 9 Cent pro Kilowattstunde oder halt Pauschalbezirke bis 150 Euro jährlich oder teilweise noch mehr. Es kommt immer darauf an, wie viele Gigawattstunden oder wie viele Zertifikate man tatsächlich benötigt. Und mit Mineralölkonzernen meine ich natürlich, dass eigentlich die Verbrennerfahrer die E-Mobilität finanzieren.
SPEAKER_00Also ich wiederhole mich, ich wohne irgendwie ein bisschen am falschen Ort, glaube ich.
SPEAKER_01Ich weiß nicht, das ist eine Schweiz nicht, also das ist jetzt Deutschland sicher. Schweiz weiß ich ehrlich gesagt nicht, den Schweizer kenne ich zu wenig.
SPEAKER_00Nee, also Schweiz ist definitiv so, da Förderung ist so ziemlich keine mehr da. Du hast, wir hatten so die Importsteuer. Es gibt so eine Automobilsteuer, die wird quasi beim Import erhoben, 4%, allerdings nicht vom Verkaufswert, sondern vom Fahrzeugwert für den Händler. Und diese 4%, die werden dort erhoben und die waren lange Zeit für Elektrofahrzeuge ausgenommen. Das hat man abgeschafft. Und da bei uns die Motorfahrzeugsteuer ist kantonal geregelt. Da kann es sein, also ich zahle jetzt für meine beiden Model S und mein Model X zusammen im Jahr um 1800 Franken Steuern. Es gibt Kantone, da zahlt man gar nichts oder reduziert, weil Elektro dort gefördert wird. Bei mir leider nicht. Da ist es dann noch so eine ungute Rechnung aus Gewicht und Leistung. Was natürlich jetzt eher die Elektrofahrzeuge sogar noch benachteiligt, weil die sind mit der Batterie natürlich schwerer und haben dann auch noch Leistung und blöderweise meine Tesla sowieso. Das heißt, da zahle ich recht ordentlich. Und jetzt kommt, was kommt noch dazu? Ja, jetzt soll noch die Abgabe eingeführt werden. Also das zahlen natürlich die Elektroautos momentan nicht, weil die Mineralölsteuer den Zuschlag entfällt, logischerweise. Und jetzt da sind aber auch alle Immobilisten irgendwo stehen dahinter, auch wenn es Geld kostet, dass man einfach sagt, hey, es ist nur fair, wir benutzen die Straßen genauso wie alle anderen, wir zahlen auch was dran. Und da soll sich jetzt das System ändern. Ich glaube, da gibt es eine breite Zustimmung. Auch wenn man so ein bisschen sagt, naja, zahlen tut ja keiner gern.
SPEAKER_01Ja, und wenn wir diesen Tippingpoint erreicht haben, wo das Elektroauto gleich teuer oder günstig ist, und das haben wir bei manchen Modellen, dann gibt es, meine sowieso keine Steuer mehr, also keine Förderung mehr für die Anschaffung von einem Elektrofahrzeug. Das ist auch gefallen bei uns, muss man dazu sagen. Aber auch diese motorbezogene Versicherungssteuer, das was du angesprochen hast, ist zum Beispiel die Nenn-Dauerleistung ausschlaggebend, beziehungsweise das Eigengewicht des Fahrzeuges. Aber auch das ist jetzt nicht wahnsinniger, ist es ein wahnsinniger Ausschließungsgrund, dass ich nicht elektrisch fahre. Trotzdem, die Firmen wissen, dass sie zum Beispiel auch Nachhaltigkeitsberichte erstatten müssen. Also gerade Versicherungen, Banken müssen das ja schon seit einigen Jahren machen. Und da gibt es ja gerade bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung bei dem Thema ESG, also Environmental Social Governance, weil das wird in Scopes eingeteilt. Das heißt, du musst schauen, in welchem Scope emitiere ich wie viel CO2. Und du kannst gerade bei Environmental hast du zum Beispiel Scope 1 den Fuhrpark drinnen. In Scope 2 hast du die Energie, die zugekaufte Energie, die eigene Energie drinnen und in Scope 3 hast du aber die Mitarbeiter oder die zugekaufte Energie oder die, die dich ja eigentlich.
SPEAKER_00Also die Zulieferung.
SPEAKER_01Genau, genau. Und das ist immer, weil immer die Frage ist, warum steigen wir eigentlich auf E-Mobilität um, weil alles so günstig ist in einer DCO-Rechnung, also einer Total Cost-of-Ownership-Rechnung, einer Gesamtkostenbilanz. Wissen wir gerade, betrieblich genutzt rechnet sich das schon heute, ein Elektroauto über 36, 48 Monate oder länger zu nutzen, ganz einfach, weil die Betriebskosten wesentlich günstiger sind. Ich habe wesentlich weniger Teile, die natürlich ganz kostenintensiv werden bei manchen Teilen, aber das klassische, ich weiß nicht, der klassische Ölwechsel entfällt zum Beispiel. Ich habe kein Getriebe im klassischen Sinne. Also gerade bei der Post zum Beispiel oder bei vielen Lieferunternehmen, die sagen, früher ist uns immer die Kupplung eingegangen. Es gibt keine Kupplung beim Elektroauto. Das heißt, das führt schon dazu, dass man sagt, ja, es muss sich rechnen in einer TCO-Rechnung, das ist natürlich das eine, aber das Zweite ist schon getrieben von finanztechnischen Vorteilen oder Nachteilen. Und wenn du jetzt einen Wirtschaftsprüfer bei dir hast und du bist berichtspflichtig, das heißt, du musst einen Nachhaltigkeitsbericht erstatten, dann sitzt der Wirtschaftsprüfer neben dir und sagt, okay, wie viele CO2-Emissionen haben sie? Und da musst du runterkommen in den nächsten Jahren, weil sonst hast du ein schlechteres Credit Rating. So, jetzt macht das aber nicht nur Österreich, Deutschland und die Schweiz. Das ist ja keine EU-Erfindung, sondern das ist das weltweit. Und das führt dazu, dass viele Unternehmen sagen, okay, ich möchte jetzt, keine Ahnung, ich bin eine Druckerei und möchte jetzt deine Zeitschrift ausliefern und du bist ein großes Unternehmen, dann hast du sehr wohl die Möglichkeit in der Ausschreibung zu sagen, okay, wer liefert das aus? Wer kommt mit einem Nutzfahrzeug elektrisch, weil sonst wird dir das negativ angelastet.
SPEAKER_00Das wäre dann der Scope 3, oder?
SPEAKER_01Genau, das heißt, und in all diesen Scope- und vor allem auch in Scope 3 ist die Mobilität, Mobilität drinnen. Und das Scope 3 ist eigentlich der schwierigste Scope, weil gerade wir machen das zum Beispiel auch beim MTC, dass wir Mobilitätsanalysen machen für Unternehmen, dass wir sagen, okay, sie haben jetzt 300 Mitarbeiter, wie kommen die eigentlich ins Unternehmen? Wie ist das Potenzial? Also könnten die zum Beispiel jetzt im Raum Basel oder Zürich oder halt in Wien oder in Linz eine Fahrgemeinschaft gründen, wäre es möglich, ein Jobrad denen zu geben, weil alles, was halt unter, ich sage mal, einer halben Stunde ist, könntest du mit dem Radl fahren, in Wien sowieso öffentlich, also wir haben bei uns in der Baukasse Ubernumseck. Und dann hast du einmal ein Potenzial. Und dann sagt man, okay, das ist der Ist-Wert, wo wollen wir eigentlich hin? Wie viel CO2 könnte ich mit welchen Maßnahmen einsparen? Und das bekommen die Firmen und da geht es zum Beispiel auch darum, kann ich Ladestationen für meine Mitarbeiter, die mit dem privaten Elektro zur Firma kommen, kann ich die überhaupt installieren, möchte ich das? Und vor allem zu welchem Betrag sollen die laden? Und dann kommen wir ins Spiel, also EMTC-Power, und wir projektieren das Ganze. Also das heißt, von der Netzanfrage, Grabungsarbeiten bis zur Wallbox und wenn das Ding dann dort hängt, dann können wir auch unterschiedliche Tarife eingeben. Der Fuhrpark zu null, weil es ist der Strom des Unternehmens, ist das Auto des Unternehmens. Aber wenn du jetzt mit dem privaten Elektroauto kommst, hast du wahrscheinlich einen besseren Tarif. Er darf nicht null sein, also du darfst die Mitarbeiter den Strom nicht schenken, sonst müsstest du es wieder versteuern. Oder du sagst auch, okay, ich möchte auch eine öffentliche Ladeinfrastruktur haben. Das heißt, auch meine Lieferanten sollen laden können und eigentlich jedermann, also klassisches Hotel zum Beispiel oder ein Unternehmen, das auch sichtbar sein möchte auf jeden Navigationssystem oder in der Öffentlichkeit oder in jeder App wird es dann sichtbar. Das heißt, du schaffst fürs Unternehmen einen Mehrwert, aber du reduzierst auch deine CO2-Emissionen. Und das sind so zwei Hebeln. Das eine ist steuerlich, ja natürlich, das muss ich rechnen, muss sie ausgehen. Aber das andere ist sehr wohl auch Rahmenbedingungen auf einer höheren Ebene, dass du überhaupt, ich sage einmal, ja, bei Ausschreibungen zum Zug kommst.
SPEAKER_00Ja. Ja, du hast vorhin gesagt, der Scope 3 ist so der Schwierigste. Ich habe mich vor kurzem mit einem Vorpark, also einem Logistiker unterhalten, der sehr viele Zulieferer hat, also sehr viele Unternehmen, die für ihn fahren. Und das sind zum Teil auch kleine Unternehmen dabei. Und jetzt ist es für die größeren natürlich viel einfacher, zu sagen, ich würde jetzt neue Beschaffungen einfach elektrisch machen. Die haben auch die Kohle, die haben notfalls, können sie sich auch da einen Kredit noch holen, die haben dann eine gewisse Kreditwürdigkeit. So ein Einzelunternehmer mit ein, zwei Lastwagen, der hat da schon mehr ein Problem damit. Und auch unter anderem, wenn es um die Finanzierung geht. Und da kommt dann schon auch ins Spiel, dass einerseits eben der Logistiker recht ein Hebel hat und sagt, hey, wenn du für uns fahren willst, dann elektrisch. Das heißt, der hat schon mal einen großen Trigger, zu sagen, ich muss umrüsten, weil sonst verliere ich Aufträge. Und der zweite ist aber auch der, dass der natürlich nach auch zu seinem Leasing-Unternehmen oder seiner Bank gehen kann und sagen kann, schau, ich kann gar nicht anders. Also ich muss den Neben effect, dass die sich natürlich auch Gedanken darüber machen. Was ist da noch das TCO? Also, ein Fuhrpark wird viel, viel mehr wie an Einzelunternehmer. Also das ist jetzt mal eine Behauptung, nichts gegen die Einzelunternehmer. They can auch sehr genau rechnen. Aber da ist es ein Fuhrpark einfach der größere Hebel noch dabei. Und die kommen dann auch an Rechnen und zeigen dann auch der Bank, schau, unterm Strich wird das Ganze günstiger. Also mir bleibt mehr Geld übrig, um den Kredit abzuzahlen wie bei einem Verbrenner. Also da ist durchaus ein Hebel da.
SPEAKER_01Ja, muss ich dann spezifiken, du glaubst, bei uns wird vielleicht alles gefördert, aber es gibt schon gezielte Förderungen, die wichtig sind. Das war zum Beispiel die E-Nin-Förderung. Also die wird es jetzt, schauen wir mal, ob es das wieder gibt, die E-Nin-Abkürzung elektrische Nutzfahrzeuge und Ladeinfrastruktur. Das heißt, genau das, was du jetzt gerade gesagt hast, ich bin ein kleiner Fuhrburg, der durchschnittliche Fuhrpark in Österreich sind 17 Fahrzeuge. Also wir reden ja nicht von den 100.000. Ja, klar gibt es eine österreichische Post oder große Versicherungen, die hunderte von Fahrzeugen haben, die postet über 5500 Elektrofahrzeuge, die werden bis 2030 um das Doppelte wachsen. Also die werden die komplette Flotte dekarponisieren. Aber ein klassischer Fuhrpark sind 17 Autos, ist trotzdem eines der Top 3 bis 5 Budgetposten eines Unternehmens. Also das ist nicht irgendwas an Fuhrpark zu betreiben, ökonomisch und ökologisch klug und um das geht es. So, das hat man erkannt und dann hat man gesagt, nicht nur das Fahrzeug, das heißt, da wurden die erhöhten Investitionskosten, wenn du heute einen Verbrennern-Nutzfahrzeug gegenüberstellst zu einem elektrischen Nutzfahrzeug und die Mehrkosten davon wurden zu 80 Prozent, wenn ich mich jetzt richtig erinnere, gefördert und zusätzlich noch die Ladeinfrastruktur. Also genau das, was du gesagt hast, ein Ladepunkt am Firmenstandort wird schon reichen, passende Ladekarte, vielleicht kann ich sogar an Depot laden, dort wo ich entlade, ja dann bleibst du eigentlich in deinem eigenen Ökosystem. Also das funktioniert und auch die E-BIN, tatsächlich elektrische Busse und Ladeinfrastruktur, auch das wurde gefördert. Da haben wir zum Beispiel mit Big Bass Vienna einen sehr großen, ja einen sehr großen Betreiber gewonnen als Kunde. Das ist ein Doppeldecker-Bussefahren durch Wien, rein elektrisch. Und die müssen um 6 Uhr oder 7 Uhr in der Früh spätestens alle vollgeladen sein. Jetzt sind das an die 20 Busse und haben 16 Ladepunkte. Wir haben da Lastmanagement gemacht, weil da zu wenig Anschlussleistung war. Also da kann man sich technisch sehr gut helfen, dass man nicht über seine Netzbereitstellung drüberkommt. Das projektieren wir alles, aber das führt auch dazu, dass diese Dekarbonisierung im öffentlichen Verkehr, also wir haben auch eine Clean Directive Vehicle, also eine CVD, Clean Vehicle Directive, die besagt auch, dass ein gewisser Prozentsatz ab 20, 5 und 2027 rein elektrisch sein muss in der Beschaffung. Öffentliche Beschaffung heißt zum Beispiel Mystautos. Also wir werden jetzt ganz viele solche Fahrzeuge im öffentlichen Bereich sind, die einfach elektrisch und leise unterwegs sind, genau wegen diesen Vorgaben. Und jetzt schaut man sich dann natürlich immer die passenden Fahrzeuge an, auch die Ladeinfrastruktur. Also das ist wirklich weil E-Mobilität ist ein ganzes Ökosystem. Das ist nicht nur, ich ersetze einen anderen Antrieb gegen etwas anderes, sondern ich habe mit diesem Akku oder mit dieser Ladeinfrastruktur plötzlich ganz andere Geschäftsmodelle, ganz andere Möglichkeiten, natürlich Investitionskosten, das ist schon klar, die versuche ich halt abzufedern, noch durch Förderungen oder durch passende Partner, wo ich halt schauen kann, dass ich viel Content dort habe auf diesen Ladepunkt, weil umso eher amortisiert sich dieser Ladepunkt. Aber was ganz wichtig ist, wenn da in jeder so seine Stellhebel nutzt, dann schaffen wir tatsächlich relativ rasch einen erheblichen Anteil an Elektrofahrzeugen bei uns in Österreich oder auch europaweit, weil viele Unternehmer natürlich ja international tätig sind. Und was man wirklich erkannt hat, und das ist schon langsam etwas, was ganz wichtig ist, Österreich hat sich committed zu Strafzahlungen, also eigentlich nicht zu Strafzahlungen, sondern zu Klimazielen. Und das erste ist einmal 2030. Das heißt, wir haben nur mehr knapp viereinhalb Jahre Zeit, dieses Klimaziel zu erreichen. Und wenn wir das nicht schaffen, dann kostet das richtig Geld. Also das sind knapp 9 Milliarden Euro. Und da ist immer die Überlegung, förder ich gescheit. Und auch keine Strafzahlungen, das ist ja nur im ersten Jahr, ist dieser Betrag fällig. Im zweiten Jahr, also 31, 32, 33, geht ja das weiter. Und das geht zu Lasten natürlich der österreichischen Wertschöpfung, wenn ich das so sage. Und da ist immer die Frage, was ist gescheitern? Und deswegen sind wir so bestrebt, ja, wirklich mit.
SPEAKER_00Dann behalte ich es doch im Land, oder? Also dann behalte ich es doch im Land. Dann gebe ich das Geld lieber ein bisschen früher aus und sorge dafür, dass die Strafzahlungen wegbleiben und schaffen noch eine Wertschöpfung.
SPEAKER_01Genau. Und wir haben die Möglichkeit. Ich habe Stefan gesagt, mit der regenerativen Energie, die wir da in Österreich produzieren, geht es nur darum, das Ding zu speichern. Und wir haben Speichermöglichkeiten. Einerseits im Elektroauto waren wir mit Pufferspeicher. Und das ist eigentlich die große Herausforderung. Denn eines ist auch klar, die Unternehmen, die jetzt dekarbonisieren müssen oder tun, die bestimmen eigentlich in den nächsten vier Jahren, ob wir diese Ziele erreichen oder nicht. Und auch bei den Privatpersonen, wenn wir heute noch 36 Monaten Fahrzeuge am Markt sehen, die gut gewartet worden sind, gerade von Firmenkunden, dann muss es ja nicht unbedingt für mich als Privatperson immer ein neues Elektrofahrzeug sein. Das heißt, die Klima.
SPEAKER_00Ich kann mir eh niemandem empfehlen, ganz ehrlich.
SPEAKER_01Natürlich, dem widerspricht natürlich die technische Entwicklung. Es gibt Leute, die immer das Neueste und das weiß ich nicht was haben. Eigentlich bist du safe. Wir machen ja Batteriekapazitätsprüfungen aus ÖMTC. Das heißt, du kannst sicher sein mit deinem Zertifikat, wie viel SOH, also wie viel State of Health, also wie viel Gesundheitszustand hat dein Akku eigentlich. Und du hast, du weißt das selbst, mittlerweile haben wir 2000, 3000 Ladezyklen Garantie auf einen Akku, da reden wir von einer halben Million Kilometer oder mehr. Also wenn ich heute 300 Kilometer mit einem Auto komme, ich habe 300 Kilometer Reichweite mit meinem Akku und habe 2000 Ladezyklen. Also 300 mal 2000 bin ich bei 600.000 Kilometern, die mir garantiert werden. Und das gibt es bei einem Verbrenner eigentlich nicht. Und selten das auch eine halbe Million Kilometer fährt, egal ob beruflich oder privat. Und das muss man einfach viel mehr an die Bevölkerung bringen, dass da wirklich, ja, dass man auch diese Mythen aufklärt, die da herumgeistern, die seit noch vor 10, 15 Jahren, vielleicht hat manches noch gegolten, aber nun bei weitem nicht mehr.
SPEAKER_00Bei der Gelegenheit muss ich gerade einen kurzen Shoutout machen zum Jerome Brunel. Das ist ein Podcast-Kollege von Imovotion Podcast und wir tauschen uns da öfters mal außen. Er war im Fernsehen als Gast, als Elektromobilist und dann saß da auch noch ein Dieselfahrer dabei, ein Ausliefer, äh, nicht Ausliefer, ein Außendienstler. Und der hat dann im Affekt gesagt, ja, wurde gefragt, wann er denn, wie viele Bremsen er denn schon durchgelassen hat, mit 200.000 Kilometern oder so. Noch keine, das sind immer noch die Ersten. Das glaubt ihm ja keiner.
SPEAKER_01Ja, eher das Differenz. Das ist eine besten, ja.
SPEAKER_00Ja, das ist so das beim Elektro. Und ich hatte da vorhin gerade den Punkt noch, wo diese Wartung von den Fahrzeugen, das wissen wir, das ist das eine. Also wir haben deutlich weniger Wartung. Wir haben je nach Fahrzeughersteller auch keine Servicepflicht und keine Service-Intervalle. Ich weiß, die Deutschen haben das ganz gern. Da verdient man natürlich auch immer noch ein bisschen Geld damit.
SPEAKER_01Wie meinst du jetzt Tesla? Du meinst, Tesla gibt es tatsächlich keine Vorgabe, aber bei anderen Fahrzeugen schon ein Auto. Sagst du, ich fahre eine andere Marke und dann mache ich es schon aus eigenem Interesse. Aber noch mehr, wie du sagst, das ist lächerlich, was der Service kostet.
SPEAKER_00Man sollte natürlich trotzdem gehen und das überprüfen lassen, regelmäßig. Kann man aber eben auch, und da breche ich jetzt auch mal eine Lanze, ich weiß nicht, ob ihr das auch macht. Ich war jetzt kürzlich beim TZS, dem Schweizer Pendant, und habe da auch einen Check machen lassen. Und das hat mich 120 Franken gekostet, einmal komplett durchgecheckt, ob alles in Ordnung ist. Muss ich nicht mal zu Tesla gehen, die mir dann vielleicht noch irgendwo das eine oder andere doch mal verkaufen, sondern einfach eine ehrliche Analyse. Ich wollte aber auf eins noch zukommen, weil du hast vorhin die Müllfahrzeuge zum Beispiel genannt. Und das ist so ein Aha-Effekt, den ich hatte vor kurzem, wo mir auch einer gesagt hat, schau, wir sparen unheimlich viel Geld an der Wartung von den Fahrzeugen. Weil was passiert bei so einem typischen Müllfahrzeug? Relativ schwer und üblicherweise alle paar Meter anfahren, bremsen, anfahren, bremsen, anfahren, bremsen. Und das Ganze mit dem ganzen Gewicht, wo der hinten drauf hat. Und selbst wenn der noch leer ist, sind die Dinger schwer. Da geht alles kaputt daran. Das ist so, diese Lastwechsel, mögen die gar nicht. Mögen Elektromotoren unterm Strich auch nicht ewig, muss man dazu sagen. Lastwechsel, gerade so die harten, sind auch nicht gut, kann man aber viel besser abfedern. Und da spart man ebenfalls relativ viel. Also die Haltbarkeit der Fahrzeuge wird deutlich hochgesetzt durch den elektrischen Antrieb.
SPEAKER_01Ja, wobei wir sind jetzt wirklich im betrieblichen Kontext, beziehungsweise im privaten Kontext, which the Unternehmen jetzt einmal natürlich Geld sparen durch die Betriebskosten. Bei einer TCO-Rechnung, wie wir vorhin gesagt haben, rechnet sich das schon heute. Aber jetzt denkt man das ein bisschen weiter. Wir haben in Österreich 5,2 Millionen Pkw. So, jetzt hätten wir eigentlich 5,2 Millionen mobile Speicher. Und wir haben das Elektrizitätswirtschaftsgesetz in Österreich, das heißt, der mobile Speicher gilt jetzt tatsächlich als Speicher. Und wir sind als UMTC-Verbandsbetriebe, sind wir auch Mitglied in der V2G Alliance Austria, also mit mir. So, was machen wir dort? Wir versuchen auch der Bevölkerung zu erklären, lieber Kunde, du hast da einen mobilen Speicher, den kann man wesentlich besser nutzen. Einerseits natürlich intern, also über 50 Prozent der Österreicher wohnen im Eigenheim, da ist natürlich noch einfacher. Nicht nur Wege to Load, dass ich jetzt einen Verbraucher anstecke und ich weiß nicht, meine Kaffeemaschine bediene oder meine Pumpe, wenn ich einen überfüllten Keller hatte, weil das habe, weil es hat es tatsächlich vor ein paar Jahren gegeben, da haben wir ein großes Hochwasser gehabt. Und da haben zwei E-Mobilisten ihre überfüllten Keller auspumpen können, indem sie ihre Tauchpumpe angesteckt haben ans Elektrofahrzeug. Also auch in Notsituationen kann so ein Akku ein bisschen mehr, als nur von A nach B zu fahren, sondern einfach in die entgegengesetzte Richtung Energie abgeben. Und wenn wir das jetzt weiterdenken, Weg to Load wäre ein Verbraucher, Weg zu Building wäre eigentlich, dass ich meinen Akku nutze, um ein Gebäude damit sozusagen zu bedienen. Könnte mit, ich habe 82 Kilowattstunden Akku, ich könnte mehr als eine Woche aus meinem Akku leben. Weißt du, und wenn man solche Geschichten erzählt, dann wird klar, und dann schaut man sich ja, wie viele Kilometer fahre ich wirklich am Tag. Also der Durchschnittsösterreicherfahrt keine 30 Kilometer am Tag, es werden 37 sein, wird in der Schweiz nicht anders sein, es ist jetzt noch ein bisschen kleiner, wenn ich das so sagen darf. Die Dinger sind extrem effizient. Das heißt, wenn das Auto steht und diese Projekte gibt es mit BMW und E.O.N. und mit Ford und ich weiß nicht, mit Renault zum Beispiel auch in Frankreich, dass das Auto immer, wenn es angesteckt ist, Geld verdient. Und so viel Geld, dass du eigentlich zwischen 500, 700 oder sogar 800 Euro im Jahr damit Geld magst, ohne dass du damit fährst. Und diese Projekte versuchen wir aufzuzeigen und zu sagen, hey, was gibst du eigentlich für Möglichkeiten? Und jetzt stellt ihr das vor, in Utrecht zum Beispiel, wir haben da immer Abstimmungen mit dem Marco Piffaretti zum Beispiel, eher auch ein Schweizer, ja, der Marco, ein sehr guter Freund von mir übrigens. Nein, der ist super, der hat die Task 53, ist er da dabei.
SPEAKER_00Ich wollte vorhin sagen, wo du gesagt hast, dass du da in der Alliance dabei bist, kennst du sicher, Marco. Den habe ich übrigens noch nicht in den Podcast bekommen. Marco, wenn du uns hörst, es wird ehrlich.
SPEAKER_01Gerne, wir schreiben ihn gleich an. Und um solche Erfolgsstorys geht es um solche Möglichkeiten, die man aufzeigt, weil das ist vielen gar nicht bewusst, wie viele Autos stehen da eigentlich herum, wie viele Leute haben aber gar keine Möglichkeit, daheim zu laden. Dann könnte man ja auch im öffentlichen Raum, und das gibt es in Utrecht mittlerweile, dass auch öffentliche Ladeinfrastruktur für bidirektionales Laden ausgelegt ist. Das heißt, du sagst einfach dem Energieversorger, okay, von meinen 50-Kilowattstunden Akku kannst du die Hälfte haben, aber dafür möchte ich Betrag X. Jetzt klingt das einmal super. Natürlich sind ein paar Herausforderungen. In Österreich ist es de facto nicht verboten, bidirektional zu laden. Aber wir haben noch einige Herausforderungen. Du brauchst natürlich nicht nur das Elektrofahrzeug, das AC oder DC oder beides kann, die passende Wallbox, die natürlich, wir haben die 1511820, das ist das Kommunikationsprotokoll auf international Standard, also so wird es echt funktionieren, aber dann geht es weiter mit einer Software. Das heißt, die Software muss natürlich auch kommunikationsfähig sein mit allen Teilnehmern und dann geht es schon weiter in ein Energiemanagementsystem. Okay, dann brauche ich aber einen Aggregator in die nächste Höhe. Das heißt, der aggregiert oder macht Arbitragen und handelt den Strom, vernetzt und teilt auch aus. Das heißt, ich habe überall bei diesen einzelnen Punkten, habe ich dann vielleicht noch eine Einkommensteuer zu zahlen, eine Umsatzsteuer zu zahlen. Was ist, wenn der Akku von einem Leasing-Fahrzeug ist und du bist Dienstwagennutzer? Ist das dann eigentlich erlaubt, ja oder nein? Das heißt, wir brauchen noch rechtliche Rahmenbedingungen, die das einfach machen. Aber das Potenzial, das wir hätten, das Potenzial, das wir hätten, das muss man wirklich den Leuten klar machen. Wir haben kein Energieproblem in Zukunft, wenn wir das erlauben. Wir haben die Möglichkeit, dieses schöne Wort Wertschöpfung, was du genannt hast, dann noch weiterzudenken. Nicht nur beim Laden, dass ich meinen eigenen Ökostrom habe, wunderbar, kann nicht da jeder, aber dass jeder an dieser berühmten Energiewende mit seinem Elektrofahrzeug mitpartizipieren kann. Und das macht extrem viel Spaß, weil wir haben jetzt ein Forschungsförderungsprogramm, da sind wir dabei, jetzt in einem Konsortium, wo wir tatsächlich Park-to-Grid zeigen werden, also wo einige Fahrzeuge tagtäglich angesteckt werden, tagtäglich fahren und dann ans Building jetzt einmal Energie abgeben können. Und was bedeutet das jetzt für eine komplette Flotte? Das heißt, du musst dir vorstellen, wir haben da zum Beispiel bei uns im Haus haben wir 800 Mitarbeiter, wir sind insgesamt 4.500 in Österreich, aber wir haben 450 Stellplätze. Also jetzt stellt er vor, 450 Elektrofahrzeuge sind ständig, und das kann am Wochenende sein, wenn du einen Wochenenddienst hast, sind ständig mit dem Gebäude verbunden. Da rede ich noch gar nicht ans Netz. Das heißt, du würdest extrem viel Energie sparen können. Und jetzt stellt er das noch einmal erhöht vor, in einer Flotte mit schweren Nutzfahrzeugen, mit E-LKWs. Also das ist ein Riesenpotenzial und vom öffentlichen Raum rede ich noch gar nicht. Und das macht eben so wahnsinnig viel Spaß, weil dieses Elektroauto einfach viel mehr kann als tolles Drehmoment, hoher Wirkungsgrad, günstige Betriebskosten. Ich sage jetzt alles Positive. Das ist aber ein Potenzial, das kannst du mit einem konventionellen Auto nicht bringen.
SPEAKER_00Und da habe ich genau das Problem, dass ich überlege, jetzt bei mir im Haus müsste ich eigentlich einen Speicher einbauen. Das wäre komplett sinnvoll, bei mir einen Speicher einzubauen. Und ich habe gleichzeitig aber 190 Kilowattstunden an Batterie vor dem Haus stehen. Also mindestens die Hälfte davon steht meistens zu Hause rum. Und das ist ein gigantischer Speicher, den ich da habe, der eben das Haus locker über die Nacht bringt and auch über zwei Nächte bringt. And tagsüber, da muss es also wirklich ganz übel schneiden und alles, was ich keinen Strom produzieren würde, dass ich dann irgendwann mal wieder aufs Netz zugreifen müsste. Also das ist ich sag, this vehicle to home ist jetzt zum Beispiel, wäre jetzt in der Schweiz auch nicht das Problem. Wo allerdings wir ein Problem haben, ist, wenn du zurück ins Netz einspeisen möchtest. Weil du hast da keinen Herkunftsnachweis dafür. Und dann behandelt der Stromanbieter deinen Strom, der aus dem Elektroauto käme, als Graustrom und den nimmt er dir zwar ab, weil das physikalisch gar nicht ablehnen kann, aber er vergüte den nicht. Das heißt, du kannst das schon machen, du hilfst vielleicht auch noch dem Netz, aber Geld gibt es keins. Und da ist natürlich auch der Punkt, wo alle sagen, nee, das mache ich dann auch wieder nicht.
SPEAKER_01Ja, das geht ja noch in der Schweiz, in Deutschland, ist noch ein bisschen schlimmer, weil die haben zum Beispiel keine Smart Meter. Also wir haben mittlerweile über 90% Smart-Meter verbaut in Österreich. Und das bedeutet, ich muss ja das messen können. Das ist einmal das eine. Die große Herausforderung, die wir noch sehen, sind schon, dass es proprietäre Systeme sind, also keine interoperablen Systeme. Das heißt, du kannst nur von der einen Automarke die Wallbox und das Energiesystem kaufen. Aber in einer Flotte zum Beispiel, wo ich einen Mischfuhrback habe, nutzt man das nichts. Ich kaufe jetzt nicht für jeden einzelnen Anwendungsfall die passende Wallbox und das Energiemanagementsystem, sondern das muss alles interoperabel sein. Das war so früher wie früher, was du dich erinnern kannst, wie es in der Schweiz war, aber führt sich mal Kassen, du musst immer zu der Herstellerwerkstatt fahren. Also da haben wir immer propagiert als Interessensvertretung, nein, das kann nicht sein. Es muss freie Werkstätten geben, die natürlich originale Satzteile haben und natürlich die passenden Mechaniker. Aber eigentlich möchte ich mich als Konsument aussuchen können, was ich mir kaufe und will nicht sozusagen von einem abhängig sein. Und was mache ich in der Familie, wenn jetzt deine Partnerin oder wer auch immer dein Partner dort eine andere Wallbox hat oder ein anderes Elektrofahrzeug hat, dann braucht er wieder eine andere Wallbox. Und das machen wir in dieser V2G Alliance Austria, weil wir sagen, Leute, das muss interoperable sein, sonst fliegt das nicht. Und dann gibt es halt leider Gottes und die Horaussetzungen, dass eben die Anexer. Wallbox kommuniziert nur mit dem Auto, warum das so ist, keine Ahnung. Aber wir müssen das wirklich ganzheitlich sehen, dass da wirklich jeder mitpartizipieren kann, egal welches Auto ich derzeit fahre.
SPEAKER_00Es gibt ja so einen deutschen Hersteller, aber ich weiß jetzt den Namen nicht. Ich komme nicht mehr drauf momentan. Vielleicht kennst du den. Die bauen eben diese DC-Wallboxen, die quasi einfach mit jedem Fahrzeug funktionieren. In denen ist es einigermaßen egal, weil sie sagen einfach Physik, der Strom fließt. Punkt.
SPEAKER_01Genau, genau. Jetzt ist das die eine Seite, ja, das haben sie uns auch alle gesagt, aber wenn du dann testest, und das machen wir, braucht man gewisse Grid-Codes oder die Codes auch vom Fahrzeug, die musst du bekommen, ist das nächste. Wir haben in Österreich auch Firmen, die das natürlich anbieten, und genau das ist ein Punkt, wo wir es testen werden. Also das Forschungsprogramm wird dauern circa wahrscheinlich zwei Jahre. Das wird mit September starten. Und wir werden das auch begleiten, damit auch wirklich die Öffentlichkeit wahrnimmt. Da gibt es jetzt noch eine Möglichkeit, außer von A nach B zu fahren. Und das machen wir, weil versprochen ist das eine, umgesetzt ist das andere. Und deswegen sind wir da bestrebt, so wirklich so, ich würde nicht sagen, den Druck, aber die Möglichkeiten von unten nach oben zu skalieren und zu sagen, die Leute werden in Zukunft ins Autohaus gehen und fragen, kann ich dort AC laden, kann ich DC laden, kann ich mit jeder Wallbox dort laden oder nicht. Und die Entscheidung trifft dann der Konsument oder auch der Fuhrpark, das Unternehmen, und die werden dann auch die Nase vorne haben, die das tatsächlich interdisziplinär machen.
SPEAKER_00Ich glaube, da muss es auch einfach mal ein, zwei, drei geben, die kippen und einfach sagen, wisst ihr was, die machen das einfach. Anderes Beispiel geht in dieselbe Richtung, wo Audi angefangen hat, zu sagen, Sitzheizung kannst du schon haben, das musst du aber an Abo lösen. Und dann einfach andere Hersteller kommen und sagen, was? Sitzheizung? Nee, ist inklusive. Wir haben übrigens noch eine Drohne eingebaut, da kannst du gucken, wie es zu vorne mit dem Stau, was da los ist. Ist auch dabei. Und dann kippt das irgendwann. Und natürlich, das sind jetzt eher die chinesischen Anbieter, die da relativ stark kommen mit solchen Features und sagen, das gehört einfach dazu, was sollen wir da irgendwie Abos machen? Aber das kippt schon auch. Also da gibt es ganz treue Markenenthusiasten, die sagen, für mich kommt nichts anderes in Frage, die dann angesichts von irgendwelchen Abos für Sitzheizungen dann auf einmal doch noch schauen, was gibt es links und rechts.
SPEAKER_01Ja, da gebe ich dir schon, ich kenne das auch so, aber nimm zum Beispiel deinen Hersteller her, den du gerade fährst, was hat der gemacht? Also ich habe noch im April 2017 damals im Fuhrpark eines der letzten Teslas bestellt, tatsächlich mit Charging for Free. Also das heißt, wenn du das Fahrzeug auch wieder zurückgegeben hast oder verkauft hast, wurde dieses Charging for free weitergegeben. Jetzt denk einmal an 120, 140 Jahre Verbrennertechnologie zurück. Wann hast du jemals Diesel oder Benzin geschenkt bekommen von deinem Hersteller? Das heißt, das sind ganz andere Ansätze, wie man Mobilität denken kann. Natürlich wäre das Fahrzeug um 8000, 9000 Euro günstiger gewesen, aber der hat das einfach mit reingerechnet. Das heißt, da kann man sich schon ein bisschen, dass man sagt, keine Ahnung, man macht ein ganzes Mobilitätskonzept oder Pauschalen, wo du einfach um einen Betrag X kümmere ich mich um deine Mobilität. Also da gibt es ganz, ganz verschiedene Dinge, die man da machen kann. Aber die Autoindustrie hat das leider ein bisschen nicht daran gedacht, dass eigene Ladestation zum Auto dazugehört. So, und jetzt haben wir dann einen Wildwuchs gehabt. 2012, 2013 hat es begonnen. Die Landesenergieversorger haben einmal Ladestationen gebaut, haben gesagt, ja, du mögst bei mir roam, okay, dann machen wir uns einen Vertrag aus. Also das war so, das ist kein Naturgesetz, das Roaming, sondern das musst du verhandeln. Also Naturgesetz wäre es schön, aber so ist es wirklich so, je nachdem, wie gut du verhandelst mit deinem Gegenüber, hast du jetzt einen besseren Roaming-Tarif für deine Kundinnen und Kunden. Und das führt da draußen tatsächlich zu Verwirrung. Weil die Automobilhersteller gesagt haben, das geht mir nichts an, ich habe nie Tankstellen gebaut. Also es hat keine Audi-Tankstelle gegeben, manche haben am Hof auch nicht gehabt, das waren aber tatsächlich Schwerfahrzeuge oder Logistiker. Aber sonst hat das nicht zusammengepasst. Und jetzt wachsen aber jetzt wachsen aber Bereiche zusammen, Energie hat nie was mit einem Auto zu tun gehabt. Ein Stromvertrag hat nie was mit einem Auto zu tun gehabt. Ein Facility Manager hat sich da nicht um die Netzanschlussleistung bei deinem Parkplatz gekümmert. Das heißt, du hast jetzt ganz viele Player und das Ganze auch noch Software getrieben, was dieses Ökosystem Auto oder Fuhrpark oder Flotte extrem komplex macht. Das heißt, früher hast du als Flottenbetreiber, hast du die Mitarbeiter einen Tankkarten in die Hand drückt, hast einen Operating-Leasing-Vertrag abgeschlossen und hast dann halt nur erinnert, dass ein Service Wartung macht und vielleicht noch Reiferwechsel und solche Dinge schon verhandelt. Ich würde nicht sagen, dass der wenig zu tun hatte, aber doch überschaubar. Und jetzt, wenn das in einer Car-Policy erlaubt ist, dass du ein Elektrofahrzeug fährst, muss sich der Flottenbetreiber oder die Betreiberin sehr wohl Gedanken machen. Kannst du daheimladen? Welche Ladekarte nimmst du? Wo kannst du laden? Kann ich an Firmenstandardladeinfrastruktur implementieren? Muss ich mit dem Facility Manager reden? Ich muss mit meinen Netzbereitstellungen vielleicht in die Höhe gehen. Ich muss Kilowatt nachkaufen, vielleicht brauche ich es sogar ein Trafo. Will ich es öffentlich stellen oder intern brauche ich einen Betreiber? Welche Software nehme ich? Welche Ladestation? Ich höre schon auf.
SPEAKER_00Und alles dazu kommt.
SPEAKER_01So, und jetzt kommen wir und wir machen das. Also relativ einfach. Mit E-Pau und Business, auch was Ladekarten betrifft oder ganz einfach die baulichen und elektrotechnischen Maßnahmen. Das heißt, wenn du den Kunden kern, wenn du weißt, was der für Herausforderungen hat, dann weißt du schon und dann kommt nur der ESG-Manager, das kommt ja auch noch dazu und sagt, du, egal wie kompliziert es ist, wir müssen aber jetzt, weil sonst kostet uns ein Nicht-Tun beim Umstieg auf E-Mobilität, einfach mehr Geld.
SPEAKER_00Ja. Ich hätte da noch eine Challenge, die ihr da noch mit aufnehmen könntet. Hatte ich tatsächlich bei einem damaligen Kunden, für den ich mal, also in meiner Zeit, wo ich mich noch um E-Mobilität auch beruflich gekümmert habe, mache ich immer noch teilweise. Also ich weiß, da hören ein paar zu, die mir jetzt gerade dann das an den Kopf werfen. Nein, da habe ich mal die Beratung gemacht, was würde es bedeuten, wenn er seine Flotte umstellt, ist ein Malerbetrieb, 50 Fahrzeuge, was würde es bedeuten, wenn er sie umstellt? Und die größte Challenge war dann wirklich, dass er relativ viele Mitarbeitende aus Frankreich hat. Und wir wurden ja ganz nah an der französischen Grenze. Und da kommen dann ganz andere steuerliche Sachen nochmal rum. Also die dürfen natürlich alle das Elektroauto das Auto mit nach Hause nehmen, damit die dann am nächsten Tag auch wieder möglichst direkt zum Kunden fahren können. Wenn die aber zu Hause laden, ein Schweizer Elektro-Geschäftsauto, wer zahlt das? Wer zahlt wie viel? Wer zahlt welche Steuern da drauf? Ganz, ganz komisch wird das dann, wenn man sagt, wir könnten uns ja noch bidirektional vorstellen. Also Schweizer PV-Strom in ein Französisches Haus nachts zurückgespießen wird dann zur Challenge.
SPEAKER_01Der hat kein Marschall. Also der Strom hat kein Maschel, ist bei uns ja genauso. Das ist zum Beispiel auch etwas, dass wir lösen werden müssen. Wenn du jetzt, ich lade jetzt beim MTC mein Dienstfahrzeug und fahre lustig nach Hause und verwende diesen Ökostrom, um eine Pool-Pumpe aufzudrehen oder sonst irgendwas. Natürlich wird man das feststellen können, deswegen immer Software getrieben. Deswegen habe ich gesagt, alles ist Software getrieben. Natürlich kann ich feststellen, wo hat der geladen. Beziehungsweise dieselbe Menge an Energie muss ja dann am nächsten Tag wieder drinnen sein. Also da gäbe es schon Möglichkeiten und das ist eine große Diskussionsrunde auch bei uns, weil wir haben ja Juristen bei uns in der V2G Alliance, die sich darum kümmern. Und die Frage ist immer, wohin will er da ein Weg? Ich kann es kompliziert machen, ich meine, wir sind in der EU, die Schweiz halt nicht, ob das jetzt ein Logo ist. Aber eigentlich muss uns das auch als europäischer Kontinent ziemlich wurscht sein. Hauptsache, es funktioniert, ich sage es jetzt ganz einfach, natürlich darf es keine Stromtiebe geben, um das ganz profan zu sagen. Das ist schon klar, das muss man ausloten können. Aber dass es überhaupt funktioniert, dass es solche Möglichkeiten gibt und die sollte man einfach nutzen. Das wäre total schade, diesen Akku, du hast das eh angesprochen, wie viel 150 Kilowattstunden herumliegen, ich sage es jetzt einmal so, die du eigentlich bezahlt hast, aber die du nur laden kannst und nur entladen beim Fahren, aber der kann sonst nichts Sinnvolles tun. Also alleine Wege zu Building wird bei dir schon reichen. Oder kauf da bitte einen Elektrogriller und Grill mit deinem Akku. Also irgendwo Sinnvolles. Also kein Gasgriller, sondern ein Elektrogriller. Also das wären schon so kleine Benefits, die man da erzählen kann, diese Geschichten. Und je mehr solche Möglichkeiten wir zählen, umso kreativer werden wir und umso bessere Lösungen werden wir arbeiten können gemeinsam.
SPEAKER_00Das spricht gerade ein heikles Thema, da hat mich vor kurzem mal einer angesprochen. Ich habe so ein paar Grills bei mir zu Hause. Und warum hast du keinen Elektrogrill?
SPEAKER_01Der Gas ist alle gesund, ja.
SPEAKER_00Nee, müsste ich mir tatsächlich mal überlegen. Vor allem wäre es natürlich auch noch bestechend, wenn bei schönem Wetter der Strom direkt vom Dach kommt. Und ich muss auch ehrlich sagen, der größte Pain ist immer, wenn es Gas leer ist und dann musst du losdüsen und Gas kaufen. Das passierte natürlich bei schönem Wetter, zumindest mit PV-Strom, so schnell nicht.
SPEAKER_02Genau.
SPEAKER_00Marcella, ich nutze gerade so die Gelegenheit. Wir sind eigentlich voll in Fahrt und es gäbe sicher noch einige Themen, die man da anschneiden könnte. Aber ich habe mir schon notiert, dass ich dich auf jeden Fall vielleicht auch mal zusammen mit dem Marco da mal zu dem Thema Vehicle to Grid und dieser Alliance nochmal einladen möchte und speziell das Thema nochmal genauer anschauen möchte. Wir sind so ziemlich an einer Stunde jetzt rangekommen und ich fand es unheimlich entspannend, das Gespräch. Wir brauchen also gar nicht groß Vorbereitungen, sondern es läuft dann einfach. Das sind immer die liebsten Folgen. Ganz herzlichen Dank, dass du da warst, dass du die Insights geteilt hast, wie es in Österreich momentan los ist, was da geht. Ich glaube gerade diese Lösung, die du auch angesprochen hast, das ist etwas, wo natürlich sich bisher die Branche nicht drum gekümmert hat und nicht darum kümmern musste, wo aber eben auch neue Wertschöpfung entstehen kann, dadurch, dass eben Firmen oder auch Automobilclubs kommen und sagen: Lasst uns das einfach mal lösen. Ja, es ist komplex, ja, es ist viel Software dabei und ihr müsst das nicht alle wissen. Wir übernehmen das. Und wenn man da schön aufzeigen kann, was da für Vorteile dahinter stehen, dann fangen vielleicht doch die ein oder anderen auch mal an zu rechnen. Und das wird dann eben noch mehr auslösen, wie einfach nur eine Elektrifizierung des Straßenverkehrs, sondern das ist dann wirklich das Elektroauto als Teil der Lösung und nicht als Teil des Problems. Und also da ganz herzlichen Dank für eure Arbeit und auch fürs Dasein heute.
SPEAKER_01Gerne Folge.
SPEAKER_00Für diejenigen, die noch gerne ein bisschen mehr wissen wollten über das Thema, die noch wissen wollen, was hat er denn da vorhin noch angesprochen für andere Folgen, schaut mal auf derMobilist.show. Da findet ihr alle Folgen, die bisher erschienen sind, logischerweise. Da findet ihr auch das Portal, wo ihr euch gratis anmelden könnt und dort in einem Diskussionsforum auch mal Fragen stellen könnt, auch an die Gäste Fragen stellen könnt. Und ihr könnt dort auch, wenn ihr dann möchtet, mir einen digitalen, virtuellen Kaffee spendieren oder euch sogar als Sponsor einer Folge betätigen. Aber ich betone es immer wieder, der Mobilist bleibt gratis, ihr müsst überhaupt nichts, ihr dürft und ihr dürft vor allem zuhören. Und wenn es euch gefallen hat, fünf Sterne geben. Am liebsten bei Apple und Spotify. Das hilft mir ganz besonders. Marcella, ganz viele Grüße nach Wien. Und ich weiß, du bist auch immer mal wieder in Basel. Wir müssen es dann irgendwann mal packen, uns live zu sehen, entweder in Wien oder in Basel. Und bis dahin wünsche ich dir immer guten Ladestand.
SPEAKER_01Danke. Dir auch alles Gute und danke für die tollen Fragen.
SPEAKER_00Gerne. Und euch allen eine gute Woche und bis nächsten Donnerstag wieder. Tschüss zusammen.
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