Grätzlgeschichten

29 | Josef Ressel: Wien und die Geschichte der Schiffsschraube

Stadt Wien

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 21:16

In dieser Folge der Grätzlgeschichten dreht sich alles um das Denkmal von Josef Ressel im Wiener Resselpark. Wer war der Mann hinter der Statue – und was hat er wirklich erfunden?

Andreas und Walter erzählen die spannende Geschichte eines beharrlichen Tüftlers, der die Entwicklung der Schiffsschraube maßgeblich vorantrieb, und werfen dabei auch einen Blick auf Technik, Fortschritt und Erfinder-Mythen in der Habsburgermonarchie.

Eine kompakte Episode über große Ideen, Rückschläge und echten Pioniergeist.

Mehr Wiener Geschichte findet ihr im Wien Geschichte Wiki. Andreas und Walter könnt ihr außerdem in der Geschichtsgreißlerei hören.

Wir freuen uns, wenn ihr der Stadt Wien auf Social Media folgt:

Habt ihr Feedback ? Schreibt uns an podcast(at)ma53.wien.gv.at und abonniert den Podcast für mehr spannende Wiener Stadtgeschichten.

-Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Grätzlgeschichten. Es begrüßen euch, Andreas und Walter. Walter, letztes Mal hatten wir den Maulbeerbaum und wir können jetzt sagen, Natur und Technik, bei uns findet alles statt. Heute ein Thema für dich als Technikhistoriker, natürlich von besonderer Bedeutung. Heute geht es um den.-Josef Ressel, also wir schauen uns heute das Resseldenkmal im vierten Bezirk an, da steht genau vor der TU Wien, also in der Sichtachse zum Haupteingang und mitten im Resselpark, also das Denkmal zeigt auch so eine große Statue von einem Mann in so ein typischer, biedermeierlicher Mode mit Hand auf dem Herz in den Horizont blickend, also diese Statue wurde 1863 gegossen, war eigentlich zuerst für die Hafenstadt Triest gedacht, verblieb aber dann in Wien.-Ja, ich habe mir das Denkmal angesehen. Auf deinen Hinweis hinauf. Die Inschrift ist in Latein gehalten, jetzt hat es zu meiner Zeit im Gymnasium noch Latein gegeben, aber ganz viel ist nimmer hängenlieben, also was steht da drauf und wie kommt es dazu?-Ja, also es ist im Latein gehalten, dass eben die Erfindung der Schiffschraube dem Josef Ressl zugeschrieben wurde, was ja nicht ganz stimmt. Es werden wir jetzt auch weiter besprechen, aber das zeigt natürlich diese übliche, damals nach wie vor noch widersprüchliche Haltung des Habsburger Reiches zur Modernisierung. Also auf der einen Seite ehrt man eben einen Pionier des Schiffsantriebs, also in Zusammenhang auch mit dem Vorstellung, eine Maritime Großmacht zu werden. Man will also auch Wissenschaft und industriellen Fortschritt propagieren. Und auf der Anderen Seite greift man auf Latein zurück, also als auf die ehemalige Universalsprache des Vielvölkerstaats, das Latein schon längst nicht mehr verwendet wurde, überholt war und eigentlich bisschen verzopft war.-Ja, wir sind ja da quasi an der Epochengrenze 18., 19. Jahrhundert oder dann halt früheres 19. Jahrhundert, aber gibt es noch ein Denkmal für den Josef Ressel in Wien?-Ja, interessanterweise gibt es einige Denkmäler für Josef Ressel, es gibt noch eines, es steht im Park gegenüber der Forstakademie im vierzehnten Bezirk und es gibt noch eine Gedenktafel auf der Gumpendorfer Straße 130, die, die ist aber noch ergänzt, mit zwei weiteren Tafeln für andere österreichische Technikpioniere. Nämlich für Peter Mitterhofer und für Josef Madersberger.-Okay, also Josef Ressel aufgrund des Resselparks irgendwie, ja, bekannter Name, die Anderen beiden Namen kenne jetzt nicht wirklich.-Ja, nun, der einen wurde ja die Erfindung der Schreibmaschine ihm zugeschrieben und dem anderen die Nähmaschine. Also. Alle drei Fälle wurden jedoch sehr lange in so ein nationalistisches Geschichtsnarrativ eingebaut. Also da geht es immer um die Mythos des verkannten österreichischen Genies, und dieser Mythos sollte eben auch bedient werden, die Propagierung von Erfindungen war ja in anderen Ländern ja auch nicht unüblich, also eben so, um die nationale Leistung hervorzuheben, aber wie auch immer sind diese Narrative sehr widersprüchlich und sehr kritisch zu beachten und zu beobachten, weil natürlich, es gibt nicht den oder die Erfindungen oder die Erfinder, die das alleine eigentlich gelöst haben.-So und bevor man zur Geschichte vom Josef Ressel, gehen erst einmal zwei Minuten Heimatkunde.-Im österreichischen Selbstverständnis gilt das Land als ein Ort der Sagen, Märchen und Mythen, und eine der beliebtesten Geschichten ist jene vom genialen, aber glücklosen Erfinder im Gegensatz zu anderen Nationen, die ebenfalls nationale Narrative von Erfinder und Pionier Geist propagieren, gehört das Scheitern zu jenem Charakteristikum, das, das uns von den anderen kontrasttiert. Aber wie unterscheidet sich die Donaumonarchie von den anderen Großmächten in ihrer Wissenschafts und Technologiepolitik? Um so eine große Anzahl von angeblich gescheiterten Persönlichkeiten hervorzubringen. Die Habsburger Monarchie pflegt im 18. 19. Jahrhunderts durchaus ein ambivalentes Verhältnis zu Technik und Wissenschaft, geprägt von merkantilistischer Förderung und aufgeklärter Reform, die jedoch oft hinter dem industriellen Fortschritt Westeuropas zurückbleibt. Unter Maria Theresia und Josef II. werden mehrere überfällige Institutionen im Bereich der Medizin und Bergtechnik geschaffen, die Wissen und Technologie zentralisieren sollten. Zu einem Wichtigsten gehört aber das unter Franz I. 1815 errichtete Polytechnische Institut in Wien, das späteren Technischen Universität. Vorbild ist dabei die 19 Jahre zuvor gegründete Pariser ecole polytechnic. Ziel ist es, Ingenieure für Militär, Bauwesen, Bergbau und die rasch wachsende Gewerbewirtschaft auszubilden und zugleich naturwissenschaftlich technische Grundlagenforschung zu fördern. Der Anfang bleibt man bescheiden. Anfangs unterrichten zunächst nur drei Professoren und 47 Studierende. Dabei existieren Pläne für solch eine Institutionen schon länger. Seit 1797 machen in der Studienhofkommission Pläne für eine zentrale technische Hochschule in Wien die Runde. Inspiriert vom industriellen Vorsprung Englands und Frankreichs. Die napoleonischen Kriege verzögern dies. 1805 beauftragt Kaiser Franz der 1. ein Gutachten. Und so verliert man im Wettrennen wertvolle Zeit. Man hinkt sprichwörtlich immer ein oder zwei Jahrzehnte hinten nach. Mehrere administrative Anläufe schaffen Grundlagen wie Universität und Infrastruktur, bleiben aber oft reaktiv und zentralistisch. Was die Monarchie gegenüber Preußen oder England benachteiligt. Insgesamt verbindet sich Fortschritt eng immer mit dynastischer Repräsentation, was langfristig zu einer gemischten Moderne führt. Doch nicht nur zögerliche Wissenschaftsförderung, auch das fehlen eines investitionsfreundlichen Finanzsektors, der politische Einfluss von Adel und Kirche und die Fokussierung auf den Agrarsektor machen unternehmenslustigen Erfindern das Leben nicht leicht. Sinnbildlich für die Skepsis des Hochadels steht Kaiser Franz Josef, der sich mit Vehemenz gegen allen technischen Fortschritt und Innovation in seinem persönlichen Umfeld sträubt und sich am wohlsten am Rücken eines Pferdes fühlt. Umso mehr muss man auch die Ausdauer, die verv und den wissenschaftlichen Ethos vieler innovativer Geister der Donaumonarchie anerkennen, die trotz widriger Umstände ihre Projekte vorantreiben und von denen auch viele im Widerspruch zur Lamoyantenerzähung des bittersüßen Scheiterns enorm erfolgreich waren. Erfinder wie zum Beispiel Dreher, Auer von Welsbach oder Tonnet können schon zu Lebzeiten beträchtliche Vermögen anhäufen. Sie haben einfach manchmal mehr Glück oder einen besseren Riecher fürs Geschäft? In sentimentale nationale Narrativ haben sie sich doch nicht geschafft, denn dort sind die besten Plätze für unsere gescheiterten Helden Ressel, Madersberger und Mitterhofer reserviert. Aber eigentlich hat die emotionale Bindung an den tragischen Figuren auch was Sympathisches, wenn es auch ein wenig seltsam erscheint. Aber dafür gibt es sicher eine Erklärung bei einem anderen Wiener Pionier, dass eine Praxis in der Berggasse 19.-Ja, danke, Walter. Jetzt aber Josef Ressel, der Mann mit der lateinische Inschrift und dem großen Park in Wien, wer war er eigentlich?-Eigentlich war Josef Ressel ein österreichischer Forstbeamter, der als einer der Pionierrie der Schiffsschraube gilt und Somit die moderne Schifffahrt entscheidend beeinflusst hat.-Ein Forstbeamter als Technikpionier. Klingt irgendwie ungewöhnlich. Was gibt es zur Biografie zu sagen?-Also Ressel wurde 1793 in Chrudim geboren, also Sohn eines Mautunternehmers, also im ehemaligen Böhmen, seine Mutter stammte eben auch aus der Familie Kovnitschka, also eben auch so aus dem klassischen agrarischen Milieu. Also nach der Elementarschule besuchte er das Gymnasium in Linz und trat dann nachher den Bombarddierchor ein also und hatte Somit eine sehr solide mathematisch-technische Ausbildung.-Okay, Militär, Mathematik, Technik, das klingt irgendwie recht straight.-Also von 1812 bis 14. Studiert er an der Universität Wien, unter anderem Chemie, Naturgeschichte und Technologie. Was eben auf sehr, sehr wichtig war für seine späteren Erfindungen. Danach wechselt er an das K und K&K Forstinstitut in Maria Brunn. Schließt dort mit Auszeichnung ab und wird ab 1817 als Distriktsförster in Krain angestellt.-Okay, und neben dieser Forst/Försterkarriere, wie stark hat er jetzt als Erfinder gearbeitet?-Ja, sehr intensiv, also er hielt eine ganze Reihe von Privilegien, also von Patenten, also etwa so auf eine Presswalzmaschine, er hat dann auch an einer Wein und Ölpresse gearbeitet, aber das Entscheidende war oder seine Hauptmotivation war, so arbeiten Richtung einer Schiffschraube, nämlich eine Schraube ohne Ende, wie es genannt hat, eben zur Fortbewegung von Schiffen, und diese Erfindungen liefen immer sehr parallel zu seinem doch sehr bescheiden bezahlten Forstdienst.-Okay, was gibt es zur Schiffsschraube zu sagen?-Also auch hier? Also er hat nicht die Schiffsschraube erfunden, als im späten 18. Jahrhundert war es vor allem James Watt mal gelungen, die Dampfmaschine zu einer praktischen Kraftmaschine zu machen, also was den Einsatz an Bord von Schiffen sehr attraktiv machte und sehr effizient. Und zunächst verwendet mir mal einmal einen Schaufelräder, so, so diese Art, wie große Mühlräder an der Seite vom Schiff, die also seitlich angebracht worden, die funktionieren zwar, waren aber eigentlich nicht optimal. Sie waren schwerfällig, sie waren anfällig, bei schweren Seegang und bei Kriegsschiffen waren sie auch leicht zu beschädigen.-Das kennt man so irgendwie von diesem Mississippi-booten oder so.-Also überall, wo es eigentlich das, wo es ein Tiefgang war, brauchte man diese Schaufelräder, aber eigentlich waren sie nicht effizient.-Und jetzt kommt dann die Idee von das Schiffschraube ins Spiel oder. -Wie gesagt, die Räder bei den klassischen Schaufelrädern waren ich sehr unpraktisch, also auch bei den, zur Positionierung von, zum Beispiel von Kanonen und et cetera und bei der Schiffschraube liegt einfach, dann ist ja halt Propeller und die liegt diese Antriebswelle mit Schiffs oder bei Mehrschraubenschiffen parallel dazu und die Schraube arbeitet geschützt unter dem Hack, also das macht also diese ganzen Antrieb strömungsgünstiger, die Schraube ist besser geschützt aus diese seitlich angebrachten Schaufelräder und erlaubt einfach schnellere und schlankere Schiffe.-Also weniger wie Ruder, sondern mehr wie ein Fisch im Wasser. Ja. -Aber Ressel hat einen wissenschaftlichen Ambiente auch bewegt, er hat sich natürlich auch andere Entwicklungen angesehen, er war eben auch nicht der allererste, der diese Abstrakte Idee einer Schiffschraube zur Schiffsbewegung hatte, aber und das war natürlich, also tolle, Josef Ressel, Er war einfach wahnsinnig konsequent, er hat also wirklich konsequent diese Schraube soweit entwickelt, dass es für ein funktionsfähige Schiff auch verwendet werden konnte, also seine besondere Poniertat liegt eben darin, vereinfacht gesagt, einfach diesen Propeller vor das Ruder zu legen. Dass es eine Anordnung, die eigentlich nach wie vor dem heutigen Standard entspricht.-Wie ist er zu diesem Konzept gekommen?-Na ja, also er hat einfach experimentiert, sehr lange darüber nachgedacht, hat sehr viele Zeichnungen auch angefertigt, er war auch im Austausch mit, natürlich mit anderen Ingenieuren, auch mit Geldgebern. Und einer seiner ersten Zeichnungen zeigt auch so den Schiffsheck mit einer archimedischen Schraube, also nicht mit dieser Propellerschraube ist die archimedische Schraube. Muss man sich ein bisschen vorstimmen, so wie diese italienischen Spaghetti, diese Fusili, also die ist so ein wirklich fast Eins-zu-Eins-Modell und da hat die Welle, die der Antriebswelle halt im Achterschiff gelagert, das hieß also so, wirklich, so im hinteren Bereich, und diese Zeichnungen, die eine Menge von da gibt es, liegen im Ressel Nachlass, im technischen Museum, also es gibt ja auch eine Amtliche Bestätigung, dass sie wirklich alle tatsächlich auch von Ressel stammen, das ist ja auch oft bei diesem Pionieren und bei den Erfindern nicht immer klar, wer was zeichnet. Und eine erste Notiz stammt wege aus 1858, wo er ja eine Bestätigung gibt, dass er seit diesen 1858, wirklich sehr intensiv an dieser Schraube arbeitet.-Ja, und das ganze hat er ja auch dann praktisch erproben lassen, oder? -Angeblich hat es schon zwischen 1817 und 1820 an der Krka bei Pliterie, also.-Eine wunderschöne Gegend in Dalmatien.-Eben schon zum ersten Mal eine Schraube in ein Schiff eingebaut, er hat es eben mit Muskelkraft vorangetrieben, also ohne noch einen Dampfmotor. Dieses Ding hat so vielen Wellengang, aber auch gezeigt, dass die Fischer sich über das Boot aufgeregt haben. Und er haben gesagt Hallo, diese Versuche sind einfach nicht zweckmäßig und stört uns bei unserem Betrieb. Also er hatte immer sehr viel mit Widerständen auch zu kämpfen. Ab den 20er, dreißiger Jahren arbeitet er aber dann eben an diesen Propeller und er baut es zum ersten Mal in einen Schoner ein. Ein Schoner ist so ein Segelschiff mit Takelage, die berühmte Civetta eben, und die Civetta war eben ein kleiner Dampfer, der für den Personentransport zwischen Triest und Venedig eigentlich gedacht, war eine sehr wichtige wirtschaftliche Route, übrigens, und sie war ungefähr so 24 Meter lang und wie schon gesagt hat, eine bestimmte Takelage und da versucht ja zum ersten Mal wirklich ein Konzept dieses Schiffsantriebs anzuwenden.-Gut, jetzt braucht man nicht nur die Schiffschraube, sondern wahrscheinlich auch eine Maschine, die das ganze antreibt. Wie läuft das ab?-Ja, also er hat dann natürlich auch das Standardmodell der Dampfmaschine, eine Wattsche Verpumpdampfmaschine eingebaut, war den Röhrenkessel mit Gusseisenen, Rohren in Schlangenform und diese Maschine wurden beim Fürst Schwarzenbergschen Gewerk in St. Steffen in der Obersteiermark bestellt, also von einem Maschinenfabrik, eben auch aus der Doppelmonarchie mit einer nominellen Leistung von aber nur sechs Pferdestärken.-Okay, sechs PS klingt jetzt nicht besonders viel?-War auch überhaupt nicht viel und war völlig unterdimensioniert. Also für die spätere Berechnung hätte die civeta eigentlich bei etwa sechs Knoten Fahrt eher 13 bis über 20 PS benötigt, also das doppelte bis fast das Dreifache. Also erklärt auch, warum die Maschine in den zahlreichen Proben sehr gequält wirkt, ja nie wirklich an ihre konstruktiv mögliche Drehzahl herankam.-Okay, und die Probefahrt war jetzt, wann.-Die Probefahrt war 1829. Ressel hatte einen Geschäftspartner den Financier den Herrn Fontana und der berichtet recht ausführlich über diese Probefahrten. Also insgesamt gab es also neun Probefahrten. Zunächst mal ohne Kopplung an den Propeller. Man darf auch immer die Maschine ausprobiert, wobei die Maschine auch sehr schwerfällig war. Man muss das wirklich mit Hand und mit sehr viel Mühe in Gang setzen. Mehrfach platzten auch die Dampfrohre und Fichtner, der Werksdirektor von der Fabrik wollte sie die Maschine sogar zurücksenden, weil sie eigentlich wirklich immer wieder repariert werden musste. Und in Triest notdürftig umgebaut wurde schließlich und endlich kam es eben zu dieser Probefahrt 1829. Das war so ein schöner, heißer Julitag und vor Triest fand diese Probefahrt statt mit über 40 Prominenten Gästen. Und nachdem man also losgelegt hatte, versuchte man also schnell an Fahrt zu gewinnen und man hat ungefähr eine halb Italienische Meile zurückgelegt und dann ist natürlich wiederum, die Maschine hat die Probleme, ein Rohr ist geplatzt und die ganze Fahrt musste abrupt beendet werden. -Und bis dahin, wie schnell war man da so unterwegs?-Circa, Na ja, es gibt Berechnungen, dass es ungefähr sechs Italienische Meilen waren pro Stunde, also das sind ungefähr so neun Stundenkilometer, also ungefähr so sechs Knoten, aber wie schon gesagt, die Grundlagen sind die Berechnungen sind nicht wirklich zuverlässig, also sehr, sehr langsam kann man mal sagen, die ganze Maschine war zu schwachdimensionierten, das hängt auch ein bisschen zusammen, auch mit der ganzen österreichischen Industrieentwicklung, weil wirklich sehr potente, kräftige Maschinen mussten importiert werden, der österreichischen Maschinenbau war damals noch nicht so weit und konnte erst diese noch sehr schwache Maschine liefern und dementsprechend gab es immer wieder Rückschläge in der Entwicklung für Josef Ressel.-Der vor allem, glaube ich, für den Ressel war es dann schon so, dass das ganze Unterfangen jetzt ein gewisses Scheitern war und irgendwie sind ihm ja weitere Fahrten untersagt worden vor den Behörden wegen Sicherheitsbestimmungen. Der Finanzier von Tarner hat sich zurückgezogen. Ressel hatte irgendwie auch kein Geld mehr für weitere Schiffsversuche, aber er hat sich weiterhin in die Entwicklung des Propellers gestürzt. Oder.-Ja, also die civeta war eigentlich ein Desaster, muss man auch sagen, die, wie du es gesagt hast, die Behörden haben weitere Fahrten unterbunden, aus Sicherheitsgründen Fontana, ist dann ausgestiegen, also das Geld lief auch aus, es gab einfach kein ganzes Ambiente, es gab auch keine Finanziers, die gesagt, okay, das war ein Fehlversuch, wir machen da weiter,er hat da wirklich persönlich viel Geld reingesteckt und seine ganze Energie, ja, er hat dann versucht, dann weitere Verbesserungen vorzunehmen, auch hier, das ist etwas, eine unterschätzte Leistung von ihm, auch er hat versucht, den Propeller beweglich mobil zu machen auf konstruierte Katarnwellen, also es war immer seine Ingenieursfuzelarbeit, wie man sagen kann, und das ist eigentlich das primäre an Ingenieursleistungen, ist, dass man ja nicht sich von Rückschlägen nicht zurückwerfen lässt, sondern Weiterarbeit immer weiter ein Stück verbessert. Er hat eine Lagerbolzen gearbeitet, et cetera, aber am Ende des Tages hat er wirklich den Erfolg bei dieser Entwicklung, nämlich diese, die durchsetzen der Schiffsschraube für den weltweiten Schiffsverkehr eigentlich nicht mehr erlebt, also obwohl er da maßgeblich dazu einen Beitrag geleistet hat.-Und wie hat jetzt dieses Durchsetzen des Propellers ausgeschaut?-Ja, das ist sehr langsam gegangen, es war natürlich so. Konkurrenz zwischen Schaufelrad, Windantrieb und dem Propeller gewesen, wie schon gesagt, sicher, Erfindungen setzen sich nicht von heute auf morgen durch. Das erste wirklich große Propeller angetriebene Schiff im Atlantikdienst war die Great Britain von 18 43. Also auch hier wiederum die federführende Technologiemacht, die ursprünglich eben auch als Schaufelraddampfer geplant worden, aber erst wirklich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzt sich der Propellerantrieb durch. Es gibt immer so Mischformen, auch Segelschiff verbinden mit Dampfantrieb, weil es ja auch nicht technisch immer zuverlässig war, man hat auch diesen Dampfmaschinen auch nicht getraut, aber am Ende sind eigentlich die Propeller angetriebenen Schiffe die erfolgreichen, und Ende des 19. Jahrhunderts gibt es kein Zurück mehr, sie gewinnen auch alle Atlantikrennen. Im großen Durchbruch war dann dieser Meerschraubendampfer, die Mauretanier, die also das erste große Rennen über den Atlantik auch gewonnen hat und damit war eigentlich die Sache auch entschieden.-Ja und jetzt nochmal kurz zurück zu uns haben. Denkmalmann dem Josef Ressel, wieso wird der da eigentlich jetzt so prominent geehrt für die Schiffschraube? Er hat es ja nicht alleine erfunden.-Ja, eben, es gab eben dieses nationalen Mythos alleine, was einfach einfach nicht stimmt, also er hat einfach sehr lang und intensiv daran gearbeitet von Verbesserungen, also das Interessante und wirklich auch bemerkenswert in ihm war, er setzt einfach seine Ideen und der großen persönlichen, praktischen Opfern um, und bis zur funktionierenden Probefahrt eine Schraubendamfes, bringt er eine Entwicklung nach der Anderen weiter, also er kombiniert ihm die Schiffsschraube mit einer bis zur heutigen gültigen Heckanordnung und trägt damit eigentlich wesentlich dazu bei, dass der Propeller also eigentlich von einer bloßen Idee so einen realen Schiffsantrieb wird. Also es ist typisch Ingenieursleistung. Es ist immer mit einer Praxis eben verbunden.-Und auch eingebettet in die Zeit, oder weil ich meine, die ganze Erfindung wären ja ohne das Habsburger Reich, wie es damals bestanden hat, ohne Triest und Venedig gar nicht vorstellbar gewesen.-Oder Triest und Venedig waren die wichtigen Häfen des Habsburger Reichs und der Bedarf in schnellen Verbindung zwischen diesen beiden Häfen. Und überhaupt global war auch sehr, sehr groß, man muss aber auch sagen, der staatliche Mittel und Risikobereitschaft eher gering waren, insbesonders oder nach der Erschöpfung der Ressourcen, nach den napoleonischen Kriegen, also gleichzeitig wollte man ob eine schlagkräftige Marine, um so im kolonialen Wettrennen mit anderen Großmächten mitzuhalten, also Ressel musste daher oft private Geldgeber wie Fontana gewinnen und sich gleichzeitig also sehr viel mit bürokratischen Hürden und Sicherheitsbedenken Auseinandersetzen. Und wie gesagt, man musste ja sein eigenes, bescheidenes Vermögen auch einsetzen. -Ja, also das nächste Mal, wenn ich von der U-Bahn zur Straßenbahn umsteige und durch den Resselpark gehe, werde ich darüber nachdenken, dass ist Fix. Jetzt vielleicht am Ende nochmal so, was nimmst du persönlich aus Ressels Geschichte mit?-Also was mich wirklich beeindruckt, also wie ein Forstbeamter aus dem hintersten Böhmen, also mit sehr begrenzten Mitteln und wirklich auch sehr viel Beharrlichkeit an einer Idee festhält, also, die später also die Weltflotte prägen wird. Ressel erinnert wirklich daran, dass technische Revolution auf dem Schatten kleiner, sagen wir, fast gescheiterter Projekte beginnen. Aber es geht auch nicht gleichzeitig ohne ein Umfeld, das Staat, Gesellschaft und Finanz schaffen muss, um solche Ideen auch zum Erfolg zu verhelfen? Also Ressel hatte die Idee, aber nicht die industrielle Basis, sie umzusetzen. Es fehlt ja auch ihm der politischen Fisch, Rückhalt. Das zeigt aber oft leider das österreichische Geschichte, dass hier oftmalig sehr kleinmütig gedacht wurde und oft noch wird.-Am Ende werde ich vielleicht allen Studentinnen und Studenten der heutigen technischen Universität wünschen, dass auch sie groß denken können und die eine oder andere Errungenschaft mitentwickeln? Nicht verzagen. Für heute verabschieden wir uns lieber mit einem Hinweis auf Anregungen, Wünsche, Beschwerden unter podcast@ma53.wien.gv.at. Einen schönen Tag, Andreas und Walter.-Hat man überhaupt von nix eine Ahnung? So sollte man keinen Genierer haben. Und einfach auf die großartige Reihe was ist was? Aus dem gleichnamigen Verlag greifen denn im Band 25 Titel Schiffe vom Einbaum zum Ozeanriesen wird die Geschichte der Wasserfahrzeuge umfassend erklärt vom Einbaum bis atombetriebene Eisbrecher ist alles drin. Man kann sich an den Bildern und eindringlichen Erklärungen schlichtwegs nicht sattsehen bzw. Lesen über die Geschichte der Entwicklung von Schiffsantrieben finden sich im Technischen Museum Wien zahlreiche Exponate Freundinnen der Schifffahrt können hier die lange Geschichte der unterschiedlichen Antriebsmethoden anhand von Zeichnungen, historischen Modellen und interaktiven Stationen nachvollziehen. Adresse und Öffnungszeiten abrufbar auf der Homepage des Museums www.tmw.at

Podcasts we love

Check out these other fine podcasts recommended by us, not an algorithm.

büchereicast Artwork

büchereicast

Stadt Wien - Büchereien