HORSCH Podcast

11 Kulturen, 1 Ziel

HORSCH Maschinen SE & Co. KG

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 19:53

Effiziente Bio-Landwirtschaft zwischen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven mit Nulltoleranzprinzip im Unkrautmanagement 

In der Nähe des Harzes bewirtschaftet Julius von Gadenstedt als Pächter einen vormals konventionellen Ackerbaubetrieb und hat ihn vollständig auf Bio umgestellt. Das Klostergut verfügt über heterogene Böden, teils mit Schwermetallbelastung, und es findet keine Viehhaltung statt. Er stellt vor, warum er eine breit angelegte Fruchtfolge fährt: Um Deckungsbeiträge sicherzustellen, den Unkrautdruck zu verringern und die Vermarktung flexibel zu halten. Dabei setzt er auf eigene Lagerkapazitäten und eine strikte Nulltoleranz gegenüber Beikräutern – durch mechanische Regulierung oder Handarbeit. 

Das Video zum Talk, mehr Infos und weitere Beiträge unter

https://www.horsch.com/studio


Gast und Moderation:

Julius von Gadenstedt
Für Julius ist Landwirtschaft mehr als ein Beruf – sie ist Leidenschaft und Verantwortung zugleich. Auf dem Klostergut Wöltingerode bewirtschaftet er rund 360 Hektar Ackerland ökologisch nach den Richtlinien von Naturland und arbeitet täglich daran, Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt und nachhaltiges Wirtschaften in Einklang zu bringen – mit Überzeugung und moderner Technik. 

Moderation: Johannes Schmidt
Johannes ist seit 2020 bei HORSCH tätig und hat den Bereich Hybrid-Landwirtschaft seit der Markteinführung begleitet. Durch den elterlichen Ackerbaubetrieb und sein Studium mit Schwerpunkt Pflanzenbau an der HSWT in Triesdorf hat er sich an der Entwicklung von Maschinen wie Striegel und Hacken beteiligt. Er steht im Kundenkontakt, um Fragen zum vor- und nachgelagerten Bereich der mechanischen Unkrautbekämpfung zu beantworten. Derzeit kümmert sich Johannes überwiegend um verschiedene ackerbauliche Projekte und Innovationsthemen. 

Herzlich willkommen zum Horsch Studio Podcast von der AgriTechnika 2025. Heute elf Kulturen und ein Ziel. Effiziente Bio-Landwirtschaft zwischen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven mit Nulltoleranzprinzip im Unkrautmanagement mit Landwirt Julius von Gardenstedt und Johann Schmidt. Marketing bei Horsch. Ja, herzlich willkommen hier aus unserem Horst-Studio, sozusagen live auf der AgriTechnika 2025. Und ja, mein Name ist Johannes Schmidt. Ich habe heute zu Gast Julius von Gardenstedt. Julius ist auf einem nicht ganz so alltäglichen Biobetrieb-Betriebsleiter. Und ja, ich habe gesagt, Julius, stell dich einfach nochmal selbst vor und dann schauen wir mal. Ja, moin Johannes, erstmal schön, dass ich hier bei euch sein darf auf der Agitechnika 2025. Mein Name ist Julius von Gardenstedt. Ich bin als Zweitgeborener Sohn auf dem landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern aufgewachsen. Und wie das immer so ist, das traurige Leid eines Zweitgeborenens. Kennst du? Man ist nicht der weichende Erbe zu Hause und muss sich was anderes überlegen. Ich bin trotzdem meiner Passion nachgegangen und habe mir gesagt, ich will Landwirt werden. Gestaltete sich natürlich erstmalig nicht so schwierig. Ich habe mir gesagt, Alternativ gibt es sicherlich im vor- oder nachgelagerten Bereich, der landwirtschaftliche Sektor ist groß, genug Möglichkeiten, irgendwie Hand und Fuß zu fassen. 2021 stand dann ein 370 Hektar großer Ackerbaubetrieb, ganz in der Nähe von meinem Heimatbetrieb, 30 Kilometer von dort entfernt, zur Verpachtung ausgeschrieben. Um dieses Problem bei uns zu Hause, dass zwei Leute da sind, die es gerne weitermachen wollen, aber nur einer es leider machen kann, wusste ein guter Freund meines Vaters, der dann gesagt hat: Mensch, wollen wir nicht zusammen, so haben wir uns gemeinsam dann dort beworben. Und ich darf der Glückliche sein, der heute das Kloster gut führt. Ist schon immer ein Biobetrieb? Nee, war zuvor tatsächlich konventionell bewirtschaftet und klare Pachtbedingungen war es, den zuvor konventionell bewirtschafteten Betrieb auch umzustellen zum Ökolandbau. Auch vielleicht für den Standort, ist in der Nähe des Harzes, mit sehr heterogenen Standorten von 25 Bodenpunkten und Schwermetallbelasteten Böden. Bis hin zu 80 Bodenpunkten. Alles dabei, auch sehr hanglagig. Für den Bio-Anbau vielleicht nicht ganz prädestiniert, aber genau die Herausforderung ist das, was mich täglich an meiner Arbeit auch begeistert. Wolltest du Biolandwirt werden? Also, dass du gleich losgelegt hast und sagt, okay, du willst ökologisch wirtschaften oder kam das dann, weil das gut das halt, sag mal, Bedingungen gestellt hat? Nee, ich muss sagen, ich habe mich auch zuvor schon ganz, ganz lange damit beschäftigt. Zu Hause war es nie Thema, weil wir einer Biogasanlage angeschlossen sind. Aber das Thema war ja gerade in diesem Zeitraum auch grundsätzlich, glaube ich, in der Landwirtschaft und es ist ja auch heute noch auf politischer Ebene ein ganz großes Thema und gewinnt an Zuneigung oder an Interesse. Und so habe ich mich auch mit dem Thema beschäftigt, was wir ackerbaulich auch anders machen können, als wir vielleicht vor 30 Jahren gemacht haben. Ja, ich glaube, so sind wir ja auch dann zusammengekommen. Vielleicht erkläre ich das kurz. Mein Hintergrund ist eigentlich, dass ich bei uns die mechanische Bodenbearbeitung bzw. mechanische Umkreuzbekämpfung ja betreue. Und ja, Julius, du hast einen 24 Meter Striegel. Genau. Glaube ich, vor zwei Jahren oder was? Naja, vor drei, vier Jahren, drei, vier Jahren. Und ja, so sind wir da zusammengekommen. Ich war zum Ersteinsatz da. Und ja, aber was für Kulturen baust du an? Also ich habe ja eingangs erwähnt, okay, das ist nicht ganz so der Standard, sag ich jetzt mal, Ackerbau-Biobetrieb. Was für Kulturen sind da noch dabei bei euch in der Flugzeuge? Also grundsätzlich ganz, ganz vielseitig jetzt nach der Umstellungsphase. Es sind mittlerweile, wenn ich sie alle aufzählen würde, würden wir, glaube ich, auf elf Kulturen kommen. Man macht sich natürlich Gedanken, wie man natürlich auch, dadurch, dass wir ein reiner Pachtbetrieb sind, wie man auch hohe Deckungsbeiträge der einzelnen Kultur fahren kann. Und so sind wir mittlerweile bei auch sehr hohen deckungsbeitragsreichen Kulturen, machen uns Gedanken darüber, wie wir das natürlich auch ackerbaulich hinkriegen und sind über normales Getreide, was allerdings auch einen sehr geringen Anteil in der Fruchtfolge einnimmt, bis hin zu Zuckerrüben. Wir sind direkt vor den Toren Schladens, die Nordzucker betreibt der einen Schladen als einziges Werk die Bio-Verarbeitung. Über rote Beete, Pflanzkartoffeln, bis hin zu Buschbohnen und Ackerbohnen und Raps, also auch Ölpflanzen, ganz vielfältig in der Fruchtfolge. Ist es sehr handarbeitlastig, sag ich mal jetzt mit roter Beete und Co. oder ja, weil das ist ja schon recht vielfältig oder in der Pflege nutze ich dieselben Hacken oder was so Rheinabstände nutzt man? Also das ist jetzt so ein Thema, wo ich sage, habe ich wenig mit dem Hut? Also genau, ich versuche grundsätzlich, um das Ganze auch für Mitarbeiter zu vereinfachen, alles auf 45 Zentimeter Reinabstand zu machen. Bin ich auch so ein bisschen gesetzt durch die Zuckerrübe bei uns in der Region. Cm da Ruder 45 hat dann. Genau, 50 oder 45 und ich baue eigentlich alles auf 45er Reihe an, damit ich im Frühjahr, wo bei uns sowieso unheimlich viel ist von Kultur, flexibel zu Kultur fahren kann. Zu der Fragestellung der Handarbeits, des Ausmaß der Handarbeit. Ich versuche auf den Betrieb eine Nulltoleranz zu fahren. Das ist natürlich im Ökolandbau auch eine ganz schöne Herausforderung. Mir geht es aber darum, das Samenpotenzial von Unkräutern so gering wie möglich zu halten. Versuche nichtsdestotrotz, ich setze Handarbeit ab dem Punkt ein, wo ich merke, dass wir technisch an unsere Kapazitätsgrenzen bzw. an unsere technischen Möglichkeiten an die Grenzen kommen und versuche bis dahin eigentlich mit Hacktechnik, aktuell auch ganz aktuell das Thema Inro-Hack-Technik, die Handarbeit auf ein Minimum zu reduzieren und technisch erstmal das Ganze, soweit es geht, technisch zu lösen. Aber nichtsdestotrotz, denke ich, oder weiß ich, dass man ganz ohne Handarbeit nicht auskommt. Ja, okay. Ich meine, Inro-Technik ist ja, glaube ich, jetzt auf der Messe schon gut vertreten, weil ich es so gesehen habe. Ja, soweit ich das sagen kann, sind wir da, glaube ich, bei uns erstmal nicht dabei, dass wir auch in dem Bereich unterwegs sind oder unterwegs sein werden, aber ja, never say, never. Mal gucken, wie das ausgeht. Aber ich sag mal, du hast gesagt, so grob vom Standort her, zum Teil schwermetallbelastete Böden waren es, glaube ich. Das heißt, andererseits auch eher schwere, an sich schwere Böden. Gräser ist ja in der Region, oder wenn ich richtig zuordne, auch ab und an ein Thema. Sagst du da, macht ihr das ordentlich einen Strich durch die Richtung, sag ich, jetzt mit Ungräser, Akafuck-Schwanz, Weidelgras, so was die Richtung? Oder kriegst du das einigermaßen hin, die auch nicht zu regulieren, dann und ja, ein Flug? Oder was ist deine Strategie da, sag ich mal? Oder ist es überhaupt ein Thema? Also Ackerfuchsschwanz ist durchaus ein Thema bei uns in der Region und auch bei mir auf dem Betrieb, insbesondere Ackerfuchsschwanz, das Thema beim Thema Gras. Aber ich sehe das nicht als Hauptproblem und Hauptherausforderung an, sondern oder das entwickelt sich daraus, dass wir eine ganz, ganz vielfältige Fruchtfolge haben, gar nicht den hohen Anteil an Winterung in der Fruchtfolge, gar nicht den hohen Anteil an Wintergetreide, was eine frühe Ausserzeitpunkte hat, sondern auch vieler Wechsel von Winterung zu Sommerung. Und für mich ist das ein Baustein gegen den Ackerfuch-Schwanz aus Ackerbaulich ganz, ganz vielen Maßnahmen, die wir machen, nämlich späte Aussatzzeitpunkte, mechanische Unkrautregulierung, denn gegen Mechanik gibt es halt keine Resistenzen. Ja, ja, ja. Und somit, ja, wir haben Samenpotenzial in Ackerfuckschwanz vor Ort, das ist nicht zu leugnen, aber ich denke, das ist nicht unsere Hauptherausforderung, sondern die kriegt man mit ackerbaulichen Maßnahmen, mit dem Zusammenspiel ganz vieler unterschiedlicher ackerbaulichen Maßnahmen auch gut bewältigt. Ja, ich glaube, gerade mit elf Kulturen hast du, glaube ich, gesagt, ne, in der Fruchtfolge. Weil das ist schon ein aktuelles Thema, was wir auch immer wieder merken, auch gerade auf der Messe haben einen Stiegel dabei. Und die Kunden und Kundinnen, die kommen, die kommen tatsächlich mit einer Problemstellung. Da geht es, die stehen meistens dann schon in Anführungszeichen mit dem Rücken an der Wand und sagen, okay, jetzt komme ich chemisch nicht mehr weiter. Was mache ich? Und ja, Striegel, wie geht das los? Und dann kommen wir eigentlich sogar in die Rolle, dass wir erstmal den Grundsatz des Stiegels erklären. Und dass wir dann erstmal so auch dementsprechend die Möglichkeiten und Funktionen von so einer Maschine erläutern und die Kunden und Kundinnen dann bestmöglich darauf beraten, was es für Möglichkeiten gibt. Und ja, das sehen wir halt jetzt im Unternehmen auch eher ganzheitlich, dass wir sagen, okay, es ist ein Zusammenspiel aus mehreren Themen. Also sei es Fruchtfolge, ich meine, nicht jeder hat jetzt die Möglichkeit, elf verschiedene Kulturen anzubauen. Nee, aber Bodenbearbeitung, später Aussaatzeitpunkte, der Einsatz von einem Striegel, all das sind ja Maßnahmen, ganz, ganz das Zusammenspiel vieler Maßnahmen, auch wenn man jetzt nicht elf unterschiedliche Kulturen, das ist ja gar nicht darstellbar in allen Betrieben, egal ob Öko oder konventionell, aber nichtsdestotrotz, denke ich, ist das ein Zusammenspiel aus ganz, ganz vielen Sachen, wie man ackerbaulich darauf reagieren muss. Ja, das ist halt die, also das Spannende finde ich daran, wenn man jetzt mit dem einen oder anderen Landwirt spricht, du bist, oder wie du den Betrieb aufgestellt hast, finde ich das eine Extreme, also dass man sagt, okay, man geht in elf verschiedene Kulturen, trotzdem in recht breitflächigen Anbau, nenne ich jetzt einfach mal. Und dann gibt es die andere extreme Seite, die halt vielleicht eine zwei-, dreigliedrige Fruchtfolge fahren und halt da gar nicht von weggehen. Also dass immer so das Thema ist, so ja, ja, ich krieg die Ackerboden nicht vermarktet oder ich kann Körnermeist nicht wegbringen oder oder oder. Ich glaube, das ist einfach so dieser Mittelweg dazwischen, irgendwo zu sagen, okay, ich versuche aus mit Technik, mit verschiedenen Verfahren und verschiedenen Ackerbau-Möglichkeiten wie Fruchtfolge eben das zu regulieren, weil, ich sage mal, wenn du als Biolandwirt das in Schachelst und vor allen Dingen dieser Null, wie hast du gesagt, null Toleranz. Also ich will jetzt nicht sagen, dass mir das immer und überall und in jeder Ecke gelingt, aber trotzdem ist das mein Ansatz, weil. Das ist auch schon mal gut. Weil jedes Unkraut, was mir durchgeht, macht für mich Probleme in darauffolgenden Jahren und darauf muss ich ja dann auch wieder reagieren. Und deswegen versuche ich schon, das so anzugehen. Und fruchtfeige technisch, ja, wir sind im Biobereich, haben wir die Möglichkeit, weil die Absatzwege, wie du schon gesagt hast, bei uns natürlich auch etwas. Ja, okay, über den Verband dann, oder? Genau, über den Verband gibt es da auch Möglichkeiten halt in so viele Kulturen, da gibt es einfach die Absatzwege, was ja auch nicht bei jedem Betrieb jetzt, insbesondere bei konventionellen Betrieben, immer die Möglichkeit, überhaupt die Möglichkeit hat, da so. Müsst ihr viel lagern, also müsst ihr viel Lagerkapazität zurückhalten, gerade bei den, wie sagen wir das vorhin was gesagt, von Buschboden, Rote Beete oder geht das gleich in Handel? Also die Kulturen, die du gerade genannt hast, die gehen hauptsächlich tatsächlich Zuckerrübe, Rote Beete, Buschbonnen gehen direkt ab Feld weg. Aber nichtsdestotrotz ist im Ökolandbau, es gibt halt wenig in der Nähe zertifizierte Landhändler, die ein eigenes Landhandellager haben. Das heißt, es ist schon sehr wichtig, da eigene Lagerkapazitäten auf vorzuweisen. Also ohne Lagerkapazitäten im Ökolandbau und dann verpflichtet zu sein, zeitnah nach der Ernte das Ganze zu vermarkten, das gestaltet sich dann tatsächlich auch auf Preisebene sehr schwierig. Ja, das ist ein Punkt. Also, weil dieses Thema ja Fruchtfolge umstellen, Lagerkapazität, das bedeutet ja dann eigentlich auch eine komplette Neustrukturierung vom Betrieb am Ende des Tages. Und eigentlich spannend, dass ihr das gleich im gleichen Zug oder ihr müsst es wahrscheinlich machen, wegen Umstellung auf Öko, ihr braucht Vielseitigkeit. Was ist sowas, wo du sagst, okay, da willst du dich noch in Richtung ausrichten? Kannst du da was sagen? Oder ist man eine Kultur vielleicht noch, mit der du liebäugelst? Es gibt wahrscheinlich nicht mehr viele, die in das System passen, aber geht es da noch in eine Richtung bei dir, dass du sagst, da willst du hin? Weil ich finde es extrem spannend, also wie du, wie du dich ausrichtest, auch als, ich würde mal sagen, deutlich jünger als der Durchschnittsbetriebsleiter so, dass du jetzt schon sagst, okay, du willst jetzt, so interpretiere ich es zumindest, du willst jetzt die mehr oder minder die weichen Stellen, dich zukünftig so aufzustellen, dass halt einfach du den bestmöglichen auch finanziellen Ertrag von den Flächen ziehst, weil es ein Pachtbetrieb ist. Also das finde ich nicht verkehrt, aber wie sieht es aus mit Kulturen? Also kulturtechnisch muss ich sagen, denke ich schon, dass ich durch, dadurch, dass ich in meinen guten Bonitäten und meinen guten Bösen, also ich habe nur eine geringe Anzahl an Flächen, wo halt ein Sonderkulturanbau möglich ist und das halt auch in einer ordentlichen Fruchtfolge zu etablieren. Deswegen denke ich, dass ich da auch so jetzt schon an meinen Kapazitätsgrenzen bin, damit ich das in einer ordentlichen Fruchtfolge darstellen kann, auch in der Anzahl der Kulturen. Und ich habe auch dementsprechend jetzt schon das Ausmaß an Kulturen da, denke ich, erreicht, weil ich natürlich auf meinen Schwerpeteilbelasteten Böden in der Anzahl der unterschiedlichen Kulturen stärker eingeschränkt bin, als ich dann auf meinen Hochertrags- und 80er Lehmböden die Möglichkeit habe. Ausrichtung, was bei mir eher thematisch aktuell noch so der Fall ist, wie ich schon erwähnt habe, technisch, in welche technische Richtung wandelt man sich, um halt diesen Einsatz von Handarbeit zu minimieren oder auf ein äußerstes Minimum auch zu halten, langfristig und perspektivisch, weil das natürlich auch ökonomisch jede Stunde, die wir technisch lösen können, deutlich, deutlich kostengünstiger ist, als wenn wir sie händisch einsetzen. Zumindest ab dem Punkt, wo wir händisch eingreifen müssen, wir können uns ja vorstellen, 50 Handarbeitsstunden pro Hektar hat man ganz, ganz schnell. Mal 20 Euro reden wir über 1000 Euro pro Hektar Investition an Handarbeit. Und da können wir ganz, ganz viel technisch vorher machen, bevor wir Handarbeit einsetzen. Genau. Was bei uns im Biobereich dann eher noch ein bisschen Thema ist, sind Nährstoffe. Also bei mir ist einmal das Thema Technik, wo ich, denke ich, auch immer im Wandel bin und wo man auch so ein bisschen mit der Zeit gehen muss. Da ist ja auch aktuell ganz viel im Wandel und wo ich auch ganz, ganz stark ein Augenmerk drauf habe. Und das zweite ist, glaube ich, Nährstoffe, was im Biobereich auch sehr herausfordernd ist. Wir haben kein Vieh, ne? Wir haben kein Vieh, genau. Und dann ein ausgeglichenes Nährstoffsaldo hinzustellen, war für mich sehr herausfordernd. Und das ist es auch heute noch. Genau, also ich krieg's hin, aber nichtsdestotrotz ist es herausfordernd und das ist auch noch ein Thema, was ich aktuell noch sehr stark angehe. Aber ich denke, in der Anzahl der Kulturen und auch in der stark Deckungsbeitrags-intensiven Kulturen bin ich schon so an meinem Maximum gelandet. Ja, klingt auf jeden Fall so. Und das heißt eigentlich, ja, wird es für mich jetzt noch interessanter, im Ende des Tages ist ein Fidoser, Biobetrieb, wie sieht es aus, um das jetzt zu normalen draufzusetzen, nutzt ihr einen Flug viel oder wie ist das Thema? Also wo du auch sagst, okay, Gräser, ja, ist es das so, wo du in Richtung gehst oder wirst du wahrscheinlich schon häufig brauchen für rote Beete und sowas, oder? Genau, wir setzen, also wir machen relativ viel fluglos. Ich will aber nicht sagen, also ich bin nicht gesamtbetrieblich fluglos. Beispielsweise habe ich natürlich im Ökolandbau, wenn ich Körnermais anbaue, den baue ich an. Ich kann nach Körnermais muss ich aufgrund des hohen Organikanteils, das kriege ich sonst durch kein mechanisches Unkrautregulierungssystem durch. Den Flug, der ist dann bei mir gesetzte Sache. Auch aus Fusariengründen, beispielsweise Pilzkrankheiten. Also bei gewissen Sachen bin ich oder komme ich um den Flug nicht drum herum. Brauchst du fürs Verfahren sozusagen. Auch in meinem Verfahren. Das baust du nach dem Körnermais? Ja, Körner mit Leguminosen, also Ackerbone, Buschbohne. Okay. Weil Körnermais zieht ja auch immer unheimlich viel Stickstoff. Und dieses Körnermeisstroh ist ja dann eher für Getreide schwierig, deswegen baue ich da eigentlich hauptsächlich Körnerleguminosen danach. Spannend. Ja. Also das, ja, ich könnte jetzt stundenlang weiterreden, sag ich mal. Einfach auch aus persönlichem Interesse. Und vor allen Dingen, ja, es ist immer wieder interessant, wo man dann zum einen unsere Technik sieht, ich sag mal, nutzt ja auch Trilltechnik, glaube ich, aus unserem Bereich. Ja, und wie Betriebe sich weiterentwickeln. Abschließend noch eine Frage aus Interesse von mir. Wo würdest du sagen, ist jetzt so der Fokus bei dir auf der Unkrautbekämpfung? Du hast vorhin irgendwas gesagt. Ich weiß nicht, ob es jetzt Automatisierung war oder Roboter-Bereich. Würdest du sagen, es geht jetzt für dich eher so reicht Laser oder Inro, Hacktechnik? Ja, was ist dein Eindruck, wo du sagst, okay, das passt zu dir oder das passt vielleicht auch zu deinen Kulturen, dass du halt eben diese Handarbeit so nicht mal schnell auf 50 kommst, sondern das reduzieren kannst. Ja, was denkst du, was da? Also auf jeden Fall das Thema Inro natürlich, wie man das am Ende löst, ob man das durch Hacktechnik, durch die Hackmesser, die in die Reihe reinschwenken, macht oder Lasertechnik. Okay, also in der Reihe. Genau, und das möglichst nah direkt um die Kulturpflanze, weil das die Königsdisziplin im Ökolandbau ist, da ist man natürlich mit rotierenden Hackmessern, die in die Reihe reinkommen, schwer begrenzt. Lasertechnik lässt da viel, viel mehr zu, aber ist aktuell schwierig finanziell darstellen. Verstehe, ja. Also, naja, gibt dem, ich glaube, wenn man dem Ganzen nochmal ein bisschen Zeit gibt, dann kommen wir da der ein oder andere Wettbewerber auf den Markt und dann. Vielleicht kommt ja die Firma Horsch auch irgendwann. Ansonsten habe ich ja eigentlich die gesamte Produktpalette von Bodenbearbeitung über Aushalt bis zu Striegeltechnik, also und gerade Regulierungsmaßnahmen auch aus dem Hause Horsch. Vielleicht gibt es ja irgendwann auch mal was in Richtung Inrope-Technik. Also wir haben zumindest hier am Stand schon mal einen Kamerastand vorne bei den Lebspritzen, wo wir unser Spot-Spraying-System, sag ich mal, demonstrieren, aber wie man das dann in Zukunft ausrollt, ich glaube, da lässt sich erstmal drüber streiten. Gucken wir mal, was die Zukunft bringt. Ja, Julius, vielen Dank. Ich habe es persönlich sehr interessant gefunden. Ich hoffe, dass das auch für unsere Zuhörerinnen und Zuhörerinnen oder vielleicht auch Zuschauerinnen und Zuschauer interessant war. Und ja, ich hoffe, wir bleiben weiter in Kontakt. Und dann freue ich mich auf die nächste Architechnika, wo wir vielleicht nochmal sprechen werden. Bis dann. Sehr gerne. Bis dann. Bis dann.com slash studio.