HORSCH Podcast

Ist die Mischung aus Hacken und Bandspritzen praxistauglich?

HORSCH Maschinen GmbH

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Ein Fazit aus drei Versuchsjahren.

Im Raum Straubing wurden Verfahren zur Unkrautbekämpfung im Zuckerrübenanbau mit reduziertem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln getestet. Jakob Berg und Andreas Bogner ziehen Bilanz: Sie sprechen über das dreijährige Projekt – Herausforderungen, Erfahrungen aus der Praxis und darüber, welches Potenzial in der Kombination aus mechanischer Hacke und Bandspritze steckt. Was funktioniert, was nicht – und worauf kommt es für einen erfolgreichen Einsatz wirklich an?

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Moderation und Gast:

Moderation: Andreas Bogner
Andreas Bogner ist Produktmanager bei HORSCH LEEB in Landau. Sein Fokus liegt dabei auf den Zukunftsthemen, wie SpotSpraying und Bandapplikation. Durch die vorherige Position in dem Bereich Hybrid Landwirtschaft ist auch die Mechanische Unkrautregulierung eine seiner Kernkompetenzen. Sein Studium in Maschinenbau, der Master of Science in Nachwachsende Rohstoffe und der praktische Bezug, durch die Tätigkeit in einer eigenen Landwirtschaft, ermöglicht ihm einen vielseitigen Einblick. 

Jakob Berg
Jakob Berg  hat Agrar- und Gartenbauwissenschaften sowie Agrarmanagement an der TU München studiert. Neben der Tätigkeit auf dem elterlichen, landwirtschaftlichen Betrieb im Vollerwerb ist er seit Januar 2023 als Projektmanager beim Verband bayerischer Zuckerrübenanbauer tätig und promoviert zusätzlich als externer Doktorand am Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik der TUM. Seine Schwerpunkte sind Herbizidreduktion, Ackerbau-Logistik und bildanalytische Pflanzendiagnostik.

Herzlich willkommen zum Horsch Studio Podcast vom Tag der offenen Tür 2025 bei Horschleep Application Systems in Landau an der ISA. Heute ist die Mischung aus Hacken und Bandspritzen praxistauglich. Ein Fazit aus drei Versuchsjahren. Mit Jakob Berg, Projektmanager beim Verband Bayerischer Zuckerrübenanbauer und Andreas Bogner von Horsch Leb. Willkommen zum Thema Praxistauglichkeit von Hacke, mechanische Hacke und Bandspritze. Ergebnis aus drei Versuchsjahren jetzt. Danke Jakob, dass du dir Zeit genommen hast. Ich darf dir kurz vorstellen, Jakob Berg und leitet das Projekt Bandspritze und Hacke im überbetrieblichen Einsatz. Genaueres würde ich dann dich dazu bitten, dass du es noch mit vorstellst. Kurz zu mir, Andreas Bogner, bin im Produktmanagement bei Horschle. Magst du ein paar Worte sagen zu dem Projekt, wer die Partner vor allem auch davon sind? Ja, Andreas, zunächst einmal herzlichen Dank, dass ich heute mit dabei sein darf. Es ist eine schöne Sache, über das Praxisprojekt sprechen zu können. Wir beschäftigen uns da konkret mit dem überbetrieblichen Einsatz einer modernen Bahnspritze und eines modernen Hackgerätes, wollen wir das im Straubinger Raum erörtern, wie die Flächenleistungen sind, wie sie das im praktischen Einsatz umsetzen lasst, um da einfach interessante Daten generieren zu kennen. Bei dem Titel des Projektes Praxiseinführung von Verfahren mit reduziertem Pflanzenschutzmitteleinsatz im Zuckerrübenanbau. Ich denke, es ist ein sehr wichtiges Thema, vor allem in Reinkulturen, vor allem beim Thema der Ungrabbekämpfung hat man durchaus ein Potenzial des PSM, der Einsparung von Pflanzenschutzmitteln. Und da haben wir eben mit den Partnern der LFL in Ruhstorf, um es genauer zu sagen, und den weiteren Landtechnikpartnern wie eben Horsch bzw. Horsch lebt dieses Projekt starten können. Es läuft über drei Jahre, begonnen hat es 2023 bis Ende 2025. Wir betrachten also drei Vegetationsperioden innerhalb dieses Projektes und es ist ein vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördertes Praxisprojekt. Das heißt, wir stecken mittendrin in der letzten Vegetationsperiode, in der dritten. Umso spannender, ich denke, das ist eh gerade noch, mit die heiße Phase, dass du in dieser Zeit auch Zeit hast für uns. Sehr gern. Ja, also Hauptfrage ist ja, ist die Mischung aus Hacke und Bandspritze praxistauglich? Kann man da nach drei Jahren jetzt schon was dazu sagen, wo die Knackpunkte sind? Generell glaube ich, ist die Frage, ob ein Verfahren praxistauglich ist, immer sehr abhängig von verschiedenen Faktoren und Voraussetzungen. Das Verfahren Bandspritzen, Hacken ist ja auch kein neues Verfahren. Mein Großvater beispielsweise ist im Zwischenachsenanbau mit dem eicher Geräte schon mit dem Hackgerät auf den eigenen Zuckerrübenflächen gefahren. Es kam dann aus Gründen der Einsparung der Arbeitszeit und es gab weniger Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, ist man eben mehr und mehr zur Flächenspritze übergegangen. Und jetzt hat eben durch die Ziele, ich nenne da auch mal Farm to Fork und Green Deal, kommt das Verfahren wieder aus dem hinteren Eck des Stadels hervor. Mit moderner Technik jetzt natürlich, aber man muss ganz klar dazu sagen, im Vergleich zu einer Flächenspritze, man muss immer im Vergleich sehen, braucht man Voraussetzungen, damit das Verfahren funktioniert. Wenn die gegeben sind, halte ich das Verfahren für absolut praxistaglich. Und Voraussetzungen dafür wären, also das funktioniert, eins, was man sich natürlich immer vorstellt, ist Hang, das ist immer so eine Diskussion, die kommt. Genau, das ist eigentlich der Hauptpunkt, der da immer zunächst genannt wird, das Stichwort Erosionsgefährdung durch Hackmaßnahmen. Man lockert den Boden in der obersten Schicht auf. Und wenn dann ein starkregen Ereignis passiert, gerade auf Hanglagen, hat man eben schon ein deutliches Potenzial an Erosion. Das ist ein großer Nachteil dieses Verfahrens. Deshalb ist es eine wichtige Voraussetzung, dass man das Verfahren auf möglichst ebenen Flächen natürlich einsetzt. Jetzt hat das Verfahren, das Projekt wird im Strabinger Golboden, im Niederbayerischen Golboden, durchgeführt, in der Region um Eiterhofen. Da bin ich sehr dankbar, dass wir 22 Landwirte gefunden haben, die einen Teil ihrer Zuckerrübenanbaufläche zur Verfügung gestellt haben bzw. stellen und wir dann auf diesen Projektflächen die Maschinen einsetzen können. Das sind schöne ebene Flächen. Da funktioniert das natürlich sehr, sehr gut. Und das andere Thema, die wichtige Voraussetzung ist natürlich die Witterung. Man ist im Verfahren Bahnspritze, Hacke, deutlich stärker von der Witterung abhängig, als es beispielsweise die Flächenspritze. Wenn es ein verregnetes Frühjahr hat, dann können die Zeitfenster der Feldbefahrung sehr, sehr kurz sein. Da ist eine Flächenspritze deutlich effizienter und besser dann dafür geeignet. Wenn es die Witterung zulässt und man hat ein bisschen ein größeres Zeitfenster, dann lässt sich das durchaus mit Hackgerät und Bandspritze auch erledigen. An der Stelle würde ich gerne nochmal darauf eingehen, auf die Besonderheiten der Technik und ein paar Sachen dazu sagen. Weil Bandsprit und Hacke, du hast es schon von früher erwähnt, oft ist ja auch, dass die Bahnspritze quasi auf der Hacke mit drauf war. Jetzt die Besonderheit bei dem Versuch, den wir da anstellt, ist, dass die Bandsprit eine bis jetzt von Horschleb eigens konstruierte Bandspritze ist. Und die Besonderheit ist, dass wir quasi drei Sehbreiten mit einer Spitze überfahren. Also wir sehen mit 12 Reihen 6 Meter und die Bandspritze hat dann 18 Meter. Und das linke und rechte Segment davon verschiebt sich nochmal, weil wir ja das Thema haben überbetriebliche Aussatz, das heißt nicht überall mit RTK zum Beispiel. Und wie kann ich es überbetrieblich einsetzen? Jetzt war die Idee, mit der Kamera die Reihe zu erkennen, am linken und rechten Flügel. Und dort quasi die 10 cm auszugleichen, die ich Versatz haben kann. Genau, das ist genau der Versatz, der aus der Zuckerrübenaussat resultiert beim Fahren mit einem 50 cm Reihenabstand. Es ist auch dementsprechend eine Voraussetzung für die Teilnahme am Projekt sozusagen, dass die Rübenaussat auch zwölfreihig erfolgt, weil wir zwölf Reihensegmente haben. Und auch bei RTK-Aussat kann es schon mal passieren, dass tatsächlich einmal die Anschlussfahrt nicht exakt 50 cm auseinander ist von der letzten Reihe der letzten Fahrt zur ersten Reihe der neuen Fahrt. Und da ist diese Technik mit dem kameragesteuerten Verschieberahmen eine sehr, sehr wertvolle Sache, die auch gut funktioniert. Und zugleich ist quasi noch die Funktion, dass ich Band und Fläche spritzen kann. Also ich kann quasi umschalten, wenn ich Situationen habe, wo ich im Band nicht zurechtkomme. Was werden da Situationen? Es kommt häufiger vor, es ist ein, bis dunamischer sagt, ein Praxisprojekt. Man muss mit den verschiedensten Voraussetzungen auch innerhalb eines gleichen Schlages zurechtkommen. Es läuft dann grundsätzlich so ab, dass die Fahrer, die mithelfen oder dass ich selbst dann mit der Bandspritze auf den Schlag hinkomme. Dann gemeinsam mit dem Landwirt wird dann die Spritzbrühe angemischt, werden die Wirkstoffe eingebracht. Und dann fahren wir eben den Schlag ab und wenn er mir dann sagt, ich habe an der Stelle, jetzt gerade oben im Eck im Vorgewände ein bisschen eine stärkere Verungratung oder eine Problemverungratung. Und er sagt, es wäre mir lieber, wenn das flächig behandelt wird, dann haben das zwei kleine Knopfdrücke und dann fährt der tolle Prototyp flächig. Und das andere wird wahrscheinlich eine Grenze sein, wenn man ein Vorgewende hat, das etwas Unförmiges Vorgewende ist. Richtig, richtig, richtig. Für die Grenzen, die wir vorher darauf eingegangen sind, ein Thema ist auch der Hangwesen. Schaut euch hier das speziell an. Wie ist es im Hang, ab wann wir da? Hanglagen haben wir bisher nicht befahren. Wir haben zwei, drei Schläge dabei, wo man einen Teil, ein bisschen Hangneigung besitzt. Aber jetzt mit dem Ziel, dass wir die Maschinen wirklich auch in Hanglagen einsetzen wollen, sind wir bisher nicht rangegangen, sondern haben wir uns da eher dann wirklich auf die Flächen, wo man weiß, das sind eben und das ist die Voraussetzung gut, sind wir da gefahren. Und Thema Hanglagen, es geht ja dann weiter, da geht es ja dann nicht nur um die Erosionsgefährdung, hängt zwar damit zusammen. Da werden Rüben- und Rheinkulturen häufig im Mulchsatverfahren auch gesät. Und Hacken bei einer guten, starken Hulfbedeckung ist natürlich auch wieder problematisch. Also man erkennt da relativ schnell die Grenzen auf von Bandspritzen und Hacken. Anlagen sind nicht geeignet oder sehr, sehr schwierig umzusetzen. Das zweite Thema ist ja die Hacke in dem Projekt. Da ist natürlich wichtig, dass man, sag ich mal, eine gewisse Technik nutzt, die es erleichtert und Schlagkraft macht. Unter anderem ist es Rowlift, also Section Control, das wir am Vorgewände ausheben. Ein Thema. Und beim Aushub haben wir noch festgestellt, dass es wichtig, auch hohen Aushub zu haben, weil man in dem speziellen Fall auch Vor-Reinschluss nochmal hat in der Rübe. Und ansonsten ist man für die Werkzeuge eher reduziert, weil wir ja nicht die Genauigkeit brauchen wie beim Biobetrieb. Sondern was machen wir da genauigkeitsmäßig oder was sind da Ziele, die wir erreichen wollen oder Maße? Wir fahren im Projekt, also nochmal kurz auf die Bandspritze zum Kommen, ein 20 cm Spritzband. Haben also im Vergleich auch zu der Flächenspritze 60% Herbizideinsparung pro Bandhacke. Und das Hackgerät, das wird dann in den einzelnen Hackaggregaten so wurde es eingestellt, dass wir da mit einem Hackband von 35 bis 38 cm fahren, damit da ein gewisser Bereich der Überlappung stattfindet, damit ja keine Fehlstellen entstehen, dass das Unkraut entweder mechanisch im Zwischenreihenbereich ausgehackt wird oder eben dann chemisch-synthetisch im Bereich, innerhalb der Reihe dann kaputt gehen soll. Also das Hackschau ist dann so zwischen 12 und 15 Zentimeter sind die auseinander. Und das macht es natürlich auch einfacher überbetrieblich, wenn die Sehspuren oder die Reihenabstände der Sehmaschinen nicht exakt aufeinander passen, dass ich quasi nicht umstellen muss. Also ihr stellt es relativ wenig an der Maschine um und fatzt es überbetrieblich. Genau. Punkt ist da natürlich extrem wichtig. Bei Hack-Maßnahmen ist die korrekte Tiefeneinstellung der Hackschare. Wichtig beim Hacken ist, dass man sehr flach beginnt und mit jedem weiteren Arbeitsgang ein bisschen tiefer geht mit dem Aggregat, damit eine Gegenschneide sozusagen im Boden entsteht und man nicht eben nur den eh schon gehackten Bodenbereich nur einmal aufwirbelt. Es muss dann peu à peu immer das Hackschar um zwei Zentimeter nach unten gesetzt werden, tiefer gesetzt werden, damit man ein schönes Hackergebnis hat und das lasst sich mit dem Gerät auch sehr schön umsetzen. Natürlich, die Schläge sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten auch zum Teil ausgesät. Ich habe größere Rüben, ich habe kleinere Rüben. Da kommt es dann auch darauf an, einmal auf die Frage, fährt man mit den Kulturschutzscheiben noch oder nicht. Wenn ich die brauche in dem einen Schlag und fahrt zum benachbarten Schlag rüber, der vielleicht eine Woche oder zwei Wochen früher gesät schon hat, dann muss man die Scheiben natürlich entsprechend umsetzen. Also die Flexibilität, die ist sehr wichtig bei so einem überbetrieblichen Einsatz der Maschine. Das lässt sich aber sehr gut und einfach erledigen. Ein Thema, was ein Landwirt natürlich immer interessiert, ist die Flächenleistung. Flächenleistung per se, die ich pro Stunde schaffen kann. Aber das andere ist natürlich auch, was sind die Maximalflächen, wo man sich überbetrieblich vorstellen kann. Wir haben jetzt mit Rückblick auf die vergangenen drei Jahre Projektaufführung im Durchschnitt immer 200 Hektar Projektfläche gehabt. Und das ist natürlich schon eine erheblich große Fläche. Wir sind da im ersten und jetzt auch im zweiten Projekt ja auch von der Witterung einmal eine Zeit lang böse überrascht worden, was uns natürlich die Grenze sehr deutlich aufgezeigt hat. Jetzt im dritten Jahr heuer, 2025, ist es ein bisschen leichter. Da sind die Zeitfenster, wo wir mit den beiden Maschinen reinfangen können, sehr, sehr lang gewesen. Und da haben wir uns auch in der Durchführung dann leichter getan. Das muss man da freilich immer dazu wissen und dazu sagen. Und die Flächenleistung an sich, es wurden ja immer automatisch Daten erfasst und aufgenommen. Ich musste jetzt Gott sei Dank nicht mit der Stoppuhr daneben stehen und die Daten dann so erfassen, sondern das lief dann alles über das Schlepperterminal automatisch. Und ich habe mir dann die Daten ausgewertet. Bin in den ersten beiden Jahren beim Hackgerät, beim ersten Hackdurchgang auf eine durchschnittliche Flächenleistung von 2 Hektar in der Stunde gekommen. Und beim zweiten und dritten manchmal auch im vierten Hackdurchgang kann man schneller fahren, die Rüben sind größer. War die durchschnittliche Flächenleistung bei 3 bis 3,5 Hektar in der Stunde. Das hängt natürlich auch von der Flächengestalt ab, von der Schlaggröße und von der Schlagform, wie viele Vorgewände sind da drin. Hängt alles zusammen, aber im Durchschnitt 3 Hektar in der Stunde beim zweiten und dritten Mal hacken. Und bei der Bandspritze haben wir eine deutlich höhere Flächenleistung, ist ja klar, eine größere Arbeitsbreite von 18 Metern. Man kann da auch schneller fahren ohnehin. Und da haben wir im Durchschnitt immer bei allen Bandapplikationen eine durchschnittliche Flächenleistung von 8 Hektar in der Stunde. Und da sind wir schon sehr schlagkräftig. Ein großer Vorteil, auch an dieser Kameratechnik, um das auch nochmal zu erwähnen, ist, dass natürlich da auch die Fahrt bei Nacht sehr gut möglich ist, weil diese kameragesteuerten Verschieberamen, da ist eine Beleuchtungseinheit mit dran gebaut. Ich kann mit den Maschinen auch in der Nacht fahren, wenn es mal bräsiert und das wird natürlich dann auch gemacht. Das wäre natürlich das nächste Interessante, war dadurch, dass ich die Systemen koppel, Hacke und Bandspritze. Nutze ich diese Effekte, dass ich zu der besseren Zeit im Prinzip Pflanzschutz ausbringen kann. Und Hacken ist ja windig und sonnig sozusagen optimal. Es ist auch so, bei den Wirkstoffen selbst, vor allem im Rübenbereich, arbeitet man da auch sehr stark mit bodenwirksamen Herbiziden. Da braucht man eigentlich ein bisschen eine Feuchte, eine Bodenfeuchte im Boden drin. Und beim Hacken ist es genau andersrum. Da möchte man einen trockenen Boden haben, wo es am besten dann mindestens drei Tage danach nicht mehr draufregnet, damit das ausgehackte Unkraut auf die Bodenoberfläche kehrt und dann vertrocknen soll. Also die Einsatzbedingungen der beiden Verfahren, die widersprechen sich. Und deshalb haben wir auch dieses Verfahren entkoppelt, getrennt voneinander, mit einem Hacken separat und einmal Bandspritzen separat. Würde man es kombiniert machen, hat sicherlich dann wiederum Vorteile im Bereich der Flächenleistung, weil man sich einen Arbeitsgang dann sozusagen pro NHK dann spart, ist aber dann auch wieder mit negativen Punkten behaftet. Wenn man bei Trockenerwitterung hackt, hat man eine Stabentwicklung, wenn ich dann gleichzeitig auch noch auf die Rübenreihe mein Herbizid ausbringe im Band, spricht man auch immer von einer gewissen Minderwirkung, da tatsächlich diese Stapartikel dazu führen können, dass die Herbizidwirkung dann herabgesetzt ist. Ja, es haben wir viele Themen durchgeregt, was einen Einsatz per se betrifft. Interessant für den Landwirt ist am Flüssen auch immer noch das Thema Ertrag. Hat man da irgendwas anderes zu erwarten oder kann man da was auf die kurze Zeit, sage ich mal, das ist ja schwierig, aber einfach in den Bedingungen Aussagen treffen? Auch da ganz klar wiederum die Abhängigkeit vor allem von der Witterung. Hacken ist nicht nur da, um das Ungrad zu beseitigen, sondern Hacken ist auch immer eine Form der Bodenbearbeitung. Und selbst innerhalb eines einzelnen Schlages kann die Bodenart schon sehr unterschiedlich sein. Ich habe einen Teil, wo ich ein bisschen einen höheren Schlufanteil habe, eine weißlimigere Stelle, sagen wir bei uns, oder an der anderen Stelle eben ein bisschen grobkörnigere Bodenart. Und auch gerade da, wo die Stelle fein, krümeliger ist, feiner ist, kann es dann bei Regenereignissen tatsächlich zu Verschlemmungen kommen, zu Verkrustungen käme, das das Rübenwachstum doch sichtlich beeinträchtigt. Und wenn ich natürlich dann diesen Bereich dann noch einmal durchhacke, um es Ungrad zu beseitigen, nutze ich den zusätzlichen Effekt des Aufbrechens der Bodenverkrustungen, der besseren Bodendurchlüftung, der beschleunigten Bodenerwärmung und sicherlich dann am Schluss auch den Effekt der erhöhten Bodenmineralisation. Das kann einen Einfluss haben auf den Ertrag. Wenn die Witterung trocken ist, dann kann man möglicherweise an diesen Stellen doch beschleunigtes Rübenwachstum feststellen. Wenn es regnet, wird man da keinen Effekt feststellen. Also auch das ist immer abhängig A vom Schlag und auch B von der Witterung in dem Jahr. Also die pauschale Aussage Haken führt zu einem Mehrertrag immer. Die würde ich ausschließen, aber man kann sicherlich das Rübenwachstum unterstützen. Wenn ich einfach die letzten zwei Projektjahre zurückdenke, dann glaube ich, hat man da gut auch die zwei Extreme abtesten können. Weil im einen Jahr war sie doch sehr trocken und war das Hacken auch bei anderen Landwirten groß im Trend und im anderen Jahr war es eher die Schwierigkeit, dass durchwegs nass war, die Zeitpunkte zu finden, reinzukommen. Genau so war es. Im ersten Jahr, da hat man ein sehr, sehr verregnetes Frühjahr, im April, viel Regen gehabt. Da haben wir uns eher schwer getan, dass wir zur ersten NHK mit den Maschinen überhaupt reinfahren konnten. Und dann hat es eigentlich bis zur Getreideernte nicht mehr geregnet. Bei der Getreideernte dann natürlich wieder schon. Aber genau in dieser Zeit, wo es so trocken war, wurde sehr häufig mit Hackgeräten in den Rüben noch einmal gefahren, um vor allem den Boden aufzubrechen. Und im zweiten Jahr, jetzt im vergangenen Jahr 2024, ein sehr, sehr verregneter Mai gewesen. Allein im Mai hat es knapp 150 Liter geregnet. Das hat uns vor allem beim zweiten und dritten Mal Hacken große Herausforderungen gestellt, weil wir einfach nicht in den Schlag reinfahren konnten, weil es zu nass war. Die Rüben aber gleichzeitig eine sehr wüchs Vegetation gehabt haben. Und da sind uns die Rüben davon gewachsen, ehe wir eigentlich mit dem Hackgerät reinfahren konnten. Und dann war der Bestand auch geschlossen schon, sind dann in den Mandenschlag trotzdem reingefahren und haben bei geschlossenem Bestand tatsächlich die Rüben noch einmal gehackt, um das Ungrad zu beseitigen. Also wieder der klare Hinweis auf die deutlich erhöhte Witterungsabhängigkeit. Also jetzt geht es um Hacke und Bandspritze. Aber natürlich kann ich das Ganze, also es ist ja eine Kombination, aber die Reihenfolge, ich kann ja natürlich auch sagen, ich mache gewisse Spritzungen in flächig, zum Beispiel die ersten NAKs, denke ich, was in der Praxis auch oft sinnvoll ist. Dann kommt man mit der Bandspritze und dann spielt die Hacke noch eine Rolle. Wie ordnet sich das alles ein? Ich kann ja zuerst mit der Hacke kommen und dann Spannspritzen. Oder auch, du hast gerade erwähnt, als letzter Gang ist der Hackgang, weil ich vorher reinschluss. Könnte aber sagen, ich mache einen vorgezogenen letzten Hackgang und versiegelt dann den Boden mit Pflanzenschutzmitteln. Haben wir da Erfahrungen? Wahrscheinlich ist es auch immer abhängig vom Ungradaufkommen im Wetter, aber kann man da was sagen aus den letzten Jahren? Ich halte es für sinnvoll, dass man nicht nur schwarz-weiß denkt bei diesen ganzen Strategien der Ungradbekämpfung in Rüben. Man darf nicht hergehen und sagen, ich ersetze jetzt die Flächenspritze durch eine Bandspritze und ein Hackverfahren, sondern man muss in Strategie denken. Eine gute Version ist dabei, dass man bei der ersten NRK nach wie vor mit der Flächenspritze fährt. Man kann dann ordentlich mit bodenwirksamen Herviziden vorlegen. Dann hat man schon mal einen Grundstock geschaffen, dass wirklich das Ungrat beeinträchtigt und stark bekämpft wird. Und dann, je nach Witterung natürlich, kann ich mit ruhigerem Gewissen bei der zweiten und dritten NRK, manchmal auch bei der vierten, wenn es notwendig ist, dann mit einer Bandspritze und einem Hackgerät fahren, sollte die Witterung mitspielen. Die Frage dann, ob man zuerst Bandspritzen soll oder hacken, im absätzigen Verfahren, wie man es wir eben haben, hat auch wieder Vor- und Nachteile. Wenn ich zuerst Bandspritze, dann habe ich zwar nicht den Effekt, dass möglicherweise Minderwirkungen durch Staub entstehen können. Nachteil ist aber dann, dass ich durch die Hackmaßnahme in dem Überlappungsbereich zwischen Band und Hacke und dem Hackband in diesem Überlappungsbereich die Herbizide eigentlich wieder diesen Spritzfilm kaputt mache. Das ist der Nachteil. Und wiederum zuerst hacken und dann das Band daraufsetzen. Das führt dann dazu, dass ich eben wirklich keine, das Spritzband, diesen Spritzfilm nicht ruiniere. Und ist auch wieder von der Witterung und auch den notwendigen Seiten abhängig. Weil schon so ist, dass wir nicht einfach sagen können, wir können auf dem Schlag jetzt zuerst mit der Hake fahren und dann mit der Bahnspritze und beim anderen haben wir es umgekehrt, sondern projektlogistisch muss das alles immer passieren gleichzeitig. Und da ist die Strategie ganz wichtig. Projektlogistisch, wer ist da, wer leitet die Logistik, beziehungsweise was ist es als Aufwand, wie kann man sich das vorstellen, so viele verschiedene Flächen aus verschiedenen Landwirten unter den Hut zu bekommen. Läuft es bei einem zusammen? Durchgeführt, initiiert wurde das Projekt vom Verband Bayerischer Zuckerrübenanbauer. Dort bin ich auch angestellt und ich tue neben den Durchführungen draußen auf den Schlägen auch das Projekt koordinieren. Gemeinsam mit dem Herrn Rupert Weber, der mich da maßgeblich unterstützt. Die gute Zusammenarbeit ist unbedingt wichtig, dass mit überhaupt 200 Hektar Rüben dann überbetrieblich im Bandhackeverfahren gefahren werden können. Wir haben dann zusätzlich noch einige Fahrer, weil die Maschinen, wenn es präsiert, wirklich rund um die Uhren eingesetzt werden müssen. Und so koordinieren wir das. Wir haben die Landwirte da einen intensiven Informationsaustausch, haben da eine WhatsApp-Gruppe entworfen und haben immer gesagt, wer fahren möchte, bitte rühren. Wir haben beispielsweise auch völlig freigestellt, wie die Herbizidbrühe ausschaut. Also wir haben von neben Landwirt, manchmal ja von Schlag zu Schlag immer neu angemischt und haben wirklich den betriebsindividuellen Wunsch an Herbiziden dann auch ausgebracht. Und es ist sehr, sehr wichtig, grundsätzlich, dass man da ordentliche Kommunikation dann hat. Und natürlich aber auch die Akzeptanz der mitwirkenden Landwirte ist da sehr wichtig. Auch das Vertrauen, man hat jetzt schon auch gesehen im Verlauf der drei Projektjahre, im ersten Jahr doch ein bisschen skeptischere Einschätzungen, ob es funktioniert. Und es ist aber, glaube ich, dann doch im Verlauf zu einer besseren Akzeptanz auch des Verfahrens dann gekommen. Also das hat man schon auch beobachtet und ich muss aber auch ganz klar dazu sagen und mich gleichzeitig da auch wirklich bei den Landwirten noch einmal bedanken, dass die so gut mitgewirkt und mitgearbeitet haben. Wenn das nicht gewesen wäre, dann hätten wir da sicherlich quasi ein schönes Projekt dafür gehabt. Von der Hacke, den Einsatz kann ich ja einmal machen, kann ich zweimal machen. Die Intensität dessen, haben das die Landwirte selber entschieden oder ist das quasi vorgegeben? Und wenn ja, wie wurde es in der Praxis dann gemacht oder was hat sie etabliert? Wir sind bisher so vorgegangen, die drei NRKs an Bandspritzungen, die haben wir eigentlich schon durchgeführt gehabt. Bei der dritten Bandspritzung sind wir dann schon mit den Hack-Maßnahmen gefahren, haben dann da schon losgelegt. Und das ist natürlich immer eine Einzelentscheidung. Auch schlagbezogen, ein verungrauteter Schlag, weil da gerade im Boden ein großes Ungratsporen vorkommen ist, der muss öfters gehackt werden. Auf der anderen Seite sind auch einige Schläge dabei, die sehr, sehr sauber ohnehin schon sind. Da wird maximal dann zweimal gehackt. Wichtig ist dabei immer nur, beim letzten abschließenden Hackgang diesen zeitlich so zu treffen, dass ich wirklich kurz vorm Reinschluss dann dran bin. Und dann habe ich damit ein gutes Ergebnis. Ja, also man hört schon raus, dass man viel individuell entscheiden muss und differenziert betrachten. Jetzt möchte ich am Schluss einfach nur mal die Frage stellen, wo wir vorhin rausgeschmissen haben. Also das Fazit aus 3 am Versuchsrad. Ist die Mischung aus Hacke und Bandsprüsse? Praxistauglich? Ich würde sagen ja. Man muss aber bei dieser Aussage immer dazu betonen, dass es abhängig ist von der Witterung ganz stark, dass es abhängig ist vom Standort, auf welchem Befinde, ob ich Hanglagen mit drinnen habe, wie schaut meine Bodenart dazu aus. Es muss alles in diese Fragestellung mit hinein. Sind diese Voraussetzungen gegeben, dass die Witterung mitspielt, dass der Schlag entsprechend eben ist, dann kann ich beim Bahnspitzhackverfahren durchaus die generelle Ungradbekämpfungsstrategie in Rüben ergänzen. Ich möchte aber ganz klar auch darauf hinweisen, obwohl dieses Projekt sehr gut meiner Meinung nach gelungen ist, wir haben tolle Daten generieren können, wir haben viel Interesse wecken können. Aber man darf nicht schwarz-weiß denken und sagen, die Flächenspritze kann durch ein Bandspritze und ein Hackgerät ersetzt werden. Soweit würde ich absolut nicht gehen wollen. Es ergänzt das Ganze. Der Sinn oder das Ziel auch eines jeden einzelnen Landwirts ist es, den Schlag sauber zu halten bei bestmöglichen Umweltschutz. Und es kann aber dann auch im Golboden beispielsweise sein, dass die Witterung im Netmitspielt und ich muss die 300 Gras nach wie vor auch mit der Flächenspritze fahren. Also der Landwirt muss am Schluss selbst entscheiden können, was für ihn betriebsindividuell, aber vor allem auch für seinen Schlag, seinen Rübenschlag, Ungeradeaufkommen, Witterung, das Beste ist. Am Schluss ist der Landwirt, ist er und bleibt der Experte. Und ein weiteres Werkzeug, das einfach zur Verfügung hat und was man zukünftig auch dranbleiben soll. Das ist ein Werkzeug in diesem großen Werkzeugkasten. Wenn es zulässt, dann kann ich Herbizide einsparen. Tu was für einen Umweltschutz, wenn es aber witterungsbedingt nicht möglich ist, dann muss ich weiterhin auch mit der Flächenspritze fahren. Aber das sollte dem Landwirt in seiner Entscheidung immer und auch in Zukunft freigestellt bleiben. Okay. Dann Jakob, danke für die gute Unterhaltung. Sehr gern, hat mich gefreut. Bis zum nächsten Mal. Vielen Dank fürs Zhören. Mehr Infos und interessante Beiträge unter Horsch.com slash Studio.