HORSCH Podcast

11 Kulturen, 1 Ziel

HORSCH Maschinen SE & Co. KG

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0:00 | 19:53

Effiziente Bio-Landwirtschaft zwischen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven mit Nulltoleranzprinzip im Unkrautmanagement 

In der Nähe des Harzes bewirtschaftet Julius von Gadenstedt als Pächter einen vormals konventionellen Ackerbaubetrieb und hat ihn vollständig auf Bio umgestellt. Das Klostergut verfügt über heterogene Böden, teils mit Schwermetallbelastung, und es findet keine Viehhaltung statt. Er stellt vor, warum er eine breit angelegte Fruchtfolge fährt: Um Deckungsbeiträge sicherzustellen, den Unkrautdruck zu verringern und die Vermarktung flexibel zu halten. Dabei setzt er auf eigene Lagerkapazitäten und eine strikte Nulltoleranz gegenüber Beikräutern – durch mechanische Regulierung oder Handarbeit. 

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https://www.horsch.com/studio


Gast und Moderation:

Julius von Gadenstedt
Für Julius ist Landwirtschaft mehr als ein Beruf – sie ist Leidenschaft und Verantwortung zugleich. Auf dem Klostergut Wöltingerode bewirtschaftet er rund 360 Hektar Ackerland ökologisch nach den Richtlinien von Naturland und arbeitet täglich daran, Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt und nachhaltiges Wirtschaften in Einklang zu bringen – mit Überzeugung und moderner Technik. 

Moderation: Johannes Schmidt
Johannes ist seit 2020 bei HORSCH tätig und hat den Bereich Hybrid-Landwirtschaft seit der Markteinführung begleitet. Durch den elterlichen Ackerbaubetrieb und sein Studium mit Schwerpunkt Pflanzenbau an der HSWT in Triesdorf hat er sich an der Entwicklung von Maschinen wie Striegel und Hacken beteiligt. Er steht im Kundenkontakt, um Fragen zum vor- und nachgelagerten Bereich der mechanischen Unkrautbekämpfung zu beantworten. Derzeit kümmert sich Johannes überwiegend um verschiedene ackerbauliche Projekte und Innovationsthemen. 

Speaker

Herzlich willkommen zum HORSCH Studio Podcast von der Agritechnica 2025. Heute: Elf Kulturen und ein Ziel. Effiziente Bio-Landwirtschaft zwischen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven mit Nulltoleranzprinzip im Unkrautmanagement mit Landwirt Julius von Gadenstedt und Johannes Schmidt, Marketing bei HORSCH.

Speaker

Ja, herzlich willkommen hier aus unserem HORSCH Studio, sozusagen live auf der Agritechnica 2025. Und ja, mein Name ist Johannes Schmidt. Ich habe heute zu Gast Julius von Gadenstedt. Julius ist auf einem nicht ganz so alltäglichen Biobetrieb Betriebsleiter. Und ja, ich habe gesagt, Julius, stell dich einfach nochmal selbst vor und dann schauen wir mal.

Speaker

Ja, moin Johannes, erstmal schön, dass ich hier bei euch sein darf auf der Agritechnica 2025. Mein Name ist Julius von Gadenstedt. Ich bin als zweitgeborener Sohn auf dem landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern aufgewachsen. Und wie das immer so ist, das traurige Leid eines Zweitgeborenen. Kennst du? Man ist nicht der weichende Erbe zu Hause und muss sich was anderes überlegen. Ich bin trotzdem meiner Passion nachgegangen und habe mir gesagt, ich will Landwirt werden. Gestaltete sich natürlich erstmalig nicht so schwierig. Ich habe mir gesagt, alternativ gibt es sicherlich im vor- oder nachgelagerten Bereich, der landwirtschaftliche Sektor ist groß, genug Möglichkeiten, irgendwie Hand und Fuß zu fassen. 2021 stand dann ein 370 Hektar großer Ackerbaubetrieb, ganz in der Nähe von meinem Heimatbetrieb, 30 Kilometer von dort entfernt, zur Verpachtung ausgeschrieben. Um dieses Problem bei uns zu Hause, dass zwei Leute da sind, die es gerne weitermachen wollen, aber nur einer es leider machen kann, wusste ein guter Freund meines Vaters, der dann gesagt hat: Mensch, wollen wir nicht zusammen - so haben wir uns gemeinsam dann dort beworben. Und ich darf der Glückliche sein, der heute das Kloster gut führt.

Speaker

Ist das schon immer ein Biobetrieb?

Speaker

Nee, war zuvor tatsächlich konventionell bewirtschaftet und klare Pachtbedingungen war es, den zuvor konventionell bewirtschafteten Betrieb auch umzustellen zum Ökolandbau. Auch vielleicht für den Standort, ist in der Nähe des Harzes, mit sehr heterogenen Standorten von 25 Bodenpunkten und schwermetallbelasteten Böden. Bis hin zu 80 Bodenpunkten. Alles dabei, auch sehr hanglagig. Für den Bio-Anbau vielleicht nicht ganz prädestiniert, aber genau die Herausforderung ist das, was mich täglich an meiner Arbeit auch begeistert.

Speaker

Wolltest du Biolandwirt werden? Also, dass du gleich losgelegt hast und sagt, okay, du willst ökologisch wirtschaften oder kam das dann, weil das Gut, sagen wir mal, Bedingungen gestellt hat?

Speaker

Nee, ich muss sagen, ich habe mich auch zuvor schon ganz, ganz lange damit beschäftigt. Zu Hause war es nie Thema, weil wir an einer Biogasanlage angeschlossen sind. Aber das Thema war ja gerade in diesem Zeitraum auch grundsätzlich, glaube ich, in der Landwirtschaft und es ist ja auch heute noch auf politischer Ebene ein ganz großes Thema und gewinnt an Zuneigung oder an Interesse. Und so habe ich mich auch mit dem Thema beschäftigt, was wir ackerbaulich auch anders machen können, als wir vielleicht vor 30 Jahren gemacht haben.

Speaker

Ja, ich glaube, so sind wir ja auch dann zusammengekommen. Vielleicht erkläre ich das kurz. Mein Hintergrund ist eigentlich, dass ich bei uns die mechanische Bodenbearbeitung bzw. mechanische Unkrautbekämpfung betreue. Und ja, Julius, du hast einen 24 Meter Striegel.

Speaker

Genau.

Speaker

Glaube ich, vor zwei Jahren oder was?

Speaker

Naja, vor drei, vier Jahren, drei, vier Jahren.

Speaker

So sind wir da zusammengekommen. Ich war zum Ersteinsatz da. Und ja, aber was für Kulturen baust du an? Also ich habe ja eingangs erwähnt, okay, das ist nicht ganz so der Standard, sag ich jetzt mal, Ackerbau-Biobetrieb. Was für Kulturen sind da noch dabei bei euch in der Fruchtfolge?

Speaker

Also grundsätzlich ganz, ganz vielseitig jetzt nach der Umstellungsphase. Es sind mittlerweile, wenn ich sie alle aufzählen würde, würden wir, glaube ich, auf elf Kulturen kommen. Man macht sich natürlich Gedanken, wie man natürlich auch, dadurch, dass wir ein reiner Pachtbetrieb sind, wie man auch hohe Deckungsbeiträge der einzelnen Kultur fahren kann. Und so sind wir mittlerweile bei auch sehr hohen deckungsbeitragsreichen Kulturen, machen uns Gedanken darüber, wie wir das natürlich auch ackerbaulich hinkriegen und sind über normales Getreide, was allerdings auch einen sehr geringen Anteil in der Fruchtfolge einnimmt, bis hin zu Zuckerrüben. Wir sind direkt vor den Toren Schladens, die Nordzucker betreibt in Schladen als einziges Werk die Bio-Verarbeitung. Über rote Beete, Pflanzkartoffeln, bis hin zu Buschbohnen und Ackerbohnen und Raps, also auch Ölpflanzen, ganz vielfältig in der Fruchtfolge.

Speaker

Ist es sehr handarbeitslastig, sag ich mal jetzt mit roter Beete und Co? Weil das ist ja schon recht vielfältig oder? In der Pflege nutze ich dieselben Hacken oder was so Reihenabstände nutzt man? Also das ist jetzt so ein Thema, da habe ich wenig mit am Hut.

Speaker

Ich versuche grundsätzlich, um das Ganze auch für Mitarbeiter zu vereinfachen, alles auf 45 Zentimeter Reihenabstand zu machen - bin ich auch so ein bisschen gesetzt durch die Zuckerrübe bei uns in der Region. Genau, 50 oder 45 und ich baue eigentlich alles auf 45er Reihe an, damit ich im Frühjahr, wo bei uns sowieso unheimlich viel ist von Kultur, flexibel zur Kultur fahren kann. Zu der Fragestellung des Ausmaßes der Handarbeit: Ich versuche auf dem Betrieb eine Nulltoleranz zu fahren. Das ist natürlich im Ökolandbau auch eine ganz schöne Herausforderung. Mir geht es aber darum, das Samenpotenzial von Unkräutern so gering wie möglich zu halten. Nichtsdestotrotz setze ich Handarbeit ab dem Punkt ein, wo ich merke, dass wir technisch an unsere Kapazitätsgrenzen bzw. mit unseren technischen Möglichkeiten an Grenzen kommen und versuche bis dahin eigentlich mit Hacktechnik, aktuell auch das Thema Inro-Hack-Technik, die Handarbeit auf ein Minimum zu reduzieren und technisch erstmal das Ganze, soweit es geht, technisch zu lösen. Aber nichtsdestotrotz, denke ich, oder weiß ich, dass man ganz ohne Handarbeit nicht auskommt.

Speaker

Ja, okay. Inro-Technik ist ja, glaube ich, jetzt auf der Messe schon gut vertreten, was ich es so gesehen habe. Soweit ich das sagen kann, sind wir da, glaube ich, bei uns erstmal nicht dabei, dass wir auch in dem Bereich unterwegs sind oder unterwegs sein werden, aber never say never. Mal gucken, wie das ausgeht. Aber du hast gesagt, so grob vom Standort her, habt ihr zum Teil schwermetallbelastete Böden. Das heißt, andererseits auch eher schwere bzw. an sich schwere Böden. Gräser sind in der Region, wenn ich es richtig zuordne, auch ab und an ein Thema. Macht ihr das ordentlich einen Strich durch die Rechnung, sag ich mal mit Ungräsern, Ackerfuchsschwanz, Weidelgras, so was die Richtung? Oder kriegst du das einigermaßen hin, die ordentlich zu regulieren, dann und ja, ein Flug? Oder was ist deine Strategie da, sag ich mal? Oder ist es überhaupt ein Thema?

Speaker

Also Ackerfuchsschwanz ist durchaus ein Thema bei uns in der Region und auch bei mir auf dem Betrieb, insbesondere Ackerfuchsschwanz beim Thema Gras. Aber ich sehe das nicht als Hauptproblem und Hauptherausforderung an, sondern oder das entwickelt sich daraus, dass wir eine ganz, ganz vielfältige Fruchtfolge haben, gar nicht den hohen Anteil an Winterung in der Fruchtfolge, gar nicht den hohen Anteil an Wintergetreide, was eine frühe Aussaatzeitpunkte hat, sondern auch vieler Wechsel von Winterung zu Sommerung. Und für mich ist das ein Baustein gegen den Ackerfuchsschwanz aus Ackerbaulich ganz, ganz vielen Maßnahmen, die wir machen, nämlich späte Aussaatzeitpunkte, mechanische Unkrautregulierung, denn gegen Mechanik gibt es halt keine Resistenzen. Und somit, ja, wir haben Samenpotenzial in Ackerfuchsschwanz vor Ort, das ist nicht zu leugnen, aber ich denke, das ist nicht unsere Hauptherausforderung, sondern die kriegt man mit ackerbaulichen Maßnahmen, mit dem Zusammenspiel ganz vieler unterschiedlicher ackerbaulichen Maßnahmen auch gut bewältigt.

Speaker

J a, ich glaube, gerade mit elf Kulturen in der Fruchtfolge - weil das ist schon ein aktuelles Thema, was wir auch immer wieder merken, auch gerade auf der Messe haben einen Striegel dabei. Und die Kunden und Kundinnen die kommen tatsächlich mit einer Problemstellung. Da geht es, die stehen meistens schon in Anführungszeichen mit dem Rücken zur Wand und sagen: Okay, jetzt komme ich chemisch nicht mehr weiter. Was mache ich? Und ja, Striegel, wie geht das los? Und dann kommen wir eigentlich sogar in die Rolle, dass wir erstmal den Grundsatz des Striegels erklären. Und dass wir dann erstmal so auch dementsprechend die Möglichkeiten und Funktionen von so einer Maschine erläutern und die Kunden und Kundinnen dann bestmöglich beraten, was es für Möglichkeiten gibt. Und ja, das sehen wir halt jetzt im Unternehmen auch eher ganzheitlich, dass wir sagen, okay, es ist ein Zusammenspiel aus mehreren Themen. Also sei es Fruchtfolge, ich meine, nicht jeder hat jetzt die Möglichkeit, elf verschiedene Kulturen anzubauen.

Speaker

Nee, aber Bodenbearbeitung, später Aussaatzeitpunkte, der Einsatz von einem Striegel, all das sind ja Maßnahmen oder das Zusammenspiel vieler Maßnahmen, auch wenn man jetzt nicht elf unterschiedliche Kulturen hat. Das ist ja gar nicht darstellbar in allen Betrieben, egal ob Öko oder konventionell. Aber nichtsdestotrotz, denke ich, ist das ein Zusammenspiel aus ganz vielen Sachen, wie man ackerbaulich darauf reagieren muss.

Speaker

Das Spannende finde ich daran, wenn man jetzt mit dem einen oder anderen Landwirt spricht, du bist, oder wie du den Betrieb aufgestellt hast, finde ich das eine Extreme, also dass man sagt, man geht in elf verschiedene Kulturen, trotzdem in recht breitflächigen Anbau, nenne ich es jetzt einfach mal. Und dann gibt es die andere extreme Seite, die halt vielleicht eine zwei-, dreigliedrige Fruchtfolge fahren und halt da gar nicht von weggehen. Also dass ist immer so das Thema: ich krieg die Ackerboden nicht vermarktet oder ich kann Körnermais nicht wegbringen oder oder oder. Ich glaube, das ist einfach so dieser Mittelweg dazwischen, zu sagen, okay, ich versuche es mit Technik, mit verschiedenen Verfahren und verschiedenen Ackerbau-Möglichkeiten wie Fruchtfolge eben das zu regulieren, weil, ich sage mal, wenn du als Biolandwirt das in Schach hältst und vor allen Dingen dieser Null, wie hast du gesagt, null Toleranz.

Speaker

Also ich will jetzt nicht sagen, dass mir das immer und überall und in jeder Ecke gelingt, aber trotzdem ist das mein Ansatz, weil...

Speaker

Das ist auch schon mal gut.

Speaker

Weil jedes Unkraut, was mir durchgeht, macht für mich Probleme in den darauffolgenden Jahren und darauf muss ich ja dann auch wieder reagieren. Und deswegen versuche ich schon, das so anzugehen. Und Fruchtfolge technisch, ja, wir sind im Biobereich, haben wir die Möglichkeit, weil die Absatzwege, wie du schon gesagt hast, bei uns natürlich auch etwas...

Speaker

Ja, okay, über den Verband dann, oder?

Speaker

Genau, über den Verband gibt es da auch Möglichkeiten halt in so viele Kulturen, da gibt es einfach die Absatzwege, was ja auch nicht bei jedem Betrieb jetzt, insbesondere bei konventionellen Betrieben, überhaupt die Möglichkeit hat, da so.

Speaker

Müsst ihr viel lagern, also müsst ihr viel Lagerkapazität zurückhalten, gerade bei den Buschbohnen, Rote Beete oder geht das gleich in den Handel?

Speaker

Also die Kulturen, die du gerade genannt hast, die gehen tatsächlich - Zuckerrübe, Rote Beete, Buschbohnen - direkt ab Feld weg. Aber nichtsdestotrotz ist es im Ökolandbau, es gibt halt wenig in der Nähe zertifizierte Landhändler, die ein eigenes Landhandellager haben, ist schon sehr wichtig, da eigene Lagerkapazitäten vorzuweisen. Also ohne Lagerkapazitäten im Ökolandbau und dann verpflichtet zu sein, zeitnah nach der Ernte das Ganze zu vermarkten, das gestaltet sich dann tatsächlich auch auf Preisebene sehr schwierig.

Speaker

Ja, das ist ein Punkt. Weil dieses Thema Fruchtfolge umstellen, Lagerkapazität, das bedeutet ja eigentlich auch eine komplette Neustrukturierung vom Betrieb am Ende des Tages. Und eigentlich spannend, dass ihr das im gleichen Zug oder ihr müsst wahrscheinlich machen, wegen der Umstellung auf Öko, ihr braucht Vielseitigkeit. Was ist sowas, wo du sagst, okay, da willst du dich noch in Richtung ausrichten? Kannst du da was sagen? Oder gibt es noch eine Kultur , mit der du liebäugelst? Es gibt wahrscheinlich nicht mehr viele, die in das System passen, aber geht es da noch in eine Richtung bei dir, wo du sagst, da willst du hin? Weil ich finde es extrem spannend, wie du dich ausrichtest, auch als, ich würde mal sagen, deutlich jüngerer als der Durchschnittsbetriebsleiter, dass du jetzt schon sagst, okay, du willst , so interpretiere ich es zumindest, mehr oder minder die weichen Stellen, dich zukünftig so aufzustellen, dass du den bestmöglichen auch finanziellen Ertrag von den Flächen ziehst, weil es ein Pachtbetrieb ist. Also das finde ich nicht verkehrt, aber wie sieht es aus mit Kulturen?

Speaker

Also kulturtechnisch muss ich sagen, denke ich schon, dass ich durch bin, dadurch, dass ich in meinen guten Bonitäten und meinen guten Böden, also ich habe nur eine geringe Anzahl an Flächen, wo halt ein Sonderkulturanbau möglich ist und das halt auch in einer ordentlichen Fruchtfolge zu etablieren. Deswegen denke ich, dass ich da schon an meinen Kapazitätsgrenzen bin, damit ich das in einer ordentlichen Fruchtfolge darstellen kann, auch in der Anzahl der Kulturen. Und ich habe auch dementsprechend jetzt schon das Ausmaß an Kulturen , denke ich, erreicht, weil ich natürlich auf meinen schwermetallbelasteten Böden in der Anzahl der unterschiedlichen Kulturen stärker eingeschränkt bin, als ich dann auf meinen Hochertrags- und 80er Lehmböden die Möglichkeit habe. Bezüglich Ausrichtung, was bei mir eher thematisch aktuell noch so der Fall ist, wie ich schon erwähnt habe, technisch, in welche technische Richtung wandelt man sich, um halt diesen Einsatz von Handarbeit zu minimieren oder auf ein äußerstes Minimum auch zu halten, langfristig und perspektivisch, weil das natürlich auch ökonomisch jede Stunde, die wir technisch lösen können, deutlich kostengünstiger ist, als wenn wir sie händisch einsetzen. Zumindest ab dem Punkt, wo wir händisch eingreifen müssen, wir können uns ja vorstellen, 50 Handarbeitsstunden pro Hektar hat man ganz, ganz schnell. Mal 20 Euro reden wir über 1000 Euro pro Hektar Investition an Handarbeit. Und da können wir ganz, ganz viel technisch vorher machen, bevor wir Handarbeit einsetzen. Genau. Was bei uns im Biobereich dann eher noch ein bisschen Thema ist, sind Nährstoffe. Also bei mir ist einmal das Thema Technik, wo ich, denke ich, auch immer im Wandel bin und wo man auch so ein bisschen mit der Zeit gehen muss. Da ist ja auch aktuell ganz viel im Wandel und wo ich auch ganz, ganz stark ein Augenmerk drauf habe. Und das zweite ist, glaube ich, Nährstoffe, was im Biobereich auch sehr herausfordernd ist.

Speaker

Ihr habt kein Vieh, ne?

Speaker

Wir haben kein Vieh, genau. Und dann ein ausgeglichenes Nährstoffsaldo hinzustellen, war für mich sehr herausfordernd. Und das ist es auch heute noch. Genau, also ich krieg's hin, aber nichtsdestotrotz ist es herausfordernd und das ist auch noch ein Thema, was ich aktuell noch sehr stark angehe. Aber ich denke, in der Anzahl der Kulturen und auch in den stark Deckungsbeitrags-intensiven Kulturen bin ich schon so an meinem Maximum gelandet.

Speaker

Ja, das klingt auf jeden Fall so. Und das heißt eigentlich, wird es für mich jetzt noch interessanter, am Ende des Tages ist es ein viehloser Biobetrieb - wie sieht es aus, um da jetzt nochmal einen draufzusetzen, nutzt ihr viel einen Pflug oder wie ist das Thema? Also wo du auch sagst, okay, Gräser, ja, ist es das so, wo du in Richtung gehst oder wirst du wahrscheinlich schon häufig brauchen für rote Beete und sowas, oder?

Speaker

Genau, wir machen relativ viel pfluglos. Ich will aber nicht sagen, also ich bin nicht gesamtbetrieblich pfluglos. Beispielsweise habe ich natürlich im Ökolandbau, wenn ich Körnermais anbaue, und den baue ich an. Nach Körnermais muss ich, aufgrund des hohen Organikanteils, das kriege ich sonst durch kein mechanisches Unkrautregulierungssystem durch, den Pflug nutzen, der ist dann bei mir gesetzte Sache. Auch aus Fusariengründen, beispielsweise Pilzkrankheiten. Also bei gewissen Sachen komme ich um den Pflug nicht drum herum.

Speaker

Brauchst du fürs Verfahren sozusagen. Was baust du nach dem Körnermais?

Speaker

Körner leguminosen, also Ackerbohne, Buschbohne.

Speaker

Okay.

Speaker

Weil Körnermais zieht ja auch immer unheimlich viel Stickstoff. Und dieses Körnermaisstroh ist ja dann eher für Getreide schwierig, deswegen baue ich da eigentlich hauptsächlich Körnerleguminosen danach.

Speaker

Spannend. Also ich könnte jetzt stundenlang weiter reden . Einfach auch aus persönlichem Interesse. Und vor allen Dingen ist es immer wieder interessant, wo man dann zum einen unsere Technik sieht - du nutzt ja auch Drilltechnik, glaube ich, aus unserem Bereich - und wie Betriebe sich weiterentwickeln. Abschließend noch eine Frage aus Interesse von mir. Wo würdest du sagen, liegt der Fokus bei dir bezüglich der Unkrautbekämpfung? Du hast vorhin irgendwas gesagt, ich weiß nicht, ob es Automatisierung war oder Roboter-Bereich. Würdest du sagen, es geht jetzt für dich eher so Richtung Laser oder InRow, Hacktechnik? Was ist dein Eindruck, wo du sagst, das passt zu dir oder das passt vielleicht auch zu deinen Kulturen, dass du halt eben diese Handarbeit so nicht mal schnell auf 50 kommst, sondern das reduzieren kannst. Was denkst du?

Speaker

Also auf jeden Fall das Thema InRow natürlich, wie man das am Ende löst, ob man das durch Hacktechnik, durch die Hackmesser, die in die Reihe reinschwenken macht oder Lasertechnik.

Speaker

Okay, also in der Reihe.

Speaker

Genau, und das möglichst nah direkt um die Kulturpflanze, weil das die Königsdisziplin im Ökolandbau ist, da ist man natürlich mit rotierenden Hackmessern, die in die Reihe reinkommen, schwer begrenzt. Lasertechnik lässt da viel, viel mehr zu, aber ist aktuell schwierig finanziell darzustellen.

Speaker

Verstehe, ja. Ich glaube, wenn man dem Ganzen nochmal ein bisschen Zeit gibt, dann kommt da der ein oder andere Wettbewerber auf den Markt und dann.

Speaker

Vielleicht kommt ja die Firma HORSCH auch irgendwann. Ansonsten habe ich ja eigentlich die gesamte Produktpalette von Bodenbearbeitung über Aussaat bis zu Striegeltechnik, also Unkraut Regulierungsmaßnahmen auch aus dem Hause HORSCH. Vielleicht gibt es ja irgendwann auch mal was in Richtung InRow-Technik.

Speaker

Also wir haben zumindest hier am Stand schon mal einen Kamerastand vorne bei den LEEB Spritzen, wo wir unser SpotSpraying System demonstrieren, aber wie man das dann in Zukunft ausrollt, ich glaube, da lässt sich erstmal drüber streiten. Gucken wir mal, was die Zukunft bringt. Ja, Julius, vielen Dank. Ich persönlich habe es sehr interessant gefunden. Ich hoffe, dass das auch für unsere Zuhörer und Zuhörerinnen oder vielleicht auch Zuschauerinnen und Zuschauer interessant war. Und ja, ich hoffe, wir bleiben weiter in Kontakt. Und dann freue ich mich auf die nächste Agritechnica, wo wir vielleicht nochmal sprechen werden.

Speaker

Sehr gerne.

Speaker

Bis dann.

Speaker

Bis dann.

Speaker

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