Gleichklang - Ein Podcast
Gleichklang ist ein Podcast von drei Freundinnen – Elina, Nivan Evin und Nena.
Wir sprechen miteinander über das Leben, wie es ist: widersprüchlich, beweglich, im Wandel.
Unsere Gespräche entstehen aus echten Erfahrungen.
Wir teilen Gedanken, Zweifel, Erkenntnisse und Fragen, die uns im Alltag begegnen – in Freundschaften, in der persönlichen Entwicklung und im Umgang mit uns selbst.
Es geht nicht darum, Antworten zu liefern, sondern Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Nicht darum, etwas zu erklären, sondern gemeinsam hinzuschauen.
Gleichklang ist kein Podcast mit Antworten.
Sondern ein Raum zum Zuhören, Nachspüren und Mitgehen.
Für Menschen, die spüren, dass Entwicklung kein Ziel ist, sondern ein Prozess.
Gleichklang - Ein Podcast
Warum Selbstliebe allein nicht reicht! Schattenarbeit: unbequem, aber befreiend
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
In dieser Folge sprechen wir über Schattenarbeit – und was People-Pleasing, Wut und Zweifel damit zu tun haben.
Sicher ist: Selbstliebe allein genügt nicht. Wir sprechen über Selbstverantwortung, unsere Schattenfreunde und unsere persönlichen Erfahrungen. Raus aus dem Overthinking, rein ins Gefühl!
Viel Spaß beim Hören!
Gleichklang - Elina, Nivan Evin und Nena
Morgen reden wir, wir haben gesagt, jetzt war es leicht, das wollt ihr, oder? Weiß nicht, ob wir nicht wollen wir auch eigentlich gar nicht über Larifari reden, oder? Nee. Larifari können alle. Also scheiße, vielleicht, wir reden über tiefe Schuld. Und Scham. Das, was dich aufpasst.
unknownBei Nacht.
SPEAKER_00Und scham. Nee, was? Also, Schuld und Scham.
SPEAKER_01Was habe ich heute gesehen? Mama, guckst du nochmal unters Bett, ob da. Die Schatten lauern oder die Dunkelmächte oder was auch immer. Ich weiß gar nicht, wer es jetzt übersetzt aus dem Englischen. Und dann sagt die Mutter, nein, mein Kind, die sind alle in dir.
SPEAKER_00Und dann sagt das Kind, what the fuck?
SPEAKER_01Shit. Ja, scheiße. Die Schatten sind leider in uns.
SPEAKER_00Oh, die Schatten sind so. Das auch, aber ich meine, die Folge. Stimmt.
SPEAKER_01Da war ja mal. Wir hatten schon mal versucht, über Schatten zu sprechen. Und wir konnten leider nicht über unseren eigenen Schatten springen.
SPEAKER_00Haben wir anscheinend abgebrochen.
SPEAKER_01Tschüss. Ja, vielleicht ist heute der Tag der Tage. Versuch über Schatten zu sprechen und unsere Schattenseiten. Und keine Ahnung.
SPEAKER_00Da werden meine Hände schwitzig. Oh, oh, oh. Du hast gerade schon geschwitzt.
SPEAKER_02Jetzt sind sie Handflächen. Die Schatten kommen raus. Aus einem Toren. Der schwitze Schatten kommt raus.
SPEAKER_00Es ist cool, dass wir mal wieder so in Person reden. Fühlt sich ganz anders an. Ja, total.
SPEAKER_02Sonst bin ich ja immer allein und allein in meinem Raum.
SPEAKER_01Und jetzt fühle ich eure Schatten, Leute.
SPEAKER_00Hallo, kreuzen sie. Hallo, ihr Bims. Evin sitzt zwischen Licht und Schatten. Eine Wand ist hell und die andere ist dunkel.
SPEAKER_01Ja, so haben wir beides in uns, ne? Licht und Schatten, oder?
SPEAKER_00Angeblich gehört beides dazu. Weiß ich ja nicht. Ich glaube, ich bin nur Licht und Lieb.
SPEAKER_02Und nur klein Flicking. Trying hard.
SPEAKER_01Ja, so ab und an kommt der Schatten raus. Quatsch. Vielleicht nicht von jedes Fallen. Ja, lass Essen ausfallen, dann Spiel verlieren. Oh mein Gott. Ja, Spiele spielen mit Nähner. Da spielen wir richtig schattig. Ich weiß noch nicht, was los ist.
SPEAKER_02Richtig bockig.
SPEAKER_01Oder sag ihr, was sie machen soll oder was sie tun soll.
SPEAKER_02Es gibt zahlreiche Situationen.
SPEAKER_01Sie ist also nicht nur Licht und Liebe. So wie jeder Mensch. Und jeder, der euch das suggeriert und nur auf lieb tut, dann lauf. Lauf ganz weit. Ganz, ganz weit, weil derjenige hat seine Schatten noch gar nicht integriert und super gefährlich. Es ist wie eine dickende Zeitbombe, die einfach nur noch darauf wartet, irgendwann zu explodieren.
SPEAKER_0090 Prozent der Spielwelt.
SPEAKER_01Ja, auf jeden Fall.
SPEAKER_00Zumindest was auf Instagram abgeht.
SPEAKER_01Die dann besonders lieb sein wollen. Mein Engel. Auferstanden. Mit samt weicher Stimme sprechen. Um dich zu führen, zu leiten, ins Licht. Aber nein, ich sage dir, ich ziehe dich erstmal in den Schatten ganz, ganz tief in den Keller. Oh yeah. In jeder Sitzung. Rein in die Büchse der Pandora. Ja, wie ich sie immer nenne, die Büchse der Pandora. Und dann frage ich aber, willst du sie öffnen?
SPEAKER_00Die Frage der Fragen. Die Frage der Fragen. Dir wurde sie auch gestellt, oder?
SPEAKER_02Mir wurde sie auch gestellt.
SPEAKER_00Wurde sie dir auch gestellt, Elina?
SPEAKER_01Nee, ich habe sie mir selber gestellt. Du hast sie selber gestellt. Natürlich. Hast du wirklich Bock? Habe ich wirklich Bock, die Schattenbox zu öffnen. Und jetzt so quälen sie immer wieder mal raus. Aus einen Poren. Und selbst wenn ich coache, kann ich nicht sagen, ich bin schon super duper erleuchtet. Ich habe immer noch Schattenseiten in mir. Sie kommen immer wieder raus. Besonders wenn ich keinen Kuchenkrene. Kein Schockekuchen. Oder wenn der Kuchen zu süß ist.
SPEAKER_00Schwierig. Was bringt deine Schatten zum Leuchten, Elina? Zum Leuchten.
SPEAKER_01Oh mein Gott. Das ist eine sehr gute Frage.
SPEAKER_00Was sie hochholt oder was sie wieder weich macht oder was? So wie du es verstanden hast.
unknownDing.
SPEAKER_02Ist das Positive, oder? So wie du schon wow, dann war selber ein Beingestellt. So wie du es selber verstehst, Nena. Ding zurück. Eins zu cool. Eins würde ich sagen. Ja, auf jeden Fall.
SPEAKER_01Ja, ich glaube, das richtige Umfeld, dass dann meine Schatten wieder neutralisiert. Und was zu essen.
SPEAKER_00Ganz wichtig.
SPEAKER_01Wieder Erdung. Regelmäßige Periode. Oh ja, ist ja so schön.
SPEAKER_00Was immer normal bedeutet.
SPEAKER_01Regelmäßig auf jeden Fall. Normal, ja, was auch immer das heißt. Und wenn dein Mann dich umarmt, hilft es auch. Ja, klar. Schon.
SPEAKER_00Spült dich einmal.
SPEAKER_01Es sei denn, ich bin richtig hyper, dann hätte ich das nicht mehr.
SPEAKER_00Es geht gar nichts mehr. Da muss einfach mal raus.
SPEAKER_01Genau. Oder ab in die Natur. Das reguliert meine Schatten auch.
SPEAKER_00Boah, ich finde das unglaublich, was so ein Spaziergang. Es muss nicht mal leid sein. Auch von der Zeit vom Umzug jetzt. Also mindestens die letzten vier Wochen war auf jeden Fall Dauer-Knockout bei mir. Und dann immer wieder, wenn ich aufgewacht bin, dann gemerkt habe, es geht gerade gar nichts, kann nichts anfassen, nichts machen. Bin ich rausgegangen. Wenn es nur zehn Minuten waren, es hat so mein Gehirn und mein ganzes Innenleben wieder regalisiert, dass ich danach einfach wieder in die Wohnung gekommen bin und gedacht, Heiliger, was kann denn in so einer Wohnung in einer Nacht passieren, dass es mir dann so geht und dann fünf Minuten oder 15 Minuten draußen rumspazieren, kann es wieder alles Tutti.
SPEAKER_01Aber es muss ja schon Spaziergang in der Natur sein. Das ist nicht Block.
SPEAKER_00Ja, ja, nee, nee. Also schon so von Bäumen umgeben. Und trotzdem, da jetzt in Hamburg nicht so viele Bäume waren, es war jetzt nicht so einfach, da eine Passage zu finden, aber trotzdem, es war ja dann schon mit Gras und Bäumen und so weiter. Weil die Natur will uns dienen.
SPEAKER_01Definitiv, ja.
SPEAKER_00Finde ich so schön.
SPEAKER_01Auch dieses Grün, das Beruhigende. Ja, echt, dass das so auslöst. Die Ruhe, das Rascheln der Bäume und Blätter.
SPEAKER_00Oh ja, ich glaube, die Seele streicheln, ne? Ich habe letztens in einem Buch gesehen, das fand ich auch schön formuliert, das hat eine Therapeutin geschrieben oder so beschrieben, was sie so mit ihren Patienten macht. Sie meinte manchmal, wenn es gar nicht mehr geht, werden die total aufgekratzt zugekommen, dass sie dann mit denen spazieren geht. Und so die bilaterale Gehirnstimulation durch das Bewegen der Beine rechts und links und dass das Becken durchblutet wird und dann eben aufs Ursachra stimuliert wird, um runterzuholen. Das fand ich jetzt irgendwie so schön bildlich erklärt.
SPEAKER_01Ja. Kann ich mir richtig gut vorstellen, ja. Erdung ist alles, Leute.
SPEAKER_00Muss man nur den Schritt wagen, ne? Oder sich dann so aufraffen, auch rauszugehen.
SPEAKER_01Und welche Schatten hast du?
SPEAKER_00Nivanin? Welche Schatten habe ich? Viele.
SPEAKER_01Selbstzweifel.
SPEAKER_00Ja.
SPEAKER_01Der innere Kritiker. Ich glaube, es ist in vielen von uns. In jedem, oder? Ja, es gibt auch Menschen, die sind auch mega von sich überzeugt, weil ich so ein anderes Problem. Da ist ein anderer Schatten. Bitte, Entschuldigung.
SPEAKER_00Auch an eigenen Wahrnehmungen zu zweifeln. Zweifel, ja. Zweifel ist schon ein Riesending.
SPEAKER_01Und trotzdem so wichtig, dass immer wieder fürs Gehirn und für das innere System so ein Check, gehe ich noch auf dem richtigen Weg. Bin ich noch auf dem richtigen Pfad? Wenn wir nicht an uns zweifeln würden, ich glaube, der Zweifel bringt uns echt weiter.
SPEAKER_00Es sei denn, man attackst. Ja, nicht am Ich habe das Gefühl, ich kopple es dann mit meinem Wert. Also ich zweifle, weil, wenn es nicht richtig ist, wie ich es mache, dann mache ich es falsch, dann bin ich falsch. Also es ist immer mit meinem Wert auch gekoppelt. Und dann ist es, finde ich, nicht mehr so wegweisend, sondern einfach lähmend. Dann wird es selbstzerstörerisches. Aus der Loop. Musst du raus. Aber in die Natur haben wir es. Ja, es gibt halt echt so, wo man dann auch lernen muss, einfach zu sich zu sagen, stopp, es reicht jetzt.
SPEAKER_01So ist genug. Definitiv, genug gedacht. Jetzt mal rein in den Körper oder rein in die, was auch immer.
SPEAKER_00Lernen auf die Zweifel zu reagieren, ja, sich da einfach Tools zu schaffen und nicht in dieser Zweifel-Loop zu bleiben die ganze Zeit.
SPEAKER_01Doubting for Doubting. Ja, wenn ich Zweifel, dann ist es ja für mich wirklich so ein, ah, da prüft mein System immer noch, bin ich noch klar im Oberste Bien. Oder ja, es ist wie so ein Systemcheck, irgendwie fühlt sich das so an.
SPEAKER_00Und du kannst dann auch, du merkst dann nicht, ich checke nur mein System ab.
SPEAKER_01Ja, irgendwann dann. Ja, ja, doch. Also es gehe schon durch den Prozess des Zweifelns, aber dann merke ich irgendwann, dass so ein Switch so, ah ja, okay, ich prüfe mich wieder so. Es ist wieder so wie so ein Einjustieren. Ja. Kannst du das schon unterbrechen? Ich kann das schon unterbrechen. Ich glaube eben, weil dieses nicht so stark mit meinem Selbstwert verbunden ist, weil ich weiß, was ich kann zumindest in der Betreuung der Menschen und welche Fähigkeiten ich darin habe, dieses Feinfühlige und so. Und oft stelle ich mir ja hier so die Fragen: so, bin ich verrückt, nehme ich zu viel wahr, etwas, was auch gar nicht da ist und so weiter und so fort. Dann läuft halt so eine Spule ab. Und dann denke ich mir, nee, wenn auch der Mensch mir dann spiegelt, oh, das hast du wahrgenommen, das kannst du gar nicht wissen. Ich habe es halt nur gedacht oder so und so, so geht's mir wirklich oder wie auch immer. Dass ich dann wieder checke, ah ja, okay, das war wieder ein System Regulation, Systemabfrage.
SPEAKER_00Würdest du sagen, der Moment kam irgendwann, bis du dann gemerkt hast?
SPEAKER_01Es war ein Prozess, in dem Tun und gleichzeitig sich Vertrauen lernen in seinem Tun. Es war ja nicht sofort, dass ich dachte, yeah, ich bin so super geil im Coachen und alles wahrnehmen, sondern schon selbst sehr in Zweifel gezogen, dann irgendwann durch das Tun gemerkt, ja, es ist richtig. Oder zumindest ist es mein Weg. Genau. Aber ja, kann schon sehr lebend sein, dieser Schatten, definitiv kann ich mir vorstellen. Oder ja, weiß ich auch. Ein anderer Bereich. Oder Scham zum Beispiel kann ja auch sehr lebend sein. Schatten. Oder Wut. Inwiefern würdest du sagen, kann Wut lebend sein?
SPEAKER_00Habe ich jetzt irgendwie gerade keinen Zug zu?
SPEAKER_01Ich meine, das so ja schon, wenn man zu wütend ist und keine andere Emotion mehr überhaupt fühlen kann. Wenn es so Raumeinnehmend ist. Genau, wenn es so raumeinnehmend ist.
SPEAKER_00Und man auch alles dann nur noch aus dieser Bulle herausgefällt.
SPEAKER_01Alles nur noch zum Explodieren bringt, weil das Nervensystem schon so drüber ist, wird es halt auch schwierig dann. In der Interaktion mit Menschen, aber auch mit, dann ist man ja auch ungeduldig mit sich selber und sehr, sehr selbstzerstörerisch im Grunde wieder. Keine gesunde Wut.
SPEAKER_00Vielleicht können wir auch da ansetzen, wie würdet ihr Schatten definieren? Also was sind Schatten für euch? Für dich, Nina? Was sind Schatten für mich? Ich würde sagen, für mich sind Schatten. Anteile von mir, die unbeachtet sind. Also können auch, also auch so People pleasing, so kann ja auch Schatten sein. Also wenn ich die ganze Zeit mit besonders sanfter Stimme spreche und mich nicht traue, Farbe reinzugeben, dann ist ja auch das ein Schatten, weil ich mich nicht traue, mich zu zeigen, sagte sie mit vorsichtiger Stimme. Ja, schon unbeachtete Facetten. Auch so wenn ich es jetzt so in mir beobachte, also die wenn ich beschreiben würde, was ich in mir beobachte, sind schon so Momente, wenn ich merke, etwas triggert mich und ich erdrücke es runter, statt mich selber zu fragen, was ist es denn jetzt? Was brauchst du gerade? Und das dann auch irgendwie dem Raum zu überlassen, also dann auch darauf zu warten, dass eine Reaktion kommt von jemandem, also dass mich jemand sieht in dem Struggle, statt es selber dafür die Verantwortung zu übernehmen. Ja, finde ich gut. Was sagt ihr?
SPEAKER_01Ja, finde ich auch gut. Hat sich gleich schon ein Schatten gezeigt.
SPEAKER_02People pleaser. Quatsch. Nein, hast du nicht. I wish.
SPEAKER_00Der People Pleaser, nur kurz noch als Beispiel, er ist auch gerade richtig on. Neue Arbeitskontexte. Alter, wirklich wieder nur am Leute lesen. Wer will was? Wie reagieren die Leute auf mich? Was kann ich zeigen, statt die Person zu sein, die ich bin, und die Facetten mit reinzubringen, was ich ja bestimmt trotzdem viel mehr tue als vor fünf Jahren. Aber ja, finde ich wieder entspannt, sich selber so zu beobachten. Ja, spannend und auch frustrierend. Also gerade hat es auch wieder so, bei bestimmten Personen wird es, also ist es so extrem, wie ich mich anpasse, dass ich dann auch selber Sachen sage und mich denn die Frage, Alter, wo kommt das denn jetzt her? Aber das frustriert mir auch einfach bestimmt durch den Popo ab. Also das ist so, hä? Ja, finde ich, finde ich schon sehr, das finde ich einfach frustrierend. Ich mir denke, das habe ich schon ewig nicht mehr auf die, in der Intensität in mir wahrgenommen und dann kommt eine neue Person ins Leben und dann das Gefühl, ich muss wieder, zumindest mit der, wieder so von null anfangen und gucken, welche Position kann ich da einnehmen.
SPEAKER_01Ja. Was ist es für dich?
SPEAKER_00Ach, ich würde dem so zustimmen. Ja, schon Dinge, die man entweder nicht bewusst wahrnimmt, aber auch Dinge, die man unterdrückt, weil man vielleicht gedanklich ein Ideal hat, wie es sein sollte oder wie man meint, was für eine Art von Mensch man sein müsste, auch in der Gesellschaft. Die Gesellschaft gibt ja auch einem mittlerweile vor allem ganz viele Regeln vor, das sollst du nicht sagen, das sollst du sagen. Und dann so innerlich vielleicht Facetten zu spüren, die es anders machen würden oder machen wollen und das dann zu unterdrücken. Und dann habe ich das Gefühl, entsteht so ein Raum in einem, wo so Dinge vor sich hingehen.
SPEAKER_01Stimmt, wie so ein Kochtopf, der lange nicht, der lange in der Sonne stand.
SPEAKER_00Ja, hat da direkt auch so was Fauliges, also echt so für ein bisschen so verwesend, vor sich hin köchelnd. Und dann triggert dich was und dann kannst du entweder sagen, oh, was ist es denn jetzt in mir? Oder du bele, also, oder halt Menschen projizieren es nach außen und sagen, keine Ahnung, der ist dumm gefahren und deshalb bin ich jetzt aggro. Und wenn man da dann halt nicht den Schritt wagt, zu gucken, keine Ahnung, irgendwie reagiere ich immer so in verschiedensten Situationen. Wieso? Ja, irgendwann ist es halt so schwierig, wenn man es halt immer wieder die Spur fährt, dann den Moment abzupassen, wo man sich dann noch hinterfragt. Also wenn du mit den Jahren der Verhaltensweise halt immer weiter einübst, solange bist du halt total identifiziert bist mit deiner Reaktion, zum Beispiel Autofahren oder so. Alle fahren zu langsam, sind dumm, was auch immer. Und dich da nicht hinterfragst, was ist es denn, was mich da gerade so aufregt daran. Kommst du nicht mehr dran an den Schatten sozusagen oder an das, was du da darüber die ganze Zeit drüber gehst.
SPEAKER_01Ja, es gibt auch Schatten, da kommt man auch einfach alleine nicht dran. Worthilfe. Ich glaube auch am Anfang, wenn man auf dem Weg ist, sich so weiterzuentwickeln oder dass es schon erstmal eine Impulse braucht, überhaupt hinzugucken. Ah, guck mal, das ist ein Schatten. Und dann kriegt man das Gefühl dafür, was so für Automatismen in einem Ablaufen zum Beispiel oder welche Emotionen da noch so schlummern. Also alles, was unterdrückt wird, würde ich als Schatten bezeichnen. Wenn ich in die Energie reinfühle, ist schon sehr faullich, selbstzerstörerisch. Es kann alles Mögliche sein, es kann eine Emotion sein, wie Wut beispielsweise, die ewig lange gärt. Es kann ein Anteil in dir sein, so ein Kritiker, der ja im Grunde indoktriniert wurde von zum Beispiel deiner Großmutter oder so, die dich die ganze Zeit kritisiert hat. Irgendetwas, so ein inneres, ja, so ein innerer Topf von was auch immer, Emotionen, Persönlichkeitsanteil. Und ja, da auch hingucken zu wollen, bedarf erstmal ganz, ganz viel Mut. Deswegen sucht man eher im Außen so erstmal und schaut, ach, der ist blöd, der hat jetzt die Wut in mir hochgeholt, beispielsweise. Bis man irgendwann begreift, nee, irgendwie können nicht alle Menschen bescheuert sein. Das muss ja auch irgendwie mal an mir liegen. Genau. Und ich bin auch der Überzeugung, dass alle Schattenanteile etwas Gutes als Absicht tragen. So im Sinne, dass sie beschützen. Ja, dass sie beschützen, ja, das System stabilisieren in irgendeiner Form und das dann irgendwann so ins Negative ausartet, dass der Kochtopf im Grunde übergehrt und man dann die Büchse der Pandora irgendwann öffnen muss oder öffnet von alleine oder dass es dann raussprudelt.
SPEAKER_00Und dass sie ja auch immer dass sie ja auch aus einer Erfahrung erwachsen sind in den allen Fällen. Genau. Genau. Also nochmal anschließend an dieses Beschützende oder was auch immer dann eben dieser Anteil in einem ist, dass er immer aus der eigenen Biografie entstanden ist.
SPEAKER_01Genauso. Ja.
SPEAKER_00Was ich dann immer voll wichtig finde, ist so, so wie wir jetzt zum Beispiel, so ehrlich darüber zu reden und im Austausch zu sein und sich immer mehr zu trauen, auch über Dinge zu sprechen, die man vielleicht anders fühlt, als die Gesellschaft das von einem erwartet. Weil ich finde es voll schlimm, wenn. Ich habe den Faden verloren.
SPEAKER_01Dass wir drüber reden sollen.
SPEAKER_00Ja. Wenn dann so, keine Ahnung, es gibt ja schon so Trendthemen dann irgendwie und dann auch so eine Trendmeinung und dann vor allem Menschen in unserem Alter oder so Studenten, also junge Leute, übernehmen dann irgendwie diese Meinung. Die 20- bis 30-Jährigen. Ja. Und dann fühlst du es aber vielleicht gar nicht oder fühlst dabei noch andere Emotionen, sprichst aber nicht darüber und fühlst dich halt die ganze Zeit im Inneren voll falsch. So. Und dann ist es ja auch so ein Charme und Schuldding, was du dir die ganze Zeit auferlebst. Ich lebe etwas anderes wie das, was ich eigentlich fühle, und dich dann so schlecht und falsch daran zu fühlen. Und dann ist es voll wichtig. Ich hatte so oft in Situationen mit Menschen im Gespräch, dass ich dann, keine Ahnung, ich. versuche schon irgendwie offen dann über so Dinge auch zu reden und Dinge, die vielleicht beschämend sein könnten für einen selber und dann das so anzusprechen, in dem Wissen auch, dass es mein Gegenüber oder eine andere Person im Gespräch vielleicht ähnlich fühlt und so ein bisschen die Hand zu reichen und so zu zeigen, ist nicht schlimm, wenn man das so fühlt. Ja, ich finde das einfach voll wichtig. Ich finde es voll schlimm, wenn man das so im Inneren immer so mit sich trägt und sich halt gar nicht mehr traut, Dinge anders zu hinterfragen. Ja.
SPEAKER_01Also etwas überstülpen lassen kann ich das mit dem Beispiel vielleicht unterstreichen. Eine Yoga-Lehrerin ist immer im Om, ist immer ausgeglichen, weil sie macht ja so viel Yoga, ist immer nett, du darfst sie jederzeit darum bitten, dass du mal auch mal das Geld zurückbekommst. Und sie lebt ja von Luft und Liebe, sie braucht das Geld ja gar nicht, weil sie ist ja schon transzendent. Was auch immer, man sich dann, also man hat sozusagen ein Bild von einem von einem Yogalehrer und die Yoga-Lehrerin denkt die ganze Zeit, oh, ich fühle aber Wut, ich bin auch mal gestresst, ich komme total gestresst auf die Yogamatte und dass dann so eine innere Diskrepanz entsteht von dem Bild, was sie eigentlich sein sollte und was innerlich in ihr gärt, das meinst du? Und dass dann so eine, ja, und wenn man nicht darüber redet, dass das dann irgendwann sich mal im Grunde ins Burnout katapultiert. Wenn man die ganze Zeit ja gegen seine eigenen Anteile und gegen seine eigenen Emotionen arbeitet.
SPEAKER_00Ja, ist ja auch wie so ein Entschauen Joke, oder weil es ja die ganze Zeit ist ja, indem du lebst, entstehen ja die ganze Zeit weiter solche Situationen und du bearbeitest ja vielleicht dann eins nach dem anderen, aber das ist ja auch never ending und man kommt ja auch nie, würde ich jetzt mal behaupten, man kommt ja nie an alle Schattenanteile sozusagen ran. Also ich würde auch sagen, dass nicht die Aufgabe im Leben ist, sozusagen jeden Schattenanteil in seiner Laufbahn so zu integrieren. Ich glaube, weil das für mich auch direkt wieder, weil ich das bei mir selber merke, mit so einem Leistungsanspruch verbunden ist. Wieso, ich muss perfekt machen, so The Perfect Girl, die immer alle, die hinter alles einen Haken setzen kann, wieso I did it, I did it well. Und dass es halt auch nicht möglich ist. Nee, das ist nicht. Das finde ich hart zu akzeptieren. Ich glaube, das kann ich noch nicht machen. Ja.
SPEAKER_01Es ist ja in einer Erfahrung erwachsen, wie du vorhin gesagt hast. Und die Erfahrung können wir halt eben nicht rückgängig machen. Wir können damit irgendwie Frieden schließen und dann gibt es wieder ein paar Jahre später, kommt das wieder, ploppt es wieder auf und dann merkt man, habe ich doch noch nicht so richtig Frieden geschlossen. Also die Schattenanteile werden dann halt vielleicht nicht mehr so intensiv oder ja, zeigen sich nochmal einem anderen Mantel und es ist nicht der Anspruch, das jetzt komplett lösen zu müssen. Das wäre ja furchtbar. Wann leben wir denn dann noch?
SPEAKER_03Ja, genau.
SPEAKER_01Wenn wir jedes Mal laufen und auf irgendwelche Trigger oder Emotionen achten.
SPEAKER_00Und manchmal habe ich das Gefühl, ich bringe mein Leben so, als super, ich finde es super schwer da rauszukommen. Da ist mein Fokus einfach drauf gerichtet seit ein paar Jahren. Ja, und das ist echt so ein, dieses alles immer so extrem machen zu müssen. Und das ist so ein Part of my life, so das ist auch eine Entscheidung, dass ich so mein Leben führen möchte, dass ich dieser Anteile mir bewusst werden will, mir Hilfe zu holen, mir unterstützen zu lassen und den Weg halt weiterzugehen. Aber dass es nicht mein vollkommener Lebensinhalt ist, jeden Kieselstein umzudrehen, auf den ich trete. Sondern halt auch zu sagen, it's okay, ich trete da drauf, ich sehe es. Und ich darf weiter.
SPEAKER_01Es ist schön, dass du da bist und sie sich über sich selber, über sich selber lachen.
SPEAKER_00Ja, ich glaube, es ist voll, das muss, glaube ich, lernen, oder ich denke mir, ich muss lernen, das halt nicht mit dem Wert zu koppeln. Also ich habe einen Schatten und alle haben Schatten und es ist nicht schlimm.
SPEAKER_01Zu entwerten.
SPEAKER_00Ja. Dass, keine Ahnung, irgendeine Situation irgendwas auslöst, was vielleicht nicht irgendeinem Gesellschaftsideal entspricht. Und das bedeutet nicht, dass man ein schlechter Mensch ist. Da finde ich zum Beispiel auch, dass ich super viel analysiere, was halt um mich herum passiert, mich selber ja irgendwie auch so voll mit einer Luke die ganze Zeit so betrachte. Und ich versuche halt das zu ändern, indem ich halt, wenn ich Situationen erlebe, nicht mehr so stark zu analysieren, sondern dann halt auch mal Stopp zu sagen zu mir selber oder auch im Gespräch zu sagen, hey, möchte ich aber jetzt, ich habe gar keinen Bock, jetzt das so auseinanderzunehmen. Eine Idee als Ansatz so für mich selber, dass ich, weil ich dann schon auch merke, ich höre dann halt auch bei mir selber eher auf, wenn ich nicht so alle anderen die ganze Zeit so kritisch betrachte, dann kann ich bei mir selber auch eher aufhören oder umgekehrt, weil ich bei mir selber halt entscheide immer wieder, so es reicht jetzt mit dem Analysieren, dass ich dann im Außen auch mehr aufhöre damit, die ganze Zeit auseinanderzunehmen. Was alle tun, sagen, wie sie sich bewegen, wie sie sich nicht bewegen, was auch immer. Das hört sich sehr anstrengend. Es ist auch anstrengend. Ich denke mal, wo kommt die Scheiße her? Er soll es.
SPEAKER_01Ei, ei, ei. Okay. Fühlst du?
SPEAKER_00Ja, es ist halt so constant overload eigentlich. Ich denke, ja, try to breathe, so geh halt einen Schritt nach dem anderen. Es gehört halt einfach dazu. Was sagt man mittlerweile im Internet, touch some grass. Echt? Sagt man das? Wieso kommen wieder zurück zur Leute, kommen runter. Heute abkommen sind oder so. Touch some grass. Ja, es war jetzt auch sehr überspitzt beschrieben, aber ja, so fühlt sich es halt schon manchmal an. Not every second of my life, aber schön. Häufig. Der Schatten hat Angst vorm Schatten, ne?
SPEAKER_02Die jagen sich gegenseitig. Scheiße.
SPEAKER_00Mann, Mann, oh Mann. Lupenschatten. Wo bist du? Wo bist du? Ja. Ich bin einfach so Snack. Komm heute heute mit dem Ding. Und analysieren. Und rationalisieren, wo bist du?
SPEAKER_02I pin you to the ground.
SPEAKER_01Ja. Und wenn wir das auseinandernehmen mit dem Kopf, geht es ja auch gar nicht. Findet man auch gar keine Lösung. Wenn es ein Gefühl ist, sowieso nicht. Du kannst kein Gefühl zerdenken. Yeah. I'm still learning. Ja, wird schwierig. Das Gefühl kann man nur fühlen. Die Wut. Wieso ist fühlen so anstrengend? Weil wir es in der Gesellschaft nicht gelernt haben. Würdest du das unterschreiben? Auf jeden Fall. Tausend Prozent. Wir weinen als Kinder gleich wird uns ein Lutsch oder ein Lolli oder ein Tablet von Gottes.
SPEAKER_00Meine Oma hat immer gesagt, wenn du verheiratet bist, wieder verheilt. Einfach so, das kannst du doch nicht zu allem sagen. Was ist für ein dummer Spruch, Mann? Ja. Oder kriegst du was in die Hand gedrückt oder es wird ignoriert. Kein Raum gegeben. Keiner hält es aus, wenn man ein bisschen Emotionen zeigt.
SPEAKER_01Wenn man wütend war als Kind gleich eine geschöpfert, nein. Oder gleich mit Gegenwut reagiert oder mit ignorieren. Geh raus. Giraus, genau. Gleich still gemacht. Ja. Oder Jungs dürfen sowieso nicht weinen, ne, richtig, in unserer Gesellschaft.
SPEAKER_00Verpönt. Würdet ihr sagen, immer noch? Schon im Wandel, würde ich sagen, habe ich den Eindruck. Aber immer noch bestimmt. Ja, schon immer noch drin so.
SPEAKER_01Ja. Ich glaube, es wird einfacher, wenn jetzt die alte, alte Generation geht. Wenn sie ab. Da habe ich doch wirklich, habe ich echt das Gefühl, dann wird in die Erde auch nochmal so richtig durchatmen. Ohne jetzt böse zu sein oder also ganz neutral, so in den alten, festgefahrenen Ansichten von ganz viel Ego. Ich spüre da einfach nur ganz viel Ego.
SPEAKER_00So ein Festhalten an dieser Starrheit. Ja.
unknownJa.
SPEAKER_00Ist ja auch so, man wird im Alter ja literally einfach auch steif. Das hat das Alter halt auch irgendwie an sich, oder? So eine Unbereitschaft, keine Flexibilität mehr.
SPEAKER_01Und ein Unvermögen vielleicht. Aber das geht ja gar nicht mehr in unserer Gesellschaft. Unsere Gesellschaft ist so schnell lebig mit den ganzen, weiß ich nicht, Medien und KI und alles, was so aufploppt und dann sehe ich halt diese alte Generation und denke so, wow, was für ein Kontrast.
SPEAKER_00Ich denke mir auch, Alter, was die alles durchgemacht haben. Ich muss jetzt zum Beispiel an die Generation meiner Großeltern denken, so in den 40ern geboren. Ganz andere Zeiten, ne? Ja, ich denke mal, Alter, was die alles erlebt haben, im Zweiten Weltkrieg über, also jetzt so, wenn man jetzt so bei dem Geschichtlichen bleibt sozusagen als Rahmen, die DDR, alles wurde halt wieder aufgebaut, die DDR, dann der Fall der DDR, dann die Jahrtausendwende, allein das ist ja schon, pff. Und jetzt sind wir schon in 2026, dann mit dem Internet der Technik KI, ist ja unglaublich fernhaft, dann auch einfach mal zu gehen.
SPEAKER_01Ja, und vollkommen unreflektiert einfach alles erlebt. Richtig viel weniger. Und wir als Enkelkinder jetzt aufarbeiten und reflektieren. Halt stopp! Halt stopp. Geil. Genau. Oder auch nicht. Lass es für deine Kinder. Sie sollen auch noch was zu tun. Nein, wollen wir nicht. Auf keinen Fall. Deswegen meine ich so dieses Aufatmen, glaube ich, von ja. Fühlt sich einfach so an.
SPEAKER_00Ja. Was auch ein spannender Aspekt ist, also Schatten würde ich sagen, sind ja schon auch einfach vielleicht Traumata, die man erlebt hat. Und denen man nicht mehr Beachtung geschenkt hat, vielleicht, so im Bewussten. Und dann kenne ich das zum Beispiel. Als ich dann angefangen habe mit Therapie, dass mir dann vom Außenfall oft gespiegelt wurde, wieso willst du da jetzt nochmal reingehen? Also wieso du hast es schon erlebt? Genau, du hast es doch schon erlebt. Ich, also die andere Person, möchte jetzt einfach nur glücklich sein. Warum sollte ich da jetzt nochmal meine Zeit verschwenden quasi und nochmal reingehen? Was ich voll überraschend fand, weil ist ja eigentlich klar, finde ich, dass es, dass so Schatten ja dann im Stillen agieren. Also es lenkt ja trotzdem dein Leben und beeinflusst alles. Vor allem, wenn du es dir halt, wenn du dir den Mustern, die daraus entstanden sind, gar nicht bewusst bist, ja, wird dir alles irgendwie weiter geformt und dann ist es ja eher eine Entscheidung für, ich sag mal, das Glück, da nochmal durchzugehen, im reflektiert durchzugehen, im Bewussten durchzufühlen, um dann das ganz anders in sich halten zu können und nicht, dass es so unbewusst agiert die ganze Zeit.
SPEAKER_01Ja, finde ich richtig gut, was du sagst, ja. Genau so. Es wird ja ständig in meiner Arbeit gefragt, warum gehen wir da jetzt nochmal oder warum sehe ich bei dir nur die ganze Kacke? Ja, weil wir die Kacke aufräumen müssen, ganz ehrlich. Wenn du nicht bereit dazu bist, dann komm nicht. So. Und erst nachdem man die ganze Kacke rausgeschippt hat, die ganze Scheiße das Haus geputzt hat, dann erst kann man doch Glück reinlassen und Freude und kann man erst überhaupt Farben sehen, wenn wir das so als traumata, als einschneidendes schwarzes Erlebnis sehen und diese Schwert färbt die ganze Zeit dein Leben unbewusst.
SPEAKER_00Ja, total.
SPEAKER_01Und wenn man diese Schwze endlich mal beseitigt oder, ne, dass man dann erst sehen kann, ah, meine Wand ist eigentlich rosa.
SPEAKER_00Tolle Bilder, Leute, tolle Bilder. Sehe ich schon die Videos vor auch. Anstatt dann die ganze Zeit davor zu fliegen.
SPEAKER_01So überall hinpanzer. Und dann versucht man glücklich zu sein mit der alten schwarzen Farbe, wie soll das gehen? Geht doch gar nicht. Das ist doch einfach nur Selbstbetrug. Ganz ehrlich.
SPEAKER_00Geht nicht. Tja, aber ja, ist halt auch der Prozess, oder? Natürlich.
SPEAKER_01Es tut halt weh. Es tut halt scheiße weh.
SPEAKER_00Einfach nochmal durchzustellen.
SPEAKER_01Wie viele Taschendücherpackungen hier schon verweint wurden in diesem Räumchen.
SPEAKER_00Aber ich fand halt immer, das muss ich immer wieder sagen, ich habe auch schon in meiner Jugendtherapie ausprobiert und ja, ich war sicherlich gar nicht bereit, irgendwas zu reflektieren, so weil ich halt noch mittendrin war. Aber. Trotzdem bereit, aber vielleicht nicht fähig, oder? Ja, also ich war ja noch viel zu sehr auch überhaupt in den Traumastrukturen. Aber ja, mit den Coachings bei dir, es hatte immer etwas Befriedigendes. Ich fand es, ja, man guckt sich das an und ja, es fühlt sich scheiße an und man fühlt sich vielleicht auch danach scheiße so. Aber es hat sich nie so, ich fühle mich scheiße und da ist halt einfach scheiße so, sondern ich fühle mich scheiße und ich weiß warum und es fühlt sich so befreiend an, dass es einen Namen bekommen hat, dass es eine Schublade bekommen hat, einen Ort und ich verstehe, was drumherum passiert ist und es ist nicht einfach nur scheiße. Und deshalb fand ich es immer so befriedigend und ich habe es nicht verstanden, wenn man gesagt hat, ja, aber ich finde schlecht danach. Ja, aber ist doch gar nicht so. Du lebst ja eh die ganze Zeit damit. Also ja, wie du schon gesagt hast, man geht ja eh die ganze Zeit im Unbewussten. Ich finde aber auch, muss ich mich auch noch ergänzen, dieses, wenn man Dinge erlebt, was du ja gerade auch schon gesagt hast, dass man sie dann halt oft auch gar nicht, was meiner Erfahrung nicht, verarbeiten kann in dem Moment, wo es passiert, und da auch nicht im Erleben selbst so viel zu analysieren und zu versuchen, so zu kontrollieren, sondern auch das Leben so geschehen zu lassen und dann aber zu erkennen, so im Nachhinein kann ich die Dinge reflektieren und ordnen. Um dann eben aus dieser Ordnung heraus kann ich dann auch eine andere Zukunft gestalten. Genau, es kann ein anderer Weg entstehen, den ich dann halt in der Zukunft gehen werde. Aber ja, es ist für mich, glaube ich, schon dieser Zusammenhang so zwischen der Gegenwart und Vergangenheit und Zukunft. Ja.
unknownAuch gut.
SPEAKER_03Danke.
unknownDanke.
SPEAKER_00Ich hätte auch eben, als ihr das beschrieben habt, also ich würde schon, also mein Leben war ja selber so, also dass ich auch meine Sachen erlebt habe und voll, meine Strategie war halt voll, da rauszugehen aus dem Erleben und zu sagen, ich habe mir auch selber immer wieder so als Teenager gesagt, so, was soll ich jetzt machen? Also soll ich jetzt die ganze Zeit heute auf dem Boden liegen, dann komme ich auch nicht weiter. Und dann halt zu sagen, gut, dann ist jetzt halt was ist, und mich dann halt schon davon, so bewusst, soweit man das bewusst entscheiden kann, rauszugehen und trotzdem weiterzumachen, aber dann als Erwachsene den Moment wieder zu finden, wo man dann sagt, gut, das ist jetzt lang genug her, so und jetzt darf ich da auch hingucken und wieder diesen Schritt reinzugehen. Ja, jetzt bin ich erwachsen und kann mit Begleitung, mit ganz anderen Werkzeugen nochmal hinblicken. Genau. Und bin nicht das Kind, das halt auf das halt einfach einprasselt.
SPEAKER_01Genau. Es ist halt eine gute Begleitung auch nötig.
SPEAKER_00Ja, ja. Oder auch mehrere. Oder auch mehrere Begleitungen. Ja, auch nicht alle so auf eine Karte zu setzen, auf eine Person so zu, vielleicht auch zu wälzen, je nachdem jemand nimmt oder die Verantwortung abzugegeben, sondern auch sich halt zu lernen. Es ist ja auch ein Schritt für Schritt, sich aufzustellen und zu gucken, wer kann mir wann wie helfen. Ja. Sich so ein, sagt man ja auch, oder so ein Netz aufzubauen.
SPEAKER_01Ich vergleiche das ja immer so gerne mit einer Wunde. Dir wurde halt eine Wunde zugefügt oder das ist eine Riesenwunde. Und dann ist dein Überlebensmechanismus erstmal Pflaster drauf. Und dann agiert aber trotzdem noch die Wunde die ganze Zeit im Untergrund, weil du hast sie nicht sauber gemacht, du hast sie dir nicht richtig angeschaut, weil du kannst da nicht hingucken, weil du kein Blut sehen kannst, was auch immer. Das heißt, dein Leben lang wechselst du immer nur die Pflasterchen, und irgendwann kommt Alter, irgendwann beginnt dein Körper dann zu reagieren, in Form von Krankheiten, in Form von, weiß ich nicht, Reaktionen deines Körpers, vielleicht auch Flashbacks, und dann musst du einfach diesen Pflaster auch abreißen, dieses Pflaster abreißen. Es tut im ersten Moment einfach scheiße weh. Und dann kannst du begleitend die Wunde säubern, kannst du hingucken, wie sieht sie eigentlich aus, wie tief ist sie, ist das so schlimm, wie du sie noch, weiß ich nicht, in Erinnerung hast, als sie entstanden ist. Und dann ist sie halt am Heilungsprozess und das dauert ja auch immer seine Zeit. Wunderbar passieren immer wieder, aber halt selten. Muss man halt einfach auch sagen. Der Körper, der braucht ja auch, um eine Wunde zu schließen. Und deswegen ist das halt ein Prozess und dann ist vielleicht ein Teil, der will noch nicht so richtig heilen. Und dann muss man dann halt wieder nochmal hingucken, was steckt denn da jetzt nochmal dahinter? Bis sie eine Narbe ist. Und dann guckt man nochmal auf die Narbe und schaut, was kann eine Narbenpflege. Also ihr merkt schon, es ist aber das ist kein, also es hört sich jetzt so langwierig an, aber wenn man da sich einmal dran setzt, dann kann man vielleicht auch mit einer Narbe leben, oder?
SPEAKER_00Und dieses endlos befriedigende Gefühl einfach zu hingeguckt zu haben. Es ist einfach nur, Alter, es ist einfach tausend Centner leichter für jedes Mal, je nachdem wie intens das Thema ist, aber es ist einfach unnormal befriedigend.
SPEAKER_01Und dann haben die Schatten, wurden gesehen, können sich entmystifizieren, können Ruhe geben, können.
SPEAKER_00Habt ihr vielleicht noch andere ein anderes Wort oder andere Worte für Schatten?
SPEAKER_01Unbearbeitetes, Unterdrücktes. Abgespaltenes, genau. Ein Splitter, der die ganze Zeit wehtut.
SPEAKER_00Ich hatte auch gerade das Bild so von Voldemort, wie der ist ein bisschen krass, ne, aber der Trommelwölle, weil er ja Menschen umgebracht hat, um so Teile von sich abzuspalten, ist ja wie so abgespaltene Teile, die man dann wieder nach Hause bringt. Wieder rein in die Hütte. Das war jetzt wirklich ein bisschen ein krasses Bild, aber ja.
SPEAKER_01Aber es ist so, kann man schon gut vergleichen. Und die Schatten wollen ja nichts Böses. Die wollen ja eigentlich nach Hause. Sind halt eigentlich traurige Anteile.
SPEAKER_00Anteile, die dann zum Damen und dann wird man selber wieder zum Regenboom. Man holt seine Farben zurück.
SPEAKER_01Ja, genau. Genau. Wenn man die ganze Scheiße rausschippt, sieht man, wie leuchtend und schön man ist. Richtig. Und dann wird man zur Blume.
unknownGenau.
SPEAKER_01Und bei mir sieht man nicht nur Scheiße in den Sitzungen, sondern wir gehen auch schon in Potenziale. Aber erst wenn man es dann halt annehmen kann, weil solange das Pflaster dran ist, kann ich dir noch so sagen, wie wundervoll du bist. Wirst es nicht annehmen können. Kannst du dir noch so ein schönes Pflaster da drauf kleben mit Regenbogen und Einhörnern, findest du immer noch Kacke, weil die Wunde halt noch da ist.
SPEAKER_00Dann gibt es nämlich auch noch die Anteile, die sich gewöhnt haben daran, dass da eine Wunde ist. Oh mein Gott, dass ich so ein neuer Wunder aufsehe. Uiuiui. Will ich überhaupt, dass die Wunde heilt? That's the next question. Ja, vielleicht können ja auch unsere Zuhörer mal teilen. Wie findet ihr oder was seht ihr als Schatten? Kennt ihr ja noch andere Worte dafür oder eine andere Beschreibung?
SPEAKER_01Finde ich gut.
SPEAKER_00Und dann gibt es auch noch die fiesenschatten oder was? Was ich einfach noch so eine Anfrage. Oder nicht Fiesenschatten. Das gibt dann auch unheilbar.
SPEAKER_01Das ist einfach eine Persönlichkeitsstruktur. Soziopath. Genau, und damit kommst du nicht in meine Sitzung.
SPEAKER_00Wenn Elina dich zum Therapeuten schickst, dann weißt du, da ist irgendwas im Busch.
SPEAKER_02Ja, das stimmt tatsächlich.
SPEAKER_00Hey, gehört auch dazu. Jeder Mensch hat seine Rolle zu leben und manche leben halt diese Rolle.
SPEAKER_01Ja, dann im nächsten Leben. Because it goes on and on and on. Es gibt Schatten, die können wirklich erst im nächsten Leben geheilt werden. Dazu kommen wir in der nächsten Folge. Denn es geht dann um den Glauben. Ja! Ja, lass mal von dir hören. Vielleicht hast du einen Schatten, den du teilen möchtest. Oh. Oh. Oder ein System. Welche Schatten holen wir auf die Couch? Was triggert dich bei uns? Was vielleicht an uns, was vielleicht dein Schatten ist?
SPEAKER_00Tipp tipp. Done. See you next time.