Insider PollenPodcast
Insider-Informationen zum Pollenflug in Österreich. Wissenswertes über Pollenflug, Pollenallergie und den Einfluss von Luftschadstoffen auf Pollenallergiker! Wir informieren kostenlos, wissenschaftlich fundiert und ohne kommerzielle Interessen. Viel Spaß beim Hören unserer Podcasts!
Insider PollenPodcast
Thunderstorm Asthma – So schützen Sie sich bei Gewitter und Pollenflug
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Thunderstorm Asthma. So schützen Sie sich bei Gewitter und Pollenflug ein Ratgeber für Allergiker, innen und alle, die sicher durch die Pollensaison kommen möchten. Was ist Thunderstorm Asthma? Wenn während der Gräserblüte ein Gewitter auf hohe Pollenkonzentrationen trifft, kann es zu einem seltenen, aber ernstzunehmenden Phänomen kommen, Thunderstorm-Asthma. Dabei treten innerhalb kurzer Zeit gehäuft schwere Asthmaanfälle auf. Auch bei Menschen, die zuvor keine Asthmadiagnose hatten. Das bislang schwerste dokumentierte Ereignis ereignete sich am 21. November 2016 in Melbourne, Australien. Innerhalb weniger Stunden wurden dort über 8.900 medizinische Notfälle registriert, neun Menschen starben und insgesamt kam es zu 13.689 asthmabezogenen Behandlungen 1,2. Dieses Ereignis hat die Forschung zu Thunderstorm-Asthma weltweit vorangetrieben. Im Kern geht es um das Zusammenspiel von drei Faktoren, Pollen, Gewitter und Atemnot. Wie entsteht die Gefahr? Der Entstehungsmechanismus von Thunderstorm Asthma lässt sich in vier Schritten beschreiben. Gewitterböen wirbeln Gräserpollen auf. Starke Fallwinde vor einem Gewitter reißen Pollen vom Boden und konzentrieren sie in der Luft. Pollen nehmen Wasser auf. In der feuchten Gewitterluft saugen sich die Pollenkörner voll und quellen auf. Pollen platzt und setzen Partikel frei. Durch osmotischen Druck zerplatzen die Pollenkörner. Dabei werden winzige Bruchstücke, sogenannte Subpollenpartikel, freigesetzt. Kleinstpartikel dringen tief in die Bronchen ein. Diese Partikel sind so klein, dass sie bis in die feinsten Verästelungen der Lunge vordringen und dort Entzündungsreaktionen sowie Asthmaanfälle auslösen können. Aktuelle Forschung zeigt zudem, auch elektrische Felder im Gewitter können Pollen zum Platzen bringen. Eine Studie aus dem Jahr 2026 belegt, dass atmosphärische elektrische Ladungen das Aufbrechen von Weidelgraspollen und die Freisetzung von Subpollenpartikeln erheblich beschleunigen können, 3. Wer ist besonders gefährdet? Nicht jede Person reagiert gleichempfindlich auf Thunderstorm-Asthma. Besonders gefährdet sind Menschen mit Asth. Sie haben eine erhöhte Anfälligkeit für plötzliche Atemwegsreaktionen. Allergiker, innen mit Gräserpollenallergie. Sie bilden die häufigste Risikogruppe, auch wenn bisher kein Asthma diagnostiziert wurde. Menschen mit Heuschnupfen, auch ohne bekannte Asthmadiagnose, kann Heuschnupfen das Risiko erhöhen, da die allergische Entzündung die Atemwege empfindlicher macht. Kinder und ältere Menschen, ihre Atemwege sind empfindlicher. Daher ist besondere Vorsicht geboten. Auch Personen mit COPD oder anderen chronischen Atemwegserkrankungen können betroffen sein können. Studien zeigen, dass rund ein Drittel der Betroffenen beim Melburner-Ereignis zuvor keine Asthmadiagnose hatte eins. Wichtiger Hinweis, wer während oder nach einem Gewitter asthmaähnliche Symptome wie Atemnot, Husten oder Enge Gefühl in der Brust bemerkt, sollte diesen Vorfall unbedingt ärztlich abklären lassen. Schildern Sie der Ärztin oder dem Arzt genau, wann und unter welchen Umständen die Beschwerden aufgetreten sind. Auch wenn die Symptome nur einmalig auftraten, kann dies ein Hinweis auf eine zugrunde liegende allergische Veranlagung sein, die behandelt werden sollte. Schutz bei Gewitter. Vier Maßnahmen Mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken. Drinnen bleiben, sobald ein Gewitteraufzieht gilt, Fenster und Türen schließen. Die eigenen Wohnräume dienen als Schutzraum. Weitere Empfehlungen, Klimaanlage im Auto auf Umluft stellen, damit keine Pollenbelastete Außenluft hereinkommt. Erst nach dem Gewitterlüften, wenn die Luft durch den Regen gereinigt ist. Pollenschutzgitter an Fenstern sind eine sinnvolle zusätzliche Investition. Lufreiniger einsetzen Für Allergikerinnen kann sich die Anschaffung eines Luftreinigers mit Heberfilter lohnen. Moderne Geräte mit fortschrittlicher Filtertechnik sind in der Lage, nicht nur Pollen und Feinstopp aus der Raumluft zu entfernen, sondern, je nach Ausstattung mit einem Aktivkohlefilter oder speziellen Katalysatoren auch Ozon abzubauen, das bei Gewittern in erhöhter Konzentration auftreten kann. Achten Sie beim Kauf auf Geräte, die explizit für AllergikerInnen geeignet sind und über einen mehrstufigen Filtersystem verfügen. Medikamente bereithalten Asthma-Spray und Antihistaminiker immer griffbereit haben, auch unterwegs, nicht nur zu Hause. Das bedeutet konkret, Notfallspray wie ärztlich verordnet einsetzen. Antihistaminiker, Allergietabletten, können helfen, die allergische Komponente abzumildern. Keine eigenmächtige Dosisänderung. Sprechen Sie vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ein kleiner Medikamentenbeutel in der Tasche gibt Sicherheit. Pollenberichte verfolgen regelmäßig die Pollenflugvorhersage checken, besonders an Tagen mit Gewitterwarnung. Hilfreiche Anlaufstellen, Apps, Pollenplus, PASIVO mit stundengenauen Prognosen oder auch AirMatters. Punkt Web, österreichischer Polleninformationsdienst. Besondere Wachsamkeit bei hohem Gräserpollenflug in Kombination mit Gewittervorhersage. Tipp. Aktivieren Sie Gewitterwarnungen in Ihren Apps, damit Sie rechtzeitig informiert werden und haben Sie das Asthma-Wetter im Auge. Mit diesen Schritten sind Sie gut vorbereitet. Sicher durch die Pollensaison Thunderstorm-Asthma ist selten, aber Vorbereitung gibt Sicherheit. Mit diesen Maßnahmen schützen Sie sich und Ihre Liebsten. Drinnen bleiben Pfeil nach rechts Fenster und Türen schließen moderne Luftfiltergeräte verwenden. Pfeil nach rechts, Belastung reduzieren, Medikamente griffbereit, Pfeil nach rechts. Immer dabei haben, Pollen vorhersagen, täglich checken, rechtzeitig informiert sein. Bei Fragen sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apothekerin. Weitere Informationen finden Sie beim österreichischen Polleninformationsdienst. Literatur 1 Teen F et al. The Melbourne Epidemic Thunderstorm Asthma Event 2016. An investigation of environmental triggers, effect on health services and patient risk factors. The Lancet Planetary Health 2 6 E255 to 263. 2 Vencatesen P 2022. Epidemic Thunderstorm Asthma. The Lancet Respiratory Medicine 10 4 325 326. Impact of atmospheric electrical charges on Rigras pollen rupture and subpollen particle release. Scientific reports.