HORSCH Podcast
Willkommen im HORSCH Studio – dem Podcast, der die spannenden Diskussionen der HORSCH Studio Events direkt zu Euch bringt. Hier sprechen Experten, Branchenkenner und HORSCH Spezialisten über aktuelle Trends, Innovationen und Herausforderungen in der Landwirtschaft. Egal, ob Landwirt, Agronom oder einfach interessiert an modernen Agrarthemen – dieser Podcast liefert wertvolle Einblicke, praxisnahe Tipps und inspirierende Gespräche über die Zukunft der Landwirtschaft.
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Ertrag beginnt im Boden – Düngestrategie im Maisanbau
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Wie kann Mais unter zunehmenden Wetterextremen stabil und leistungsfähig etabliert werden, wenn Niederschläge, Hitze und Bodentemperaturen nicht einschätzbar sind? Dr. Karl Mayer von der Landwirtschaftskammer Steiermark ordnet Versuchsergebnisse aus der Praxis ein und rückt die Wurzel in den Mittelpunkt des Nährstoffmanagements. Bereits im Sechsblattstadium wird das Ertragspotenzial vorgezeichnet – entscheidend sind ausreichend hohe Stickstoffgehalte in der Pflanze und eine früh verfügbare Phosphorversorgung trotz kühler Böden. Gleichzeitig wird deutlich, wie sensibel das System auf Überversorgungen etwa bei Schwefel oder Phosphor reagiert – mit direkten Folgen für Spurennährstoffe und Wurzelentwicklung.
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Gast und Moderation:
Dr. Karl Mayer
Karl arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Ackerbaureferent bei der Landwirtschaftskammer Steiermark. Nach seinem Studium der Pflanzenbauwissenschaften an der BOKU Wien startete er mit einem Bodenerosionsprojekt ins Berufsleben und war unter anderem an Projekten zur Bodenverbesserung beteiligt. Ein umfangreiches Versuchswesen, das insbesondere den Maisanbau betrifft, prägt seine Arbeit. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Düngung, Bodenbearbeitung und Bestandsetablierung.
Moderation: Thomas Murr
Thomas studierte Agrarwissenschaften und Agrarmanagement an der TUM in Freising. Seine Bachelor- und Masterarbeit verfasste er bei HORSCH und setzte damit früh einen Schwerpunkt auf praxisnahe Landtechnik. Von 2019 bis 2024 verantwortete er im Produktmarketing den Produktbereich Einzelkornsätechnik (Maestro). Seit 2024 trägt er die Verantwortung für das Produktmarketing bei HORSCH.
Herzlich willkommen zum HORSCH Studio Podcast. Heute: Ertrag beginnt im Boden - Düngestrategie im Maisanbau. Im Gespräch sind Dr. Karl Meyer, Ackerbaureferent bei der Landwirtschaftskammer Steiermark und Thomas Mohr, Produktmarketing bei HORSCH.
SpeakerJa, Karl, danke fürs Kommen. Ich habe heute Dr. Karl Mayer von der Landwirtschaftskammer Steiermark bei mir. Karl, wir haben uns im Endeffekt letztes Jahr auf dem Feld getroffen und haben dann Parallelen entdeckt in unseren Versuchen, die wir angestellt haben in Österreich. Möchtest du dich vielleicht nur ganz kurz vorstellen - was du so machst und womit du dich beschäftigst - damit unsere Zuschauer ein Bild vor Augen haben, wer du als Person bist?
SpeakerMein Name ist Karl Meyer. Ich bin Ackerbau-Referent in der Landwirtschaftskammer Steiermark. Das bin ich seit 1992, also schon eine Zeit lang. In dieser Zeit habe ich mich natürlich intensiv als Steirer mit Mais beschäftigt, aber natürlich auch mit Getreide, Sojabohnen. Und diese Versuche, die wir da mit Mais gemacht haben, die waren sehr umfangreich, die haben natürlich alles umfasst von Düngung, Bodenbearbeitung, Sortenprüfungen, ergonomische Prüfungen und mittlerweile, seit ich dich kennengelernt habe, auch sehr viel mit Sätechnik. Und ganz aktuell, aufgrund der klimatischen Herausforderungen, die wir haben, gibt es Jahre, wo es extrem hohe Niederschläge gibt, wie 2024. Oder ein Jahr wie vorheriges Jahr, wo wir Gegenden in der Steiermark gehabt haben, wo wir fürchterliche Mindererträge hatten, wo den Maximalertrag bei einer Tonne pro Hektar gelegen ist. Das waren schon fürchterliche Erlebnisse. Aber als Berater hat man natürlich dann einen Riesenfundus für die Beratung gewonnen.
SpeakerDu hast ja gesagt, die Düngung ist wahrscheinlich so eins der interessantesten Themen. Die klassische Unterfußdüngung mit DAP bei Mais hat sich ja schon vor etlichen Jahrzehnten, sage ich jetzt einmal, etabliert und gehört auch heute noch zum absoluten Standard. Gleichzeitig hat sich aber natürlich heute - im Vergleich zu vor 20, 25 Jahren - klimatisch und hat natürlich ertraglich einiges entwickelt. Was sind die Trends aktuell oder was sind deine Beobachtungen: Wo geht es mit der Maissaat im professionellen Körnermaisanbau aktuell hin, und was gibt es zu beachten in der Bestandsetablierung zum Beispiel?
SpeakerAlso eine Unterfußdüngung kristallisiert sich heraus, dass das prinzipiell kein Fehler ist. Das Problematische, unseren Erfahrungen gemäß - und diese Unterfußdüngungsversuche machen wir ja auch schon sehr lange - ist einfach, dass wir aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse die Unterfußdüngung doch ein bisschen differenzierter sehen müssen. Mit der Unterfußdüngung lenken wir die Wurzel. Und wir müssen sie so lenken, dass sie die Maispflanze auch so führt, oder die Wurzel so führt, dass später, wenn wir mal in dieser Zone, wo wir die Unterfußdüngung platzieren und uns in dieser Zone das Wasser ausgeht, noch genügend Wurzel und so viel Wurzel haben, dass die auch noch an das Wasser kommt, dass weiter unter ist. In den meisten Fällen haben wir in Zonen von 30, 40 cm - auch in trockenen Jahren noch auf mittelschweren, schweren Böden - noch ausreichend Wasser. Und das ist jetzt der Punkt. Ich muss die Wurzel auch in diese Zone führen. Und ich darf eines nicht machen: dass ich mit der Unterfußdüngung die Maispflanze in die Illusion führe, da oben ist heile Welt und da mache ich jetzt die Wurzelausbreitung und vergesse, in die Tiefe zu wachsen. Das darf nicht passieren.
SpeakerTiefe ist ein gutes Stichwort. Technisch kann man normalerweise nicht auf die 40 cm runter, 30 cm, ja, 25 cm - so was um den Dreh geht noch. Appliziert wird im Oberboden bzw, in der obersten Schicht; technisch gesehen, sind irgendwo 7, 8, 9, vielleicht mal 10 cm möglich mit der herkömmlichen Unterfußdüngertechnik. Wie siehst du das in der Schicht, wenn der DAP liegt, auch in ausreichender Menge? Was wäre eine ausreichende Menge und wann wird es kritisch?
SpeakerDiese Frage ist nicht einfach zu beantworten, weil wir die DAP-Menge natürlich anhand einer Bodenuntersuchung optimieren müssen. Es ist uns nicht erlaubt, dass wir jetzt Unmengen Phosphor in die Unterfußdüngung schicken und es ist auch nicht kostenmäßig sinnvoll, zu viel Phosphor in diese Zone zu schicken. Also der normale Phosphorentzug pro Hektar für einen Körnermaisbetrieb liegt irgendwo bei 60 Kilogramm. Diese Menge überschreiten wir in der Steiermark an sich nicht. Ich bin auch kein Freund davon, Unmengen Diamonphosphat hinzu zugeben. Es kann dann auch gegenteilige Effekte haben, dass auf einmal die Zinkversorgung blockiert wird. Das haben wir auch schon in der Praxis erlebt. Aber die Menge 100 bis 150 Kilogramm ist absolut eine zielführende Menge und hat sich in den letzten Jahren immer als sinnvolle Menge herausgestellt. Das Problem ist nur, dass man natürlich in trockenen Zeiten diese Ammoniumdünger in den obersten Schichten konzentriert hält. Und wenn diese Schicht austrocknet, kann das zu diesen Effekten führen, die ich vorher angesprochen habe, dass dann die Zone austrocknet und an den Nährstoff kommt die Pflanze nicht mehr ran, weil zu wenig Wasser vorhanden ist. Und da muss man natürlich, und da kann es jetzt sein, dass man jetzt an Düngerformen denken muss. Entweder man platziert diese Düngermenge tiefer, mit der Absicht, dass man dann die Wahrscheinlichkeit erhöht und die Düngerplatzierung so gemacht haben, dass es dort auch Wasser gibt in späteren Wachstumszeiten. Oder man wählt Unterfußdünger, die von sich aus die Tendenz haben, in die Tiefe verlagert zu werden. Das ist aber auch wieder ein Risiko, vor allem dann - und die Erfahrung mussten wir im Jahr 2024 machen, wo die Niederschläge extrem hoch waren - dass dann natürlich Nitrate, die in tiefere Zonen verlagert werden, wo Luftarmut aufgrund hoher Niederschläge vorhanden ist, dass diese Mengen an Stickstoff in Form des Nitrates umgewandelt werden in Lachgas oder in atomalen Stickstoff und dann der Pflanze nicht mehr zur Verfügung stehen, weil sie gasförmig entwichen sind. Das heißt, das ist dann ein Risiko. Man kann dieses Problem auf zweierlei Arten umgehen: Man wählt Unterfußdünger, die auch eine Nitratform haben. Das muss man dann nicht unbedingt über die Unterfußdüngung machen. Oder man wählt zum Beispiel eine tiefere Platzierung; da ist Forschungsbedarf angesagt. Und das nächste ist, dass natürlich in irgendeiner Form, sei es jetzt vor dem Maisanbau oder einer Saat oder einer Düngung kurz vor dem Vierblattstadium oder maximal im Sechsblattstadium, eine Nitratdüngung sinnvoll ist, die natürlich dann leichter in die Tiefe verlagert wird. Das ist die Eigenschaft des Nitrats im Gegensatz zum Ammoniumdünger.
SpeakerDas heißt, wenn man dieses Szenario durchdenkt: man splittet die Düngermenge und fährt nochmal separat durch mit einer Nitratdüngung, wie du gesagt hast, dass man schneller eine Verlagerung im Boden erreicht. Natürlich, ist das Aufwand. Es ist ein weiterer Arbeitsschritt, den man normalerweise nicht hat. Könnte aber gezielt zum richtigen Zeitpunkt das Ertragspotenzial der Maispflanze steigern. Wie könnte sowas aussehen und über welche Mengen spricht man da, wenn man sagt man hat einen normalen DAP Einsatz, erstmal Unterfuß, möchte aber später gezielt nochmal applizieren?
SpeakerIn der Regel ist es so, dass wir eine Düngermenge vor dem Maisanbau gibt und diese breitflächig einarbeitet. Dann gibt es die Möglichkeit, und die wird sinnvollerweise gegeben sein, einer Unterfußdüngung. Und dann sollte - sofern das in Frage kommt - und man nicht ohne Start gabe vor dem Anbau und mit der Unterfußdüngung hat, dass man dann spätestens im 4-Blattsadion breitflächig, das ist die kostengünstigste Form - das Einarbeiten ist mit mehr Kosten verbunden, zu lange sollte man nicht warten - dass man dann eine Menge von maximal 80 Kilogramm Stickstoff in die Reihen verabreicht. Das spätestens im 6-Blattsstadion. Ich begründe das auch. Ich begründe das damit, dass ich sage, um diese Zeit sind die meisten Maisorten, die meisten Maispflanzen in der generativen Phase. Das heißt, ich habe hier schon bereits die Kolbenanlage sichtbar, wenn ich an der Maispflanze die Blätter entferne, würde ich also die Kolbenanlagen sehen. Und in diesem Stadium legt die Maispflanze bereits die embryonalen Körneranlagen fest. Würde es hier zu einem Stickstoffmangel kommen, reduziert die Maispflanze jetzt ihre Körner. Und dann würde mir die beste Befruchtungszeit nichts mehr nutzen, weil ich einfach zu wenig Körner angelegt habe, damals in der embryonalen Phase des Sechsplattstadiums. Deshalb unsere Erfahrungen: Man sollte spätestens im Sechsblattstadium diese Düngung absolvieren.
SpeakerAlso ganz gezielt: Kolbenanlage fördern. Was sollte die Pflanze aufgenommen haben zu diesem Zeitpunkt an Stickstoff? Was sollte in der Pflanze aufgenommen worden sein?
SpeakerDas ist eine sehr gute, sehr wichtige Frage. Denn wir stellen jetzt schon seit 10 Jahren fest, dass es also bei diesen Pflanzenanalysen ganz klar und deutlich herauskommt, wenn um diese Zeit Dünger, also Stickstoffmengen von über 50 Gramm pro Kilogramm Trockensubstanz festgestellt werden in meiner Ramanan-Pflanzenanalyse, dann habe ich das Potenzial zu einem sehr, sehr hohen Maisertrag. Im Jahre 2024 beispielsweise ist es uns nicht gelungen, trotz teilweise hoher Düngungsmengen, diese Mengen an 50 Gramm in dieser Phase reinzubringen. Es ist uns deshalb nicht gelungen, weil die Wurzel nicht ausreichend ausgestattet war. Sie waren nicht dementsprechend verzweigt. Sie hatte zu wenig Verzweigung, sie hatte einen zu geringen Haarwurzelanteil und ist deshalb nicht fähig gewesen, diese Mengen Stickstoff aufzunehmen. Aber es ist, wie gesagt, in dieser Kategorie, das stellen wir jetzt mit einer hohen Menge an Untersuchungen fest, dass um diese Zeit diese 50 Gramm Stickstoff drinnen sein sollten, damit es zu keiner Körnerreduktionen in dieser embryonalen Kolbenanlage kommt.
SpeakerDie ersten Bogen sind entscheidend in Endeffekt. Jetzt haben wir gleichzeitig eine immer frühere Saat, damit auch teilweise noch kältere Bodentemperaturen. Viel über Stickstoff wurde geredet. Jetzt schauen wir uns den Phosphor an. Bei kalten Temperaturen, gerade auch bei kalten Bodentemperaturen, ist der Phosphor nicht verfügbar. Wie viel Phosphor sollte ich haben und was kann ich tun, damit auch bei einer Frühsaat, bei der sich die Erträge eher positiv entwickeln, dass trotz Kälte die Erträge gesteigert werden können - wie stelle ich hier meine Phosphorversorgung sicher, damit ich eben keine Anthrozyanverführung habe, damit ich keinen Stress für die Pflanze auslöse, trotz kalter Temperaturen?
SpeakerEbenfalls eine sehr wichtige Frage im Maisbau. Man muss sich vor Augen führen, dass Phosphor, organisch gebunden, erst ab einer Bodentemperatur von 12 Grad Celsius verfügbar ist. Die maximale Menge ist ungefähr bei 20 Grad Celsius Bodentemperatur verfügbar. Diese Temperaturen erreicht man sicherlich nicht bei frühen Saaten. Und diese Temperaturen erreicht man unseren Messungen zufolge frühestens im Juni. Im Juni ist die Maispflanze aber schon längst über das Sechsblattstadium hinausgewachsen. Das heißt, ich brauche vorher schon diese Phosphormengen und die sollten leicht verfügbar sein. Das Problem ist also, ich brauche eine leicht verfügbare Phosphorquelle. Das sind in erster Linie Quellen wie zum Beispiel das Diamon Phosphat, die eine mineralische Phosphorquelle darstellt, die der Maispflanze schnell auch bei tieferen Temperaturen zur Verfügung steht. Und die ist auch notwendig, um die Pflanze gegen Klimastress zu wappnen, damit eine gute Wurzelentwicklung zustande kommt, die sie gegen mehrere Stressfaktoren resistent macht. Und diese Phosphormenge, von der wir diskutieren, bewegt sich maximal zwischen 40 and 60 kg B2O5. In dieser Menge müsste es ausreichen, damit die Wurzel kräftig genug ist. Damit ist sie gewappnet gegen Trockenstress, damit sichern wir eine gute Wurzel, denn wir müssen uns auch vor Augen führen, wenn hohe Niederschläge kommen, dass diese hohen Niederschlagsmengen primär entlang einer guten Wurzel in die Tiefe fließen und nicht durch einen festen Boden. Das heißt, wir führen weit mehr Wasser in die Tiefe durch eine intakte, kräftige Wurzel. Und das nächste, das ist ein Thema, welches bei uns in der Steiermark aktuell ist, ist der Maiswurzelbohrer. Je kräftiger wir das Wurzelsystem ausstarten, umso toleranter wird die Pflanze gegen Fraß an der Wurzel durch die Larve des Maiswurzelbohrers und erholt sich dann auch rascher, wenn eine Schädigung von Wurzelteilen durch diesen Maiswurzelbohrer passiert sind.
SpeakerDas heißt, die Wurzel, logisch ist der Fuß der Pflanze, ist das Herzstück einer Pflanze. Die Erziehung der Wurzel wird immer entscheidender, um gegen die Extreme gewappnet zu sein. Welche Rolle haben vielleicht auch noch Spurennährstoffe, um eine Pflanze fitter und resistenter zu machen gegen die Eventualitäten, die kommen können, die wir natürlich auch nicht zur Saat wissen, wie entwickelt sich das Jahr.
SpeakerDabei ist es bekannt, dass es bestimmter Spurenelemente besonders bedarf. Das ist in erster Linie Zink, es ist eine sehr zinkbedürftige Pflanze, es ist eine sehr borbedürftige Pflanze. Und da kommen wir wieder zurück a uf diese ursprüngliche Diskussion zwischen uns beiden, dass da die Platzierung eine große Rolle spielt. In unserem Untersuchungen ist zum Beispiel die Zinkversorgung einerseits beeinflusst durch eine hohe oder niedrige Diamon Phosphordüngung, weil zu starke und zu hohe Phosphormengen blockieren die Zink aufnahme. Da kann es durchaus sein, dass dann dieser Nährstoff der Pflanze nicht zur Verfügung steht. Und dann merkt man, dass die Bestände so heterogen in der Wuchshöhe sind. Das ist ein Aufschluss darauf, dass man es hier im Bestand mit Zinkmangelsymptomen zu tun hat. Und bei Bohr ist es auch so eine Sache, dass dieser Nährstoff, der sehr früh in der Pflanze sein muss, auch eine Stresstoleranz gegenüber Trockenheit darstellt. Beide Nährstoffe sind also für die Wurzel von elementarer Bedeutung. Zink als Nährstoff des Wuchstoffhormons Oxin trägt dazu bei, dass die Wuchslänge des Mais nicht nur oberirdisch, sondern auch unterirdisch besser abläuft. Das heißt, in diesem Zusammenhang können wir, wenn wir einen wurzel optimierten Pflanzenanbau im Maisanbau machen wollen, können wir uns nicht nur auf die Phosphorversorgung beschränken, sondern sollten wir auch über Zink und Bohr nachdenken.
SpeakerDas heißt auch die Dünger, die in den letzten Jahren auf den Markt gekommen sind, die teilweise auch den DAP ein bisschen abgelöst haben, wo dann eben auch ganz gezielt ein bisschen Zink, ein bisschen Bohr, Molybdän, Spurnährstoffe oder auch Schwefel mit dabei ist, werden schon auch eine interessante Alternative werden für die kommenden Jahre?
SpeakerDas ist so. Das wird sicherlich so sein. Du hast Molybdän erwähnt, das ist natürlich auch ein Nährstoff, der vor allem auf Standorten ein Thema ist, wo die pH-Werte sehr niedrig sind. Landwirte, die ihre Pflanzenernährung im Maisanbau sehr Nitrat betont durchführen - da spielt dieser Nährstoff eine enorme Rolle. Wenn das Molybdän dann zum Beispiel durch niedrige pH-Werte oder auch zum Beispiel durch übertriebene Schwefeldüngung blockiert wird, dann hat das natürlich einen Einfluss darauf, dass die Nitrate nicht umgewandelt werden in das wichtige Ammonium. Das heißt, diesen Zusammenhang muss man natürlich auch noch berücksichtigen. Und wenn man diese Spurenelemente auch noch betrachtet, dann gibt es für den Landwirt sicherlich einiges zu beachten: dass man die gegenseitigen Abhängigkeiten, Synergismen, Antagonismen dieser Spurenelemente mit den Hauptnährstoffen, zum Beispiel mit Phosphor, wirklich berücksichtigt, dass es hier zu keinen Mangelerscheinungen kommt. Und wir wissen aus eigener Erfahrung, dass mir das zum Beispiel, da ist mir das ein wesentliches Anliegen, dass man das mit dem Schwefel auch betrachtet, dass das Ja nicht übertrieben wird, denn unsere Schwefeldüngungsversuche zeigen eindeutig, wenn wir Mais zu stark mit Schwefel versorgen, zum Beispiel Werte über 40 Kilogramm. Da gibt es ja extreme Beratungsempfehlungen von bis zu 80 Kilogramm elementaren Schwefel. Gegen derartige Beratungsempfehlungen verwehre ich mich absolut. Das zeigt uns eindeutig, dass wir es dann mit größeren Problemen zu tun haben in der Molybdänversorgung, weil dann die Molybdänaufnahme erheblich blockiert wird.
SpeakerAlso Schwefel ist mit Vorsicht zu genießen in Bezug auf Spurennährstoffe, obwohl man vielleicht meint, ein bisschen den Boden anzusäuern, ein bisschen Nährstoffverfügbarkeit zu steigern, sollte man auf jeden Fall vorsichtig damit bleiben. Das ist auf alle Fälle richtig. Das kann vielleicht noch gut gehen, wenn man es mit einem trockenen Art zu tun hat. Dann ist diese partielle Anzeige an der Wurzelspitze vielleicht sogar sinnvoll. Aber man weiß nie, wie das Wetter wird. Wenn das Wetter nämlich dann extrem niederschlagreich wird, dann geht die Sache nach hinten los. Dann ist diese übertrieben hohe Schwefelversorgung sogar negativ. Weil dann haben wir einfach eine zu starke Kationenaufnahme, die wir dann nicht brauchen und das Molybän bleibt dann auf der Strecke. Jetzt haben wir hier bei uns irgendwo, sage ich mal, zufrieden, wenn wir 12, 13, vielleicht sogar eine Parigon, 14 Tonnen threshen. Bei dir in der Steiermark ist er eher 17, 18, vielleicht 19, sogar 20 Tonnen. Da anspornen, wo geht die Reise hin? Was ist im Hinblick auf die Klimaentwicklung, die Klimaextreme, die wir haben, aber auch im Hinblick auf eine vielleicht noch bessere, noch gezieltere Düngung, auf eine etwas längere, frühere Vegetationsperiode, was ist möglich? Welche Kapazitäten können bei der Mais, beim Maisanbau, bei Körnermaisproduktion vielleicht auch noch freigeschalten werden? Wegen alles. Stimmt, wenn wir genügend Wasser haben, weil das ist ja dann doch irgendwo immer der Faktor, an dem scheitert. Ich kann jetzt nur von den Versuchen sprechen, die wir jetzt so. Ich meine, ich habe vorhin erwähnt, dass ich seit 1999 in der Beratung auch in Maisberatung bin und ich habe in dieser Zeit die Ertragsentwicklung des Maises insofern verfolgen dürfen, dass wir damals, also in Anfang der 90er Jahre, sicherlich keine 16 Tonnen Körnermeisertrag bei den Betrieben in der Praxis vorgefunden haben. Jetzt schreiben wir das Jahres Jahr die Ernst von 2025 eingefahren und da waren durchaus in der Praxis dann Erträge bei den Landwirten von 18 Tonnen trockene Ware mit 14% Kornfeuchtigkeit möglich. In Versuchen, wie wir sie betrieben haben, waren auch Erträge von bis zu 21,5 Tonnen, wenn ich sie also ganz genau ausdrücke. 21,5 Tonnen trockene Ware waren da möglich. International wird es vielleicht noch höhere Werte geben, aber wenn ich jetzt rückblickend sagen kann, welche Voraussetzungen für diese sogenannten 21,5 Tonnen waren, dann kann ich das insofern so zusammenfassen. Es waren primär sehr spätreifemeißorten, die auch das genetische Potenzial haben, eine hohe Anzahl an Körnern embryonal anzulegen. Das waren bei uns im Wesentlichen 600 Körner pro Kolben. Dann musste auch noch ein hohes 1000-Korngewicht sichergestellt sein. Das lag dann generell über 400 Gramm, wenn nicht gab bei über 420 Gramm. Dann waren also mal von der Ertragsstruktur diese hohen Erträge möglich. Das andere, was dafür Voraussetzung war, war, wie wir vorher diskutiert haben, eine hohe Stickstoffversorgung im Sechsbadstadion. Da waren diese 50, wenn nicht gar 55 Gramm, schon gemessen. Das war dann sichergestellt, dass wir mal zumindest die Stickstoffversorgung in der sehr frühen Phase abgehackt haben konnten. Und das nächste, was dann wichtig ist, dass diese Maispflanze sehr, sehr lange vital in den Herbst hineinwachsen kann. Das heißt, es darf keine vorzeitige Abreife durch Blattfleckenkrankheiten passieren, es darf keine vorzeitigen Krankheiten, es keine Krankheiten am Stängel passieren, wie zum Beispiel mit Stängelfossarium. Und wenn das gewährleistet ist, und auch noch das Wetter mit einer hohen Strahlungsintensität da ist, mit ausreichend Niederschlägen, das müssen jetzt nicht die Niederschläge über den natürlichen Niederschlag sein, sondern es kann auch sein, dass wir das Wasserangebot aus den tieferen Zonen haben, wenn wir da einen Anschluss hatten, dann war es möglich, auf diese Tonnagen zu kommen. Das heißt, eine lange Vegetationsperiode, rechtzeitige Stickstoff und Nährstoffversorgung in der frühen Jugendphase und einen Wasseranschluss in tieferen Bodenzone. Also die Etablierung im Endeffekt irgendwo aus A und O zu Beginn schon mal und dann natürlich der weitere Jahresverlauf in Bezug auf Wasser und Nährstoffverfügbarkeit. Genau. Auf jeden Fall ein richtig spannendes Thema. Ich denke auch für viele Zuschauer sehr interessant. Man könnte dazu ewig weiter diskutieren. Karl, danke, dass du da warst heute, dass wir uns kurz austauschen konnten zu den Themen der Düngungen beim Mais. Ich denke, gerade heuer auch wieder mit den Versuchen wird es sicherlich auch wieder neue, weitere spannende Erkenntnisse geben, wo wir mit dabei sind. Und ich freue mich, dich einmal wieder hier begrüßen zu dürfen. Bitte gerne. Bitte gerne. Danke sowas. Danke für die Einladung. Sehr gerne, jawohl, freut mich.com slash studio